• #1

Wie kann ich die Trennung verarbeiten?

Ich habe mich nach 7 Jahren von meinem Freund getrennt. Wir waren in den letzten zwei Jahren einfach nur noch wie Bruder und Schwester. Keinerlei Leidenschaft oder Sex. Kuscheln, umarmen und Bussi gab es schon noch. Ich mag ihn als Mensch total gern. Er ist liebevoll, sieht die Welt, wie ich sie sehe, sehr humorvoll, treu und wir teilen unglaublich viele Interessen. Wir würden so gut zusammenpassen, wenn da nicht die fehlende sexuelle Anziehung wäre. Ich denke, sie war auch am Anfang unserer Beziehung nie optimal. Aber weil wir so gut harmonierten, habe ich darüber hinweg gesehen. Die Beziehung davor war so schlecht für mich, ich wurde nicht gut behandelt. Um so froher war ich dann, ihn getroffen zu haben. Ich kann mir aber mit ihm keine Kinder vorstellen und überhaupt, mein Körper wehrt sich mittlerweile ihm näher zu kommen. Vom Bauchgefühl ist da schon länger ein "Nein" zur Beziehung. Innerlich habe ich mich wohl schon länger verabschiedet. Wir waren die letzten zwei Jahre einfach nur noch beste Freunde. Ich denke auch nicht, dass die Anziehung wieder kommt. Er versteht die Trennung nicht, will, dass wir an der Beziehung arbeiten. Ich möchte das aber nicht, weil ich eben keine Gefühle mehr für ihn habe. Wir haben nie offen miteinander gesprochen und es tut mir so leid, dass ich ihn jetzt so vor den Kopf stosse. Es gab keinen Streit oder fremdgehen. Nichts. Es fühlt sich auch für mich schlimm an, bin nur am heulen. Wird das irgendwann besser? Wie sollte ich mit ihm ungehen? Er kann die Gründe nicht nachvollziehen und will unbedingt an der Beziehung arbeiten...neulich habe ich mich verliebt in einen mir eigentlich fremden Mann. Ich bin innerlich also wirklich nicht mehr bei ihm. Und trotzdem komm ich mir so schuldig vor. Ihn so zu verletzen. Er ist mir doch immer noch so wichtig. Wie kann ich damit klarkommen? Es ist meine erste "richtige" Trennung.
 
  • #2
Es ist oft so, dass man noch für längere Zeit zusammen ist, obwohl die Beziehung eigentlich schon zu Ende ist. Auf gewisse Art und Weise warst du unehrlich zu ihm und auch zu dir. Er war damals gut für dich, weil er dir emotional das gab, was an deiner Beziehung vorher schlecht war, aber er war nicht der "Mann fürs Leben", wobei es ohne "richtige" sexuelle Anziehung keine wirkliche Beziehung gibt. Du hast jetzt endlich den Schlussstrich gezogen und musst jetzt dafür aber "gerade stehen". Aber für konsequentes Handel sollte man das auch machen, dazu stehen. Er hat eine wirklich liebevolle Frau verdient, die voll zu ihm steht und deine zukünftigen Kinder die besten Eltern.

Alles Gute
 
  • #3
Was willst du noch verarbeiten? Du bist dahingehend ja im Vorteil. Du hast ja schon verarbeitet und am Ende des Verarbeitungsprozesses steht die Trennung.

Vielleicht würde Abstand jetzt einmal gut tun? Vor allem deinem Expartner. Also zieh dich zurück.
 
  • #4
Du musst Dich nicht schuldig fühlen. Selbst wenn die Beziehung traumhaft gewesen wäre - Du bist einer von den Beiden, die sagen dürfen, dass es zu Ende ist.
Die Beziehung war doch nicht wirklich gut, wenn die sexuelle Anziehung fehlt, auch wenn es wahnsinnig schade ist, weil ihr menschlich und freundschaftlich gut zusammen gepasst habt.

