• #31
Liebe Amelie, schon in Deinem anderen Threat erwähntest Du, dass Du auf den Dating-Plattformen keinen Mann interessant findest. Nun schreibt Dich einer an, der ein halbes Jahr getrennt ist, und schon hast Du wieder ein K.o.-Kriterium, noch bevor Du diesen Interessenten getroffen und Dir einen realistischten Eindruck verschafft hast.
Bist Du sicher, dass Du Dich wieder binden möchtest? Männer insgesamt scheinen bei Dir völlig chancenlos zu sein.
 
  • #32
Ich stelle immer wieder fest, es hängt am meisten davon ab wer sich getrennt hat. Männer, die verlassen worden, sind emotional noch viel länger besetzt und im Herzen so schnell nicht frei für eine neue Frau, auch wenn sie gerne Wärme und Geborgenheit von der neuen Frau möchten. Bei Männern, die sich von sich aus selbst trennten, sind viel schneller wieder bereit sich neu zu verlieben...
 
Zuletzt bearbeitet:
  • #33
Die Trauerphase hängt ja auch von vielen Faktoren ab - vor allem davon, wer von beiden verlassen wurde. Wenn Frau der aktive Part war und ging, dann wird sie wohl nicht trauern sondern schnell abschliessen, vor allem wenn schon ein neuer Mann im Hintergrund wartet.

Der nächste Faktor ist die Persönlichkeit des Ex - sicherlich wird einer faszinierenden Persönlichkeit, mit viel Geist, Witz und Schönheit länger nachgetrauert und man/frau wird sie schwer vergessen können, weil eine Ausnahmeerscheinung.

Auch spielt es eine Rolle wie groß die Begeisterung von Anfang an war - war der Ex ein absoluter Traum? War die Erotik überwältigend? Hat die Chemie nahtlos gestimmt? Wenn alles zusammen kam, dann trauert jeder, weil es klar ist, daß so etwas schwer wieder zu kriegen ist.

Und dann das Praktische - hat der Lifestyle gepaßt und gab es viele einmalige Erlebnisse, die wiederrum auch schwer zu kopieren sind, dann wird wehmütig zurückgeschaut.

Wenn der Ex dann auch noch betrogen, belogen und verlassen hat, dann kommt eine immense Kränkung dazu, verletzte Eitelkeit, Wut und Bitterkeit, welche ein Vergessen erschweren.

Von daher ist es wirklich absolut individuell wie lange oder ob überhaupt nachgetrauert wird. Am besten immer die Neuen unter die Lupe nehmen & viel zuhören, dann findet frau alles schnell heraus.
 
  • #34
Ich glaube, es geht der FS um die Frage, ob ein Kandidat prinzipiell beziehungsfähig ist, wenn er frisch getrennt ist. Und diese Frage sollte man sich überhaupt immer stellen, auch wenn jemand schon lange Single ist.

Eine Beziehung bzw. eine Beziehungsanbahnung steht und fällt mit der Bindungsfähigkeit, mit dem Bindungsstil. Dieser kann sich im Laufe eines Lebens situativ verändern. Prinzipiell sind Kandidaten, die ihr Leben aufgeräumt haben, die beste Option. Aber wie stelle ich das fest? Da kann ich mich erst mal nur an Indizien halten.

Frisch getrennt kann durchaus kritisch sein. Muß aber nicht. Noch viel schlimmer finde ich, wenn ich höre, dass jemand in 10 Jahren 5 Beziehungen und unzählige Affären und ONS hatte. Der ist dann immer mal frisch getrennt und ich kann die nächste Ex werden.
 
  • #35
Ich hatte vor meinem Mann keine ernsthafte Beziehung, bzw nicht tief empfunden für all die Männer, die ich vor ihm kennenlernte. Trauerphasen gab es keine, aber Erkenntnisse und Einsichten.

