• #1

Wie mit einer Frau umgehen, die aus einer Narzissten-Beziehung kommt?

Ich habe eine wunderbare Frau kennengelernt, und mich Hals über Kopf in sie verliebt. Meine Gefühle sind extrem stark schon nach sehr kurzer Zeit.

Wir haben intensive Gespräche geführt und dabei auch von unseren vergangenen Beziehungen erzählt. Sie war 7 Jahre mit einem "Bilderbuch" Narzissten liiert, der sie übelst be- bzw misshandelte. Ihre Schilderungen machen mich einfach nur sprachlos, tief betroffen und lassen mich fremdschämen. Nur so viel. Respektlose Beschimpfungen sowie Erniedrigungen waren an der Tagesordnung und zwei Mal in dieser Zeit wurde er sogar handgreiflich und schlug sie.

Was mich jetzt aber umtreibt, ist die Frage, was dieses Ausharren in einer höchst destruktiven Beziehung, das nicht Loslassen wollen bzw können über sie aussagt? Ich stelle auch schon fest, dass sie teilweise sehr verunsichert ist, und mir Fragen stellt, die eigentlich in einer wohlwollenden, von Zuneigung geprägten Begegnung (rede noch nicht von Beziehung) unnötig sind. Kann es sein, dass der Ex-Kerl ihr destruktive Muster eingetrichtert hat und so ihr Bauchgefühl und ihren inneren Kompass beschädigt hat?
 
  • #2
Vermutlich ist sie ein eher treuer und unterwürfiger Typ.
Narzissten suchen sich bevorzugt genau solche "Opfer", die sie dann quälen.
Sie ist sehr unsicher, dass solltest Du respekieren und nicht ausnutzen.
 
  • #3
zu einem Narzissten (7 Jahre Beziehung!?) gehört immer ein Co-Narzisst! Sprich, ein Mensch, der diesen Narzissten ebenso braucht. Meistens sind diese weiblichen Co-Narzissten Frauen, die sich über den Mann versuchen aufzuwerten, weil er weit über ihnen steht beruflich oder finanziell oder intellektuell.
Falls du also auch nur ansatzweise devote Züge in dir hast oder eine Gleichberechtigung bevorzugst, wird das sowieso nichts mit Euch.
Frauen von Narzissten wollen einen eher dominanten Mann, ganz egal, wie sehr sie unter dem letzten gelitten haben.
Grundsätzlich würde ich allerdings immer Abstand von Männern oder Frauen halten, die über ihren Ex herziehen und das arme Opfer sind.
Du wirkst in Deinen Erzählungen naiv und wirst auf Dauer keine Chance bei ihr haben, sie wird sich den nächsten Narzissten suchen, weil sie das genauso braucht wie er eine Frau braucht, die es mit sich machen lässt. Ich glaube, du wirst nicht viel mehr als ihr "Therapeut", evtl inklusive ein bisschen Sex.
Aber eher, um über den alten Mann hinwegzukommen.
 
  • #4
Was mich jetzt aber umtreibt, ist die Frage, was dieses Ausharren in einer höchst destruktiven Beziehung, das nicht Loslassen wollen bzw können über sie aussagt?
Das sagt wahrscheinlich in erster Linie etwas über ihre Erziehung und das Verhältnis in ihrer Herkunftsfamilie aus.
Dort hat sie offenbar gelernt, dass man um Liebe kämpfen/arbeiten muss oder etwas leisten muss.

Auch hat sie destruktives Verhalten als normal kennengelernt, entweder am Vorbild ihrer Eltern oder sicher auch der Eltern ihr gegenüber, deswegen wehrt sie sich nicht dagegen.

Grundsätzlich wird deine Bekannte eher geringen Selbstwert und geringe Grenzen haben.

Das muss man für sich selbst erstmal erkennen, dass das eben nicht normal ist.

Wenn der Mann ein Narzisst im Sinne einer narzisstischen Persönlichkeitsstörung ist, wird er sie auf eine Art und Weise manipuliert haben, die sie nicht begreifen konnte und in emotionale Abhängigkeit geführt hat.

Wenn man davon noch nie gehört hat, ist es für einen normalen Menschen auch schwer begreiflich, was da passiert. Wie ein Mann einen erst auf Händen tragen kann und dann im nächsten Moment wegstößt.

Erst der Himmel so schön und so hoch wie niemals zuvor und dann der Abflug in die Hölle. Das alles nur Lügen und Fassade ist begreift man erst viel später.

Und am nächsten Tag wieder der Himmel und immer öfter die Hölle. Man begreift nicht, dass der Mensch, der einen angeblich liebt und mit einem zusammen ist wirklich absichtlich verletzt um sich daraus einen Egopush zu ziehen.

Kann es sein, dass der Ex-Kerl ihr destruktive Muster eingetrichtert hat und so ihr Bauchgefühl und ihren inneren Kompass beschädigt hat?
Ja, natürlich ...nach so einer Erfahrung wird man selbstverständlich vorsichtig, man will das ja nicht noch mal erleben.

Ich würde dir raten, dich ganz normal zu verhalten und ihr viel Sicherheit/Zuverlässigkeit zu geben, aber nicht ihren Therapeuten spielen zu wollen, sonst landest du in der Freundschaftsschiene.
 
  • #5
Vermutlich ist sie ein eher treuer und unterwürfiger Typ.
Narzissten suchen sich bevorzugt genau solche "Opfer", die sie dann quälen.
Sie ist sehr unsicher, dass solltest Du respekieren und nicht ausnutzen.
Narzissten suchen sich nur sehr repräsentative Frauen heraus, keine totalen Opfertypen.
In der Regel muss die Frau gutaussehend und repräsentativ sein - schließlich will ein Narzisst eine Frau, um die er beneidet wird - kenne genug Narzissten und Männer mit narzisstischer Persönlichkeitsstörung (großer Unterschied!). Die Frauen wissen genau um ihren "Wert" Bescheid, sind meist sehr ehrgeizig und geben auch in der Beziehung nicht so leicht auf, weil Scheitern nicht auf ihrem Lebensplan steht und ihnen die AUßenwirkung selbst auch sehr wichtig ist. AUßerdem sind sie vom meist ebenfalls ehrgeizigen Elternhaus oft auf "erfolgreich" und auf "liebes Mädchen" getrimmt. Der Selbstwert dieser Frauen ist aber tief drinnen recht klein sie definieren sich über Leistung. AUch in der Liebe wollen sie viel leisten.
Das sind also meistens sehr erfolgreiche und gut aussehende sportliche überperfekte Frauen - keine Hascherl oder "Opfertypen". Ein "normaler" Mann hat bei solchen Frauen aber keine Chance, weil sie sich wie gesagt über ihre Partner "upgraden".
Narzisstisch sind wir alle irgendwie mehr oder weniger, aber diese Erniedrigungen gehen oft mit einer Persönlichkeitsstörung einher.
 
