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Gast

  • #1

Wie kann man öfter wollen, was man längst schon hat?

Sicherlich wurde dieses Thema bereits im Forum diskutiert, jedoch würden mich weitere (offene und ehrliche) Meinungen zu folgendem Thema interessieren:

In einigen Artikeln ist immer wieder zu lesen, dass das schwierige am Sex die Beziehung ist. Nach einigen Monaten bzw. wenigen Jahren der Zweisamkeit nimmt statistisch gesehen das körperliche Verlangen nach Sex und dem Partner ab. Partnerschaftlichkeit, Nähe, Verlässlichkeit, Sorge füreinander etc. bringen eine gewisse Berechenbarkeit mit sich. Lust dagegen beruht auf Unkontrollierbarkeit und Fremdheit, weshalb sich der ein oder andere nach einigen Jahren Beziehungsleben den Kick von außen sucht.

Somit möchte ich die Frage in den Raum werfen, ob eine hamonische und gut funktionierende Partnerschaft nicht irgendwann ein gewisses Hindernis für leidenschaftlichen und lustvollen Sex auf Dauer ist?

Was machen Paar anders, die seit Jahren harmonisch zusammen leben und trotzdem geil auf ihren Partner wie am ersten Tag sind?

Sicherlich spielt die Qualität des Liebhabers / der Liebhaberin eine Rolle, aber gehen wir davon aus, dass beide mit dem Sex soweit zufrieden sind, der Kick, die Leidenschaft und die Lust aber z.T. fehlen.

w32
 
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Gast

  • #2
Nö, wieso sollte eine gute Partnerschaft hinderlich für guten Sex sein? Mehr, als Orgasmus, na, o.k. mehrere vielleicht, geht doch nicht und, gemäß Deiner Überschrift: Die wollen wir doch immer wieder. Dann ist es doch eher hilfreich, wenn ich meinem Partner in der Beziehung nah und vertraut bin- was sollte uns denn hindern, wann immer wir Lust haben, uns einen (oder mehrere) Nachlags- Orgasmen zu holen?
 
  • #3
Lust dagegen beruht auf Unkontrollierbarkeit und Fremdheit, weshalb sich der ein oder andere nach einigen Jahren Beziehungsleben den Kick von außen sucht.
Wie kommst Du auf dieses schräge Brett? Fremdheit? Völliges fallenlassen (somit stimmt das mit dem Unkontrollierbaren) geht doch nur wenn Du dem anderen bedingslos vertraut. Nur dann kann man wirklich auch noch den letzten Rest Kontrolle abgeben.

Dazu noch ein wichtiger Bestandteil von gutem Sex- Liebe.

Nach einigen Monaten bzw. wenigen Jahren der Zweisamkeit nimmt statistisch gesehen das körperliche Verlangen nach Sex und dem Partner ab.
Auch das ist nicht zwangsläufig (nimmt man mal die ersten Wochen weg). Ja, die Sexualität verändert sich, wird vertrauter und an die Stelle von Quantität kommt Qualität.

Ja, wir haben am Wochenende doch wieder Zeit für anderes als nur Sex- aber das macht den Sex an sich nicht schlechter.

Du musst natürlich drauf achten nicht immer dieselbe Nummer durchzuziehen. Und glaube mir, die richtige Frau behält sich immer ein kleines bisschen Unberechenbarkeit.

Was machen Paar anders, die seit Jahren harmonisch zusammen leben und trotzdem geil auf ihren Partner wie am ersten Tag sind?
Sie lieben sich, sind gelassen und wissen dass Sex keine Olympische Disziplin ist, achten auf sich, achten auf den Partner, sind aktiv und neugierig.
 
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  • #4
Nicht zusammen wohnen, keinen gemeinsamen Alltag!! Meine Bescheidene Meinung nach mehreren Jahren glücklicher Beziehung.
 
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  • #5
Ich kann das letztliche Problem nicht verstehen. M. E. gibt es zwischen zwei Menschen genug Reibungspunkte. Aber hier fängt es schon an, manche meiden jede Reibung. Selbst Schuld, dann sollen sie eben die Ruhe und Harmonie genießen... Der Sex verändert sich, er muss auch nicht auf Fremdheit und Unkontrollierbarkeit beruhen, kann es aber, im Gegensatz zu manchen Vorschreibern kann ich das durchaus verstehen.

