• #1

Wie kann ich meine Angst überwinden?

Liebe Foristen

Zuerst mal meine Vorgeschichte. Ich bin seit sieben Jahren geschieden und hatte durch den Stempel "Schwer vermittelbar" lange Jahre keinen Freund. Manchmal habe ich es noch zu einem zweiten Date geschafft, spätestens dann war Rückzug seitens der Männer angesagt. Die Gründe waren mir ja klar, nicht mehr ganz taufrisch, pubertierende Kinder, nicht auf Rosen gebettet. Das Daten habe ich dann bleiben gelassen und nur die gelegentlichen Verkupplungsversuche meiner Freunde mit einem "schwer vermittelbaren" Mann über mich ergehen lassen. Sie meinten es ja nur gut. Ihr letzter Versuch vor einem Jahr war dann ein Glücksgriff, ich konnte zuerst gar nicht glauben, dass gerade ich ihm gefiel. Jetzt haben wir im September schon unser Einjähriges und wollen zusammenziehen.

Am nahesten liegt, dass ich zu ihm ziehe. Inzwischen leben die Kinder vorwiegend bei ihrem Vater, weil die Uni in der Nähe ist.
So jetzt kommt mein Problem: Ich fahre kein Auto, einen FS habe ich damals direkt mit 18 gemacht, bin auch manchmal gefahren trotz Angst. Die wurde aber immer stärker, so dass ich gar nicht mehr gefahren bin. Auch als die Kinder kamen hatte ich mich schon eingerichtet auf Bus und Bahn, mein Ex-Mann hat zwar auch versucht mich zum Fahren zu bringen, aber es half nichts. Und so ist es bis heute geblieben, ich bin auch eine total verspannte Beifahrerin obwohl mein Freund ganz ruhig fährt. Er fährt extra nicht schnell wenn ich daneben sitze.

Er wohnt in seinem Elternhaus, sein Vater hat Wohnrecht und bewohnt die Einliegerwohnung. Er ist noch fit und auch wirklich sehr nett. Ich könnte mich da schon wohlfühlen, es ist auch noch Platz, damit die Kinder Zimmer haben, wenn sie mal bei uns sein wollen. Nur liegt das Haus am Ar*** der Welt ohne gute Anbindung, man muss dort mobil sein, sehe ich ein. Ich werde bloß meine verfluchte Angst nicht los. Ich hab eine Therapie versucht, ich bekam noch nicht mal die ersten Schritte zur Selbsthilfe hin, Fahrtraining auf dem Übungsplatz das ging, Fahrtraining auf der Straße, wurde mir schlecht vor Angst kann ich noch nicht mal losfahren. Ohne Autofahren kann ich da nicht hinziehen, er will nicht verkaufen und seinen Vater verpflanzen.

Jetzt könnten wir einfach alles lassen wie es ist, wenn da nicht das Gefühl wäre, er meint ich will an dem Zustand nichts ändern. Überall steht ja Fahrangst wäre leicht zu therapieren, ja nur bei mir wohl nicht. Ich liebe ihn so sehr und möchte nicht, dass er so von mir denkt. Fast vergessen ich bin 48 und er 53, falls es wichtig ist.

Hat jemand einen Rat für mich oder selber so eine komische Angst überwunden?
 
  • #2
Liebe FS,

als ich deinen Post gelesen habe, musste ich schmunzeln. Die Natur drängt dich in eine Spur, damit du ein Hindernis überwinden kannst. Ich finde das prima ;-)
Angst kann man besiegen, du hast vielleicht nur noch nicht die richtige Hilfe und Unterstützung gefunden... Hypnose, Akupunktur....es gibt einiges, was sehr wirksam funktioniert.

Jetzt oder nie, liebe FS, pack es noch mal an und starte nicht nur einen zweiten Versuch, sondern eine dritten, vierten, fünften...., wenn es nicht klappen sollte. Ich bin sicher, dass du das schaffst und gleichzeitig wirst du deine Stempelabdrücke auch noch los.

Ich hatte auch eine komische Angst und habe sie zu meinem Freund gemacht, der mir zu gehorchen hatte. Das war der ersten Schritt, die anderen Schritte folgten und ich konnte später nicht mehr nachvollziehen, warum mich die Angst so militant groß, so lange im Griff hatte.

Hab Mut und gib nicht so schnell auf!
 
  • #3
Au Mann, TE, jetzt dachte ich erst kommt wieder so eine "habe Angst vorm Verletzt werden" Frage.

Ich bin auch nie gerne mit dem Auto gefahren, aber ich musste es manchmal. Du wirst es bestimmt schon 100000 mal gehört haben, die Übung macht es, aber das hilft Dir im Moment nichts.

Wenn Du Fahrrad fährst, hast Du es schon mal mit einem Roller versucht?
 
  • #4
Liebe FS,
neulich beim Zahnarzt las ich einen Artikel in der Zeitschrift eines bekannten Automobilclubs zu dem Thema: Fahrangst. Das ist gar nicht so selten. Ich selbst bin früher viel und gern gefahren, mittlerweile ist die deutlich erhöhte Verkehrsdichte und die Ablenkung der Verkehrsteilnehmer durch ihre Smartphones allerdings spürbar, man fühlt sich oft bedrängt oder hat den Eindruck, die anderen sind gerade gar nicht konzentriert auf der Straße.
Therapie würde ich an Deiner Stelle weiter versuchen, vielleicht hattest Du bisher den falschen Therapeuten.
Ich selbst weiche mittlerweile gern auf Nebenstraßen aus, seit hier auf der Bundesstraße zunehmend die Raserei bemerkbar wird. Die Nebenstrecken sind deutlich entspannter und keiner rast da herum.
Vielleicht gibt es die Möglichkeit auch dort, die hochfrequentierten Strecken anfangs zu meiden?
 
