• #1

Wie kann ich mit dem Vater meines Partners besser umgehen?

Hallo zusammen!

Kurz zur Konstellation: ich (30) mein Freund (33) und unser Sohn (9 Monate) leben in einer größeren Stadt, seiner Heimatstadt. Seine Eltern sind geschieden, sein Vater (60) lebt alleine,kein Kontakt meines Freundes zu seiner Mutter. In der gleichen Stadt leben noch seine Schwester mit Freund und sein Bruder mit Familie (Kinder 8 Jahre und 3 Monate).
Das Problem: sein Vater hat keine Hobbys, keine Freunde mit denen er etwas unternimmt, ist arbeitslos und ein Muttersöhnchen vor dem Herrn (telefoniert zweimal täglich mit seiner Mutter). Er kommt mehrmals die Woche, um mir während der Elternzeit die Hunderunde abzunehmen. Eigentlich kommt er aber nur, um den Kleinen zu sehen. Das Interesse an ihr freut mich ja und ich bin dankbar für seinen Einsatz. Aber mittlerweile bin ich eher bereit Kind und Hund einmal mehr nach draußen zu schleppen, als ihn kommen "zu lassen". Er ist einfach nicht zu klug und wenn ich mich mit ihm unterhalte habe ich das Gefühl ich rede mit einem 80jährigen, dementen Mann.
Man fühlt sich so zuständig für ihn, dass wir ihn immer mitnehmen, wenn wir irgendwo hin fahren oder uns mit meinem Schwager & family treffen.....Das Problem ist, dass meine Schwägerin da anscheinend anders tickt und öfter mal mit ihm in die Stadt geht etc.. Sowas mache ich ja schon gar nicht, aber seine Besuche 2-3 mal die Woche, stressen mich auch schon. Ich will das aber nicht mehr!
Wie kann ich meine Einstellung oder die Besuche ändern?? ;)

(Das in aller Kürze. Ich kann gerne noch mehr Details nennen, wenn von Interesse...)
 
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  • #2
Wie kann ich meine Einstellung oder die Besuche ändern?? ;)
Wieso deine Einstellung ändern und kuschen, du glaubst das tut dir gut, ich nicht! Warum leidest du lieber und sagst nicht, was du willst und was du nicht willst? Du nimmst volle Kanne Rücksicht auf ihn, er nimmt kein bißchen Rücksicht auf dich, das geht so gar nicht! Warum kann er zu jederzeit kommen, das ginge bei mir schon mal nicht, weil ich solche Störungen nicht möchte und das hat man zu respektieren, ich mache das bei anderen auch nicht! Wenn dir der Mut fehlt ,dies abzustellen, dann soll es dein Freund tun! Ich mag keine falschen Rücksichtnahmen, das ist für mich eine! Schweigen, statt reden geht nicht bei mir.
 
  • #3
Ich schreib jetzt weil wir etwa gleich alt sind und auch mein Vater das Alter Deines Schwiegervaters hat.
Deine Schwägerin kennt ihn schon länger hat ein ganz anderes Verhältnis zu ihm. Sie geht wahrscheinlich auch gern mit ihm mal raus.
Er kommt regelmäßig zu Dir um Euch zu helfen und natürlich möchte er das Enkelkind sehen, da braucht er doch nicht den Hund vorzuschieben. Ich sag mal sei froh, dass er kommt und nicht wie andere Großeltern residierend zu Hause auf den sonntäglichen Besuch wartet.
Mein Vater kommt und kam etwa alle zwei Wochen und meine Frau fand das immer toll, sie hat sich auch nicht groß mit ihm unterhalten. Hat nur Kaffee gekocht und ihm mal Kuchen oder Kartoffelsalat hingestellt und hatte Zeit für sich.

So hatten wir schon frühzeitig einen zuverlässigen Babysitter.
 
  • #4
Liebe FS,

mir tut dein Schwiegervater leid. Der Mann dürfte so um die 60 sein, hat keinen Job (je nach Branche in dem Alter fast unmöglich zu finden), dementsprechend wahrscheinlich auch keine finanziellen Mittel für irgendwelche Hobbys und das Einzige, was ihm bleibt, ist der Kontakt zu seiner Familie - deswegen telefoniert er vermutlich auch so oft mit seiner Mutter.

Ich finde deine Einstellung ganz schön undankbar. Dafür, dass du dich nicht mit Hund und Kind gleichzeitig abstressen musst war er bisher gut genug, dich durch Unterhaltungen und Kontakt belästigen soll er aber bitteschön nicht.

Entweder bist du ganz offen und ehrlich und sagst ihm, was du über ihn denkst - dann brauchst du aber auf seine Unterstützung nicht mehr zu hoffen, oder du gehst alternativ selbst mit dem Hund raus und er betreut währenddessen das Kind. So hätte er Kontakt mit seinem Enkel und du mal eine zeitlang kinderfrei.

Aber wie gesagt, ich finde, du solltest deine Einstellung ihm gegenüber überdenken - einen Großvater / eine Großmutter in der Nähe zu haben, die bei der Kinderbetreuung unterstützen ist für viele Eltern nicht selbstverständlich...

W, 32
 
  • #5
Na, bist du schon mal auf die Idee gekommen, mit deinem Partner darüber zu sprechen? Was sagt der denn dazu?

Sag doch einfach dem Vater, "du, das wird mir zu viel, bitte komme nur noch 1 Mal die Woche". Oder nur noch einmal in zwei Wochen. Oder so. Sagen und konsequent durchziehen.

Was dieser Vater darüber hinaus in seiner Freizeit macht, geht ja keinen was an. Und wenn der alle 10 Minuten mit seiner Mutter telefoniert, dann ist das eben so. Und ob er Hobbies hat oder nicht, ist auch seine Sache. Ist sein Leben.
 
