• #1

Wie lang braucht man um eine Trennung zu verarbeiten?

Ich (w,33) habe schon oft im Forum gelesen, dass es eine gewisse Zeit braucht bevor man nach einer Beziehung eine neue beginnen „sollte“. Wenn jemand erst ein paar Monate nach eine langjährigen Beziehung getrennt ist und schon jemanden Neues hat, schreiben einige Foristen, dass es zu früh sei und würden selbst einen potentiellen Partner vielleicht sogar kurze Zeit nach einer Trennung gar nicht näher kennenlernen wollen.
Nach welchem Zeitraum ist es eurer Meinung nach richtig, wieder jemanden zu daten?
Ist es nicht wie auch bei der Trauerverarbeitung nach einem Todesfall total unterschiedlich, wie lang jemand benötigt, um eine Trennung zu verarbeiten?
Woran bemerkt ihr bei euch selbst, dass ihr eine Trennung verarbeitet habt?
Würden es eure besten Freunde merken, dass ihr bereit für eine neue Beziehung seid? Woran?
Ich selbst bin seit 4 Monaten getrennt und bin nicht auf der Suche, mich interessiert das Thema trotzdem. Danke für eure Ideen.
 
  • #2
Du hast richtig erkannt, es braucht unterschiedlich lang, bis jemand soweit ist. Das hängt stark davon ab, wie lange und stark man jemanden geliebt hat, war die Trennung aus heiterem Himmel oder ein langer Prozess, hängt man noch am Menschen oder spürt man nichts mehr. Dazu kommt, ob man stark genug ist, sich mit eigenen Anteilen auseinander zu setzen und an den Gründen der Trennung zu arbeiten, viele versuchen sich ehe ablenken und zu Tagesordnung übergehen.
Ob du soweit bist, dich auf jemanden einzulassen, merkst du anhand von zwei Kriterien. Zum einen, wenn du an Expartner denkst, triggert es dich nicht und du kannst absolut normal an ihn denken, ohne Hass zu spüren oder Sehnsüchte. Zum anderen, wenn du dich in einer ruhigen Minute fragst, ob du tatsächlich bereit bist, dich auf jemanden einzulassen, ob diese Person einen Platz in deinem Leben hat und ob du diesen Platz einräumen willst(!).
 
  • #3
Ich glaube, dass ist von Mensch zu Mensch, aber auch von Beziehung zu Beziehung unterschiedlich. War die Liebe schon längst weg und man lebte jahrelang nur unzufrieden als Paar vor sich hin, wird es dir nach der Trennung anders gehen als wenn deine große Liebe sich plötzlich von dir trennt. Gab es viele Verletzungen , wirst du wahrscheinlicher länger brauchen zu verarbeiten, zu vertrauen und Hoffnung und Lust auf einen neuen Partner zu entwickeln.
Ich merke es daran, dass ich wieder offener Männern gegenüber werde, wenn ich bereit bin. Bin ich noch nicht bereit, dann bin ich z.B. beim Tanzen eher verschlossen, gucke bei Blickkontakt intuitiv schnell weg, meide automatisch Gespräche mit Männern oder halte sie kurz, wenn ich glaube, sie interessieren sich für mich. Dann merke ich noch sehr mein Misstrauen, meine Verletzlichkeit und auch Ängstlichkeit vor einer neuen Beziehung ohne dass ich das groß steuere.
 
  • #4
Eine Paarpsychologin stellte in einer Radiosendung die These auf, dass es genau so lange braucht die Beziehung zu verarbeiten, wie die Beziehung gedauert hat.
 
  • #5
Ich finde es auch individuell und glaube, dass es nicht mal die Betroffenen wissen. .ob es ggf zu früh ist.

Ich zb brauche lange und andere sind schneller innerlich wieder frei.

Mein bester Freund ist aber davon überzeugt, dass eine neue Beziehung gut gegen Liebeskummer ist.
 
