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  • #1

Wie können Frauen sagen, was sie sexuell wollen?

Hallo, ich hab da mal eine Frage, speziell auch an die Männer hier. Wenn ihr eine Frau im Bett habt und sie zB oral verwöhnt, wie geht ihr damit um, wenn sie euch sagt, mach hier und da nicht und ja da ist es gut, bleib hier etc. Ich geniere mich immer wieder bei meinem Partner ehrlich zu sagen, wo es für mich am schönsten ist. Er ist voll dabei und mir tut es dann leid, wenn er merken würde, dass es mir nicht gefällt, dass ich es gerne anders hätte, ich tu dann so, als ob es mir Spaß macht, macht es aber nicht, irgendwann spiele ich einen Orgasmus vor, damit er endlich aufhört. Ich weiß, das klingt schrecklich, aber ich glaube, dass ich nicht die einzigste Frau bin, die so handelt. Ich trau mich einfach nicht, weil ich dann tausend blöde Sachen denk, dass er in Druck kommt oder dass es ihm nicht gefällt es so zu machen, wie es mir eben gefällt. Ich weiß auch nicht. Ich find das sehr unbefriedigend für mich und ich finde mein Verhalten halt auch nicht gerade toll ihm gegenüber. Kann mir jemand einen Rat geben ? w/35
 
  • #2
Du gehst falsch an das Problem heran, finde ich. Es gibt doch nicht nur die Extreme "Kommandoton, was er tun soll" vs. "Langweilen und Orgasmus vortäuschen". Dazwischen gibt es doch hunderte Abstufungen und jede ist geschickter als diese wahrlich destruktiven Extreme.

Der Idealweg ist eine Kombination aus drei Techniken:

Einerseits ist es wichtig, viel Feedback zu geben, also im positiven Sinne zu seufzen oder zu stöhnen oder minimal-verbal ("ja!", "weiter!", "schneller!") einzugreifen oder im negativen Sinne durch Versteifen oder Passivität zu signalisieren, dass die aktuelle Methodik nicht so optimal ist. Gerade wenn er beim Cunnilingus noch nicht die perfekte Technik heraus hat, kann man in den besseren Momente durchaus mal anfeuern "oh ja, leck mich überall, überall bitte!" und er wird der Bitte gewiss gerne nachkommen und dann hat man wieder Gelegenheit, an den richtigen Stellen ganz besonders positives Feedback zu geben.

Andererseits ist es wichtig, immer dann viel Phantasie und Abwechslung zu bieten, wenn man selbst in der aktiven Rolle ist und dabei feinfühlig auf sein Feedback zu achten oder es neckisch einzufordern. So kann man bei Fellatio durchaus auf etliche verschiedene Arten am Penis-Schaft, an der Eichel, am Hoden lecken, lutschen oder saugen und ab und zu mal necken: So *schleck* oder doch lieber so *saug*. Da lernt er dann, dass Abwechslung wichtig und Nachfragen süß sein kann und das Liebesspiel nicht unterbrechen muss.

Drittens ist es möglich, fast alle üblichen Techniken und Stellungen auch non-verbal zu erreichen, einfach indem man sich selbst in die Position bringt, indem man seine Hand führt oder selbst auf andere Art aktiv wird. Das ist ganz normales Liebessspiel und gehört einfach dazu. Sei aktiver!
 
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  • #3
Natürlich soll die Frau kommunizieren, was ihr gefällt. Für mich m 53, gibt es nichts schöners. Zum einen signalisiert die Frau, das sie Spaß am Sex hat. Zum anderen lernt der Mann doch so am schnellsten, was der Liebsten gefällt.

Wie Frederika schreibt: Kommandoton kommt nicht gut, zumindest für mich nicht, aber führe doch den Kopf des Mannes mit den Händen, bestimme damit Intensität und Rhythmus. Eine aktive Frau im Bett, die auch zeigt, was ihr nicht gefällt, ist doch ein Gottesgeschenk.
 
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Popcorn

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  • #4
Du bist wirklich nicht die einzige mit diesem Problem. Ich finde es aber gut, dass Du dich uns hier anvertraust.

Meine Einstellung dazu ist, dass eine auf Liebe und Ehrlichkeit basierende Beziehung mit einer Lüge/Selbstlüge (schlechtes Gewissen, Unbefriedigkeit und Frustration) einfach nicht funktionieren kann. Im Endeffekt kannst Du mit diesem Mann nie glücklich werden. So ist das Leben aber nicht lebenswert.

