• #1

Wie können Frauen auf Belästigung adäquat reagieren?

Wer heute Spiegel online oder die SZ gelesen hat oder vielleicht selbst twittert, wird das massenhafte Outing von im Freundeskreis oder im Job belästigten Frauen unter dem Suchbegriff #aufschrei mitbekommen haben. (Einfach mal googlen.)
Ich war zufällig von der ersten Minute bei der Twitter-Debatte dabei.
Was mich erschreckte, war, daß die wenigsten Frauen in der Lage waren, sich angemessen und situationsgerecht zu wehren. Sie fühlten sich belästigt (das hatte unterschiedliche Grade, von "hat mich angegafft", was ich nicht als Belästigung zähle, bis zu Vergewaltigungen, die vom Täter mit "war doch nichts" kommentiert wurden), aber sie taten nichts und sie schwiegen, bzw. die Information blieb im Freundinnenkreis, weil "man kann ja nichts machen", "es ist peinlich" oder "die Männer müssen einfach damit aufhören, das gipfelte in "ich fühle mich blöd, weil ich einem Mann eine Belästigung untersagt habe". Viele redeten erst heute auf Twitter darüber.
Lernen Frauen nicht, ihre mentale und körperliche Unversehrtheit bei solchen Übergriffen zu schützen? Was tut ihr in so einem Fall?
Was, glaubt ihr, wäre passiert, wenn die Journalistin den angetrunkenen Brüderle vom Barhocker geschubst hätte und gegangen wäre?
 
  • #2
Ich reagiere instinktgesteuert, ohne nachzudenken, rabiat und biestig - und je nach der Situation nonverbal, verbal oder körperlich. Ich bin schon mit erhobenen Fäusten auf Männer losgegangen, habe sie angeschrien, angefaucht, nur angesehen, habe mich nach einem wirklich üblen Spruch wie in Zeitlupe umgedreht und den Mann angesehen, kein Wort gesagt, ihn weiter angesehen, so lange, bis er gekuscht hat und gegangen ist. Ich stand lächelnd da, sah ihm zu und wartete, ob er noch ein Wort wagen würde - nein, er verschwand.

Als junge Frau war ich extrem viel alleine unterwegs und ich habe mir Reflexe antrainiert, die mir vielleicht schon das Leben gerettet haben. Solche Situationen gab es viele und ich bin bis auf ein Erlebnis mit 16 niemals als Verliererin, als Gedemütigte daraus hervorgegangen. Das nützt mir noch heute, ich habe einfach keine Angst.

Im Grunde ist es aber traurig, wenn Frauen so hart werden müssen, wenn sie sich frei und selbstbestimmt bewegen wollen.
 
G

Gast

  • #3
Hallo,

bin ein Mann (36) und finde sexuelle Belästigung auch unterste Schublade.

Würde empfehlen den Mann direkt zu konfrontieren und ihm zu sagen wohin er sich seine Sprüche, Hände oder sonst was stecken kann. Auf jeden Fall würde ich es laut machen, damit das Umfeld es mitbekommt. 99% der Typen werden sich gleich entschuldigen oder sich anderweitig trollen, weil sie das Umfeld fürchten und nicht als ein "Grapscher" dastehen wollen.

Die restlichen 1% die dann zu handgreiflichkeiten neigen, wird man als Frau nur sehr schwer in die Schranken weisen können.

Psychologisch gesehen gehen die wenigsten sofort von 0 auf 100, erst wird sich aufgeplustert und Mut angeredet oder Grenzen abgecheckt. Wenn da kein Widerstand kommt, geht Mann immer weiter, weil er denkt, dass sie schon was sagen wird, wenns nicht paßt. Deswegen gleich am Anfang die Luft rauslassen. Körperlich würde ich nicht werden, das provoziert nur den Drang zu gewinnen.

Das schlimmste ist auf jeden Fall nichts zu machen, denn das wirkt auf solche Männer wie eine Einladung zum weitermachen.

Gruß
 
G

Gast

  • #4
Je nach Situation, gerade wenn es während der Arbeit oder sonst irgendwie auch eher versteckt und geschickt passiert, ist das reagieren eher schwer, dass kann ich schon nachvollziehen. Es gibt aber auch offensichtliche Situationen und dumme Sprüche die man durch Gegenwehr recht schnell erledigt. Ich durfte mri mal beim einkaufen beim Gemüse von Zuchhini, davor war ein Proll von Mann mit einem ekelhaften Kommentar (in der Hand hatte er eine Zuchhini) anhören. Da wurde ich gleich sowas von aggressiv, ich will gar nciht wissen wie ich ihn angesehen hab, bin ein, zwei Schritte auf ihn zu und hab deutlich "wie bitte" gesagt und hab ihm das Ding halb aus der Hand gehauen, ehe ich noch was sagen konnte murmelte er was vor sich hin und ging weg. Mein Ex-Freund hatte mich auch entsprechend entgeistert angesehen. Unhiemlich fand ichs dagegen mal im Schwimmbad, da hat ein Typ alle möglichen Frauen mit wirklich angsteinflösendem merkwürdigen Grinsen angesehen und auch eindeutig zu junge Mädchen, wäre ich allein gewesen hätte ich beim heimlaufen kein gutes Gefühl gehabt, da er die Fruen regelrecht beobachtet hat. Ich bin dann gemeinsam mit einer anderen zu einer Angestellten, diese meinten sie würden es mal beobachten ob er öfter kommt und ihn ggf. darauf hinweisen doch das starren und aufdrängen mit danebenstehen zu unterlassen.
 
  • #5
Was, glaubt ihr, wäre passiert, wenn die Journalistin den angetrunkenen Brüderle vom Barhocker geschubst hätte und gegangen wäre?
Sie hätte dann mit einer Anzeige rechnen können, da dies dann jeder gesehen hat und vorher haben dann diese Zeugen weggeschaut. Im Wegsehen waren wir schon immer Weltmeister.