Mein Mann war 10 Jahre mit seiner Exfreundin (2 Kinder) zusammen. Fünf Jahre später bin ich in sein Leben gestürmt. Ich habe nie gefragt, was dazwischen war, aber ich denke, er hat auch intensiv gelebt in dieser Zeit. Ich glaube sogar, dass er gerade erst am beenden einer Kurzaffäre war, als uns klar wurde, dass wir zusammen sein wollen.

Ging ganz fix bei uns

Ich würde also niemanden für irgendwas verurteilen. Ich wusste bei meinem Mann von heute auf morgen, dass wir zusammengehören. Das kam schlagartig, obwohl wir uns davor schon gut 6 Jahre kannten.
Welche Baustellen er da in den ersten Wochen noch zu erledigen hatte, weiß ich nicht und will ich auch nicht wissen
 
  • #36
war der Ex ein absoluter Traum? War die Erotik überwältigend? Hat die Chemie nahtlos gestimmt? Wenn alles zusammen kam, dann trauert jeder, weil es klar ist, daß so etwas schwer wieder zu kriegen ist.
Ich denke eher, dass die Menschen, die eher Schwierigkeiten haben, Personen des anderen Geschlechtes kennen zu lernen, trauern. Wer zig Bewerberinnen hat, bei wem die Männer Schlange stehen ..... wird wohl weniger lange trauern. Warum? Er / Sie weiss doch, es kommt immer jemand nach - ab und zu klappts dann besser, ab und zu weniger gut.
Prinzipiell sehe ich Menschen, die sehr viele Regeln brauchen, sehr regelkonform leben und diese Regelhörigkeit auch von anderen einfordern wollen als entscheidungsschwach an. Auch als eher fremdbestimmt. Und das klappt nur, wenn der Geist sehr unflexibel und auch nicht wirklich ausgeprägt ist. Eine Fehleranalyse geht eigentlich zügig vonstatten. Sollte sie auch, denn man muss ja weiterleben. Wer allerdings keine Chance hat, etwas Neues, prickelndes zu beginnen - der suhlt sich eben in seinem Elend. Stellt mehr oder weniger sinnlose Regeln auf. Und reitet sich selbst immer weiter in den Sumpf des Elends. Bis er gar nicht mehr nach vorne schauen kann, sondern nur noch Elend um sich rum hat.
 
  • #37
Ich glaube, es geht der FS um die Frage, ob ein Kandidat prinzipiell beziehungsfähig ist, wenn er frisch getrennt ist. Und diese Frage sollte man sich überhaupt immer stellen, auch wenn jemand schon lange Single ist.

In der Frage wird ein konkretes Beispiel geschildert, also ein Mann, de seit einem halben Jahr solo ist und daher keineswegs frisch getrennt.

Abgesehen davon, dass ich in seinem Fall das Verhältnis von Beziehungsdauer und Trennungsdauer stimmig finde, kann man seine "neue" Beziehungsfähigkeit nur herausfinden, indem man ihn trifft. Meiner Erfahrung nach wird in Gesprächen nämlich sehr schnell deutlich, wenn ein Mann noch an seiner Ex hängt. Dann kann frau ja immer noch die Reißleine ziehen.
 
  • #38
Worüber muss ich denn Jahre lang nachdenken?
Ich gebe mir auch schon während der Beziehung Mühe zu kommunizieren, zu reflektieren, an mir zu arbeiten um nicht die selben Fehler immer wieder zu machen & die Beziehung zu erhalten. Wieso erst nach der Beziehung jahrelang grübeln was falsch lief?
Mit dem nachdenken "warum", bin ich relativ schnell durch, ist jetzt nicht mehr zu ändern, nächstes mal mache ichs besser, Haken drunter, fertig. Es wird nicht besser, wenn ich es zerdenke.

Wie lange ich brauche um zu Trauern, um mich emotional wieder auf jemanden anderen einzulassen & mich wieder zu verlieben, ist wieder etwas ganz anderes..
Bei der Trennung von meinem Ex war ich zu Beginn wirklich tot unglücklich, habe dann aber doch nur ca ein Monat gebraucht um damit abzuschließen. Auch wenn die Trennung an sich nicht schön war, war es im Endeffekt doch gut so.
Verliebt habe ich mich trotzdem erst ein halbes Jahr später..