Ich würde Dir raten über deinen Schatten zu springen und endlich zu deinem Lust zu stehen.
Vielleicht solltest Du es ihm nicht gleich sagen, sondern zeigen? Sozusagen er darf mal bei dir nur zuschauen und Du auch mal bei ihm? Beim nächsten Mal macht ihr dann zu zweit und dann irgendwann einmal lasst du ihn alleine....und dann musst du dich fallen lassen und nur ehrliche reaktionen deines Körpers zulassen. Freue Dich auf die Lust, aber freue dich nur dann, wenn sie wirklich kommt! ... und noch etwas. Es ist legitim, beim Liebesspiel nicht immer zum Höhepunkt zu kommen. Das Zusammensein und Lust zu spenden über einen längeren Zeitraum ohne Höhepunkt kann auch ganz was Besonderes sein, als ein 15 Minütiges "immer das gleiche Leistungs-Programm".
 
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  • #5
Ja, bitte, ja, ja,ja.... :)
Das allergrößte Problem ist ja, das viel zu viele Frauen einfach nur deshalb schlechten Sex haben, weil sie glauben, Ihr Traumprinz muß ganz intuitiv Gedanken lesen können, und sich hinlegen und warten, dass es ihnen ordentlich besorgt wird als hätte er direkt ihre Nervenbahnen angezapft (Um das mal etwas umgangssprachlich auszudrücken:) . Das ist sozusagend sexuelles russisch Roulette und wird in mitteleuropäischen Schlafzimmern nach wie vor täglich gespielt.

Daher ist in diesem Fall Reden immer Gold, und jede Form von Reden ist besser als nichts zu sagen. Klar kann man die Infos etwas besser oder schlechter rüberbringen, kein Mann wird glücklich sein, wenn er mit genervten strengen Lehrerinnen-Sätzen wie "Nein, nicht so!" unter Stress gesetzt wird, aber selbst das ist mittelfristig vermutlich immer noch besser als nichts zu sagen, denn wenn Du ihm auch diese Nummer versaut hast, so wird er es sich trotzdem für die nächsten Male merken, und dann bist Du schon einen Schritt weiter.
 
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  • #6
Ragiere vernehmbar wenn es dir gefällt, dann weis dein Partner was dir gut tut und gefällt.
Wenn er nicht "hören kann" dann ist es völlig o.k. wenn du es ihm sagst wo, wie und wann. Denn Sex ist keine "Einbahnstrasse" und beide wollen ihre Spass und sollen ihn haben. Wenn dein Partner von der Nr. 08/15 weggeht, kannst du davon ausgehen, dass er dich verwöhnen will und warum sollst du ihm dabei nict helfen, den richtige Weg zu finden !! Also sag es an !!
 
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  • #7
Ja, ich mag es sehr, das Gefühl zu haben, die Frau geniesst es und möchte durch mich verwöhnt werden.
Kann aber auch sein, dass es etwas gibt, das mich einfach speziell erregt.
Aus unerklährlichen Gründen, habe ich mal Lust den Anus mit der Zunge zu verwöhnen. Das will ich nicht immer, aber plötzlich ist die Lust da.
Es giebt einfach Sachen, die ich einmal aus der Situation möchte und einmal möchte ich sie nicht.
Das gleiche ist auch bei Frauen.
 
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  • #8
mir tut es dann leid, wenn er merken würde, dass es mir nicht gefällt, dass ich es gerne anders hätte, ich tu dann so, als ob es mir Spaß macht, macht es aber nicht, irgendwann spiele ich einen Orgasmus vor

Schrecklich. Natürlich lernt der Mann daraus, daß es Dir gefällt, und entwickelt vielleicht sogar einen gewissen Stolz darauf, zu wissen was Dir gefällt. Und dann kommt irgendwann der traumatisierende Schock. Warum tut Ihr Frauen den Männern, die Euch lieben, so etwas an?
 
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  • #9
Ja, ich mag es wenn eine Frau mir sagt was sie besonders mag und auch wie sie es mag während wir es machen, vollkommen unabhängig wie wir es gerade machen (oral, vaginal, anal).

Es kommt jedoch auf das "Wie" an. Also Kommandotöne kann ich, und wahrscheinlich auch viele Damen, überhaupt nicht leiden.
 