  • #6
Liebe FS,
einfache Frage, einfache Antwort: es dauert so lange wie es dauert. Gras wächst nicht schneller, wenn man dran zieht. Es reisst ab und dauert umso länger bis es die gewünschte Länge hat.
Genauso ist es mit der Trennungsverarbeitung. Geht man zu früh in eine neue Beziehung scheitert diese halt - das Symptom der Übergangsfrau.
Es gibt keinen Fixwert für die Trennungsverarbeitung. Es hängt von der eigenen Persönlichkeit ab und auch davon, was in der Beziehung passiert ist. Je besser Du an Deiner Selbstwahrnehmung dran bist, umso eher merkst Du das. Kannst Du ohne Mann nicht leben, besteht das Risiko der mehrfachen Ehrenrunden mit falschen Männern.

Man muss unterscheiden, was es zu verarbeiten gibt - dort liegt m.E. Bei den meisten der Kardinalfehler und darum irrlichtern sie durch scheiternde Kurzbeziehungen.
Bei der Trennung von meinem Exmann (mein Auszug) war ich mit der Beziehung mindestens schon 2 Jahre durch (innerlich von ihm getrennt). Nicht getrennt war ich noch 2 Jahre später von den Trennungsgruenden und auch nicht davon, woran es gescheitert ist. Da begann der wahre Lernprozess, dessen Resultat ist, dass ich nun in einer dauerhaften Beziehung bin.

In der sogenannten Verarbeitungszeit habe ich mich also nicht mehr mit meinen Gefühlen um den Ex befasst sondern mit der Fragestellung, warum die Ehe gescheitert ist, was mein Eigenanteil daran ist, was die Gründe dafür waren, was für ein Mann demzufolge zu mir passt etc. Das hat mir geholfen mich nicht in scheiternden Kurzeitbeziehungen mit ungeeigneten Männern zu frustrieren. Die Zeit habe ich besser genutzt.

Woran bemerkt ihr bei euch selbst, dass ihr eine Trennung verarbeitet habt?
Würden es eure besten Freunde merken, dass ihr bereit für eine neue Beziehung seid?

Dass ich die Trennung verarbeitet hatte, habe ich daran gemerkt, dass ich eine tiefe innere Ruhe empfand und keinerlei Interesse an Männern hatte, nicht im Traum daran dachte, mich um einen Mann zu bemühen, irgendwas tun zu müssen, um einen Mann für mich zu gewinnen. Ich war so richtig bei mir und da war neben mir reichlich Platz für einen neuen Mann und der fand sich dann auch ohne Suchen und Rumkrampfen mit Dating.

Nein, keiner von meinen Freunden hat gemerkt, dass ich gereit bin für was Neues. Sie haben aber auch nicht gemerkt, dass ich für die Trennung bereit bin. Ich bin gut darin, meine Gefühle und Gedanken zu verbergen - eine Erkenntnis, die ich in der sogenannten Trennungsverarbeitung gewonnen habe und in der neuen Beziehung konstruktiv nutzen konnte: reden statt schweigen.
 
  • #7
Eine Paarpsychologin stellte in einer Radiosendung die These auf, dass es genau so lange braucht die Beziehung zu verarbeiten, wie die Beziehung gedauert hat.

Au weia. Das wäre ja bei ner 25 jährigen Beziehung, wenn man bei der Trennung, sagen wir 50 ist, evtl auch die letzte Beziehung...

Ich denke auch, es ist sehr verschieden, es hängt davon ab, ob und was es für Verletzungen gab, warum kam die Trennung, und wie kam es zur Trennung. Ich hab manchmal sehr kurze Beziehungen länger betrauert als längere...
 
  • #8
Hallo,

ich denke bei dieser Frage geht es nicht alleine darum, dass man die vergangene Beziehung vollständig verarbeitet hat. Sowas kann unter Umständen sehr lange dauern, oder auch sehr schnell gehen. Je nachdem wie lange die alte Beziehung war und wie stark man zusammengelebt und funktioniert hat. Man nimmt natürlich immer auch etwas mit in eine neue Beziehung.

Sondern es geht in vielen Fällen auch darum, zu lernen auf eigenen Beinen zu stehen. Zu sich selbst zu finden. Viele begeben sich von einem Abhängigkeitsverhältnis in ein Ersatzverhältnis. Die waren zwischen den Beziehungen nie wirklich Single. Da fehlt dann auch eine gewisser Erfahrungshorizont. Das ist für den Verlauf einer zukünftigen Beziehung ungünstig, wenn man nicht gelernt hat, oder sogar nach Jahren verlernt hat, sich auf sich selbst verlassen zu können.