Ich könnte das jetzt auch bei einem Mann überhaupt nicht an der Dauer seiner Singlezeit festmachen. Einfach mal kennenlernen.
Komischer fände ich Männer, die viele Beziehungen in kurzer Zeit oder seit Ewigkeiten garkeine Beziehung mehr hatten. Oder Männer die mir erzählen wollen wie lange ich nachdenken muss ;)
 
  • #39
Hallo Amelie_0104

Ich denke Du bist auf dem richtigen Weg und ich freue mich, wie Du die Meinungen annehmen kannst und dennoch zu Deinem Weg stehen kannst.

Es wird erst nicht thematisiert und später ist man schon emotional an dem Mann dran, sodass man alles übersieht...

Wieder erwähnst Du den Schlüssel zur Antwort selber. Du weisst von Dir, dass Du dich sehr tief auf jemanden einlassen kannst und weisst auch, dabei oft die rosarote Brille aufzuhaben. Das "Problem" der Menschen, welche Tiefgang haben (dazu zähle ich mich auch) ist, dass wir viel zu viel spüren/wahrnehmen und natürlicherweise gewisse Sachen ausblenden, damit es nicht zu viel wird. Und weil Du noch keinen Weg gefunden hast, wahrzunehmen und Dich trotzdem tief einzulassen, daher die "Regeln". Es gibt eine einfache Methode, habe ich selber angewendet, und mache es fallweise auch heute noch. Spiele etwas damit: Nach jedem Kontakt mit dem neuen Mann (Nachricht, SMS oder Telefonat) setzt Du dich abends mindestens 1 Stunde hin und meditierst. Die Stunde brauchst Du, denn erst nach ca. 20 Minuten hat Dein Geist Platz für die Gefühle, erst dann ist der Verstand ruhig. Und dann beobachtest Du einfach, was alles hochkommt an Gefühlen und Eindrücken. Das ist mit etwas Übung ganz einfach und macht auch Spass. Auf diese Weise signalisierst Du Deiner Seele, dass Du sie anhörst und ihr werdet schnell ein tolles Team.

Du hast Recht, die meisten Menschen reflektieren sich nicht. Und es ist nicht nur ein Männerproblem, auch die meisten Frauen tun dies nicht, das ist meine Erfahrung auf diesem Portal. Nur weil Frauen emotionaler sind, heisst es noch lange nicht, dass sie besser aufarbeiten als Männer.

Ich denke, Du bist auf dem richtigen Weg, noch ein paar Feinjustierungen und dann stehen Dir viele Türen offen. Aber lass das Leben weiter in Dich fliessen und stärke Deine Feinfühligkeit und Deine Beobachtungsgabe, es lohnt sich.

Alles Gute, Kurt
 
  • #40
Es gibt doch auch in der Psychologie ein Modell zu den Trauerphasen, die man durchlaufen muss, um wieder bereit zu sein für einen neuen Menschen. Mir kann doch keiner erzählen, dass er in ein paar Tagen/Wochen diese Phasen durchlaufen hat.....
Ich bin schon erstaunt, dass die meissten sich gar nicht darüber Gedanken machen.

Du irrst Dich in der Annahme, dass andere sich keine Gedanken machen - sie denken nur was anderes als Du, sind risikofreudiger /das ganze Leben ist ein einziges Risiko). Sie versuchen etwas, statt wie Du Regelwerke zu schaffen, die dann doch nicht funktionieren, weil die anderen nicht die gleichen Regeln haben.

Nicht jeder der sich trennt, trauert. Ich vermute sogar, dass die wenigsten trauern - wer verlässt sowieso nicht, dann die vielen Trennungen vom Typ "auseinandergelebt", Trennungen aus destruktiven Beziehungen etc.
Wer nicht trauert, muss auch keine Trauerphasen durchlaufen. Du schaffst Dir Konstrukte, die nur selten greifen, weil die Bedingungen anders sind, als Du annimmst.

