• #1

Wie kann ich eine normale Beziehung führen?

Liebe ElitePartner Gemeinde, nach einer schweren Trennung, über die ich größtenteils hinweg bin, gehen mir viele Gedanken durch den Kopf und ich erkenne Verhaltensweisen, die sich wie ein roter Faden durch mein Beziehungsleben ziehen. Vielleicht wisst ihr Rat.

Und zwar denke ich, dass ich keine normale Beziehung führen kann. Meine Beziehungen sind von Drama und On-Offs geprägt. Ich hatte 3 langjährige Beziehungen (bin 27) und alle liefen im Prinzip gleich ab. Ich bin absolut hin und weg von den Bad Boys, die Unerreichbaren, stürze mich mit denen in eine Beziehung und merke, dass sie mich nicht glücklich machen. Ich habe quasi kurz das Eroberungsgefühl, den Gedanken ich würde diese Männer ändern. Das mache ich zu meiner kompletten Lebensaufgabe. Mein letzter Freund hatte narzisstischer Züge und hat mich dementsprechend völlig fertig gemacht mit Depression nach der Trennung etc. Ich wünsche mir dann einen netten, normalen Mann... aber habe ich einen...

Ich lerne auch nette Männer kennen, die ernsthaftes Interesse an mir haben, aber ich fühle mich zu denen nicht hingezogen. Ich bin gelangweilt und finde schnell ganz viele Punkte, die mich stören. Über die ich bei dem Bad Boys leichtfertig hinweg gucken würde. Aktuell habe ich wieder einen dieser netten Männer kennengelernt. Und zu diesem bin ich wie die bösen Männer zu mir: unnahbar, Abstand haltend und schwammig.

Wie komme ich aus der Misere? Habt ihr ähnliche Erfahrungen und Lösungen? Ich danke euch!

Kurz zu meinem Vater, da die Frage sicher aufkommt: er war ein A-Loch, hat den Kontakt zu mir frühzeitig abgebrochen, da war ich 5 oder so...
 
  • #2
Wir alle wissen, dass vieles in unserer Kindheit angelegt wurde, doch finde ich, dass wir es uns mit diesem Wissen (im Hintergrund) auch sehr einfach machen. Irgendwann werden wir erwachsen und damit sollten wir unser eigenes Leben, unsere eigenen Stärken und Schwächen verantworten.

Du erkennst ja deinen persönlichen Mangel, die Sucht, einen (schwierigen) Mann zu erobern, zu siegen (?), um ihn dann fallen zu lassen. Noch besser: wenn er dich davor schamlos fertig macht. Hier solltest du ansetzen, denn sonst wirst du in zehn oder zwanzig Jahren unverändert in dieser Schlaufe hängen.

Finde heraus, und das am besten mit fachlicher Unterstützung, warum das so ist. Es wird nicht nur an deinem Vater liegen, da ist bestimmt noch mehr. Lerne in diesen Therapiestunden, wie du damit umgehen kannst, wie du den Weg findest, dich selbst zu lieben und zu akzeptieren, andere nicht mehr zu verletzen, denn das tust du - sogar vorsätzlich!

Du wirst in diesem Forum nicht lernen, eine (schon erhebliche) Störung in deinem Verhalten zu beseitigen - und »andere Erfahrungen« sind die von »anderen« Menschen, also nicht deine. Du brauchst dein ganz persönliches Rezept, sonst ändert sich nichts. Und das kann es nur bei deinem ganz persönlichen Helfer geben, in einer ganz persönlich für dich zugeschnittenen Unterstützung.
 