Erstmal zu sich kommen. Zu sich zurückfinden. Mit neuem Selbstvertrauen in eine neue Beziehung gehen.
Dann kann man reflektieren, was man denn in Zukunft eigentlich anders haben möchte. Man geht dann mit offenen Augen an eine neue Partnerschaft heran, anstatt es ausschliesslich emotional (z.B. durch Liebeskummer) oder sexuell geleitet ist.

Man möchte sich ja ganz neu verlieben können, ohne Altlasten mit sich herumzuschleppen.
Wenn jemand noch trauert und sich auf einen Tröster / eine Trösterin stützt, kann das beim Gegenüber unter Umständen Verunsicherung schaffen. Es kann dazu führen, dass der neue Partner der Sache nicht so viel Wert beimisst.

LG
 
  • #9
Nach welchem Zeitraum ist es eurer Meinung nach richtig, wieder jemanden zu daten?
Wenn man die Probleme, die die Exbeziehung aufbrachte, erkannt hat und nicht den neuen Partner belastet. Dh. z.B. wenn man betrogen wurde, mit seinem eigenen Misstrauen ggü dem neuen Partner, das vermutlich vorhanden sein wird, ALLEIN umgehen, statt den neuen Partner damit zu behelligen (also verhören, kontrollieren wollen, Misstrauen ausdrücken). Auch die positiven Dinge, die der/die Ex schenkte, darf man nicht erwarten. Ich denke nicht, dass man gänzlich frei von allem wird, was die Exbeziehung bewirkt hat, die entscheidende Frage ist, ob man sich dessen bewusst ist, dass man was erwartet und dadurch gesteuert wird im Handeln.

Mit dem Zeitraum hat das bedingt was zu tun. Soll heißen, dass ich durchaus mehrere Monate ansetzen würde. Aber wenn eine/r doch nur wieder Partnersuche betreibt, statt mal drüber nachzudenken, welche Lehren er aus der Exbeziehung mitnehmen sollte, kann er das auch noch jahrelang machen und dann in seiner neuen Beziehung was vermurksen.
Woran bemerkt ihr bei euch selbst, dass ihr eine Trennung verarbeitet habt?
Ich kann Dir nur schreiben, wie ich gemerkt habe, dass ich die Exbeziehung noch nicht verarbeitet habe (Probleme, die Trennung nicht hinnehmen zu können und der Bez. hinterherzuweinen, hatte ich nie).
Ein Jahr später verliebte ich mich. Da der Mann vergeben war, war klar, dass nichts laufen wird. Ich hab es mir dann "theoretisch" vorgestellt, wie es wirklich wäre mit ihm, wenn er frei wäre. Und dann kamen die Probleme hoch: Ich war noch nicht in der Lage - wie in der Exbez. - meine Interessen so wichtig zu finden, wie sie auch sind. Ich hätte mich DOCH wieder reingekniet in die neue Beziehung, hätte Verlustängste gehabt, wenn ich für meine Interessen und meinen Wunsch nach eigener Zeit eingetreten wäre und es daher nicht gemacht, ABER - anders als in der Exbez.: Gleichzeitig hätte ich versucht, den Mann auf Abstand zu halten, mich nicht wieder so reinzuknien, und hätte dabei Fehler gemacht (von denen man hier auch oft lesen kann, wenn Leute mit anderen in eine Beziehung gehen, die noch nicht die Exbez. verarbeitet haben). Ich hätte Verbindlichkeiten nicht geben wollen, um nicht wieder in meine eigene emotionale Falle zu geraten, hätte aber von ihm gewollt, dass er verbindlich ist.
Dass ich dahingehend souveräner wurde, brachte erst diese Erkenntnis und die weitere Zeit, in der ich über die Fehler der Exbez. und dem, was ich daraus für Erkenntnisse ziehen muss, nachdachte. Das konnte ich IN meiner Exbez. noch gar nicht erkennen, weil ich mir da selbst im Weg stand. Also das Ende und das Reflektieren darüber war wichtig und brauchte Zeit allein.
 