  • #5
Liebe FS, ich möchte dich aufmuntern. Ich hatte auch solche Ängste. Meine Lösung war die Navi. Ich schalte immer meine Navi an, wenn ich längere Strecken fahren muss und ich denke immer an einem bestimmten schönen Erlebnis, wenn die Ängste wieder hoch kommen. Ich singe manchmal auch um mich zu beruhigen. Du schaffst es. Versuche erst einmal kurze Strecken im Ort mit einer Geschwindigkeitsbegrenzung zu fahren. Das schaffst du bestimmt und dann kannst du immer weitere Strecken fahren oder du nimmst wieder ein paar Fahrstunden.
 
  • #6
Jetzt könnten wir einfach alles lassen wie es ist, wenn da nicht das Gefühl wäre, er meint ich will an dem Zustand nichts ändern.
Fühlst Du Dich von ihm unter Druck gesetzt? Dann hättest Du ja wieder dasselbe wie in Deiner vorigen Beziehung, denke ich. Wegen

mein Ex-Mann hat zwar auch versucht mich zum Fahren zu bringen, aber es half nichts

Was der Hintergrund Deiner Angst ist, weiß ich natürlich nicht. Vielleicht bist Du auch wirklich nicht in der Lage, den Verkehr schnell zu überblicken oder kannst Dich nicht konzentrieren.
Du kannst auch mit Führerschein noch Fahrstunden nehmen. Ich würde zu einer Fahrschule an dem Ort, wo Du hinziehen willst, hingehen und mein Problem schildern. Und ich würde Fahrstunden bezahlen dafür, dass man mit mir die Routen abfährt, die für mich wichtig sind. So hatte das mein Vater auf meinen Wunsch hin mit mir mal gemacht. Dann ist er einmal mitgefahren, von da an wusste ich, worauf ich achten muss, kannte die Strecke. Das war keine einfache Strecke, also mit komplizierten Autobahnauffahrten und rechtzeitigem Spurwechsel usw.. Ich kenne auch einen Mann, der in Berlin über die zwei Riesenkreisverkehre musste zu seiner Arbeit, und er hatte davor Angst. Er meinte, wenn er nicht mehr weiter weiß, hält er einfach rechts an. War natürlich nicht nötig.
Also keine Ahnung, ob Du wirklich ne Phobie hast wie andere vor Schlangen oder Höhe, aber wenn es nur so eine Blockade ist, weil man Verantwortung übernimmt für ein Fahrzeug und Schaden anrichten könnte, weil man Leute nerven könnte, weil man langsamer fährt als andere, oder was auch immer - das ist eine Frage der Übung und der Konzentration und der Dickfelligkeit. Mir ist es egal, ob einer hinter mir drängelt, weil ich die vorgegebene Geschwindigkeit fahre oder langsamer fahre, weil ich selbst eingeschätzt habe, dass es Gefahren geben könnte. Viele fahren wie Idioten. Die zu erkennen und für die mitzudenken, kann man auch mit der Zeit lernen.

Jetzt hast Du wieder einen Mann, der anscheinend kein Verständnis hat. Mach Dich frei davon, dem was beweisen oder Verständnis von ihm zu wollen (der Mann hat ein Eigeninteresse, dass Du keine Autofahrangst hast, und will natürlich dieses Problem vom Tisch haben), falls Du so dachtest, und denk Dir, wie schön das wäre, dort zu wohnen und fahren zu können als Motivation, wenigstens mal mitzufahren mit einem Fahrlehrer. Aber wenn das jetzt nur eine unbewusste Rechtfertigung sein sollte, dass Du nicht wegziehen willst von Deinem jetzigen Wohnort, musst Du das auch erkennen und nicht unbewusst auf die Autofahrangst schieben.
 
  • #7
Ich bin immer viel, gerne und ganz selbstverständlich gefahren - bis zu dem Tag, wo ich mit Panikattacken und noch so anderem zu kämpfen hatte.

Ich wollte aber wieder fahren können.

Erster Schritt war der Navi - Route eingeben, fertig. Ein Stresspunkt weniger.
Dazu dann Musik , CDs, die ich mochte, das Auto als mein Wohlfühlort
Der Verkehr eher Beiwerk.

Dann hatte ich ein Ziel - ich wollte unbedingt zu meiner Verwandtschaft, Familienfeier in der Nähe von Paris. Unbedingt.

Ich baute 2 kleinere Ziele vorher ein, und es war meine Bedingung, nur wenn ich dies schaffe, geht es auch zur Familie.
Und ich hatte bei diesen Touren Beifahrer.

Ansonsten helfen auch alle Tipps, die es noch so bei Ängsten gibt .

Lebe Dein Leben, lass nicht Dein Leben durch die Ängste leben.
Du brauchst nur Geduld mit Dir selbst .

Das Ziel ist klar.
 
  • #8
Geh in eine Fahrschule und nimm einige Stunden mit einem Profi. Das gibt die mehr Sicherheit und ein Fahrlehrer hat auch mehr Geduld.
Du schaffst das!
M47
 
  • #9
Ich denke, dass es ein Unterschied ist ob man Jahrzehnte nicht gefahren ist.
Die Idee mit dem Navi ist sicher gut, wenn man das Anfahren, Kuppeln etc noch im Blut hat.
Nur mit Ängsten direkt abwürgen, könnte ich mir als Panik vorstellen.

Ich selbst kann von mir keinen Trick erzählen, da ich ausser vor bestimmten emotionalen Dingen, keine Ängste kenne.

Ich kenne nur bei Freundinnen Therapien bei Ängsten.
Mit den angebotenen Haurucktherapien...fliegen in zwei Tagen, Spinnenstreichel leicht gemacht in 20min...kam keine zurecht.

Geschafft wurde das auf Umwegen, Scharmane hier, Hypnose da...aber ohne den Druck......es geht nur um die Angst vor xy.

Das ist doch wie Leistungsdruck, weil die "Angst" sofort im Mittelpunkt steht.
 