Er kann die Gründe nicht nachvollziehen und will unbedingt an der Beziehung arbeiten.
Das versteh ich nicht. Was ist mit seinen sexuellen Bedürfnissen und merkt er nicht, dass Du körperlich auf Abstand gegangen bist? Ich könnte mir vorstellen, dass er denkt, dass Du auch denkst, es würde an Dir liegen, dass das Sexleben eingeschlafen ist, weil Frauen halt so sind, dass sie Probleme mit dem Sex haben. Es ist auch leider unfair vom Leben, wenn eine Frau kaum Ahnung davon hat, was sie sexuell anziehend findet, und dann so einen "bester-Freund"-Partner hat und AN IHM feststellt, was sexuelle Kompatibilität ist. Wie soll der Mann das wissen, er ist vielleicht auch viel einfacher gestrickt sexuell.

Ich weiß nicht, ob Du ihm das sagen solltest, weil - daran arbeiten kann kein Mensch, und er weiß wohl gar nicht, was der Grund ist, so dass er immer noch für möglich hält, dass "dran arbeiten" was brächte. Vielleicht tickt er auch so, dass er Dich gar nicht ernst nimmt, wenn er Dein Schlussmachen nicht akzeptiert und mit Dir trotzdem noch dran arbeiten will. Dann kriegst Du noch den Vorschlag einer Therapie, damit Du sexuell ins Lot kommst.

Und trotzdem komm ich mir so schuldig vor. Ihn so zu verletzen.
Man bereitet niemandem eine gute Zeit, wenn man ihn verlässt. Aber wie geschrieben - Du bist eine von den beiden Personen, die die Beziehung nicht mehr wollen darf. Das einzige, was ich heikel finde ist, dass er sich noch einen Kopf macht, das ganze retten zu wollen. Vielleicht würde er sich die Energie sparen, wenn er wüsste, was der Grund ist. Aber wenn Du den Grund nennst, kann das sehr verletzend sein je nach Formulierung. Und er wird sich fragen, wie der Sex überhaupt für Dich jemals war und ob Du ihm was vorgelogen hast.
Wenn Du sagst, dass ihr wie Geschwister lebt, wird er vielleicht anführen, dass man die Romantik neu anfachen könnte. Also so ein Rumgeeier finde ich auch nicht gut.
Was ich blöd fänd, wäre eine von Dir vorgeschlagene Freundschaft. Auch wenn ich denke, dass es aus Nettigkeitsgründen passieren wird, aber an sich ist der Vorschlag übel. Er macht sich noch Hoffnungen, Du guckst schon nach anderen Männern und wenn Du einen neuen Mann hast, willst Du sicher nicht noch den "alten Freund" als Freund mitnehmen in den neuen Beziehungslebensabschnitt.
 
  • #5
Er kann die Gründe nicht nachvollziehen und will unbedingt an der Beziehung arbeiten...ne
Die Schuldgefühle kenne ich nur zu gut. Den "bösen" Menschen gegenüber ,als auch den "guten". Da ich mich mit dem Thema sehr stark beschäftigt habe,hier paar Gedanken von mir. Zu solchem Verhalten neigen Menschen,die nicht gelernt haben, zu eigenen Bedürfnissen stehen zu dürfen. Entweder weil sie "Strafe" befürchten oder weil sie gelernt haben- zuerst kommen andere, dann ich. Wie so oft,liegt der Grund in der Kindheit. Meistens hatte man ein Elternteil,dass launisch war und man hatte das Gefühl- geht es anderem schlecht, muss es mir auch schlecht gehen. So hast du gelernt, dich fur die Gefühle der anderen verantwortlich zu fühlen.
Zweiter wichtiger Punkt- uns wurde beigebracht,Geschenke darf man nicht ablehnen. Deswegen fällt es uns sehr schwer, Menschen schlecht zu behandeln, die nett sind. Du darfst dein Geschenk ablehnen- deinen "guten" Freund.
Was seine Aussage betrifft, dass er die Gründe der Trennung nicht versteht- nun, er muss es nicht verstehen, er soll es akzeptieren. Ich gebe Vorredner recht- er nimmt dich nicht ernst und manipuliert unbewusst. Im Prinzip bist du ihm keine Erklärung schuldig, es reicht, dass du es nicht mehr willst. Natürlich ist es nett, wenn du abschließendes Gespräch machst. Nur ist es heute so, dass die Menschen guten Willen und Verpflichtung verwechseln und entwickeln eine Erwartungshaltung, dass der andere dies oder jenes machen muss. Horch in dich hinein- willst du momentan nur noch weg von ihm und nicht mal reden,dann sprich die Trennung aus und geh auf Distanz,soweit es geht. Da er lieb und nett ist, könnte sein, du bist in die Mutterrolle gerutscht und das "Kind" tut dir jetzt leid. Er ist aber ein Erwachsener und ist für seine Gefühle selber verantwortlich. Es gibt weder Garantie noch ein Anspruch auf lebenslange Beziehung, man "darf " zu jeder Zeit gehen, sobald man das Gefühl hat, es tut einem nicht mehr gut.
 
