• #1

Wie kann ich Tochter meines Ex besuchen ohne ihm zu begegnen?

Liebes Forum,

vor über einem Jahr hat mein Ex mit mir auf sehr unschöne Weise Schluss gemacht und mich damit sehr verletzt. Seitdem haben wir keinen Kontakt mehr. Ich hänge immer noch irgendwie an ihm, aber ich habe auch enorme Wut auf ihn, da das Ganze wirklich ein unschönes Ende genommen hat.

Es gibt nur eine Sache, die mich langsam fertig macht: Er hat eine 14-jährige Tochter aus einer früheren Beziehung. Die Mutter ist sehr überraschend gestorben, als die Kleine 6 Jahre alt war, was sie natürlich sehr mitgenommen hat. In den sechs Jahren, in denen ich mit ihrem Vater zusammen war, habe ich ein sehr gutes Verhältnis zu dem Mädchen aufgebaut und habe ein wenig ihre Mutter-Rolle eingenommen. Sie hat sich sogar als sie 9 war einen Spitznamen für mich ausgedacht, weil sie mich nicht einfach wie jeder andere beim Vornamen nennen wollte, aber „Mama“ auch nicht das richtige Wort war natürlich, denn ich bin sicherlich kein Ersatz für die leibliche Mutter. Jedenfalls bin ich dem Kind mit der Zeit sehr wichtig geworden und habe auch nach der Trennung von ihrem Vater den Kontakt zu ihr gehalten (ob er davon weiß, weiß ich nicht). Sie weiß nicht konkret, was zwischen ihrem Vater und mir vorgefallen ist und denkt, dass wir noch einigermaßen miteinander klar kommen. Den Kontakt haben wir hauptsächlich durch WA gehalten, da ich Abstand von meinem Ex brauchte und zurück in meine Heimat (anderes Bundesland) gezogen bin.

Jetzt hat mir seine Tochter aber geschrieben, dass sie mich wirklich gerne mal wieder sehen möchte und dass sie mich in ihrer Nähe braucht (und ganz ehrlich – ich vermisse sie auch sehr). Also hatte ich überlegt mal für ein verlängertes Wochenende da in die Nähe zu fahren und sie zu besuchen, nur weiß ich nicht, wie das Ganze ablaufen wird. Sie will sicher auch, dass ich zu ihr nach Hause komme, aber dann treffe ich zwangsläufig auch meinen Ex. Wie sollte ich mich ihm gegenüber verhalten nach einem Jahr Funkstille? Ich möchte ihr aber auch nicht sagen, dass ich ihn nicht sehen will, da ich ihr ersparen möchte, dass sie weiß, dass ihr Vater und ich nicht gut aufeinander zu sprechen sind. Das wäre wahrscheinlich sehr hart für sie und das möchte ich ihr nicht antun. Sie ist doch noch ein Kind.

Deswegen meine Frage: Was soll ich tun? Soll ich hinfahren? Wenn ja, wie verhalte ich mich meinem Ex gegenüber? Ich weiß gar nicht, wie er reagieren wird, wenn er erfährt, dass ich komme. Verbieten lassen will ich es mir aber auch nicht. Die Kleine ist wie eine eigene Tochter für mich. Und ich wie eine Mutter für sie. Was würdet ihr mir raten?
 
  • #2
Da du weggezogen bist, ist das sehr schwierig. Wenn du in der Nähe wohnen würdest, könntest du dich per WA mit ihr auf ein Eis verabreden. Mit 14 ist sie sicherlich auch mal allein unterwegs. Wohnt bei ihr jemand in Nähe den du mal über ein Wochenende besuchen könntest (?), dann könntet ihr euch auf dieses Eis verabreden.
 
  • #3
Liebe FS,
Du musst dem Ex nicht begegnen, wenn Du das nicht willst.
Die Tochter ist 14. Sie hat genug von der unerfreulichen Trennung mitbekommen, um Verständnis dafür zu haben, dass Du Dich mit ihr nicht in der Familienwohnung treffen willst.
Ihr könnt zusammen was ausserhalb der Wohnung machen. Nimm' Dir ein Hotelzimmer, dann habt ihr einen Ort für vertrauliche Gespräche - soviel zur Machbarkeit ohne den Ex.
Das müsste Dir aber auch selber einfallen, wenn Du etwas Verstand hast und nichts konstruieren willst, um dem Ex "rein zufällig" zu begegnen.