  • #3
Liebe Darling_26_w,
wenn ich in Deinem Alter damals so weit gewesen wäre wie Du, hätte ich mir vielleicht einige unerfreuliche Beziehungen und eine ziemlich heftige Scheidung ersparen können.
Ich finde es toll, dass Du Dir bereits zu so einem frühen Zeitpunkt solche Fragen stellst, und ich denke, das ist eine große Chance für Dich, es rechtzeitig besser zu machen.
Das Vaterthema hast Du ja bereits selbst ins Spiel gebracht. Ich kann das gut nachvollziehen, da ich vermutlich auch diese Themen in meinen Beziehungen und meiner Ehe "reinszeniert" habe, wie mein Therapeut so schön sagt.
Du siehst: ich konnte das ganze nur durch Therapie durchbrechen. Ich wünschte, ich hätte diese früher begonnen.
Andererseits hat alles irgendwie seine Zeit, und so hatte ich die Chance, meinen wunderbaren Partner eben kennenzulernen als wir beide reif genug für diese Beziehung waren. (Hoffentlich!)
Deshalb wäre mein Tipp: lies die Antworten hier im Forum, aber erwarte Dir keine Lösung davon. Ich fürchte, dass Du diese selbst suchen musst - vielleicht mit professioneller Hilfe.
Und meine Erfahrung nun 20 Jahre später ist: Die Netten, die damals gut für mich gewesen wären finde ich immer noch nett... aber ich würde immer noch keine Beziehung mit ihnen wollen; so sehr ich mir dies wünschen würde.
Manche Prägungen lassen sich nicht so einfach ablegen. Meine Rettung (wenn man so will..) war "Altersweisheit" + Therapie + ein mittlerweile älterer "Badboy" (nicht ganz; eigentlich ist er ganz lieb), der selbst unter seiner Angst vor Nähe gelitten hat und irgendwann was ändern wollte.
Eine sehr aufregende und spannende Erfahrung. Vor allem, dass es auch für mich (auch ne Erkenntnis) nicht ganz einfach ist, diese Nähe plötzlich zuzulassen.
Aber es lohnt sich!
Dir alles, alles Gute!
 
  • #4
Hallo FS,

das du dein Beziehungsmuster so erkennst, ist ja schon mal gut. Du hast in deiner Kindheit wenig Liebe/Aufmerksamkeit von deinem Vater erhalten (schlechte Vaterbindung) und immer um die Liebe gekämpft. Wenn ein Mann an dir Interesse hat, dann ist dir das zu langweilig. Also möchtest du ihn erobern, richtig?

Im Prinzip handelst du mit deinem inneren Kind, nicht mit dem Erwachsenen-Ich. Es gibt gute Bücher dazu (Stefanie Stahl, jeder ist Beziehungsfähig z.B)., arbeite damit. Einfach ist es nicht und erfordert Disziplin. Ansonsten könntest du dir therapeutisch Hilfe holen. Hier im Forum gibt es Frauen, die dir mehr dazu sagen können und die mitterweile gute Beziehungen haben. Wenn du nicht daran arbeitest, wird sich das Drama immer und immer wiederholen.

Sei froh, dass du es zumindest merkst. Einige Männer, die ich kenne sind sowas von unreflektiert. Die machen immer wieder die gleichen Fehler und lernen nicht daraus bzw. sehen ihren Fehler nicht. Das Drama wiederholt sich und du kannst das hier im Forum durchweg in den Beiträgen lesen...da steckt oft Beziehungsangst dahiner (Fremdgehen, Entwertung, Distanz).
 
  • #5
Liebe FS,
schon mal gut, wenn du das erkennst. Das ist der wichtigste Schritt.
Wenn du auch schon ahnst, dass das mit deinem Vater zu tun hat (wäre mir auch völlig logisch), wäre eine Therapie natürlich immer ein Vorschlag. Dafür muss man halt die Zeit und auch das Geld haben. Aber die meisten Leute, die ich kenne, denen hat das sehr geholfen.
Bei mir hat sich das Schema mit dem Alter geändert. Ich hatte einen absoluten Hang zu Männern, die unerreichbar waren oder so Bad Boys, die ich retten konnte und bei mir wären sie dann ganz anders... 5 Jahre Drama in extremer Form, ich kann dich verstehen (und der Typ hat sich auch nie geändert, der ist jetzt noch so und die Frauen plagen sich mit ihm ab). Komischerweise hat sich das Ende 20 genau ins Gegenteil verkehrt. Ich hab schon überlegt, ob das irgendwelche evolutionsbiologischen Gründe hat, dass man dann langsam in Zeitnot gerät wegen Familienplanung und dann instinktiv eher die "sicheren" ansteuert, keine Ahnung... Mir tut es auch für die wirklich guten Männer leid, dass viele Frauen vor allem im jungen Alter da so seltsame Vorstellungen haben.
Jeder nette Mann ist's dann aber auch nicht geworden, sondern eben nur einer, in den ich mich trotzdem wahnsinnig verliebt habe. Das heißt, bei mir hat es nichts gebracht, es auf Teufel komm raus mit jemandem zu versuchen, der eigentlich perfekt und nett war; nach kurzer Zeit hab ich einfach gemerkt, es geht nicht. Ich hab demjenigen das damals auch gesagt, dass es absolut nichts gibt, was er hätte anders machen sollen, dass nur der Funke nicht übergesprungen ist. Ich wollte eben nicht selbst jemand sein, der andere verletzt, so wie es mir früher immer ging. Daher würde ich das Verhalten (schwammig, distanziert) versuchen zu kontrollieren, das kann man ja. Dann lieber klar sagen, ne, leider nicht. Sonst ist es unfair dem Mann gegenüber.
Vielleicht hat hier sonst noch jemand Tipps, wie man sich am besten "umprogrammieren" kann? Viel Erfolg!

w, 35
 
  • #6
Gut du hast dein Problem selbst erkannt. Du hast ein Nähe-Distanz-Problem bzw. Eine Beziehungsstörung. Viele die älter sind als du sind in dieser Selbsterkenntnis nicht soweit wie du. Sie halten sich selbst für kompromisslos Selbstbewusst.

