• #1

Wie kann man Beziehung und Job vereinbaren?

Hallo liebe Mitglieder,

ich wende mich heute an euch weil ich hoffe etwa objektiveren Input zu bekommen als wenn ich nur mit meinem Freund darüber spreche.

Die Lage ist folgendermaßen. Ich, 31 bin bereits am arbeiten während mein Freund, 27 noch im Masterstudium (Ingenieur) in meiner Heimatstadt ist. Ich bin dann wegen Arbeit weggezogen und wir hatten eine Fernbeziehung über 300km. Darüber haben wir festgestellt das wir beide nicht dafür geeignet sind und unglücklich mit der Situation waren. Ich habe dann eine neue Arbeit in der Heimat gefunden bei der sich aber schnell rausgestellt habe das es ein Fehlgriff war.

Jetzt hat mein Freund gesagt das er doch noch gerne Promovieren möchte. Das macht es insofern schwieriger weil er für 3-5 Jahre wieder gebunden ist und nicht so flexibel nach dem Studium wie ich dachte. Für die Promotion kommen eigentlich nur 3 Unis in Deutschland in frage weil er bereits an einer Top Uni war, das verstehe ich auch. Er würde eventuell auch an eine schlechtere Uni, aber oft sind die besten Städte für Ingenieure und Politikwissenschaftler nicht dieselben.

Für mich ist das Problem wiederum das es nicht so einfach ist Arbeit zu finden wenn man auf ein Bundesland beschränkt ist, und ich es mir eigentlich nicht unbedingt leisten kann nicht bundesweit zu schauen. Ich würde absolut bevorzugt gerne remote, als Freelancer, oder im Homeoffice arbeiten, aber da muss man ja auch erstmal was finden.

Wir sind eigentlich weltweit flexibel, aber mein Freund hat noch 2 Jahre bis er die deutsche Staatsbürgerschaft beantragen kann. In der Zeit können wir leider nicht ins Ausland gehen. Er hätte eigentlich kein Problem in irgendeine Stadt nach zuziehen und für ein paar Monate würde ich auch vorausziehen, aber 5 Jahre ist uns beiden zu lange.

So wie ich das sehe gibt es momentan keine gute Lösung. Fernbeziehung wollen wir nicht, er müsste an eine schlechtere Uni, ich einen schlechteren Job...Ich hoffe erstmal das es jetzt mit dem Freelancing klappt und wir zusammen eine Basis haben. Wir möchten gemeinsam unsere Zukunft verbringen das steht fest

Habe ich irgendwelche Möglichkeiten übersehen?
 
  • #2
Ich weiß wirklich nicht, warum sich alle Frauen immer nach dem Mann richten! In welchem Zeitalter leben wir denn? Jane Austen?
Was ist so schlimm an einer Fernbeziehung, zumal es ja nur nur für eine kueze Zeit wäre. Freelance, Homeoffice - und Deine Altersversorgung bzw. Karriereaussichten?
Mein Mann und ich haben auch einige Jahre Fernbeziehungen geführt, jetzt sind wir Ü50 und haben beide gute Berufe und jeweils eine entspannte Altersversorgung.
Bei dem Thema Altersarmut von Frauen hält sich mein Mitleid in Grenzen.
Eine Beziehung auf Augenhöhe sieht anders aus!
 
  • #3
Hallo FS,

Es muss nicht immer eine Topuni sein.Ich denke, wichtiger als der Name der Uni ist es, die Promotionszeit richtig zu nutzen, das heisst, Fachtagungen zu besuchen und Kontakte zu knüpfen. Dabei sollte er sich bei den ersten Tagungen damit begnügen, reiner Zuhörer zu sein, bevor er selbst einen Vortrag hält. Als Ingenieur ist es nicht die Regel zu promovieren. Mit diesem Ziel hat er bereits einen Riesenpluspunkt. Seine Beurfschancen sinken also nicht, wenn er an einer weniger bekannten Uni promoviert. Soweit zu seinen Möglichkeiten.
Du könntest zum Beispiel als Dozentin arbeiten und online unterrichten. Vielleicht könnt ihr so an Orten arbeiten, die nicht allzu weit voneinander entfernt sind, eventuell sogar am gleichen Ort.
 