Viele redeten erst heute auf Twitter darüber
Das ist es was ich eigentlich so verurteile. Immer erst im Nachhinein. Oft werden aus Scham oder sonst was, werden bei Vergewaltigungen die Beweise vernichtet und erst wenn dann eine den Mut hat damit an die Öffentlichkeit zu gehen, kommen alle anderen aus ihren "Rattenlöcher" heraus. Siehe Kachelmann oder
Christoph Daum. Im Nachhinein war seine Kokainsucht in ganz Köln und Leverkusen bekannt und vorher wusste es angeblich niemand.

Lernen Frauen nicht, ihre mentale und körperliche Unversehrtheit bei solchen Übergriffen zu schützen?
Indem Sie resolut und mutig auftreten. Meine Schwester hat dies einmal so getan als sie mehrmals von oben bis unten "begafft" wurde. Na klemmt der Reißverschluss! Der Herr war dann schneller weg als Carl Lewis auf 100 m.
 
G

Gast

  • #6
Ich bin auf Privatveranstaltungen schon mehrmals sexuell belästigt (also begrapscht, auffällige Blicke zähle ich nicht als Belästigung) worden und kann der Damenwelt ein paar Tipps geben:

- Zurückhaltung beim Alkohol, da kann man sich im Notfall besser wehren
- im Gespräch immer einen gewissen Abstand in der Körperhaltung wahren
- nicht zu viel Zeit mit einer bestimmten Person verbringen und öfters die Gesprächspartner wechseln
- keine falsche Scham vor Handgreiflichkeiten: Wenn einer zupackt, versteht er nur diese Art der Reaktion - sonst versucht er es wieder

Mir haben diese Verhaltensweisen sehr geholfen, und mittlerweile belästigt mich niemand mehr. Ich bin übrigens keine Frau, die sich in der Öffentlichkeit sehr sexy anzieht und viel Haut zeigt. Das kann die Männer natürlich auch reizen, aber selbst in Jeans und Bluse muss Frau vorsichtig sein.
 
G

Gast

  • #7
Indem Sie resolut und mutig auftreten. Meine Schwester hat dies einmal so getan als sie mehrmals von oben bis unten "begafft" wurde. Na klemmt der Reißverschluss! Der Herr war dann schneller weg als Carl Lewis auf 100 m.
Für diese sexuelle Belästigung durch anzügliche Sprüche hätte er sie wohl besser anzeigen sollen ... .

Dazu ist in dem auslösenden Fall ein Satz herausgegriffen worden. Wie ist es zu den Situation eigentlich gekommen? Wer hat da wen zuerst angequatsch etc?

Einerseits gibt es offizielle Regeln, andererseits gehört necken, Eskalationm, Berührungen etc zum Flirten und zur Kontaktanbahnung dazu und wird erwartet (wie auch schon die Erstansprache, das was ausgeben, das sich zuerst melden), sonst ist er ebenfalls als Langeweiler, Weichei etc. draußen.
Daneben schaue man sich diverse Aussagen auch hier im Forum ala: "keiner sprich mich an, nur solche Loser.", aber auch heftige Diskussionen ob jetzt das anbieten wen nach Hause zu bringen nun Kavalierspflicht oder Stalking ist.
Was Belästigung ist, hängt also in einem weiten, weil eben niedrigschwelligen und kulturell auch von den Damen von im ersten Schritt akzeptierten Kandidaten geforderten häufigen Bereich letztlich davon ab, wie gut der Herr ins Beuteschema und das Verhalten in das persönliche, für ihn unsichtbare Weltbild passt.

Die Hauptreaktion der Damen sollte daher sein (auch für sie selbst) verbindliche Regeln für den Umgang miteinander und eben auch in Flirt- und Beziehungsanbahnungssituationen zu machen, auf die sich alle Männer einstellen können.

Bis dahin sollte für ihn wohl die Regel sein nach Möglichkeit frauenfreie Zonen zu schaffen, also sich z.B. für die informellen Abendgespräche bei einem der Betreffenden auf dem Zimmer zu treffen statt an der Bar und den Umgang mit Frauen auf formelle, möglichst kurze Kontakte unter verlässlichen Zeugen zu beschränken.

Woher kam die ebenfalls schon beobachtete Flirtwüste Deutschland noch einmal?
 
G

Gast

  • #8
Mir haben diese Verhaltensweisen sehr geholfen, und mittlerweile belästigt mich niemand mehr.
Schmunzel. Ich kenne auch den grund dafür.

Man kann es aber auch übertreiben. Wenn ich mir so die kommentare im Netz dazu anschaue, ist es ja nach meinung einiger schon Sexuelle Belästigung wenn Mann im vorrübergehen die Frau anschaut. Am besten solltet ihr allee euch unter einer Burka verstecken.

Immer diese Rosinenpickerei. Auf der einen seite wird sich beschwert das Männer nicht mehr Flirten, und tut Mann es, ist es gleich wieder Sexuelle Belästigung.

Ganz schön verlogen die ganze sache.
 
G

Gast

  • #9
Als Mann sage ich dazu Folgendes:

Blicke werden oft herausgefordert...durch einen tiefen Ausschnitt, aufreizende Kleidung, offenherziges Setzen etc. Das betrachte ich definitiv dann nicht als Belästigung auch dann nicht, wenn ich nicht zu den Blicken so aufgefordert wurde. Da kann dann Alkohol auch eine Rolle spielen...

Dumme Sprüche können auch mal vorkommen, ist zwar nicht nett, aber kann mal passieren.

Aber bei Handgreiflichkeiten hört sich jeder Spass auf!!

