• #31
Also mir bleibt ja bald die Spucke weg. Warum kann ich als Frau mit 30 Jahren kein Gespräch führen mit einem Menschen mit dem ich 4 Jahre lang verbandelt war. Was ist los mit der Gesellschaft dass hier unmögliche Vorschläge gemacht werden. Ich finde das richtig abwertend für den, der verlassen wird und für die FS wären einige dieser Vorschläge hier auch noch peinlich im Nachhinein.

Schade dass die FS sich noch nicht wieder gemeldet hat, dann könnte man evtl etwas besser auf die Situation eingehen.
 
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  • #32
Vor was genau fürchtest Du Dich? Dass er weint oder schreit? Dich schlägt? Dich anbettelt? Oder bist Du Dir Deiner Entscheidung doch nicht sicher? Denn wenn Du Dir sicher bist, brauchst Du sie ihm einfach nur mitteilen und kannst dann gehen.
Na na, nicht jeder ist so abgeklärt um das so machen zu können.
Als ich mich trennte, habe ich zwei Jahre mit dieser Entscheidung letztens Endes gehadert.
Etwa drei Monate vor der Trennung habe ich es erst ausgesprochen.
Ich habe mit dieser Frau mein Leben verbracht, eine Familie gegründet.
Man tut sich nicht schwer damit, weil man unsicher ist, ob es das richtige ist.
Nein, es ist einfach ätzend jemandem, den mal mal sehr geliebt hat zu sagen, dass man nun gehen wird.
Nicht alle sind wie du, bitte nicht vergessen!
Auch für mich war es die schwerste Entscheidung in meinem Leben, egal ob es sinnvoll war und sein musste.
M50
 
  • #33
Na na, nicht jeder ist so abgeklärt um das so machen zu können.
Als ich mich trennte, habe ich zwei Jahre mit dieser Entscheidung letztens Endes gehadert.
Ich verstehe absolut, dass das schwer ist und etwas ist, was keiner gern macht. Der Punkt ist doch aber, dass man es trotzdem machen muss, weil es dem anderen gegenüber extrem unfair ist, ihn zu ghosten oder nur eine Nachricht zu schreiben, wenn es keine schwerwiegenden Gründe dafür gibt. Jeder würde es sich wahrscheinlich gern einfach machen, aber kaum jemand würde wollen, dass der andere mit einem aus Feigheit so umgeht. Es gibt im Leben unangenehme Gespräche, die man eben führen muss; sei es als Chef jemandem kündigen o.ä. Das gehört eben dazu, leider.
Bei einer Bekannten hat der langjährige Freund auch in ihrer Abwesenheit die Wohnung bzw. seine Sachen ausgeräumt und wart nie wieder gesehen, sie hat nie wieder von ihm gehört. Sie ist eine ganz normale Frau in den 40ern, also sie hätte sicher nicht mit Mord oder Selbstmord gedroht. Er wollte einfach keine Tränen und keine Diskussionen, nehm ich an. Das hat sie nachhaltig geschädigt und in der nächsten Beziehung hatte sie ständig Angst, so etwas passiert wieder.
Dass man eine Weile braucht, bevor man mit dem Entschluss wirklich durch ist, ist denke ich normal und ja auch wichtig, sonst würde man ja bei jedem Problem in der Beziehung sofort alles hinschmeißen, ohne vorher gründlich drüber nachzudenken.
 