  • #10
Liebe FS,
Du hast ein überschaubares und löbares Problem.
Ein normales Fahrtraining auf dem Uebungsplatz hilft Dir nicht, kein Wunder, dass das nichts gebracht hat. Das ist ein Training für Fahrprobleme, nicht zur Angstueberwindung.

Du brauchst eine spezielle Fahrschule, mit Fahrlehrern die sich mit Übungen zur Angstueberwindung auskennen und dementsprechend die Fahrstunden gestalten - vielleicht auch in Kombination mit ein Paar Stunden Verhaltenstherapie.
Google hilft Dir sowas in Deiner Nähe zu finden. Eine Freundin hatte das gleiche Problem - 10 Spezialfahrstunden und sie war durch mit dem Thema.
Darüber hinaus hilft klares Denken von der Art "am Arsch der Welt ist wenig Verkehr - da passiert nichts". Unterstützung durch Navi ist auch super.

Ich litt früher unter katastrophaler Flugangst als Form von Platzangst. Wegen einer Wochenendbeziehung muss ich nahezu jedes Wochenende fliegen. Ich fliege immer noch nicht gern, aber ich tu's mit Gedanken von der Art "Pilot und Copilot wollen auch lebend ankommen". Es geht mittlerweile bis auf Mittelstrecke.
Begeistern wird es mich nie, aber wenn die Gedanken wegkommen von "hoffentlich komme ich lebend an" zu "wenn die Sicherheitsdeppen nicht mal etwas fixer werden, dann startet der Flieger ohne mich" und ich mich darüber mehr aufregen kann, dann ist schon viel erreicht.

Zur Platzangst: aus Fitnessgruenden nehme ich normalerweise die Treppe. Um regelmäßig gegen die Angst zu trainieren nehme ich immer wieder mal ganz gezielt den Aufzug und gehe dann auch nach hinten durch, um zu trainieren den Maximaldruck auszuhalten.
Meine Ängste sind tief verwurzelt und werden mich nie verlassen, aber ich habe die Angst vor der Angst verloren. Angst ist nur ein Gefühl, keine Realität.

Ich habe kein besonderes Angstbewaeltigungstraining gemacht - wegen der Ursache wäre es wirkungslos.
Ich habe mich mit dem Funktionieren von Reizen und Angst auseinandergesetzt (bin Ingenieurin) und gelernt zu verhindern, dass Ängste mein mein Leben dominieren.
Das ist allerdings eine Frage der Persönlichkeit - Disziplin und Selbstbeherrschung sind bei mir extrem ausgeprägt. Daher konnte ich mich darauf verlassen, dass mir jedes Talent zum Durchdrehen und Peinlichkeit in der Offentlichkeit aushalten abgeht, d.h. ich mich unter Maximaldruck immer noch im Griff habe. In so einer Situation ist das ein Riesenvorteil.

Ich fahre auch nicht gern Auto - tu's trotzdem. Nach Hunderttausenden unfallfreien Kilometern in mehr als 40 Jahren bin ich der lebendige Beweis dafür, dass Autofahren ungefährlich ist. Ich liebe Ratio und Statistiken.
 
  • #11
Probier's doch einfach mal mit Moped. Es ist Sommer. Es macht Freude. Es fühlt sich anders an. Und vielleicht hilft es dir als Übergangslösung - bis die Angst komplett therapiert ist.

Notfalls ein Pferd - wie früher. Scherz!
 
  • #12
Hallo!
Ich kenne das nur zu gut, lebe in einer Stadt, wo man sein Leben um das Auto herum organisieren kann mit Öffis. Dadurch habe ich mich 13 Jahre von sehr vielen Aktivitäten selbst ausgeschlossen. Jetzt mit kleinem Kind (3 Jahre) wollte ich 1. dem Kind die Gegend zeigen und es nicht durch meine Schuld von der Natur ausschließen (Zelten u. a. Freizeitdinge mit viel Gepäck) und es 2. mir selbst beweisen. Ist doch lachhaft, so viele Leute haben keine Ahnung und fahren trotzdem auf der Straße, sagte ich mir. Habe immer wieder die Angst wegräsoniert. Habe vorher mal mit dem Fahrlehrer 10 Stunden genommen (ist das für dich gstbefreit? Dann mach das erstmal!). Zwei Jahre später wollte ich es ohne Lehrer schaffen. Eine Runde um den Block als Anfang, konnte die Nacht vorher kaum schlafen. Nur viermal links abbiegen und ich hatte echt Schiss. Aber irgendwie überlebte ich unfallfrei. Dann gaaaaanz langsam mit grösseren Strecken in der 30er-Zone vorangetastet. Mein Freund musste Geduld haben und gab mir Mut. Neulich eine Strecke unter Zeitdruck zum Flughafen und zurück, Autobahn 400km, das hätte ich mir nie nie nie zugetraut. Hat ein halbes Jahr gedauert und ich habe soooo viel mehr Selbstbewusstsein im Alltag.
Das schaffst du auch! Sieh mal, auf Privatgelände klappt es ja schon, da kannst du Schritt für Schritt dich vortasten. Es gibt auch extra Übungsfelder dafür, da musst du halt Zeit und Geld investieren. Und noch was Wichtiges: Kein "Idiot" kann dich wegdrängeln, lass dich von Autos hinter dir nicht unsicher machen. Wenn du ne lahme Ente bist, müssen sie halt warten, dazu sind die Verkehrsregeln da. Du kannst ja z.B. Sonntags ganz früh fahren üben, da ist niemand anders unterwegs, und wenn, dann muss ER Geduld haben, oder dich überholen. Berichte bitte unbedingt, wenn du es geschafft hast :)
 
M

morslucis

Gast
  • #13
Hier wurde zwei mal das Navi als Mittel gegen Fahrangst erwähnt.
Navis sorgen speziell, wenn man keine Fahrerfahrung hat und aber weiß wo man hin muss, für eine völlig unnötige Reizuberflutung und Ablenkung. Für Musik gilt das gleiche. Der erste Schritt ist ein Beifahrer, der einfach da ist. Der Rest kommt, wenn Konzentrationskapazität freigeworden ist, weil es wieder läuft.