Die gut Nachricht. Meine Exfrau war mit Ende 20 am selben Punkt wie du. Dann war sie 28 Jahre mit mir zusammen. Davon 26 Jahre verheiratet. Die Trennung ging nicht von ihr aus, sondern von mir.

Die schlechte Nachricht. Nach ihr habe ich nur beziehungsgestörte Frauen kennen gelernt. Die Bad Boys bieten für diese Damen das bessere Unterhaltungsprogramm. Badboys bekommen dafür auch mehr Sex. Ich habe dies quasi in den letzten zwei Jahren im Crash Programm gelernt.

Entscheidend für meine Exfrau war damals ihr Wunsch nach Kindern der jede andere Regung überdeckt hat. Dieses unterdrücken ihrer anderen Reflexe hatte aber auch ihren Preis. Depressionen ab dem zweiten Ehejahr.

Meine aktuelle Bekannte, Ende 40, hat ihr Problem erkannt und ihre Distanzierungsspielchen minimiert. Ab und zu juckt es sie aber immer noch, ich reagiere inzwischen Distanz meinerseits und es läuft so besser als bei den distanzierten Damen denen ich immer nachgerückt bin.

Du wirst wohl eine reine Kopfentscheidung treffen müssen. Am besten bist du in diesem Fall ganz offen und erklärst einem Kandidaten dein Problem. Ggf. macht es Sinn wenn du dir psychotherapeutische Hilfe dazu holst. Manche versuchen ihr Problem auch esoterisch anzugehen. Dies sehe ich aber eher als verschlimmernd an.
 
  • #7
Das ist ein in frühkindlicher Phase erlerntes Beziehungsmuster und lässt sich in einem Forum wie diesem überhaupt nicht bearbeiten und durchbrechen. Wenn dein Leidensdruck hoch ist und du dich wirklich unglücklich fühlst, dann such einen Therapeuten auf und schau dir den Ursprung dieses Bindungsverhaltens genauer an.
 
  • #8
Eine Beziehung besteht aus 2 Personen, wobei eine, den anderen nicht einfach erobert, sondern auch Du musst dem Gegenüber, mit deinen Attributen gefallen und er auch eine Beziehung mit Dir eingehen wollen. Die Beziehung wird dann zusammen gestaltet.
Außerdem wer sagt Dir, dass diese netten Männer, welche Dich so gar nicht interessieren scheinen, nicht ebenso dunkle, wilde Seiten haben und für andere Frauen ebenso unerreichbar sind?
Sofern Deine Männerwahl bisher nicht den stadtbekannten Weiberhelden; den polizeibekannten Möchte-gern-Mike-Tyson, welcher sich bei jeder sich bietenden Gelegenheit mit vermeintl. Konkurrenz kurzen Prozess macht oder gar noch härteres Kaliber betraf, denke ich, dass Du (mehr o. weniger) ganz normale Männer triffst. Klar in irgendeiner Form, unerreichbar für Dich, vlt. auch in schwierigen Verhältnissen, und Du verbiegst Dich, um zunächst deinem Schwarm aufzufallen, sein Interesse an Dir zu wecken und dann um ihn zu halten. Dabei behandelt er Dich (nicht mal unbedingt absichtlich) schlecht, sondern nur, da Du ihm gewissen Spielraum zugestehst und zulässt.
Im Grunde haben Menschen liebenswerte und unangenehme Seiten; (abges. v. Psychopathen).
Kaum einer will in erster Linie, ein Ko..bro.... sein, würde per se, keiner von sich selbst behaupten, doch wenn die Liebe nicht so groß ist, die Auswahl an anderen potentiellen Frauen riesengroß, sich die Gelegenheit bietet bzw. einem zuweilen aufs Silbertablett präsentiert wird, greift derjenige nicht nur einmal zu, sondern auch gleich mehrfach, weil der Respekt flöten geht, wenn man diesen für sich nicht rechtzeitig und konsequent einfordert.
Es gibt selbst unter den "Netten", Lügner, Betrüger, schräge Vögel, es wird ausgenutzt, hintergangen, verraten, im Stich gelassen, sich gegenseitig an die Wand gespielt. Da nehmen sich die Bad Boys und die Netten nichts.