Grundsätzlich finde ich es unmöglich von Dir, dass Du hinter dem Rücken des Ex Kontakt zu seiner Tochter hast.
Mit 14 ist sie alt genug, um ihm gegenüber vertreten zu können, dass sie den Kontakt zu Dir weiterführen möchte und wenn ihm an ihrem Wohlbefinden gelegen ist, dann lässt er sie gewähren und unterstützt, dass sie Dich an Deinem neuen Wohnort besuchen kommt.
Es sollte Dir ein Anliegen sein, sie nicht zum Lügen und Verheimlichen anzuleiten, wenn Dir daran liegt, dass sie später mal gelingende Freundschaften und Beziehungen pflegt.
 
  • #4
Liebe sopek,

wie kommt es, dass das Mädchen nicht von Eurer Trennung weiß?

Auf jeden Fall solltest du mit offen Karten spielen.
Sag dem Mädchen, dass ihr getrennt seid, über die Gründe usw würde ich nichts sagen, schon gar nicht schlecht über den Vater sprechen.
Dann bitte das Mädchen über ihren Wunsch, dich zu sehen mit dem Vater zu sprechen.
Dann kannst du evtl, schriftlich mit ihm kommunizieren, ob er einverstanden ist mit dem Treffen.
Auf gar keinen Fall, ohne sein Wissen, die Kleine treffen
Finde es wie oben erwähnt eigenartig, dass sie nichts von Eurer Trennung weiß. So eng und gut scheint eure Beziehung ja auch nicht gewesen zu sein.
Benutz auf keinen Fall die Tochter für was auch immer.
Clarissa
 
  • #5
Wichtig für Kinder ist immer, dass man klare Verhältnisse schafft. Kinder und auch Jugendliche verstehen absolut, wenn man sich nicht mehr so gut versteht oder streit hat oder Funkstille herrscht und nein - das ist nicht hart für sie, nur hart für Dich. Solange du nicht über ihren Vater redest, kannst du natürlich sagen, dass ihr nicht mehr zusammen seid und eben keinen größeren Kontakt mehr habt. Wieso soll sie das nicht verstehen?
Wenn du ihr zu verstehen gibts, dass sie dir immer wichtig ist und auch bleibt, dann ist es eben so.
Heimlichkeiten vor dem Vater fände ich nicht gut - da käme sie in Loyalitätskonflikt.
Sie kann das mit ihrem Papa selber klären und sagen, dass du sie besuchen möchtest - das soll sie mit ihm absprechen und dann buchst du, wenn du ihr ok bekommst.
Du kannst ihm auch schreiben, dass ihr euch sehen wollte (die Tochter und du) und dass sie dir wichtig ist, dass du aber ihn nicht sehen willst. dann ist alles gesagt.
Es sei denn, du benutzt sie als Hintertürchen...!?
 
  • #6
1. Ich hätte nochmal nachgehakt, was sie machen möchte an dem Tag und wohin sie gehen möchte.

2. Ich hätte sie gefragt, ob ihr Vater davon weißt.

3. Leider müsstest du hier auch erklären, dass ihr schon lange nicht mehr zusammen seid und auch keine Freundschaft mehr habt, solltest ihr das verpasst haben, zu erwähnen.

Darf sie sich denn überhaupt mit 14 mit einem Erwachsenen den ganzen Tag "hintenrum" treffen (vor allem mit der Ex)? Das fällt doch auf, wenn sie nach der Schule nicht sofort heim kommt und irgendwohin geht. Der Vater wird doch Fragen stellen, wer die andere Person ist.

In jedem Fall würde ich mir ausdenken, wo man hingehen kann, damit du nicht plötzlich "uneingeladen" in der Wohnung deines Exes sitzt, ohne sein eigenes Einverständnis zu haben.

