• #1

Wie mit Männern umgehen, wenn sie verschlossen sind und keine Emotionen zeigen können?

Ich habe vor Kurzem ein Buch gelesen (Männerseelen), um die männliche Psyche besser verstehen zu können. Es hat mir die Augen geöffnet, aber auch Fragen hinterlassen.

In meinem Leben hatte ich bisher nur Männer (meisst Techniker/Ingenieure), die eher rational waren und nie über Ängste/Trauer und generell Emotionen mit mir reden konnten. Ich hatte immer das Gefühl, es gibt eine Barriere zwischen uns. Liebe zeigten sie durch ihre Hilfe (Reparaturen etc.) und sie waren alle zuverlässig. Ich selbst bin emotional und zeige Gefühle/Emotionen recht stark. Das mache ich aber nur bei Vertrauten Menschen. Ansonsten bin ich eher unnahbar.


Hattet ihr schon Partner, die über Gefühle und Bedürfnisse sprechen konnten? Falls nein, wird es irgendwann besser mit diesen Männern, sofern sie vertrauen? Viele haben es ja nicht gelernt, darüber zu sprechen und spalten Emotionen ab (vermutlich durch fehlende Vaterfigur in der Kindheit/mangelnde Spiegelung durch Benennung der Gefühle in der Kindheit).

Vielleicht auch an die Männer selbst: könnt ihr Gefühle der Trauer/Wut/Angst zeigen oder fühlt ihr euch nicht als Mann, wenn ihr das tut?
 
M

morslucis

  • #2
@irina85

willst du einen Mann, der negative Emotionen zeigt, oder einen, der darüber redet?
Das ist ein himmelweiter Unterschied.
Ich kann wunderbar über meine negativen Emotionen reden, wenn ich gefragt werde, und das Gefühl habe, dass mein Gegenüber sich wirklich dafür interessiert... Alleine das kann sie ja auch schon abmildern.
Sie aber zu zeigen, ist eine andere Nummer. Macht auch nicht so viel Sinn bei negativen Emotionen, weil Körpersprache Emotionen verstärkt.
Insbesondere Angst wird dann schnell zur Panik, und Panik ist (für mich als Kletterer, aber auch beispielsweise beim Schwimmen in großen Gewässern) lebensgefährlich.
Es gibt also durchaus Situationen, wo es sinnvoll ist, die körperlichen Begleiterscheinungen von Emotionen bewusst zu bekämpfen.

Also zur Titelfrage:
Einfach fragen!

m33

PS: um meinen Beispielen treu zu bleiben hier noch die umgekehrte Version:
Vor Maximalkraftzügen beim Klettern/Bouldern hilft es mir meinen Körper ohne wirklich wütend zu sein, in einen wutartigen Zustand zu versetzen, und ein bisschen rumzuschreien ;)
 
  • #3
Liebe FS,

ich empfinde Männer größtenteils nicht verschlossen und nehme wahr, dass sie sehr wohl Gefühle zeigen können. Sie machen daraus nur kein so großes Gewese, sezieren und verkomplizieren diese in Gesprächen, setzen einen Punkt und weniger Fragezeichen. Ich finde das erfrischend angenehm. Ich möchte einen Mann nicht in eine Emotionsschiene pressen wollen, die meine ist. Ich nehme Gefühlsbekundungen und Emotionen durchaus wahr, auch wenn sie anders sind, aber gleich bedeutungsstark.
Was ich beobachte, ist die Erwartungshaltung, dass sich Männer so theatralisch wie Frauen ausdrücken sollen.
 
  • #4
Techniker/Ingenieure), die eher rational waren und nie über Ängste/Trauer und generell Emotionen mit mir reden konnten. ...wird es irgendwann besser mit diesen Männern, sofern sie vertrauen?
Auch ich bin Ingenieurin, eher rational und will nicht über Ängste/Trauer usw. reden.
Auch nicht über schöne Gefühle.

Ich finde alles Romantische, was hier ab und an in entsprechenden Threads von Frauen gewünscht wird, unangenehm.
Ich will keine Liebesbriefe, keine Blumen, kein Geburtstagsgeschenk.
Wenn ich ein Dienstjubiläum hätte, würde ich meinen Chef bitten, dass er keine Rede hält. Ich weiß vor Peinlichkeit nicht, wo ich hingucken soll, wenn Kolleginnen in dieser Lage zwischen Weinen und Kieksen schwanken.

Ich will auch keine negativen Dramen. Ich streite nicht laut, sondern werde eisig-still, wenn ich sauer bin.
Ich hasse 'klärende Gespräche'.
Wenn ich mir aussuchen könnte, wie ein Mann mit mir Schluss macht, wäre es mir recht, wenn ich eine knappe WA bekommen und ihn danach nie wiedersehen müsste.

Ich will keine Hochzeit und wenn es, aus welchen Gründen auch immer sein müsste, würde ich eines meiner Business-Kostüme anziehen, wir würden im Standesamt heiraten und danach zu zehnt in einem mittelpreisigen Restaurant essen gehen.
Ohne Heulen, Tischreden, Geschenke, Blumen, enorme Kosten, viele Gäste...

Ich bringe nie 'ich liebe dich' über die Lippen, will das auch nicht und will es auch nicht hören. Ich finde das schlicht schleimig.
Liebe zeigten sie durch ihre Hilfe (Reparaturen etc.) und sie waren alle zuverlässig.
DAS ist genau nach meinem Geschmack.

Und das wird sich niemals ändern, auch nicht, wenn ich mit einem Mann vertraut bin, denn ich bin nicht so, weil ich kein Vertrauen habe, sondern weil ich so bin.
Die Menschen sind verschieden und wenn du an einen solchen Mann gerätst, passt es diesbezüglich mit euch eben nicht. Mit mir und ihm würde es passen.
Mein Freund ( ebenfalls Ingenieur ) sagt immer mal wieder, dass ich die unkomplizierteste Freundin bin, die er je hatte.
Naja, unkompliziert ? Nein, einfach passend.

Erhoffe dir nicht, so einen Mann zu ändern. Frauen wollen das ja offenbar gelegentlich. Der Mann versucht dann, sich anzupassen, der Frau das vorzuheucheln, was sie haben will aber wie lange wird das gut gehen ?
Suche dir einen passenden.
Warum muss es ein Techniker sein ?
Wie wäre es mit einem Geisteswissenschaftler ?
Pädagogen, Soziologen etc. ?
Die wären nun wiederum so gar nichts für mich.
Ich habe viel mit ihnen zu tun und das ist für beide Seiten schwierig, wir kommunizieren vollkommen unterschiedlich, was oft zu Problemen führt.

w 51
 
  • #5
Ich bin zwar kein Mann, aber deine Hauptfrage, wie du mit diesen Männern umgehen sollst, würde ich trotzdem gerne beantworten. Lass sie einfach, wie sie sind. Wenn sie eher ihren Kopf benutzen möchten und selbst im Alltag alles analytisch durchdenken wollen, dann lass sie. Ich würde nicht weiter daran rumdoktern. Auch würde ich keine weiteren Bücher lesen, weil du dich mal ganz ernsthaft fragen musst, welcher dieser Männer Bücher lesen würde, um DICH besser zu verstehen. Du gerätst da als Frau einfach in ein Ungleichgewicht.