  • #34
Na na, nicht jeder ist so abgeklärt um das so machen zu können.
Als ich mich trennte, habe ich zwei Jahre mit dieser Entscheidung letztens Endes gehadert.
Etwa drei Monate vor der Trennung habe ich es erst ausgesprochen.
Ich habe mit dieser Frau mein Leben verbracht, eine Familie gegründet.
Man tut sich nicht schwer damit, weil man unsicher ist, ob es das richtige ist.
Nein, es ist einfach ätzend jemandem, den mal mal sehr geliebt hat zu sagen, dass man nun gehen wird.
Nicht alle sind wie du, bitte nicht vergessen!
Auch für mich war es die schwerste Entscheidung in meinem Leben, egal ob es sinnvoll war und sein musste.
M50
Ja, aber du hast es letztlich durchgezogen. Das gehört zum Leben und als Lebenserfahrung dazu, sich auch unangenehmen Dingen zu stellen, seinen Standpunkt vertreten und auch seine Interessen durchsetzen. Wie soll das denn werden, wenn die FSin Kinder hat? Feige Briefe schreiben und dann erstmal unerreichbar untertauchen?
Das Leben ist nicht immer Friede, Freude, Eierkuchen und man kann sich nicht, aus Angst und weil es Unbequem wird der Verantwortung entziehen, aber auch nicht, sich wegducken oder einfach weiterlaufen lassen, entgegen dem eigenen Gefühl, solange bis man wirklich wie im Vulkan explodiert oder sie dann krank resigniert oder sie den anderen viel mehr verletzt, indem man sie sich im Verhalten ändert, den Rückzug antritt und Entzug von Zeit, Zärtlichkeiten, Zuspruch, den anderen verletzt/enttäuscht und dazu bringen versucht, dass er das Handtuch wirft. So kann es doch auch nicht werden. Das ist eher das Verletzende, das Rumgeeiere und Nicht-Ehrlich-sein, dieses schonend beibringen wollen und dann erst gar nichts sagen... im Nachhinein empfinden, dass die ehemaligen Partner als mehr verletzend, weil verarscht, verschaukelt oder hingehalten.
Wenn keine Liebe mehr da ist, ist keine Liebe mehr da, oder muss erst ein anderer Mann als Katalysator ins Spiel kommen?
 
A

*a_n_s_i_n*

Gast
  • #35

Ja natürlich, da hast Du vollkommen Recht, liebe @Cassel , das kann ich auch aus eigenem Erlebten irgendwo nachvollziehen... aber ich lese es so heraus, dass sich die FS gerade in der Beziehung hilflos fühlt. Und wenn sie mit dem noch-Freund zusammen ist. Wenn sie für sich alleine in ihrer Wohnung ist, scheint ihr wohl klar zu sein, dass sie die Beziehung nicht mehr möchte... (oder doch nicht so richtig wirklich?)

Deshalb fände ich es eigentlich naheliegend, dass sie sich ein Herz fasst, ihre Sachen in der Wohnung des noch-Freundes packt, sich dann zu ihm setzt (ich denke, wenn man 4 Jahre zusammen ist als Paar, Tisch, Bett, Freizeit, Leben, Körper und Seele geteilt hat, sollte das möglich sein? Ist ja kein Fremder...) und ihm klar mitteilt, dass sie die Beziehung beenden möchte. PUNKT

Damit befreit sie sich doch mit einem Mal aus dem Zustand der Hilflosigkeit... und wird wahrscheinlich aufatmen.

Ob ER das auch möchte oder nicht, ist vollkommen irrelevant. Sie ist volljährig. Sie kann gehen wohin sie möchte und wann sie möchte. Da kann er nichts machen. Oder ist er gewaltätig? (meint die FS das mit "turbulent"?) Hat die FS Angst vor körperlichen Übergriffen? Hier fehlt der Input, vor was sie Angst hat...

Trennungsgespräche sind unangenehm. Sie hat es schon vorsichtig probiert, er lässt es offenbar nicht gelten (!), sie beginnt zu zweifeln.

Ja, klar sind Trennungsgespräche nicht angenehm. Aber die Beziehung ist es ja anscheinend auch nicht, und sie möchte da raus (oder doch nicht wirklich? Möchte sie nur, dass sich in der Beziehung etwas ändert?). Also muss sie gehen. Das kann sie ihm einfach sagen. Dann geht sie. Karton zu, Affe tot. Sie braucht ihm ihren Entschluss nur mitteilen und diesen nicht mit ihm diskutieren.