  • #6
Diese Art der Beziehung habe ich auch hinter mir. Es sind leider oft die Männer, die eigentlich gut zu einem passen, wo aber die sexuelle Spannung fehlt. Leidenschaft und guten Sex habe ich eher mit Männern erlebt, die eigentlich nicht gut für mich waren.
Wie sich dieser Konflikt auflösen lässt, weiß ich bis heute nicht.
Ich weiß nur, dass sich dieses sexuelle Begehren nicht erzwingen lässt.
10 Jahre war ich mit einem netten Mann verheiratet. 9 Jahre davon ohne Sex. Im Gegensatz zu dir konnte ich noch nicht mal Berührungen und Küsse zulassen. Jeden Tag habe ich es mir vorgenommen, aber es ging einfach nicht. Er war nicht hässlich, aber ich fand ihn einfach nicht sexuell anziehend und mein ganzer Körper hat sich gewehrt.
Trotz der Sexlosigkeit war mein Mann immer treu und wollte die Trennung nicht.
Ich wäre am liebsten verheiratet geblieben, weil ich gerne mit meinem Mann zusammen gewohnt habe und wir viele Gemeinsamkeiten hatten. Ich habe auch nie wieder so einen zugewandten und intelligenten Mann gefunden. Aber es wäre egoistisch, den Mann nicht frei zu geben, damit er eine Frau findet, mit der er alle Bereiche teilen kann.
Und irgendwann kommt die Phase, in der du jetzt bist, wo man andere Männer atttraktiv findet. Dann ist ohnehin alles zu spät.
Vielleicht könnt Ihr Freunde bleiben? Denn mehr ist es nicht.
 
  • #7
. Wir würden so gut zusammenpassen, wenn da nicht die fehlende sexuelle Anziehung wäre. Ich denke, sie war auch am Anfang unserer Beziehung nie optimal. Aber weil wir so gut harmonierten, habe ich darüber hinweg gesehen
Das kann nie funktionieren. Die sexuelle Anziehung ist elementar wichtig. Wenn diese nicht gegeben ist, sollte man das Kennenlernen abbrechen. Sonst kommt das raus was Du erleben musstest - verschwendete Lebenszeit.

Ein schlechtes Gewissen ist fehl am Platz.