  • #6
Lieber Fragesteller,

auf jeden Fall solltest du diese Beziehung ganz langsam angehen. Nicht nur der Frau zuliebe, die ganz sicher Zeit braucht, um Vertrauen zu fassen, sondern auch dir selbst zuliebe!

Dass diese Frau so lange in einer destruktiven Beziehung ausgeharrt hat, spricht dafür, dass sie selbst psychische Probleme hat. Ich finde es auch seltsam, dass sie dir schon nach kurzer Zeit offenbar recht detailliert über diese ganze Geschichte erzählt. Natürlich kann man in der Beziehungsanbahnung einiges über die eigene Vergangenheit preisgeben, aber das sollte doch nicht so im Vordergrund stehen.
Mir kommt vor, dass diese Frau einen Retter sucht und dass es dir sehr gut gefällt, dieser Retter zu sein. Dafür könnte auch sprechen, dass du dich sehr schnell sehr stark in sie verliebt hast. Da könnte diese romantische Retter-Idee eine gewisse Rolle spielen. Eine gute Basis für eine Beziehung auf der viel zitierten Augenhöhe ist das aber nicht.

Wenn eure Beziehung funktionieren soll, dann muss diese Frau ganz alleine für sich ihr Selbstwertgefühl aufbauen und ihre Erlebnisse aufarbeiten. Ohne dir dabei eine Aufgabe zuzuweisen! Ich denke, es wäre gut, wenn sie sich dafür professionelle Hilfe, sprich Therapie, suchen würde. Dann wäre der Therapeut ihr Ansprechpartner in diesen Dingen, nicht du. Das wäre viel gesünder.

Darüber hinaus möchte ich noch anmerken, dass es ja immer zwei Seiten einer Geschichte gibt, auch was die Ex-Beziehung deiner Freundin betrifft. Ich möchte ihr wirklich nichts unterstellen, es wird schon stimmen, dass der Ex ein übler Narzisst war. Dennoch wäre es ja auch möglich, dass sie dich mit der Schilderung ihrer Leidensgeschichte auch etwas manipulieren will. Warum stellt sie dir auch noch die komischen Fragen, von denen du geschrieben hast, die du aber nicht präzisiert hast.

Wie gesagt, geh das langsam an. Menschen, die aus destruktiven Beziehungen kommen und einen schwachen Selbstwert haben, sind leider oft schwierige Partner.

W, 43
 
  • #7
ich könnte mir denken, dass sie extremen Schaden nahm und auch vorher schon psychisch sehr auf dem Holzweg gewesen sein muss, wenn sie mit einem narzistischen Mann zusammen kam! Es kann ohne eine Psychotherapie kaum überwunden werden und sie muss auch an sich selbst arbeiten- das dauert Jahre! Mit ihrem Misstrauen wirst du wohl deine Probleme haben. Hat sie dir auch mal gesagt, was sie bei dem Mann so lang gehalten hat?
 
  • #8
Lieber FS,

zu Deiner Fragestellung, wie Du mit der Frau umgehen sollst, meine Gegenfrage: wie geht man mit Menschen um, die sehr schlechte Erfahrungen mit einer anderen Person gemacht haben ? Am besten einfühlsam und vertrauensvoll, wenn Du ernstes Interesse an ihr hast. Höre zu, aber bewerte nicht. Das Beste ist aber: habt eine schöne Zeit, unternehmt Dinge, die Euch gemeinsam Spaß machen. So könnt ihr Euch Beide am besten kennenlernen und Vertrauen aufbauen.

Ihre Schwächen bzw. ihren Anteil an der damals destruktiven Beziehung zu suchen, halte ich hier für wenig sinnvoll. Narzisstische Personen erkennt man nicht sofort, es ist oft ein schleichender Prozess. Selbst die stärksten Menschen brauchen meiner Meinung nach lange, dies zu erkennen und sich zu befreien, da das gesamte Verhalten oft sehr subtil und manipulativ ist.

Wenn Dir die Frau am Herzen liegt, analysiere nicht. Lasst Euch Zeit für eine Annäherung und schau einfach, was sich ergibt.

Alles Liebe !
 
  • #9
Zeit und Geduld - das wirst du benötigen. Von beidem sehr viel.
Schau dir die Frau genau an, ihre Verhaltensweisen, ihre Aussagen, den Zeitvektor ......
Schau dir auch genau an, was sie von dir erwartet - und nimm die rosarote Brille ab.
Die Frau muss nicht schlecht sein, keine Schäden davongetragen haben, sie muss auch nicht mitschuldig sein und es muss auch keine Störung der Persönlichkeit vorliegen - aber es könnte sein.

Langsam und souverän - so solltest du nach meiner Meinung ihr gegenüber agieren. Vergiss dein eigenes Glück nicht. Viel Erfolg
 
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  • #10
Ich seh das wie @Tini_HH
Es kann natürlich sein, dass sie die Narzisstenbeziehung bearbeitet hat und nun offen ist für eine gute, gesunde Beziehung. Aber dann würde sie mE die Fragen nicht stellen und Dir von dem Mann erzählen. Kann es sein, dass sie so Mitgefühl provoziert, das verwechselt wird mit Liebe? Sie wirkt ja nun auf Dich sehr geschunden und zerbrechlich. Das weckt eher den Beschützerinstinkt als wirkliches Verliebtsein.