  • #5
Ob Freelancing in deinem Alter eine gute Startposition für eine gelungene berufliche Biografie ist, vermag ich nicht zu beurteilen, da kommt es wohl auf die Branche an, in der du deinen Weg machen willst. Auf alle Fälle scheinst du nicht so recht zu wissen, wohin du dich beruflich entwickeln willst und bist deshalb für alles und irgendwie auch wieder nichts offen. Ich empfehle dir ein paar Stunden Job-Coaching, die dir helfen, d e i n e Entwicklung in den Blick zu nehmen und nicht nur um die Beziehungsfrage zu kreisen. Vielleicht gelingt es dir dann, einen Job zu finden, der dich nach vorne bringt und dir nach ca einem Jahr starker Präsenz am Arbeitsplatz möglich macht, einen Teil der Arbeitstage ins Home Office zu verlagern. Dann könntest du z. B. 4 Tage (inkl. WE) in eurer gemeinsamen Wohnung verbringen - dein Freund bleibt ja ohnehin vor Ort. Die restlichen 3 Tage arbeitest du in der neuen Stadt, am neuen Arbeitsplatz.
Oder: Dein Freund verbleibt für die Hälfte der Woche vor Ort und den Rest der Woche am Schreibtisch (Promotion) in der neuen Stadt, in die ihr gemeinsam zieht.

Definiere "gute Lösung" neu, momentan klebst du regelrecht an der konstanten Nähe zu deinem Freund, dabei kann eine Mischung aus FB und Nähe eine Zwischenlösung sein. Bedenke: Dein Freund hat irgendwann seinen Doktor, du bist dagegen evtl. im Freelancer-Nirwana gelandet, ohne "Stallgeruch" einer Institution, Firma, Agentur, NGO etc. Wäre das sinnvoll, ganz besonders mit Blick auf evtl. Ausfallzeiten durch Mutterschaft Mitte 30? Wie gesagt, suche dir einen Coach mit Erfahrung in deiner "Branche" und gewinne Klarheit über deine beruflichen Ziele.
 
  • #6
Ich weiß wirklich nicht, warum sich alle Frauen immer nach dem Mann richten! In welchem Zeitalter leben wir denn?
Das ist keine Frage von Frau und Mann, sondern von Flexibilität. Denn es wird immer so sein, daß der zeitlich oder räumlich flexible Partner diese Flexibilität zugunsten des Partners in die Beziehung einbringt bzw. der unflexible Partner das sogar einfordert. Von den Vor- und Nachteilen z.B. einer Homeoffice-Arbeit bleiben dann nur noch die Nachteile übrig.

Man stelle sich vor, einer könnte an Regentagen seine Arbeitszeit etwas ausdehnen, um dann an Sonnentagen ein paar Extra-Freistunden zu haben. Mit Partner: Fehlanzeige. Arbeitsbeginn im Home Office ist, wenn der andere Partner regulär zur Arbeit geht, Feierabend im Home Office ist, wenn der andere Partner nach Hause kommt. Das ist für den auswärts Arbeitenden sehr angenehm, da der andere immer gleichzeitig frei hat. Aber die Flexibilität, die ja ein wichtiges Kriterium bei der Berufswahl war, ist weg.

Ähnlich ist es mit ortsungebundener Arbeit: es wäre von großem Vorteil, könnte man jeweils dort arbeiten, wo die Wege für den aktuellen Auftrag die kürzesten sind. Tatsächlich zieht man aber immer dorthin, wo der Partner gerade durch seine Sachzwänge gebunden ist. Auch wenn es einem Nachteile einträgt: wie will man gegen den eigenen Partner argumentieren?

