• #31
Wenn reden nichts hilft einfach hochkant rausschmeißen und auch nicht mehr zu Besuch kommen.

Das einzige wo die Oma und Opa was mit zu bestimmen haben ist es wenn man sie fragt ob sie sich um ihre Enkel kümmern können. In dem Fall kann ich verstehen, dass sie dann auch sauer werden. Da können sie sagen wie es läuft.

Dazu mache ich ein Beispiel. Angenommen Frau und Mann möchten am Wochenende weg gehen. Die Großeltern kümmern sich solange um die Kinder. Sie machen das jetzt etwas anders als die Eltern. In dem Fall können also die Großeltern bestimmen. Sie haben ja ihre Freizeit extra dafür geopfert

Ich wäre da auch sauer. Man opfert seine Freizeit für die Enkel. Da kann also Dankbarkeit erwartet werden. Da würde ich dann sagen es war das letzte Mal, dass ich mich um deine Kinder gekümmert habe. Habe noch keine Enkel. Das dauert wahrscheinlich noch etliche Jahre.

Ansonsten haben nur die Eltern die Enrscheidungsfreiheit.
 
  • #32
Vielleicht sollten wir von hier wegziehen – so weit, dass es klar ist, dass man sich nur 1-2mal im Jahr sehen kann. Ich denke, so selten könnte ich das schon aushalten oder ihr sogar einfach ihren Willen lassen. (Ich habe schon mal für zwei Jahre im Ausland gelebt, da war die Situation deutlich entspannter – allerdings war da noch kein Enkelkind mit im Spiel.) Andererseits lebe ich hier gerne und diese Maßnahme
Das ist schon recht extrem gedacht - neigst du ein bisschen zu schwarz weiß Denken? Was sagt dein Mann zu der ganzen Sache?
Du brauchst nicht wegzurennen. Wegziehen kannst du immer noch - ganz wichtig für dich - und insbesondere auch deine Tochter - wäre zuerst, dass du selbst GRUNDSÄTZLICH konfliktfähig wirst. Dass du deine eigenen Grenzen wahrnimmst und deine Bedürfnisse kennst. Nein sagen lernen. Das hat dir deine Mutter nicht beigebracht, deshalb musst du dich hier selbst beeltern - Anleitung ist dafür sinnvoll, weil du so schneller und wirkungsvoller zum Ziel kommst. Sieh es als Investition in die Zukunft deiner Tochter!
Nur wenn deine Mutter sich auch auf deine verbesserte Konfliktstrategie nicht einlassen kann, ist vielleicht ein Kontaktabbruch das letzte Mittel.
Der Klügere gibt nach? Sieht mir momentan nicht danach aus, als ob du klüger wärst als deine Mutter - denn die bekommt, was sie möchte :)
 
  • #33
Wird nie funktionieren und ist nicht ehrlich.
Mag sein, dass es nicht funktioniert. Mir ist auch bewusst, dass der Arzt benutzt wird als Kompetenz.
Auch ist es völlig an den Bedürfnissen des Mädchens vorbei gedacht.
Wieso, darum kümmert sich doch Jinni. Sie weiß, was richtig ist und hat den Arzt auf ihrer Seite.
Aber sagen, der Arzt hat aber gesagt, ist rumdiskutieren.
Nein, das ist das, was @Joggerin beschreibt.
Ich persönlich bin die ewigen Diskussionen leid, da ich mich selbst dann immer wieder aufrege, worüber ich mich letztlich noch am meisten ärgere.
Man kann die Diskussion nicht gewinnen. Ein "Der Arzt hat gesagt" ist eine Art "Basta. So wird es gemacht". Und nicht ein "aber ich bin erwachsen, ich hab mir Gedanken gemacht, ich weiß es besser als du, auch wenn du MEINE Mutter bist, ich ..." Wenn einer nicht will, dass du kompetent bist, bist du es auch nicht, da kannst du noch so viel diskutieren. Und die Mutter ist auch noch durch die Erfahrung mit ihrem eigenen Kind, dem Bruder, der Meinung, dass SIE kompetenter ist als Jinni in Sachen Kindesernährung.

Ich sehe keinen Sinn darin, immer wieder dieselben Diskussionen zu führen. Ich sehe nicht mal Sinn darin, überhaupt je EINE Diskussion zu führen, wenn man vorher schon damit rechnen muss, dass sie zu nichts führt, weil man den Menschen schon kennt.
Bei Eltern ist das schwierig, man kämpft ja meist sein Leben lang um Anerkennung für Augenhöhe, weil das auch mit emotionaler Bindung zu tun hat. Man muss sich emotional ja entfernen, wenn einer nicht SEHEN kann, wer man ist. Eben nicht mehr das Kind, das sie sich wünschten, sondern ein Erwachsener, der auch mal was anders macht und "trotzdem" respektiert wird statt verbessert und kritisiert.

"Hör zu Mama, dein Einsatz in Ehren, aber du hast deine Fehler gemacht und ich mach meine, du akzeptierst bitte meine Regeln und mischst dich nicht ein" , ist eine klare Ansage
Das ist richtig, wenn es um irgendwelche eigenen Lebensentscheidungen geht, aber mE ungeschickt, wenn es um Kindswohl geht. Da von "eigene Fehlermachen und das ist ok" zu reden, statt auf die Erfahrungen von anderen zurückgreifen zu wollen, geht nicht, auch wenn es so passieren wird und die Mutter ja hier mit ihren Erfahrungen nicht mal hilfreich wäre.
 
  • #34
Ich wäre da auch sauer. Man opfert seine Freizeit für die Enkel. Da kann also Dankbarkeit erwartet werden
Nein.
Man opfert nicht. Man verlangt keine Dankbarkeit.

Wenn mir meine Enkel wichtig sind, verbringe ich gerne Zeit mit ihnen. Oder ich lasse es.

Welches Kind möchte zu Großeltern, die so eine Haltung haben?

Noch habe ich keine Enkel, ich freue mich darauf. Wird spannend. Bei insgesamt 4 Kindern könnten es einige werden.

M, 54
 
  • #35
Aber die echten Probleme fangen für mich an, wenn sie z. B. Ängste säht bei mir oder meinem Mann, dass mit unserer Tochter was nicht stimmt.
Das ist aber ein Problem, das Du und Dein Mann lösen müssen. Ihr seid euch doch sicher, ihr geht zu allen ärztlichen Untersuchungen.

Du bist erwachsen, Du triffst für Dich und Dein Kind die Entscheidungen und wirst Dir ja was bei denken.

Ansonsten hätte Deine Mutter ja doch recht, wenn sie Deine Kompetenz anzweifelt.
Du musst Dir sicher sein in dem, was Du tust, was auch heißt, dass Du mit Fehlern leben können wirst. Check alles ab, informier Dich, dann hast Du doch eine gewisse Sicherheit.

Meine Kindheit war sehr von diesen eingeredeten Ängsten geprägt
Kenn ich auch. Und die Einimpfung, dass wenn ich nett genug bin, auch alle anderen Menschen nett zu mir sein werden. (haha) Und "nett" hieß, denen ihre Wünsche zu erfüllen, auch wenn ich das nicht will.