Ich nehme an, du hast kein Auto. Nimm ne Automatik. Das nimmt auch schon mal Stress raus. Ohne Zusatzreize.
 
  • #14
Nur Bücher lesen. Lesen, lesen, lesen. Es gibt etliche Bücher zum Thema Angst und Entwicklung. Im Internet findet man dieses umfangreiche Wissen nicht!

Ängste müssen über lange Zeit abtrainiert und begleitet werden mit diversen Techniken von erfahrenen Leuten. Es gibt gute Therapeuten und Persönlichkeitsentwickler, die dich über Monate hinweg begleiten. Halte am besten Ausschau bei "Praxisbüchern".
 
  • #15
Liebe Mallin

Ich bin ganz bei dir.
Hey, cool, hast du einen tollen Mann kennen gelernt. Das ist ein Geschenk und nicht selbstverständlich.
Du bist flexibel, scheust die Veränderung nicht - und nun ist diese Scheissangst, die dich im Würgegriff hat.

Diese scheint bereits schon chronisch zu sein. Dein Hirn ist aus dem Takt, die Gedanken vera...dich, piesacken und plagen.

Ich glaube, dass eine kognitive Verhaltenstherapie mit Exposition angezeigt wäre. Unterstützend allenfalls Medikamente. Aber, leider gibt es viele schlechte Therapeuten. Es gibt sicher einen Verband, der dir geeignete Therapeuten vermitteln kann und Selbsthilfegruppen.
Versuche das Thema anzupacken. Alleine ist es zu schwierig. Hab Geduld mit dir, gib dir Zeit. Kleine Erfolge feiern.

Ich bin sicher, du schaffst das. Verzweifle nicht an dir. Ängste pflegen ihr Eigenleben, vermiesen dir dein Leben. Sie sind zu deinen Untermietern geworden, die den Ton angeben. Du bist stärker als die Aengste.

Ich wünsche dir ganz viel Glück!!
 
  • #16
Liebe Mallin
Ich lerne jetzt mit 35 Jahren selber Auto fahren (habe es vorher auch aus Angst vermieden) und kann dir nachfühlen, dass das eine stressige Angelegenheit ist.
Ich hab eine Therapie versucht, ich bekam noch nicht mal die ersten Schritte zur Selbsthilfe hin, Fahrtraining auf dem Übungsplatz das ging, Fahrtraining auf der Straße, wurde mir schlecht vor Angst kann ich noch nicht mal losfahren.
Wie sah diese Therapie denn aus? War das alleine oder mit einem Fahrlehrer? Denn ich glaube, diese Fahrangst kannst du nicht gut bekämpfen, wenn du mit einem Therapeuten 1) abstrakt drüber redest und dann 2) alleine üben musst. Sondern du bräuchtest vielleicht einen guten Fahrlehrer, der sich auf Fahrangst spezialisiert hat.
So jetzt kommt mein Problem: Ich fahre kein Auto, einen FS habe ich damals direkt mit 18 gemacht, bin auch manchmal gefahren trotz Angst.
Vielleicht warst du damals gar nicht bereit zum Autofahren und wurdest zu früh auf die Strasse geschickt. Das kannst du jetzt aber ändern.
Hat jemand einen Rat für mich oder selber so eine komische Angst überwunden?
Mein Rat wäre, dass du mit einem sehr, sehr geduldigen Fahrlehrer und einem sehr einfach zu bedienenden Auto genau die Strecken in- und auswendig kennen lernst, die du fahren können musst. Vielleicht zu Beginn auch nur ganz harmlose, praktisch leere Landstrassen oder langsam zu fahrende Strecken in Angriff nehmen. Nimm viele Fahrstunden - mindestens 20, besser noch mehr - etwa 1-2 mal pro Woche.
 
  • #17
Die Angst vor dem Autofahren kenne ich.
Nach schweren unverschuldeten Unfällen, bin ich jahrelang in kein Auto gestiegen. Ich bin jobtechnisch zum Psychologen geschickt worden. Der hat sich meine Angst 3 x 45 min angehört und mir diese Tips gegeben. Lange Rede kurzer Sinn:
1. Du musst es wollen.
2. Du beginnst Dich mit dem Auto anzufreunden.
3. Du setzt Dich ins Auto, nichts anfasse, fühlst Dich ein.
4. Das dauert Zeit und die Zeit brauchst Du auch. ( bei mir 3 Wochen)
5. Beim nächsten Mal nimmst Du Essen und Trinken mit ins Auto.
6. Dir Zeit lassen und Dir Zeit geben.
7. Wieder ins Auto, lesen, ggf auch einnicken.
8. Zündung betätigen. Ausmachen.
9. Punkte 3 bis 7 immer wiederholen.
10. Es kommt dann irgendwann der Tag, dann möchtest Du selbst fahren. Diesen Zeitpunkt nicht forcieren, Dein Körper sagt es Dir.
11. Freu Dich auf Deine zukünftige Freiheit, keine Abhängigkeit mehr von Bus und Bahn, geschütztes Fahren, Du hast ein Dach über dem Kopf.
12. Keine Angst, wenn ich es geschafft habe, schaffst Du es auch.
13. Bei mir hat das Prozedere 9 Monate gebraucht, jetzt fahre ich wieder.
 