Kann es sein, dass der Ex-Kerl ihr destruktive Muster eingetrichtert hat und so ihr Bauchgefühl und ihren inneren Kompass beschädigt hat?
Nein, das war schon latent oder nicht-latent vorhanden. Also der Kompass hat sie zu dem Mann geführt und sie das ganze nicht sofort wieder beenden lassen.
Ich weiß nicht, ob es nur der Kindheit zuzuordnen ist, oder ob es auch charakterliche Prägung ist, aber man bleibt nicht ewig in einer Beziehung, wenn sie einem nicht guttut, außer man wird dazu erpresst durch Drohungen. Sie ist ja anscheinend freiwillig geblieben, insofern muss es ja irgendein Programm in ihr "richtig" abgespult haben. Ich denke, sie hat überhaupt kein Selbstwertgefühl. Vielleicht kann sie es in einer liebevollen Beziehung mit Dir aufbauen und schafft es zu sehen, dass Typen wie der Ex einfach nur unattraktive Männer sind, mit denen sie sich gar nicht aufwerten kann, sondern nur leidet. Das geht aber nur dann, wenn Du nicht den Retter spielen willst und Dich hier nur verliebt hast, weil Du meinst, Du wirst gebraucht.

Im Moment bist Du ja eine Art Beichtvater, der sie als Opfer sieht. Es soll ja eine aufregende, romantische, sexuell erfüllende Beziehung werden und nicht ein ich-red-mir-alles-von-der-Seele-Verhältnis, bei dem Du selbst kein Problem haben darfst und alles abfederst, was der Ex ihr angetan hat. Also frage Dich, ob Du bereit bist, auf der einen Seite Geduld und Rücksicht aufzubringen, die sie braucht, um wieder Vertrauen zu einem Mann zu fassen, auf der anderen Seite die Beziehung auf einer gesunden Ebene zu halten, also nicht ihr Therapeut werden zu wollen, der ihr wieder den Glauben an die männliche Menschheit zurückgeben will.
 
  • #11
@Lunghin
Ich komme auch aus so einer destruktiven Beziehung mit Agressionen und Machtspielchen, Lügen und Beleidigungen. Ich habe mir aber fest vorgenommen, meine aktuellen Flirts nicht mit meiner Vergangenheit zu belasten.... Es entstehen sonst falsche und einseitige Eindrücke, z.B. so wie bei dir jetzt. Hat sie dir denn auch von den positiven Dingen ihrer Partnerschaft erzählt!!? Sicher nicht. Da kann ich Tini aus HH Beitrag nur zustimmen. Ich war auch so eine vorzeigbare, perfekte und sportliche Frau mit eigener Karriere! Und er eben auch. Das zieht sich magisch an. Natürlich lerne ich heute dazu und bin offen für ein neues anderes Miteinander. Aber mein Ex war sehr vorzeigbar, sehr wohlhabend, sehr lebenserfahren und vor allem ein sehr leidenschaftlicher Macho-Typ. Das Highlight war natürlich die Erotik und die Leidenschaft und das vermisse ich jetzt. Unser Lebensstandard war gehoben. Es ist tatsächlich die Frage, ob du ihren anspruchsvollen Partnerwünschen entsprichst. Ich merke jetzt natürlich wie angenehm liebevolle, Verständnis zeigende und zuverlässige, kommunikative Männer sind. Ich blühe auf! Aber ich sehne mich schon regelmäßig nach der Leidenschaft und dem Charisma meines Ex zurück. Aber so geht es doch den meisten nach einer Trennung. Ich habe mich letztlich aus rationalen Gründen und aus reinem Selbstschutz getrennt und weil ich keine Zukunft mehr mit uns sah. Ich habe in der letzten Beziehung "draufbezahlt", auch finanziell, dafür bin ich jetzt umso dankbarer für echte Aufmerksamkeit, Kommunikation und Interesse an meiner Persönlichkeit, alles was über Sex hinausgeht. Du solltest überprüfen, inwieweit Statussymbole und Wohlstand und wilder Sex, eventuell mit besonderen Specials, Dominanz für deine Partnerin ausschlaggebend sind. Sonst wirst du auf Dauer nicht bei ihr landen können, wenn du das nicht repräsentierst.
 
  • #12
Danke für eure wohlwollenden und interessanten Antworten.

Möchte auf ein paar eingehen.

...seltsam, dass sie dir schon nach kurzer Zeit offenbar recht detailliert über diese ganze Geschichte erzählt. Natürlich kann man in der Beziehungsanbahnung einiges über die eigene Vergangenheit preisgeben, aber das sollte doch nicht so im Vordergrund stehen.
...
dass sie dich mit der Schilderung ihrer Leidensgeschichte auch etwas manipulieren will.
Das ist mir auch durch den Kopf, als sie mir schon sehr schnell detailliert geschildert hat, wie desaströs ihre letzte Beziehung war. Auch als sie relativ schnell von den körperlichen Misshandlungen sprach, war ich über die Geschwindigkeit der Offenbarung etwas erstaunt. Man kann jetzt sagen, sie möchte einfach auf Nummer sichergehen und sich vergewissern, dass ich nicht auch so ticke und agiere wie der Ex. Man kann aber auch zum Schluss kommen, sie manipuliere mich und wolle Mitleid erzeugen, um mich so an sich zu binden. Was sie aber nicht macht, ist den Ex schlecht reden. Auf meine Frage, was sie für Gefühle gegenüber ihm hege, erwiderte sie, sie spüre weder Hass noch Bedauern, sondern einfach ein neutrales Gefühl und das klang überzeugend.


Ich seh das wie @Tini_HH

Kann es sein, dass sie so Mitgefühl provoziert, das verwechselt wird mit Liebe? Sie wirkt ja nun auf Dich sehr geschunden und zerbrechlich. Das weckt eher den Beschützerinstinkt als wirkliches Verliebtsein.