Ein Streit mit meiner Mutter ist zudem nahezu unmöglich, weil sie immer behauptet, sich nicht mehr an etwas zu erinnern, bzw. KANN sie etwas nicht so und so gemeint haben, auch wenn es vielleicht so Uklang, weil sie IMMER NUR das meint, was in meinem besten Interesse ist, und das sollte ich wissen. Sie tut dann so, als würde ich ihr die Worte im Mund herumdrehen
Ich denke durchaus, dass sie gewohnt ist, Dich zu betuppen, indem sie Dir als Kind Ängste eingeredet und aufgebauscht hat, damit Du nichts tust, was sie beunruhigt oder was Dir schaden könnte. Das ist ein gängiges Mittel bei der Kindererziehung, sollte aber irgendwann aufhören, wenn das Kind verstehen kann, warum dies und das.

Vielleicht meint sie es auch wirklich anders, als Du es verstehst. Du bist auf dem Standpunkt "ich bin erwachsen" und hörst einen Angriff darauf, sie ist auf dem Standpunkt "du bist mein Kind, ich will das beste für dich und wenn ich dafür schummeln muss".
Kommunikation ist so eine Sache und man sollte nicht vorschnell von sich ausgehen. Man glaubt auch gar nicht, wie ungeschickt die ältere Generation manchmal ist in der Kommunikation. Sorge wird in einem Haufen Vorwürfe ausgedrückt. Die Gefühle sind in einem unentwickelten Zustand und können nicht geäußert werden, da sie mit Demütigung in Verbindung gebracht werden usw..

Aber das, was Du beschreibst, können auch Machterhaltstrategien sein. Das wenden viele Menschen an, um in Diskussionen die Oberhand zu behalten, weil sie nichts zugeben wollen und Dich damit in eine Position treiben, Dich zu rechtfertigen und zu erklären oder zu grübeln und an Deiner Wahrnehmung zu zweifeln. Und mit irrationalen Menschen kann man sowieso nicht diskutieren. Wenn sich einer nicht erinnert oder behauptet, es sei ganz anders gemeint gewesen, obwohl es EINDEUTIG nicht so war, dann ist der vielleicht selbst davon überzeugt, weil er seine eigene finstere launenhafte Seite nicht sehen kann und will.
 
  • #36
Liebe FS,

Du brauchst nicht gleich das Kind mit dem gesamten Bade auszuschütten!

Umziehen, weit wegziehen von Generalin Mutti, weil Du mit
Deinen 33 Jahren nicht "die Eier" hast, an richtiger Stelle Deinem eigenen Kind zuliebe mal "nein" zu sagen?

Das halte ich mit Verlaub, vollkommen unangemessen und überdramatisiert, auch wenn es natürlich richtig großes Kino ist, und Du der Generalin damit mal so richtig den Stinkefinger zeigen würdest, gell? Deine persönliche Weise der Rebellion? Die kommt zwanzig Jahre zu spät, meine Liebe, und löst auch nicht Dein wirkliches Problem, nämlich im Erwachsenenleben auch mal Rückgrat zu zeigen, wenn es erforderlich ist, sprich, wenn es um Dein Kind geht.

Ein Umzug, weit weg, wenn er nur diesen einen Grund hat, ist nichts weiter als eine feige
Flucht vor dem Erwachsensein. Beim nächsten Problem wirst Du auch wieder davor fliehen...
Finde ich nicht in Ordnung als
Mutter, die die Verantwortung für ein Kind trägt und überdies auch eine Vorbildfunktion haben sollte. Das sage ich als Tochter einer solchen feigen Mutter, die mir mit 18 Jahren durch diese Eigenschaft so unerträglich wurde und mir so überhaupt nichts getaugt hat, dass ich vor Jahrzehnten für immer den Kontakt abgebrochen habe. Das hier triggert mich also auch.

Du brauchst Dich nicht mit Deiner Mutter zoffen, nicht anschweigen, etc., all das was Du befürchtest. Du musst nur deutlich NEIN sagen. Wenn sie dann schweigt, geht, o.ä., dann lass' sie, dann ist es allein ihr Problem und nicht Deins.

Alles Gute für Deine kleine Familie!
 
  • #37
Da von "eigene Fehlermachen und das ist ok" zu reden, statt auf die Erfahrungen von anderen zurückgreifen zu wollen, geht nicht, auch wenn es so passieren wird und die Mutter ja hier mit ihren Erfahrungen nicht mal hilfreich wäre.
Das sehe ich komplett anders - solche Mütter und Schwiegermütter machen nämlich keine Fehler sondern wissen alles am besten. Sagst du ihnen, etwas ist nicht gut gelaufen, drehen sie den Spieß um oder sie weinen.... Man muss ihnen klar sagen, dass man selbst als Mutter gut genug ist. So wie @realwoman es auch vorschlägt : wenn du mich gut genug erzogen hast, bekomme ich das hin. Wenn nicht, bist du nicht die erste Ratgeberin. Man kann auch sagen: ich höre mir immer gerne deine Sicht an, solange du akzeptierst, dass ICH entscheide - nicht du. Das ist dasselbe nur etwas diplomatischer verpackt. Aber Diplomatie - das schlägst du ja vor - geht mit solchen Müttern nicht. Klare Ansagen und Konsequenzen ziehen und vor allem darf man sich durch ihre Krokodilstränen nicht erweichen lassen. Und sich nicht jeden Schuh anziehen, mit dem sie einem kommen.

Vielleicht ist Ginnis Mutter gar nicht so extrem - ich schreibe es hier nur so, damit sie sich auf etwas gefasst macht - und auch weiß, dass es solche Mütter zuhauf gibt und ihre nichts besonderes ist (was diese aber wahrscheinlich von sich denkt). Aber dass sie da nicht alleine ist, merkt man ja schon an der Reaktion hier im Forum.
 
  • #38
Nein.
Man opfert nicht. Man verlangt keine Dankbarkeit.

Wenn mir meine Enkel wichtig sind, verbringe ich gerne Zeit mit ihnen. Oder ich lasse es.
Da hast du vielleicht recht. Man sollte nicht immer dankbarkeit erwarten.

Wenn allerdings meine Eltern unseren gemeinsamen Sohn nehmen damit wir beispielsweise Samstag Abend weg gehen können ist es für mich selbstverständlich zumindest Dankeschön zu sagen. Er schläft auch dann bei meinen Eltern. Die wohnen gleich neben uns.

Ich meinte damit auch was anderes. Solange er bei seinen Großeltern ist gelten natürlich ihre Regeln. Man kann nämlich nicht erwarten, dass auf seine Kinder aufgepasst wird aber gleichzeitig seine Regeln durchsetzen will. Wenn ich von Bekannten schon die Kinder zu uns genommen habe, habe ich auch bestimmt wie es läuft. Ansonsten würde ich sie nicht mehr nehmen.
 
  • #39
Um des Kindeswohl willen sage ich: Doch. Ich würde die Mutter das Kind nicht betreuen lassen, wenn ich Angst haben müsste, dass sie sich nicht an meine Regeln hält, wenn ich weg bin.
Dass Hilfe nur Hilfe ist, wenn sie auf die Bedürfnisse des Hilfsbedürftigen eingeht, ist klar, aber wenn der Mensch, der helfen will, das nicht begreift, muss man auf seine Art Hilfe verzichten.
 