  • #18
@Mallin
Ich kann deine Sorgen verstehen. Vor 1 Jahr musste ich mein super edles und heiß geliebtes MG Cabriolet verschrotten. Es hat mich 15 Jahre sicher durch mein Leben begleitet. Und was hatten wir Spass zusammen! Seitdem bin ich auf die Öffentlichen und das Fahrrad umgestiegen - und super glücklich damit! Teils sogar erleichtert. Es ist alles so unkompliziert mit dem Bike und dem Bus. Ich lebe auch auf dem Land, aber wenn man sich schlau macht, es fahren stündlich 1-2 Busse. Das reicht. Es gibt Bus-Linien, sogar überland, von denen ich nichts wusste als Autofahrer. Also, pack' dein Fahrrad ein zum Umzug! Leiste dir ein neues E-Bike! Und erkunde in aller Ruhe deine neue Umgebung. Wocheneinkauf machst du einfach zusammen mit dem neuen Mann, der dann auch die Taschen tragen und fahren kann. Das wird er sicher gerne machen. Männer lieben Autofahren. Als Beifahrerin lernst du dann die wichtigsten "Trampelpfade" schnell kennen! Und dann kannst du, wenn du es aus vollem Herzen willst, einmal von zuhause zum Supermarkt und zurück fahren. Mehr nicht. Immer dieselbe Strecke. Nimm' dir nicht zuviel vor. Das macht nur Angst. Ich überlege mir auch irgendwann ein kleines Auto zu leasen. Und klar, nach einem Jahr Pause bekomme ich ehrlich gesagt auch etwas Bammel. Aber ich bin mein Leben lang gependelt, teils 120km am Tag, und auf Messen gefahren. Momentan bin ich aber sehr glücklich mit der ökologischen autofreien Variante. Und wenn mir irgendwann mal das Einkaufen mit dem Fahrrad zu anstrengend wird, dann kann man sich ja alles per Amazon liefern lassen. Heute ist mir z.B. mitten auf einer Kreuzung der Einkaufskorb vom Träger gekippt... Shit happens. Aber es kamen 2 liebe Frauen, die mir geholfen haben meine Öko Einkäufe wieder einzusammeln. Wie peinlich. Solange ich fit bin, werde ich weiter mit dem Fahrrad einkaufen. Nur eine zweite Satteltaschen brauche ich dafür. Kopf hoch, du schaffst das, lass' dir Zeit.
 
  • #19
Mein Rezept? Anfangen.

Ich hatte mehr als 25 Jahre Pause mit dem Motorrad und hatte mir dann in den Kopf gesetzt, dass ich mir eine alte, langstreckentaugliche Maschine kaufen wollte. Dass das Ding so störrisch wie eine Horde Kamele sein würde, hatte ich nicht auf der Rechnung.

Mehrere Monate lang bin ich immer wieder üben gefahren. Mir war vorher schlecht, ich konnte vor Aufregung Nichts essen, aber ich wollte es schaffen und bin immer wieder auf das Ding gekraxelt, sie fuhr und ich saß auf ihr und versuchte eine Katastrophe zu verhindern.

Inzwischen fahre ich zusätzlich eine noch ältere Maschine mit einem vorsintflutlichen Fahrwerk und symbolisch vorhandenen Bremsen, da hat es zwei Jahre gedauert, bis ich mich sicher fühlte. Es geht. Man muss viel Geduld mit sich selbst haben und wenn man wieder einmal einen Fehler gemacht hat, muss er Ansporn sein noch mehr zu üben.

Wenn Du willst, schaffst Du es.
 
  • #20
Hallo FS,

ich denke auch, du hast noch nicht den richtigen Therapeuten oder vielleicht auch noch nicht die richtige Therapieform gefunden.
Nicht, dass ich Fachmann auf dem Gebiet wäre, aber wenn es auf dem Übungsplatz geht, aber auf der Straße nicht, ist das wohl der Punkt, an dem der Therapeut ansetzen muss. Trainingsstunden allein werden nicht helfen, wenn dein Problem nicht (nur) die fehlende Fahrpraxis ist, sondern das Problem tiefer liegt. Du brauchst keinen Fahrlehrer, sondern einen einfühlsamen Menschen, der dir die Angst vorm Fahren nimmt.
Nicht jeder Patient kommt auch mit jedem Therapeuten zurecht, daher würde ich dir raten, noch mindestens ein-zwei Alternativen zu probieren.

Wenn das Haus am A der Welt liegt, ist der Verkehr und das damit einhergehende Risiko geringer. Das weißt du zwar wahrscheinlich selbst, doch musst du dir das auch tatsächlich bewusst machen um deine Angst zu überwinden: es kann praktisch gar nichts passieren.

Dein Fall macht mir nochmal bewusst, wie wichtig es ist, selbst ab und zu zu fahren und nicht nur auf dem Beifahrersitz Platz zu nehmen. Auch sehe ich es an meinen Tanten, die seit Jahren kein Auto mehr gefahren sind und sich jetzt auch nicht mehr trauen.
Ich habe ebenfalls gleich mit 18 den Führerschein gemacht, habe seitdem aber nie ein eigenes Auto besessen. Aufgrund meiner Reisen - oftmals Roadtrips durch verschiedene Länder - bin ich aber mindestens einmal im Jahr für mehrere Wochen mit dem Mietwagen unterwegs. Letztes Jahr im chaotischen italienischen Straßenverkehr. Wenn ich da an so manche Situation und die Kamikazefahrweise der Italiener zurückdenke - puh! Aber es hat auch geklappt :)
Gehe positiv an die Sache heran. Sag dir nicht: "Ich kann das nicht", sondern "Ich schaffe das".

Den Tipp mit dem Navi finde ich übrigens gut. Dieses war gerade in den Städten eine große Hilfe für mich, weil ich mich nur auf den Verkehr konzentrieren konnte und nicht nach Straßenschildern suchen musste.

W33
 
  • #21
Liebe FS. Als ich meine Führerschein 1987 gemacht habe, bin ich jährlich vielleicht 500 km gefahren. Und den Nachbarort hätte ich schon gar nicht gefunden. Und links einparken kann ich heute noch nicht. Am schlimmsten finde und fand ich, auf die Autobahn aufzufahren oder auch Spurwechsel. Und überholen mag ich auch nicht.