  • #6
Er kommt mehrmals die Woche, um mir während der Elternzeit die Hunderunde abzunehmen.... Aber mittlerweile bin ich eher bereit Kind und Hund einmal mehr nach draußen zu schleppen, als ihn kommen "zu lassen".
Liebe FS,
als es für Dich bequem war, sollte er kommen. Jetzt schaffst Du es wieder ohne ihn und er ist Dir lästig, weil "nicht so klug", da soll er wegbleiben, das natürlich selber einsehen und es nicht auch noch von Dir verlangen, dass Du klar wirst.

Das funktioniert so nicht. Menschen lassen sich von Dir nicht für Deine Bedürfnisse benutzen und dann abschieben. Sowas ist immer ein wechselseitiger Prozess.
Merke Dir für die Zukunft: willst Du in guten Zeiten jemanden nicht in Deiner Nähe haben, dann benutze ihn nicht als Deine Komfortloesung in schlechten Zeiten sondern beiß' Dich durch diese auch allein durch.

Das Problem ist, dass meine Schwägerin da anscheinend anders tickt und öfter mal mit ihm in die Stadt geht etc..
Wie kann ich meine Einstellung oder die Besuche ändern?? ;)
Deine Schwägerin und Du ihr seid grundverschieden. Sie ist ein warmherziger, nicht wertender Mensch, für den alle anderen in ihrer Art ok sind. Diese Grundausrichtung ermöglicht ihr den Kontakt und die Unternehmungen mit ihm.

Du bist in Deiner Grundausrichtung anders: bewertend, unterteilend in gut und schlecht und dann auch respektlos im Umgang - er geht Dir auf die Nerven.
Lies' Dir mal durch, wie Du Deinen Schwiegervater beschreibst. Diese Sicht auf ihn ermöglicht Dir nicht so ein Verhalten wie Deine Schwägerin es zeigt und auch keinen eine Einstellungsaenderung.

Vielleicht kommst Du zu mehr Toleranz seiner Eigenart, wenn Du Deinen Post eindampfst auf das, was Du über Deinen Schwiegervater schreibst.
Das finde ich echt krass, weil ich nicht lese, dass er irgendwie böse ist, nichts Schlimmes tut - nur eine Ansammlung von Unfähigkeiten. Vielleicht geht es Dir auch so und Du schämst Dich dafür.
Das hilft oft schon zu einem milderen Blick und anderem Umgang - weiß ich aus eigener Erfahrung und auch, warum ich so bin. Damit solltest Du Dich in Bezug auf die eigene Person befassen.

Zum Thema Besuche ändern: dazu müsstest Du mit Deinem Partner reden. Der muss den Platzverweis seines Vaters ja mittragen und Dir bei der Umsetzung helfen.
Weiß er, was Du über seinen Vater denkst und wie denkt er selber darüber. Wie bringt er sich ein, um seinen Vater einzubeziehen oder ist das "Frauensache"? Wenn Letzteres der Fall ist, bringst Du mit dem Thema Probleme in eure Beziehung, aber ohne ihn geht es nicht.

Wenn Du es nicht aushältst, dann musst Du die Besuche reduzieren und steuern. Aber bitte nicht nur ausnutzend, wenn Du ihn brauchst sondern etwas respektvoller.
Das geht am besten durch verlässliche Termine mit Deinem Schwiegervater. Und binde in die Besuche Deinen Partner ein - Männer machen sich in Familiendingen gern einen schlanken Fuss.
 
  • #7
Ich verstehe das so, er tut im Grunde niemandem etwas, sondern ist eigentlich sehr Hilfsbereit und liebt seine Enkelin und hat Dich scheinbar auch gerne.

Sein einziger Nachteil, er ist nicht so klug (wie Du?) und ist daher für Dich anstrengend.

Er kommt aus einer anderen Generation, als er jung war, gab es das alles noch nicht.
Individualität wurde in seiner Zeit einfach noch nicht gross geschrieben, sondern man(n) hatte zu funktionieren.
Was alle anderen dachten, war wichtiger, wie das, was man selbst dachte und wollte.

Vielleicht ist sein Horizont nicht der Deinige und es fehl(t)em ihm Anregungen und auch Möglichkeiten im Leben. Bedenke, dass die meisten Männer immer nur ihre Pflicht tun mussten, sie hatten ebenfalls genau die Rolle zu leben, die ihnen zugedacht wurde.

Ausserdem wird er in der Nachkriegszeit aufgewachsen sein, oder zumindest noch stark aus dieser Zeit geprägt sein, durch sein Umfeld etc...
Diese Menschen haben oft noch eine ganz andere Prägung und verstehen die gesellschaftlichen Entwicklungen auch nicht immer so wirklich.

Vielleicht hilft es, den Maßstab mal nicht ganz so hoch und fest zu legen, ein bisschen Verständnis für einen bald alten Mann aufzubringen und ihn einfach sein lassen, wie er ist, mit all der Herzenswärme, die er scheinbar mitzubringen scheint.

Bedenke auch, dass er schon ein gewisses Alter hat und das ihm sicher auch zunehmend bewusst wird, dass auch er sterblich ist.
Deswegen auch vielleicht die enge Bindung zu seiner Mutter.

Er scheint ein einfacher Mann zu sein, dem vielleicht das Wenige reicht, man sollte ihn nicht unbedingt dafür verurteilen und ihm die Zeit mit der Familie gönnen.

Anregungen für Kurse und Aktivitäten kann man natürlich geben.
Da spricht nichts gegen.

Viele Grüsse
 
  • #8
ich würde es so lassen! Du fängst ja sowieso in einigen Monaten wieder an zu arbeiten und da wäre es unklug, ihn zu verprellen. Babysitter sind exorbitant teuer neben den Kitakosten.
Ansonsten würde ich ab und an Ausreden finden - sei eben verabredet mit anderen Müttern, mach Babyschwimmen, Pekip oder ne Krabbelgruppe oder bring den Hund auf dem Weg dorthin zu ihm - wobei ein Hund ja auch mal alleine bleiben kann.
Wie gesagt erledigt es sich, wenn du wieder arbeitest. Falls du nicht daran dachtest, schnell wieder arbeiten zu gehen: Überdenke es nochmal :)
Übrigens: Warum seid ihr nicht verheiratet? - Schlechte Ausgangslage für dich... umso wichtiger, schnell wieder zu arbeiten.
 
