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  • #1

Wie kann man das Nähe-/ Distanzbedürfnis messen?

Konntet ihr bereits beim Kennenlernen anhand von bestimmten Fragen herausfiltern, wie das Nähe- und Distanzverhältnis eures Datepartners ist? Wenn ja, welche Fragen waren das?

Worin hat sich euer (womöglich unterschiedliches) Nähe- und Distanzbedürfnis in einer Beziehung gezeigt bzw. niedergeschlagen? Wie seid ihr damit umgegangen?

Kann sich das Nähe- und Distanzbedürfnis innerhalb eines Lebens stark umschlagen/ variieren, abhängig von irgendwelchen Faktoren?
 
  • #2
Ja!

Eine Frau, die seitdem sie denken kann immer mehr Wert auf Eigenständigkeit und Freiraum als auf viel Nähe gelegt hat, kann sich im scheintoten Alter von 50 Jahren innerhalb einiger Monate sehr heftig annähern- an den richtigen Mann!

Ich war selbst am Meisten überrascht- so kann es gehen...
 
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  • #3
Als erstes kann man ja hier bei EP unter Analyse schauen, wie es damit bestellt ist, wenn man denn angemeldet ist und dem Glauben schenkt.

Ich glaube das die meisten eine grundsätzliche Prägung haben, die vermutlich meist auch bestehen bleibt.

Ich denke eigentlich dass man das im Gespräch merkt, wenn man z.B. über vergangene Beziehungen spricht. Gab es da Fernbeziehungen und haben diese lange gehalten (=kommt auch ohne Nähe gut aus), auf was legt der potentielle Partner wert, in zukünftigen Beziehungen was sich aus alten "schlechten" Erfahrungen ableitet?
 
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  • #4
Wenn Nähe und Distanzbedürfnis nicht kompatibel sind, kann man eine Beziehung nicht für beide Teile zufriedenstellend führen. Ich frage das nicht ab, das merkt man schon recht schnell. Wenn Du immer die/der Wartende bist, dann passt es einfach nicht. Man muss leiden oder trennt sich. Umgekehrt, wenn man sich ständig bedrängt fühlt dann passt es auch nicht.
 
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  • #5
dito wie #3 - Zu messen oder zu fragen ist da nicht viel, es ist einfach zu fühlen. Läuft es leicht und unverkrampft, dann passt es. Im krassen Fall (ich eher nah, sie ziemlich auf Distanz) habe ich tatsächlich das Thema mal angesprochen - die Reaktion war so heftig, daß ich mich sofort innerlich von der Idee verabschiedete, das es mit uns noch was werden kann. Reden hilft, so denke ich, nur bei ähnlichen Ausprägungen.
 
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  • #6
In der Verliebtheit merken gerade Männer nicht einmal selbst, dass sie ein Problem mit der Nähe haben. So kann es auch die Frau nicht spüren. Der Mann umwirbt und spricht von Zukunft und dann nach ein paar Monaten - das GROSSE ERWACHEN. So ging es mir. Nein er mag niemals eine Fernbeziehung, er liebt die Nähe. Jetzt ist er weggezogen und will wieder anbandeln. Mit einer Fernbeziehung. Und auch während der Beziehung fand er häufig Wege, um weg zu können. Kinder ließen sich dafür hervorragend herhalten. Kinder waren das Totschlagargument für Nähe überhaupt, denn wollte er weg, fand er mit dieser Begründung immer mein Verständnis. Doch in Wirklichkeit gab er seinen Chor nicht auf und Manches, was weit weg von mir stattfand. Wir stritten immer mehr, das vergrößerte schlussendlich die Distanz und die Liebe ging flöten. Jetzt wohnt er 300 km weit weg, sagt er liebt mich und vermisst mich. Knallkopf? Ja ich habe mich wirklich veräppelt gefühlt, aber ich glaube er hat in diesen Anfangsmomenten wirklich geglaubt, dass er mir nah bleiben möchte. Nun zu deiner Frage: In der Rückschau höre ich die Dinge, die er gesagt hat heute ganz anders! Achte genau auf die Worte mit denen er über sein bisheriges Leben spricht. Er beispielsweise hatte eine Frau, die mit ihm keinen leidenschaftlichen Sex hatte, sie packte ihm sogar Kondome mit ein, wenn er auf Dienstreise ging, er jiperte immer anderen Frauen heimlich hinterher, blieb aber zunächst treu. Von Freunden seinerseits erfuhr ich, dass er und seine Ex eher wie die besten Freunde der Welt von außen gesehen wurden. Jeder machte sein Ding. Das hätte mir zu denken geben müssen. Heute kommt er 300 km weit weg sehr gut ohne mich klar, während es mich innerlich zerreisst und eine Zukunft so unmöglich sein kann. Ich will nicht warten, hinterherhechten und hoffen, dass er mich doch so vermisst wie ich ihn... Ja das sind meine Erfahrungen. Höre genau hin.
 