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  • #10
ich tu dann so, als ob es mir Spaß macht, macht es aber nicht, irgendwann spiele ich einen Orgasmus vor, damit er endlich aufhört.

FS,

das ist überhaupt nicht okay! Ab jetzt hörst du einfach auf damit und du hörst auch auf, dir Gedanken zu machen (worüber eigentlich - ich verstehe das Problem irgendwie nicht). Du sagst ihm einfach das nächste Mal, was dir gut gefällt , und fertig.

Wie würdest du es denn finden, wenn ein Mann dir sagt, was er gerne mag? Doch auch nicht schlimm, oder? Warum soll es denn umgekehrt anders sein?

w26
 
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  • #11
Ich persönlich finde, es sollte Tage geben an denen man redet, und Tage wo man besser den Mund hält. An Tagen an denen man sowieso schon albern und aufgedreht ist, und man im Gespräch auf Sex gekommen ist, dann kann man meinentwegen die ganze Nacht durchquatschen über das wie und wo und wann und warum. An anderen Tagen, wenn es um Leidenschaft geht, um Erotik, oder um Dominanz, dann ist Gequatsche völlig fehl am Platz.
 
  • #12
Wie würdest du es denn finden, wenn ein Mann dir sagt, was er gerne mag? Doch auch nicht schlimm, oder? Warum soll es denn umgekehrt anders sein?
Doch, das wäre eventuell sogar schlimm! Mach es Dir nicht so einfach. Die Frage der Fragestellerin ist absolut gerechtfertigt und keinesfalls mit einem "einfach reden" wegzuwischen.

Kommandos, Befehle, Anweisungen, Forderungen, Erwartungen und auch explizite Wünsche, die nach sofortiger Umsetzung oder Beachtung schreien, zerstören die Stimmung beim Liebesspiel.

Was wäre denn, wenn ein Mann einfach fordern würde: "Blas mir jetzt einen!". Wäre das angenehm? Wohl kaum! -- Fellatio muss sich für beide passend und schön anfühlen und aus der Situation heraus entstehen, aber doch nicht auf gefordert und auf Ansage geboten werden. Genau das gleiche gilt umgekehrt auch für Dienstleistungscharakter des Mannes.

Richtig ist es, zunächst zu versuchen, duch eigene Aktivität das Liebesspiel sanft in die richtige Richtung zu lenken, also den eigenen Körper in eine andere Position bringen, seine Hand führen, selbst ihn verwöhnen und auf Gegenseitigkeit bauen und so weiter. Minimal-verbal kann man anfeuern ("weiter!", "oh ja!"), aber nur bei Schmerzen oder echtem Missfallen sollte man nagetiv kommentieren, auch das am besten non-verbal.
 
  • #13
Daher ist in diesem Fall Reden immer Gold, und jede Form von Reden ist besser als nichts zu sagen.
Nichts könnte falscher als diese Aussage sein.

Gerade im Bett sollte man niemals problematisieren. Wenn man wirklich über Sexprobleme reden müsste, dann bitte auf einem Spaziergang in neutraler Atmosphäre und selbst dort so harmlos und schuldzuweisungsfrei wie irgend möglich. Aber im Schlafzimmer niemals problematisieren!

Im Bett gilt ganz strikt: Keine Probleme! Kein Streit! Kein Diskutieren.

Im Bett kann man sich gegenseitig verbal aufgeilen, seiner Begeisterung Ausdruck verleihen, sich anfeuern, aber bitte nicht über Sexualprobleme reden.
 
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  • #14
Das größere Problem (für ihn) wird sein, dass du ihm jetzt erklärst / erklären musst, dass du ihn die ganze Zeit verarscht hast. Herzlichen Glückwunsch.
 
  • #15
Das größere Problem (für ihn) wird sein, dass du ihm jetzt erklärst / erklären musst, dass du ihn die ganze Zeit verarscht hast. Herzlichen Glückwunsch.
Muß man das? Frauen kommen oft sehr spät darauf, was ihnen wirklich Spaß macht und müssen dafür weite Wege gehen. Einem Mann zu zeigen "Hey, ich vermute, daß es, wenn du es so machst, intensiver ist, laß es uns probieren!", ist doch keine Schande.
Es sei denn der Mann ist vollkommen merkbefreit und wenig selbstbewußt.
 
  • #16
Einfach aussprechen, das ist nur am Anfang peinlich, wird mit jedem mal leichter und der Sex besser. Er wird damit klar kommen nur wenn Du ihm erzählst, dass Du ihm bis jetzt nur was vorgespielt hast... ja dass wäre wohl nicht so gut für sein Ego und das Vertrauen zu Dir.
 