  • #9
Ja, ich kenn das Leid mit der älteren Generation. Mit Muttersöhnchen hat das wahrscheinlich nichts zu tun. Die alte Generation ist eben noch mehr Familienzugehörigkeit gewohnt. Da ist tägliches Zusammensitzen oder mehrfache Telefonieren einfach ganz normal. Ist zwar nicht jedermanns Geschmack, aber in manchen Gegenden noch ganz normal. Auch wenn es nichts besonderes ist, ist es für diese Leute alles, weil es Zusammenhalt und Kollegialität bedeutet, die man heute unter jungen Leuten nirgends mehr findet.

Der Vater ist viel allein, ihm fehlt - wie für seine Generation üblich ist - ein routinierter Alltag, den normalerweise eine Ehefrau richtet. Z. B. Kaffeetrinken, einen guten, hausgemachten, traditionellen Kuchen essen, ein kurzer Spaziergang, so dass man sich auf irgendwas einmal am Tag freuen kann und das einem Sicherheit und Beständigkeit gibt.
Ihn macht das glücklich, wenn er mit den Hunden rausgehen kann und den Kleinen besuchen kann. Das würde ich ihm nicht nehmen, weil das für ihn sehr wichtig ist. Vielleicht würde es ihm helfen, einen Hund zu schenken, damit er beschäftigt ist? Normal bin ich nicht für diese Art von Geschenken, aber die ältere Generation ist für sowas eigentlich ziemlich zugänglich.

Es ist auch ganz normal, dass die älteren Leute keine Hobbies haben und nicht mit dem Computer aufgewachsen sind, und sich nicht so viel mit anderen Sachen beschäftigen können, wie wir es heute tun, demzufolge auch nicht so klug wirken und sich einfach mit anderen, "klassischeren" Sachen beschäftigen, wie: mehr Fernsehngucken, weniger Bücher oder Bildung, dafür mehr um Tiere und Kinder kümmern, oder mal mit den Nachbarn reden.

Du wirst merken können, dass das einfach ein Interessenkonflikt der Generationen ist.

Was macht denn dein Partner überhaupt und warum beschäftigt er sich nicht mit seinem Vater? Normal wäre es ja seine Aufgabe, dass Vater und Sohn irgendwas gemeinsam machen, z. B. einmal die Woche. Sei es ein Stammtisch oder irgend eine gemeinsame Leidenschaft. Sicherlich fehlt ihm das ebenso, und deswegen versucht er über dich und den Kleinen dieses Defizit an Nähe zu kompensieren, die es mit dem "beschäftigen" Sohn nicht gibt. Versuch mal mit deinem Partner zu sprechen. Kinder halten oft nur die alten Ehepaare zusammen. Häufiger die Tochter, denn der Sohn wird früh radikal flügge. Dein Partner könnte dich mal entlasten und da mal eine neue, positive Dynamik reinbringen.
 
  • #10
Ich würde analysieren: Was genau stresst Dich an der Situation? Weil Dein Mann so an ihm hängt? Dann ist das Problem nicht der wöchentliche Besuch. Weil er Dir in Deiner Elternzeit nicht die richtige intellektuelle Unterhaltung gibt und noch einer ist, der Dich im Gespräch unterfordert? Dafür ist er ja nicht da. Lagerkoller hab ich bei ner Bekannten gesehen, die endlich wieder ne richtige Unterhaltung wollte schon 4 Monate nach der Geburt, weil sie sich intellektuell unterfordert fühlte.
Wenn er dem Kind guttut, dem Hund guttut, wärs mies, ihn deswegen auszugrenzen, weil man sich nicht vernünftig unterhalten fühlt und nicht schafft, sich das anderweitig zu verschaffen.

Fühlst Du Dich unter Druck und in Bespaßungsverpflichtung, wenn er da ist? Ich würde Wäschemachen usw. zu dieser Zeit einplanen. Einen nichthochintelligenten Schwatz halten, ne Tasse Tee zusammen, während man Wäsche macht, Staub wedelt, ne Quizshow im Fernsehen guckt. Wird ihm vielleicht Unterhaltung geben und Du kannst was erledigen, was null Grips erfordert. Einbeziehen ins Leben. Vielleicht will er nicht mal, dass Du ihn unterhältst, weil er das Kind sehen möchte.

Man fühlt sich so zuständig für ihn, dass wir ihn immer mitnehmen, wenn wir irgendwo hin fahren
Wer ist "man"- also was sagt Dein Mann dazu, dass der Vater immer dabei ist? Ich finde es normal, dass er zu Familienbesuchen mitgenommen wird. Zu sonstigem mitnehmen kann auch ok sein, außer, ihr habt nun NIE Paarzeit, was dann aber an Deinem Mann liegt. Vielleicht stört Dich, dass Dein Mann an seinem Vater hängt, vergiss nicht, dass keine Mutter da war. Wie ist Dein Verhältnis zu Deinen eigenen Eltern?
Wenn er allein die Kinder großzog, hat er vielleicht gar nicht viel Zeit gehabt, sich einen Freundeskreis zu bauen, zumal der vielleicht auch viel mit den Kindern-Schwiegerkindern-Enkeln zusammen ist und keine Zeit für Freundschaften hat.

Du tust das auch für Deinen Partner, wenn Du den Mann nicht ausgrenzt. Würdest Du Deine Mutter ausgrenzen, weil Dein Mann sie nicht unterhaltsam findet?
FALLS der Mann wirklich dement wird, sind seine Freuden ja auf dem emotionalen Bereich, also Enkel, Familie, Hund, ... Um Demenz aufzuhalten, sind soziale Kontakte und dass mit dem Menschen geredet wird, nach dem, was ich weiß, extrem wichtig. Vielleicht auch dass Gefühl, eine Aufgabe zu haben, mit Enkelkind oder Hund spazieren gehen?