  • #10
Dass ich die Trennung verarbeitet hatte, habe ich daran gemerkt, dass ich eine tiefe innere Ruhe empfand und keinerlei Interesse an Männern hatte, nicht im Traum daran dachte, mich um einen Mann zu bemühen, irgendwas tun zu müssen, um einen Mann für mich zu gewinnen. Ich war so richtig bei mir und da war neben mir reichlich Platz für einen neuen Mann

Bis auf den Aspekt, des reichlichen Platzes für einen neuen Partner - so empfand ich nach der Trennung von dem Vater unserer Kinder.
Entliebt, emotionslos/absolut neutral ihm gegenüber. (allen Männern generell).
Perfekt.
Derzeit : seit einem halben Jahr von meiner zweiten wirklichen Beziehung getrennt, wünsche ich mir nur, wieder an diesen Punkt zurückkehren zu können.
Eines Morgens aufzuwachen, ohne an ihn denken zu müssen - einen Tag ohne - wahlweise : Wut oder Sehnsucht zu empfinden ...
Einfach nur einen Tag, ohne diesen verdammten Schmerz als ständigen Begleiter - egal, was auch immer ich tue - .
Absurd - je mehr Zeit vergeht - momentan habe ich das Gefühl, es wird eher schlimmer, als besser ...
Eine neue Partnerschaft - undenkbar.
 
  • #11
Au weia. Das wäre ja bei ner 25 jährigen Beziehung, wenn man bei der Trennung, sagen wir 50 ist, evtl auch die letzte Beziehung...

Das heißt nicht, dass Sie warten müssen, aber es kann sein, dass Sie eine neue Beziehung eingehen ohne die alte Beziehung komplett verarbeitet zu haben, weil das eben seine Zeit braucht. Und seien Sie ehrlich, haben Sie nicht auch schon während einer Beziehung an vorherige Partner gedacht (und sei es nur zum Vergleich)?
 
  • #12
Vielen Dank für eure Antworten! Ist es möglich, dass jemand schon 10 oder 20 Jahre in einer Beziehung ist und gar keine Zeit zur Verarbeitung braucht, weil er weiß, dass das Paar schon längst auseinander gelebt ist und sich sofort auf eine neue Liebe einlassen kann oder seht ihr das dann als Übergangsfrau oder nicht verarbeitete Beziehung an, da man kein Single zwischen den Beziehungen war?
 
  • #13
Vielen Dank für eure Antworten! Ist es möglich, dass jemand schon 10 oder 20 Jahre in einer Beziehung ist und gar keine Zeit zur Verarbeitung braucht, weil er weiß, dass das Paar schon längst auseinander gelebt ist und sich sofort auf eine neue Liebe einlassen kann oder seht ihr das dann als Übergangsfrau oder nicht verarbeitete Beziehung an, da man kein Single zwischen den Beziehungen war?
Ich brauchte eigentlich nie viel Zeit für die Verarbeitung, wenn ich mich getrennt habe.
Da waren alle Trauergedanken noch in der Beziehung abgefrühstückt worden

Im anderen Falle (verlassen werden) ist es aber doch so, dass man den Hoffnungen und Annehmlichkeiten der Partnerschaft nachtrauert.
2-3 Monate sollten es schon sein.
 
  • #14
Ist es möglich, dass jemand schon 10 oder 20 Jahre in einer Beziehung ist und gar keine Zeit zur Verarbeitung braucht ...
Nichts ist unmöglich. Aber: Wenn man IN der Beziehung verweilt hat, obwohl sie nicht mehr gewollt wurde, kennt man trotzdem nicht das Gefühl, FREI zu sein. Der Partner geisterte dann ja immer noch im eigenen Leben rum und der Gedanke an Trennung/Veränderung belastet emotional und vielleicht auch materiell. Sonst hätte man sich ja längst getrennt.

Wenn man sich nun trennt nach langer Bez., dann weiß man noch nicht, wie es ist, wenn man plötzlich keine Rücksicht mehr nehmen muss auf einen anderen. Man rechnet gar nicht damit, wie unbelastet man sich fühlt. Und wenn man es dann merkt, will man vielleicht zwar schon jemanden, mit dem sich das Zweisamseinsgefühl aufrecht erhalten lassen kann, aber vielleicht eben auf keinen Fall noch mal so ein Beziehungskorsett (die Exbez. ist ja nicht mehr gut und schön gewesen, also wird "Beziehunghaben" nicht unter "ist das große Glück" abgespeichert sein.)