Fernbeziehung wäre die Lösung, aber will die Fragestellerin nicht. Wer etwas nicht will, kann nicht erwarten, daß der andere dafür Opfer bringt, das ist schon Sache desjenigen, der sich seinen Vorstellungen annähern will. Also auch wieder kein Mann-Frau-Ding.

Vielleicht wünscht sie sich aber irgendwann einmal, sie wären bei diesem Modell geblieben: gerade die Menschen, die sich kein festes Arbeitskorsett überstülpen möchten, finden sich manchmal in einer Situation wieder, in der ihnen das Korsett auf dem Umweg über den Partner dann doch übergestreift wurde. Nur leider ohne die vielen Absicherungen, die einem der fixe Arbeitsplatz bietet.
 
  • #7
Ich weiß wirklich nicht, warum sich alle Frauen immer nach dem Mann richten! In welchem Zeitalter leben wir denn? Jane Austen?
Was ist so schlimm an einer Fernbeziehung, zumal es ja nur nur für eine kueze Zeit wäre. Freelance, Homeoffice - und Deine Altersversorgung bzw. Karriereaussichten?
Mein Mann und ich haben auch einige Jahre Fernbeziehungen geführt, jetzt sind wir Ü50 und haben beide gute Berufe und jeweils eine entspannte Altersversorgung.
Bei dem Thema Altersarmut von Frauen hält sich mein Mitleid in Grenzen.
Eine Beziehung auf Augenhöhe sieht anders aus!


Ganz meine Meinung!

Die Frau nimmt karrieremäßig Rücksicht auf die Karriere des Manns, der als Student noch nicht einmal eine berufliche Karriere hat!

Liebe Fs, Du schreibst, dass ihr 'beide (!) eigentlich weltweit flexibel" seid!

Nein, seid ihr nicht. Das ist Deine riesige Fehleinschätzung.

Dein Freund ist gerade nicht "weltweit flexibel", sondern festgelegt auf 4 Unis in Deutschland. Du bist genau überhaupt nicht flexibel, sondern Du legst Dich fest auf die eine (!) Universitätsstadt, die Dein Freund aussucht.

Soviel zu Deiner Selbstwahrnehmung.

Du nimmst berufliche Einbußen in Deiner Karriere als Investition in Kauf mit der Hoffnung auf welches Ziel?
Überlege Dir doch mal genau, für was Du Dein eigenes berufliches Potenzial opferst und aus welcher Motivation heraus.
 
  • #8
Servus!

Nun, das grundlegende Problem ist doch bereits geschildert worden:
Ihr seid offensichtlich beide so sehr in Eure Arbeitsweise hineingestanzt, man möchte meinen, geradezu versteift.
Und wenn all das inzwischen sogar schon auf eine Fernbeziehung hinaus gelaufen ist, die so gerade eben noch hielt, während das materialistische Gedankengut zweifelsohne im Vordergrund stand und steht, dann frage ich mich allen Ernstes, ob diese Beziehung nicht eher so etwas wie ein Notnagel zu sein vermag - und das wiederum würde auf Defizite im Unterbewusstsein hindeuten.
Ich will Euren Werdegang keineswegs schlecht reden. Auch ich habe studiert und gehe wie gewohnt meiner Arbeit nach, allerdings in dem Maße, dass ich sehr wohl noch Zeit für andere Menschen habe, auch für eine Partnerin, wenn ich diese hätte.
Früher hatte ich übrigens tatsächlich eine Fast-Beziehung mit einer Dame, die aber nicht nur überwiegend von der Arbeit geredet hatte, sondern die selbst auf meine simple WhatsApp-Nachricht, mit der ich mich nur nach ihrem Befinden erkundigen wollte, folgender Maßen reagierte: ,,Ich bin gerade sehr beschäftigt. Ich studiere neben dem Beruf.''
Das wollte ich doch überhaupt nicht wissen!
Da war mit ganz entschieden der Geduldsfaden gerissen, ich hatte sofort den Kontakt abgebrochen und ihr noch mitgeteilt, dass all diese materiellen Dinge ohnehin irgendwann von ,,Motte und Rost'' verzehrt werden (Matthäus 6:19).
Sie meldete sich nie wieder, bestimmt, weil ich ihr völlig bewusst den Spiegel vor ihr verblendetes Antlitz gehalten hatte.