Wenn ich einen Mann haben möchte, der Gefühle zeigen kann, dann such ich mir so einen. Ein reiner Analyt käme für mich nicht mehr in Frage, und ich denke, für dich auch nicht. Es lohnt sich viel mehr die Zeit in die Suche nach einem anderen zu investieren als an einem einzigen Mann herumzubasteln, der nicht anders kann, sich nicht ändern will und es wohl auch nie wird.

Wie würdest du es finden, wenn ein Mann versucht, dir deine emotionale Seite abzugewöhnen und dich zum kühlen Analyt zu machen?
 
  • #6
Ich hatte noch keine Männer die nicht über Gefühle sprechen konnten. Ob sie wollten, steht auf einem anderen Blatt. Ich bin auch ein eher emotionaler, aber auch pragmatischer Mensch und finde es eigentlich eher angenehm, wenn der Typ nicht so mega weinerlich oder hochsensibel. Einer muss ja einen kühlen Kopf bewahren.

Insofern, wie überhaupt mit anderen Menschen umgehen? Einfach so lassen, wie sie sind. Sich selbst entspannen. Und einsehen, wenn einer nicht zu mir passt. Dann eben nicht.
 
  • #7
Vielleicht auch an die Männer selbst: könnt ihr Gefühle der Trauer/Wut/Angst zeigen oder fühlt ihr euch nicht als Mann, wenn ihr das tut?
Schon mal bei einem WM Finale zugeschaut, überhaupt bei Wettkämpfen? Das sind Emotionen pur. Da sind die negativen und die positiven Gefühle ganz nah beieinander.
Hattet ihr schon Partner, die über Gefühle und Bedürfnisse sprechen konnten?
Ich dachte, dass wäre so ein Grundpfeiler für eine Beziehung. Aber vielleicht gibt es ja Menschen, die erraten alles.
Liebe Irina, nimm es mir nicht übel, Du denkst Dir glaub ich das ganze Leben kaputt. Lies doch mal ein schönes Buch
 
  • #8
Hi,

gute Frage.

Ich persönlich bin bei einem Techniker diesbezüglich an meine Grenzen gestoßen.
Ich selber bin zwar vom Intellektuellen nicht schwach, Werte aber Gefühle und deren Ausdruck sehr hoch ein und habe auch beruflich sehr viel Übung darin erworben, da ich in einem sozialen und einem kreativen Job immer ! mit Menschen statt am PC oder mit Gegenständen arbeite.

Nun hatte ich ein Gegenüber das komplett unfähig war Gefuehle wie Wut, Verletzung, Angst oder Verunsicherung auszudrücken.
Ich halte das aber in Beziehungen für notwendig. Wenn mich was irritiert oder verletzt spreche ich es...manchmal zeitversetzt...ruhig an. Und erwarte das auch vom Partner.

Bei ihm nun war es so dass ich "spueren" musste was los ist, da er s nicht sagte. Über Gott, die Welt, Politik etc konnte er toll reden. Nur über sich nicht :-(
Wenn ihm was nicht passte zeigte er es mir indem er "abtauchte" oder Schluss machte...wobei er dann immer wiederkam, in der Zwischenzeit zerpflueckte ich unsere Kommunikation, fand meinen "Fehler" und verstand es dann.

Aber ich fand es anstrengend, unfair und kräftezehrend immer die Glaskugel rausholen zu müssen weil er sich verschloss... Während ich selbst sehr bemüht bin auszudrücken wo ich stehe damit es keine Spielchen und Verunsicherung gibt. Er war trotzdem n ganz bemühter, zuverlässiger. Aber es hat mich fertig gemacht, fuer 2 kommunizieren und fühlen zu sollen. Ich wollte es so nicht mehr haben.
Und es gibt durchaus Männer, vdue Irritationen und Gefühle ansprechen. Oft in sozialen oder kreativen Jobs.

Ich weiss nicht ob so jmd das aendern kann. Ich hab versucht ihn dazu zu ermutigen, aber es war als sollte ich jmd sprechen beibringen. Mühsam!
Ich freue mich über jeden Mann der Gefuehle ausdrückt und nicht aus Angst vor "Drama", Hysterie oder " unmaennlichkeit" einen so wichtigen Teil des Mensch seins abspaltet. Nur ein solcher Mann kann auch "mitfühlen" was ich sehr wichtig finde.
 
  • #9
Ich würde sagen, dass rationale Menschen, anderes denken und deshalb anderes agieren, als emotionale, obschon beide die gleichen Gefühle haben und durchleben, ist der Umgang einfach damit anderes. Der Rationale kann seine Gefühle klar beschreiben und benennen, der Emotionale lebt es eher aus, kann es eben nicht so klar in Worte fassen und agiert/gestikuliert dafür umso mehr. Beides ist eindeutig.
Ich denke, den rationalen Menschen wird man nicht ändern, weil er einfach so ist; anders denkt & handelt; genauso wenig, wenn man vom Emotionalen verlangen würde, seine Emotionen zu beschränken und nicht zu zeigen; klappt nicht. Die Menschen rational vs. emotional sind in der Art unterschiedlich und zeigen, handeln anders, weil sie so sind, es nicht anders können; und nicht, weil sie es nicht wollen.
Rationale Menschen verstehen nicht, warum Gefühle einen Emotionalen plötzlich dermaßen aus der Bahn werfen oder man bei Belanglosen Themen jemand hochemotional reagiert. Wie umgekehrt sich der Emotionale fragt, wie kann der Rationale in der Situation nur so geistesgegenwärtig, lösungsorientiert und ruhig bleiben. Verstehen wird man einander weniger, weil man die Erfahrungen nicht macht, ich meine, ein Rationaler Mensch, wird nicht plötzlich in einer Situation emotional und die Gefühle brechen sich Bahn, wie umgekehrt, der Emotionale bleibt völlig ruhig und gelassen in einer Situation, welche in ihm sonst heftigste Gefühle auslösen, wo normalerweise ein Gefühlsorkan im Inneren tobt.
Aber man erkennt einander, dass man es nicht verstehen und nie nachvollziehen wird; und dann kann man aufeinander eingehen und tolerant miteinander sein, á la leben und Leben lassen, im Wissen, dass Situationen unterschiedlichen bewertet werden & be-/verarbeitet werden, entweder kopflastig oder aus dem Bauch heraus, Entscheidungen anders getroffen werden, nach Listen & Gründen oder womit man sich besser fühlt, auch die Lebensplanung und Entwicklung. Ich kann mit beiden gut umgehen, wenn jemand vor Freude Luftsprünge macht, oder jemand sich weniger emotional zeigt, aber die Freude in den Worten, in den Augen oder im Händedruck spürt. Umgekehrt auch, ich nehme beide in den Arm, das kleine heulende Elend, wie denjenigen der seinen Verlust mit klaren Worten schildert.
 