Vielleicht solltest Du trauern von traurig sein unterscheiden, auch wenn man heute allgemein zur Gigantomanie neigt. Ich bezweifele, dass das pflichtgemäße "Durchlaufen von Trauerphasen" für das Ende von Kurzzeitbeziehungen gemeint ist.
Vermutlich adaptierst Du "Trauern wegen Todesfall von Ehepartner oder Verlust des Kindes" einfach auf ein Minithema, was aber nicht dem Konzept entspricht, weil überdimensioniert.
Wer heute 3 Wochen traurig ist, wenn ihm der Lebenspartner gestorben ist, dem wird ja auch eine Depression diagnostiziert - früher gab es daffür das Trauerjahr ohne Krankheitswert.

Ich finde diesen Psychologisierungswahn für jede Lebenslage absurd, auch für die, die total normal sind. Das macht die Menschen immer unfähiger, mit den ganz normalen Anforderungen des Lebens umzugehen.

Wer nach einer Trennung aus einer recht kurzen Beziehung irgendwelche Trauerphaasen meint durchlaufen zu müssen, kann das ja gern tun - nützt ihm nur nichts, denn über kurz oder lang passiert ihm das Gleiche wieder und er macht sich sein ganzes Lebens zu einer einzigen Trauerveranstaltung. Da wäre es sinnvoller, statt zu trauern Resilienz aufzubauen.
 
  • #41
...kurz darauf lernte ich meine Frau kennen. ... ABER: hätte ich diese Beziehung mir mehr durch den Kopf gehen lassen, hätte ich mehr darüber nachgedacht, warum es schief ging, welchen Anteil ich hatte, wäre ich mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit noch mit meiner Frau zusammen ...

Das Leben hält sich nicht an Regeln. Du hättest vielleicht Deine Frau nicht kennengelernt oder sie hätte Dich drei Monate später trotz reflektierter Beziehung nicht mehr als Partner gewollt, weil zwischenzeitlich der Lhotse als potentieller Partner aufgetaucht wäre. Andererseits trauerst Du Deiner Frau so intensiv hinterher, dass Du vielleicht im Moment auch nach Jahren noch nicht wirklich darüber hinweg bist. Ich habe auch so eine "Leiche" im Keller, die ich über längere Zeit mitgeschleppt habe.

Es lässt sich kein fixer Zeitpunkt festlegen, wann man "verarbeitet" hat, weil die Verarbeitungsgeschwindigkeit unterschiedlich ist. Manche schaffens nie. Und viele machen den gleichen Fehler auch dreimal, bevor sie ihn sehen. Oder sie haben eben schon reflektiert und sich genau deshalb dann getrennt. Fixe Regeln funktionieren nur bei Automaten, nicht bei Menschen. Und ich möchte auch keine Partnerin, die nach fixen Regeln lebt, die ist mir zu schlicht gestrickt. Wenn Du dauernd von Deiner Frau erzählst und von den ganzen Fehlern, die Du gemacht und reflektiert hast, bedeutet das noch lange nicht, dass Du wirklich darüber hinweg bist. Ich bin nach einer Beziehung eine Weile einfach traurig und will gar keine neue Beziehung. Ist diese Trauer weg, dann bin ich bereit, eine neue Beziehung anzufangen. Fehler reflektiere ich durchaus auch mal, wenn in einer neuen Beziehung eine ähnliche Situation auftaucht. Weil mir vielleicht sogar dann erst auffällt, dass ich da ein kritisches Handlungsmuster habe. Im Übrigen besteht bei vielen "Fehlern" auch ein Zusammenhang zur Partnerin. Die eine toleriert sogar fremdgehen völlig problemlos, die andere rastet aus, wenn ich Stehpinkler bin (s. Parallelthread).
 