  • #40
Solange er bei seinen Großeltern ist gelten natürlich ihre Regeln.
Es kommt auf die Regeln an.
Präzise, die Nichtregeln.
Wenn Eltern bestimmte Verhalten nicht wollen, bestimmte Lebensmittel, Filme / TV, Computerspiele, ähnliches, dann sollen sich die Großeltern daran halten.
Das endet sonst in einem Machtkampf, die Kinder spielen beide gegenseitig aus.

Normalerweise redet man miteinander und findet einen Weg.

Hier ist es nicht möglich. Da ist die Mutter / Großmutter manipulativ und destruktiv. Da bleibt nur Stopp, Grenzen ziehen, ggf. Abbruch.
Sie schädigt die Enkelin ebenso wie früher ihre Tochter.
.
Zusätzlich sollte die FS die eigene Geschichte mit ihrer Mutter und das Thema Grenzwerten, Selbstbewusstsein separat aufarbeiten. Professionell.

@Jochen1 Danke sagen ist Höflichkeit, selbstverständlich.
Dankbarkeit ist nicht angebracht.

M, 54
 
  • #41
Um des Kindeswohl willen sage ich: Doch. Ich würde die Mutter das Kind nicht betreuen lassen, wenn ich Angst haben müsste, dass sie sich nicht an meine Regeln hält, wenn ich weg bin.
Dass Hilfe nur Hilfe ist, wenn sie auf die Bedürfnisse des Hilfsbedürftigen eingeht, ist klar, aber wenn der Mensch, der helfen will, das nicht begreift, muss man auf seine Art Hilfe verzichten.
Sorry, Frau Void, habe deinen Beitrag nicht ganz zu Ende gelesen. Ja, du hast recht, geholfen wird auf die Art des Bedürftigen und wenn nicht, dann wird auf die Hilfe verzichtet. Allgemein finde ich, dass es sehr wenig auf die Mutter gehört wird, auch wenn sie unerfahren ist. Aus eigener Erfahrung und die der anderen Mütter weiss ich, dass wir so eine Art natürlichen Mutterinstinkt haben, der uns in den meisten Fällen ermöglicht, richtig die Bedürfnisse des Kindes zu interpretieren. Leider kommen dann gutmeinende Omas, Ärzte oder "erfahrene" Menschen, die dann ehe verunsichern und Kompetenz der Mutter anzweifeln, statt sie zu ermutigen und unterstützen.
 
  • #42
Das sehe ich komplett anders - solche Mütter und Schwiegermütter machen nämlich keine Fehler sondern wissen alles am besten.
Ich weiß nicht, ob rübergekommen ist, was ich meine. Es geht mir um die Formulierung in Richtung "es ist mein Kind und ich mach damit meine eigenen Fehler". Da würde vielleicht auch ne fremde Frau denken "TOLLE Einstellung", auch wenn der Satz ja stimmt und nicht aussagt, dass man sich nicht drum kümmert, KEINE Fehler zu machen.

Und natürlich machen die Mütter und Schwiegermütter alles besser. Wenn es die Schwiegermutter ist, wird das noch übler, weil der Partner ja dann gefragt ist, sich gegen die eigene Mutter zu stellen.

In meinen Augen nicht. Muss ich mal drüber nachdenken, ob das nach Diplomatie klingt, aber ich schlage mE vor, die Ohren auf Durchzug zu stellen und eine Ansage zu finden, dass Ruhe ist. Weil ich keine Lust hätte, die Diskussion endlos zu führen.

Diplomatie ist übrigens keine Schwäche, auch wenn es manchmal so aussieht, weil man einem Despoten scheinbar seinen Machtanspruch lässt. Das ist vielleicht dann auch genau die Hürde, die Kinder, die sich immer noch den Eltern beweisen wollen, nicht nehmen können. Sie versuchen es wieder und wieder, die Eltern zu überzeugen. Ich finde das nicht verkehrt, nicht aufzugeben, weil wenn das Einsehen des Elternteils erreicht ist, die Beziehung ja viel besser wird. Aber irgendwann muss man es vielleicht doch aufgeben, denn man kriegt die Elternperson ja nicht reflektierter. Die Frage ist, WANN man genug hat und sich emotional wirklich dahingehend abnabelt, diese Überzeugungsarbeit nicht mehr leisten zu wollen oder sie aber stoisch runterzubeten, ohne sich zu ärgern, dass schon wieder dasselbe durchgekaut wird. Bloß gibt das dann auch eine Art Widerspruch. Man ist ja selbst aktiv wieder in die Situation gegangen, wo sich wiedermal zeigt, dass nichts angekommen ist vom Gesagten. Ich denke schon, dass das Ärger erzeugt und nicht mit stoischer Gelassenheit hingenommen werden kann. Zumal ja die Erwartung daran geknüpft ist, dass sich das Handeln des Elternteils geändert hat. Und hat es nicht, wenn man wieder das selbe Thema diskutiert.
 
  • #43
Solange er bei seinen Großeltern ist gelten natürlich ihre Regeln.
Ich würde sagen, es kommt darauf an, wie wichtig mir eine Regel ist.

Grundsätzlich hätte ich mein Kind niemals bei den Großeltern gelassen, wenn die das als Last, oder wie du weiter oben geschrieben hast, als Opfer gesehen hätten.
Naja, doch, wenn der Fall sehr eng und sehr selten wäre.
Sagen wir mal, mein Baby hat einen lebensbedrohlichen Anfall und mein dreijähriger Sohn muss irgendwo bleiben. Überall, außer bei einem drogenabhängigen, gewalttätigen Pädophilen ist mein Kind besser aufgehoben, als allein zuhause zu bleiben.
Aber ohne derlei Notfälle würde ich lieber auf den Konzertabend verzichten und auch auf meine Berufstätigkeit, als mein Kind bei Großeltern zu lassen, die es nicht selbst gerne haben wollen.
Oder die sich nicht nach meinen Regeln richten wollen.

Wenn es um mir wichtiges geht, wie z.B. dass das Kind nicht geschlagen wird.
Da habe ich eine NULL-Toleranz-Grenze.
Die Eltern meines EX schlagen Kinder. Klapse auf die Finger, Ohrfeigen, mit dem Handrücken gegen den Mund, mit der flachen Hand gegen den Hinterkopf.
Ich habe gesehen, dass sie das bei den kleinen Cousinen gemacht haben, die im gleichen Haus wohnten und täglich bei ihnen waren.
Ich habe damals ganz direkt zu meiner damals-Schwiegermutter gesagt, dass, wenn sie das auch nur ein einziges mal mit meiner Tochter täten und sie mir das erzählte, ich sie nie wieder allein mit ihnen ließe, auch nicht mit meinem Freund, also ihrem Sohn.
Die gleiche NULL-Toleranz habe ich bezüglich der Äußerung rassistischen oder ähnlich abstoßenden Gedankenguts.
Und auch das habe ich angekündigt.
Ich habe vor Jahren das Tischtuch zwischen dem Mann meiner leiblichen Mutter und mir aus diesem Grund zerschnitten.
Viele Jahre davor, als meine Tochter mit zwei Jahren zum ersten mal dort übernachtete, sagte ich zu meiner Mutter, dass ich verlange, dass sie sie niemals mit ihm allein läßt, nicht mal für 10 Minuten, weil ich nicht ausschließe, dass er sich ihr sexuell nähert.
Dafür gab ein paar Indizien.
Meine Mutter hat nicht widersprochen.
Wenn sie es nicht eingesehen hätte, wäre meine Tochter dort nie ohne mich gewesen.