  • #10
Mir geht es genauso wie dir, ich hatte meistens Männer, die emotional verschlossen und schweigsam waren und in technischen Berufen gearbeitet haben. Ich fühlte mich neben ihnen ganz schön einsam und fragte mich, warum Männer und Frauen trotz der Unterschiedlichkeit, Beziehungen anstreben. Es ist einfach eine komplett andere Welt, in der sich diese Männer befinden. Es wird über Sachthemen geredet und es werden ein paar Witzchen gemacht. Wenn sie mit ihren männlichen Freunden zusammen sind, fühlen sie sich langfristig wohler. Auf Frauen können sie meist nur in der Verliebtheitsphase eingehen, wenn überhaupt. Männer haben oft keinen Zugang zu ihren Gefühlen und empfinden es als unangenehm, darüber zu reden. Frage ich nach, wirkt das auf sie nervend und bohrend.
Bei Konflikten oder Kritik mauern sie, einige werden sogar verbal aggressiv.
Ein Ex-Freund war ein extremer Schweiger. Er antwortete noch nicht mal auf einfache Fragen. Mit ihm konnte ich stundenlang am Tisch sitzen und nichts sagen. Mit seinen Kumpels hatte er sich mehr zu erzählen, meistens oberflächliche Frotzeleien.
Damals war ich über dieses Verhalten noch enttäuscht.
Nur einmal hatte ich einen Mann als Partner, der ein interessanterer Gesprächspartner war. Er war Geisteswissenschaftler und sehr belesen. Auch mein bester Freund ist sehr kommunikativ. Wir können über alles reden und reflektieren unsere Beziehungen. Auch er Geisteswissenschaftler.
Vielleicht solltest du dich in dieser Berufsgruppe umschauen?

Meine Beziehung bzw. Ehe mit dem Geisteswissenschaftler ist trotzdem gescheitert, denn gute Gespräche sind nicht alles.

Mittlerweile habe ich nicht mehr diese Erwartungen und achte bei der Partnerwahl vor allem auf erotische Anziehung. Zuverlässigkeit und Treue sind auch wichtig. Den Rest lagere ich aus. Das hat mich befreit, unabhängiger werden lassen und ich fühle mich nicht mehr einsam neben diesen Männern.
Wie ich es schon oft schrieb; ein Mensch kann nicht alle meine Bedürfnisse befriedigen. Damit überfrachtet man jede Liebe mit Erwartungen. Und zu viel emotionale Nähe tat meinem Sexleben nie gut.
Aber das erlebt sicher jede Frau anders.
 
  • #11
Ich empfehle dir ein besseres Buch: Men don't love women like you. Gibt es leider nur auf Englisch, sollte aber jede Frau gelesen haben, weil es eine unglaubliche Lektüre ist, die beschreibt, wie solche Männer zu händeln sind.

Emotionale Männer möchten ihre Ruhe oder sind gesättigt. Du hast nichts besseres zu bieten, als jede andere Frau da unten in der Hose auch hat. Emotional distanzierte Männer können die schönsten Frauen abbekommen und hatten sie auch im Bett. Und wenn nicht, bezahlen sie dafür. Du bist insofern nichts besonderes für diese Männer und kannst nur auf Abstand gehen und beweisen, dass du dein Leben auch ohne solche Drama-Männer auf die Reihe bekommst.

Hattet ihr schon Partner, die über Gefühle und Bedürfnisse sprechen konnten?
Ja. Dafür suchst du dir einen Mann, der dir selber zugeneigt ist. Und ausschließlich diese Männer! Klappere deinen Freundeskreis ab. Du hast sicher Verehrer. Gib ihnen mal eine Chance und geh mit ihnen ins Kino. Du wirst merken, das macht viel mehr Spaß, als du gedacht hast.

Falls nein, wird es irgendwann besser mit diesen Männern, sofern sie vertrauen?
Nein. ... Und der nächste! Die Welt ist voller Männer.

Viele haben es ja nicht gelernt, darüber zu sprechen und spalten Emotionen ab (vermutlich durch fehlende Vaterfigur in der Kindheit/mangelnde Spiegelung durch Benennung der Gefühle in der Kindheit).
Du bist keine Therapeutin. Hör auf damit. Leb dein Leben mit vieler Art von unterschiedlichen Männern und halte dich nie zu lange an einem einzigen auf! Eines Tages wirst du deine verlorene Zeit bereuen!
 
  • #12
Hattet ihr schon Partner, die über Gefühle und Bedürfnisse sprechen konnten?
Ich hatte alles. Mein Ehemann extrem verschlossen verbal. Lange Zeit dachte ich, dass alle so sind.

Und dann suchte ich nach welchen, die eben nicht so sind und das war dann das genaue Gegenteil, das war auch nicht schön.

Die empfand ich dann als unmännlich und furchtbar klammernd.

Erst danach kam ich so ins normale Mittelmaß.

Ernüchternd war für mich eine Erfahrung, bei der ich merkte, dass all die schönen Worte nichts wert sind, wenn keine Taten folgen. Denn das kannte ich von meinem Mann nicht, er sprach zwar nicht viel, aber was er sagte, hatte Hand und Fuß und man konnte sich auch darauf verlassen.

Ich habe meinen Anspruch diesbezüglich also auch geändert. Wo mir früher die Worte wichtig waren und ich die Taten als selbstverständlich hinnahm, sind mir heute die Taten wichtiger, die Worte dafür weniger.

Grundsätzlich denke ich aber, dass Männer einfach anders sind als Frauen, sie machen immer ihr Ding erst mit sich aus, bevor sie darüber reden.

Wenn du dir instinktiv immer wieder kühle Männer aussuchst, liegt das "Problem" wahrscheinlich eher bei dir, dass du gar nicht soviel Nähe verträgst, wie du dir zu wünschen glaubst. Denn ein kühler Mann gibt dir auch die Sicherheit, dass er dir niemals zu nah kommen wird.
 