Zum Beispiel: Eis-essen gehen, Park, Essen gehen oder was auch immer es da vor Ort gibt. Aber auf keinen Fall in die Wohnung, ohne den Ex gefragt zu haben.

Zudem würde ich bedenken: Du weißt nicht, was das Mädchen im Schilde führt. Vielleicht ist Papa gerade wieder Single geworden und sehr traurig oder sie hat gemerkt, dass er sehr isoliert ist oder komische Gewohnheiten bekommen hat, und du weißt ja ...
Vielleicht hat sie da an dich gedacht.
 
  • #7
Treff sie außerhalb der Wohnung. Fahr ein WE hin und schau, was geht. Nimm Dir ein Hotel, dann mal Eis essen, Shopping etc.
Ich kann mir aber dennoch überhaupt nicht vorstellen, das er nichts davon weiß. Er wird es auch per Whats App mitbekommen. Er wird doch die Nachrichten in dem Alter noch lesen.
 
  • #8
Grundsätzlich finde ich es unmöglich von Dir, dass Du hinter dem Rücken des Ex Kontakt zu seiner Tochter hast.
Naja, hinter dem Rücken ist so ne Sache. Nachdem er mich mehr oder weniger vor die Tür gesetzt hat, hat sie von sich aus, den Kontakt gesucht. Als ob ich dann ihren Vater kontaktiere, um ihm davon zu berichten. Vielleicht hat sie das getan und er weiß es, vielleicht nicht.

wie kommt es, dass das Mädchen nicht von Eurer Trennung weiß?
Dass wir getrennt sind, weiß sie, aber nicht, was genau passiert ist. Jedenfalls habe ich ihr nichts genaues erzählt und ich glaube ihr Vater auch nicht, zumindest damals nicht. Inzwischen vielleicht schon. Wir reden selten über ihn, wenn wir schreiben.

Auf gar keinen Fall, ohne sein Wissen, die Kleine treffen
Um ehrlich zu sein, ich habe Angst davor, Kontakt zu ihm aufzunehmen. Und ich weiß nicht, was das mit mir machen wird. Ich bin noch nicht wirklich über ihn hinweg und ich bin ihm total egal. Außerdem, was mache ich, wenn er es nicht erlaubt? Sie ist 14. Wenn sie mich sehen möchte, ist das ihr gutes Recht und meins auch.

Weil sie dann eventuell das Gefühl haben könnte, zwischen uns zu stehen und das kann ein sau mieses Gefühl sein. Als ich in ihrem Alter war, haben sich meine Eltern getrennt und wussten auch nichts mehr miteinander anzufangen. Ich habe darunter gelitten. Gut, ich bin nicht ihre Mutter, aber es könnte ihr genauso gehen.

Leichter gesagt als getan. Ich habe dieses Mädchen 6 Jahre lange aufwachsen sehen, sie ist mir wichtig.

1. Ich hätte nochmal nachgehakt, was sie machen möchte an dem Tag und wohin sie gehen möchte.

2. Ich hätte sie gefragt, ob ihr Vater davon weißt.
Das werde ich mal machen.

Es sei denn, du benutzt sie als Hintertürchen...!?
Ich benutze sie für gar nichts. Bei ihrem Vater habe ich sowieso keine Chancen mehr, DAS hat er mir mehr als deutlich klar gemacht..
 
  • #9
Ich denke mir das Ganze so: Du wars schon lange nicht mehr bei ihnen, obwohl du früher oft da warst. Papa sagt wahrscheinlich, du hast zu viel zu tun und kannst deswegen gerade nicht mehr kommen.

Das Mädchen denkt, alles läuft gut, aber wie Papa und diese Frau zusammen leben ist etwas seltsam und passt nicht in ihr Bild. Normal geht ja die Frau nicht einfach so weg und bleibt so lange weg. Zumal wahrscheinlich dringend eine Mutter daheim fehlt, die Essen macht, Wäsche macht, da ist, Hausaufgaben kontrolliert, beim Elternabend ist, auf Klassenausflüge mitgeht. So wie andere Mädchen es rein natürlich erleben und sie nie erleben darf.
Ihr fällt das schon auf und übernimmt jetzt den weiblichen Erwachsenenpart, indem sie das Gespräch mit dir sucht. Etwas, das Papa oder Sohn rein von seiner Rolle nie machen würden.