Viele schwadronieren von "Familie" und meinen nur Ichichich. Bitte weg damit, wo man es nicht mehr angenehm nützlich findet.

Vielleicht musst Du aufhören, das ganze schrecklich zu finden und zu erwarten, dass der Vater ein adäquater Unterhalter für Dich sein kann, und Dich drauf einstellen, dass Du zuliebe Deines Mannes, zwei oder dreimal die Woche eine halbe Stunde für seinen Vater und eine gemeinsame Tasse Tee einplanst? Das ist ja kein Bekannter, den Du Dir an Land gezogen hast, weil Du nicht "nein" sagen konntest, und der Dich ausnutzt als Labermülleimer.
 
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  • #11
Naja, schau mal, der Mann ist doppelt so alt wie du. Seine Mutter ist wahrscheinlich sehr alt und hat nicht mehr viel Zeit zu leben. Im Alter wird man bewusster für die wichtigen Dinge im Leben und die Kontaktsuche wird wieder wichtig. Gerade ein älterer Mann alleine ohne Frau war sein Leben lang gewohnt, dass da früher mehrfach am Tag jemand da war und geredet hat. Man respektiert die wenige Zeit, die man noch hat, während du daran gar nicht denken kannst, eine ruhige Nummer zu schieben, weil du ein hochaktives, dynamisches Leben führst und viel unter Leuten bist. Aber auch du wirst mal alt und die nächste Generation schiebt schon nach. Ich sehe das an den heutigen 20 jährigen, die auch ganz frech und unverschämt uns Älteren gegenüber sind so als hätten sie die Welt gepachtet und unsere Interessen sind oftmals schon "altmodisch" abstempelt.

Ein 60-jähriger Mann hat sein Leben lang hart gearbeitet, demzufolge keinen Luxus Zeit für Hobbys oder Selbstentwicklung gehabt und arbeitstechnisch steht er sowieso kurz vor der Rente.
Du solltest dich mehr abgrenzen.
Ich denke, dein Problem liegt daran, dass dir die Arbeit mit ihm nicht Spaß macht, weil es halt nicht dein Ding ist. Alte Leute können anstrengend sein. Ich würde ihm die Hunde geben und mich schnell verabschieden. Oder dich mal von deinem Partner ablösen lassen. Warum sollst du die ganze Arbeit alleine machen? Ansonsten eine Haushilfe einstellen, die dich ablöst, während du was anders machst.

[qupte] Das Problem ist, dass meine Schwägerin da anscheinend anders tickt und öfter mal mit ihm in die Stadt geht etc.. [/QUOTE]
Dann sei froh, dass sie das gerne macht und dich entlastet. Setz dich doch mal mit ihr in Kontakt und frage, ob sie den Vater 1-2 mal mehr mitnehmen kann, weil sie das offenbar sehr gerne und gut kann und du so beschäftigt bist.
Vielleicht hilft es dem Vater, wenn der Sohn ihn einmal die Woche daheim besuchen geht. Der Vater möchte halt unter Leute und seine Familie sehen, die er noch hat. In dem Alter ist das ganz normal. Andere Männer leben da in Großfamilien und haben mindestens 5 Leute um sich.
 
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  • #12
Die Tatsache ist wohl, dass er alleine ist und Gesellschaft braucht bzw. die Routine seiner Runden-Drehen braucht. Zusätzlich die fehlende Mobilität, weil er auf euch angewiesen ist.

- Man könnte für ihn z. B. 1-2 Tage die Woche eine Köchin /Haushilfe arrangieren, so dass er daheim bleibt und jemand für ihn sorgt und er Abwechslung daheim hat. Das wird dann zu seinem festen Termin, das er nicht auslassen kann.

- schenkt ihm ein Jahresabo für Kochpakete/Lebensmittellieferungen/Frischkostboxen, die man sich wöchentlich nach Hause schicken lassen kann, so müsst ihr nicht mit ihm in die Stadt zum Einkaufen

- es gibt "Mädchen für alles"-Dienste, die für ihn Einkäufe und Termine erledigen und alles für Leute erledigen, die selber nicht mobil sind.

- Schenkt ihm einen Computer, dann ist der den ganzen Tag beschäftigt, und Hunde Gassi führen wir dann uninteressant

- schenkt ihm dazu eine Kamera, dann kann er den ganzen Tag Fotos machen.

- bringt ihm bei, wie Skype geht, dann könnt ihr, statt euch zu treffen, auf Entfernung Videotelefonieren. Denn es geht ihm wohl eher um den Kontakt und Austausch, als um das Gassigehen, das du auch alleine schaffen könntest.

- schenkt ihm ein Zeitungs-abo zum Geburtstag, dann wird das Zeitunglesen sein tägliches Ritual, das er bald nicht mehr missen möchte.

- für Mobilität sorgen: eigenes Auto, Jahreskarten für den Zug in eine bestimmte Richtung. So ist er nicht auf euch angewiesen und kann auch mal alleine einkaufen oder die Mutter besuchen.

- bringt ihm Hobbys näher durch Geschenke: schenkt ihm Rätselbücher, Musik, Filme, Sport- und Gartengeräte, so dass er sich mehr alleine beschäftigen kann.

Gerade ältere Männer machen von sich aus nichts, wenn sie nicht jemand an der Hand nimmt. Da war immer die Frau da, die alles gerichtet hat. Aber wenn Männer dann erstmal anfangen, was Neues zu entdecken, bleiben sie dabei und es wird ihr fester Tagesablauf.
 
  • #13
Er ist 60 der Vater deines Freundes und du hast das Gefühl, er ist dement? Kannst du mal ein paar Beispiele liefern? Sorry, ich werde nächste Woche 64, habe ganz viele Kolleginnen in deinem Alter. Wir verstehen uns prima . Mir tut dieser Vater sehr leid, denn er bemüht sich sehr, dir zu helfen. Außerdem erwähnst du deinen Freund überhaupt nicht, was sagt er eigentlich dazu?
Klug wäre es von dir, weil du schon von Klugheit sprichst, sich mit ihm mal zusammenzusetzen und in aller Ruhe mit ihm zu reden. Er tut nichts Böses und meint es gut.
 