m, 39
 
  • #8
Diese Art der Beziehung habe ich auch hinter mir. Es sind leider oft die Männer, die eigentlich gut zu einem passen, wo aber die sexuelle Spannung fehlt. Leidenschaft und guten Sex habe ich eher mit Männern erlebt, die eigentlich nicht gut für mich waren.
Wie sich dieser Konflikt auflösen lässt, weiß ich bis heute nicht.
Ich weiß nur, dass sich dieses sexuelle Begehren nicht erzwingen lässt.
10 Jahre war ich mit einem netten Mann verheiratet. 9 Jahre davon ohne Sex. Im Gegensatz zu dir konnte ich noch nicht mal Berührungen und Küsse zulassen. Jeden Tag habe ich es mir vorgenommen, aber es ging einfach nicht. Er war nicht hässlich, aber ich fand ihn einfach nicht sexuell anziehend und mein ganzer Körper hat sich gewehrt.
Trotz der Sexlosigkeit war mein Mann immer treu und wollte die Trennung nicht.
Ich wäre am liebsten verheiratet geblieben, weil ich gerne mit meinem Mann zusammen gewohnt habe und wir viele Gemeinsamkeiten hatten. Ich habe auch nie wieder so einen zugewandten und intelligenten Mann gefunden. Aber es wäre egoistisch, den Mann nicht frei zu geben, damit er eine Frau findet, mit der er alle Bereiche teilen kann.
Und irgendwann kommt die Phase, in der du jetzt bist, wo man andere Männer atttraktiv findet. Dann ist ohnehin alles zu spät.
Vielleicht könnt Ihr Freunde bleiben? Denn mehr ist es nicht.
Ich hatte ganz Ähnliches erlebt. Man kann sich übrigens auch gegenseitig die sexuelle Freiheit geben, ohne gleich Schluss zu machen. Ist einen Versuch wert. Denn es ist auch m.E. nicht so, dass man den besten Sex mit Personen hat, die auch sonst gut zu einem passen - meistens ist es gegenteilig.
 
  • #9
Wir waren in den letzten zwei Jahren einfach nur noch wie Bruder und Schwester. Keinerlei Leidenschaft oder Sex. Kuscheln, umarmen und Bussi gab es schon noch. Ich mag ihn als Mensch total gern.
Hey FS,

tja, das ist für mich wieder einmal der Beweis, das in einer Beziehung zumindest U 70 eben auch der Sex passen MUSS. Da reicht dann miteinander auskommen und sich verstehen offenbar nicht aus.
Ich hatte das in meiner Ehe leider auch viel zu lange. Schon nach 3 Jahren meinte meine damalige Frau „sie bräuchte das nicht so oft“. Leider hab ich viel zu lange durchgehalten. Was ich bis heute auch noch nicht ganz verstanden habe und immer noch zu ergründen suche ist, ist es wirklich in jeder Beziehung so, das wenn der Sex nachlässt, das man dann zwangsläufig sich orientieren muss? Das würde ja bedeuten, die sehr lange Beziehung, die auch ohne Sex funktioniert ist endgültig ein Märchen.
würden so gut zusammenpassen, wenn da nicht die fehlende sexuelle Anziehung wäre.
eben das ist es. Wenn, was ja zwangsläufig nach Jahren so ist, die sexuelle Komponente abnimmt, dann rettet offenbar auch noch so gutes Miteinander harmonisieren die Beziehung nicht. Also kann eine langfristige, zufriedene, innige Beziehung erst entstehen, wenn ein Alter für beide erreicht ist, in dem
Sex nicht die tragende Rolle
mehr spielt.
Du wirst mit der Zeit lernen, das es richtig war was Du gemacht hast. Weil Du so nicht mehr konntest. Das ist hart, aber Du wirst erkennen, das es wieder neue Beziehungsfreuden gibt.

m44
 
  • #10
das wenn der Sex nachlässt, das man dann zwangsläufig sich orientieren muss?
Nein, aber Sex ist dann oft der Stellvertreter für andere Probleme in der Beziehung. Wenn Frau kein Sex will, dann bedeutet es zwei Dinge- sie hat von Natur aus schwache(re)s Libido oder sie will kein Sex mit dir. Im ersten Fall ist banale Inkompatibilität, im zweiten fehlt echte Nähe und/ oder ist der Mann schlechter Liebhaber, der oft leider beratungsresistent ist. Dieser ganzer Ding- wir verstehen uns so gut, Partnerschaft auf Augenhöhe- führt dazu, dass die Beziehung nicht zwischen Mann und Frau stattfindet, sondern zwischen zwei Menschen. Sex ist Kommunikation zwischen Mann und Frau. Stimmt Sex nicht,stimmt Kommunikation nicht (mehr) oder hat nie gestimmt.
 