Bei dummen Sprüchen in die Schranken weisen, bei Handgreiflichkeiten eine auf die Finger hauen. Blöd ists natürlich, wenn das an einsamen Orten passiert..wo sich Frau gegebenenfalls nicht wehren kann. Wenn ein Mann so eine Situation ausnutzt, rate ich der Frau zur Anzeige oder falls sie das nicht will soll sie zu Kollegen gehen, die sich den Typen dann mal vorknöpfen oder je nachdem zu seiner Partnerin gehen. Mir ist das mal passiert, eine gute Kollegin wurde von einem gemeinsamen Bekannten in die Ecke gedrängt und befummelt. Sie konnte zum Glück abhauen da Leute kamen. Es war der Wirt eines Lokals, in dem wir (grössere Clique) regelmässig waren und wo die Bekannte ab und zu ausgeholfen hat als Kellnerin. Ich bin hin zu ihm, du (wir waren per du) gibts mir jetzt sofort das Geld, das die Bekannte noch zu gut hat und ihre Unterlagen (Lohnsteuerkarte). Du kannst von Glück reden, dass sie dich nicht anzeigt. Du bist das hinterletzte Schwein. Ich habe dann die Sachen genommen und ihm ins Gesicht gespuckt im Lokal und bin gegangen. Das ist so ziemlich die heftigste Erniedrigung, das empfehle ich bei Handgreiflichkeiten auch Frauen. Allerdings Vorsicht vor Gewaltausbrüchen.
 
G

Gast

  • #10
Ich stamme ursprünglich aus einem anderen Land. In meinem Kulturkreis haben die Menschen allgemein weniger Berührungsangst und sind offener. Folglich hatte ich nie ein Problem damit, wenn mich jemand zur Begrüßung in den Arm genommen oder im Gespräch mal den Arm um mich gelegt hat. Leider wurde mir das schon mehrmals falsch ausgelegt. Ich bin definitiv keine Frau für eine Nacht, wurde aber schon häufig sexuell belästigt.

In Diskotheken, Kneipen und auf Konzerten ist es schon einige Male vorgekommen, dass ich plötzlich eine Männerhand auf dem Hintern oder auf der Brust hatte. Manchmal kamen auch irgendwelche Typen von hinten an und drückten mir einen Kuss auf die Wange. Diese Männer hatten schon einiges an Alkohol im Blut, aber das ist keine Entschuldigung. Nur weil ich recht offen bin und mich gerne mit anderen Menschen unterhalte, bin ich noch längst keine leichte Beute. Besonders schockiert war ich, wenn es sich bei den Männern um langjährige gute Bekannte handelte. Bei Fremden habe ich mich immer sofort gewehrt, bei Bekannten war ich lange gehemmt, weil ich das von ihnen nicht erwartet hatte.

Wegen dieser Erfahrungen bin ich nicht mehr so offen im Umgang mit Männern, auch wenn ich sie schon eine Weile kenne. Ich bin vorsichtiger geworden und lasse die Leute nicht mehr so einfach an mich ran, weil ich scheinbar missverstanden werde und es dann zu solchen Aktionen kommt.
 
G

Gast

  • #11
Für mich ist die Diskussion momentan in den Medien eher Hysterie: Sexuelle Belästigung hat zu unterbleiben - da brauchen wir denke ich nciht zu diskutieren. Aber es ist eine Gefahr, wenn der Begriff durch einen alzu niedrigen Schwellenwert entwertet wird:
Beispiel:
Sie, Studentin, kommt im Minirock, tiefer Ausschnitt zu einer Prüfung. Sexuelle Belästigung des Prüfers? Er sitzt ihr 30 Minuten gegenüber, zwangsweise wandert sein Blick auch einmal vom Gesicht zum Ausschnitt - sexuelle Belästigung der Studentin?
Die gleiche Situation ist aber sicher anders zu bewerten, wenn die Kandidatin einen geschlossenen Rollkragenpullover anhat und der Prüfer auf Ihre Brust starrt - ist das schon Belästigung?

Abends an der Bar: eine Frau sitzt alleine am Tresen:
Ein Mann stellt sich dazu:
Verschiedene Sprüche:
- Sie gefallen mir - Lust ein bisschen zu plaudern?
- Schöne Ohrringe - wo haben Sie die her?
- Schöne Kette, wo haben Sie die her? Dabei schaut er auf die Kette... in ihrem mehr oder weniger tiefen Ausschnitt. Sexuelle Belästigung?
Wenn man die entsprechenden Foren bei Zeit, Spiegel etc. anschaut, wird jeder Spruch dort von Usern als "sexuelle Belästigung" bezeichnet.... und sei es mit der Bemerkung, dass Spruch 1 nie von einem (nicht homosexuellen Mann) zu einem anderen Mann gesagt wüde, also klare sexuelle Beutung habe.... etc. etc.

Wir sind nur einmal geschlechtliche Wesen und ein Interesse am anderen Geschlecht ist in der Biologie verankert; nebenbei bemerkt wären wir sonst alle nicht auf dieser Seite. Ich denke, dass man in dieser Diskussion zwischen Belästigung und Interesse am anderen Geschlecht unterscheiden muss. Interesse kann und darf sich auch durchaus ergeben, wenn Kollegen, Politiker und Journalisten, etc. zusammen treffen.

Jeder Erwachsene kennt die ungeschriebenen Regeln des Spiels; jede Frau weiss, dass die offene Zurschaustellung Ihrer Sexualität durch z.B.: tiefe Ausschnitte Männer mehr männliche Reaktionen bewirkt al eine andere Kleidung, etc. etc.

Um zum momentan diskutierten Fall "Brüderle" etwas ernsthaftes sagen zu können müsste man deutlich mehr wissen, wie der Abend abgelaufen ist: Wie war die Journalisten gekleidet, hat sich verhalten? Hat Sie sich z.B.: wie beim einem Date Drinks spendieren lassen? Hat Sie vielleicht mit Ihrer Sexualität gespielt, um Brüderle weitere Informationen zu entlocken? Oder hat sie sich, dezent und konservativ gekleidet, von allen Spielen abgesetzt? etc. etc. Ich denke, jeder ob männlich oder weiblich kann sich genug vorstellen um die Situation in alle Richtungen auszugestalten: Von schüchternen Jounalistin, die von alternden Lustmolch belästigt wird bishin zu Vamp, der einen hilflosen Politiker verführt...... ;-) Die Wahrheit liegt zwischen den Beiden.....

m/32
 
G

Gast

  • #12
Dass offenherzig oder sexy gekleidete Damen mit Blicken vollends ausgezogen werden, halte ich für (leider!) normal. Das kann man durch entsprechende Kleidung vermeiden.