  • #13
Wenn dir Zuverlässigkeit sehr wichtig ist, kannst du mit einem solchen Mann zusammen sein, wenn es im Bett klappt.
Den "Rest" wie tolle Gespräche, emotionale Erlebnisse (z.B. Reisen in Gebiete mit toller Landschaft, Opernbesuche oder was auch immer) kannst du ja mit anderen Menschen teilen. Wenn er wenig Gefühle ausdrückt und nicht immer über alles reden muss, ist er vielleicht auch einfach nur zufrieden damit wie es läuft. Dann nervt er auch nicht und macht kein Theater wegen jeder kleinen Irritation. Das heißt du bist nicht alleine und hast einen zuverlässigen Menschen an deiner Seite und kannst trotzdem dein Ding machen und emotional aus dem Vollen schöpfen. Vielleicht findet er das ja gerade bei dir gut und könnte es trotzdem für sich selbst nie.
Klingt doch alles gar nicht mal so schlecht. Einen solchen Mann würde ich sogar heiraten.
 
  • #14
Mir geht es genauso wie dir, ich hatte meistens Männer, die emotional verschlossen und schweigsam waren und in technischen Berufen gearbeitet haben. Ich fühlte mich neben ihnen ganz schön einsam und fragte mich, warum Männer und Frauen trotz der Unterschiedlichkeit, Beziehungen anstreben. Es ist einfach eine komplett andere Welt, in der sich diese Männer befinden. Es wird über Sachthemen geredet und es werden ein paar Witzchen gemacht. Wenn sie mit ihren männlichen Freunden zusammen sind, fühlen sie sich langfristig wohler. Auf Frauen können sie meist nur in der Verliebtheitsphase eingehen, wenn überhaupt. Männer haben oft keinen Zugang zu ihren Gefühlen und empfinden es als unangenehm, darüber zu reden. Frage ich nach, wirkt das auf sie nervend und bohrend.
Bei Konflikten oder Kritik mauern sie, einige werden sogar verbal aggressiv.
Ein Ex-Freund war ein extremer Schweiger. Er antwortete noch nicht mal auf einfache Fragen. Mit ihm konnte ich stundenlang am Tisch sitzen und nichts sagen. Mit seinen Kumpels hatte er sich mehr zu erzählen, meistens Anziehung. Zuverlässigkeit und Treue sind auch wichtig. Den Rest lagere ich aus. Das hat mich befreit, unabhängiger werden lassen und ich fühle mich nicht mehr einsam neben diesen Männern.
Wie ich es schon oft schrieb; ein Mensch kann nicht alle meine Bedürfnisse befriedigen. Damit überfrachtet man jede Liebe mit Erwartungen. Und zu viel emotionale Nähe tat meinem Sexleben nie gut.
Aber das erlebt sicher jede Frau anders.

Ich habe in dieser Beziehung erstmals erkannt was Menschen meinen, wenn sie sagen sie "fühlen sich zu zweit einsam".
Was wirklich verband war guter Sex. Da konnte er Nähe und Zärtlichkeit zulassen.
Im Alltag nicht. Zumindest nicht, wenn es um unangenehme Gefuehle ging. Die wurden weggedrückt.

Inzwischen halte ich mich für den Zweck eh eher an Frauen. Ich stelle fest, gute Freundinnen waren immer in schwierigen Momenten da. Auch emotional.
Männer möchte ich eher für ne nette Zeit gemeinsam und Sex. Aber der Mann muss mir dann halt regelmäßige Freundinnen Zeit lassen..und nicht klammern. Es ist tatsächlich gesünder nicht alles von einem Menschen zu erwarten. Aber dazu müssen dann beide Partner breit aufgestellt sein und beide das romantische Ideal des " Traummenschen" der immer alle Bedürfnisse erfüllt aufgegeben haben. Es ist eh nicht gesund.
 
  • #15
Hallo zusammen,

ich denke Männer begeistern sich ja auch für andere Sachen. Beim Fussball steht zum Beispiel der Herdentrieb im Vordergrund. Wo man mit den Kollegen des eigenen Vereins im Wettkampf steht zu den Kollegen des anderen Vereins. Für sowas sind Frauen biologisch gar nur selten zu haben. Wenn du jetzt sagst, du willst, dass der Mann über seine Emotionen spricht, dann musst du das auch mit entsprechenden Momenten verknüpfen, die diese auslösen bei ihm. Wenn er nach der Arbeit auf der Couch sitzt, wird er wohl eher der emotionsloseste Klotz auf Erden sein. Wenn ihr dabei aber Conan der Barbar schaut, über einen Mann, der seinen Weg geht, dann erzählt er dir vielleicht was aus seinem Innersten. :)

Gruß,
m34
 
  • #16
Naja, es gibt Gefühle und Gefühle ........
Natürlich gibt es Wut und Ärger, die raus müssen. Ich hab einen Sandsack und einen Punchingball. Und lautstark fluchen kann ich auch.
Aber - wie @frei - wenns gefährlich wird, bin ich ganz ruhig. Keine Panik, die kleinste Chance nutzen wollen. Ist dann alles gut gegangen, dann wird gefeiert. Denn das geile Gefühl des Sieges muss konserviert werden.
Im Alltag - ja, ich kann über Gefühle wie Hunger, Durst oder Lust auf ..... sprechen. Schwierig wirds schon bei Schmerzen. Bis ich mal zugebe, dass es mir nicht gut geht .....
ich gebe zu - es kommt mir sehr entgegen, dass meine Freundin und ich uns mit einer langen Umarmung, einem Blick, einem Lächeln oder einer Geste gegenseitige "Liebesromane" ersparen.
Sie kann und darf alles ansprechen, sie wird dann auch getröstet oder was auch immer - aber von mir kommt eigentlich nichts in diesen Bereichen. Ja, ich bin eben auch Zahlen - Daten - Fakten Mensch.
Es muss eben auch in dieser Hinsicht Verständnis da sein. Und Passung.
 