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  • #14
Das Problem ist, dass meine Schwägerin da anscheinend anders tickt und öfter mal mit ihm in die Stadt geht etc.. Sowas mache ich ja schon gar nicht, ...
Hallo Nina,

da hast du wirklich ein Problem, denn wenn du seine Besuche abstellen willst, wirst du mit Sicherheit Ärger mit der ganzen Familie bekommen. Immerhin sind die Besuche bei dir, deiner Tochter und der Spaziergang mit dem Hund ein absolutes Highlight für den Mann. Und Menschen sind nun mal nicht alle gleich klug ...

Zudem kümmert sich deine Schwägerin ja anscheinend zeitmäßig noch mehr um ihn. Liegt sie vielleicht mehr auf seiner intellektuellen Wellenlänge?

Anscheinend bist du in eine Familie gekommen, in der fam. Zusammenhalt groß geschrieben wird, man sich allgemein gut versteht und gegenseitig unterstützt.

Wie würde dein Freund reagieren, wenn du ihm sagst, dass du nicht mehr von seinem Vater besucht werden willst?

Wenn es um Familie geht ist Blut meistens dicker als Wasser.
 
  • #15
Also grundsätzlich würde es mich nerven, wenn ich dreimal die Woche Besuch bekäme, egal von wem. Meine Mutter hatte solche Tendenzen, als ich auch mit dem Baby zu Hause war.

Ich wollte einfach meine Ruhe haben, mein Alltag wuppen, das ist mit Kleinkind anstrengend genug. Ich kann dich daher denk ich gut verstehen, zumal wenn der Besucher dann jemand ist, mit dem man sich nicht so gut versteht.

Und erst recht, wenn ich dann denjenigen noch ständig mitschleppen müsste, um ihn zu bespaßen, man will ja auch mal mit seiner kleinen Familie für sich sein.

Ich finde jeder ist für sich selbst verantwortlich und sollte sich alleine beschäftigen können, vor allem so lange man jung genug und gesund ist, so wie dein Schwiegervater.

Eine direkte Konfrontation würde ich auch eher vermeiden, sondern durch Ausreden die Besuche reduzieren. Der Rest kommt mit der Zeit von alleine.

Und vor allem mit dem Kind was unternehmen, wo Kontakte zu anderen Eltern/Kindern geschaffen werden wie Babyschwimmen, Krabbelgruppe.

Gleichzeitig dem Schwiegervater für eigene Hobbies auf die Sprünge helfen ?

Gassi gehen und Kind lüften kann man ja verbinden. Oder auch mal den Partner integrieren - ihr seid schließlich seine kleine Familie, da muss ha nicht ständig der Opa dabei sein.
 
  • #16
Hi,
So richtig sehe ich das Problem noch nicht. Wenn er kommt und mit der Enkelin spielt - ein völlig verständliches Bedürfnis - kannst du doch die Zeit für dich genießen. Oder ist sie noch zu klein, als dass er allein mit ihr sein kann? Da hat man als Eltern ja manchmal Bedenken, dass die Großeltern nicht so auf Zack sind, was Gefahren angeht, weil sie es nicht mehr gewohnt sind.
Wenn du dich nicht gut mit ihm unterhalten kannst, ist es schade, aber da kannst du an dir arbeiten und dein Herz öffnen. Ich sehe es manchmal bei meiner Mutter, dass sie manche Dinge nicht so gut versteht, dann reden wir lieber über andere Themen, und man sollte da immer offen sein.
Allerdings gibt es einfach Personen, mit denen man keinen gemeinsamen Nenner findet. Aber auch dann bleibt er der Opa, und die Liebe zu seiner Enkelin soll er zeigen dürfen! Das ist etwas sehr Wertvolles.
 
  • #17
Ich verstehe dich sehr gut.
Ich bin auch jemand, der mehr Ruhe braucht, mich dann mit meinem Leben (& Kind) beschäftigen möchte & mich würde es auch nerven, wenn dann jemand 3 mal wöchentlich einfach so zu Besuch kommt.
Da kann man sich eben einfach nicht auf sich selbst & den eigenen Alltag konzentrieren.
Natürlich muss man sich dann zwangsweise auch mit dem Besuch beschäftigen, sprechen, Getränke & Kuchen bereit stellen etc. Ist kein großer Aufwand, aber wenn man eigentlich was anders machen möchte, nervt es einfach. Gerade auch wenn man sich nicht so gut versteht, wird man auch nur über das Kind oder oberflächliches reden.. Man hat ja mit Kind sicher auch genug zu tun, da will ich den Besuch dann nicht noch bespaßen müssen.
Würde mich langfristig auch stressen.

Ist natürlich toll, dass der Opa so Interesse an dem Enkelkind hat, aber nicht jeder Mensch mag es, 3x die Woche Hilfe aufgedrückt zu bekommen. Gut gemeint ist nicht immer gut gemacht.

Ich finde die Ideen von Jasmina ganz gut. Schenke ihm etwas, wo er die Möglichkeit hat neue Hobbys & andere Leute in seinem Alter kennen zu lernen.
Sagt ja keiner, dass er garnicht mehr vorbei kommen kann/soll, aber 3x die Woche finde ich schon viel.
 
  • #18
Tja, soweit sind wir.

Da ist ein Mann, der seine Familie mag
Der seine Zeit gerne aufteilt, bei der einen Kindfamilie ist und hilft, und dann bei der anderen. Dort hilft, Babysitter macht, den Hund Gassi führt .
Und dann kümmert er sich auch noch um seine Mutter, wie abwegig.

Klar, dass man diesem Mann jetzt am besten fremd "betreuen" lässt, @jasmina_jj bringt Vorschläge..., vor allem da dieser Mann ja anscheinend intellektuellen Standards nicht genügt.
Als Babysitter kann man ihn aber dann schon brauchen?!