Als normal angezogene Frau werde ich aber auch mehrmals pro Jahr sexuell belästigt. Klar, es gibt da keine offizielle Grenze, ich ziehe die selber. Sie liegt da, wo ich mich zum Sexobjekt degradiert oder z.B. durch sexuell anzügliche Witze indirekt angemacht fühle.

Ich reagiere da sehr direkt und sage dem Mann ganz klar, was ich von iihm und seinem Verhalten halte, verbitte es mir ganz klar. Habe damit gute Erfahrungen gemacht. Insbesondere, wenn andere Menschen anwesend sind, ist es den Männern augenscheinlich peinlich, darauf angesprochen zu werden.

Beispiele der letzten 2 Wochen:
Mann, fett, klein, alt tönt in einer Schwimmgruppe, er würde den Damen immer anbieten, sie abzutrocknen, 1 € würde er für den Rücken nehmen und vorne sei es gratis. HAHAHA... Dem habe ich klar gesagt, dass seine saudummen Sprüche von Frauen als sex.Belästigung gewertet werden und ein äusserst schlechtes Licht auf ihn werfen. Er war peinlich berührt, wurde knallrot.

Sauna, 2 Männer um die 65 und ich. Der eine Mann lag, hatte (was in der Sauna ungewöhnlich ist) seine Brille auf und starrte mich unverholen an. Ich setzte mich um, er verrenkte den Kopf und starrte weiter. Ich sagte ihm klar, er solle aufhören, mich so anzustarren, das sei eine Unverschämtheit. Der zweite Mann sagte netterweise "ja, da haben Sie völlig recht, umöglich dieses Starren. Der Gaffer trollte sich mit hochrotem Kopf und nuschelnd "er habe nur so rumgeguckt" aus der Sauna.

Insgesamt finde ich es unmöglich, dass man als Frau ein Leben lang utzende solche sexuellen Angriffe (die beiden geschilderten waren eher die harmlose Sorte!) ertragen muss!

w, 49
 
G

Gast

  • #13
Insgesamt finde ich es unmöglich, dass man als Frau ein Leben lang utzende solche sexuellen Angriffe (die beiden geschilderten waren eher die harmlose Sorte!) ertragen muss!

w, 49
Kleiner Tipp. Geh einfach nicht in das Schwimmbad oder in die Sauna. Zumal du ja selbst andere Diskriminierst. Deine worte: Mann, fett, klein, alt.....
Und wo das was dieser Mann von sich gegeben hat Sexuelle Belästigung sein soll, musst du mal erklären. Diese ist nichts weiter wie ein Scherz. Aber einige gehen offensichtlich zum Lachen in den Keller. Oder stehen schon morgens schlecht gelaunt auf, und fragen sich wem kann ich heute eine reinwürgen.

Übrigens wurde ich als Mann doch auch letzten Freitag nach deiner definition Sexuell belästigt. Als ich an der Kasse meinen einkauf bezahlte waren dort neben Lebensmittel auch Kondome dabei. Die Kassiererin schmunzelte und wünschte mir ein schönes Wochenende. Müsste ich mich jetzt verletzt fühlen?
 
M

Mooseba

  • #14
Ich habe das ungute Gefühl, dass sexuelle Belästigung gern auch als Trophäe gesehen wird.

Und es gibt auch langfristige Möglichkeiten, dass Belästiger vereinsamen. Frauen, stürzt auch endlich auf die lieben, netten, vermeintlich langweiligen Männer. Und appelliert nicht mehr so viel an die Männlichkeit der Männer, ohne dass ihre Jammerlappen ertragen müsst. Und das ist jetzt keine polemische Übertreibung. Wer auf Machos steht, gut aussieht und sich gern sexy kleidet, sollte vorher begriffen haben, dass wir nunmal in einer Risikogesellschaft leben. Aber die Deutschen wollen das immer am wenigsten begreifen, wollen alles ohne Risiko (siehe Energiepolitik, oder das Jammern der Männer, die nicht begreifen, dass auf eine Hochzeit auch eine Scheidung folgen kann usw., übertriebener Kündigungsschutz, übermäßige Hilfen für Familien mit Kindern etc)
 
  • #15
Die Kassiererin schmunzelte und wünschte mir ein schönes Wochenende. Müsste ich mich jetzt verletzt fühlen?
Blödsinn. Aber wenn sie Dich intensiv mit Blicken ausgezogen und Dir zwei oder drei Mal vorgeschlagen hätte, doch am Abend etwas trinken zu gehen und die Kondome dann auszuprobieren, dann wäre das in die Richtung gegangen.

Sicher mag es sein, dass einige Frauen auch einmal überempfindlich reagieren, aber extrem viel häufiger "schlucken" Frauen massive Anmache, Angrapsche und sonstige eindeutige Belästigungen - und tun Nichts. Sie haben Angst vor der männlichen Reaktion, die vielleicht gewalttätig ausfallen könnte, davor als Spielverderberin und zimperliche Liese dazustehen, vor den manchmal unabsehbaren Folgen am Arbeitsplatz, sie sind starr vor Schrecken (selbst schon bei Freundinnen erlebt) und so weiter und so fort.

Es ist auch reiner Blödsinn, das Problem auf etwas offensiveres Flirten zu schieben. Die Männer, die wirklich belästigen, flirten nicht einmal ansatzweise, und das ist auch klar erkennbar. Nein, sie werten sich auf, sie füttern ihr wackeliges Selbstwertgefühl, es ist ein ähnlicher Mechanismus wie bei rassistischen Sprüchen. Jemand, der seiner selbst sicher ist, hat so etwas überhaupt nicht nötig. Andere, diese jämmerlichen Subjekte, scheinen sich besser zu fühlen, wenn sie vermeintlich Schwächeren mal richtig demonstriert haben, wer hier der Starke, der Tolle, der Mann, die Norm aller Dinge ist.