So lebt man seinen Kindern eine chaotische Beziehung vor und es wird gedrängt, die Beziehungsprobleme von Vater und Mutter zu kitten, weil die Erwachsenen es nicht selber können.
Mich würde nicht wundern, wenn sie jetzt mit 14 in der Pubertät so langsam die Orientierung auf ihrem Kompass verliert, was richtig und was falsch ist, auch mit den Jungs.

Ihr fehlt wahrscheinlich dringend eine weibliche Bezugsperson, die da ist und ein Vorbild vorlebt, wie man gewisse Dinge macht und zur erwachsenen Frau regelt. Der Papa hat selber zu kämpfen mit seinen Beziehungen und macht das mit sich selber aus.

Ein Sohn würde sich da jetzt einfügen und sich das abgucken, wie man halt passiv-aggressiv nichts macht, seine Beziehungen vertuschelt, weglügt, und seine Probleme schweigend mit sich alleine ausmacht.

Das Mädchen kann nur Mutmaßungen für sich anstellen. Ich würde ihr das sachte irgendwie erklären, dass die Freundschaft sich auseinander entwickelt hat, weil ihr beide gemerkt habt, dass ihr nicht wirklich zusammen passt. Und dann muss man halt überlegen, ob ein Treffen mit dem Ex daheim sinnvoll und erwünscht ist.
 
  • #10
Du solltest aus meiner Sicht Vater und Tochter gegenüber ehrlich sein. Teenies mit 14 können verstehen, dass man sich verkracht und Details zu erklären ist natürlich völlig unnötig. Wenn er keinen Kontakt zwischen euch möchte, ist das aus meiner Sicht auch zu respektieren. Es ist seine Tochter und nicht Deine. Auch wenn er den Kontakt nicht mehr möchte, ist es seine Aufgabe es seinem Kind zu erklären und aus meiner Sicht solltest Du Dich da heraushalten.
Sie ist 14. Wenn sie mich sehen möchte, ist das ihr gutes Recht und meins auch.
Mit Sicherheit nicht. Weder moralisch noch juristisch.
Papa sagt wahrscheinlich, du hast zu viel zu tun und kannst deswegen gerade nicht mehr kommen.
Quatsch. 14jährige glauben weder an den Weihnachtsmann noch an Partnerinnen, die ohne sich zu verabschieden plötzlich über ein Jahr verschwinden. Schon eine 5jährige würde daraus bestenfalls den falschen Schluss ziehen, dass sie "schuld" ist. Was soll das Kind für ein Weltbild bekommen, wenn Menschen einfach verschwinden?
 
  • #11
Liebe FS

Dass du mit der Tochter Kontakt pflegen möchtest, finde ich per se einfach mal schön. Sie hat dich doch sechs Jahre erlebt und du hast sie ein Stück ihres Lebensweges begleitet. Sie hat schon einmal ihre leibliche Mutter verloren und nun bist du auch „weg“.

Schau: wenn du es wirklich ernst meinst, sie magst, und sie weiterhin auf ihrem Lebensweg begleiten willst, sollte das für immer sein, solange sie will und kann. Aber am allerwichtigsten: du musst mit dem Vater des Kindes reden und seinen Segen dazu haben. Nur so kann sich das ernsthaft und gut für den pubertierenden Teenie und dessen Vater entwickeln.

An deiner Stelle würde ich mit beiden reden, niemanden hintergehen und ganz offen, ehrlich und ohne auf die Beziehung zurückzublicken, sondern nur im Hinblick auf die Bedürfnisse der Tochter hin argumentieren. Sie ist vierzehn und wird verstehen. Und er vielleicht auch. Mache konkrete Vorschläge wie du dir einen alltagstauglichen Kontakt vorstellen könntest. Und mache beiden klar: ich bin eine Begleiterin und Freundin, ich beeinflusse nichts und mische mich nicht in Vater-Tochter-Diskussionen ein, denn Papa ist Papa.