  • #17
Liebe FS

mit jedem vorgespielten Orgasmus betrügst Du Dich selber am meisten um Deine Lust und Leidenschaft.

Das schon sollte Grund genug sein Euch beide nicht um schöne Erlebnisse zu bringen und es in Worte zu fassen.

Die meisten Männer mögen es, wenn Frauen sagen und wissen was sie wollen. Du wirst nichts falsch machen.

(43)
 
  • #18
Mit deinem Verhalten verschlimmerst du das Problem weil er Glauben muss, dass es dir gefällt. Wenn es die gefällt musst du das zeigen und wenn nicht, dann auch. Alles dezent und ohne viele verbalen Worte zu finden. Im Bett redet man eh nichtdaruber. Aber manchmal kann man außerhalb des Bettes über seine Wünsche und Träume reden. Frag ihn doch mal nach seinen sexuellen Träumen, dass schafft dir die möglichkeit ihm auchnwenn zu erzählen. Wenn erbnicht mal danach frage dann ist er eh der Falsche
 
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  • #19
@FS
Dein Freund verwöhnt dich oral und du kannst einen Orgasmus vortäuschen ohne dass er es merkt? Wie alt ist der Freund? 15?
 
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  • #20
Aus meiner Sicht gäbe es die Möglichkeit, wenn ihr wieder dabei seit, und er anfängt, du ihm sanft seinen Kopf in deine HÄnde nimmst und flüsterst, lass uns doch mal etwas neues ausprobieren. Dann ist der Druck für dich nicht so hoch, du musst nicht erklären, dass vorher dir etwas nicht gefallen hat. Es wäre komplett positiv besetzt.

Wenn das nicht klappt, fürchte ich, musst du deinen ganzen Mut aufbringen und ihm sagen, dass es anders für dich schöner wäre!
 
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  • #21
"Du sagst ihm einfach das nächste Mal, was dir gut gefällt , und fertig."

Wenn ich selbst wüsste, was mir gut gefällt, wäre es tatsächlich einfach. Ich merke nur ständig: gefällt mir nicht, ist unangenehm, ist ganz ok. So richtig genial fand ich's noch nie. Das war bei meinen Exfreunden auch der Fall.
Es tut mir Leid, dass ich meinem Freund keine "Gebrauchsanleitung" für meine orale Befriedigung geben kann, und mich macht es manchmal traurig und frustriert. Doch ich möchte nicht aufgeben. Durch nonverbale Rückmeldung (Atmung, Stöhnen, Beckenbewegung etc.) und kurze Kommentare ("Nicht so fest!", "Sanfter!", "Du machst mich wahnsinnig" etc.) versuche ich selbst herauszufinden, was ich brauche und worauf ich stehe.
Einen Orgasmus spiele ich nie vor. Immer wieder bin ich nah davor, aber bisher gelang es mir noch nicht, die Schwelle zu überschreiten. Ich bin mir nicht sicher, ob mein Freund tatsächlich bemerkt, dass ich gar nicht komme.

w, Mitte 20
 
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  • #22
Meine Meinung dazu ist folgende:

Ich weiß zwar ganz genau, was mich erregt und was ich gerne und sehr gerne mag, bin aber unfähig es zu kommunizieren.Und es handelt sich gewiss nicht um irgendwelche ausgefallenen Praktikten.

Nur wenn der Mann mich fragt, was und wie ich es gerne haben will, kann ich es sagen! Dann fühle ich mich eingeladen....habe das Gefühl, es ist ihm wichtig, dass es für mich schön ist.....Wenn ich es ungefragt sagen müsste, muß, habe ich das Gefühl um etwas kämpfen zu müssen, was mir doch im Grunde zusteht, denn ich mache es gerne so bei ihm, wie er es will, frage auch immer nach, weil ich es genau so machen möchte, wie er es sich wünscht!

Da ertrage ich es dann lieber....bzw. schieb ihn irgendwann weg, wenn es mich zu sehr nervt....

Jedenfalls fragten mich die Wenigsten...Gut, ich hatte schon guten Sex, darf mich vielleicht auch gar nicht beklagen.....Wenn die Männer fragen würden, boah, ein Traum....
 
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  • #23
Nichts könnte falscher als diese Aussage sein.