Diesem Eindruck konnte ich mich ehrlich gesagt auch nicht erwehren. Und der Beschützerinstinkt wurde logischerweise gekitzelt. Doch ist eine Beziehung ungut, in der der Mann die Frau beschützen will? Ich will das nicht als sexistische Plattitüde verstanden wissen. Wehrloses Frauchen am Herd und der harte Macker beschützt sie. Nein, aber es ist ja nicht grundfalsch, für das Wohl einer Partnerin zu sorgen, und dazu gehört nun mal auch ihre geistige und körperliche Unversehrtheit.


Ich seh das wie @Tini_HH

Das geht aber nur dann, wenn Du nicht den Retter spielen willst und Dich hier nur verliebt hast, weil Du meinst, Du wirst gebraucht.

Nein, ich habe nicht Lust hier in eine Retterrolle geschweige denn in eine Therapeutenfunktion gedrängt zu werden. Weil ich mir dessen bewusst bin, habe ich mich auch an Euch im Forum gewendet. Und ich werde diesbezüglich meine Antennen sehr sensibel einstellen, damit ich nicht in so einer Rolle ende.
 
  • #13
Schwierig. Trotz aller rosaroten Wolken könnten Dich zwei Fragen umtreiben:
- ist eine Partnerin, die so über ihren Expartner herzieht, wirklich als Partnerin zu gebrauchen?
- wieso hat sie so lange ausgehalten?

Die Beschreibung "Narzisst" wird gerade auch hier inflationär gebraucht. Für alle, die wirklich egoistisch sind genauso wie für die, die vielleicht nur ihren Partnerinnen nicht alle Wünsche erfüllen, aus welchen Gründen auch immer. Schuld ist in diesem Fall an allem immer der Narzist. Nach Verarbeitung einer Beziehung klingt das für mich auch nicht. Ich würde mir also die Frau etwas nüchterner betrachten...
 
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  • #14
Der gleiche Kompass, der sie zu dem "Narzissten" geführt hat, der hat sie nun auch zu dir geführt.

Da du dich eh schon Hals-über-Kopf verliebt hast, wirst du dich eh nicht mehr stoppen lassen. Ich würde die Sache sehr defensiv angehen lassen. Dass jemand so lange in einer so "ungesunden" Beziehung verharrt, sagt schon einiges aus.
 
  • #15
Lunghin,

Allgemein sagt es wenig aus, es könnt immer auf den Einzelfall an.

Ich denke, dass es fast jedem passieren kann, in eine solch destruktive Beziehung zu rutschen. Oft sind es schleichende Prozesse, in denen sukzessive der Selbstwertgefühl des Opfers untergraben wird bis zerstört. Das fängt vielleicht mit beiläufigen Äußerungen an, das Opfer möchte dem geliebten Menschen zuliebe etwas tun, sagt erst mal nichts.
Es ist eine Spirale, und oft sieht man es vielleicht von außen, aber wenn man selbst darin steckt? So etwas passiert nur anderen.
Sie hat sich lösen können, toll - gelingt nicht vielen.

Sie vertraut Dir - deswegen erzählt sie. Es ist eine, nicht unwesentliche, Facette Ihres Lebens. Vielleicht hat sie die Erfahrung gemacht, dass potentielle Partner Abstand nehmen könnten, oder befürchtet es, und hat dann für sich entschieden, lieber offen auch über die Schatten in ihrem Leben zu reden? So handhabe ich es auf jeden Fall mit dem kritischen Aspekt meiner Vita, wenn ich ernsthaft an einem Mann interessiert bin - damit er entscheidet, ob er damit umgehen kann.
Ich möchte weder Mitleid, noch Rücksichtnahme noch einen CoTherapeuten, noch auf meinem diesen Punkt reduziert werden, aber ich mag da ganz und gar zu mir stehen. In einem anderen Thread haben wir das ziemlich kritisch diskutiert.
Aber vielleicht bewegen Deine Freundin ähnliche Motive?
Dass man beim Erzählen trotzdem unsicher ist, sich ein gutes Stück schämt, Angst vor der Reaktion hat, verständlich?

Die Frage ist, siehst Du sie anders, kannst Du damit umgehen - so, dass Du sie als normale, liebenswerte Frau sehen kannst?

Und die andere Frage, wie lange ist es her und hat sie entsprechend Therapie gemacht. Ohne professionelle Unterstützung, tiefgreifende Therapie halte ich eine Verarbeitung der diversen Muster für kaum möglich. Solche Gewalterfahrungen gehen ganz tief.

Gib ihr Vertrauen, Zuverlässigkeit, Zuneigung, Nähe, das ist wichtig. Aber bitte behandle sie als Frau und nicht als Opfer.
Noch ein Tipp, ich reagiere heute empfindlich schon auf Ansätze von Aggressionen, wenn jemand mir gegenüber laut wird, bin ich weg.

Wo sind Ihre Empfindlichkeiten?
Sie wird welche haben, und darüber solltet ihr reden.
 
  • #16
Die Beschreibung "Narzisst" wird gerade auch hier inflationär gebraucht. Für alle, die wirklich egoistisch sind genauso wie für die, die vielleicht nur ihren Partnerinnen nicht alle Wünsche erfüllen, aus welchen Gründen auch immer. Schuld ist in diesem Fall an allem immer der Narzist. Nach Verarbeitung einer Beziehung klingt das für mich auch nicht.
Ich sehe das genau so wie du, ich verstehe, das Psychologie eine gewisse Faszination auf die Menschen ausübt, warum sich aber alle so auf den Narzissmus eingeschossen haben, ist mir auch schleierhaft. Das klingt immer danach, als hätte man sämtliche unerwünschte Eigenschaften des anderen mal bei Wikipedia eingegeben und heraus kam: es muss Narzismus sein. Ähnliches betraf vor einiger Zeit auch das Borderline-Syndrom. Jeder, der sich nicht angepasst genug verhielt, und bisschen Stimmungsschwankungen hatte, bisschen mit Drogen experimentiert hat und im allgemeinen ein geringes Selbstwertgefühl, hatte plötzlich Borderline. Dies wurde meist natürlich nicht von Fachleuten festgestellt, sondern entweder von der Umwelt oder manchmal auch vom Betroffenen selbst. Im Zeitalter der freien Informationsbeschaffung wird plötzlich jeder zum Fachmann.