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  • #7
Er ist in der Analyse ein "Distanz-Typ" und betont für das Gelingen einer Partnerschaft auch noch den Freiraum, den er braucht. Er schreibt aber etwas von "zusammenziehen, zu ihm ziehen" etc.
Er spricht - auf Urlaubstage angesprochen - nur von sich alleine, seiner Planung. Das sind für mich Zeichen dafür, daß er eher unverbindliches Vergnügen anstrebt - unabhängig vom "Nähe-Distanz-Verhältnis". Und ich vermute, daß bei diesen Diskrepanzen (unbewusst beim Ausfüllen des Profils) bereits die eigentliche Intention durchscheint, die auch nicht vom anfänglichen "Hormonüberschuß" verdeckt werden kann. Ich bin zwar eher ein "Nähe-Typ", aber immer noch selbstständig genug, um nicht ständig mit dem Partner sein zu müssen. (Eigener Beruf, eigene Interessen etc.) Ich "klette" und "klammere" nicht, aber ich fordere die Kriterien einer Partnerschaft ein. Alles andere wäre für mich unverbindliches "Nur-Vergnügen", was ich nicht möchte. Mein Lebensgefährte muß nicht denselben Beruf wie ich haben, aber dieselben Interessen wären schon wünschenswert. Dann kann man überlegen, ob man sich vorstellen kann, gemeinsam "etwas aufzubauen" (Familienplanung und Kinderkriegen ausgenommen). Allerdings brauche ich dafür nicht zwansläufig eine Paarbeziehung.
 
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  • #8
Ein Nähe/Distanz Problem kann man ganz schnell erkennen. Hatte einen kennengelernt und habe es bereits beim zweiten Treffen bemerkt. Erstens gehen solche Männer sehr schnell ran, damit meine ich, dass sie selbst glauben sich ganz arg verliebt zu haben. Und plötzlich merken sie, dass sie sich zwar verliebt haben, damit aber gar nicht klar kommen und es ihnen viel zu viel wird, weil sie eben an einem Nähe/Distanz-Problem leiden.

Ganz schnell kommen dann Sätze wie:

-Ich fühle mich nirgends zu Hause
-Wenn ich zu meinem Kindern fahre melde ich mich nicht
-Ich liebe meine Mutter kann sie aber nicht ertragen
-Mir sind die Themen zu schwer

Und es kommt ganz schnell zu folgendem Verhalten:

-plötzlicher Rückzug
-Ausschluss der Partnerin aus Unternehmungen
-totales Schweigen
-er versteckt sich

Und trotzdem bemerkt Frau:

-er guckt ihr heimlich hinterher
-er beobachtet sie genau wenn er denkt sie merkt es nicht
-er ist die ganze Zeit niedergeschlagen

Wenn dann noch ein Alkohol-Problem dazu kommt - leidet der Mann bereits an extremer Depression. Leider werden Depressionen bei Männern ganz selten erkannt weil Männer NICHT zum Medizner gehen weil sie denken sie wären dann unmännlich! FALSCH liebe Männer!

Dies sind alles Zeichen für ein Nähe/Distanz-Problem (und anderen) und das kann man sehr schnell herausbekommen. Daher sage ich immer "Kommunikation 90% persönlich den Rest Mail und SMS".

Näher/Distanz-Probleme treten bei beiden Geschlechtern auf.
 
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  • #9
Ich habe meinen Freund bei EP kennengelernt.
Im Paarvergleich hatten wir beide auf der Skala "Nähe - Distanz" den gleichen Stand - nämlich bei Nähe!
Ich fragte dennoch nach beim ersten Date und er erzählte mir, dass er in einer Beziehung immer ganz viel Nähe brauche.
Nun, wir sind jetzt schon über 1,5 Jahre zusammen, wohnen 25 Autominuten voneinander entfernt und sehen uns nur am Wochenende!
Nähe braucht er durchs Telefon, aber echte körperliche Nähe gibt es eben nur am Wochenende!
Die ersten 6-8 Monaten hatten wir uns ca.4-5x pro Woche gesehen und als dann quasi der Alltag einkehrte, wurde es immer weniger und pendelte sich dann zum Wochenende hin ein - von seiner Seite aus!
Das ist mir zu wenig Nähe. Ihm genügt es!
Jetzt steht bei mir Frust auf dem Programm:(
w.
 