Gibt es einen konkreten Mann, weshalb Du fragst? Vielleicht wären die Anworten dann passender, wenn Du was über ihn und seine Umstände und sein Verhalten schreibst. Falls der nämlich gerade in Trennung lebt, kann es immer noch sein, dass er zu seiner Partnerin wieder zurückkehrt.

Der Mensch ist doch so gestrickt, dass er vieles erst vermisst, wenn es wirklich weg ist. Daher kommen manche Beziehungen wieder zusammen, nachdem die Partner woanders waren und rausfanden, dass sie den Ex vermissen.
Dasselbe ist es mit der Freiheit, die er plötzlich entdeckt. Da kommt aus den Tiefen seiner Seele hervor, was er in der Beziehung immer vermisst hat an Freiraum und für die Exbez. wegschob. Und wo er sich den Freiraum nun endlich geschaffen hat und den Mut zur Trennung aufbrachte, will er vielleicht nicht gleich wieder eine neue Bez. eingehen und wieder die Freiheit mit Kompromissen einschränken.

Wenn er einer ist, der einer Beziehung sowieso keine große Bedeutung beimisst, dann kann er sofort wieder in eine verbindliche Beziehung gehen, weil die neue Frau wie die alte Frau nur austauschbare Statistinnen sind in seinem Leben, das für ihn funktionieren muss. Aber wer Liebe sucht oder mit Bez.haben Glück verbindet, wem eine Bez. emotional was bedeutet und wen die Bez. verändert hat, der braucht mE auf jeden Fall Zeit, um wieder er selbst zu werden, falls er Teile von sich unterdrückt hat zum Erhalt der Bez..

Vermutlich gibt es auch positive Fälle, wo es große Liebe ist, oder Fälle, wo beide passen. Also einer, der verheiratet sein will und mit einer bestimmten Rollenverteilung gelebt hat, findet genau wieder so eine Frau, die das auch alles will, und trennt sich daraufhin erst von der ersten Frau. Dann macht beide schon allein die Bez.form glücklich.
 
  • #15
Gibt es einen konkreten Mann, weshalb Du fragst?
Nee, es gibt keinen. Ich hab nur viele Bekannte, die schon Jahrzehnte zusammen sind und bei denen ich den Zustand so beschreiben würde. Sie sind aus Gewohnheit, wegen der Kinder oder dem Haus zusammen. Ich habe nur darüber nachgedacht, ob sie vor einer neuen Beziehung noch eine Singlezeit nach ihrer Beziehung bräuchten, wo sie sich doch jetzt sicher schon allein in ihrer Beziehung fühlen.
Falls ich mich mal verlieben sollte in jemanden, der in einer Beziehung ist, wäre es wohl sinnvoll gleich klarzustellen, dass er mindestens mehrere Monate Single sein müsste und sonst nichts läuft und sich nicht vorher zu verrennen. Wenn er wirklich interessiert wäre, würde er ja einsehen, dass es mit seiner Partnerin nicht mehr funktioniert und sich trennen (unabhängig davon, ob dann aus ihm und einer neuen Partnerin eine Beziehung entsteht).
 
  • #16
Falls ich mich mal verlieben sollte in jemanden, der in einer Beziehung ist, wäre es wohl sinnvoll gleich klarzustellen, dass er mindestens mehrere Monate Single sein müsste und sonst nichts läuft
Das kann man mE nicht so kopfgesteuert angehen. Wenn Du Dich in jemanden verliebst, der in einer Bez. ist, würde ich gar nicht mit ihm drüber reden und was klarstellen. Du kannst ja nicht sagen: "So, jetzt verarbeitest du mal ein paar Wochen, dann kannst du noch mal anklingeln". Er würde es nicht verstehen, dass Du so unverliebt handeln kannst. Er will ja auch sofort das, was er seit Jahren vermisst.
Der müsste mE erstmal alles bei sich klären, bevor er Dir seine Gefühle offenbart. Idealfall ...