Ich finde aber trotzdem, dass du hier die falschen Schlüsse für die Freundin des FS ziehst. Sie „zieht nicht über den Ex her“. Sie erzählt - wenn es alles so stimmt - Fakten. Dinge die ihr passiert sind und die sie nun als Narben auf der Seele mit herumträgt. Ein zukünftiger Partner sollte das schon wissen, bevor er sich mit ihr einlässt, um bestimmte Verhaltensweisen zu verstehen. Es hat auch bei ihr eine Vorwarnungsfunktion.

Es gibt auch Menschen, die in ihrer Kindheit schwer misshandelt worden sind, oder Vergewaltigungsopfer, oder wie auch immer. Diesen Menschen sagt man auch nicht einfach „verarbeite das mal schnell, bevor du dich auf Partnersuche begibst“. Es gibt für jeden eine Rucksack, den er mit sich rumschleppt, und es gibt Dinge, die wird man trotz der besten Therapie im Leben niemals los. Man lernt damit umzugehen, ja. Aber deswegen kann man sie doch trotzdem dem Menschen erzählen, der sich für einen vorgeblich interressiert?! Unsere Erfahrungen sind doch das, was unsere Persönlichkeit ausmacht, vieles macht uns ja auch stark.

Über die Geschwindigkeit der Informationsflut kann man sicher geteilter Meinung sein. Aber man kann ihr nicht vorwerfen, dass sie diese Erfahrungen überhaupt erzählt.
 
  • #17
Die Beschreibung "Narzisst" wird gerade auch hier inflationär gebraucht. Für alle, die wirklich egoistisch sind genauso wie für die, die vielleicht nur ihren Partnerinnen nicht alle Wünsche erfüllen, aus welchen Gründen auch immer. Schuld ist in diesem Fall an allem immer der Narzist. Nach Verarbeitung einer Beziehung klingt das für mich auch nicht. Ich würde mir also die Frau etwas nüchterner betrachten...
Ist mir auch schon aufgefallen, dass alle immer wieder ihre Exmänner als Narzissten beschreiben.
Man muss unterscheiden zwischen narzisstischen Persönlichkeitsstörungen oder Menschen, die einfach etwas mehr narzisstisch sind als andere. Letztendlich sind wir alle narzisstisch.
@Lunghin :
Also bis jetzt sehe ich aus deinen Beschreibungen nicht, dass sie an DIR als Mann Interesse hat, aber vielleicht hast du das noch nicht erzählt!? Mir kommt es eher so vor, als benutzt sie Dich als Psychodoc und Schulter zum Anlehnen. Das ist angenehm, aber du wirst nicht der Mann an ihrer Seite. Frauen von solchen Männern wollen keinen "Beschützer".
Ich hatte auch einen sehr narzisstisch gestörten Mann und eine Freundin mit einem narzisstisch gestörten Mann - beide Männer auf sehr unterschiedliche Art und Weise, aber beide Männer sehr destruktiv und psychosadistisch auf eine sehr intelligente Art und Weise - ich weiß, wovon ich rede, sehe aber eben auch die andere Seite.
Ich habe Jahre gebraucht, um mich von meinem Exmann zu lösen, denn diese Männer tauchen immer wieder auch und auch noch 8 Jahre nach der Trennung will er Kontrolle über mich.
Bei mir würden alle Alarmglocken an Deiner Stelle klingeln, wenn eine Frau mir dauernd von ihrem Ex erzählt.
Mein Rat an Dich:
Zieh Dich etwas zurück und sag ihr, dass du jetzt genug über ihren Ex gehört hast. Du bist nicht ihre emotionale Müllhalde, bei der sie alles abladen kann, lass dich also dazu nicht benutzen.
Es tut ihr gut, dass du zuhörst, aber sie muss auch die Kraft haben, das ALTE hinter sich zu lassen und ein wenig um DICH werben.
Mir scheinst DU zu devot - pass auf, dass sie Dich nicht nur benutzt, bis sie sich den nächsten Narzissten herausfischt. ;-)
 
  • #18
Das würde ich nicht automatisch daraus schließen. Ich hatte früher viel Kundenkontakt und hab gemerkt, dass sich manche Menschen einfach die intimsten Dinge von der Seele reden, als erzählten sie es sich selbst. Auch auf Partys, wenn irgendwelche Typen auf einmal mit mir anfingen zu reden. Erotisches Interesse hatten die nicht.
Man weiß ja noch nicht, ob die Frau auch verliebt ist in den FS oder ob er nur der "beste Freund" sein soll. Der große Bruder quasi, der versteht, beschützt usw.. Das kann auch passieren, wenn es Sex gab und das ganze in F+ mündet, weil die Frau nicht verliebt war, da sie immer noch auf Narzisstentypen steht.

es ist ja nicht grundfalsch, für das Wohl einer Partnerin zu sorgen, und dazu gehört nun mal auch ihre geistige und körperliche Unversehrtheit.
Klar, das meinte ich auch nicht. Ich meinte, dass die Verantwortung über das Wohl völlig übernommen wird und eher eine Eltern-Kind-Beziehung entsteht. Das geht immer nach hinten los, weil der Elternteil seine Bedürfnisse dauernd zurückstellt und irgendwann sauer wird, und der Kindteil ständig ein Abhängigkeitsgefühl hat und dem anderen irgendwann krumm nimmt, dass er ihn nicht auf Augenhöhe sieht und sich überall einmisch mit Besserwisserei, was gut für den Abhängigen sein soll. Sowas kittet erst zusammen und dann wird es ätzend.