  • #11
Man kann sich übrigens auch gegenseitig die sexuelle Freiheit geben, ohne gleich Schluss zu machen. Ist einen Versuch wert. Denn es ist auch m.E. nicht so, dass man den besten Sex mit Personen hat, die auch sonst gut zu einem passen - meistens ist es gegenteilig.
Dein letzter Satz trifft es gut.
Dazu kommt: Vertrautheit und Leidenschaft schließen sich leider oft aus.
Ist mir ein Mann sehr nah, ist es, als würde ich mit meinem Bruder Sex haben. (Ich glaube Männer kennen dieses Phänomen seltener?) Aber zum Zusammenleben sind diese vertrauten Männer dennoch am besten, da man - bis auf den Sex - gut harmoniert.
Es wäre perfekt wenn ich zwei Männer hätte: den einen für das vertraute Zusammenleben mit intellektuellem Austausch, den anderen für leidenschaftlichen Sex. Dann hätte ich mich auch nie von meinem wunderbaren Mann trennen müssen. Leider habe ich noch keinen Mann gefunden, der dieses Beziehungsmodell akzeptieren würde.

Finde es oft traurig, wenn ich von Paaren höre, dass sie sich "nur" wegen fehlendem oder nicht passenden Sex trennen, obwohl sie sonst gut zusammen harmonierten und auch oft nie wieder so einen passenden Partner gefunden haben. Ganze Familien werden getrennt, Kinder leiden, Existenzen zerbrechen...
Hätten diese Paare die Konventionen überdacht und die Beziehung geöffnet, wäre weniger Leid entstanden.
 
  • #12
Die Beziehung war doch nicht wirklich gut, wenn die sexuelle Anziehung fehlt, auch wenn es wahnsinnig schade ist, weil ihr menschlich und freundschaftlich gut zusammen gepasst habt.
Das kannst du beurteilen? Oder meinst du, das was für dich nicht gut ist, kann auch für andere nicht gut sein?

Aber ihr hat offensichtlich etwas gefehlt. Also hat es für sie ja auch nicht gepasst.

Leider habe ich noch keinen Mann gefunden, der dieses Beziehungsmodell akzeptieren würde.
Es gibt doch genügend Männer, die gerne mit einer Frau ungezwungen Sex haben. Egal, ob diese nun gebunden ist, oder nicht.
Ach du meinst Männer, die nicht so gerne gehörnt werden? Ja, Gott sei Dank, sind wir noch nicht so verblödet. Ich kenne auch keine, die das akzeptieren würden. Aber hier scheint es zumindest einige Frauen zu geben, die solche Männer haben (noreia, laleila, ..)
 
  • #13
Aber hier scheint es zumindest einige Frauen zu geben, die solche Männer haben (noreia, laleila, ..)
Ja, ich gehöre zu den Glücklichen!
Obwohl in meinem Fall der Weg zur "Öffnung der Beziehung" kein leichter war, kann ich heute sagen, dass ich soo unglaublich froh bin, dass mein Mann und ich unsere konventionsgeprägten Barrieren im Kopf überwinden konnten.

Aber ich muss auch erwähnen, dass ich meinen Mann wirklich über alles liebe und dann ist man vielleicht auch bereiter, neue Wege zu gehen, als wenn einem der Partner austauschbar erscheint.
Und - im Gegensatz zur FS - war bei uns die ersten 10,12 Jahre die sexuelle Anziehung sehr groß - unsere Ehe entwickelt sich aus einen ONS, wirklich viele Jahre hat die Luft bei uns gebrannt:)
Aber es ist eben nichts für die Ewigkeit und dann muss man sich entscheiden. Ich hätte mich nie wg. "mangelhaftem" Sexleben getrennt, aber ich kann nachvollziehen, dass dies andere Menschen - wie @Lavera tun.
Schuldgefühle sind bei einer Trennung überflüssig - denn schließlich geht Beziehung nur, wenn es für beide passt. Und es ist doch auch völlig egal, was es für Gründe für eineTrennung gibt, liebe FS, für Dich sind sie wichtig und nur das zählt. Es ist Dein Leben und gestaltest es.
 