Dann, es war 1998, da gab es eine Situation, da nahm ich ein Tierschutzprojekt an, ich musste 30 km entfernt eine ganze wilde Katzenkolonie einfangen (für mich ein wichtiges Projekt). Ich habe Blut und Wasser geschwitzt. Navis gab es damals noch nicht und einen Orientierungssinn habe ich leider nicht. So habe ich mir den Stadtatlas kopiert und die ganze Route ausgetüftelt.

Jede Faser meines Körpers wollte: FAHREN. Und ich bin gefahren. Mit wackeligen Beinen, völlig verschwitzt, sehr gestresst. Aber ich bin gefahren. Heute würde ich sagen, dass es meine Konfrontationstherapie war. Dort, wo unsere Angst ist, da geht es lang. Ich bin gefahren ohne Rücksicht auf Verluste und ich habe dieses Ding durchgezogen. Ich habe mich nachts auf der nebeligen Landstraße verfahren und bin auf einer alten Panzerstraße gelandet. Aber ich bin angekommen und ich habe dieses Ding hier durchgezogen. Eine kleine Fahrt für die Menschheit, eine große für mich!!!

Heute bin ich eine sehr erfahrene und routinierte Autofahrerin und fast unfallfrei, wenn man von Parkdellen absieht:) . Und das nahm seinen Anfang in einer für mich extrem wichtigen Sache.

Du hast nun auch eine extrem wichtige Sache für die es sich zu fahren lohnt.

Denk nicht immer an Deine Ängste. Denk an Dein Ziel, wie schön es ist, es zu erreichen, unabhängig zu sein. Gute Fahrt.
 
  • #22
Auch ich bin wie andere Poster der Meinung, dass Dir Experten dafür am besten helfen könnten.

Meine Freundin konnte Fahrradfahren, aber nichts wo ein Motor dran war auch kein Kart. Wir waren auch zweimal auf dem Übungsplatz, nur brachte das gegen ihre Angst nichts. Es gibt genug im Netz, such Dir in Ruhe was raus.
Jetzt hast Du wieder einen Mann, der anscheinend kein Verständnis hat. Mach Dich frei davon, dem was beweisen oder Verständnis von ihm zu wollen (der Mann hat ein Eigeninteresse, dass Du keine Autofahrangst hast,
Autofahren ist bei uns so natürlich wie Telefonieren, es ist Lebensqualität und für mich auch ein großes Stück Freiheit. Ist das wirklich Eigeninteresse was der Mann hat? Sie ist doch diejenige, die eingeschränkt ist und sich ständig nach anderen richten muss.

Dein Freund wird bestimmt wissen, dass Du nicht einfach aufgibst. Selbst habe ich noch keine Erfahrung andere haben mit Akupunktur Wunder erlebt.
 
  • #23
Ich habe eine Freundin, die ihren Führerschein vor etwa 40 Jahren gemacht hat - doch nie selbst gefahren ist. Das übernahm ihr Mann. Sie wollte nicht, obwohl er es ihr immer wieder sehr fürsorglich nahe gelegt hat: indem er einen Automatik-Wagen anschaffte; die Vollkasko-Versicherung beibehielt, obwohl das Auto es gar nicht mehr wert war; sehr liebevoll immer wieder einen neuen Versuch startete.

Seit einem Jahr darf ihr Mann, krankheitsbedingt, nicht mehr selbst fahren. Ich mutierte zur ständigen Chauffeuse. Obwohl ich das auch gerne mache, es raubt mir viel Zeit, manchmal auch Geduld.

Also habe ich ihr nahegelegt, mindestens 5 auffrischende Fahrstunden zu nehmen. Anschließend fuhr ich mit ihr unzählige Stunden ins städtische Umfeld, auf den Acker sozusagen, und übte dort geduldig mit ihr. Zuerst fuhr ich sehr langsam ein bis zwei Kilometer selbst, erklärte, dann übernahm sie für die gleiche Strecke das Steuer. Mit jedem Meter schöpfte sie mehr Mut, denn ich war und bin nicht der maßgebliche Fahrlehrer sondern die verständnisvolle und vorsichtige Freundin auf dem Beifahrersitz.

Inzwischen fährt sie auch ohne mich einige Viertel weiter (in der Stadt!) zum Einkauf. Zu Beginn war ich noch mit dabei. Als sie erstmals alleine fuhr, rief sie mich danach an und schilderte aufgeregt das Erlebnis. Ich musste - ganz am Anfang - auch einmal hinterherfahren, um sie »zu befreien«, weil die Angst sie überfallen hatte. Aber das passierte wirklich nur einmal, wichtig war, dass sie mich anrufen konnte und ich reagiert habe.

Mein Rat: kein Navi, keine Musik - beides lenkt zu sehr ab. Keinen Besserwisser in deiner Nähe. Ein Auto mit Automatik, das schon älter oder vollkasko-versichert ist. Den Mut, langsam und vorsichtig zu fahren, auch wenn andere hupen und dir den Vogel zeigen. Und eine gute Freundin.

Mit alledem hast du allerbeste Chancen, liebe @Mallin!
 