Aber man kann ihr nicht vorwerfen, dass sie diese Erfahrungen überhaupt erzählt.
Vorwerfen natürlich nicht, aber die Frage ist halt, was das wird. Der FS hat ja Eigeninteressen - er ist verliebt. Wenn die Frau schon durch ihr Verhalten zeigt, dass sie nur reden will mit einem Mann, der ihr beweisen soll, dass Männer doch nicht alle so sind, kann der FS ja vorher gucken, wo es Punkte gibt, an denen er selbst in eine ungute Beziehung geraten könnte.

aber da ich unter 100 Kommentare hier geschrieben habe, bin ich nur ein kleiner Narzisst und diejenigen, der über 1000 Kommentare geschrieben haben, sind wohl die größeren Narzissten
Oder die sind schon länger als ein gutes halbes Jahr dabei.
Das versteh ich nicht so ganz, warum Forumschreiber automatisch Narzissten sein sollen. Ich könnte mir vorstellen, dass Du meinst, die denken, ihre Meinung sei so wichtig, dass sie sie hier posten müssen. Wenn aber niemand mehr reden würde, insbesondere wenn einer ein Problem vorbringt, hätte der nie die Möglichkeit, aus anderer Leute Erfahrung zu lernen. Mit dem Forum und der Erfahrung vieler anderer Menschen kann man eigene Probleme doch viel mehr "von oben" betrachten. Mir hat es jedenfalls immer geholfen, eine Seite von vielen verschiedenen Standpunkten aus zu beleuchten.
 
  • #19
Ich denke, was diese Frau erlebt hat, ist nichts besonderes. Nachweislich ist heute fast jeder narzisstisch veranlagt und jeder beziehungsgeschädigt und die meisten Männer unverbindlich und schädigend unterwegs. Frauen erleben viel in Beziehungen, die man gar nicht sagen darf, weil man als Opfer der Buhmann ist.


Warum man in solchen Beziehungen bleibt:
- Erziehung (sozial, mütterlich, fürsorglich, traditionell, wie eine richtige Frau normal auch zu sein hat)
- Wertevorstellung (an der Beziehung arbeiten, anstatt sie wegzuschmeißen)
- Vorbild Eltern

Analysiere nicht die Frau, als hätte sie etwas falsch gemacht, für eine eigentlich gute Tat, sondern lieber deine Beweggründe, was du von der Frau willst!
Starke Gefühle nach sehr kurzer Zeit spricht für Co-Abhängigkeit. Klingt ungut für dich und auch für sie. Auch was DU mit der Frau tust, ist Missbrauch. Du willst unbedingt in ihr Leben rein und sie analysieren, als hätte sie etwas falsch gemacht. Hat sie nicht.

Mein Rat, Finger weg! Sie ist noch nicht bereit für eine Beziehung, weil jede Frau hat Missbrauch erlebt und spricht mit unverbindlichen Kerlen da einfach nicht drüber - weil mir das wie ein Messer in den Rücken fällt. Der Frau ist das noch nicht klar, dass sie dir ein Machtmittel in die Hand gibt, das gegen sie verwendet werden kann irgendwann.
 
  • #20
Hallo FS

Ich glaube eine schlechte Beziehung kann sich auch einschleichen. Und langsam jegliches Selbstwertgefühl untergraben - womit die Reissleine ziehen immer schwieriger wird. Und wenn das passiert ist, verfliessen die Grenzen zwischen dem, was man normalerweise Preisgibt und dem was man erzählt. Wahrscheinlich ist ihre Ohnmacht (nach wie vor) übermächtig und sie hat ein Bedürfnis darüber zu reden.

Ich glaube schon, dass sie wohl ein Problem mit dem Selbstwert etc hat, aber so drastisch wie TiniHH die ihre eigenen Erfahrungen 1 zu 1 als einzig mögliche Realität sieht, muss es nicht sein.

Du selber hast dich verliebt, aber offenbar belastet dich das, sonst würdest Du dich nicht an ein anonymes Forum wenden. Daher würde ich an Deiner Stelle schauen, wie es sich entwickelt und vor allem wie Du Dich dabei fühlst - das wichtigste scheint mir wirklich, das Du Deine Bedürfnisse siehst und nicht aus lauter Rücksicht und Vorsicht selber unglücklich wirst. Es geht ja (vor allem) auch um Dich und ob Dir diese Beschützerrolle gefällt und ev ändert "heilt" das ja auch mit Dir. Und ob Du trotz dieser Vorzeichen diese Beziehung dich bereichert. Weil jetzt will sie ja Dich und Dir scheint solches Verhalten zuwieder, was man ja durchaus positiv werten kann.

(Das Erinnert mich an die Geschichte meiner Cousine, 8Jahre in einer sehr destruktiven Beziehung... sie ist davon losgekommen.)
 
  • #21
... der sie übelst be- bzw misshandelte. Ihre Schilderungen machen mich einfach nur sprachlos, tief betroffen und lassen mich fremdschämen.....
Kann es sein, dass der Ex-Kerl ihr destruktive Muster eingetrichtert hat und so ihr Bauchgefühl und ihren inneren Kompass beschädigt hat?
Lieber FS,
ganz sicher ist ihr innerer Kompass schwer beschädigt und das war er schon vor der Beziehung. Niemand, dessen innerer Kompass korrekt justiert ist bleibt 7 Jahre in so einer destruktiven Beziehung.
Und niemand, dessen innerer Kompass korrekt justiert ist, erzählt einem anderen Menschen in der frühen Kennenlernphase solche intimen Dinge, die dazu führen, dass der Gesprächspartner sich damit schlecht fühlt=fremdschaemt.

Die Frau wird deutlich mehr eigene pychische ich Probleme haben als ihre Exbeziehung zu einem Narzissten. Das war nur das Symptom für ihre eigene Störung.
 
  • #22
Dinge die ihr passiert sind und die sie nun als Narben auf der Seele mit herumträgt. Ein zukünftiger Partner sollte das schon wissen, bevor er sich mit ihr einlässt, um bestimmte Verhaltensweisen zu verstehen. Es hat auch bei ihr eine Vorwarnungsfunktion.
Ja, da gebe ich Dir recht. Ich lese nichts davon, dass die Partnerin diese schweren Narben verarbeitet hat. Sie lädt stattdessen ihre Probleme bei ihrem neuen Partner ab. Ich halte das für keinen guten Weg, denn es belastet eine neue Beziehung, in der der Partner nicht für die Verarbeitung zuständig ist. Durchaus auch als pauschale Entschuldigung für eigenes "Fehlverhalten" in der Beziehung.