Gerade im Bett sollte man niemals problematisieren. Wenn man wirklich über Sexprobleme reden müsste, dann bitte auf einem Spaziergang in neutraler Atmosphäre und selbst dort so harmlos und schuldzuweisungsfrei wie irgend möglich. Aber im Schlafzimmer niemals problematisieren!

Im Bett gilt ganz strikt: Keine Probleme! Kein Streit! Kein Diskutieren.

Im Bett kann man sich gegenseitig verbal aufgeilen, seiner Begeisterung Ausdruck verleihen, sich anfeuern, aber bitte nicht über Sexualprobleme reden.

Doch, Frederica, Reden ist Gold, wer problematisiert hat Pech. Ich lese schon aus Deinem Geschriebenen, daß reden und problematisieren bei Dir eine fast untrennbare treue Ehe eingehen.
Aber reden kann ein humoristisches erotisches amusement sein, denn kaum ein Instrument erlaubt uns soviel Fantasie, Gefühl und Dramaturgie wie die Sprache. Über sie tauchen wir den Sonnenaufgang im Schlafzimmer in die kitzelnden Klang einer Operette, kichern keck zum Tee mit der kleinen Nachtmusik und schnurren mit dem Walkürenritt in die Nacht. Solange wir spielerisch und neckisch unsere Freude ausleben wird uns unsere Sprache auch nicht im Stich lassen.

Ob das natürlich auch bei wortkargen Norddeutschen funktioniert, weiss ich nicht zu beurteilen :-(
 
  • #24
dass Reden und Problematisieren bei Dir eine fast untrennbare treue Ehe eingehen.
Bei mir nicht unbedingt, aber bei sehr vielen anderen leider schon. Mehr als 95% aller Partner reden in einem problematisierenden Tonfall miteinander, erst recht bei Sexualität. Unverkrampfte, positive Kommunikation bei Problemen liegt nur sehr wenigen.

Sexuelle Wünsche rein positiv, vorwurfsfrei, problemfrei vorzubringen und das in einer stimulierenden, konstruktiven, liebevollen Art ist verdammt schwierig. Wer das kann, kanne s gerne amchen. Es können aber nur sehr wenige.

Liebesspiel beruht in erster Linie auf Zärtlichkeiten, Liebkosungen, Stimulation -- mit Einfühlungsvermögen, Beobachtungsgabe und Experimentierfreude -- mit Feedback, Genuss, Spaß. Neckisches Reden kann Teil davon sein, aber Reden kann auch viel Stimmung zerstören oder belasten, wenn Erwartungen, Forderungen oder divergierende Wünsche geäußert werden.

Aber reden kann ein humoristisches erotisches amusement sein, denn kaum ein Instrument erlaubt uns soviel Fantasie, Gefühl und Dramaturgie wie die Sprache.
Das ist wohl so, aber Sprache lenkt auch ab von Erotik und Stimulation. Denken, Konzentration, wohlgeformte Gedanken und geschickte Formulierungen stehen Ekstase, Erregung, Libido entgegen. Lust bedeutet in erster Linie, sich fallenzulassen, sich hinzugeben, Triebe statt Ratio auszuleben. Worte und Gedanken sind weitestgehend inkompatibel damit.
 
  • #25
#23
wow, kühne Behauptungen die ich so nicht stehen lassen möchte.
Wo hast du die 95% her?

Gedankenaustausch und miteinander reden sind die Grundlagen einer Beziehung - auch im sexuellen Bereich. Denn das größte Sexualorgan sitzt zwischen den Ohren!

Ich lebe nicht meine Triebe aus ... ich bevorzuge Sex, Erotik und sinnliche Spielereien - und das wünsche ich mir auch von einem Partner!!! Wollte er nur seine Triebe ausleben, wäre es mir lieber, er würde das im Bordell tun. Das ist nix weiter als pures Rammeln (kann eine Variante sein, mein Sexleben will ich nicht in dieser Form haben)!

Es gibt sogar erotische Literatur ;-) sehr empfehlenswert! Wi soll diese ohne Gedanken und Worte auskommen?
 
  • #26
Erfahrungen mit rhetorischen Fähigkeiten der Mitmenschen.

Gedankenaustausch und miteinander reden sind die Grundlagen einer Beziehung - auch im sexuellen Bereich.
Für eine Partnerschaft: ja.
Für Sexualität: Nein.