Und darauf bin ich auch heutzutage noch stolz! Wer weiß, worauf ich mich damals eingelassen hätte...

Aber gut, ich kann nur schildern, was ich im Rahmen meiner Erfahrungen und meiner gesellschaftskritischen Herangehensweise davon halte.
Ihr könnt selbstverständlich machen, was Ihr wollt - aber meine Prognose für ein derartig materialistisch überschattetes Beziehungskonzept schaut, gelinde gesagt, nicht sehr viel versprechend aus.
Es sei denn, Ihr macht einen radikalen Schnitt, fangt noch einmal bei Null an und betrachtet das Ganze etwas sortierter, um die Wertigkeit Eurer Beziehung als solche zu sehen. Eure Beziehung braucht dringend, um es mit den Worten Martin Heideggers auszudrücken, eine neue ,,Sphäre der Bedeutsamkeit'' - und diese kann nicht darin bestehen, dass man sich geradezu aufopfernd der Arbeit hingibt.
Und wie es mit dem Beruf und dem Studium nach dieser intensiven Betrachtung ausschaut, kann man dann ja noch immer sehen.

Alles Gute!

M, 32
 
  • #9
Ich weiß wirklich nicht, warum sich alle Frauen immer nach dem Mann richten! In welchem Zeitalter leben wir denn?
Stimme voll zu, ein völlig falscher Ansatzpunkt, was ich auch bei FS erkennen kann, bin überzeugt, dass er (Freund!) sich solche Fragen von FS nicht stellt, deshalb habe ich ein ungutes Gefühl, dass alles für FS so kommen wird, wie sie es sich erträumt! Kenne viele solche ähnliche Geschichten, die dann völlig anders gelaufen sind, ich wünsche es FS nicht! Und hoffe, dass FS diesen Mann nicht finanziell unterstützt!
 
  • #10
Stimme Nr 2 zu. Bei den Ingenieuren mag es etwas anders aussehen, die mögen mich dann korrigieren - aber mir scheint, dein Freund hat möglicherweise ganz allgemein einen durch das anglo-amerikanische System verzerrten Blick zumindest auf die deutsche Uniwelt. Ja, es gibt inzwischen die Exzellenzinitiative, aber der Unterschied zwischen dem, was für ein Fach als Topuni gilt und einem Fachbereich an einer normalen Uni ist überhaupt nicht so groß. Für Studierende hat es kaum Auswirkung - und bei Promotionen ist der produktive Kontakt zum Doktorvater / - mutter und /oder die Einbindung in ein strukturiertes Graduiertenprogramm wichtig. Referenzen aus Oxford oder Harvard öffnen ihm hier zwar auch Türen - aber es ist nicht so, dass die Systeme in dieser Hinsicht vergleichbar wären und du jetzt gleich nen Job bekommst, weil du an einer bestimmten Uni promoviert hast. Und tatsächlich ist der Forschungsstandort hierzulande nur wichtig, wenn ein bestimmtes Projekt oder ein spezifischer Betreuer daran gekoppelt sind. Wenn er in der Forschung bleiben will, sind die Publikationsorte viel wichtiger. Je nach Fach in den angesehenen Verlagen und Journals unterkommen, das wäre wichtig. Gute, bzw. angesehene Forscher/Betreuer/innen arbeiten hier auch an kleinen Fachbereichen. Wenn ihm der Status wichtig ist, wäre für ihn hierzulande eigentlich besser zu wissen, zu welcher Person er will, nicht an welche Uni.
 