Und das hat bei mir dann in der Tat eine "Vorwarnfunktion".

Es gibt auch Menschen, die in ihrer Kindheit schwer misshandelt worden sind, oder Vergewaltigungsopfer, oder wie auch immer. Diesen Menschen sagt man auch nicht einfach „verarbeite das mal schnell, bevor du dich auf Partnersuche begibst“.
Nein, ich würde nicht das Tempo vorgeben. Aber ich erwarte, dass sich meine Partnerin mit dem, was ihr Leben geprägt hat, auseinandergesetzt hat. Gerade, damit sie den Anteil ihrer Vergangenheit und meinen Anteil klar auseinanderhalten kann und ich sie ggf. unterstützten kann.

Dieses pauschale "mein Ex war ein Narzisst", das ich hier immer wieder lese, ist für mich ein Zeichen einer unreflektierten Beziehung und damit ein Alarmsignal. Der zweite Satz, der mit "Und nachdem ich mich mit der Beziehung auseinandergesetzt habe, folgere ich..." ist für mich von entscheidender Bedeutung und fehlt in der Regel. Wenn auch dann nur das kommt, was ich hier immer wieder mal im Ansatz lese, nämlich "alle Männer sind Schweine", dann darf die Dame sich gerne sofort einen anderen Mann suchen.

Ich möchte keine Partnerin mit einem schlechten Männerbild. Für ich ist das ein Zeichen von Reflektions- und Beziehungsunfähigkeit.
 
  • #23
Was mich jetzt aber umtreibt, ist die Frage, was dieses Ausharren in einer höchst destruktiven Beziehung, das nicht Loslassen wollen bzw können über sie aussagt? Ich stelle auch schon fest, dass sie teilweise sehr verunsichert ist, und mir Fragen stellt, die eigentlich in einer wohlwollenden, von Zuneigung geprägten Begegnung (rede noch nicht von Beziehung) unnötig sind. Kann es sein, dass der Ex-Kerl ihr destruktive Muster eingetrichtert hat und so ihr Bauchgefühl und ihren inneren Kompass beschädigt hat?
Narzissten haben es meisterlich raus, ihre Partner mit Zuckerbrot und Peitsche abhängig zu machen. Da können schlimme Beziehungs- und Abhängigkeitsstrukturen entstehen, für die der nicht narzisstische Partner nichts kann. Und es ist sogar fast typisch, dass sich der nicht narzisstische Partner nicht lösen kann. Sogar nachdem er mal endlich geschafft hat, die Beziehung zu beenden, ist er gestresst und leidet weiter. Nicht wenige müssen in eine psychosomatische Klinik. Ich würde Deiner Freundin in der Hinsicht nichts anlasten. Vermutlich ist sie eine liebe und fürsorgliche Person und wurde von ihrem Exfreund unter diesem Aspekt regelrecht ausgewählt. Schaffe eine vertrauensvolle Basis und schau halt, wie es weiterläuft. Es gibt ein Buch "schleichendes Gift", das ich sehr empfehlen kann.
 
  • #24
Ich denke, was diese Frau erlebt hat, ist nichts besonderes. Nachweislich ist heute fast jeder narzisstisch veranlagt und jeder beziehungsgeschädigt und die meisten Männer unverbindlich und schädigend unterwegs. Frauen erleben viel in Beziehungen, die man gar nicht sagen darf, weil man als Opfer der Buhmann ist.
Ja, das ist so und laut des forensischen Psychiaters Reinhard Haller sind von allen Narzissten oder narzisstisch gestörten Menschen 70 % Männer. Oder die Frauen sind anders narzisstisch gestört - nicht so aggressiv nach aussen wie Männer.

Frauen werden auch viel häufiger Opfer von Missbrauchsbeziehungen und laut Statistiken ist jeder 3. Frau in Europa von Partergewalt (psychische und körperliche Gewalt) betroffen. ( es ist natürlich auch allgemein bekannt, dass auch Männer von Partnerschaftsgewalt betroffen sein können, sowohl psychisch als auch körperlich).

Und es muss nicht immer Narzissmus oder eine diagnostizierte narzisstische Persönlichkeitsstörung für destruktive Beziehungen verantwortlich sein, denn es gibt auch andere psychiatrische Krankheitsbilder, die dafür verantwortlich sind.

Borderline Persönlichkeitsstörung haben auch Männer oder Suchterkrankungen und AD(H)S bei Erwachsenen (immerhin bis zu ca. 5% der Erwachsenen), welche als Symptome verminderte Frustrationstoleranz, schnelles und übertriebenes Ärgern, sehr leicht stressanfällig, schlecht funktionierende Exekutivfunktionen des Frontalhirns und verminderte Impulskontrolle.

Gewiss es wird häufig von Narzissmus und derart gestörten Menschen geschrieben, doch das Problem ist, dass es das tatsächlich viel häufiger geben kann, denn gerade diese Menschen niemals in einer Behandlung gehen würden weil sie sich vollkommen gesund und normal sehen. Es sind nicht die Narzissen, die selbst unter ihrem „so sein“ leiden, sondern es sind immer die anderen bzw. die Menschen aus dem näheren Umfeld. Kann mir vorstellen, dass die Dunkelziffer höher ist als die geschätzten 1-2% in der Bevölkerung.

Ein narzisstisch gestörter Mann geht erst dann in eine Therapie, wenn seine Ehefrau ihm droht, ihn zu verlassen oder es auch tut und er vielleicht auch noch arbeitslos wird. Also erst dann, wenn es zu einer narzisstischen Krise gekommen ist und manche dann auch Suizid begehen - wie manche CEOs.
 
  • #25
Lieber FS,

ja sie ist sehr vorsichtig und hat Angst wieder an solch einen Mann zu geraten. Kann ich aus irgend einem Grund nachvollziehen. Tatsächlich braucht ein Narzisst einen Co-Narzisst. Das sie so lange in dieser ungesunden Beziehung war spricht dafür, dass sie kein Selbstwertgefühl hat.
Höchstwahrscheinlich rührt das auch aus einer schwierigen Kindheit.