Wenn es aber darum geht, dass meine Tochter Tischmanieren lernt, die mir antiquiert erscheinen, kann ich da sehr locker sein. Ich finde eher, es erweitert ihren Horizont, wenn sie ein Tischgebet zu sprechen lernt und sitzen bleibt, bis auch der letzte aufgegessen und ausgesprochen hat.
Und wenn sie bei meinen Eltern viel zu oft ungünstiges Essen bekam, hat sie eben bei mir noch mehr Salat bekommen.

Ich wäge ab, was mir wichtig ist.
Wenn das nicht klappt, bin ich konsequent, auch wenn ich dadurch einen Betreuungsengpaß bekomme.
Davor, jemanden vor den Kopf zu stoßen, habe ich keine Angst.
Wenn es sein muß.
Friedlich ist es mir lieber.
Ansonsten gilt: auf einen groben Klotz gehört ein grober Keil.
Tränen halte ich aus.

w 52
 
  • #44
Diplomatie ist übrigens keine Schwäche, auch wenn es manchmal so aussieht, weil man einem Despoten scheinbar seinen Machtanspruch lässt.
Das sehe ich genauso. Im übrigen schließe ich mich vollumfänglich all deinen Ausführungen an.

Im gewöhnlichen Leben habe ich überhaupt keine Probleme mich durchzusetzen... vielleicht ist das ja sogar dem jahrelangen Kampf mit meiner Mutter geschuldet.

Mit jedem anderen kämpfe ich bis zum letzten, sofern ich das will und das mir nützlich erscheint und ich mich dabei besser fühle. Aber im Verhältnis zu meiner Mutter möchte ich dies nicht bis aufs Äußerste treiben. Nicht weil ich es nicht kann, sondern weil ich es einfach nicht will. Weil sie dann niemanden mehr hätte.

Denn so gerne meine Mutter Kontrolle und Macht ausübt, geschieht dies ja letztlich nicht aus böser Absicht heraus, sondern aufgrund ihrer eigenen Schwäche, ihrem Mangel an Selbstvertrauen in die eigene Erziehung und dem Grundgedanken, das Richtige zu tun, wie hier bei der FS.

Und wenn man noch ein Stück weiter zurückschaut ist ihre Art der Erziehung auch letztlich wiederum nur die Reaktion auf die Art und Weise, wie sie selbst erzogen wurde. Meine Oma konnte sich nicht um die Kinder groß kümmern, sie musste nach dem Krieg voll arbeiten, um überhaupt was zu Essen ranschaffen zu können. Die Kinder mussten selbständig aufwachsen. Sie wurden dadurch sicherlich sehr selbstständig aber andererseits fühlten sie sich eben sicher auch vernachlässigt. Meine Mutter war im Gegensatz hierzu eine wahre Helikopter-Mutter. Und ich versuchte nun wiederum eine entspannte Mutter zu sein, die ihrem Kind und seinen Fähigkeiten vertraut.
Man will ja selten wie die eigenen Eltern sein :)

Ich sehe es nicht als "klein beigeben" wenn ich mich so verhalte, dass ich letztlich mein Ziel erreiche. Und darum sollte es doch gehen.

Wenn die Fragestellerin ist ja auf einen Machtkampf ankommen lässt läuft es immer wieder daraufhin aus erst die Mutter dann vielleicht doch heimlich Brei füttern will, die Tochter das raus bekommt und wieder das ganze in Streit ausartet, weil es aus Sicht der Mutter ja falsch ist und "nur"um den Willen der Tochter geht.

Gibt man das Thema an die höhere Instanz "Arzt" ab, wird die Mutter auch in Abwesenheit wahrscheinlich ein Einsehen haben.

Dir liebe Fs würde ich jedoch auch nahelegen, dich grundsätzlich mit dem zugrundeliegenden Konflikt mit deiner Mutter ihrem Narzissmus, ihrer eigenen Lebensgeschichte zu beschäftigen und vor allen Dingen dein eigenes Selbstwertgefühl und eine eigene Selbstsicherheit zu stärken, dann wird es dir leichter fallen, entsprechend gegenüber der Mutter aufzutreten.

Ich selbst bin erst über eine destruktive Beziehung mit einem Narzissten darauf gekommen, dass der wahre Narzisst in meinem Leben meine Mutter ist.

Und wenn man dieses Thema durch hat, erkennt man, dass Narzissten im Inneren ganz klein sind und eher Mitleid als Hass verdienen.
 
  • #45
Grundsätzlich hätte ich mein Kind niemals bei den Großeltern gelassen, wenn die das als Last, oder wie du weiter oben geschrieben hast, als Opfer gesehen hätten.
Für meine Eltern war das noch nie eine Last. Sie haben sich immer darüber gefreut wenn ihre Enkel bei ihnen sind. Jetzt ist es noch immer so.
Die habe ich natürlich auch. Also wie bei dir Misshandlungen oder die anderen Gründe die du genannt hast.

Ich meinte eher was anderes. Gibt ja auch schon Eltern die man gleich auf die Palme bringt weil das Kind mal ein Eis oder Süßigkeiten bekommt. Ich achte natürlich darauf, dass mein Sohn sich gesund ernährt. Das haben meine Eltern bei mir auch gemacht. Was ist allerdings so schlimm daran wenn ein Kind bei seinen Großeltern mal ein Eis, ein Stück Schokolade oder sonst irgendwas bekommt. Sich wegen so etwas aufzuregen ist ja wohl etwas übertrieben. Oder wenn man mal zu McDonalds geht. Wir machen das vielleicht alle paar Monate mal. Wenn man sich wegen so etwas bei mir beschweren würde ich die Kinder nicht mehr nehmen oder diejenigen zumindest ordentlich in den Senkel stellen.

Fastfood ist natürlich nicht das beste. Ich meine ja nur, dass es nicht schlimm ist wenn man es nur ganz ab und zu macht.
 
  • #46
. Die Frage ist, WANN man genug hat und sich emotional wirklich dahingehend abnabelt, diese Überzeugungsarbeit nicht mehr leisten zu wollen oder sie aber stoisch runterzubeten, ohne sich zu ärgern, dass schon wieder dasselbe durchgekaut wird
Ja, dem kann ich mich anschließen, und ganz besonders auch dem Folgepost von @Joggerin . Bei mir ist es ganz ähnlich, dass ich die narzisstischen Strukturen in meinem Leben eben gewissermaßen mit der Muttermilch aufgenommen habe und erst im Nachhinein verstanden habe: meine schwierige Mutter war Narzisstin - und ihr versuchte ich zu gefallen in wichtigen Beziehungen.