Ob ER das "gelten" lässt oder nicht, ist egal. Ihm bleibt nichts anderes als das zu akzeptieren. Sie ist nicht seine Leibeigene, er hat sie nicht gekauft. Und auch hier wieder die Frage, was stimmt nicht, dass sie das nicht macht? Wieder: fürchtet sie Gewalt?

Jetzt ist der Freund der TE wie der Telefonverkäufer und gibt sich nicht zufrieden, mit ihrer Absichtserklärung.

Ja, das kann natürlich auch sein... dass sie keine körperlichen Übergriffe fürchtet... sondern Diskussionen führen zu müssen oder dass er heulend und bettelnd vor ihr liegt, ist natürlich auch eine Option... aber da darf sie sich eben nicht drauf einlassen, wenn ihr Entschluss fest steht (tut er das?)

Ansonsten, sollte sie die Beziehung definitiv beenden wollen und Gewalttätigkeiten befürchten, würde ich es an ihrer Stelle wohl so machen, wie @Vikky es vorschlägt. Klamotten raus holen, Brief mit kurzer Erklärung schreiben, abschicken und tschüssikowski.
 
  • #36
Ich habe schon öfter das Gespräch gesucht, versucht meinen Standpunkt klar zu machen und auch die Probleme angesprochen die ich sehe. Er sieht das allerdings nicht so, für ihn ist alles super so wie es ist und ich denke daher sieht er auch keinen Grund etwas zu ändern. Für ihn bin ich die "Traumfrau" und er hält sehr an einer gemeinsamen Zukunft fest.
Kenn ich, war in meiner Ehe ähnlich. „Was hast du denn, ist doch alles gut.“ An so einem Menschen kannst du dich jahrelang abstrampeln, ohne dass du weiterkommst. Solche Menschen verschliessen die Augen vor den offensichtlichsten, unübersehbaren Problemen.


Am liebsten würde ich gerne eine WhatsApp schreiben und dann eine Woche weg fahren, weil ich Angst habe wieder schwach zu werden sobald ich ihn sehe.
Mach das doch. Normalerweise wäre sowas ja feige, aber in eurem Fall weiss er ja (eigentlich) schon länger, dass es für dich nicht mehr stimmt. Da finde ich das ok.

Denk daran, dass jeder Tag, den du länger ausharrst, verschwendete Lebenszeit ist. Ich könnte mich heute noch ohrfeigen dafür, dass ich nicht früher gegangen bin. Nachdem ich mich dann definitiv getrennt hatte, fühlte ich mich so leicht und befreit.
 
A

*a_n_s_i_n*

Gast
  • #37
Als ich mich trennte, habe ich zwei Jahre mit dieser Entscheidung letztens Endes gehadert.

Ja, lieber @neverever , das verstehe ich vollkommen. Ich kann das auch gut nachvollziehen. Wobei ich btw Deine damalige Situation auch noch etwas anders sehe als die vierjährige Beziehung der FS, in der sie schon länger nicht mehr glücklich ist...

Du warst eben verständlicherweise noch nicht so abgeklärt und hast Deine Zeit gebraucht...

Die Frage bei FS ist eben auch, will sie wirklich die Beziehung nicht mehr? Oder will sie die Beziehung schon noch, nur irgendwie anders? (in diesem Fall könnte eine Paartherapie vielleicht helfen) Für mich fehlt hier Info, um ein rundes Bild zu bekommen.

Na na, nicht jeder ist so abgeklärt um das so machen zu können.

Aber irgendwann ist man dann insofern abgeklärt, dass man weiß, man muss es jetzt durchziehen...

Dieser Punkt kam auch bei Dir, richtig? Und du hast es geschafft, auch wenn es sicherlich nicht einfach und nicht angenehm war. Aber dafür sind wir erwachsene Menschen, um auch solche Situationen zu klären und zu durchschreiten, und an ihnen zu wachsen.

Vielleicht ist der Zeitpunkt noch nicht reif für die FS, weil sie Zweifel an der Entscheidung hat, weil sie wahrscheinlich unwiderruflich ist... vielleicht ist sie noch nicht abgeklärt genug und muss es für sich noch besser klären.