  • #24
Liebe FS, ich verstehe dich absolut. Ich habe den Führerschein gemacht und bin dann nur Motorrad gefahren. Vorm Autofahren hatte ich direkte Panik; ich konnte mir überhaupt nicht vorstellen, eins zu lenken. Das hat mich alles überfordert (und auch jetzt fahre ich in Städten nie und auch sonst höchst ungern). War auch nie nötig. Dann wollten mein Freund und ich in die USA im letzten Jahr und er meinte: Ich fahr die 5000 km dort nicht allein. Du MUSST auch fahren. Sonst hätten wir den Urlaub nicht gemacht, der mir sehr wichtig war. Als ich musste, ging es. Aber nur, weil mein Freund ruhig neben mir saß, mir gut zuredete, mich lobte, selten kritisierte und einfach Sicherheit ausstrahlte. Und erst einmal nur auf Strecken, wo kaum andere Autos unterwegs waren und alles einsehbar war. Allein im Auto wäre ich nie gefahren, kein Navi der Welt hätte mich dazu bringen können. Hast du deinem Partner wirklich genau erklärt, dass es nicht nur so ein bisschen Sorge ist, sondern wirklich richtige Angst? Wenn er dich liebt und das Problem wirklich erfassen möchte, könnte er mit dir in der neuen Umgebung zu zweit sicher erstmal leere Strecken abfahren, wo nichts passieren kann, erstmal nur um den Block, das langsam ausweiten etc, solange, bis du dich daran gewöhnst. Denn ich glaube fest daran, dass man sich ans Autofahren gewöhnen kann. Anders als bei Flugangst liegt dort die Angst ja eher im eigenen Versagen begründet, nicht in Angst vor kleinen Räumen oder Fehlern anderer, auf die man keinen Einfluss hat. Es gibt ganz sicher Therapeuten und Fahrschulen, die darauf spezialisiert sind; wenn das Fahren mit dem Partner nicht hilft, würde ich mich auf jeden Fall nach weiterer Hilfe umsehen. Du bist so glücklich mit der Beziehung und das ist das einzige Hindernis - da wäre es doch katastrophal, wegen der Angst aufzugeben. Ich bin mir ganz sicher, dass du das schaffst!

w, 34
 
  • #25
Hallo FS,

zunächst einmal fühl dich gedrückt von mir. Du bist ganz sicher nicht alleine mit diesem Problem. In meinem Bekanntenkreis kenne ich mindestens zwei Leute, die auch Angst vor dem Autofahren haben. Eine fährt seitdem sie Kinder hat gar nicht mehr. Früher ist sie oft gefahren und hat dennoch irgendwann diese Ängste entwickelt. Meine Tante fährt nur bestimmte Strecken im Wohnort und traut sich nicht weiter zu fahren. Beide geben ihren Ängsten Macht und das ist schlecht. Es wäre gut für dich wenn du benennen kannst warum du Angst hast. Es könnte fehlende Fahrpraxis sein oder auch Reizüberflutung etc. die Gründe musst du erst einmal erkennen. Ich denke, dass man Ängste nur durch Konfrontation wegbekommt. Zudem braucht man Geduld und Selbstmitgefühl. Dich ins kalte Wasser zu werfen wäre fatal, daher musst du klein anfangen und dich steigern. Falls du traumatische Erfahrungen mit dem Autofahren gemacht hast (z.B. Unfall) dann würde Verhaltenstherapie helfen. Tipps von mir:

1.) Fahrstunden mit Fahrlehrer, dass du dich sicherer fühlst. Er kann zur Not eingreifen. Ich habe das auch schon gemacht, als ich nach dem Führerschein ein paar Jahre nicht mehr gefahren bin

2.) Automatikauto hilft gegen Überforderung. Manchen ist Schaltung und gleichzeitig schauen und beobachten zu viel

3.) Wenn du Fahrstunden genommen hast, brauchst du Routine, also musst du oft fahren. Mache das jeden Tag, auch wenn es kurze Strecken sind

4.) Navi bei unbekannten Strecken hilft mir auch manchmal
5.) Wenn es dir hilft, dann nimm anfangs beim Fahren immer eine Person mit. Das gibt Sicherheit.

6.) Umfahre viel befahrene Straßen und nimm Schleichwege, fahre durch kleine Ortschaften. Ich umfahren manchmal einen Teil der Autobahn, weil ich es hasse da zu lange zu fahren

7.) Es gibt Entspannungsmethoden zur Stressbewältigung, lerne richtig zu atmen, lerne meditieren oder etwas anderes

Soll ich dir etwas verraten: ich habe Flugangst, konfrontiere mich aber auch immer damit jedes Jahr. Hier geht es wegen der Motivation. Ich reise unheimlich gerne und alles kann ich nicht mit der Bahn oder Bus/Auto machen. Ich sitze dann wie ein Häufchen Elend im Flugzeug, aber da muss ich dann durch. Die Angst wegdenken hilft nicht, du musst sie akzeptieren und auch fühlen. Dann wird sie schwächer. Ich habe auch mal gelesen, dass man sich motivieren soll …bei mir ist es meine Neugier, die mich oft antreibt. Ohne diese Neugier und die Lust etwas zu entdecken und sehen (fremde Länder) würde ich mich z.B. nie in ein Flugzeug setzen. Außer für die Liebe natürlich. Was ist es bei dir, wenn du Auto fahren kannst?

Ein Ziel könnte sein: ich kann an diesem Tag selbstbestimmt und spontan in die Stadt fahren und mit einer Freundin einen Kaffee trinken. Überlege selbst mal. Ist die Motivation mit deinem Partner dort zu leben nicht groß genug?
 
  • #26
Liebe FS,

Fahrangst hatte ich nie, eher das ganze Gegenteil. Ich wollte schon immer gern fahren, bereits als kleines Kind. Auto ist für mich Freiheit, Unabhängigkeit, Selbstbestimmung über Zeit, Weg, etc., Sicherheit (vor komischen Menschen in Öffis).

Wenn du versuchst, diese Aspekte positiv wahrzunehmen? Positives Visualisieren.

Bei anderen Ängsten hilft es mir, diese genau zu analysieren und dann logisch zu relativieren.

Wovor genau hast du Angst?

Gegen Blechschäden kann man sich versichern, bei meiner Autoversicherung ist sogar ein Schadensfall pro Jahr ohne Höherstufung der Beiträge möglich. Ein Unfall ist dann zwar ärgerlich, aber kein finanzielles Desaster.

Tja und Körperschäden oder zu sterben ? Das kann einem auch in Öffis oder mit dem Fahrrad passieren, wenn andere nicht aufpassen. Man ist anderen noch viel mehr ausgeliefert.