Anders lässt sich auch nicht erklären, wie feige und lächerlich viele von diese Typen reagieren, wenn einmal schneller. knallharter und entschiedener Widerstand von diesem kleinen Fußabtreter in Frauenform kommt.

Frauen sollten sich auch auf keinen Fall verstecken und ihr Leben in Angst führen. Nein, seid selbstbewusst, leistet Widerstand, ihr habt das Recht dazu!

P.S. Die Journalistin hat sich m.E. sehr unklug verhalten. Ich hätte nach dem zweiten Spruch den Promi scharf angesehen und ihm in einem klaren Ton gesagt, dass das wohl zu weit geht. Entweder er wäre ernüchtert gewesen und das Gespräch hätte im normalen Ton weiter gehen können oder ich wäre aufgestanden, hätte mich sehr höflich und sehr distanziert verabschiedet und wäre gegangen.
 
G

Gast

  • #16
Sicher mag es sein, dass einige Frauen auch einmal überempfindlich reagieren, aber extrem viel häufiger "schlucken" Frauen massive Anmache, Angrapsche und sonstige eindeutige Belästigungen - und tun Nichts. Sie haben Angst vor der männlichen Reaktion, die vielleicht gewalttätig ausfallen könnte, davor als Spielverderberin und zimperliche Liese dazustehen
Ich (#9) bin ganz deiner Meinung. Auch ich habe mich nach den ersten Übergriffen nicht gewehrt. Einerseits war ich zu geschockt, weil ich die Männer vorher schon gekannt und ihnen das nicht zugetraut hatte. Auf der anderen Seite waren das zum Teil Personen, die mit Leuten aus meinem Freundeskreis befreundet waren und ich meine Freundschaften nicht aufs Spiel setzen wollte. Ich habe auch schon mehrmals erlebt, dass Frauen nach einer Belästigung den Mund aufgemacht haben und dafür herbe Kritik einstecken mussten - sowohl von Männern als auch von Frauen. Die Schuld wurde dem Opfer in die Schuhe geschoben, weil die Männer sehr beliebt in ihrem Umfeld waren. Aber das interessiert mich jetzt nicht mehr.
 
G

Gast

  • #17
Die richtige Methode dagegen ist ein bestimmtes Auftreten und Zurückweisen. Dazu braucht Frau eben Selbstbewusstsein. Diese Journalistin ist in meinen Augen unglaubwürdig. Wenn sie nach einem Jahr zum jetzt optimalen Zeitpunkt mit dieser alten Geschichte kommt, dann ist das einfach nur billiges und feiges Nachtreten, Jagd nach Quote und politisches Kalkül.

Wirkliche sexuelle Belästigung ist unangenehm, lästig, kann verängstigen und in Abhängigkeitsverhältnissen sehr problematisch sein. Sowas ist ohne Frage zu verurteilen und da gibt es mittlerweile auch reichlich Möglichkeiten. Ich verurteile so etwas als Mann. Aber die weichgespülten Gutmänner, die pauschal hurra zu dieser Kampagne rufen und ihre Geschlechtsgenossen verurteilen nerven mich.

Denn hier wird in den Medien wieder mal das Kind mit dem Bade ausgeschüttet. Was für eine miese Kampagne ist das. Heute beim Einkaufen sprang mich aus einer seriösen Tageszeitung die Titelzeile "Sexismus: Männer es reicht!" an. Die ganze erste Seite und noch weitere voll davon. Schön, denn wir haben ja keine wirklich ernsthaften Probleme für die erste Seite.

Diese Sexismus-Jacke ziehe ich mir nicht an. Ich habe noch nie eine Frau sexuell belästigt und ich kenne das auch nicht von den Männern meines Freundeskreises. Ich fühle mich als Mann in den Medien zunehmend vorverurteilt und finde das mittlerweie widerlich.

Was empfundene Belästigung angeht, so ist in anderen Beiträgen schon gut beschrieben worden, wie oft mit zweierlei Maß gemessen wird. Ist der Mann willkommen, erwünscht und gewollt, dann darf er (gucken, sogar dezent anzüglich sein). Ansonsten fühlt sich Prinzessin auf den Schlips getreten. Wenn sich das Thema so weiterentwickelt, dann sage ich nur, gute Nacht Familie. Am besten, man verbietet den Männern per Gesetz, eine Frau überhaupt anzuschauen.

Glücklicherweise erlebe ich in meinem Umfeld nie diese medial dargestelle Wirklichkeit, offenbar lebe ich in einer Parallelwelt. Eines aber weiß ich: dass ich im Umgang mit bestimmten Frauentypen immer vorsichtiger werde. Ehe sie mir noch etwas anhängen, schaue ich sie gar nicht mehr weiter an und lasse sie links liegen.
 
  • #18
Was ich bei vielen Frauen festgestellt habe und zum Teil auch bei mir beobachtet habe (gebe ich zu). Es kommt auch auf den Mann an, der etwas sagt oder etwas macht, finde ich den Mann gut, sehe ich das nicht als Belästigung an... ist der Mann für mich doof, sind schon seine Blicke, eine Belästigung für mich.

Aber ich weiß auch sehr genau, wie weit ich Männer erlaube zugehen und wenn mir etwas von einem Mann nicht zusagt, dann zeige ich es auch mehr sehr deutlich.

Ich finde diese Demo an sich nicht so gut, sie macht Frauen wieder zu Opfern. Ich habe mich schon in einigen etwas brenzligen Situationen befunden UND es wurde bis jetzt immer ein klares Nein von mir akzeptiert. Ich habe es noch nie erlebt, dass ein Mann bei mir was gegen meinen Willen machen wollte. Es kommt bei eine Frau definitiv nicht drauf an, was sie an hat. Es kommt immer auf ihr Verhalten an, wenn sie sich unterwirft und sich als Opfer präsentiert, dann wird sie auch ein Opfer.