  • #42
@Kurt: deine Beiträge hier zeigen, dass es Menschen gibt, die mich verstehen, eben weil sie feinfühlig sind. Vielen Dank für deinen wertschätzenden Beitrag. Ja das stimmt. Ich lasse mich aufgrund meiner Tiefgründigkeit und Sensibilität stark auf jemanden ein. Nach einer Trennung brauche ich eine Weile, um diese zu verarbeiten-sowie es bei allem ist, was ich erlebe.

Obwohl ich ein Gefühlsmensch bin, versucht mein Kopf Regeln aufzustellen, um mich zu schützen.

An alle anderen:
Jeder sieht es eben anders. Natürlich muss man die Unterschiede beachten und wie jemand aus der Beziehung raus ist. Und im Gespräch lässt sich ja testen, ob jemand über seine Expartnerin hinweg ist. Also ob er sie noch oft erwähnt und schlecht über sie redet-das sagt viel aus.

Dennoch kann ich viele Meinungen nicht nachvollziehen. Ich finde es sehr oberflächlich teilweise wie hier geschrieben wird. So z.B., dass man nicht lang trauert, wenn man weiss, dass man schnell jemanden finden wird. Was hat das miteinander zu tun?
Das kommt so rüber, dass man sich nie eine emotionale Tiefe in der Beziehung erreicht. Ja dann verstehe ich auch, dass die meissten hier nicht lange trauern, sondern sich schnell in die nächste Beziehung stürzen (Ablenkungsmanöver) und alles verdrängen. Dann merken sie aber, dass sie in einer Beziehung sind und noch nicht wirklich bereit und der nächste bekommt alles ab.
Unsere Gesellschaft ist mittlweile ziemlich abgestumpft was das angeht und Werte wie Loyalität und Verlässlichkeit und an einer Beziehung zu arbeiten, auch wenn nicht alles rosig ist-das geht verloren. Ich finde es sehr erschreckend!
 
M

mightyMatze

Gast
  • #43
Ich denke dass man diese Frage nicht pauschal beantworten kann. Der eine braucht mehr Zeit, der andere weniger, der dritte vielleicht auch gar keine. Gerade wenn in der vorherigen Beziehung schon länger "der Ofen aus" war, der Weg zur Trennung lang war ist die Sehnsucht danach, wieder das zu spüren was man schon lange vermisst hat, auch wenn man "offiziell" vergeben war, möglicherweise sehr schnell da - womöglich sogar schon vor der offiziellen Trennung.
 
  • #44
Dennoch kann ich viele Meinungen nicht nachvollziehen. Ich finde es sehr oberflächlich teilweise wie hier geschrieben wird. So z.B., dass man nicht lang trauert, wenn man weiss, dass man schnell jemanden finden wird. Was hat das miteinander zu tun?
Das hat ganz einfach damit zu tun, dass Trauer meist einem selbst gilt; d.h. dem eigenen Verlust.
Man trauert um jemanden - weil diese Person einem fehlt. Je grösser die Lücke, desto länger die Trauer.
Das hat viel mit der eigenen Einstellung zu tun - bin ich dankbar, diese Person als Teil meines Lebens gehabt zu haben? Dann kann ich mich daran erfreuen, was mir diese Person gegeben hat. An das Schöne denken. Oder ich kann beklagen, dass jemand für mich unersetzlich ist - das stimmt zwar, aber es gibt auch andere Menschen. Akzeptiere ich die Vergänglichkeit - oder nicht? Und ja, ein grosses Angebot an Menschen, die in mein Leben treten wollen, lindert die Trauer. Verkürzt sie. Habe ich dieses Angebot nicht, drehen sich meine Gedanken im Kreis.
 