-Wenn Dich jemand schon warnt, dann vertraue darauf und denke nicht, dass Du den Charakter eines anderen Menschen ändern könntest (Du bist nicht seine Mutter).
-Lass Dich nicht für ein paar Brotkrumen Liebe, mit schlechten Benehmen abspeisen.
-Lerne besser mit Deinem Eroberungsdrang von unerreichbaren Männern umzugehen, der Dir bisher keinen Erfolg, sondern Herzschmerz eingebracht hat.
-Sei stolz darauf wer Du bist und was Du kannst.
-Und schaue nicht danach wie Du, sobald Du für jemanden schnell entflammt bist, diesen von jetzt auf gleich in eine verbindliche Beziehung mit Dir zu bekommen, sondern lass Dir Zeit beim Kennenlernen, um mit Distanz und Geduld hinter die Fassade des Mannes zu blicken.

Mir ist es echt zu kurz gehüpft, zu sagen, man hatte ein schlechtes Elternhaus/Kindheit und deshalb in Folge dieses Muster, wo man bereits wiederholt für sich selbst erkannt hat, dass dieses Vorgehen (Muster/Schema) dauerhaft erfolglos ist, um es überhaupt damit weiter zu versuchen.
 
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  • #9
Das ist ja nichts Neues, lies doch mal Literatur dazu!
Potenziell starke, unabhängige oder allein gelassene Frauen ziehen sich eher zu noch stärkeren und unabhängigeren Männern angezogen. Alles andere wäre eine Bremse im Leben der Frau.

Viele Männer sind (vor allem heutzutage) unreif und so ein Mann ist dann wie ein kleines Kind, das man antreiben muss. Bad Boys bleiben zudem bei sich, sind unabhängig, aktiv und man weiß, woran man bei ihnen ist. Während nette Männer häufig herumdrucksen und versuchen mit kleinen Sticheleien, Gemeinheiten oder Manipulationen eine Frau zu erobern.

Wenn du dieses Prinzip verstanden hast, kannst du es vielleicht ändern.
Fange bei dir und deinem Selbstrespekt an. Wenn du dich selbst respektierst, duldest du keine narzisstischen Männer, sondern knippst sie sofort ab. Über On-Off-Beziehungen hast du selber die Macht. Gebe dir selbst das Prinzip, dass du so eine Spielerei keine 3 Monate mit machst. Lerne Männer erst kennen. Was machen sie, was für Ziele haben sie, was wollen sie (Sex oder Beziehung)? Entschuldige, aber das ist deine Verantwortung, die du selber lernen musst!

Lerne, wie man sich normal kennenlernt (ohne Sex) und über eine gute Kommunikation und gemeinsame Interessen und wenn das nicht eilig fruchtet, dann musst du dich im nächsten Schritt einfach dazu überwinden, viel mehr Männer kennenzulernen.

Schließe Frieden mit deinem Vater. Suche keine solchen schwachen Männer wie dein Vater. Suche ehrvolle Männer und Männer mit Würde. Du hast es verdienst. Behandle dich gut und schreibe dir einen höheren Wert zu, als es dein Vater getan hat!

Du lebst die typische Opferrolle, der sich Bad Boys nicht hingeben: Sich in etwas zu stürzen und hinterher auf die Bad Boys schimpfen und andere für dein Leid verantwortlich machen, anstatt dich zu zügeln und Verantwortung zu übernehmen!
 
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  • #10
Liebe Darling
Du bist 27 Jahre alt und ich denke, genau in diesem Alter kann man sich noch einmal stark verändern. Ich habe mich auch genau mit 27 Jahren sehr fest gewandelt.
Ich denke, diese Tendenz wird zwar bleiben, aber du bist ein lernfähiges Wesen und du hast die Gabe der Selbstreflektion.
Wie komme ich aus der Misere? Habt ihr ähnliche Erfahrungen und Lösungen? Ich danke euch!
Ich denke, Männer fallen nicht nur in die zwei Kategorien "narzisstischer Bad Boy" und "langweiliger Nice Guy". Da gibt es doch einige interessante Zwischenstufen, Abzweigungen und Variationen. Ich würde auch niemanden daten, den ich nur nett finde. Das ist auch nicht fair dem anderen gegenüber. Aber vielleicht erkennst du nun, welches Verhalten eben Desinteresse signalisiert (dein aktuelles) und fällst dann bei zukünftigen Männern nicht drauf rein.
Vielleicht hat hier sonst noch jemand Tipps, wie man sich am besten "umprogrammieren" kann? Viel Erfolg!
Hm. Vielleicht ist es ja so, dass wenn man genügend "Drama" und Intensität im sonstigen Leben hat, man einen liebevollen, netten Partner eher schätzt? Oder dass man dem netten Partner einen Raum schafft, wo er auch mal "böse" sein darf? Zum Beispiel, indem man ihn in BDSM einweiht?
 