Eine klare feste Stimme und ein fester Blick, wenn man einen Mann auf Abstand halten will, wirken Wunder. Auch wenn er betrunken ist. Mir wurde vor allem früher gesagt, als ich mich öfter in etwas gefährliche Situationen begeben habe; wenn man mir in die Augen schaut, dann bekommt man auch als ein 2,00m großer Mann Angst vor mir und mein Nein fließt wie Eis durch Adern. Es hat nichts mit dem Aussehen einer Frau zu tun, ob sie ein Opfer wird, es ist ihre Haltung, es ist ihre Wahrnehmung, es ist ihre Zurückhaltung.

Außerdem... es gibt auch genug Frauen, die Männer belästigen. Z.B. Häuslichegewalt, es werden mehr Männer geschlagen als Frauen.
 
  • #19
sehr schöner Beitrag von Herrn v. Schimmer auf diese Debatte:

‎#aufschrei und Sexismus-Debatte

Drei Beobachtungen
1. Lustgreisige Verbrüderleflirts haben mit Vergewaltigungsversuchen nichts zu tun, das sind einfach völlig verschiedene Dimensionen.
Weiß eigentlich jede(r), trotzdem benutzen viele das Thema als Gelegenheit zum Rundumschlag-Auskotzen. Bringt nichts oder eher das Gegenteil.

2. „Wenn eine Frau sich belästigt fühlt, ist die Grenze überschritten. Punkt“.
Korrekte Forderung: Dann sollte sie klar signalisieren, dass die Grenze (für sie, in dieser Situation, mit diesem Mann) überschritten ist.
Falsche Forderung: Der Mann ist schuld, wenn er diese (höchst individuelle, stets situative) Grenze nicht sieht.

3. Sexismus ist überall.
Ja. Fräulein M. schlug deshalb vor, diese Gedanken unter ihrem Namen zu veröffentlichen, weil sie dann vor allem von Frauen offener rezipiert werden :)

Eine Überlegung
Unterschiedliche Wahrnehmungen und daraus folgende Fehleinschätzungen wird es immer geben, sie sind untrennbarer Bestandteil einer Menschheit, die aus Individuen besteht. Der wirklich wichtige Punkt ist der Umgang mit einer Grenzziehung durch den Menschen, der sich belästigt fühlt. „Nun stell dich nicht so an“ ist genauso unsinnig wie „das hätte er vorher merken müssen“. Dummerweise geht die aktuelle Diskussion weitgehend an diesem Punkt vorbei.

Eine Forderung
Wenn Herr X Frau Y nach dem Dafürhalten von Frau Y zu nahe kommt, ist er nicht dafür zu verdammen, sondern von Frau Y angemessen (rechtzeitig, klar, diskret, freundlich) darauf aufmerksam zu machen. Herr X hat diesen Hinweis in derselben Weise angemessen aufzunehmen.

Das wäre ein Konsens.
 
  • #20
Ich finde Hellekeens Ausführungen sehr gut. Am liebsten würde ich sie anderenorts zitieren, wenn nötig. Kannst du bitte einen Tip geben, worauf die basieren? Du scheinst dich auf jemanden zu beziehen.
Ich habe mich in die öffentliche Diskussion vor drei Tagen massiv eingemischt, weil ich entsetzt war, wie viele Frauen aus der passive Duldungshaltung nicht herauskommen und ich fand, dass es ein Armutszeugnis für eine gebildete, selbständige Frau ist, in solchen Fällen unfähig zu sein, Grenzen zu setzen. (Wir sprechen nicht von überraschenden Überfallen und Vergewaltigungen. Ein Mann, der unvermittelt überfallen wird, kann auch schlecht Grenzen setzen.)
Dafür, dass ich in dieser Diskussion nicht umgeklappt bin und weiter gefragt habe: "Was tut ihr Frauen, um euch zu schützen, wie reagiert ihr überhaupt, wie erzieht ihr eure Söhne?", bin ich gut gedizzt worden. Ich sei hart, kalt, unweiblich, würde den Männern zuarbeiten, würde traumatisierte Frauen nochmals traumatisieren, würde aus der Reihe tanzen, sie verraten und wäre nur zufällig eine selbstbewusste Frau.
Harter Tobak.
Klar bin ich schon von Männern belästigt worden, denn ich habe mich nie versteckt und bin nicht verhuscht. Aber es reichten ein böser Blick, ein leiser scharfer Spruch, manchmal schon die Körperhaltung und in ganz blöden Fällen eine Ohrfeige oder laut anschreien.
Bei Belästigung im Zusammenhang mit Abhängigkeiten und Statusgefälle habe ich mir Hilfe geholt oder schwierige Situationen vermieden. Das war nicht immer einfach. Aber Grenzen setzen zeigt auch bei Chefs und Kunden Wirkung.
Dass mir ein unbekannter Typ im Dunkel der Garderobe eines Clubs die Hand zwischen die Beine schiebt, kann ich nicht verhindern. Ich kann mich aber schützen, indem ich das Ereignis adäquat einordne und nicht in das Buch der Kränkungen, das den Titel "Männer sind Schweine" trägt, übernehme und jedes Mal wieder hervorhole oder womöglich nicht mehr in Clubs gehe.

Da scheint sich bei vielen Frauen eine Menge aufgestaut zu haben, das in einer Nacht und einem Tag rausknallte. Hoffentlich bleibt es nicht bei diesen hilflosen Herumschreiereien und der Annahme, dass nun Männer hellseherische Fähigkeiten entwickeln, wann sie eine Frau belästigen und wann nicht.
 
  • #21
Ja, Hellekeen hat mit Herrn von Schi* Aussage den richtigen Punkt getroffen. Leider auch mit der Aussage von Fräulein Maus*, dass solche Wahrheiten besser von Frauen geschrieben werden sollten, damit andere Frauen sie mit weniger Vorurteilen aufnehmen (können).