  • #45
dass diese Männer halt noch eben nicht abgeschlossen hatten. ... dass diese Männer einfach nur Angst hatten, dass das Bettlaken kalt wird.
Was hat denn das eine mit dem anderen zu tun? Es gibt Menschen, die nicht allein sein können. Es gibt Lernresistente. Und es gibt welche, die auch vor ihrer Trennung schon genau wußten, was sie wollen oder nicht wollen. Sich wahrscheinlich sogar deswegen auch aktiv getrennt haben. Die Dauer des Alleinlebens dürfte an allen diesen Eigenschaften nichts ändern: wer nicht allein sein kann oder nicht beziehungstauglich ist, der ist es auch später noch, und wer einen Fehler bereits korrigiert hat, muß nicht erst noch lange darüber nachdenken, sondern kann seinen Weg geradlinig fortsetzen. Wann und wo ihm auf diesem Weg wieder jemand begegnet, liegt nicht in seiner Hand. Den Unterschied zwischen beidem könnte und würde man aber erst im Zuge des Kennenlernens feststellen, und nicht schon aus der Dauer des Singleseins.
 
  • #46
Ich lasse mich aufgrund meiner Tiefgründigkeit und Sensibilität stark auf jemanden ein. Nach einer Trennung brauche ich eine Weile, um diese zu verarbeiten-sowie es bei allem ist, was ich erlebe.

Obwohl ich ein Gefühlsmensch bin, versucht mein Kopf Regeln aufzustellen, um mich zu schützen.

Du klingst noch sehr jung Amelie (Anfang 20?) - noch so ganz in den Fangen der Romantik während wir schon die Post-Moderne erreicht haben mit ihrer ganzen Dystopie.

Der reife & reflektiere Mensch muß sich irgendwann die Frage stellen, ob er sein Leben selber steuert oder ob er sich steuern läßt. Dazu gehört auch, sich eben nicht den Emotionen hilflos ausliefern zu lassen. Das ist ein sehr schwieriger Vorgang, der viel Disziplin erfordert und Selbstkenntnis voraussetzt.

Sich in Trauer zu suhlen und das noch als besonders tiefgründig zu finden erscheint infantil. Wie ein Kind, das stundenlang weint, weil er seinen Lolli verloren hat und dies für seine Gefühlswelt eine Apokalypse ist in dem Moment. Es wird sich Stunden später fast nicht mehr daran erinnern und mag vielleicht keine Lollis mehr sondern Zuckerwatte.

Ein kluger Mensch spart sich lieber seine Kräfte und seine Zeit, denn beides ist limitiert. Die Zeit bleibt nicht stehen und ist kostbar - zu kostbar meiner Meinung nach um einer ohnehin verlorenen Liebe nachzutrauern.

Außerdem, und das finde ich wichtig, denn ich achte sehr sorgsam auf das Machtverhältnis in einer Beziehung: wieso sollte ich dem Ex so viel Macht über mich erlauben, daß ich Wochen mit seiner Wenigkeit beschäftigt bin? Habe ich mal gemacht und es hat mir geschadet weil es mich runtergezogen hat und ich eigentlich einem absoluten Loser nachgeweint habe, der sich aus meiner Trauer überhaupt nichts gemacht hätte. Also was soll's. Verlorene Liebesmüh.

Lese nochmal was @Vikky schrieb - kluge Worte, die von Reife zeugen und von viel Menschenverstand ohne Allüre und Hysterie.

Auch @Tom26 hat Recht, wenn auch sehr pragmatisch gedacht, daß begehrte Menschen einfach schnell offen für Neues sind und nicht anders können als positiv zu sein bei der großen Auswahl. Wenn frau ständig angesprochen wird und neue Angebote bekommt, dann tut ihr das gut seelisch und körperlich und sie genießt das. Es wäre unsinnig Trübsal zu blasen, wenn andere Männer sie wollen. Neuer Mann neues Glück.
 
  • #47
Das kommt so rüber, dass man sich nie eine emotionale Tiefe in der Beziehung erreicht. Ja dann verstehe ich auch, dass die meissten hier nicht lange trauern, sondern sich schnell in die nächste Beziehung stürzen (Ablenkungsmanöver) und alles verdrängen.
Das muss nicht heißen, dass man nie emotionale Tiefe in der Beziehung hatte, sondern das sie jetzt eben vorbei ist.
Man muss auch nicht zwingend irgendwas verdrängen, manche Leute können wirklich schneller mit der Vergangenheit abschließen nachdem sie sich eine Zeit lang damit beschäftigt, getrauert & Gründe gesucht haben, die Trennung akzeptieren, innerlich los lassen & weiter leben..
Da hat halt jeder ein anderes Tempo
 
  • #48
Wenn ich eine Trennung ausspreche, so ist dem ein lang währender Prozess vorangegangen, in welchem ich zuerst feststellen musste, dass was im Argen liegt, ich dann um die Beziehung gekämpft habe, dann irgendwann einmal aufgegeben habe und danach Konsequenzen gezogen habe. Während dieser Phasen habe ich selbstverständlich auch schon getrauert.