  • #11
Ja, du hast was übersehen! Es gibt keine "schlechtere" Uni. Es gibt keinen "schlechteren" Job.
Für die Liebe und ein Familienleben hat man allgemeinhin immer nie studiert. Frauen sind lieber beruflich kürzer getreten. Männer haben ihre Arbeitsstunden reduziert, als noch mehr zu arbeiten, wenn die Liebe darunter litt, denn irgendwann ist die Frau weg!
Was nicht heißt, dass man das alles muss! Was auch nicht heißt, dass man später nicht doch auch noch mit Liebe, Ehe und Kindern wieder was Berufliches machen kann. Aber wenn man als Priorität Liebe (und Ehe und Kinder) hat, dann tritt man arbeitstechnisch kürzer.
Da man heute die Liebe aber als potentiell wertlos betrachtet und es nur um viel Arbeit, gute Jobs, viel Geld geht, kommt eben dieses verkorkste Denken bei raus, dass das größte Problem ist, auf eine "schlechtere Uni" zu gehen.
 
  • #12
Hallo @Lykeia

Fernbeziehungen finde ich auch nicht prall und von vornherein würde ich so eine Beziehung auch nicht unbedingt eingehen wollen, aber ihr seid bereits ein Paar und wollt doch das Beste füreinander. Lass ihn unbedingt an seiner Wunsch Uni promovieren und du solltest dich bundesweit bewerben und dir deinen tollen Job suchen.
In 5 Jahren kannst du bei der richtigen Firma vielleicht Karriere machen oder zumindestens wichtige Berufserfahrungen sammeln. Das steigert wiederum deine allgemeine Attraktivität auf den Arbeitsmarkt und du hast es leichter einen tollen Job in eurer Wunschstadt zu finden.
Eine Fernbeziehung ist natürlich hart, aber ihr seid jung und es wäre eine absehbare Zeit.
Zudem sollte man nicht unterschätzen das eine Beziehung oft durch Unzufriedenheit und Frust über das eigene Leben negativ belastet wird und durch stille Vorwürfe an den Partner kann auch noch nach vielen Jahren eine Beziehung in Brüche gehen.

Alles Gute

W, 26
 
  • #14
Das ist keine Frage von Frau und Mann, sondern von Flexibilität. Denn es wird immer so sein, daß der zeitlich oder räumlich flexible Partner diese Flexibilität zugunsten des Partners in die Beziehung einbringt
Leider nein. Auch ich hatte einen Partner, der sehr flexibel hätte sein können. Wollte er nicht, weil er sich nicht beruflich nach ner Frau ausrichtet, die dann vielleicht auch noch vor seiner Nase eine akademische Karriere macht, die er gern gemacht hätte. Er wollte auch nicht aus seinem Umfeld weg. Was ich nachvollziehen kann (nicht wegen des Umfeldes, sondern weil viele Menschen lieber dort bleiben, wo sie Leute kennen)

Ich kenne so gut wie keinen Mann, der sich wohnortsmäßig nach der Frau gerichtet hätte. Ich bin sicher, dass es diese Männer gibt, aber "das Übliche" in meiner Generation war noch, dass der Mann besser weiß, wo Geld zu verdienen ist. Und die Frau bekommt ja gegebenenfalls sowieso die Kinder, fällt also beruflich aus. Somit ist sie diejenige, auf deren Karriere das Paar ganz selbstverständlich verzichtet.
 