  • #11
Ich wünschte, ich könnte dir einen ultimativen Rat geben. Leider stecke ich selbst mit Ende 40 noch in diesem unguten Beziehungsmuster.

Früh habe ich erkannt, dass diese distanzierten, beziehungsunfähigen Männer nur Kummer bringen. Deshalb habe ich mich aus einer Vernunftsentscheidung heraus für einige nette Männer entschieden. (Wobei diese auch ihre Macken hatten. Beziehungsfähigkeit ist nicht alles.) Aber ich konnte sie einfach nicht lange begehren.

Mit den bad boys hatte ich immer sehr leidenschaftliche Beziehungen, an denen ich viel zu lange hing. Wenn er - wie üblich bei solchen Männern - schon auf Distanz ging, arbeitete ich mich erst richtig ab.

Vielleicht ein Muster aus der Kindheit, wo für Zuneigung und Aufmerksamkeit immer Leistung erbracht werden musste. Ich weiß es nicht genau. Eine Umprogrammierung ist mir noch nicht gelungen.

Aus jeder dieser Beziehungen gehe ich mit Selbstzweifeln und Verletzungen heraus, selbst wenn ich weiß, dass die Frauen vor mir von ihm auch so behandelt wurden.
Die letzte Beziehung war die extremste und ich leide immer noch.

Ich arbeite dagegen an, versuche mich auf Job und Freunde zu konzentrieren. Aber nicht jeder Tag läuft gut, trotz der selbst auferlegten Disziplin.
Für mich selbst habe ich beschlossen, erst mal alleine zu bleiben, weil ich keine Lösung für dieses Dilemma kenne.
 
  • #12
Ich habe mal was interessantes gelesen- wenn wir uns verlieben, dann verlieben wir uns in Eigenschaften, die wir selber nicht haben oder uns nicht trauen, sie auszuleben. Das zieht uns quasi an, damit wir vollständig werden. Badboy- Mythos basiert darauf, dass solche Männer absolut von sich überzeugt sind, sich nicht darum scheren, was andere meinen - sie leben das Leben eben so, wie sie es wollen. Die Umsetzung ist natürlich nicht ohne, aber das Prinzip würde jeder haben wollen. Zweiter Punkt - Frauen mit destruktiver Kindheit sind an starke, meist negative Reize gewohnt. Stell dich darauf ein, dass du immer irgendein " Drama" brauchen wirst, um dich lebendig zu fühlen. Du musst es bloß konstruktiv umsetzen. Etwas krasser, aber dennoch Vorschlag davor gewesen - BDSM. Ein Job, das Adrenalin erfordert - Rettungsdienst, Notaufnahne, verantwortungsvolle Leiterposition, eine aufregende Sportart usw.Du brauchst deinen Kick und wenn du das woanders bekommen hast, wirst du dich über deinen" ruhigen" Partner freuen. Andererseits- wenn du aufregendes Privatleben brauchst, dann mach doch. Das Einzige - du muss als solches auch erkennbar sein, so dass die Spielregeln von Anfang an klar sind. Wenn du dich als graue Maus versteckst, ziehst du falsche Männer an und machst natürlich die "guten" kaputt. Ansonsten- viel Spass und betreten auf eigene Gefahr, gell!
 
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  • #13
Auswege sind durchaus individuell, aber was helfen könnte, ist eine trennscharfe Analyse dessen, was Du brauchst, nicht willst. Wer bin ich, was macht mich aus, was treibt mich an, wo sehe ich mich und wo will ich hin? Das sind zu befragende Kernthemen.

[…] den Gedanken ich würde diese Männer ändern
Lagere Deine Kräfte nicht aus. Das ist eine Milchmädchenrechnung.