Wieso sollte ich also den "Trauerprozess" danach weiter ziehen?

Wenn ich Deine Ansichten liese, dann finde ich, Du stehst Dir selber extrem im Weg, wenn Du von DIR auf andere schliesst. Jeder Mensch ist individuell, und das ist wertfrei. Wenn Du länger hast als andere, um über eine Beziehung hinwegzukommen, macht Dich das nicht automatisch zu einem besseren Menschen; es sagt nur, dass Dein Prozess anders ablief als der eines anderen, der schon kurz danach eine neue Beziehung eingeht.

Es gibt nicht einfach nur schwarz und weiss, es gibt dazwischen ganz viele Zwischentöne. Man macht sich selber das Leben viel zu schwer, wenn man von anderen exakt das erwartet, was man selber für die einzige Wahrheit hält.
 
  • #49
Wie kommt das nun alles bei mir an?

Sorry, liebe Amelie -
Deine Replik ist schon ziemlich arrogant. Warum sprichst Du anderen Menschen Tiefgründigkeit, Empathie, etc. ab, nur weil sie nicht eine von Dir festgelegte Verarbeitungsphase absolviert haben?

Ich sehe nur einen großen Kriterienkatalog - ich nehme den anderen Thread dazu, der kaum erfüllbar ist.
Dazu Deine Positonierung als hochintelligent, hochgebildet, sehr empathisch, also auch hoher EQ, und einem entsprechendem Attrraktivitätslevel.

Da wird es von diesem Podest aus schon sehr schwierig, dem passenden Partner zu begegnen. Willst Du das übrhaupt?
 
  • #50
Unsee Gesellschaft ists ziemlich abgestumpft was das angeht und Werte wie Loyalität und Verlässlichkeit und an einer Beziehung zu arbeiten, auch wenn nicht alles rosig ist-das geht verloren. Ich finde es sehr erschreckend!
Weisst du, dass sich schon Platon über den Niedergang der Werte beklagte, und nach ihm zahllose andere? Besonders originell ist es nicht, abgedroschene Pauschalisierungen und Wehklagen von sich zu geben, zumal ja die Welt offenkundig nicht untergegangen ist. Warum benützt du deine Intelligenz und Sensibilität nicht lieber fur fruchtbarere und menschenfreundlichere Gedankenspiele, die dir eine persönliche Entwicklung hin zu Offenheit und Empathie ermöglichen?

Das tönt jetzt vielleicht viel spitzer, als ich es meine, ich will dich nicht kränken, ich meine das als Gedankenanstoss. „Die Gesellschaft“ kannst du nicht durchschauen und schon gar nicht verändern. Dich selber aber tollerweise schon. Und das verändert die Sichtweise auf die Welt.

Frau 51
 
  • #51
Wie kommt das nun alles bei mir an?

Sorry, liebe Amelie -
Deine Replik ist schon ziemlich arrogant. Warum sprichst Du anderen Menschen Tiefgründigkeit, Empathie, etc. ab, nur weil sie nicht eine von Dir festgelegte Verarbeitungsphase absolviert haben?

Ich sehe nur einen großen Kriterienkatalog - ich nehme den anderen Thread dazu, der kaum erfüllbar ist.
Dazu Deine Positonierung als hochintelligent, hochgebildet, sehr empathisch, also auch hoher EQ, und einem entsprechendem Attrraktivitätslevel.

Da wird es von diesem Podest aus schon sehr schwierig, dem passenden Partner zu begegnen. Willst Du das übrhaupt?