  • #15
Das mit der Flexibilität wird sich auf Dauer nicht ändern. Mit einer guten Quailfikation oder einem speziellen Studium werdet ihr immer Abstriche machen müssen. Zunächst ist für beide wichtig, eine möglichst gute Ausbildung zu bekommen, dann schaut man nach einem guten Job. Im Grunde ist doch klar, dass er in ein paar Jahren nochmal den Ort wechseln muss. Im Moment wirst Du Dich, egal wo er promoviert, nur nach seinem Ort richten können oder eben eine Fernbeziehung haben. Ich würde die Fernbeziehung mit einer erträglichen Fahrtstrecke jetzt in Kauf nehmen und dann in 5 Jahren die Karten neu mischen.
 
  • #16
Ich würde mir das ganze mal möglichst ohne Emotionen ansehen. Wenn Dein Partner die Beziehung so wichtig finden würde wie Du, was würde er tun? Was würdest Du an seiner Stelle tun?
Wer hat die größeren Probleme mit einer FB? Kann es sein, dass er nur so lange Probleme damit hat, wie die FB aufgrund DEINER Berufsortswahl passiert, sie aber sofort ganz okay findet, wenn es um SEINE optimale Studiumsortswahl geht und ggf. hinnimmt, dass ihr euch entzweit, falls Du nicht mitgehst?
Wird er das Karriereverfolgen lassen, weil Du gerade einen super Job hast, und sich mit einem schlechteren begnügen müsste, so wie Du gerade? Er hat jetzt schon den Gedanken, dass er nicht an irgendeine Uni kann, wenn er "statusmäßig" rangeht. Und ich bin sicher, dass er es auch an den 3 Unis probieren wird, ob er ne Stelle bekommt, obwohl das wieder von Dir Anpassung verlangt.
Er ist keineswegs so flexibel wie Du wärst, wenn Du nicht in dieser Bez. wärst.

Du bist 31, er 27. Ich will auf diese Zeit Ende 20 hinaus, wo man auf einmal denkt, dass man bislang irgendwie zufällig in eine Richtung getrieben ist, aber auf einmal weiß, dass man ein richtiges Ziel hat. Also so sicher, dass er meint, mit Dir alt zu werden sei das Wichtigste in seinem Leben, wäre ich nicht, egal, was er sagt. Ich will nicht rumunken, mir geht es nur darum, dass Du Dir beruflich nicht alles zu sehr verbauen solltest, nur für die Beziehung mit einem Mann, der jetzt noch gewissen Zwängen unterliegt, aber in 3 bis 5 Jahren nicht mehr.
Wird er sich wirklich abhängig machen davon, ob Du an seinem Wunsch-Ort eine gute Arbeit bekommst, und mit Dir ziehen, wenn Du woanders einen tollen Job hättest, er aber nicht so? Seine Tendenz siehst Du jetzt schon, wenn es um die Promo-Ortswahl geht.
Ist er in irgendeiner Weise abhängig von Dir?

Ich sehe es als Fehler, wenn Frauen sich zu sehr auf die Beziehung statt auf ihre Karrierewünsche konzentrieren, sofern sie ihren Beruf wirklich gern machen und nicht denken "irgendwann ziehe ich sowieso die Kinder groß und der Mann finanziert uns".
Sie sollte nicht ihre Wünsche, was alles sonstig Wichtige in ihrem Leben neben der Bez. angeht, verleugnen. Das macht krank und wird sie in Krisen stürzen, weil sie andere Frauen sehen wird, die das erreichten, was sie dachte zu erreichen, aber nicht in Angriff nahm, weil es die Bez. gefährden könnte, während der Mann alles mögliche in Angriff nimmt, weil ihm die Bez. gar nicht so wichtig ist.

Ich weiß nicht, wie es in Deinem Fachbereich ist, aber denk nicht, dass Alter doch egal sei und Du auch mit Ende 30 noch dieses oder jenes beruflich machen kannst, nur weil Du es jetzt könntest. Man mag zwar gern denken, dass man immer wieder anfangen kann, weil MAN SELBST die Energie hat. Aber Du brauchst auch ein Umfeld, das Dir ne Chance geben will, und das hast Du dann vielleicht nicht. Die gucken nur, was Du gemacht hast die letzten Jahre, WARUM, interessiert nicht.
 