  • #17
Hattet ihr schon Partner, die über Gefühle und Bedürfnisse sprechen konnten?
Ja. Das war aber, um mich zu bearbeiten, diese Bedürfnisse zu erfüllen. Also der Mann war soweit "Mann", dass er nicht selbst dafür sorgen wollte, dass sie erfüllt werden, indem er sich mir anpasst, wie das eine Frau tun würde, die ihre emotionalen Bedürfnisse im Beziehungsbereich über alles stellt. Aber es gab keine Barriere zwischen uns, weil wir immer ehrlich zueinander waren und keiner seine Bedürfnisse woanders befriedigte und dem Partner vormachte, alles sei ok. Wer sowas macht, spricht ja auch nicht (mehr) über seine Bedürfnisse.
Ich hatte immer das Gefühl, es gibt eine Barriere zwischen uns.
Die gab es ja auch wirklich. Wenn einer weder seine Bedürfnisse und Gefühle kennt noch drüber redet, muss der andere sie erahnen und instinktiv befriedigen und Du konntest das nicht. Er gibt dem anderen auch keine Chance, sich anders zu verhalten und damit seine Liebe zu zeigen.

wird es irgendwann besser mit diesen Männern, sofern sie vertrauen?
Kommt ganz drauf an. Wenn der Mann ne Krise hat und nicht mehr dran vorbeikommt, sich als emotionales Wesen zu zeigen (meist erstmal viel Selbstmitleid und Jammern, ein Versager zu sein), dann könntest Du als Frau ja beweisen, dass es zu seinem Besten ist, sich emotional zu öffnen. Aber einerseits kann das wieder zurückschlagen, wenn die Krise vorbei ist und Du ihn "schwach" gesehen hast (das ist auch so bei Männern "am Abgrund", die ne Frau treffen, mit der sich eine "einzigartige Verbindung" ergibt. Wenn bei denen das Programm drin ist, dass sie Krisen als Makel empfinden und die dadurch geäußerten Gefühle als Offenbarung von schändlicher Verletzlichkeit, dann werden sie die Frau, die sie so gesehen hat, abstoßen, sobald sie aus der Krise raus sind und wieder den Macker machen können), andererseits ist das immer, worauf die Frauen warten, die Schöne und eisiges Biest spielen wollen, um dadurch die wahre Liebe in ihm zu wecken und die Einzige für ihn zu sein. Das ist ein narzisstischer Zug bei Frauen. Sie haben auch selbst ein Problem mit ihrer Gefühlswelt, sonst würden sie wegrennen bei einem kalten Mann, der dauernd ihre Gefühle verletzt, lächerlich findet und als schwach sieht. Solche Männer sind unreif und zu unterscheiden von denen, die eben nicht so gefühlvoll sind. Gibt es auch, ist aber dann keine Schwäche und Angst vor Gefühlen, sondern Wesenszug.

Ich würde sagen: Bleib bei Dir selbst und guck, ob es Dir guttut und ob die Verschlossenheit nicht dazu führt, dass Du Dir einen abstrampelst, tagelang grübelst usw.. Du kannst zwar dem Mann ermöglichen, Vertrauen zu Dir zu haben, wenn Du das nicht nur aus eigenen Charakterschwächen willst (Eitelkeit, Sicherheitsdenken), sondern weil Du ihn liebst, aber ob er diese Chance ergreift, steht auf einem anderen Blatt. Wenn er einfach kein gefühlvoller Mensch ist, dann kannst Du ihn auch nicht ändern.
 
  • #18
Wenn ich ein Dienstjubiläum hätte, würde ich meinen Chef bitten, dass er keine Rede hält. Ich weiß vor Peinlichkeit nicht, wo ich hingucken soll, wenn Kolleginnen in dieser Lage zwischen Weinen und Kieksen schwanken.
Das ist doch aber nur DEREN Umgang damit. Die sind gerührt (weinen sicher dauernd bei Anlässen) und bringen das zum Ausdruck, und sie leiden nicht drunter. Es ist anders, als wenn man selbst weinen würde.
Meine Verwandten, die andere Leute, insbesondere die, die gern geliebt werden wollten, also die Kinder, sehr gern gefühlsmäßig verletzten, heulten Weihnachten bei den Sissifilmen.
Es gibt auch Leute, die weinen vor Rührung über sich selbst, weil sie gütig zu jemandem waren, während sie zu anderen kalt und gemein sind.

Ich würde vielleicht HEUTE auch bei den Filmen weinen, wenn ich sie mal gucken würde. Damals kam mir das seltsam vor, zumal die Personen ansonsten gefühlskalt und gehässig waren - aber das hieß anscheinend nicht, dass sie keine Gefühle haben, sondern einen Haufen verletzter Gefühle, die sie lindern wollten, indem sie andere verletzten, die sich nicht wehren konnten.
Solche Dynamiken gibt es auch in Beziehungen, wenn der eine seine verletzten Gefühle verdeckt und verdreht äußert (denn er ist ja sooo rational und hat gar keine) und der andere dann offen drauf reagiert, um dafür dann herabgewürdigt zu werden. Das ist aber was ganz anderes, als nicht über seine Emotionen sprechen zu wollen und sie lieber mit sich selbst auszumachen. Das macht ja derjenige, der seinen gefühlsbetonten Partner manipuliert, ja gerade nicht, sondern er äußert seine Gefühle auf eine Weise, die erlaubt, dem anderen zu dessen gefühlvoller Reaktion dann zu sagen "du bist hysterisch" oder sowas.

Ich denke, viele werden auch eingefroren in ihrer Kindheit. Die Eltern kamen mit den gezeigten Emotionen nicht klar und ließen das Kind stehen, wenn es welche zeigte (In dem Zusammenhang seh ich die zwei deutschen Kriegsgenerationen, die über ihre Gefühle nicht sprechen konnten und durften). Oder sie wussten genau, dass das Kind Anerkennung von ihnen will, gaben aber nichts aus Missgunst, dass das Kind sich mal bestätigt und gut fühlen könnte. Haben sie selbst ja auch nicht, dieses Gefühl.
 
  • #19
In meinem Leben hatte ich bisher nur Männer (meisst Techniker/Ingenieure), die eher rational waren und nie über Ängste/Trauer und generell Emotionen mit mir reden konnten.... Ich selbst bin emotional und zeige Gefühle/Emotionen recht stark. Das mache ich aber nur bei Vertrauten Menschen.
Das ist ein schwieriges Thema. Bei Dir schwingt immer eine Wertung mit: heftige Gefühle sind gut, keine Gefühle zeigen ist schlecht.
Das ist natürlich schwierig mit eher sachlichen Menschen. Gerade wenn mir so emotionale Menschen begegnen, gehe ich auf Abstand, weil diese mir irrational/unberechenbar erscheinen.
In der Anfangsphase kennt man sein Gegenüber ja noch nicht und erkennt nicht, dass vieles für emotionale Menschen nur halb so wild ist, wie es anderen erscheint: viel Rauch, wenig Feuer.

Es würde besser bei Dir in der Kennenlernphase laufen, wenn Du Dich etwas unter Kontrolle hättest und Deine Emotionen weniger stark nach aussen treten.