Und ich verstehe ebenso wie Bärbel nicht, dass eine toughe (?) Nachwuchsjournalistin, die bei den "Großen" mitspielen will, mit einer dermaßen harmlosen Situation nicht angemessen umgehen kann. Ein deutlicher Konter, ein Platzwechsel o.ä. hätten die Sache sofort beendet. Stattdessen lässt sie sich jetzt von ihrer Chefredaktion als Opfer inszenieren und durch die öffentliche Debatte zerren. Ich hoffe für sie, dass es sich wenigstens finanziell gelohnt hat.

In sexuell aufgeladene, schwierige Situationen bin ich auch schon gekommen - so wie vermutlich fast jede andere Frau. Mit 16 oder 18 Jahren hat mich so etwas natürlich verunsichert. Aber mit der Zeit lernt man, damit umzugehen: wann und wie man Grenzen absteckt, wann und wie man mit seiner Weiblichkeit spielt, wann und wie man durch kleine Demonstrationen der eigenen Dominanz ggü. Männern die eigene Stellung in der Hackordnung festmacht - mit Pumps und Lippenstift. Das ist nicht allzu schwierig, erfordert aber Selbstbewusstsein und Bewusstsein der eigenen Weiblichkeit.
 
  • #22
der Bekannte von mir heisst Heinrich von Schimmer und ist ein (In Hamburg und Berlin) recht bekannter Photograf..
 
G

Gast

  • #23
Ein guter Freund meines letzten Herzensmannes hat mich unsittlich berührt, als er mal auf einem Fest etwas zu tief ins Glas geschaut hatte. Hättet ihr dem Herzensmann davon erzählt? Ich habe es getan und bitter bereut. Er meinte nur: "Du lästerst in meiner Gegenwart über meinen Kumpel?" Und auf eine Beziehung mit mir hat er sich dann auch nicht eingelassen, obwohl es bis zu diesem Zeitpunkt wunderbar zwischen uns lief.
 
G

Gast

  • #24
Ich bin im Leben recht wenig angepöbelt worden. Ich kam zwar schon auch in brenzlige Situationen, aber der Belästiger oder potentiell "böse Mann" im Auto hatte zur Strafe eine fette Beule am Wagen davon getragen von meinem High Heel und ist dann voller Schock davon gefahren, als ich ihm ins Auto greifen wollte und an den Haaren herausziehen wollte. Damit hatte der Angreifer wohl nicht gerechnet.

Ich habe über 12 jahre Kampfsport gemacht, ich hab mich als Frau noch nie unsicher irgendwo gefühlt, denn ich weiß, im Falle eines Falles ist mein Selbsterhaltungstrieb immens hoch und bevor ich mich abmurksen lasse, murkse ich lieber ab... und da ist es mir auch egal, ob der Mann 2 meter groß ist. Ich werd mit jedem fertig, der mir was tut.
Es ist eine Sache des Auftretens. Ein Angsthase und Schisser ist nunmal ein leichtes Opfer für jedermann.
Ich finde es eher dumm, wieviele Eltern, ihren kleinen Töcherchen schon ein Pfefferspray mitgeben, anstatt es in einen Kampfkurs zu stecken, wo es wirklich lernt, sich körperlich und verbal zur Wehr zu setzen. Ein Pfefferspray nützt im Falle des Falles sowieso nichts.
 
G

Gast

  • #25
Ich bin sehr froh, dass dieses Thema endlich mal in der Presse behandelt wird. Bei meinem ehemaligen Arbeitgeber war auch ein Projektleiter, der ständig die Frauen auf Brüste größer B angesprochen hat.
Wenn man jeden Freitag sich anhören muss, dass er auch auf Brüste größer B steht, kann einem das schon sehr auf die Nerven gehen.
In seinen engen Jeans war freitags immer eine (angebliche) Erektion zu sehen. Mir hat er vorgeworfen, dass ich keinen Humor hätte, weil ich nicht mit ihm flirten würde.
Irgendwann sagte ich ihm, dass ich ihn unattraktiv finde und sein Gehänge mich eher abstößt. Danach war in seiner Hose eine große Leere.
Wahrscheinlich hat er eine Socke entfernt. Oder vielleicht hat seine Ehefrau ihn mal befriedigt. Jedenfalls bin ich und die Kolleginnen froh, dass wir diesen Brüstemanager los sind.
 
  • #26
Ich hatte bisher relativ wenige solche Situationen durchzustehen. Meist reicht ein scharfer Blick, ein kurzes Fauchen oder eine direkte humorvolle Bemerkung.

Ein wirkliches Ohnmachtsgefühl mit Wuteinlage hatte ich beim Neujahresgottesdienst im Petersdom. Ich war Touristin, praktisch gekleidet und wollte mir mal den Papst anschauen. Sicherlich war die Kirche gut gefüllt - doch die Hüftbewegungen, die der italienische Familienvater mittleren Alters hinter mir an meinem Hinterteil vollführte gingen mir dann doch ein bisschen weit. Ich bereue es bis heute, daß ich mich nicht umgedreht und ihm eine gescheuert habe. So wollte ich den Gottesdienst nicht stören, habe ihn scharf angeguckt und mich ein paar Meter weiter gestellt. Zu meinem Entsetzen kam er hinterher und versuchte wieder, sich an meinem Hintern zu reiben. Widerlich!
 
  • #27
Schon interessant wie eine aufgeblasene ein Jahr alte Geschichte auf einmal derart viele Frauen zum Opfer macht...

Nur um das klarzustellen: echte sexuelle Belästigung ist ein ernstzunehmendes Problem und darf nicht geduldet werden. Und wie hier schon einige geschrieben haben- eine souveräne Antwort, ein bestimmtes, selbstbewusstes Auftreten des Opfers ergeben da ein gutes Schutzschild.
Ich schreibe absichtlich Opfer Geschlechtsneutral- Frauen können das nämlich auch. Subtiler aber sehr gerne als Mittel die eigenen Karriere voranzutreiben oder im Rudel Spass zu haben. Und Männer haben sehr viel weniger Möglichkeiten sich zu wehren- es glaubt Ihnen ja keiner.