Trauriger Thread, eigentlich sollte es doch wunderbar sein, wenn es innerhalb einer Familie so eine Verbundenheit gibt.

Tja, und vielleicht denkt dieser Mann
- Ich habe einen tollen Sohn, ich mag seine Familie unterstützen, mag meinen Enkel, und diese hochnäsige Schwiegertochter nehme ich halt in Kauf, meinem Sohn zuliebe. Wir sind ja Familie.

Ich hätte mich gefreut, und intellektuelle Höhenflüge kann ich mit anderen Menschen machen. Herzenswärme ist aber kostbar.
 
  • #19
Klar, dass man diesem Mann jetzt am besten fremd "betreuen" lässt, @jasmina_jj bringt Vorschläge..., vor allem da dieser Mann ja anscheinend intellektuellen Standards nicht genügt.
Als Babysitter kann man ihn aber dann schon brauchen?!
Man könnte wirklich schreien vor lachen, wenn das ganze nicht so traurig wäre. Da kommt dreimal die Woche der Opa und antatt die "gestresste Einkindmutti" froh ist, ihm die Aufsicht überläßt und sich um sich oder Haushalt oder was auch immer kümmert, meint sie der Schwiegervater wollte Konversation mit ihr machen.

Mein Vater war der beste Babysitter, er hatte viel Erfahrung mit vier Kindern und zig Enkeln, gesegnet mit einer unendlichen Geduld.

Also überdenke Deine Einstellung und mal mit wohlwollenden Augen schauen.
 
  • #20
Ich würde gar niemanden 2-3 mal die Woche wollen.
Sprich doch mal mit deinem Mann und dem Vater, sag dass dir die Besuche zu viel sind aber du sie gerne hast aber besser planen möchtest da dich die Situation stresst.
Dann gehst du in Sport oder laufen oder sonst was wenn der Opa da ist.
Auch dein Mann kann was machen., dann halt nach Feierabend.
Ich glaube die Ausgangslage ist gar nicht schlecht. Alle scheinen sich zu verstehen, es fehlt vielleicht nur die Koordination von allem.
Kenne viele Familien die feste Tage haben, dann kann die Mutter Termine machen, Sport, Job oder Freundin planen und weiss dass daheim alles ok ist.
Opa und oder Oma fühlen sich gebraucht und zufrieden, Mama kann mal was anderes machen und die Kinder haben ein richtiges Familien leben.
Ich glaube, hier fehlt die Kommunikation und solange du nichts sagst, wird sich nichts ändern.
Dem Opa sagen er darf nie mehr kommen, wäre furchtbar aber niemand kann erwarten das jemand 3x die Woche Zeit für einen hat.
 
  • #21
Ja, ich kenn das Leid mit der älteren Generation. Mit Muttersöhnchen hat das wahrscheinlich nichts zu tun. Die alte Generation ist eben noch mehr Familienzugehörigkeit gewohnt. Da ist tägliches Zusammensitzen oder mehrfache Telefonieren einfach ganz normal. Ist zwar nicht jedermanns Geschmack, aber in manchen Gegenden noch ganz normal. Auch wenn es nichts besonderes ist, ist es für diese Leute alles, weil es Zusammenhalt und Kollegialität bedeutet, die man heute unter jungen Leuten nirgends mehr findet.

Der Vater ist viel allein, ihm fehlt - wie für seine Generation üblich ist - ein routinierter Alltag, den normalerweise eine Ehefrau richtet. Z. B. Kaffeetrinken, einen guten, hausgemachten, traditionellen Kuchen essen, ein kurzer Spaziergang, so dass man sich auf irgendwas einmal am Tag freuen kann und das einem Sicherheit und Beständigkeit gibt.
Ihn macht das glücklich, wenn er mit den Hunden rausgehen kann und den Kleinen besuchen kann. Das würde ich ihm nicht nehmen, weil das für ihn sehr wichtig ist. Vielleicht würde es ihm helfen, einen Hund zu schenken, damit er beschäftigt ist? Normal bin ich nicht für diese Art von Geschenken, aber die ältere Generation ist für sowas eigentlich ziemlich zugänglich.

Es ist auch ganz normal, dass die älteren Leute keine Hobbies haben und nicht mit dem Computer aufgewachsen sind, und sich nicht so viel mit anderen Sachen beschäftigen können, wie wir es heute tun, demzufolge auch nicht so klug wirken und sich einfach mit anderen, "klassischeren" Sachen beschäftigen, wie: mehr Fernsehngucken, weniger Bücher oder Bildung, dafür mehr um Tiere und Kinder kümmern, oder mal mit den Nachbarn reden.
Ups, du hast überlesen, dass der Vater 60 ist und nicht 80?

Ich kann beide Seiten verstehen, also dich und auch ihn. Aber er könnte sich ja theoretisch auch eine Freundin anlachen, dann wäre er nicht mehr so allein. Und die meisten Menschen gehen doch mit 60 auch noch arbeiten...
Also ich bin 56 und kann mir nicht vorstellen, mit 60 ausschließlich meine Zeit mit meiner Enkelin und den Hunden meiner Tochter zu verbringen. Ich hab das alles ganz gerne, aber hab doch auch noch ein eigenes Leben.
Sprich mit deinem Mann, dass dir das alles nicht so gut gefällt. Es findet sich bestimmt eine Lösung.
Der Mann kann ja gut und gerne noch dreißig Jahre leben. Was soll das werden, wenn er richtig alt ist?
Meine Mutter ist 75 und der größte Held an iPhone und iPad, also es geht auch anders.
 