Eine wesentliche Frage für mich ist eben auch, was genau stimmt nicht, dass sie nicht geht? Ist Gewalt im Spiel oder nicht? So etwas ändert ja die Bewertung einer Situation und einer Trennung noch mal...
 
  • #39
Ihr Partner hat ja ganz offensichtlich dazu beigetragen, dass sie sich bei solch ernsteren Gesprächen machtlos fühlt, deswegen ja ihre gedanklichen Versuche dem zu Entkommen.

Liebe FS,
wenn du dir eine Auszeit nehmen willst, um dich zu sortieren, oder egal was, kannst du das doch machen. Sag es ihm einfach , und auch, dass du dich nach sounsoviel Zeit wieder melden wirst. (Das mit dem Brief finde ich wirklich auch eine schöne Idee).
Nicht jeder kann zu jeder Zeit so stark sein, aber du kannst etwas für dich tun um mehr in deine Mitte zu kommen (z.B. die Auszeit) um dann gestärkter daraus zu agieren.
 
  • #40
Wie wäre es mit einer Beziehungspause? Also nicht gleich Trennung, sondern testweise light und sehen, ob er einen fehlt, was die Dinge sind, die man vermisst, so als Zwischenschritt, um sich eindeutig klar zu werden, Abstand zu bekommen und sich erstmal nicht von ihm beeinflussen zu lassen. Vielleicht reicht dafür schon ein Urlaub für sich allein.
 
  • #41
Auch das schiebe ich schon Ewigkeiten vor mir her, für mich eigentlich ein weiteres deutliches Zeichen dass die Beziehung zu ihm einfach keine Zukunft hat.
Schreibe ihm einen Brief und schreibe genau das! Du tust keine unüberlegte Trennung, sondern haderst schon seit vielen Monaten und bist einfach nicht mehr glücklich.
Ich habe schon öfter das Gespräch gesucht, versucht meinen Standpunkt klar zu machen und auch die Probleme angesprochen die ich sehe. Er sieht das allerdings nicht so,
Dann ist das eigentlich ein triftiger Grund, euch selbst beiden nicht weiter die Zeit zu bestehlen und zu betrügen. Ihr möchtet beide sehr relevante andere Dinge und er akzeptiert das nicht.

Eigentlich ist ja nicht alles schlecht etc. Sobald ich dann wieder alleine bin und über alles in Ruhe nachdenke, weiss ich eigentlich dass es für mich keinen Sinn mehr hat.
Ja, und nur das, was du denkst, wenn du alleine bist, zählt. In Geselligkeit, kann man sich die Dinge oft schön reden/trinken. Sage ihm das auch so!

Indem du mal die negativen Dinge aufschreiben würdest, die du hier nicht sagen willst, hättest du es schwarz auf weiß vor Augen und die Trennung würde leichter fallen. Auch ihm könntest du dann mal die ganzen HANDFESTEN Gründe auflisten, warum eine Trennung euch beide glücklicher machen würde.

Wenn man unterschiedliche Wohnwünsche hat, die so unterschiedlich sind, dass einer unglücklich wird, dann sollten beide so vernünftig und erwachsen sein, eine Trennung zu bevorzugen. Ich erwarte dieses erwachsene Verhalten/diese Einsicht von einem Partner.
Du musst dich nicht klein machen oder Angst haben. Sei mal erwachsen und erkläre ihm nüchtern, dass das so absolut nicht geht.

Dass für ihn alles gut ist, sollte dir/euch klar machen, dass ihr nicht zusammen passt. Auch dass er dir das Gefühl gibt, feige zu sein mit einer Trennung, ist für die ausschlaggebend, dass es nicht mehr passt. Das alles würde ich ihm so ähnlich schreiben.
 