Zu guter Letzt: die wahren BadBoys machen Dich glücklich, die anderen bringen es nicht. :D
 
  • #14
Viele Männer sind (vor allem heutzutage) unreif und so ein Mann ist dann wie ein kleines Kind, das man antreiben muss. Bad Boys bleiben zudem bei sich, sind unabhängig, aktiv und man weiß, woran man bei ihnen ist. Während nette Männer häufig herumdrucksen und versuchen mit kleinen Sticheleien, Gemeinheiten oder Manipulationen eine Frau zu erobern.
Hast Du Studien durchgeführt? Was "Bad Boys" mit der ein oder anderen Foristin hier im leben angestellt haben ist hinlänglich bekannt...die FS erkennt ihre Muster und Fehler immerhin noch in jungen Jahren.

Das dürfte die Ursache deiner Altlast sein, hole dir professionelle und kompetente Hilfe, bevor du wieder in einer unglücklichen Affäre landest, guter Rat von mir!
@FS: auch von mir und weiteren Foristen hier - das Thema und Lösungsansätze hier sind zu umfangreich anstatt hier simple Ratschläge zu bekommen. Toll, dass Du aber Dich öffnest, mit dem Thema beschäftigst und nach Lösungen suchst...

m, 39
 
  • #15
Hier die Fragestellerin... ich danke euch erst mal für eure ganzen Antworten, da sind einige interessante Aspekte dabei.

Tatsächlich habe ich mich um einen Therapeuten bemüht. Ich war nach der Trennung von meinem Ex aufgrund einer Depression in einer Tagesklinik und als Nachsorge musste ich mir einen ambulanten Therapeuten suchen. Da habe ich aber erst in 2 Wochen das erste Gespräch, das heißt bis wir wirklich arbeiten wird noch eine ganze Weile vergehen. Also auch bis zur Lösung meines Problems.

Ich habe jetzt auch viel im Internet gelesen. Bei den unerreichbaren Männern habe ich immer ganz großes Kribbeln im Bauch, bei den Lieben gar nicht. Aber braucht es immer das große Kribbeln? Ich weiß nicht, ob ich diesen netten Kerl jetzt weiterhin kennenlernen soll, ihm gegen mein „Naturell“ eine Chance geben soll. Heute hat er mir ein Genesungspaket mit Obst, Schokolade und Tee vorbeigebracht, weil ich gestern dachte ich werde krank. So ein Traum! Hätte ich mir von meinem Ex gewünscht, das hätte er niemals für mich gemacht. Aber ich habe kein Verlangen mit ihm zu schlafen, ihn zu küssen....
 
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  • #16
Tatsächlich habe ich mich um einen Therapeuten bemüht. Ich war nach der Trennung von meinem Ex aufgrund einer Depression in einer Tagesklinik und als Nachsorge musste ich mir einen ambulanten Therapeuten suchen. Da habe ich aber erst in 2 Wochen das erste Gespräch, das heißt bis wir wirklich arbeiten wird noch eine ganze Weile vergehen. Also auch bis zur Lösung meines Problems.

Heute hat er mir ein Genesungspaket mit Obst, Schokolade und Tee vorbeigebracht, weil ich gestern dachte ich werde krank. So ein Traum! Hätte ich mir von meinem Ex gewünscht, das hätte er niemals für mich gemacht. Aber ich habe kein Verlangen mit ihm zu schlafen, ihn zu küssen....
Dann erstmal alles Gute und viel Erfolg bei der Bewältigung.
Achtung vor Internettipps und -Artikeln (sic!), besser finde ich immer Fachliteratur oder wenigstens eine Stadtbibliothek, aber das ist natürlich zeitaufwändig.
Zum lieben Typen: Naja, die Gefahr der Friendzone ist natürlich immer gegeben. Ich denke, ich habe ein gesundes Bindungsverhalten und trotzdem konnte ich nicht mit jedem Netten etwas anfangen. Die taten mir teilweise dann eher leid, weil ich merkte, dass das voll die Familienmänner wären, aber irgendwie tragen sie ihre Nettigkeit auch wirklich mitleiderregend zur Schau.
Das erfordert wohl einiges an weiterem Ausprobieren und Üben in Menschenkenntnis, welcher Mann jetzt nur ein guter Kumpel sein kann, welcher ein Frauenaufreißer bzw. Narzisst, und welcher in der gesunden Mitte liegt. Vielleicht hast du in deinem Bekanntenkreis Paare, wo du die Männer dementsprechend zuordnen kannst, und kannst ein wenig deren Verhalten und Redensweise beobachten? Oder lässt die von den Frauen erzählen, wie sie sich kennenlernten? Vielleicht gibt es in den Erzählungen Aha-Momente für dich.
 