Alles ändere wäre falsch und würde die Tochter früher oder später in ein emotionales Loch stürzen. Gehe es beherzt und mit gesundem Menschenverstand an.

Und wenn der Vater nein sagt und sich quer stellt, musst du das akzeptieren, auch wenn es weh tut. Irgendwann ist sie 18 und könnte, falls sie wollte, über den Kontakt zu dir selber entscheiden.

Take care
 
  • #12
Liebe Sopek
Die Tochter ist 14 und ich finde, Du solltest ihr erklären, wie die Situation zwischen dir und ihrem Vater ist.
Bitte, das Mädchen hat ja schon ihre Mutter verloren und auch wenn sie weiss, dass ihr euch getrennt habt, muss sie doch verstehen können, weshalb du Dich zurückzogst und nicht mehr blicken liessest.
Dir ist das Mädchen wichtig, sie sollte es wissen, sonst denkt sie doch traurigerweise, dass sie es nicht mehr für Dich ist.
Ich finde Dich übrigens eine ganz tolle, schade musste es so kommen, hoffe Ihr findet einen Weg und der Vater stellt sich nicht quer.
Alles Gute
 
  • #13
Das Mädchen ist 14 und kein Kleinkind mehr...die denken nicht mit: Papa geht weg und die Frau auch...

Ein großer Teil der Mädchen hat n dem Alter schon einen Liebeskummer hinter sich.
Da kann man zumindest offen über die eigenen Grenzen sprechen.
Man muss nicht den Vater schlecht reden, wenn man offen sagt dass man ihm nicht begegnen möchte, sich aber sehr auf das Mädchen freut.

Ich persönlich fände es schlimm, wenn Du einfach den Kontakt zu ihr abgebrochen hättest oder positiv ausgedrückt: ich finde es toll.

Und ihr beiden Frauen könnt gut zusammen überlegen, wie ihr es macht.
Heimlich wäre wohl nicht die beste Variante, wenn ich die auch mit 14 spannend gefunden hätte.

Ich würde mir in der Nähe ein Zimmer nehmen übers Wochenende.
Dann ist man flexibler
 
  • #15
Okay! also Du vermisst ihn schon und er will Dich nicht mehr? Richtig?
Dir ist schon klar, dass er das als versteckte und sehr verzweifelte Hintertür-Kontaktaufnahme deuten wird?
Ich finde, der Vater ist hier nicht die Hauptperson.
Klar, auch ich würde den Vater um seinen Segen zu einem Treffen mit der Tochter bitten und wenn er das verweigert, es vielleicht auch nicht machen, aber eins würde ich auf jeden Fall tun, wenn mir das Mädchen wichtig wäre: ihm sagen ( anrufen ), dass ich es vermisse und es unheimlich gerne treffen würde.

Ich erzähle euch kurz, wie es war, als meine Mutter weggegangen ist, ok ?
Ich war drei, mein Bruder vier, als meine Mutter meinen Vater verlassen wollte, sie hatte einen guten Mann gefunden.
Sie wollte uns mitnehmen, aber 1970 gab es noch das Schuldprinzip.
Mein Vater gewann, wir blieben bei ihm.
Er wollte uns zwar nicht, aber er wollte meine Mutter hart treffen.
Alle, z.B. auch meine Großeltern, auch die mütterlicherseits erzählten uns, dass meine Mutter uns nicht wollte und deswegen mein armer Vater uns nehmen musste und wie hart das für einen Mann sei.
In diesem Bewusstsein bin ich aufgewachsen. Ich fühlte mich von allen verlassen und nirgends willkommen.
Meine Mutter hat mir alles erzählt, als ich 18 war, auch Unterlagen gezeigt, die diese Version belegten, aber für meine Seele war es zu spät.
Noch heute denke ich, dass ich schlecht und wertlos und unwillkommen bin.
Außer wenn ich zwanghaft Leistung zeige. Das war seinerzeit die einzige Möglichkeit, den Zipfel von Zuneigung zu fassen.
Noch heute versuche ich das täglich.