  • #14
@Laubsk:
Du hast das Konzept dieses Beziehungsmodells nicht verstanden. Hier wird eben keiner "gehörnt". Alle wissen Bescheid und haben die gleichen Freiheiten. Dass heißt, mein Mann hätte nicht acht Jahre sexlos leben müssen, sondern selbst auch noch eine weitere Frau treffen können und trotzdem nicht seine seelenverwandte (mich) verloren.
Wir waren damals jung und haben gedacht, dass die Ehe und sexuelle Treue der Beweis für Liebe ist. Aber oft steigt einer irgendwann aus und hörnt (komisches Wort) den anderen dann wirklich. Und das ist der klassische Betrug ohne Wissen des anderen. Da ist mir die Öffnung der Beziehung doch lieber, weil ehrlicher. Durch das Entweder-Oder-Denken (monogame Beziehung oder gar keine) haben wir viel verloren. Weder mein Mann noch ich haben mit unseren neuen Partnern so viele Gemeinsamkeiten, wenngleich jeder nun Sex hat.

Übrigens kann es auch umgekehrt laufen, was sozial akzeptierter ist. Man hat mit seinem Beziehungspartner leidenschaftlichen Sex, aber die geistige Verbundenheit holt man sich woanders. Ich telefoniere stundenlang mit einem langjährigen Freund, weil ich mit meinem Partner nicht gut reden kann, er alles immer auf sich bezieht und dann genervt reagiert. Also spreche ich mit einem anderen über Gefühle, Probleme, Sex, frühere Beziehungen (wir lieben es, diese zu reflektieren), aber auch über Bücher, Psychologie und andere Themen. Leider muss ich das heimlich machen, weil mein Partner eifersüchtig ist.
 
  • #15
Aber ihr hat offensichtlich etwas gefehlt. Also hat es für sie ja auch nicht gepasst.
Genau deswegen mein Beitrag.
Klar habe ich MEINE Ansicht gesagt und dazu

Oder meinst du, das was für dich nicht gut ist, kann auch für andere nicht gut sein?
bin ich in dieser Sache sogar geneigt zu sagen, dass es wirklich allgemein stimmt - sobald man eine "konventionelle" Beziehung anstrebt, in der der Sex IN der Beziehung stattfinden sollte, ist die Aussage nunmal richtig, dass die Beziehung nicht gut werden kann, wenn die sexuelle Anziehung für einen fehlt. Und dass Sex IN der Beziehung stattfinden sollte, ist eigentlich die Meinung der breiten Masse. Die Menschen, die es anders für sich regeln, gehen neue Wege (Wenn man die Fremdgänger mal außen vor lässt).

Frage an Dich: Wie willst Du das handhaben in der Beziehung, in der davon ausgegangen wird, dass auch Sex stattfindet, wenn einer den anderen sexuell nicht anziehend findet oder wie bei der FS den anderen sogar ablehnt? Würdest Du das noch als gute Beziehung bezeichnen, wenn nur einer denkt, alles ist im Lot?

Ach du meinst Männer, die nicht so gerne gehörnt werden?
Das meint Betrug. Da nehmen sich Frauen und Männer nichts, und das ist was ganz anderes als eine offene Absprache, sich Sex außer Haus zu holen.
Wenn ich mir manche hier geschilderte Beziehung vorstelle, so kommt der Mann ja durchaus auch bei der "polysexuellen" Frau auf seine sexuellen Kosten und scheint sich nicht daran zu stören, dass sie ihn sexuell nicht anziehend findet, wenn er mit ihr schläft. Wenn aber solche Männer den Sex nur IN ihrer Beziehung lassen wollen, was soll die Frau dann machen? Das ist eine ernstgemeinte Frage an Dich, @Laubsk
Wie würdest Du die Beziehung wieder ins Lot bringen wollen, damit sie noch als "gute Beziehung" bezeichnet werden kann.
 