Aber: Hier und in vielen anderen dieser Autorinnen wird Gnadenlos übertrieben, oftmals erfunden um der Debatte Wucht zu geben. Gerade die auslösende Geschichte ist derart lächerlich, Opfer ist hier mal ganz sicher nicht die Journalistin. Selbst wenn er das Gespräch wortwörtlich so geführt haben sollte hätte Sie ihm ein klares Neingeben können und sich ansonsten eben woanders hinbegeben können. Sie ist aber geblieben- warum blos? Ach ja, eine Journalistin, richtig. Eine tolle Story die Sie zwar nicht belegen kann, er aber auch nicht widerlegen. Und wem glaubt man nun?
Der Frau wie man sieht.

Es ist auch reiner Blödsinn, das Problem auf etwas offensiveres Flirten zu schieben. Die Männer, die wirklich belästigen, flirten nicht einmal ansatzweise, und das ist auch klar erkennbar.
Tja, eigentlich schon. Nur les mal in diesen Shitstorm rein, die Mehrheit der Belästigungen sind vielleicht plumpe Anmache, vielleicht nur vom falschen Kerl. Und jetzt zieh mal die Übertreibungen ab....

Natürlich führt eine solche Diskussion zu Konsequenzen. Es wird noch häufiger versucht werden mit eine Beschuldigung unliebsame Konkurrenten zu diskreditieren und die Männer werden sich entsprechend vorsehen. Es gibt jetzt schon Vorgesetzte die Personalgespräche mit Frauen nur unter Zeugen führen, immer weniger Männer werden sich trauen eine Frau irgendwo anzusprechen oder auch nur anzuschauen, zu flirten. Wer sich einmal dem Vorwurf ausgesetzt hat wird seehr vorsichtig.

All das kann man wunderbar in den USA beobachten. Dort ist diese unsägliche Diskussion schon länger im Gange mit der Konsequenz dass der Umgang der Geschlechter sehr verkrampft und regelbehaftet wurde.

Wie schon im anderen Tread geschrieben- es wird nun derart oft "Feuer" geschrieen dass man echte Brände nicht mehr erkennt und keine Feuerwehr mehr Zeit hat.

Sowas nennt man einen Bärendienst.
 
M

Mooseba

  • #28
Es ist nicht nur sehr glaubwürdig, weil die Geschichte schon ein Jahr her ist. Noch glaubwürdiger wird es dadurch, wenn man sich jede Woche die Titelbilder des Sterns anschaut: pure Emanzipation, strenges Sittengesetz - von wegen, man hat den Eindruck, den Playboy vor sich zu haben. Dieser wiederum ist durch seine Direktheit und Klarheit weniger sexistisch.
 
G

Gast

  • #29
indirekt kann so etwas auch Männern eine Situation vermiesen. Ich war vor ein paar Jahren mit meinem Lebenspartner im Kabarett und hatte einen weiten, luftigen Rock an der knapp oberhalt vom Knie endete, dazu Sandalen mit Absatz. Und eine Bluse ohne tiefen Ausschnitt. Normales Sommer-Outfit würde ich sagen, nicht gerade provozierend.
Direkt neben uns nahm eine Ehepaar in den 50ern Platz. Der Mann schaute mir nicht etwa (wie ich das normal finde) mal eben - vielleicht anerkennend - auf die Beine, nein, er starrte ganz fürchterlich und über sehr lange Zeiträume. Ich fühlte mich sehr unwohl. Ich fand es auch gegenüber seiner Frau ganz unmöglich, die schließlich direkt daneben saß. Leider traute ich mich aus irgendeinem Grunde nicht, ihm etwas zu sagen! Jedoch wurde meine Laune immer schlechter und schlechter. Ich schaute auch sowohl diesen unangenehmen Typen als auch seine Frau öfter an, aber bekam zu ihm erst gar keinen Blickkontakt. Ich konnte das Kabarett nicht genießen und direkt im Anschluss bekam ich noch Streit mit meinem Lebenspartner weil ich mit ihm über diese Situation diskutierte und meine ganz ganz üble Laune abreagieren musste.
Es gab auch schon andere Situationen, wo ich mich gleich verbal gewehrt hatte. Das kostet aber etwas Überwindung und in dem Fall hatte es nicht geklappt. Ich war geschockt von der Aggressivität und Ausdauer des Starrens. So etwas ist in meinen Augen nicht mehr normal, das ist schon pathologisch.

Normal finde ich wenn jemand ab und zu mal einen Blick riskiert, das mache ich als Frau umgekehrt ja auch, z.B. finde ich es toll, wenn schöne Männer im Sommer mit freiem Oberkörper herumlaufen.
 
G

Gast

  • #30
Die jahrelange Diskussion darüber was alles als sexueller Übergriff gilt, hat die meisten Männer zumindest so weit konditioniert, dass sie bereits ein schlechtes Gewissen haben, wenn sie einer unbekannten Frau tief in die Augen schauen. Wenn Frau ihn dann noch zurechtweist wird er beschämt erröten und das Weite suchen, weil er genau weiß, das er ansonsten den Kürzeren zieht.

Insofern ist für mich nicht nachvollziehbar, wenn eine Frau in einer Situation in der sie sich sexuell belästigt fühlt nichts sagt. Noch weniger nachvollziehbar finde ich, wenn die emanzipierte moderne Frau von ihrem Mann erwartet, dass er die Initiative ergreift, weil sie sich lieber die Belästigung gefallen lässt statt selbst für ihr Recht einzutreten. Emanzipation bedeutet Eigenverantwortung übernehmen! Es gibt nicht das eine ohne das andere. Man kann nicht unabhängig sein wollen und gleichzeitig die Verantwortung für den Erhalt der Unabhängigkeit in fremde Hände legen.
Was würdet ihr von Männern halten, die bei der kleinsten Schwierigkeit zurück zur Mama laufen statt das Kreuz durchzudrücken und sich durchzubeißen?