Ich frage mich gerade, was ich im Hinblick auf das Thema Fehler machen missverstanden habe, @void , aber anstatt das zu suchen, kann ich es ja noch einmal anders aufrollen: es ist genau der Umgang mit Fehlern, der für Narzissmus solch eine wichtige Rolle spielt. Die narzisstische Mutter darf nicht kritisiert werden, sie macht keine Fehler, darf sie nicht machen, denn im Inneren hält sie sich für unzulänglich. Um das Gefühl der Unzulänglichkeit nicht aushalten zu müssen, macht aus ihrer Sicht die Tochter die Fehler, die sie zu korrigieren hat (=Projektion) - die Korrektur, kommt sie an, stärkt ihr Selbstwertgefühl. Dies muss sie immer und immer wieder wiederholen. Damit sie diese „Stärkung“ (=narzisstische Zufuhr) bekommt MUSS es Streit geben oder die Tochter muss die Korrektur annehmen (sich klein machen). Ihre Korrektur nicht anzunehmen, erlebt die Mutter als verletzende Kritik. Die Mutter wird immer und immer wieder solche Situationen schaffen, in denen sie Zufuhr sucht. Es geht dabei nur vordergründig um das jeweilige Thema - hintergründig geht es um ihren Treibstoff und nichts anderes als darum. Das Mädchen könnte Brei mögen - die Mutter würde erklären, dass es jetzt an der Zeit ist, Festes zu essen. Das Fatale, meist ist sie felsenfest davon überzeugt, was sie sagt, auch wenn es objektiv gesehen Schwachsinn ist.

Verweigert man ihr den Treibstoff, den sie braucht, holt sie ihn sich woanders. Man darf aber nicht vergessen, dass sie jahrelange Praxis hat, ihn sich zu besorgen. Jinni ist Zeit ihres Lebens Tankstelle gewesen, so makaber das klingt, und nun sind auch Enkelkinder willkommene Quellen. Jinni müsste rausfinden, wie extrem ihre Mutter agiert, denn das Essen ist nur eine Situation von ganz vielen. Ich hätte im vorigen Post deutlicher machen sollen, dass die Lösung mit dem Arzt auf die Dauer nicht funktioniert, weil es das strukturelle Problem nicht löst. Zu sagen „meine Fehler mache ich selbst“ ist Abgrenzung für Jinni - diskutieren kann und sollte man man das mit der Mutter eh nicht, das überzeugt sie auch nicht, wenn sie denn zum extremen Ende des Spektrums gehört - denn es ist ja immer auch ein Spektrum.
 
  • #47
Zu sagen „meine Fehler mache ich selbst“ ist Abgrenzung für Jinni
Die HALTUNG ist es. Aber das SAGEN ist es nicht, FALLS der Mensch, dem man das sagt, es so verstehen könnte, wie ich hier behaupte.
Ich versuche, es Dir mal durch ein krasses Bsp. zu verdeutlichen: Du siehst, wie ein erwachsener Mensch sein Kind schlägt und er sagt zu Dir "es ist mein Kind und ich mach meine eigenen Fehler". Es geht mir nicht um den DIREKTEN Vergleich. Kinder zu schlagen, ist heutzutage eine Straftat und gehört angezeigt. Es geht mir um den Satz "ich mach meine eigenen Fehler". Die Mutter sieht das Enkelkind ja zurückgeblieben in der Entwicklung, zu dünn usw.. Und in der Situation zu sagen "ich mach meine eigenen Fehler", wenn für die Mutter die Sache so aussieht, als würde ihre Tochter dem Kind total schaden, ist in meinen Augen nicht klug.
"Ich mach meine eigenen Fehler" ist ein Satz, den man sagen kann, wenn man jemanden liebt und heiratet, von dem die Eltern nicht überzeugt sind oder eine Berufswahl trifft, bei der die Eltern sagen "das ist nichts für dich, du wirst versagen". Falls man meint, den Eltern das noch klarmachen zu müssen. Aber nicht, wenn es um Kindswohl geht. Einfach, weil es den Konfikt noch verschärfen könnte.

Ich hätte im vorigen Post deutlicher machen sollen, dass die Lösung mit dem Arzt auf die Dauer nicht funktioniert, weil es das strukturelle Problem nicht löst
Das weiß ich, denn die Mutter ändert sich dadurch nicht. Das ist auch hier gerade mit Absicht nicht beabsichtigt. Es geht um "Durchzug zwischen den Ohren" und dass die Mutter "funktioniert", nicht darum, dass die Mutter sich ändert. Das Anliegen hier ist, dass kein Brei mehr gegeben wird, nicht, dass die Mutter die Tochter respektieren lernt.
Das kann die Tochter, wenn sie noch nicht genug hat vom Diskutieren, gern woanders durchsetzen, wenn sie es immer noch versuchen will, die Mutter zu ändern, aber hier ist noch ein anderes Leben mit im Konflikt, daher ist es auch wichtig, ein schnelles Ergebnis zu haben.
Auch Deine anderen Ausführungen sind mir verständlich gewesen, ich kenne Narzissmus auch.

Diskutierst Du mit einem Kleinkind, warum es viel Schlaf braucht und früh ins Bett soll? Nee, Du setzt Dich anders durch. So ähnlich ist das auch mit der Mutter. Siehe den Post von @Joggerin.
Diesen Kampf, dass die Mutter unbedingt überzeugt werden muss und dass man daher wieder und wieder "Machtgespräche" führt, ist, wenn man emotional noch daran beteiligt ist, Immer-noch-Kind-Sein. Und das bewirkt dann auch, dass man gar nicht differenziert, WANN es sich lohnt, darum noch zu kämpfen, und wann die Mutter einfach funktionieren soll und wie man das hinbekommt. Z.B. durch Autoritätenvorschieben. Ich rate das nicht, weil es ein Kleinbeigeben sein soll. Ich rate es für das Kindeswohl.
 
  • #48
Die Mutter als einen erwachsenen anderen Menschen mit eigenen Erfahrungen zu sehen, die ihn bestimmen und lenken, und das anzuerkennen ist für mich der erste Schritt vom Kind zum Erwachsenen. Sie am besten mal wie einen Fremden sehen.
Und ja, schön wär's, wenn sie das umgekehrt genauso täte. Man kann nicht mit einem Menschen dichter zu tun haben, der einen nicht auch als autonomen Erwachsenen anerkennt. Aber wenn die Chance schon zig mal gegeben wurde durch Reden darüber, dass auch das Kind ein erwachsener Mensch geworden ist und seine eigenen Entscheidungen fällt usw., dann bleibt nur: Die Situation betrachten und das Beste draus zu machen, insbesondere, wenn es um was geht, wo man nicht drauf warten kann, dass die Mutter sich endlich ändert.

Du willst es weiter versuchen, der Mutter ihr Verhalten in jeder sich gebenden Situation abzuerziehen durch Machtgespräche. Ich sage, kann man machen, wenn man nicht genug davon hat, sollte es aber nicht tun, wenn in der Situation braucht, dass es GLEICH klappt, ohne dass die Mutter den Erkenntnisprozess durchlaufen hat, was JAHRE dauern wird.