  • #17
Heute hat er mir ein Genesungspaket mit Obst, Schokolade und Tee vorbeigebracht, weil ich gestern dachte ich werde krank. So ein Traum!
da wäre ich vorsichtig mit diesem Urteil. Ein Exfreund von mir macht das am Anfang auch sehr oft, dass er mir etwas mitbrachte und mir beim Mathepauken half. Der entpuppte sich dann aber auch als Macho und A......also ich wäre vorsichtig.
Schau dir den Kerl erst einmal richtig an, denn du hast ja quasi ein Händchen für schlechte Kerle.
 
  • #18
Ein Job, das Adrenalin erfordert - Rettungsdienst, Notaufnahne, verantwortungsvolle Leiterposition, eine aufregende Sportart usw.Du brauchst deinen Kick und wenn du das woanders bekommen hast, wirst du dich über deinen" ruhigen" Partner freuen. Andererseits- wenn du aufregendes Privatleben brauchst, dann mach doch. Das Einzige - du muss als solches auch erkennbar sein, so dass die Spielregeln von Anfang an klar sind. Wenn du dich als graue Maus versteckst, ziehst du falsche Männer an und machst natürlich die "guten" kaputt. Ansonsten- viel Spass und betreten auf eigene Gefahr, gell!
Vergiss es, ich habe einen Job, wo ich krasse Sachen erlebe. Das hilft vielleicht einige Zeit, aber irgendwann wird das Alltag und man stumpft ab. Sonst könnte ich diesen Job auch nicht jahrelang unbeschadet überstehen.
Und dann suche ich mir doch wieder einen Mann, der schwierig ist.
 
  • #19
Hihi, also mir geht es ganz ähnlich, aber umgekehrt.
Ich fühle mich von "Bad Women" sehr angezogen.

Aber... die Lebenserfahrung zeigte, dass ich es mit diesen noch nicht mal eine kurze Weile aushalten im Alltag aushalten kann.

Seitdem ist mein persönliches Motto in dieser Beziehung:
"You can always make a nice woman bad -
but you can never make a bad woman nice."

Vielleicht ist das auch ein Ansatz für Dich. Einem Mann beizubringen, dass er dich (ab und zu im Spiel) schlecht behandelt, ist nun wirklich nicht schwer. Und falls Du ein Helfersyndrom hast und das unbedingt ausleben möchtest, da findet sich bei jedem Partner etwas.
 
  • #20
Nein, braucht es nicht. Aber mindestens ein kleines bisschen Gekribbele und Neugier.
Aber ich habe kein Verlangen mit ihm zu schlafen, ihn zu küssen....
Ist ja auch normal. Fürsorge löst bei mir keine sexuellen Wallungen aus, sondern ein warmes, platonisches Gefühl der Dankbarkeit und Freude. Ich begehre manche Menschen schon sexuell, die sich um mich sorgen. Aber das Begehren kommt nicht dadurch, dass sie diese fürsorglichen Gesten ausüben. Das Begehren kommt, wenn wir einen erotisch geladenen Moment erleben, üblicherweise in einem Moment, wo es beiden gut geht.
Du kannst ja beobachten, ob es eine sexuelle Frequenz mit diesem Mann gibt. Dazu gibst du dich am besten nicht kränklich und bedürftig, sonst löst du unsexy Fürsorge Verhalten aus bei den netten Männern.
 
  • #21
Hallo Darling!
Ich finde toll dass Du so reflektiert bist. Meine Meinung: Du hast das Problem erkannt. Wende Deine Erkenntnisse nun bei der Wahl Deines nächsten Freundes an. Ich war früher auch so. Wollte immer die Unerreichbaren, die für die ich mir ein Bein ausreißen muss, für die ich mich verbiegen muss. Diese Männer erschienen mir irgendwie begehrenswert. Ich habe mich komplett geändert. Ich habe irgendwann für mich erkannt dass die Frauen, die sich liebe, etwas langweilige, häusliche, solide, zuverlässige, dankbare Männer aussuchen, im Grunde viel klüger sind. So habe auch ich meinen Geschmack geändert. Unnahbare und freche Männer sortiere ich direkt aus, sobald ich merke, dass sie mich interessieren. Nur ein Mann, der mich auf Händen trägt, kommt mir ins Haus. Das gebe ich dann auch gerne zurück. Alles andere ist langfristig zu aufreibend und unbefriedigend. Ich hoffe, es wird richtig aufgefasst: Ich fühle mich heute so wohl in meiner Haut, weiß um meine Qualitäten und "Marktwert", dass ich mich an keinen Unerreichbaren mehr verschwenden würde.