  • #17
Für die Promotion kommen eigentlich nur 3 Unis in Deutschland in frage weil er bereits an einer Top Uni war, das verstehe ich auch.

Das ist als Ingenieur eigentlich Quatsch.
Ich habe zwar beides anderselben Hochschule gemacht, aber das hatte eben auch praktische Gründe.
Meine Beziehung habe ich damals hinten angestellt, was im nachhinein auch ganz ok war. Als Mann hat man da mehr Zeit.
Der Mann der FS ist schließlich erst 27, da muss er noch lange nicht über Familie nachenken .

Er muss nur einen guten Doktorvater und vo allem eine gutes Thema finden. Denn genau damit punktet man später.
Leider war ich in der Hinsicht nicht so besonders geschickt.

Dabei ist weniger die Hochschule als viel mehr die Firma wichtig, mit der er sein Thema/Projekt der Promotion auswählt.

Wichtig finde ich, dass der Herr Ingenieur auch schon praktisch gearbeitet hat, sonst wird er sich irgendwann mit der Tatsache auseinandersetzen müssen, trotz Promotion als Berufsanfänger arbeiten zu müssen.

Das wäre für mich nie infrage gekommen.
 
  • #18
Ich kenne so gut wie keinen Mann, der sich wohnortsmäßig nach der Frau gerichtet hätte.
Und das aus gutem Grund. Denn das Ganze ist vor allem auch ein Nähe-Distanz-Problem: mit einem Beruf, der vor den eigenen vier Wänden nicht halt macht (was natürlich ganz besonders auch für ein Studium gilt), und einer „nähebedürftigen” Frau in der Wohnung sind die Konflikte praktisch vorprogrammiert.

Angeblich sind beide nicht glücklich mit der Fernbeziehung. Das war ich auch nicht - bis ich Gelegenheit hatte, das eine mit dem anderen zu vergleichen: ich würde nie wieder eine Beziehung wollen, bei der mir sofort ein schlechtes Gewissen eingeredet wird, wenn ich die Nase in ein Fachbuch stecke („hallo, ich bin auch noch da!”), oder bei der ich mich jeder Sache nur noch „auf Abruf” (und damit unkonzentriert) widmen kann. Ob er diese Erfahrung erst noch machen muß, oder ob er im Grunde genommen mit einer FB-Lösung ganz zufrieden ist (es mit Rücksicht auf die Gefühle der Frau aber nicht zugibt), wissen wir nicht.

Für einen Kompromiß müssen sich beide aufeinander zu bewegen. Der Mann bewegt sich, indem er mehr Nähe zuläßt als seinem Beruf gut tut. Die Frau bewegt sich, indem sie den Wohnort nach den Wünschen des Mannes wählt. Vom Mann beides einzufordern, damit die Frau glücklich ist (während er die beruflichen Folgen auszubaden hat), wäre wirklich zu viel verlangt.
 
  • #19
Angeblich sind beide nicht glücklich mit der Fernbeziehung
Mein Verdacht ist auch, dass das vordergründig so nicht stimmt. Ich denke, er würde sie in Kauf nehmen ...
Und dann merken, dass die Partnerin ihm auch fehlt, sie entfernen sich, er fängt an mit "du bist ja nie da", die Fahrerei wird auch zu viel, und dann verliebt er sich anderweitig. Es wird oft auf die Frau abgeladen, dass die FB zu verhindern sei. Wenn nicht: Bez.ende. Ich könnte reale Beispiele bringen. Die beiden haben es ja nun schon probiert. Mich würde auch interessieren, wie sie festgestellt haben, dass FB nichts für sie ist.