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  • #10
Ich bleibe bei meinen Betrachtungen zunächst bei mir.
Ich bin eine Frau, die schnell viel Nähe zulassen kann, aber schnell unglücklich damit ist.
So wie oben gesagt, im Verliebtheits-zustand halt.
Bis vor kurzem war mir das nicht bewusst, erst dadurch, dass ich jetzt ein Jahr Rückzug,
viele Unternehmungen, Urlaube, Wochenendausflüge, Kur...alleine verbrachte , weiss ich es.
Ich habe mich bei fast allen Unternehmungen wohl gefühlt, nette Leute kennen gelernt.
Ich brauche viel Freiraum, sonst wird es mir rasch zu eng.Und dann geht es mir nicht gut. Es stimmt, ich werde dann angepasst, will es dem Partner recht machen, und kann das nicht, weil ich depressiv werde.
Ich habe viel Therapie gemacht letztes Jahr, und ich denke heute bin ich auf einem besseren Stand.Das was für viele normal ist, war für mich leider nicht normal : ich kann nein sagen.Auf eine Weise , die andere nicht verletzt.
Ich kann jetzt sagen, was ich will und bereit bin zu geben. Das ist eine völlig neue Ausgangsbasis, die sich gut anfühlt!
w51
 
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  • #11
das thema nähe in der beziehung hat für mich eine andere bedeutung wie für die meisten die hier schreiben. das ist mir aber erst aufgefallen, als ich mich mit einem netten herrn hier aus EP traf und er über das nähe/distanz verhalten sprach und meinte wir wären da auf einer wellenlänge. er hatte angegeben ein großes bedürfnis nach nähe zu haben. das habe ich auch, aber nicht so wie er es meinte. ich komme gut damit klar den partner nur am wochenende zu sehen. DANN allerdings möchte ich auch seine nähe. sprich, ich brauche dann einen mann, der keine angst (nicht lachen, diese männer gibt es wie sand am meer) vor körperlicher nähe hat. ich will seine hand halten wenn wir weggehen. ihn im supermarkt berühren dürfen. ich will im kino meine hand auf sein bein (oder so) legen dürfen. ich will ihn einfach körperlich spüren. mir nützt ein mann nichts, der jeden tag die woche da ist und dann doch nicht da ist. ihr wisst was ich meine?!

meine letzte beziehung ist an dieser wochenendgeschichte kaputgegangen. wir sahen uns nur an wochenende. anfangs war es auch so, wie ich es mir vorstellte. sehr harmonisch, intensiv, das wochenende verging wie im flug. dann wurde es immer mehr so, daß mein ex viele aktivitäten auf das wochenende verlegte. ganz banale sachen: der rasen muss gemäht werden, das auto in die werkstatt, die hecke geschnitten, der anzug aus der reinigung geholt werden etc. etc. das all diese dinge erledigt werden müssen ist mir klar. auch ich muss das tun. habe es immer unter der woche gemacht. wir waren also nach 3 jahren soweit (aus meiner sicht) ich habe in der woche rasen gemäht und am woc henende nochmal bei meinem lebensgefährten, ich habe in der woche bei mir die wäsche gebügelt und am wochenende bei meinem lebensgefährten.....dafür brauche ich keine 260 km (einfache strecke) fahren. unser liebe ist im häuslichen einerlei verschwunden. ich habe noch versucht ihm klar zu machen was mich störte, aber er hat es nicht verstanden. ich bin nach einem weiteren jahr gegangen. mir hat es fast das herz gebrochen, weil ich wußte das er damit kaum klar kommen wird. und so ist es auch gekommen. ich bekomme noch immer sms von ihm...nicht oft aber doch ab und an...nachts um 4:00 oder so....er kann nicht schlafen. eine große liebe ist an etwas ziemlich banalem kaput gegangen. ich konnte ihm nicht klar machen, daß ich IHN brauche an wochenenden, als partner, als mann....und es mir nicht reicht ihm bei der gartenarbeit zuzuschauen und zur reinigung zu begleiten...

also: das verständnis was nähe für den einzelnen bedeutet, kann sehr unterschiedlich sein.
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  • #12
Die ersten 6-8 Monaten hatten wir uns ca.4-5x pro Woche gesehen und als dann quasi der Alltag einkehrte, wurde es immer weniger und pendelte sich dann zum Wochenende hin ein - von seiner Seite aus!
Das ist mir zu wenig Nähe. Ihm genügt es!
Jetzt steht bei mir Frust auf dem Programm:(
w.

Dann hat er ja bequem erreicht, was er wollte.
Ich vermute, ihm ist es deswegen genug, weil du nicht DIE FRAU für ihn bist?
 
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  • #13
Menschen mit Nähe/Distanz Problem kann man auch ganz leicht an den Profilen erkennen.
Sucht eine/r Kontakt zu jemandem mehr als 50 km (Fernbeziehung) ist in den allermeisten Fällen irgendein Problem vorhanden:

-Getrennt/verheiratet will sich nicht scheiden lassen
-sucht Affäire
-hat Nähe/Distanz Problem
-...

Interessant ist, dass diese Leute oft richtig auf eine "Beziehung", Treffen usw drängen, DENN sie wissen ja wohin sie sich fluchtartig verdünnisieren können, nämlich 250 km weit weg wo sie herkommen. Und sie wissen, dass sie oftmals immer wieder kommen dürfen.

Alles was weiter als 80 km wohnt - kommt für mich für engeres Kennenlernen gar nicht in Frage.

Jemand der wirklich eine/n Partner/in sucht, mit Nähe und was dazugehört also auch kein Nähe/Distanz-Problem hat, der/die sucht in seiner/ihrer Umgebung!
 
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