Ich denke das, was Joggerin schrieb, über die Kindheit und Vergangenheit der Mutter. Es hat einen Grund, warum sie so ist und sie zu ändern, wäre auch, sie zwingen zu wollen, sich mit dem Schlechten ihrer Kindheit auseinanderzusetzen. Ist ein Abwägungsprozess, ob es wirklich nötig ist. Zu dem Thema habe ich bei meinen Eltern auch gedacht, dass sie Kriegsgeneration sind, zwei Leute, die fast 80 sind. Dann noch die negativen Emotionen durchmachen, die sie durchmachen werden, wenn sie ihre längst verstorbenen Eltern im Verhalten durchleuchten und dann auch erst nach Jahren auch drauf kommen, dass die auch ne schlechte Kindheit hatten, da sie WK1 erlebt haben als Kinder/Jugendliche? Vielleicht haben sie auch längst drüber nachgedacht, die reden ja nicht über sowas.

Wie dem auch sei. Kampf um Anerkennung als erwachsene Autorität muss man führen, wenn man noch abhängig ist davon, also die Nähe zu den Eltern unvermeidbar ist u/o man den Kontakt nicht abbrechen will.
Kann sich subjektiv ein Leben lang so anfühlen, dass man diese Anerkennung wirklich wegen der Nähe braucht, aber objektiv gar nicht mehr so sein (in dem Fall sind dieselben Themen vorprogrammiert mit anderen Menschen, weil der Mensch ja immer noch ein Kind ist, das auf solche Elternrollenspieler anspringt, statt ganz natürlich davon auszugehen, dass man ihn als erwachsenen Menschen anerkennt und dem Elternrollenspieler meidet oder ihm ohne Kampf wie ein Erwachsener begegnet).

Und beim Brei würde ich die Autoritätsverschiebungslösung auf den Arzt vorziehen, weil ich gleich ein Ergebnis erzielen wollen würde.
Man muss nicht jeden Konflikt benutzen, die Anerkennung erkämpfen zu wollen.
 
  • #49
Verweigert man ihr den Treibstoff, den sie braucht, holt sie ihn sich woanders. Man darf aber nicht vergessen, dass sie jahrelange Praxis hat, ihn sich zu besorgen. Jinni ist Zeit ihres Lebens Tankstelle gewesen, so makaber das klingt,
Danke für diese Analogie. Es ist schon eine Weile her, als ich mich mit diesem Thema beschäftigt habe. Bei dem damaligen Mann habe ich es irgendwann geschafft, sein Verhalten, seine Versuche zur Treibstoffbeschaffung, seine Manipulationen um seine emotionale Macht zu erlangen, zu durchschauen.

Aber bei meiner Mutter falle ich dennoch immer mal wieder darauf rein, weil ich -hier noch viel weniger als bei vorgenannten Mann- es fassen kann, wie man jemanden absichtlich schlechte Gefühle und Aufregung verschaffen kann, den man eigentlich liebt, nur um sich daran zu laben, dass man dem anderen ja wohl doch wichtig ist, wenn er sich so aufregt. Es ist schwer wahrzunehmen, dass es eigentlich nur um Aufmerksamkeit geht.


dass die Lösung mit dem Arzt auf die Dauer nicht funktioniert, weil es das strukturelle Problem nicht löst.
naja, das strukturelle Problem kann man nicht einseitig lösen, ausser durch Kontaktabbruch. Und ein Narzisst hat ja kein Krankheitsgefühl, ihm geht es ja mit dem Konflikt nicht schlecht, ganz im Gegenteil bezieht er daraus seinen Treibstoff, wie du selbst ausführst.

Wie kann also die Lösung aussehen, wenn diese nicht auf Kontaktabbruch hinauslaufen soll ? Ein Einsehen ist dem Narzissten nicht möglich, demzufolge auch keine Therapie. Theoretisch müsste der Narzisst das Problem seines geringen Selbstwertgefühls anerkennen und bearbeiten.

Seitens des Narzissten ist also keine Änderung zu erwarten.
Daher finde ich für Jinny die Umgehung des Problems über den Arzt, für diesen einen Konflikt eine Lösung.

Ansonsten glaube ich, dass es die beste Strategie ist, sich versuchen zurückzunehmen, das Problem immer wieder aufs neue zu erkennen und von außen zu betrachten und sich nicht auf Diskussionen einlassen, also dem Narzissten den Treibstoff zu verweigern. Wenn man die Strategie einmal durchschaut, fällt auf, dass sie immer nach dem selben Muster funktioniert. Das macht ein Erkennen irgendwann leichter.

Das Thema Ernährung des Kindes ist nun kein leichtes, zumal zu Lasten des Kindes, als dass man da Experimente wagen könnte.

Bei dem narzisstischen Mann hat im übrigen umgekehrte Psychologie auch gut funktioniert. Das war mir dann aber irgendwann auch zu anstrengend, so dass ich es beendet habe.

Aber vielleicht könntest du @Jinni das mal bei einem weniger wichtigem Thema probieren?
 
  • #50
h hätte im vorigen Post deutlicher machen sollen, dass die Lösung mit dem Arzt auf die Dauer nicht funktioniert, weil es das strukturelle Problem nicht löst.
Genau. Außerdem kann man nicht immer jemand anders vorschieben- und man sagt deshalb auch, ich habe nicht die Kompetenz, aber der Arzt hat sie ja. Man spricht sich damit selber die Kompetenz ab. -
Und ich glaube ich nicht, dass die Mutter den Arzt als Kompetenz ansieht-sie hält sie selber für die beste Kompetenz in Sachen Kinder.
Ein Narzisst kann eher keine andere Person als kompetenter einstufen als sich selbst, da wäre ja die eigene Grandiosität dahin.
(s. D. Trump).Hier werden Machtkämpfe ausgetragen über das Kind.
Patenrezept im Umgang mit Narzissten hab ich leider auch nicht.
Sich auf möglichst wenig Diskussionen und Rechtfertigungen einlassen.
 
  • #51
Liebe FS,
wenn Haus verkaufen und aus der Reichweite der Mutter ziehen für Dich eine realistische Option ist und keine Sprechblase, dann würde ich genau das tun.
Diese Gedanke zeigt, dass Du selber keine Chance siehst, Dich Deiner Mutter effektiv entgegenzustellen und sie in die Schranken zu verweisen.
Deine Mutter ist eine alte Frau, die in ihrem Weltbild festgefahren ist. Es wäre ein langer, nervenaufreibender Kampf bei ihr ein paar Millimeter Bewegung zu erreichen, denn ihre Persönlichkeit ist betoniert. Ein paar Milimeter ändern an Deiner Situation rein garnichts.

Du hast ein kleines Kind. Irgendwann ist es größer und interpretiert die Dominanz Deiner Mutter als "meine Mutter ist 'ne Lusche und hat von nichts 'ne Ahnung, Oma ist der Kapitän". Das kannst Du nicht wirklich wollen. Genausowenig kannst Du Deine Mutter ändern. Könntest Du es, hättest Du es längst getan.

Also weg da und in der Distanz zu persönlicher Stärke finden, statt Deine Energien in einem aussichtslosen Kleinkrieg mit ihr zu verbrennen.
 