Ich bin als Frau (Informatikerin) eher so, wie Du Männer beschreibst und behalte meine Gefühle für mich, zumal sie mich verunsichern, ich ihnen nicht traue - anders als meinem Verstand.
Erst wenn ich jemandem vertraue, dann kann ich ihm auch meine Gefühle und Zweifel anvertrauen, aber eher sachlich- distanziert, nicht so heftig wie Du. Ich kann dann abschätzen, wie derjenige damit umgeht.

Hattet ihr schon Partner, die über Gefühle und Bedürfnisse sprechen konnten? Falls nein, wird es irgendwann besser mit diesen Männern, sofern sie vertrauen?.... Viele haben es ja nicht gelernt, darüber zu sprechen und spalten Emotionen ab (vermutlich durch fehlende Vaterfigur...
Bei uns sind die Verhältnisse umgekehrt: der Mann ist der emotionalere, der sehr gut über seine Gefühle sprechen kann. Das ist eine gute Sache: ich verstehe ihn besser, aber auch er kann mich "lesen" - jobbedingt.
Anders als Du ist er kein Hobbypsychologe sondern Facharzt mit entsprechender Berufserfahrung. Daher kommt er auch zu sinnhaften Schlussfolgerungen.
Er würde Dir bestätigen, dass es nach ca. 2 Jahren mit mir besser würde und ich anfing, mich mitzuteilen. Das würdest Du mit den Männern auch erleben, wenn Du solange durchhalten könntest und sie nicht reizueberfluten würdest.

Du willst was übers Knie brechen und das funktioniert nicht. Weil Du keine Geduld hast, eine Beziehung entstehen zu lassen und nicht fähig bist, Dich zurückzunehmen, brichst Du ab und suchst psycho-verbraemte Erklärungen in Inkompetenzen bei den Männern statt bei Dir.
Gras wächst nicht schneller, wenn man dran zieht - es reißt ab.

Du kultivierst Deine Exzentrik und findest sie gut. Die Männer sollen sich dem unterordnen - so geht Partnerschaft in der Neuzeit nicht. Damit bist damit in diesem Kulturkreis erfolglos bei Männern die kein tägliches Psychodrama zuhause wollen sondern eine ruhigere Gangart.
 
  • #20
Ernüchternd war für mich eine Erfahrung, bei der ich merkte, dass all die schönen Worte nichts wert sind, wenn keine Taten folgen. Denn das kannte ich von meinem Mann nicht, er sprach zwar nicht viel, aber was er sagte, hatte Hand und Fuß und man konnte sich auch darauf verlassen.
Ich hatte mal einen Auftrag.
Ich sollte das Fachliche beisteuern, während ein anderer Auftragnehmer, studierter Pädagoge, der sein Geld nun mit 'Personalentwicklung' verdient, die didaktische Seite beisteuern sollte.
Wir beide sowie Angestellte der Firma, alles Pädagogen und Soziologen, bildeten einen Arbeitskreis, der sich mehrfach traf, um eine nicht zufriedenstellend funktionierende, gesetzlich vorgeschriebene regelmäßige Tätigkeit zu optimieren, eher völlig neu anzulegen.

Wir trafen uns selten, etwa 1x/Quartal, was ich schon mal bescheuert fand. Wir legten uns während der Treffen niemals fest. Ich wollte immer gleich Nägel mit Köpfen machen, aber die anderen wollten das immer 'mitnehmen'.
Die anderen redeten, ich machte Protokolle in Tabellenform und legte die Hausaufgaben mit Terminsetzung fest. Die Termine wurden nicht eingehalten, die Hausaufgaben nicht gemacht, wir trafen uns unvorbereitet einfach beim nächsten mal.
Nach etwa sechs Sitzungen, also eineinhalb Jahren wollte ich die Sache mal zum Abschluss bringen, kriegte die anderen dazu, einen konkreten Plan, den ich angefertigt hatte ( mit deren Inhalten ), abzunicken und einen Testlauf zu machen.
Eine Teilnehmerin stellte ihren Betriebsteil zur Verfügung, war dann aber beim Termin nicht da wegen Krankheit, seufz...
Ihr Stellvertreter führte also diese gesetzlich vorgeschriebene Tätigkeit durch und zwar... nach dem alten Muster. Der wusste gar nichts von unserem Arbeitskreis und den Ergebnissen.
Danach war die Luft raus, die hatten einfach keinen Bock mehr.

Nach einiger Zeit wollte ich dem Chef meine Rechnung schicken, sagte, wir seinen ergebnislos auseinander gegangen und wollte wissen, wie es jetzt weitergehe. Ich könne ja so keine Rechnung stellen, weil das erhoffte Ergebnis zu 0% erfüllt worden sei.
Da war er sehr verblüfft, denn der Personalentwickler hatte Vollzug gemeldet, den Erfolg des Arbeitskreises behauptet und seine Rechnung gestellt.

Pädagogensicht: wir hatten viel geredet und Erkenntnisse gewonnen, waren also erfolgreich.
Technikersicht: die Erkenntnisse sind nicht umgesetzt worden, es gab kein Produkt, wir waren also erfolglos.
Pädagogen sind prozessorientiert ( reden gerne ).
Techniker sind lösungsorientiert ( handeln gerne ).

Ich denke, es ist keine Frage des Geschlechts, sondern der Neigung. Die erkennt man u.a. am Beruf.

Such dir einen Pädagogen, die reden und weinen gerne.
Falls du einen Mann der Tat willst, dann lieber nicht.

w 51
 
  • #21
Ich habe vor Kurzem ein Buch gelesen (Männerseelen), um die männliche Psyche besser verstehen zu können. Es hat mir die Augen geöffnet, aber auch Fragen hinterlassen.

In meinem Leben hatte ich bisher nur Männer (meisst Techniker/Ingenieure), die eher rational waren und nie über Ängste/Trauer und generell Emotionen mit mir reden konnten. Ich hatte immer das Gefühl, es gibt eine Barriere zwischen uns. Liebe zeigten sie durch ihre Hilfe (Reparaturen etc.) und sie waren alle zuverlässig. Ich selbst bin emotional und zeige Gefühle/Emotionen recht stark. Das mache ich aber nur bei Vertrauten Menschen. Ansonsten bin ich eher unnahbar.


Hattet ihr schon Partner, die über Gefühle und Bedürfnisse sprechen konnten? Falls nein, wird es irgendwann besser mit diesen Männern, sofern sie vertrauen? Viele haben es ja nicht gelernt, darüber zu sprechen und spalten Emotionen ab (vermutlich durch fehlende Vaterfigur in der Kindheit/mangelnde Spiegelung durch Benennung der Gefühle in der Kindheit).