Also, er kann sich in einer ruhigere, und auch routiniertere Richtung verändern. Man kann sich aber auch in einer Beziehung hin und wieder fetzen und eine Beziehung muss nicht von vorne bis hinten durchkontrolliert sein. Das muss man dann eben auch aushalten können. Mir persönlich ist das viel Wert. Ich toleriere einige Fehler beim Partner, wenn er dafür ein aufregender, interessanter und auch sehr attraktiver Mensch ist. Das, was von Männern oft als "unvernünftige" Partnerwahl der Frau bezeichnet wird. Aber ich treffe diese Entscheidungen im Vollbesitz meiner geistigen Kräfte und beklage mich auch nicht, sondern stehe voll dahinter.

Nur wer irgendwie unzufrieden ist, über das einschlafende Sexleben, über einen zu anstrengenden Partner, der sollte sich seiner Prioritäten einfach bewusst werden. Es geht beides, Aufregung und Beziehung.
 
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Gast

  • #6
habe auch die Erfahrung gemacht, dass trotz oder sogar wegen großer Vertrautheit und Nähe die Lust vollkommen auf der Strecke geblieben ist. Nach 16 Jahren bzw. schon paar Jahre vorher lief und läuft nichts mehr. Gespräche und Alltag laufen recht gut, sicher besser als bei vielen anderen Paaren. Es lief nun auf eine gute Freundschaft hinaus. Habe es kürzlich mit einer Affäre versucht, da hat es im Bett super gepasst, jedoch hat mich das ganze im Nachhinein noch unglücklicher gemacht (Herz dran gehängt, hatte aber keine Zukunft).
Trotz dieser eigentlicht guten Beziehung wird die Lust nie zurück kommen, da bin ich mir ganz sicher. Keine Ahnung wie man aus so einem Dilemma heraus kommen soll. Stimmt es weitgehend auf geistiger und seelsicher Ebene, kann ich mich nicht nur wegen fehlendem Sex trennen.
Käme ein Anstoß von außen in Form eines Traummannes bei dem das alles auch stimmen würde plus Leidenschaft, dann wäre ich vielleicht weg.
Mit meinem langjährigen Partner hatte es übrigens von Anfang an beim Sex nicht gerade ideal gepasst, vielleicht liegt es auch daran.
Habe auch schon gedacht, dass wir einander zu ähnlich sind und es geradezu zu harmonisch ist.
 
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Gast

  • #7
Ich finde, das Gegenteil trifft zu. Wenn die Beziehung gut ist, ist der Sex gut und das Verlangen nacheinander (übrigens auch noch nach vielen Jahren) vorhanden. Wenn man sich und die gegenseitigen Vorlieben kennt, ist das auch ein Vorteil und kein Nachteil. Wenn die Beziehung am Ende ist, schläft irgendwann auch der Sex ein.
 
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Gast

  • #8
Eine solche Beziehung, wie du nennt, basiert auf einem ausgewogenen Verhältnis zwischen Nähe und Distanz. Viele (Frauen) wollen nur Nähe, keine Distanz, keine Fremdheit, keine Geheimnisse mehr in einer Beziehung. Das ist falsch und unrichtig. Man projeziert sich damit selber von der Rolle einer Geliebten zu einer Mutter, die man nie sein wollte. Abstand ist manchmal gut, Geheimnisse voreinander haben ist manchmal gut, sich interessant halten mit eigenen Dingen, auch für sich denken, was aus sich selber machen, nicht im Zweiergespannt überall alles gemeinsam tun.
 
  • #9
Vielleicht war das immer nur mein persönliches Pech, aber den besten Sex hatte ich immer außerhalb von Beziehungen. Experimentell, verspielt, leidenschaftlich... in Beziehungen gab es das auch, aber bei weitem nicht in dem Maße wie woanders.
Ein Grund war vielleicht der, dass diese Frauen nicht für eine Beziehung in Frage kamen. Leidenschaft im Bett war da schon mal gepaart mit Kompliziertheit oder es passten andere Dinge nicht.

Aber vielleicht traut man sich auch mehr, weil man ja nicht so viel riskiert. Sicher, in einer Partnerschaft sollte man sich alles anvertrauen können. Aber, um mal ein Beispiel zu machen: Erzählt eurer Frau/Freundin, dass ihr Lust auf einen Dreier hättet. Oder Fesselspiele. Oder sonst irgend etwas außergewöhnliches. Die Hälfte hier wird laut aufschreien und die Scheidung einreichen.

In einer nicht-Beziehung kann man darüber sehr entspannt reden.