  • #52
@void
Du hast völlig Recht, auf die Haltung kommt es an. Und nur die. Ändert sich die Haltung, ändern sich die Dinge von ganz alleine.

Mit der Haltungsänderung ist es leider nicht so einfach - weil man ja bereits lebenslang in den Strukturen gelebt hat. Es ist bei diesen Müttern eigentlich nicht so, dass sie unbedingt die Worte hören, die man aus "vernünftiger" Perspektive erwarten könnte - sie hört bei dem "Fehlersatz" (bei der entsprechenden Haltung!) nicht "oh, jetzt will sie sich ganz schlimme Dinge erlauben, das arme Enkelkind" - sondern sie hört/fühlt "du machst die Treibstoffquelle dicht, wie kannst du es wagen mich zu kritisieren" - und kommt dann mit einem manipulativen Satz ala "das arme Kind" um sie wieder anzuzapfen - solange man sie lässt. Aber sowas sagt sie ja eh, das ist ihre Litanei. Man KANN mit diesen Müttern nicht vernünftig reden, weil sie dich ja allein um des Diskutierens willen in eine Diskussion verwickeln wollen. Und machst du es nicht mehr, ist die Treibstoff-Quelle dicht.

Ich persönlich wollte gar nicht weiter am konkreten Arztbeispiel festhängen. Man muss sich einfach grundsätzlich klar machen: Macht, Kontrolle, Treibstoff, das ist alles, um das es geht.

Und danke für die Blumen, @Joggerin, aber die Treibstoff-Analogie für narzisstische Zufuhr ist nicht von mir, copyright HG Tudor.

Aber bei meiner Mutter falle ich dennoch immer mal wieder darauf rein, weil ich -hier noch viel weniger als bei vorgenannten Mann- es fassen kann, wie man jemanden absichtlich schlechte Gefühle und Aufregung verschaffen kann, den man eigentlich liebt, nur um sich daran zu laben, dass man dem anderen ja wohl doch wichtig ist, wenn er sich so aufregt. Es ist schwer wahrzunehmen, dass es eigentlich nur um Aufmerksamkeit geht.
Ja, das ist super schwer zu akzeptieren. Sie macht es aber mit der allergrößten Wahrscheinlichkeit nicht mit Absicht bzw nicht bewusst. Das sind die allerwenigsten, ein ganz geringer Prozentsatz agiert bewusst so. Vielleicht ist das ein Trost für dich. Sie glaubt sich tatsächlich im Recht. Es ist wichtig zu verstehen und zu akzeptieren, dass die narzisstische Perspektive eine komplett andere ist als deine/Ginnis/unsere. Aus der Sicht der Mutter ist es so, dass sie tatsächlich ein Defizit in dir wahrnimmt (wahrnehmen MUSS), dass sie korrigieren muss. Wenn sie es korrigiert hat, fühlt sie sich besser, aber sie weiß nicht wirklich warum - es funktioniert instinktiv. Weil es instinktiv ist, ist sie auch aller Wahrscheinlichkeit nach nicht für eine Veränderung offen. Es ist auch der Grund, warum man nicht vernünftig mit ihr sprechen kann. Es gibt aber Mütter, die zwar starke narzisstische Anteile haben, aber sich doch noch in die andere Seite einfühlen können, und ich wünsche der FS, dass das bei ihrer Mutter so ist, denn dann gibt es Hoffnung. Der Weg wäre steinig, aber es würde sich ja lohnen, sie mitzunehmen.
 
  • #53
Es ist schwer wahrzunehmen, dass es eigentlich nur um Aufmerksamkeit geht.
Da gibt es so einiges, bei dem ich dachte "ach DAS willst du gerade ausdrücken", weil es so verdreht und destruktiv kam. Ich glaube, unsere Elterngeneration hat idR überhaupt nichts gelernt über die Art der Kommunikation und wie man Gefühle frei ausdrückt und dass Kindern auch Respekt entgegenzubringen ist, der Willen eines Kindes auch Beachtung finden muss (ich kenne das noch so, dass Kindern das ausgetrieben werden muss und man bei bestimmten Themen daher gerade das macht, was das Kind nicht will, damit man es beherrscht).
Ich will damit nicht sagen, dass unsere Generation das kann, immerhin ist die ja mit solchen Eltern auch aufgewachsen. Aber man hat mehr die Chance dadurch, dass man in einer materiell relativ sorgenfreien Gesellschaft aufwachsen konnte. Also kein Krieg, kein Hunger, keine Angst ums Leben. Wir können uns mehr um das kümmern, was uns beim Aufwachsen geschadet hat und was wir nicht weitergeben wollen, denke ich, und sind gesellschaftlich viel freier (bzgl. der Art zu leben, keine Heirat nötig, wenn man keine Kinder hat, ist es auch ok, Homosexualität, ...)

Wenn das Kind satt ist und nicht friert, dann hat man als Elternteil seine Arbeit getan. Ich denke, das ist das, was als Umsorgen des Kindes gesehen wurde. Ansonsten musste man sich keine Gedanken machen, ob man was falsch macht.

Ich sehe es nicht als "klein beigeben" wenn ich mich so verhalte, dass ich letztlich mein Ziel erreiche. Und darum sollte es doch gehen.
Genau. Diese Haltung kann man aber nur einnehmen, wenn man für sein Seelenheil auch (mal) drauf verzichten kann, den Anerkennungskampf zu kämpfen, dh. emotional nicht mehr drauf angewiesen ist und sich auch als Erwachsener sehen kann, wenn die Mutter das nicht tut.
Geht nicht immer, wenn man nicht genügend Abstand haben kann. Aber muss auch nicht gemacht werden, wenn es ne andere Lösung geben könnte.
 
  • #54
Und ich glaube ich nicht, dass die Mutter den Arzt als Kompetenz ansieht-sie hält sie selber für die beste Kompetenz in Sachen Kinder.
Kann leider auch passieren, es ist ein Versuch. Solche Leute kannte ich auch schon, und Dir ist sicher auch der Dunning-Kruger-Effekt bekannt. Dann hilft nur, das Kind nicht allein dazulassen, um Breigestopfe zu verhindern.
Genau. Außerdem kann man nicht immer jemand anders vorschieben- und man sagt deshalb auch, ich habe nicht die Kompetenz, aber der Arzt hat sie ja. Man spricht sich damit selber die Kompetenz ab.
Man sagt, man habe die Kompetenz des Arztes erfragt, der sagte was, das sich mit den eigenen Beobachtungen und Ansichten deckt, und die Mutter muss sich nun mit ihm anlegen, obwohl er ja nicht real da ist.
Und man SOLL ja auch nicht immer jemand anderes vorschieben und sich nie abnabeln. Man soll abgenabelt sein und das tun, was für die Situation am besten ist. Das bedeutet, nicht mehr jeden Kampf führen zu müssen.
Und Du schreibst es doch auch selbst:
Sich auf möglichst wenig Diskussionen und Rechtfertigungen einlassen.
Genau das ist mein Vorschlag, wenn Jinni das Kind auch mal bei der Oma lassen will, ohne befürchten zu müssen, dass doch Brei gegeben wird. Vielleicht klappt es nicht, aber diese vorgeschlagene Diskutiererei klappt beim konkreten Problem garantiert nicht aus mehreren Gründen:
- es geht um Kindeswohl, nicht darum, dass die rebellische Tochter sich die Haare blau färbt, dh. es geht um was viel Schwerwiegenderes als nur Rebellion gegen die Mutter, und das weiß auch die Mutter.
- die Mutter kannte Ernährungsprobleme bei einem ihrer Kinder und meint, hier dieses Problem vor sich zu haben. Das kann ne Menge Verzweiflung bei ihr auslösen, weil sie denkt, die Kindesmutter erkenne das Problem nicht. Dh., dass es hier gar nicht (nur) um das Vertrauen in die Fähigkeiten der Tochter, Machtansprüche und Narzissmusbefriedigung geht, wie vielleicht sonst, sondern das Problem für die Mutter ist, das Kind so zu sehen.
- es gibt auch noch andere Problemfelder, wo die Mutter die Tochter nicht für voll nimmt, was heißt, dass ne Menge Zeit und Arbeit vergehen wird, bevor an Änderung des Mutterverhaltens zu denken ist. Da ist das Kind groß und Brei sowieso kein Thema mehr.
 