  • #16
Ganze Familien werden getrennt, Kinder leiden, Existenzen zerbrechen...
Hätten diese Paare die Konventionen überdacht und die Beziehung geöffnet, wäre weniger Leid entstanden.
Da geb ich Dir recht, carpe. Ich denke mir oft, was hätte ich an Zeit Nerven Geld gespart, wenn wir die Beziehung geöffnet hätten statt der Scheidung. Aber, meist kann sich das ja nur einer und nicht beide vorstellen.
Und auch bei einem entfernteren Bekannten von mir hat das letztlich dann doch nicht funktioniert. Er ging mit seiner Frau immer in Clubs zum Paaretausch etc. um die langjährige Ehe auf diesem Gebiet aufzupeppen. Und was war nach 4 Jahren offener Beziehung passiert? Sie wollte oder konnte das nicht mehr und trennte sich doch. Inklusive Scheidung, Hausverkauf, Kinder (zwar größer aber doch leidend) soviel zu dauerhaft offener Beziehung.
 
  • #17
bin ich in dieser Sache sogar geneigt zu sagen, dass es wirklich allgemein stimmt - sobald man eine "konventionelle" Beziehung anstrebt, in der der Sex IN der Beziehung stattfinden sollte, ist die Aussage nunmal richtig, dass die Beziehung nicht gut werden kann, wenn die sexuelle Anziehung für einen fehlt.
Liebe void, du veränderst jetzt deine Grundaussage. Ich habe mich auf eine andere Aussage bezogen.
Auf diese:
Die Beziehung war doch nicht wirklich gut, wenn die sexuelle Anziehung fehlt, auch wenn es wahnsinnig schade ist, weil ihr menschlich und freundschaftlich gut zusammen gepasst habt.
Das ist anmaßend. Es gibt bestimmt Menschen, die ohne sexuelle Anziehung bzw. mit eingeschlafener sexueller Anziehung glücklich und zufrieden zusammen leben.
Wie gesagt, in diesem Fall und wohl für viele Fälle trifft ja deine Aussage zu. Aber sie hat keine Allgemeingültigkeit.

Frage an Dich: Wie willst Du das handhaben in der Beziehung, in der davon ausgegangen wird, dass auch Sex stattfindet, wenn einer den anderen sexuell nicht anziehend findet oder wie bei der FS den anderen sogar ablehnt?
Ja, dann frage ich mich, wieso diese zwei dann eine Beziehung führen sollten? Wieso geht man eine Beziehung zu jemanden ein, zu dem man sich nicht hingezogen fühlt? Macht doch keinen Sinn.
Dass die körperliche Anziehung in den meisten Fällen mit der Zeit abnimmt, ist auch nichts Neues. Aber wieso sollte sie sich in Ablehnung verwandeln? Das würde doch darauf hindeuten, dass das Urteilsvermögen desjenigen durch seine Geilheit vernebelt wird. Gruselig.

Würdest Du das noch als gute Beziehung bezeichnen, wenn nur einer denkt, alles ist im Lot?
Die Frage ist rhetorisch zu verstehen. Ja?

Wenn aber solche Männer den Sex nur IN ihrer Beziehung lassen wollen, was soll die Frau dann machen? Das ist eine ernstgemeinte Frage an Dich, @Laubsk
Was genau ist nun die Frage? Welche "solchen" Männer? Oder welche Frauen? Frauen, die sich in einer Beziehung befinden, die sie nicht (mehr) befriedigt?
Sie sollen tun und lassen, was sie wollen. Das ist mir doch egal. Wie du am Beispiel @carpe siehst, ist sie jetzt auch nicht glücklicher. Zuerst meinte sie, der Sex würde ihr zum Glück fehlen, jetzt fehlt ihr die Zugewandtheit des wirklich an ihr interessierten Mannes. Eine Minimalistin hätte sich wohl mit einem Aspekt zufrieden gegeben (Spaß!).
Ich denke, Sex wird in unserer Gesellschaft zum Teil überbewertet. Wenn mir eine Frau sagen würde, dass sie die Beziehung öffnen wollte, weil sie sonst unglücklich wäre, dann würde ich ihr eine gute Reise wünschen. Ich glaube auch kaum, dass ein Mann, der seine Frau noch liebt, mit so einem Konstrukt leben will.