  • #42
Aber irgendwann ist man dann insofern abgeklärt, dass man weiß, man muss es jetzt durchziehen...
Ja das stimmt schon.
Dieser Moment des irgendwann kommt sicher.
Bei mir war es so, dass mein imaginärer Fragebogen nach der Zeit des Zögern und überdenken abgearbeitet war.
Als ich sicher war, es geht nicht mehr, wir entfernen uns immer weiter voneinander.
Und ich denke, das ist so ein Punkt, wo es auch keinen Platz mehr für falsche Rücksicht gibt und man Klartext spricht.
Ich kann halt nur etwas nachvollziehen, wenn Menschen sich davor erst mal drücken, vor allem wenn es wie bei mir die erste Trennung war.
Es ist wie bei vielen Dingen auch eben ein Lernprozess.
M50
 
  • #43
Nein @Vikky, wenn ich von jemand fair behandelt werden will, dann gehe ich mit meinem fairen Verhalten in Vorkasse. Reagieren auf ein unfaires Verhalten von meinem Gegegnüber kann ich immer noch.
Kannst Du so machen. Ich habe mir nach vielen Jahrzehnten "immer der Idiot für andere sein" es endlich anders angewöhnt. Ist jemand doof zu mir, dann lernt er, dass ich zu ihm mindestens genauso doof sein kann. Ich finde den Effekt zufriedenstellender.

@Vikky, wenn ich mich von Dir trennen möchte, dann ist es meine Aufgabe es auszusprechen und ich nicht davonzulaufen. Ich glaube nicht, dass ihr Partner manische Züge hat.
Wenn man miteinander ein Gespräch führen kann, dann gebe ich dem auch den Vorzug. Das ist hier aber nicht so. Sie hat es ja mehrfach und zwar ergebnislos angesprochen:
Ich habe schon öfter das Gespräch gesucht, versucht meinen Standpunkt klar zu machen und auch die Probleme angesprochen die ich sehe. Er sieht das allerdings nicht so, für ihn ist alles super so wie es ist
Es geht nicht um eine Idealsituation, sondern um die gegebene. Hier hast Du 2 Komponenten, die miteinander nicht können. Er hat seinen Standpunkt und invalidiert ihren. Sie kann sich nicht durchsetzen - warum auch immer.
Wer nicht miteinander reden kann, kann nichts ändern. Für sie muss sich aber was ändern, denn ihr geht es mit ihm nicht gut.

Ich konnte mit meinem Exmann auch nicht reden - zwar aus anderen Gründen (ständiger Themenwechsel wenn es eng wurde), aber ging nicht. Manchmal funktioniert die Kommunikation zwischen 2 Menschen einfach nicht und dann braucht es einen alternativen Weg, sich/seine Entscheidung mitzuteilen - muss kein Gespräch sein.
Man hat schließlich nur ein Leben und sollte das nicht endlos in einer unerquicklichen Sache vertun.

Bei einem Choleriker, der austickt, verstehe ich es.
Aber dass der Partner die FS manipuliert auf eine total extreme Art sehe ich nicht aus dem, was geschrieben wurde.
Was soll sie machen: in der Beziehung bleiden, unter der sie leidet, nur weil er nicht austickt?

Jemand der nicht bereit ist, den Standpunkt seines Gegenübers als gleichwertig mit der eigenen Wahrnehmung gelten zu lassen und diesen ernst zu nehmen, verweigert doch genauso ein partnerschaftliches Gespräch, wie derjenige, der per Brief/WA/Mail das Ende erklärt.
Beide Male geht es darum, dass nur der eigene Standpunkt mitgeteilt wird. Einmal wird die Gegenrede nicht zur Kenntnis genommen (von ihm) im Gespräch. Beim Brief kann er ja Gegenrede nachträglich schriftlich einreichen und sie entscheidet, ob sie daraufhin noch was zu sagen hat oder nicht.
 