Ich lebe nicht meine Triebe aus ... ich bevorzuge Sex, Erotik und sinnliche Spielereien
Lass die Wortverdrehungen. Beides ist kein Widerspruch.

Es gibt sogar erotische Literatur ;-) sehr empfehlenswert! Wi soll diese ohne Gedanken und Worte auskommen?
Ganz einfach, wie schon wenig Nachdenken auch Dir erschließen hätte können: Der wortgewandte Autor hat sich viel Mühe gegeben und hatte Zeit und Muße für die Wortwahl und Inszenierung. Ihm ist dabei nicht permanent einer abgegangen, sondern wahrscheinlich waren es Arbeit, Mühe, Verbesserungen, Änderungen, Ergänzungen.

Der konsumierende Leser kann sich der sich entfaltenden Phantasie hingeben, ohne Nachdenken, ohne Mühe, einfach Lesen, Träumen, Phantasieren. Genau deswegen funktioniert erotische Literatur und auch die ist genaugenommen leider sehr selten -- selbst die meisten Autoren, die sich an erotischen Stellen probieren, versagen kläglich.
 
  • #28
Was wäre denn, wenn ein Mann einfach fordern würde: "Blas mir jetzt einen!". Wäre das angenehm? Wohl kaum!

Och, das sehen bestimmt einige anders. Ich auch :)

Aber mal davon ab, reden hilft! Zeigen auch. Meine Süsse hat das bei mir auch gemacht, schließlich tickt jede(r) anders und was für den einen der Himmel ist, kann für den anderen unschön oder langweilig sein. Ich habe das übrigens nicht anders gehalten. Ich zeige, rede und gemeinsam probieren wir das aus. Ist schließlich noch kein Meister vom Himmel gefallen. Klar, das kostet ggf. Überwindung, aber der Lohn rechtfertigt die Mühen meiner Meinung nach.
 
  • #29
Liebesspiel beruht in erster Linie auf Zärtlichkeiten, Liebkosungen, Stimulation -- mit Einfühlungsvermögen, Beobachtungsgabe und Experimentierfreude -- mit Feedback, Genuss, Spaß. Neckisches Reden kann Teil davon sein, aber Reden kann auch viel Stimmung zerstören oder belasten, wenn Erwartungen, Forderungen oder divergierende Wünsche geäußert werden.

Ja, vielleicht wenn man's gleichzeitig macht. Aber, man kann ja auch vorher/nachher oder am Frühstückstisch darüber reden. Ich und meine Süße reden sehr viel und auch über unsere Sexualität. Das ist wichtig, denn auch diese ist nicht konstant und was heute gut ist kann morgen schon überholt sein.
 
  • #30
Kommandos, Befehle, Anweisungen, Forderungen, Erwartungen und auch explizite Wünsche, die nach sofortiger Umsetzung oder Beachtung schreien, zerstören die Stimmung beim Liebesspiel.

Was wäre denn, wenn ein Mann einfach fordern würde: "Blas mir jetzt einen!". Wäre das angenehm? Wohl kaum!

Wenn Mein Liebster so etwas sagt, dann tue ich das: ich schaue ihm in die Augen, grinse dreckig, zögere dabei ein wenig (Kunstpause) und gehe auf die Knie. Anschließend grinse ich wieder dreckig und frage "Na...? Genug?"

Mit expliziten Wünschen, die direkt im Liebesspiel ausgesprochen werden, habe ich auch eher gute Erfahrungen gemacht. Sicher ist das in jeder Beziehung unterschiedlich und man muss ein Gespür dafür haben, welche Situation und welche Tonart passend ist.
Aber wenn ich mitten beim Sex meinem Partner (oder einem meiner Expartner) etwas ins Ohr flüstere - z.B. dass ich will, dass er mich jetzt von hinten nimmt, ganz tief und hart - dann hat das bisher immer dazu geführt, dass er das begeistert umgesetzt hat. Wenn er mir beim Vorspiel sagen würde, ich solle meine Pumps wieder anziehen und anbehalten, dann würde ich das auch tun.
Und wenn er mitten beim Sex einen Wunsch äußern würde, den ich in der Situation (oder generell) nicht umsetzen will, dann würde ich einfach "nicht jetzt" sagen/flüstern/stöhnen. Später würde ich dann diesen Vorschlag aufgreifen und mit ihm darüber sprechen, ob und wie eventuell eine Umsetzung für mich denkbar wäre.
Bisher hat das hervorragend funktioniert, so über Sex zu kommunizieren.
 
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