  • #22
Eine Belohnung für Gassigehen & Babysitten könnte man ihm auch hin und wieder mal geben. Wie wäre es mit kleinen Gutscheinen zum Beispiel für's Kaffeehaus, Besuch im Streichkonzert tut auch gut ... oder wenn nette Vorträge stattfinden ... etwa an der VHS das neue Herbst/Winter Programm 2018 ist da ... oder eine Jahresmitgliedschaft in einem Verein der ihn interessieren könnte (Kochen, Gärtnern, Handwerken, Basteln, Seniorentanz, Busfahrt zur Landesgartenschau etc. ... ) oder dass er die Kurse an der Hundeschule mit dem Wauzi selber machen darf ... Im Grunde alles was ihn motiviert und wo er nette Menschen kennenlernen kann.
Auch wenn er erst mal sagt, er will nix für's hüten - dann mach ihm einfach einen Gutschein und sage, er darf ihn nicht verfallen lassen.
Geht's dem Opa gut, geht es euch allen besser.
Samtigst Samtina
 
  • #23
Wie kann ich meine Einstellung oder die Besuche ändern?? ;)
Du kannst deine Einstellung ändern, wenn du versuchst das Ganze einmal aus seinem Blickwinkel zu sehen und seine Beweggründe zu verstehen.

Die Besuche wirst du nicht ändern können, solange er keine Alternativen hat, um seine Einsamkeit zu kompensieren.

Vielleicht könntest du mit deiner Schwägerin dafür sorgen, dass er "zufällig" die Bekanntschaft einer netten Seniorin macht. Schließlich ist er noch kein Greis, sondern in einem Alter, indem weibliche Gesellschaft durchaus noch ankommt. Ideal wäre eine Frau, die ihn motivieren könnte, auch mal andere Dinge zu unternehmen, zum Beispiel Ausflüge, Wanderungen, Reisen, statt die Schwiegertochter zu besuchen. Einfach nur zu kommunizieren, dass dir seine Besuche lästig sind, wäre sicher nicht der richtige Weg.
 
  • #24
@Nina84
Ich kann dich verstehen und denke du bist einfach überlastet mit dem dementen Vater deines Freundes, dem Baby, den Hunden und dem Haushaltsalltag. Nach einer Schwangerschaft und Geburt braucht eine junge Mama einfach viel Ruhe und Schlaf, Zeit für sich und das Baby. Die meisten Mamas sind doch erst einmal komplett überfordert von der Situation. Auch ohne Hunde und dementem Schwiegervater, um den man sich kümmern muss. Ich denke, du kannst das Thema mit deinem Mann sachlich ansprechen. Du brauchst mehr Ruhe. Du fühlst dich überlastet. Du kannst dich neben dem Baby nicht auch noch um den Schwiegervater kümmern. Bitte deinen Mann, sich selbst viel mehr einzubringen. Es ist schließlich sein Vater! Mache einfach einen Vorschlag für eine neue Terminkoordination, die für dich und alle wieder stimmig ist. Keiner will dass du leidest. Z.B. Der Schwiegervater kommt Samstag zum Mittagessen und verbringt dann Zeit mit Sohn und Baby. In der Zeit hast du frei und unternimmst etwas mit einer Freundin oder gehst zum Schwimmen. Dann kannst du ja einen Hundegassi Termin unter der Woche anbieten an einem festen Tag zu einer festen Uhrzeit. Stell dem Vater eine Tasse Kaffee und ein Stück Kuchen hin und frage ihn aus nach seinem Tag und höre ihm einfach nur zu. Nach einer Stunde erfindest du einen guten Grund (Stillen) und verabschiedest ihn wieder. Wäre das eine Lösung für dich? Zusätzlich würde ich für den Papa ein Fitness Abo im Fitness oder Physio Center mit Einführung durch einen guten Trainer buchen, damit er fit bleibt. Dort soll er 2-3x in der Woche zum Training gehen. Das ist gut für's Anti-Aging und macht ihn fit. Und er hat eine Aufgabe, die ihn ablenkt. Vielleicht findet sich auch ein VHS Kurs wie Nordic Walking, etwas an der frischen Luft ohne viel Intellekt. Sprich mit allen!
 
  • #25
Ich denke auch, ihm die Besuche zu streichen, wird so nicht funktionieren. Vermutlich ist auch so ziemlich das einzige, was er noch hat. Nun kann man auch sagen er ist selbst verantwortlich, aber ich würde da Gnade vor Recht ergehen lassen.
Die Vorschläge, ihn mehr unter Leute zu bringen finde ich sinnvoll.
Wenn er mehr Kontakte hat, wir das Bedürfnis, ständig bei Euch auf der matte zu stehen, zurückgehen. Und ihm geht es auch besser.
 
  • #26
Ich versuche mir gerade vorzustellen, wie es so in ca. 10 Jahren wäre, wenn ich auch 60 bin.

Meine Söhne haben (vielleicht) Familie, kleine Kinder, und ich denke mir, schön, Enkel, und brauchen meine Kinder Unterstützung? Eine Jungmutter vielleicht mal Zeit zum Schnaufen und für sich? Und vielleicht bin ich dann sogar ganz gerne auch (!) Oma, freue mich darauf, wieder kleinen Kindern die Welt zu zeigen? Zu dem, was ich sonst mache.
Und ich würde mitbekommen, dass ich einer Schwiegertochter nur lästig wäre, und sie so über mich denkt?
Senil, dement?

Ok, ich lebe hier auf dem Dorf - bei meinen Nachbarn kommt die eine Oma fast täglich, da sind 1kleineres Kind da und jetzt noch Zwillinge. Die Mutter hat beim ersten Kind wieder früher angefangen zu arbeiten, weil sie es wollte, die Oma arbeitet auch noch. So war es machbar.
Auch bei den anderen kommen regelmäßig Großeltern, nicht nur zum Enkel hüten, sondern auch zum Handwerkern, Holz machen, beim Hausbau aktiv sind, und zum Miteinander sein.
Die Kinder und Enkel freut es.
Und ich kenne einige sehr aktive Großeltern, die neben Freizeitaktivitäten, Engagements, teilweise noch Beruf, gerne auch die Enkel übernehmen. Regelmäßig, oder bei Bedarf, mit Ihnen in Urlaub fahren, etc. Menschen von Ü60 bis Ü70.
Familienverbund durch die Generationen, jeder leistet seinen Beitrag.