  • #44
Was soll sie machen: in der Beziehung bleiden, unter der sie leidet, nur weil er nicht austickt?
Nein, sich durchsetzen.
Ich schätze die FS eher ein wie eine Freundin von mir: Die ist in der Beziehung nicht fähig, ihre Meinung durchzusetzen oder überhaupt nur zu äußern. Das ist für Beziehungen absolut tödlich, weil der andere überhaupt nicht mitbekommt, dass sie unzufrieden ist. Bei einem Schlussmachgespräch hat ihr sozusagen der Freund, mit dem sie Schluss gemacht hat, das dann alles aus der Nase gezogen und sie war die meiste Zeit stumm (nach ihrer Erzählung). Es ist aber für die Lernerfahrung schon wichtig, das zu machen, damit man in der nächsten Beziehung nicht erst ganz am Ende durchsetzen lernt, sondern gleich seine Meinung sagen kann. Ich finde, es klingt nach den Erzählungen einfach so, als würde sie ganz zaghaft sagen "ich bin nicht so zufrieden" (und nicht "ich möchte mich trennen und da gibt es auch nichts mehr, was du sagen kannst"). Der Freund sagt dann logischerweise, na, wir können das und das ja ändern und eigentlich sind doch die und die Sachen gut, und dann sagt sie "na gut, hast ja recht", weil sie viel zu sehr nachgibt. Wahrscheinlich ist er unempthatisch und hört nicht richtig zu, klar. Aber sie schreibt ja, dass sie dann der Mut verlässt. Sie schreibt NICHT konkret, dass er ihre Aussage, dass sie sich trennen will, ignoriert. Sondern, dass sie ihren Standpunkt, was ihr nicht gefällt in der Beziehung, anspricht. Ich denke eher, dass sie das nicht klar so formuliert, dass es für sie vorbei ist. Das ist für mich kein Grund, dann nur einen Brief zu schreiben oder gar eine Nachricht und abzutauchen. Ich finde, da muss man sich emanzipieren und sich einfach fest vornehmen, alles zu sagen, was man sagen will und sich nicht umstimmen zu lassen.
Ich würde wetten, der Freund denkt, alles ist eigentlich ganz in Ordnung und wenn sie verschwindet, wäre er ein Kandidat, der hier schreibt "meine Freundin hat mich ohne Ankündigung Knall auf Fall verlassen, hat per Whatsapp Schluss gemacht; sie hat nur manchmal erwähnt, dass sie nicht total zufrieden ist, aber überhaupt nicht das Ausmaß" und dann würden ihn hier alle bemitleiden.
Kann sein, dass ich mich irre, aber kommt hier alles so rüber.
Ich hab einige Leute im Umfeld, deren Partner sie versucht haben zu überreden, nicht Schluss zu machen, na und? Die haben ihr Ding durchgezogen und haben gesagt, nein, es ist vorbei. Wenn der andere nicht gewalttätig wird oder stalkt, kann man da seins schon durchsetzen, wenn einem das wichtig genug ist. Das muss man im Leben einfach lernen.
 
  • #45
FS,

Der erste Schritt ist anzuerkennen und zu akzeptieren, dass es ist wie es ist:
Du bist (zu) schwach.

Der zweite Schritt ist, sich darum zu kümmern, dass es Dir (kurzfristig) besser geht. Das könnte heißen mehr zu tun was Dir gut tut oder weg zu lassen bzw. zu vermeiden was nicht, z. B. eigenes unternehmen oder mehr für sich sein. Nein zu ihm zu sagen zu lernen.

Der dritte Schritt ist, sich auf die Trennung tätsächlich vorzubereiten und erst durchzuführen, wenn Du dazu wirklich bereit und fähig bist.

Wenn das alles nicht hilft, bleibst Du in der Lern- und Leidensschleife und stehst Dir selbst im Weg. Ich bin überzeugt, nicht nur bei diesem Dir unangenehmen Thema.

M52

Ich nutze die Stelle und Chance mal, die Äußerungen von @Vikky zu loben. Nicht immer, aber immer öfter. Hart aber Weg weisend in der Sache. Gefällt mir
 
Zuletzt bearbeitet:
  • #46
Hier ist die FS.

Bitte entschuldigt zuerst meine verspätete Antwort. Ich habe hier alles aufmerksam gelesen und musste auch erst einiges sacken lassen. Ich habe das zudem auch als Chance genommen mir selbst nochmal klar zu werden, wovor ich denn überhaupt Angst habe und ob ich das in allen Konsequenzen wirklich so will, wenn es mir doch sichtlich schwer fällt diesen letzte Schritt zu gehen.