Ein Mann in Bez., der sich fremdverliebt - ich würde sagen, zu über 90% ist das Flucht aus der Bez. und nicht Liebe. Die neue Frau gibt das, was ihm in seiner alten Bez. fehlt, aber nur diesen einen Teil, den Rest ist ok bei ihm. Sie denkt, es geht bei ihm um dasselbe, aber sie verlieben sich aus verschiedenen Positionen. Er hat ja ein Bez.leben (wenn seine Bez. nicht ganz übel ist), ihm fehlt Romantik, vielleicht mehr Spannung, vielleicht Sex. Sie hat KEIN Bez.leben (wenn sie Single ist) und wünscht sich das über den Weg der Romantik.

Wenn er wirklich interessiert wäre, würde er ja einsehen, dass es mit seiner Partnerin nicht mehr funktioniert und sich trennen (unabhängig davon, ob dann aus ihm und einer neuen Partnerin eine Beziehung entsteht).
Dem stimme ich zu. Einer, der wirklich meint, die große Liebe gefunden zu haben, laviert nicht lange rum, die neue Frau hat ihm nur den letzten Grund geliefert, neu anzufangen. Aber ich bin sicher, die neue Bez. wird trotzdem damit belastet, dass es die alte Bez. bis eben noch gab. Wenn nur der leiseste Zweifel beim Warmwechsler entsteht oder er langsam verliebtheitsmäßig abkühlt in der neuen Bez., kommt ja doch hoch, dass er vergleicht und sich vielleicht sogar fragt, ob es ein Fehler war, sich zu trennen.
Wenn ihm bewusst ist, dass die Exbez.verarbeitung in ihm abgeht und er nun mit ner neuen, anderen Frau zusammen ist, wenn ihm bewusst ist, dass ein wiederauftretendes Problem auch an ihm liegen könnte, kann er das aus seiner Bez. raushalten und selbst für sich lösen. Das wäre für mich das wichtigste, dass einer unterscheiden kann, was aus seiner Vergangenheit kommt und was ein wirkliches Problem in der neuen Beziehung ist.
Aber ich finde Warmwechsel generell problematisch. Vergebene Männer sind sehr oft Wackelkandidaten, und wenn er die Partnerin anlügt, turnt mich das gleich ab. Eine Affäre eingehen, damit er testen kann, welche Frau er nun besser findet, und während der man Heimlichtuerei betreiben muss, damit eine andere Frau nicht verletzt wird - nee danke.
 
  • #17
. Ich habe nur darüber nachgedacht, ob sie vor einer neuen Beziehung noch eine Singlezeit nach ihrer Beziehung bräuchten, wo sie sich doch jetzt sicher schon allein in ihrer Beziehung fühlen.

Wenn Menschen nicht warmwechseln, ist eine Singlezeit dazwischen.
Bei einem Warmwechsel würde ich mir Gedanken über Charakter und Persönlichkeit machen.

Verarbeitung ist individuell, und je nach Erlebtem in der Partnerschaft.
Beispiele.
Jemand, der betrogen wurde, hat evtl. mit dem Partner abgeschlossen, aber nicht mit der Tatsache des Betruges.
Jemand, der einen suchterkrankten Partner hatte, einen gewalttätigen Partner, einen klammernden, eifersüchtigen Partner, oder andere Auffälligkeiten. (Das gilt für Männer und Frauen)
Unverarbeitet bedeutet in Konsequenz auch, dass man sich selbst reflektiert. Eigenes Verhalten, Eigenanteile und Auswahlkriterien.

Prägen wird einen jede Partnerschaft.
Es ist aber kein Zeichen, ob man noch an diesen Menschen denkt. Verdrängen ist nicht abgeschlossen.

Meine vorherige Ehe ist abgeschlossen. Ich habe getrauert, mir meine Zeit genommen.

Heute zählt meine jetzige Partnerin.
Aber meine verstorbene Frau ist Teil meines Lebens, durch meine Kinder, durch schöne Erinnerungen. Es gibt die Photos, ein paar besondere Gegenstände, die Grabstelle.
Diese Frau hat mich eine lange Zeit begleitet, ich erinnere mich gerne zurück. Dafür bin ich dankbar.

So wie ich dankbar bin, heute wieder mit einer wunderbaren, einzigartigen Frau zusammen zu sein.

M, 54
 
Top