Ich bin zwar eigentlich nicht gläubig aber ich denke mir immer: wenn der liebe Gott (oder wer auch immer da oben) meint, dass es jetzt in diesem Moment mit mir zu Ende sein soll, dann ist das so, darüber habe ich keine Kontrolle. Egal ob ich im Auto sitze im Zug oder auf dem Fahrrad. Also brauche ich auch keine Angst davor zu haben.

Oder hast du Angst vor den Reaktionen anderer Verkehrsteilnehmer, wenn du mal den Motor abwürgst oder nicht gut einparken kannst? Einfach gelassen bleiben und lächeln, Frauen wird sowas problemlos verziehen. Oder man kauft ein Auto mit Automatikgetriebe und /oder Kamera zum Einparken.



Ansonsten : einfach machen ! Was soll denn passieren? Es ist wie mit allen Ängsten. Man überwindet sie, wenn man es regelmäßig tut und so die Erfahrung macht, dass das Hororszenario gar nicht eintritt.

Ja ich glaube auch, dass man im Leben vor Aufgaben und Probleme gestellt wird, um diese zu meistern und persönlich daran zu wachsen.

Den Führerschein hast du gemachtund geschafft - dir wurde amtlich bestätigt, dass du dazu in der Lage bist und es kannst.

Nun brauchst du nur noch losfahren ;-)
 
  • #27
Ganz lieben Dank für Eure Erfahrungen und Tips

Akkupunktur da bin ich noch gar nicht draufgekommen. Fahrrad fahre ich, Motorroller und Moped haben einen Motor und wenn ich mal auf einem Pferd gesessen habe, konnte ich diesem Tier auch nie vermitteln was ich eigentlich von ihm wollte.

Der Therapieversuch und die anderen Dinge waren alle in den letzten 6 Wochen. Die 28 Jahre davor hatte ich praktisch damit abgeschlossen. War ein Ziel nicht vollständig mit ÖPNV zu erreichen bin ich meist gelaufen und habe die Unanehmlichkeiten in Kauf genommen, was aber nicht ging ging halt nicht.

Als erstes schmeiße ich jetzt Mister Google an und suche nach Fahrlehrern für Angsthasen und da viele von Euch, warum nur Frauen, es geschafft haben, gebe ich nicht auf.
 
  • #28
Die Idee mit der kognitiven Verhaltenstherapie finde ich gut. Suche Dir einfach einen anderen Coach, wenn das Verhältnis nicht passt. Auch die Ideen mit den Fahrstunden finde ich gut.

Es kommt darauf an, auf was sich Deine Angst bezieht. Was passiert nach Deiner Vorstellung, wenn Du ein Auto fährst?Wichtig wäre auch noch, ob es für die Angst einen konkreten Auslöser gibt.

Die modernen Autos heute lassen sich nun wirklich durch die neue Technik einfacher fahren, sind sicherer und erfordern weniger Handwerk als vor 20 Jahren.

Durch das Automatikgetriebe fallen Kuppeln, Schalten und Berganfahren komplett weg. Der Fahr- und Parkassistent übernimmt rückwärts am Straßenrand einparken, Sicherheitsabstand zum Vordermann halten, automatisches Bremsen im Notfall. Systeme zur Fahrdynamikregulierung, Airbags usw. sind heute Standard.
 
  • #29
Hallo Mallin,
ich kenne das - nicht von mir. Ich bin Autonarr und bin Rennen gefahren. Aber ... ausgerechnet so einer wie ich hat dann eine Freundin, die nicht autofahren will und kann. FS war vorhanden, Fahrpraxis gleich null. Ausreden so viele, dass sie ein Buch darüber schreiben könnte. Und irgendwie auch die Angst, es nicht zu können. Sich zu blamieren.
Aber irgendwie kam schleichend der Gedanke, dass sie doch ganz gerne auch fahren können will. Und seit ihre Tochter begeistert durch die Gegend düst .....
Tja, ich hab meine beiden Damen also auf den Hockenheimring mitgenommen. Einen 911 er im Renntrim hatte ich zur Verfügung. Zunächst der Tochter ein paar Runden mit Tipps gegönnt, dann der Kleinen gezeigt, was machbar ist. Meine Freundin hat sich so lange mit der Freundin eines anderen Fahrers unterhalten. Dann war sie dran- erst gings ganz langsam, dann kam ihr Kommando: Schneller. Erfolg... sie hatte ein 2 tägiges Fahrertraining. Und heute ist sie stolze Fahrerin eines BMW Coupe. Das Fahrertraining habe ich bewusst nicht selbst abgehalten. Und es hat richtig was gebracht.
Ja, sie fährt Automatik - so what. Ist gar nicht so übel, wenn noch sehr wenig Fahrpraxis da ist. Ansonsten habe ich Wert darauf gelegt, dass das Auto nicht zu klein ist, natürlich techn. perfekt, Navi ist drin und alles, was sie zum Wohlfühlen braucht (Leder, Musik, Sitzheizung Klima)
Warum ein etwas grösseres Auto? Ganz einfach, du fühlst dich sicherer, du spürst die Geschwindigkeit weniger und die anderen Verkehrsteilnehmer haben mehr Respekt.
Ja, billig war die Aktion nicht - aber ich bin stolz auf mein Mädel. Angst überwunden, sich gestellt, Ausreden auf die Seite gelegt.... gelernt und angewendet. Was für eine tole Frau
 
  • #30
Was Du auch machen kannst: Wenn Du auf dem Land leben wirst und es Dir Angst macht, in eine größere Stadt einzufahren (also wenn Du nicht durch 3 Großstädte musst, um an Dein Ziel zu kommen): Einfach bis zum Stadtrand fahren und ab da mit dem Bus in die Stadt zu Deinem Ziel. Oder Du fährst mit dem Auto die einfache Landstraße bis zu einem Bahnhof und ab da mit dem Zug.
So flexibel zu denken, hilft manchmal, den großen Schritt "in der Stadt fahren" ein bisschen rauszuzögern, und wenn Du genug Bus gefahren bist, vielleicht mal die Strecke mit dem Auto zu wagen.
 
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