Es ist nicht so, dass ich noch nie eine Beziehung beendet hätte. In der Vergangenheit habe ich das immer sehr straight durchgezogen und bin auch eine klare Linie gefahren. Dass es mir in der momentanen Situation so schwer fällt, hängt wohl hauptsächlich auch damit zusammen was „danach“ passiert.

Mir gegenüber ist er nicht gewalttätig geworden, allerdings ist er ein sehr eifersüchtiger und besitzergreifender Mensch und wurde bereits mehrmals anderen Männern gegenüber handgreiflich, da er der Meinung war die hätten sich mir mehr genähert als er es für richtig hält. Zu erwähnen ist, dass das absolut nicht der Fall war sondern er unter Alkoholeinfluss komplett überreagiert hat. Hier ist mit Sicherheit auch der Ursprung der angesprochenen Turbulenzen. Immer wieder Diskussion und Auseinandersetzung wenn er nicht seinen Willen bekommen hat und ich versucht habe meine Wünsche anzubringen und auch durchzusetzen.

Ein Problem ist auch, dass wir keine 10min auseinander wohnen und denselben Freundeskreis haben. Freunde von ihm wohnen direkt neben mir. Kontaktabbruch ist einfach gesagt, aber praktisch quasi nicht möglich. Ich bin mir sicher, er wird jede Gelegenheit nutzen mir „zufällig“ über den Weg zu laufen.

Es ist wohl so, dass ich von Anfang an, eigentlich seit wir uns das erste Mal getroffen haben mich unfassbar verliebt habe. Gerade in dieser Anfangsphase habe ich durch die rosarote Brille vieles nicht erkannt und mich mehr und mehr untergeordnet weil ich sehr an ihm, der Beziehung und einer gemeinsamen Zukunft festgehalten habe. Ich bin wohl mehr einfach in diese Vorstellung verliebt als in das was es in der Realität wirklich ist.

Wie bereits gesagt, ich habe das Gespräch auch schon öfter in die Richtung gelenkt und auch gesagt, dass ich in der Beziehung wie sie momentan ist keinen Sinn sehe und das so nicht möchte. Er will dann aber immer direkt den EINEN Grund wissen. Er ist überzeugt dass kann nur daran liegen dass mir jemand geraten hat mich zu trennen oder ein anderer Mann im Spiel ist etc. Und das Problem ist, ich kann ihm nicht DEN ausschlaggebenden Grund nennen, weil es ein Zusammenspiel vielerlei Dinge ist. Das kann oder will er aber nicht verstehen/akzeptieren. Ergo, sieht er auch keinen Anlass etwas zu ändern, weil es in seinen Augen in keinem Fall an ihm/seinem Verhalten liegen kann.



Grüsse
Ina
 
  • #47
ist er ein sehr eifersüchtiger und besitzergreifender Mensch und wurde bereits mehrmals anderen Männern gegenüber handgreiflich, da er der Meinung war die hätten sich mir mehr genähert als er es für richtig hält.

Machtanspruch von seiner Seite. Er wird Dir in der Beziehung deutlich Grenzen in Deinem Leben setzen. Wird sich ubergriffig verhalten. Das zeigt sich schon jetzt.

Zu erwähnen ist, dass das absolut nicht der Fall war

??
Immer wieder Diskussion und Auseinandersetzung wenn er nicht seinen Willen bekommen hat und ich versucht habe meine Wünsche anzubringen und auch durchzusetzen.

Keine Basis für eine Beziehung auf Augenhöhe.

Kontaktabbruch ist einfach gesagt, aber praktisch quasi nicht möglich.

Muss ja kein Kontaktabbruch sein. Du beendest die Beziehung. Dann läuft es automatisch aus.

Ich bin mir sicher, er wird jede Gelegenheit nutzen mir „zufällig“ über den Weg zu laufen.