Der Punkt ist nicht, dass ein Mann FB kann und eine Frau nicht. Der Punkt ist für mich, dass der Mann die Beziehung dann so laufen lässt und sie damit auch auslaufen lässt, als hätte er nichts tun können. Er stellt seine Belange in Berufsdingen ÜBER den Erhalt der Nähe, obwohl er sie auch will. Nicht falsch verstehen: Ich finde das richtig. Aber die Frau macht es nicht, und das ist falsch. Sie sollte dieselbe Risikofreude haben, die Bez. zu riskieren, wenn sie ihr Berufsleben so lebt, wie sie es am besten findet. Insbesondere im Fall der FS, falls er irgendwie von ihr abhängig ist finanziell oder wegen der Staatsbürgerschaft oder auch nur, damit ihm jemand besser sagen kann, wie es hier in D alles so läuft. Denn sobald er wirklich unabhängig ist von ihr, könnte es sein, dass sie "friss oder stirb" bekommt. Vielleicht in netter Form, aber das ist egal.
ich würde nie wieder eine Beziehung wollen, bei der mir sofort ein schlechtes Gewissen eingeredet wird, wenn ich die Nase in ein Fachbuch stecke
Ich auch nicht. Hat aber auch mit der eigenen Haltung zu tun und dass man sich nicht durchsetzen kann.
oder bei der ich mich jeder Sache nur noch „auf Abruf” (und damit unkonzentriert) widmen kann.
Jepp, oder wenn sie arbeiten ist und Du lernst, es abends heißt: Du bist doch den ganze Tag zu Hause und machst mal Lernpausen, da hättest du doch xyz mal machen können.

Für einen Kompromiß müssen sich beide aufeinander zu bewegen. Der Mann bewegt sich, indem er mehr Nähe zuläßt als seinem Beruf gut tut. Die Frau bewegt sich, indem sie den Wohnort nach den Wünschen des Mannes wählt.
Die FS hat sich hier bewegt, mehr als für ihren Beruf gut war. Warum ist der Kompromiss nicht andersrum: Der Mann bewegt sich, indem er den Wohnort nach Wünschen der Frau wählt?
Du "tust so", als wäre das Nähebedürfnis eine Frauensache. Das ist absolut nicht so, das ist eine generelle Typfrage und geschlechtsunabhängig. Die Männer, die der Nähetyp sind, merken es meist nur nicht und finden es aber unwürdig, sich dem unterzuordnen und der Frau hinterherzuziehen. Außerdem fühlen sie sich nicht geliebt, wenn die Frau für ihren Beruf alles tut statt für die Bez.. Aber wenn der Mann das macht, ist es normal.
 
  • #20
@Lykeia
Wenn Ihr Eure Zukunft gemeinsam verbringen möchtet, dann solltet Ihr erst einmal ans Heiraten denken. Hat er dir denn einen Antrag gemacht? Ehrlich gesagt, bei dem ungünstigen Altersunterschied zwischen Euch, wage ich seine seriösen Absichten zu bezweifeln. Aus welchem Land kommt der Student? Es ist eher wahrscheinlich, dass er sich eine Jüngere an Land zieht, sobald er beruflich auf festen Beinen steht. Ich kann nicht verstehen, warum du einem Studenten so nachläufst und dich andienst. Er ist der Student! Er kann zu dir pendeln. Du bist bereits im Job und verdienst das Geld. Ein Student hat doch viel mehr Freizeit und freie Zeiteinteilung als du. Wenn du einen Job in seiner Unistadt findest, ist es gut. Wenn nicht, dann führt Ihr solange eine Fernbeziehung, bis er eine neue Freundin findet. Ich würde dir raten, dich zuerst auf dich und dein Leben zu konzentrieren. Für eine Freelancer Karriere mangelt es dir an Berufserfahrung und an Kontakten. Du klettert dich an einen jungen Studenten mit aller Gewalt. Ich sehe keine Aussichten für Euch! Du verschwendest wertvolle Jahre.
 
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