Da käme keiner auf den Gedanken, der arme Opa / die arme Oma - mit 60! - braucht Beschäftigung, diese 60jährigen möchte ich hören, bei diesen Kommentaren.
Und so manchem Ü60er und noch deutlich älter, bin ich auf meinen Bergtouren schon begegnet, da könnten einige Junge nicht mithalten.

Ich finde es wunderbar, hier mitzuerleben, wie verbunden man so ist. Dass es funktionierende Familien gibt.
Und so verbunden, dass sie dann auch neue Nachbarn gerne willkommen heißen und mit einbinden. Absolut altersunabhängig.

Aber vielleicht liegt es hier an der Gegend, und es ist eine rar werdende Lebensweise, fände ich sehr schade.

Nachtrag - einer Schwiegertochter, die mir das VHS Programm ungefragt hinlegt, der würden definitiv die Ohren klingeln.

W,49
 
  • #27
Also wir haben eine tolle VHS mit schöner Cafeteria und einem ganzen Buch voller Kurse pro Semester. Ich verteile es immer an meine Freunde.
Da ist wirklich alles geboten, von anspruchsvoller Kunst (Bildhauerei, Keramik, Malerei, Zeichenkurse, Aktzeichnen, Glasarbeiten, dazu Handarbeiten in sämtlichen Textilbereichen, Skulpturenschnitzen, Brunnenbauen, Bauhandwerk, Gartenbau, ... ) bis Architektonische Stadtführungen und viel Kulturelles. Musik, Chor, Tanz in jeglicher Form und vielen Landesarten.
QuiGong, TaiChi, Yoga, Pilates, Rückenkurse, Selbstverteidigung in jedem Alter und sämtliche Stile ...
Ortserkundungen, Gesundheits-Prävention, Bildungskurse für Senioren und Computer, ... einfach ALLES!
Dazu prima Gebäude, gut ausgestattete Räume, ein toller Treffpunkt die ganze Woche.
Wer da beleidigt ist, ein solches Programm vorgelegt zu bekommen ... da kann man dann nimmer helfen.
Und ja ich bin jetzt flotte fuffzig (die meisten wissen es nicht, weil sie denken ich bin jünger) und Männer um die 60 finde ich meistens sehr attraktiv, sehr sinnlich, potent und vital, lebenserfahren.
Je nachdem welche Gene man selber hat ... so schaut man in die Welt.
 
  • #28
Wer da beleidigt ist, ein solches Programm vorgelegt zu bekommen ... da kann man dann nimmer helfen.
Samtina, kommt immerzu auf die Intention an , oder ?

Wenn Du das Programm Deinen Freunden gibt's, dann ist es eine Anregung, dann weißt Du, dass es dort Angebote gibt, die sie interessieren könnten .
Da schaue ich aus Interesse auch mal,.es gibt auch bei uns Angebote wie QiGong , die ich gerne nutze.

Wenn einem aber ein Schwiegerkind das so hinlegt, hat es , und hier berechtigt, das Geschmäckle - beschäftige Dich mit Dir selbst und gehe mir nicht auf den Wecker.
Und wenn Du nicht weißt, was Du tun kannst, um Deine Zeit sinnvoll zu füllen, dann hier die Angebote.
Und DAS empfände ich persönlich als übergriffig, ich habe keine Langeweile und wüsste einiges zu tun.
Und auch ich kenne genug aktive Ü60, genau wie genug U60 jeder Altersklasse, die außer Beruf gar nichts haben.
Mit dem Alter hat es tatsächlich gar nichts zu tun, sondern vor allem mit der Einstellung, wie man durch das Leben geht.

Diese Großeltern, die sich hier im meiner Umgebung kümmern, sind alle aktiv, teilweise noch im Beruf, und / oder ehrenamtlich engagiert und Menschen, die ich aufgrund ihrer Herzenswärme und ihrer Lebensklugheit sehr schätze.
Hängende Mundwinkel, Langeweile sehe ich nicht.
 
  • #29
Oh oh... die Meinungen sind ja ganz unterschiedlich. Ab und an war ICH jetzt allerdings schockiert, ich kann nicht alles "rechtfertigen", was mit vorgeworfen wird, denn das würde ewig dauern. Und ich kann auch nicht alles geraderücken, was falsch verstanden wurde.
Aber: wäre ich nicht dankbar für seinen Einsatz und würde mir der Mann nicht als Familienmitglied am Herzen liegen, hätte ich hier nicht nach Rat / Erfahrungen gefragt. Deshalb vielen Dank für die konstruktiven Vorschläge von denen, die das Problem erkannt haben. Natürlich ist das oben von mir nicht die komplette Beschreibung meines Schwiegervaters. Der Mann tut wirklich keiner Fliege etwas zu leide (außer ihr eine Frikadelle ans Ohr zu quatschen). Dennoch ist es doch irgendwo nicht respektlos, wenn ich von einem gesunden 60jährigen "erwarte", dass er ein eigenes Leben führt ohne, dass ich mich verantwortlich fühlen muss!? Muss ich ja vielleicht auch gar nicht, aber dann wäre es ja auch nicht so verwerflich, wenn ich die Besuche auf einen pro Woche reduzieren würde, oder?
Mein Sohn ist 7 Monate alt und noch funktioniert das Babysitten nicht ohne anstrengende Folgenacht. Vermutlich alles kein Problem, wenn der Knirps größer ist, die Verwandten kennt/erkennt und viel mehr Babygesittet werden kann!
 
  • #30
...aber bis dahin ist ein Besuch beim Kind immer mit einem Besuch bei mir verbunden. Und ja, ich habe am liebsten, wenn ich meinen Tagesrhythmus ganz entspannt an den des Babys anpassen kann. Die Familie meines Freundes hat aber noch nicht mal das Wochenbett respektiert bis ich ganz direkt sagen musst, dass wir uns melden, wenn wir Besuche empfangen können. Ich denke, ich bin da einfach anders als die Familie meines Mannes, habe aber das Gefühl, dass mir von deren Seite kein Verständnis entgegen gebracht wird.