Dann bleibst Du konsequent. Und wenn es gar nicht geht suchst Du die Aussprache und nimmst eine dritte Person dazu, die emotionsfreier argumentieren kann.
mich mehr und mehr untergeordnet weil ich sehr an ihm, der Beziehung und einer gemeinsamen Zukunft festgehalten habe.

Er hat sich daran gewöhnt und tritt immer sehr dominant auf?

Er will dann aber immer direkt den EINEN Grund wissen. Er ist überzeugt dass kann nur daran liegen dass mir jemand geraten hat mich zu trennen oder ein anderer Mann im Spiel ist etc.

Er scheint Dich nicht Ernst zu nehmen. Erklärungen für ein Scheitern sind bei ihm Einflüsse von außen.

Ergo, sieht er auch keinen Anlass etwas zu ändern, weil es in seinen Augen in keinem Fall an ihm/seinem Verhalten liegen kann.

Das wird er ohnehin nicht.

Mein Tipp :
Klare und eindeutige Aussagen. Ggf. im Beisein eines neutralen Dritten. Das bedient zwar wieder seine Schuldprojektion aber ich denke in erster Linie ist es wichtig, dass die Botschaft den Adressaten erreicht.
 
  • #48
Mir gegenüber ist er nicht gewalttätig geworden, allerdings ist er ein sehr eifersüchtiger und besitzergreifender Mensch
Da verstehe ich Deine Angst vollkommen, besonders da er ja kein junger Mann mehr ist.

Eure Freunde wissen über seine Übergriffe bescheit? Finden sie das passend oder finden sie sein Verhalten im betrunkenen Zustand eher peinlich und unangenehm? Ich frage nur, ob Du im Falle eines Falle Rückendeckung von Deinen Freunden bekommst oder eher nicht.
 
  • #49
Mir gegenüber ist er nicht gewalttätig geworden, allerdings ist er ein sehr eifersüchtiger und besitzergreifender Mensch und wurde bereits mehrmals anderen Männern gegenüber handgreiflich,
Hm, nicht gut, so ein Mann könnte sich nach der Trennung zum quälenden Stalker entwickeln, der dir das Leben zur Hölle macht und sich deine Grenzen und Bedürfnisse hinwegsetzt.

In dem Fall doch besser Brief (falls er im Gespräch austickt), er wird dein Nein sehr wahrscheinlich so oder so nicht akzeptieren wollen. Muss er aber. Und hole dir Freunde und Familie ins Boot, die dich unterstützen und dir helfen.

Besser du gehst jetzt, besser oder leichter wird es nicht.

Hältst du uns auf dem Laufenden?

W36
 
  • #50
Mir gegenüber ist er nicht gewalttätig geworden, allerdings ist er ein sehr eifersüchtiger und besitzergreifender Mensch und wurde bereits mehrmals anderen Männern gegenüber handgreiflich, da er der Meinung war die hätten sich mir mehr genähert als er es für richtig hält.
Dann lieber Brief. Und berate dich vorher mit Freunden und Familie oder sogar einer Stelle, die bei sowas Hilfestellung gibt und beraten kann. Da würde ich mich dann auch nicht in Gefahr bringen wollen.
 
  • #51
Uhhh wie gruselig….soetwas in dieser Richtung habe ich auch erlebt als ich jung war, wobei ich gar nicht mit dem Typen zusammen war sondern wir haben nebeneinander gewohnt und er hat ein Auge auf mich geworfen und wollte einfach nicht verstehen, dass ich nicht seine Gefühle erwidern kann. Ich habe einmal ihn zum Essen eingeladen und wollte ihm das in Ruhe erklären (ja, ich weiß, es war naiv), und kaum war mein Satz zu Ende, ist er aufgestanden und hat das Messer in den Tisch gerammt. Da mussten alle meine Freunde heranrücken und mich unterstützen. Ich bin da ausgezogen. Dir wird es auch keine andere Möglichkeit bleiben. Suche dir eine andere Wohnung und ziehe um.
 
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