Tu das dem Mädchen nicht an.
Vergiß den Vater, der ist nicht wichtig.
Lass das Mädchen wissen, dass du es nicht verlassen hast.
Und erzähle von der miesen Trennung ( die schmutzigen, ekelerregenden Details bitte weglassen, denn sonst kann sie ihren Vatern nicht mehr lieben ).

w 50
 
  • #16
Sie ist 14. Wenn sie mich sehen möchte, ist das ihr gutes Recht und meins auch.
Mit Sicherheit nicht. Weder moralisch noch juristisch.

...ihm sagen ( anrufen ), dass ich es vermisse...
Der richtige Zeitpunkt dafür, dem Mädchen zu erklären, dass man sich trennt, weil man sich nicht mehr versteht, wäre gleich nach der Trennung gewesen. Nicht lange später.

Vergiß den Vater, der ist nicht wichtig.
Lass das Mädchen wissen, dass du es nicht verlassen hast.
Und erzähle von der miesen Trennung...
Der Vater ist der Vater, die FS seine Expartnerin. Du verdrehst das etwas. Geschichten von der „miesen Trennung“ haben bei der Tochter nichts zu suchen. Meist haben „miese Trennungen“ zwei Seiten. Kinder sollte man da grundsätzlich heraushalten, wenn man schmutzige Wäsche waschen möchte.
 
  • #17
Wie wäre es, wenn du jetzt einfach mal nur an DICH denkst?
Fühl doch mal, so ganz ehrlich zu dir selber ... (unabhängig wie du sonst so zu diesem Mädchen stehst) willst DU dieses Treffen überhaupt? Oder wird es dir etwas mulmig dabei?
Vielleicht fühlst du dich auch nur verpflichtet auf ihren Wunsch einzugehen, obwohl du derzeit viel lieber andere Sachen machen würdest ... den Frühling genießen, deine neue Wohnung verschönern,
dich erholen von dem Schlimmen was du erlebt hast ... ?
Weißt du - das Leben sendet Prüfungen.
Prüfungen der Ehrlichkeit. Prüfungen ob man sich wieder anzapfen und verstricken lässt, in Themen, die eigentlich zu anderen Familien gehören.
Ich weiß wie es dir geht ... ich hatte auch mal so eine Kleine ... die schreiend im Wohnzimmer stand und heulte 'Hier geht keiner!!' als
ich den neuen Partner wieder verlassen wollte ... Es war SEINE Tochter ... und verlassen war sie von IHRER leiblichen Mutter worden, die war weit vor mir abgetaucht ...

Und ich ... war 'nur' die neue Freundin ... aber das Leben & die Natur legten ihre Stricke aus ... weil so ein kleines Mädchen ja Versorgung brauchte ... und so fühlte ich mich verpflichtet zu bleiben ...
und mich für die beiden aufzuopfern, zu kochen und Kindergartenfahrten zu machen, ins Bett bringen und ein fremdes süsses liebes armes kleines Mädchen zu trösten das von der eigenen Mutter im Stich gelassen worden war und wirklich mit-zu-leiden ...
Anstatt meine Jugend und den Sommer zu genießen, Eis essen, fröhlich tanzen gehen, nette junge Männer kennenzulernen, meine Ausbildung völlig unbeschwert in den Mittelpunkt zu stellen ...
Statt dessen kümmerte ich mich um die Kleine und um ihren verlassenen Papa ... anstatt dass ein Mann sich um mich kümmerte ...
zu meinem Leidwesen später, binich damals nicht recht-zeitig gegangen ... denn es wurde mir von ihm nie gedankt.
Er war innerlich böse ... und hat mir viele Jahre später mit dem gemeinsamen Geschäft (= mein Kind) geschadet.

Also vielleicht sucht dieses junge Mädchen gerade den Kontakt zur falschen Frau ... vielleicht sucht sie ihre Mutter?
Oder es ist eine Prüfung, ob es dir gelingt, deine eigenen Bedürfnisse und deinen inneren Frieden vorrangig über die Bedürfnisse anderer netter Menschen zu stellen ... ?