Vielleicht auch an die Männer selbst: könnt ihr Gefühle der Trauer/Wut/Angst zeigen oder fühlt ihr euch nicht als Mann, wenn ihr das tut?
Irina, von Frau zu Frau: um Erfolg in der Liebe zu haben, muss man die Psychologie der Männer nicht verstehen. Meiner Meinung nach. Denn fast keine Frau kann das. Trotzdem sind einige glücklich verheiratet.

In der Liebe sind sich Mann und Frau meiner Meinung nach sowieso enorm ähnlich. Beide verlieben sich, beide werden schnell anhänglich und bedürftig, wenn sie verliebt sind. Haben sie kein Interesse, reagieren sie kühler.

Deshalb einfach den Mann als Menschen sehen und dich in ihn hineinversetzen. Das finde ich viel einfacher.

Männer sind auch nur Menschen, keine Aliens.;) schaue dir deinen Vater, deinen Brüdern oder Onkel und Cousins an. Dann siehst du, wie sie ticken. Aber in der Liebe; wie gesagt, scheinen mir Mann und Frau eh ziemlich gleich, daher brauchst du nur Empathie.
 
  • #22
Hattet ihr schon Partner, die über Gefühle und Bedürfnisse sprechen konnten?
Ja, hatte ich und da ich ein emotionaler Mensch wie Du bin, habe ich nur mit diesen Männern echte Verbundenheit bzw. eine wirklich symbiotische Beziehung erlebt. Wenn man selbst gefühlsbetont ist und der andere nicht, wird beim Gefühlsbetonten immer ein Mangelgefühl bleiben. Da helfen auch die tollsten Reparaturen nicht drüber weg. Mein Ex war auch zuverlässig hoch zehn, doch zeigte er mir seine Liebe nie im Alltag durch Kosenamen, Berührungen, Umarmungen. Dies wäre für mich nicht auf ewig gegangen, das ist mir klar geworden.

Falls nein, wird es irgendwann besser mit diesen Männern, sofern sie vertrauen?
Nein, das wird auf keinen Fall besser. Die Muster stecken zu tief drin. Ich vermute, Dein Vater war wie auch meiner ebenso. Tu Dir das nicht an, suche Dir direkt einen gefühlsbetonten Mann.

W30
 
  • #23
Liebe Irina, ich habe ähnliche Erfahrungen gemacht wie du. Ich selbst bin eigentlich sehr emotional. Die berühmte drei Wörter sage ich sehr oft und bin auch sehr liebevoll zu meiner Familie und zu den anderen Menschen auch. Aber wenn ich sogar meine Söhne anschaue, muss ich feststellen, dass sie sehr rational sind. Sie sind ernst und ausgeglichen. Ich mag aber diese Art. Ich mag rationale in sich ruhende Männer. Es gibt mir Zuversicht und Selbstvertrauen und das Gefühl, dass ich mich auf diesen Menschen verlassen kann.
Warum möchtest du es ändern? Dafür gibt es keinen Grund. Sei du so wie du bist und lasse die Männer auch so wie sie sind. Ich würde sagen, dass in einer Beziehung die Frau das Herz ist und der Mann das Gehirn. Beide sind Lebensnotwendig und wichtig. Es ist zwar ein wenig politisch nicht korrekt aber so empfinde ich es.
 
  • #24
Ich selbst bin emotional und zeige Gefühle/Emotionen recht stark. Das mache ich aber nur bei Vertrauten Menschen. Ansonsten bin ich eher unnahbar.
Dann wirst du immer unnahbare Menschen anziehen.Wie sonst soll ein fremder Mensch wissen, dass du emotional bist? Bevor du über Männer " schimpfst", lerne zuerst authentisch zu sein und zwar von Anfang an. Zweiter Punkt- weißt du, dass es Unterschied zwischen Emotionen und Gefühlen gibt? Reagierst DU der Situation entsprechend oder bist du da im ersten Moment überfordert? Ich bin auch hochsensibel, aber emotionale Menschen sind mir ein Graus. Und bei solchen Männern mache ich gleich dicht - das ist für mich ein unreifes bockiges Mädchen, völlig unsexy und extrem ermüdend dazu auch noch.
Zweiter Punkt, du sollst zwischen verschlossenen und gefühlskalten Männern unterscheiden. Wenn du Bücher diesbezüglich liest, dann solltest du richtige Entschlüsse darausziehen. Fakt ist, ein MANN ist ein Mensch der Tatsachen. Er denkt nach (allein!) und dann präsentiert er das Resultat. Die Natur hat nicht vorgesehen, dass Männer ewig reden, sonst liefe ihnen die Beute weg oder sie wären von der selbigen gefressen.
Worum geht es dir genau? Du als hochsensible müsstest doch spüren, was genau ein Mann fühlt? Wenn du " Beweise" brauchst, dann lerne sie darin zu sehen, was ein Mann für dich TUT oder entwickele mehr Selbstvertrauen, wenn du immer noch an deinen Empfindungen zweifelst. Für deine emotionale Momente sind deine Freundinen zuständig, ein Mann wird sich nie wie eine Frau äussern, es sei denn das ist eine Diva, die dauernd rumzickt oder wegen jeder Kleinigkeit in Tränen ausbricht. Wir hatten hier ein Tread, wo die Freundin nach fünf Jahren weg ist und der Mann zwei Wochen lang im Tal der Tränen . Interessant war, dass viele Frauen dafür Verständnis hatten und die meisten Männer Klartext geredet haben, er soll aufhören zu jammern und endlich was tun. Da sieht man sofort, dass moderne Frauen immer noch nicht wissen, was männlich ist. Dass es auch dieselbe Frauen sind, die im gleichen Zug bemängeln, dass Männer verweichlicht, verantwortungslos und feige geworden sind, naja, das sei dahin gestellt. Bei Frauen werden Stresshormone durch Tränen aufgelöst, bei Männern durch körperliche Aktivität. Deswegen bearbeiten Männer den Boxsack oder fahren in der Gegend rum, wenn sie gestresst sind. Gleichberechtigung ist schön und gut, aber bitte aus Männern keine Freundinen machen.
 
  • #25
Ich kenne beide Varianten.

Es hat nichts mit Vertrauen zu tun, sondern mit ihrer Persönlichkeit .
Mag sein, dass sich ein verschlossener Mann mit der Zeit etwas öffnet, dass er mehr Emotionen zeigt, aber nur, wenn er sich diesbezüglich wirklich ändern will.

Im Endeffekt ist es wie mit introvertierten und extrovertierten Menschen.
Da kann der Extrovertierten gebrtsmühlenhaft versuchen zu überzeugen, der andere wird sich nicht ändern .

Umgang mit Gefühlen hat auch nur bedingt mit dem Geschlecht zu tun, der eine ist so, die andere so.
Auch Frauen können verschlossen sein.