W30
 
  • #22
Hi

Das mache ich zu meiner kompletten Lebensaufgabe
Du bist angewiesen, anhänglich, möchtest gebraucht werden. Deshalb suchst du dir "Sozialfälle" raus. Und genau so schwierig verläuft das dann eben auch.
Diese Männer sind nicht gefestigt.
Und du bist nicht gefestigt.
Bist nicht bei Dir. Hast dich nicht gefunden.
Das mündet dann in einer ungesunden Konstellation.
Ich würde dir raten, erstmal Single zu bleiben. Zu dir selbst zu finden.
Herauszufinden, dass du auch mit dir alleine klar kommst.
Du würdest zu einem stärkeren Selbstbewusstsein gelangen.
Zu mehr Selbstsicherheit. Mit dieser Selbstsicherheit kannst du im Anschluss viel besser auf andere zugehen.
Klingt jetzt schwierig. Ist es auch zunächst. Aber das Leben ist sowas von furchtbar spannend, gerade wenn man es ganz für sich alleine entdeckt.
Du hast Zeit dir Gedanken zu machen, was du genau willst, anstatt dich Hals über Kopf in etwas zu stürzen, was rein auf der emotionalen Eben abläuft.
Konzentriere dich mal nur auf dich und nicht auf einen Mann. Konzentriere dich auf Hobbys. Schau dir die Welt an. Lerne Achtsamkeit und lerne dich von schädlichen Einflüsse bewusst zu distanzieren.

Gruß
 
  • #23
Vergiss es, ich habe einen Job, wo ich krasse Sachen erlebe. Das hilft vielleicht einige Zeit, a
Ich meine nicht stumpfer Nervenkitzel, für das Gehirn muss es spannend sein. Wenn Notaufnahme für dich zur Routine geworden ist, dann musst du dir einen anspruchsvolleren Job suchen- geh zur Unfallklinik, mach Weiterbildung. Wahrscheinlich gehörst du zu Menschen, die "mehr" brauchen - mehr Wissen, mehr Spannung. Solche Menschen sind für Herausforderung geboren worden und werden nie zufrieden sein mit "normalem" Leben. Mir geht es auch so. Ich langweile mich schnell und das breite Volk ödet mich an. Gott sei Dank wurde mein Bedarf an Bad Boys ausreichend gedeckt, ich habe innere Ruhe richtig zu schätzen gelernt. Deine Toleranzgrenze wurde noch nicht erreicht, erst dann wirst du Ruhe geben. Leider funktioniertes nur so.
 
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  • #24
Die Jagd nach dem Unerreichbaren hast du als bestimmendes Element in deiner Partnersuche erkannt. Wie soll der "nette Kerl" da eine Chance haben, vor allem weil du momentan eher instabil zu sein scheinst? Außerdem hat jeder Mensch seine Schattenseiten, auch die augenscheinlich "netten".
Wenn ich mir die harmonischen und tragfähigen Ehen oder Beziehungen in meinem Umfeld anschaue, fällt auf, dass beide Partner ihre Energie aus einem breiten Spektrum von Intressen und Begeisterung für Job, Kinder, Hobby etc. ziehen. Das Lebensglück wird nicht nur auf das leidenschaftliche Begehren des Anderen gebaut und das von Beginn an. Wenn für dich der Kampf um Liebe und Männer im Mittelpunkt des Lebens steht, werden dadurch vermutlich Leerstellen in deinem Selbst überdeckt. Versuche die Erfahrung der Depression und die anstehemde Therapie für eine Abkehr von der Ausrichtung an Männern für den einen großen Kick im Leben zu nutzen, auch wenn unsere Gesellschaft das leideschaftliche Liebesideal rauf und runter zelebriert.
Entdecke andere "Kicks", dann wirst du mittelfristig auch gute Mischungen aus zugewandten, souveränen Männern anziehen, die Beziehungen annehmen können. Arbeite jetzt mit aller Kraft an deiner persönlichen Disposition, sonst könntest du in der Kategorie von Frauen landen, die immer zu sehr lieben (weil nicht möglich) und schwierige Männer als zentrales Moment benötigen (s. Buch von Robin Norwood), da ihnen etwas besseres im Leben nicht einfällt. Falls es eine Grundbedingung deiner Therapie sein sollte, keine neuen Beziehungen während der intensiven Arbeitsphase an dir selbst einzugehen, so folge dieser Vorgabe, auch wenn es schwer fallen mag.