Höre auf dich und dein eigenes inneres Kind. Spendiere DIR Zeit & Trost & Verständnis. Geh mit dir selber Eis essen. Gönne dir einen Kurz-Urlaub in einer Stadt deiner Wahl. Anstatt für eine fremde Familie, wo dir Unrecht geschehen ist, weiter zu investieren.
Nable die Kleine ab. Sie ist nämlich keine Kleine mehr. In anderen Ländern heiraten 14 Jährige und bekommen selber Familie. Die Natur traut ihr das zu.
Traue auch du ihr zu, ihr Schicksal selber zu tragen. Das stärkt.
Du bist kein Unmensch, wenn du diffuse Kontakte meidest, welche DIR wieder Verstrickungen bringen können.
 
  • #18
Den ex-Freund natürlich um Erlaubnis bitten. Das ist alles. Wenn er es erlaubt, dass du Kontakt zum Kind haben darfst, dann ist es o.k.

Und treffen dann in einem Cafe in der Nähe.
 
  • #19
Er hat eine 14-jährige Tochter aus einer früheren Beziehung.
Sie ist doch noch ein Kind. Sie weiß nicht konkret, was zwischen ihrem Vater und mir vorgefallen ist und denkt, dass wir noch einigermaßen miteinander klar kommen.
Liebe FS,

die Tochter deines Ex ist kein Kind mehr und müsste in ihrem Alter sehr wohl mitbekommen haben, dass es mit der Beziehung nicht zum Besten stand und auch, dass es da keinen Kontakt mehr gibt.

Du hingegen hast die Trennung immer noch nicht überwunden und hoffst insgeheim deinen Ex zu sehen, wenn du an einem Wochenende dorthin fährst.

Dass das Mädchen dich sehen will, muss nicht bedeuten, dass du zu ihr nach Hause kommen sollst.
Vielleicht lebt er inzwischen mit einer anderen Frau zusammen und sie will dich deshalb in einem Café treffen.
Deine Anwesenheit in seiner Gegend bedeutet nicht, dass du ihm auch über den Weg laufen wirst.

Weißt du nicht, was seine Tochter mit dir besprechen möchte und wieso oder wie lange sie dich in ihrer Nähe braucht?
 
  • #20
Mal folgende Überlegung.....
Die Tochter ist 14. Also ein Teeniegirl - und weiss schon, wie man aus Papa ein "JA" herauskitzelt.
Aus juristischen Erwägungen wäre ein Einverständnis des Vaters wichtig. Es ist aber egal, wer das holt .....
Und dann, wie bereits beschrieben, ein Treffen ausserhalb seines Hauses - und auf keinen Fall den Vater schlecht machen.
 
  • #21
Hallo FS

Ich wurde hier schon öfters gesteinigt weil ich immer sage dass man zu den Kindern des Partners keine zu enge Beziehung aufbauen soll - genau aus dem Grund, den du jetzt durchmachst.
Das Mädchen ist 14 und ihr habt anscheinend noch guten Kontakt. Auf keinen Fall würde ich sie treffen ohne das der Vater es weiss.
Das du noch nicht über deinen Ex hinweg bist, kann man lesen - aber was passiert denn mit dir wenn du von der Tochter erfährst dass er eine neue Frau hat? Oder das sie am WE keine Zeit hat weil die Neue was mit ihr geplant hat?
Denkst du nicht dass du dir hier mehr schadest als gut tust?
Dass du mit dem Kind was machen willst spricht für dich aber ich werde das Gefühl nicht los dass du dem Papa eines reindrücken oder beweissen willst, ein bisschen in die Richtung: "So was gutes, menschliches....wie mich bekommst du nicht mehr".
Die Tochter ist 14, in 1-2 Jahren wird sie die Zeit weder mit ihm noch mit dir verbringen aber du trauerst dann immer noch der Familie hinterher.
Viellceiht wird es Zeit für dich, dich etwas abzulösen...
Ein gutes Recht hast du auf die Tochter absolut nicht - dann hättest du heiraten und adoptieren müssen oder sonst was - du verrennst dich hier ebenfalls in die Idee der "guten Stiefmama der alle dankbar sein müssen".