Und, es gibt ganz viele Varianten, mit Gefühlen umzugehen, und welche man wann zeigt.
Ob man andauernd über Gefühle reden muss? Da kann man auch viel zerreden. Sehr viel ist auf der nonverbalen Ebene vermittelbarer, ehrlicher.
Wenn jemand gerne meine Nähe sucht, anschaut, fühlt, brauche ich dann die 3 Worte? Was habe ich bin diesen 3 Worten, wenn ich ihn nie spüre?

Bei der Fragestellung kommt bei mir an , Irina_85, dass Du fragst, ob Du, wenn Du entsprechend offen bist, Du den Mann veränderst. Mit Best practice, Liebe, etc.
Das wirst Du nicht. Da arbeitest Du Dich auf .

Ich möchte an meiner Seite keinen Mann mehr, der sich so verschließt, da wird es nur kalt, und einsam.

Also eine Frage der Passung.
 
  • #26
Extrem unterschiedlich.

Mein jetziger Mann kann ausgezeichnet über Gefühle reden, besser als ich.

Ich kann prima leben mit nonverbalen Liebesbeweisen, er nicht.

Ich finde ihn extrem süß, wenn er mir romantische Geschenke macht, ich tu es nicht.

Insofern - wenn Du intensiv emotional gefärbte Gespräche brauchst, musst Du einen Mann suchen, der diese führen kann und will. Die gibt es durchaus.
 
  • #27
Inzwischen halte ich mich für den Zweck eh eher an Frauen. Ich stelle fest, gute Freundinnen waren immer in schwierigen Momenten da. Auch emotional.
Männer möchte ich eher für ne nette Zeit gemeinsam und Sex.
Als Mann finde ich Freundschaften auch sehr wichtig und finde es immer wieder schade, wenn die in einer Beziehung vernachlässigt werden. Im Prinzip ist es auch Deine Sache, wie Du glaubst in einer Beziehung glücklich zu sein. Aber diese Aussage überrascht mich schon. Schließlich ist der Partner derjenige Mensch im Leben, mit dem man sehr viel Zeit miteinander verbringt. Wenn einen nur hauptsächlich der Sex und der Spaß im Bett verbindet, dann frage ich mich schon, wie man eigentlich den Rest der Zeit in der Partnerschaft ausfüllen will.

Ich sehe es durchaus pragmatisch und gefühlsbetont *grins*, wenn es einem wichtig ist, in der Partnerschaft über Gefühle zu sprechen, dann sollte man sich einen Partner suchen, der über Gefühle spricht. Wenn einem das nicht so wichtig ist, dann ist das egal. Wenn man bei der Partnerwahl eher auf andere Dinge achtet wie Aussehen, sexuelle Performance, Hausmeistertätigkeiten, dann muss man sich nicht wundern, wenn sie verschlossen sind und die Augen verdrehen, wenn man ihnen sagt, dass es einem nicht gut geht.
 
  • #28
Ich glaube in diesem thread werden zwei Herangehensweisen miteinander verschmischt:

Ich finde es ist entscheidend ob jemand (am besten bewusst) mit seinen Gefühlen in Kontakt ist, diese wahrnimmt und wenn es sich auf den Partner bezieht (Verletzung, Verunsicherung, Zuneigung o.a) angemessen! aeussert. Sachlich. Im Gespräch. In einem Moment wo beide Ruhe und Zeit haben.

Das ist was anderes als Gefuehle blind ausagieren (Türen knallen, rumbruellen, eingeschnappt sein, hemmungslose Heulkraempfe...).

Ersteres ist meiner Meinung nach nötig für Beziehung. Ich will wissen woran ich bin und hab keine Lust auf Ratespiele.
Zweiteres ist Drama Gehabe. Da ergreife ich reflexartig die Flucht.

Ich finde der reife Umgang mit den Gefühlen ist entscheidend.
Egalnob Mann oder Frau ( sowohl totale Kälte und Kontrolle als auch Drama sucht sind destruktiv und manipulativ fuer s gegenueber wenn sie stark ausgeprägt sind!)
 
  • #29
Mich zieht es nicht zu den typischen Männern hin (Ingenieure); ich habe immer Freunde gehabt, die mehr oder weniger Gefühle zeigen oder zumindest nicht nur technisch denken. Manche Frauen mögen das aber auch sehr. Ich kenne aber viele, die darunter leiden, dass der Ehemann eben auch nach Jahren seine Gedanken und Gefühle nicht mitteilt, aber dann denke ich: Das ist doch bereits am Anfang klar, wie der tickt, und es ist selten, dass sich jemand da arg verändert. Also; ich würde niemals denken, dass das in der Beziehung besser wird. Vielleicht im ersten Jahr, wenn der Partner mehr Vertrauen gewinnt. Aber nach meiner Erfahrung sind manche Männer einfach nicht so emotional, nicht mal, weil sie etwas abgespalten hätten (die gibt es auch), sondern weil sie gehirnchemisch so ticken. Und damit auch glücklich sind. Für mich sind die nichts, auch nicht als Kumpel. Aber es ist auch nicht richtig, immer gleich eine schlechte Kindheit zu unterstellen oder sie ändern zu wollen.

w, 34
 
  • #30
Ich rede nie über meine Gefühle. Ich kann mir nichts Langweiligeres vorstellen, als über meine Gefühle zu reden. Die kenn ich eh. Emotionale Angelegenheiten mache ich primär mit mir selbst aus. Andererseits stört es mich auch nicht, wenn die Partnerin über ihre Gefühle spricht. Soll jeder so handhaben, wie er möchte. Und ich bin auch am Gefühlsleben der Partnerin interessiert, bin aufmerksam und hoffentlich empathisch. Frauen arbeiten ja gerne Sachen, die sie emotional bewegen, mit einem nahestehenden Menschen sprechend ab. Da muss ich jetzt nicht in die Höhle flüchten.
Der Punkt ist, ich muss das nicht. Aber ich lebe auch nicht in einem Stahlkasten, also wenn die Partnerin aufmerksam und intelligent genug ist, dann wird sie auch meine Emotionslage richtig deuten können.

Vielleicht auch an die Männer selbst: könnt ihr Gefühle der Trauer/Wut/Angst zeigen oder fühlt ihr euch nicht als Mann, wenn ihr das tut?
Wenn ich verärgert bin, dann zeige ich das schon. Trauer? Würde ich mit mir selbst ausmachen. Angst? Das ebenso.

Wenn alle meinen würden, dass auch Männer heulen dürften/sollten, würde ich trotzdem nicht heulen. Gibt einfach keinen Grund dafür. Bei den ganz wenigen Gründen, die mir einfallen, dass ich heulen könnte, hoffe ich, dass sie nie Realität werden.