Jemand mit solchen überragenden Eigenschaften sollte doch neugierig, wissbegierig, tolerant, offen, selbstkritisch und zielstrebig sein.
Leider sehe ich das in der FS nicht.
In ihren Augen werde ich auch einfach nur zu primitiv sein um das zu erkennen.
Nützt ihr nur nichts, denn sie wird weiterhin belehrend, intolerant und verharrend wirken.
Sie hat sich ihre Fassade der hochintelligenten, umwerfend attraktiven, einfühlsamen und mitfühlenden Frau selbst erschaffen vermutlich um sich vor Ablehnungen und Zurückweisung zu schützen.
Nur dorthin wird niemand gelangen.

Vielleicht sollte sie diesen und ihren anderen Thread nutzen um ihr
Selbstbild und Fremdbild zu prüfen.
Wird ihr auch langfristig nicht nur bei der Partnersuche weiterhelfen.
 
  • #52
Sie hat sich ihre Fassade der hochintelligenten, umwerfend attraktiven, einfühlsamen und mitfühlenden Frau selbst erschaffen vermutlich um sich vor Ablehnungen und Zurückweisung zu schützen.

Man liest hier öfter von diesem Typ Frau, der einfach "zu gut" für die Männerwelt ist. Das mag sein, aber sie haben dann eben das traurige Schicksal, dass sich kein ebenbürtiger Mann findet und bleiben alleine. Gefühlt sind hier alle Frauen intelligenter, einfühlsamer, weiter entwickelt und attraktiver als die Männer. Schon rein mathematisch bleiben dann eben eine Reihe dieser Frauen trotz ihrer überragenden Eigenschaften alleine. Oder sie betreiben eben Downdating, das war über Jahrhunderte die männliche Lösung...
 
  • #53
Hallo Amelie,

ich lebe nun seit 6 Jahren allein, und ich bin gedanklich klarer geworden, was ich will, welche Freunde, welche Ziele u.s.w. Dass der Zeitraum aber so lange geworden wird, liegt daran, dass ich den Passenden noch nicht gefunden habe. Zwischenzeitlich war ich mal heftigst verliebt, leider wurde nichts daraus.
Nun habe ich gelegentlich Kontakt mit meinem ExEx, sodass ich zumindest nicht sexuell schmachten muss.
Mein ehemaliger langjähriger Partner ist ebenso lange (6Jahre) allein, auch hier liegt es wohl daran, dass seine Angebetete in einer Beziehung steckt, und er sich nicht etwas Besser-als-nix zulegen will.
Ungewollte lange Alleinphasen haben wohl schon Männer und Frauen ab gewissem Alter...
 
  • #54
Richtig, folge deinem Instinkt! Meine Erfahrung: Eine gelingende Partnerschaft macht sich dadurch bemerkbar, indem beide ähnliche Vorgeschichte und Erfahrungen haben. Und die Sachlage ähnlich sehen.

Leute, die jahrelang einen Partner suchen, sollten unter sich bleiben, weil sie sich mehr verstehen, wo des Pudels Kern ist.

Genauso wie Leute, die sofort wieder eine Beziehung haben, jene von dem Schlag sind, dass sie ihre Beziehungen innerhalb 6 Monaten und 2 Jahren regulär auswechseln und auch nicht lange drüber trauern. Ist übrigens kein Männerphänomen! Zu diesen Männern finden sich entsprechende Frauen. Es ist eben die Spaßgesellschaft, die Masse und der Zeitgeist. Dem muss man sich aber nicht anschließen.

Online-Suche ist echt kritisch. Sieh es als Spaß, Erfahrungsbereicherung, was für Typen so herumlaufen, und nur als Ergänzung zu deinem echten Leben.

Suche auch nicht in der großen, weiten Welt oder am anderen Ende von Deutschland, denn dort sind die Mentalitäten auch massiv ganz anders und damit wirst du nicht umgehen können. Im Internet treibt sich viel Gesocks herum. Das muss man nicht haben.
 
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