  • #55
"Dh., dass es hier gar nicht (nur) um das Vertrauen in die Fähigkeiten der Tochter, Machtansprüche und Narzissmusbefriedigung geht, wie vielleicht sonst, sondern das Problem für die Mutter ist, das Kind so zu sehen."
Doch darum geht es leider... Ich wünschte es wäre nicht so. Über den Machtkampf "was ist das beste für das Kind" wird Treibstoff eingefahren. Das ist immer zum Schaden des Enkelkinds. Natürlich sind die Mütter nicht ganz blöd und wissen auch was, und sie bringen auch Argumente - nur dienen diese immer zur Selbstaufwertung. Grundsätzlich. Es geht nicht ohne, deswegen macht es dem Kind auch Schaden, wenn sie mit sachlich richtigen Dingen kommen. Aber ich möchte Jinni nicht verwirren, sie hat ja jetzt das Stichwort und kann sich selbst kundig machen. Es gibt viel gute Literatur zum Umgang mit narzisstischen (Groß-) Müttern. Faustregel ist jeweils: geht sie nicht auf Markierungen von Grenzen ein (die deutlich gesetzt werden müssen) bleibt zum Eigenschutz und zum Schutz des Kindes nur der Kontaktabbruch - aber das macht man nicht mir nichts dir nichts.
Alles Gute dir, Jinni.
 
  • #56
Doch darum geht es leider... Ich wünschte es wäre nicht so. Über den Machtkampf "was ist das beste für das Kind" wird Treibstoff eingefahren.
Traust Du der Mutter keinen Funken echte Besorgnis um das Kind zu? Also dass es in Wirklichkeit nicht zarter ist als Kinder in seinem Alter, z.B.? Natürlich wird auch der Aspekt wieder angesprochen, dass die Mutter was besser zu wissen meint, und falls sie wirklich machtkampfmäßig drauf ist, hier wieder dasselbe passiert wie sonst auch. Aber ich finde es durchaus denkbar, dass sie aufgrund ihrer Erfahrungen mit ihrem eigenen Kind, dem Bruder, wirkliche Bedenken und Sorgen hat. Und die nicht nur, um wieder "Treibstoff" zu bekommen. Auch wenn das hier ein Nebenprodukt sein könnte.

Ist überhaupt schon klar, dass die Mutter eine Narzisstin ist?
 
  • #57
Ist überhaupt schon klar, dass die Mutter eine Narzisstin ist?
Nein, natürlich nicht! Wenn sie auf klare und konsequente (!) Grenzsetzung nicht mit einer Beachtung der Grenzen reagiert - dann ist es wahrscheinlich. Jinni muss es testen. "Echte" Besorgnis gibt es am sehr extremen Ende des Spektrum nicht, da die ganze Persönlichkeit als ein "Alsob" strukturiert ist. Es kann aber sehr echt wirken. Sonst würde man ja nicht darauf reinfallen. Und wie gesagt, Narzissmus bedeutet nicht Inkompetenz - aber wenn es um engere Beziehungen geht, sind alle auf das Generieren von Treibstoff konfiguriert.
 
  • #58
Nein, natürlich nicht! Wenn sie auf klare und konsequente (!) Grenzsetzung nicht mit einer Beachtung der Grenzen reagiert - dann ist es wahrscheinlich.
Mal ne abstrakte Frage: Machst Du es nur an der Respektierung der Grenzsetzung fest oder an der Sicht, wer kompetenter ist?
Ich denke, das ist für fast alle Eltern symptomatisch, dass sie sich für kompetenter halten, weil sie noch das Kind vor sich sehen, wenn sie ihr erwachsenes Kind vor sich sehen. Auch wenn sie Grenzen einhalten und sich innerlich manchmal auf die Zunge beißen.
Sie müssen sich ja auch aus der Elternrolle abnabeln. Und dazu muss, fürchte ich, auch das Kind erstmal eine Menge Abnabelung zeigen, also diese Unsicherheiten, ob die Eltern nicht doch recht haben, dürfen nicht auftreten. Und vielleicht hört die Prüfung nie auf, wenn ich mir so ansehe, wie die Eltern meiner näheren Bekannten noch immer zu ihnen sind, wenn es mal Familientreffen gibt und sie davon erzählen oder ich mit auf ner Party bin, wo die Eltern auch sind. Aber ich denke, die Bekannten sind einfach nur ausgezogen, weg von der Kontrolle der Eltern, ohne sich über das Problem Gedanken zu machen. Müssen sie vielleicht auch nicht, weil sie selbst nicht so sind, trotzdem sie so geprägt wurden. Man kann Erkenntnisse ja auch ohne Konfrontation mit dem "Feind" machen oder einen Rollenspieler woanders finden.

Es ist wichtig zu verstehen und zu akzeptieren, dass die narzisstische Perspektive eine komplett andere ist als deine/Ginnis/unsere.
Dazu fallen mir mehrere Fragen ein. Ist jeder, der unter einem Narzissten leidet, ein Co-Narzisst? Bedeutet es, dass der CoN, selbst Narzisst ist - Begründung: im Fall, dass man sich einen Narzisstenpartner gewählt hat, weil der CoN auf den Narzissten so angesprungen ist, während Nicht-CoN dankend abgehauen wären, und im Fall, dass man als Kind CoN für ein Elternteil wurde, weil man eben sein Leben lang bis zum Erwachsenensein so geprägt ist. Oder sind manche Menschen zwar Opfer von narzisstischen Eltern/Partnern, aber selbst keine Narzissten? Im letzten Fall hast Du mit der Aussage recht und es ist nur Unerfahrenheit, dass man dem Narzissten als Co-Narzisst dient. Ansonsten würde ich sagen, müsste mit dem Erkennen des Narzissmus der Mutter einem auch der eigene Narzissmus auffallen, wenn man nie wieder mit dem Thema zu tun haben will. Oder gerade nicht, wenn man selbst Narzisst ist und bleibt?