Ihr letzte Beziehung hat sie noch nicht verarbeitet, da das Thema so präsent ist. Und das sie mit dir über ihre letzte Beziehung so ausführlich spricht, finde ich nicht so toll.

Es gibt Menschen die gerne andere unterstützen und retten wollen. Gehörst du auch zu diesen Menschen?

Ich denke, dass die Basis einer guten Beziehung nicht gegeben ist, solange sie das noch nicht aufgearbeitet hat. Es fehlt hier die Leichtigkeit bei euch. Sprecht ihr nur über Probleme?
So hört es sich für mich zumindest an.

Du kannst es ja in nächster Zeit beobachten. Redet sie nur über ihren Ex? Nur über Probleme/ihre Verletzungen?
Ich würde mir da ausgenutzt vorkommen.
 
  • #26
Was nützt es dir, Fragenstellender, wenn nun alle - dich eingeschlossen - sich an einer inflationären Laien-Diagnose wie "Narzissmus" festbeißen? Fest steht zumindest - die Frau deiner Begierde hat eine destruktive Beziehung hinter sich, in der es auch körperliche Übergriffe gab. Mit ihren aktuellen Fragen will sie dich vermutlich auf deine Persönlichkeit hin abklopfen, was verständlich nach einer desaströsen Beziehung ist. Du stilisierst sie zum Opfer, wenn du von "destruktiven Mustern" schreibst, die der Ex-Freund ihr beigebracht haben soll. Entscheidend ist, ob diese Frau erkennt, welchen Anteil sie an einer langjährigen destruktiven Beziehung hatte und dabei können destruktive Verhaltensweisen eine Rolle spielen, die sie schon lange in sich trägt: "Opfer" und "Täter" finden sich, wenn etwas ausgehandelt werden muss, um etwas gekämpft wird, bis einer von beiden es schafft, auszusteigen. Die Frau, in die du dich verliebt hast, hat hoffentlich ihren Anteil an der vergangenen Beziehung erkannt und verarbeitet, denn ein neuer Anfang kann nur dann gelingen, wenn sich nicht eine anders geartete Abhängigkeit von dir als Therapeut und Retter entwickelt. Sei du selbst, mit all deinen Stärken und Schwächen: Setze Grenzen, wo du sie brauchst und schenke Zuneigung, wie du es möchtest. Damit tust du ihr den größten Gefallen, denn nur so habt ihr eine reale Chance eure Kompatibilität zu erproben. Ihr Ex ist Vergangenheit und es war / ist ihr Problem - lasse es nicht zu, dass sich euer Kennenlernen um den Fixpunkt "narzisstischer Ex" herum drapiert. Sie hat es dir erzählt und nun sollte das kein weiteres Thema sein, außer sie will durch dich etwas aufarbeiten, wozu sie eigenständig nicht in der Lage ist. Dann könntest du dich allerdings fragen, warum du bevorzugt an Frauen interessiert bist, die sich mit unabgeschlossenen Geschichten oder Ängsten herumtragen (s. deine Posts aus dem Jahr 2016).
 
  • #27
Zu allen bisherigen Meinungen ein kräftiges JEIN.

Anfang dieses Jahres hatte ich eine Frau kennengelernt die mir von ihrer traumatischen Beziehung zu ihrem Exmann erzählt hat. Dummerweise waren alle Beziehungen in ihrem Leben dramatisch ... Das war eigentlich Warnung genug, denn Borderliner machen alle ihre Exbeziehungen schlecht.

Dann habe ich über eine Partnerbörse eine andere Frau kennengelernt und ihr gleich beim ersten Date von der Borderlinerin vorgeheult. Zum Ausgleich erzählte sie mir von ihrer letzten Beziehung, einer narzisstisch gestörten Persönlichkeit. Im Laufe der Zeit kam heraus, dass sie selbst ein Problem hat. Eine Nähe-Distanz-Problem und deswegen immer entsprechend distanzierte Liebhaber hat. Ich habe dann wie irre an ihr herum diagnostiziert. Hilft meine eigenen Schatten zu verbergen.

Wir wurden Dank ähnlicher Interessen Kumpels. Das sind wir inzwischen nicht mehr. Zusammen sind wir aber trotzdem noch. Bloss viel enger als Kumpels.
 
  • #28
zu einem Narzissten (7 Jahre Beziehung!?) gehört immer ein Co-Narzisst! Sprich, ein Mensch, der diesen Narzissten ebenso braucht. Meistens sind diese weiblichen Co-Narzissten Frauen, die sich über den Mann versuchen aufzuwerten, weil er weit über ihnen steht beruflich oder finanziell oder intellektuell.
Falls du also auch nur ansatzweise devote Züge in dir hast oder eine Gleichberechtigung bevorzugst, wird das sowieso nichts mit Euch.
Frauen von Narzissten wollen einen eher dominanten Mann, ganz egal, wie sehr sie unter dem letzten gelitten haben.
Grundsätzlich würde ich allerdings immer Abstand von Männern oder Frauen halten, die über ihren Ex herziehen und das arme Opfer sind.
Du wirkst in Deinen Erzählungen naiv und wirst auf Dauer keine Chance bei ihr haben, sie wird sich den nächsten Narzissten suchen, weil sie das genauso braucht wie er eine Frau braucht, die es mit sich machen lässt. Ich glaube, du wirst nicht viel mehr als ihr "Therapeut", evtl inklusive ein bisschen Sex.
Aber eher, um über den alten Mann hinwegzukommen.

Das ist völliger Quatsch!!! An einen Narzissten oder eine eine Narzisstin kann jeder geraten. Meist sind die Opfer emphatisch und sensibel. Ein Narzisst versteht es hervorragend sein Opfer einzufangen. Nennt sich love bombing. Hat er dich erstmal einfangen ist es schwer sich zu lösen. Ich war selbst sechs Jahre mit einem verheiratet und weiss wovon ich spreche! Ich bin aber definitiv keine Co narzisstin. Das nächste Mal erst schreiben wenn man sich auch wirklich mit dem Thema auskennt!