• #1

Wie mit Schüchternheit bei der Partnersuche umgehen?

Bei dem Thread zu Freundschaften über 30 ist mir wieder mal aufgefallen, dass das Kennenlernen von Leuten bei mir - und sicher auch bei vielen Anderen - ja häufig auch einfach schon an der Schüchternheit scheitert: Wer traut sich, fremde Leute anzusprechen, und wie wird man dann das Gefühl los, sich ihnen aufzudrängen, wenn man sich öfter mal meldet, obwohl nichts (oder nicht gleich was) zurückkommt?

Ich war da sicher ein ziemlich extremer Fall von Schüchternheit durch mangelndes Selbstbewusstsein: Ich hab mich in meinem ganzen, nunmehr schon gut 50-jährigen Leben noch nie in eine Disko oder einen Club getraut, habe Partys und andere Festivitäten gemieden wie der Teufel das Weihwasser, weil ich da sowieso immer nur alleine rumstand, denn ich hätte ja nie gewagt, jemanden anzusprechen.

Nun habe ich in intensiver Psychotherapie schon einiges an meinem Selbstwertgefühl verbessern können und bin inzwischen längst nicht mehr der krasse Sozialphobiker, der ich mal war, aber ein paar Grenzen habe ich immer noch nicht überwinden können:

So ist es für mich nach wie vor ein absolutes Ding der Unmöglichkeit, alleine auszugehen (nicht mal in ein Café, geschweige denn in einen Club, dorthin würde ich mich nach wie vor nicht mal in einer Gruppe trauen), und auch, fremde Leute anzusprechen, geht gar nicht.

Gibt es hier Leute, denen es ähnlich ging? Und was habt Ihr gemacht, um das zu überwinden?

Danke und Gruß

Schnov
 
  • #2
Gibt es hier Leute, denen es ähnlich ging? Und was habt Ihr gemacht, um das zu überwinden?
Bis 16 war ich auch sehr schüchtern, ich wollte dieses schüchterne Leben nicht mehr so weiterleben und habe mich aufgrund dessen um 180 Grad gedreht!
Ich habe mich mit 16 bei einer Tanzschule angemeldet habe mit Tanzen begonnen und habe dann auch einige Jahre Turnier getanzt und sehr attraktive Frauen kennengelernt.
Schüchternheit ablegen kann man lernen. Schüchternheit ist ein Gefängnis im Kopf, man muss sich schon mit sich selbst sehr stark beschäftigen, man muss sich fragen, was man möchte und man muss sich fragen, was man nicht mehr möchte und man muss anfangen kommunikativ und aktiv zu werden, Schüchternheit ist für mich eine konditionierte Maske, wie viele andere Masken, die man sich im Laufe des Lebens unbewusst angeeignet hat, die man ablegen kann und auch soll, sich über die Stärken bewusst zu werden, die Einstellung zu haben Stärken stärken und Schwächen schwächen.
Mit Schüchternheit hast du eine eingeschränkte Lebensqualität, sei dir dies stets bewußt, ich habe mir damals klar gemacht, dass ich als Beispiel und symbolisch in mir einen Ferrari habe mit 800 PS und dass ich mich bewege, vielleicht wie mit einer Ente von 10 PS und ich wollte dieses brachliegende Potenzial aktivieren und nutzen und die 800 PS auf die Räder und auf die Straße bringen, es ist mir gelungen, ich habe sehr viele konditionierte Masken abgelegt, deshalb bin ich schon ein Leben lang, extrem anders als die anderen, auch und gerade glücklich und zufrieden. Kann sehr gut allein sein und brauche niemand für mein glücklich sein, außer mich selbst. Meine schönsten Reisen und Urlaube waren die, wo ich alleine unterwegs war. Habe viele Länder und fast alle Kontinenten bereist. Ich für mich kann sagen jeder kann das schaffen, wenn er es nur unbedingt will!!
 
  • #3
Hallo Schnov,

ich habe hier schon mal von dir gelesen und dass du eine Frau gefunden hast, die dich angesprochen hat. Seid ihr noch zusammen bzw. verheiratet?

Ich selbst war als Kind/junges Mädchen schüchtern. Das resultierte auch zum Teil mit Unsicherheit durch die Erfahrungen damals in der Schule (Mobbing etc.) und hat mich geprägt, aber auch stärker gemacht. Damals gab es eine Zeit, da hatte ich sogar Angst vor andren zu sprechen. Auch auf Partys war ich immer diejenige, die nie auf die Tanzfläche ging und nicht auffallen wollte. Geändert hat sich das erst mit zunehmenden Herausforderungen (soziales Jahr, Jobs, Studium, Ausbildung etc.). Ich hatte sozusagen immer viel Menschenkontakt (was ich prinzipiell mag, aber früher unsicher war) und erlangte Selbstbewusstsein. Ich dachte auch immer, dass ich ein intro bin, stimmte aber nicht..ich bin immer eher schüchtern gewesen, aber tendenziell extravertiert.

Das wichtigste ist würde ich sagen die Situation anzunehmen wie sie ist und sich der beste Freund zu sein. Außerdem musst du immer Situationen schaffen (Konfrontation) und in Kontakt mit anderen kommen, auch wenn es dir schwer fällt. Mit zunehmenden positiven Erfahrungen erlangst du Selbstbewusstsein...

Heute habe ich keine Angst mehr und bin auch sehr aufgeschlossen neuen Menschen gegenüber. Ich spreche oft mit fremden Menschen und habe so gar keine Berührungsängste, bin unvoreingenommen. Bei Partys/Hochzeiten meide ich die Tanzfläche schon lange nicht mehr, sondern bin gerne mitten drin. Es war zwar erst einmal Überwindung und fühlte sich komisch an, aber irgendwann war es das normalste von der Welt.

Du siehst also, man kann sich durchaus trauen und auch weiterentwickeln. Man muss nur ab und zu einfach den Kopf abschalten ( du urteilst über dich sicherlich härter als andere es tun würden) und einfach mal machen. Wenn du das dann oft wiederholst (Tanzen jede Woche z.B.) dann verinnerlichst du das. Irgendwann fühlt sich das nicht mehr komisch an.

Wo ich selbst noch Probleme habe ist das Halten von Vorträgen. Im Job muss ich das nicht, daher werde ich da nicht geschult. Aber im Studium wars dann doch wieder Überwindung. Außerdem sind für mich Karaokebars unzumutbar. Vielleicht aber auch, weil ich absolut ungern singe und nicht singen kann. Zugegeben: so richtig gerne stehe ich nicht im Mittelpunkt...alle Augen auf mich gerichtet, das mag ich nicht.
 
  • #4
Deine Arbeit am Selbstwert ist der richtige Schritt.

Selbstwert beinhaltet für mich aber auch Selbstakzeptanz. Du bist wie du bist - wer sagt, das in jedem ein Alleinunterhalter stecken muss? Geschmäcker sind verschieden.

Ich mag solche Männer, die sich immer in den Mittelpunkt drängen nicht. Ein bisschen (!) Schüchternheit finde ich süß :).

Selbstakzeptanz führt zu Selbstsicherheit.

Wenn du die hast, wird dir egal, was andere machen und denken. Du machst das, was dir Spass macht.
Wenn du nah bei dir bist, zu dir selbst stehst, hört es auch auf, dir Gedanken zu machen, was andere denken könnten.

Man muss nicht allein ins Cafe oder in die Disko gehen. Du fühlst dich dabei unwohl, also lass es doch einfach.

Dazu kannst du doch stehen, statt dir einzureden, dies wäre dein Mangel.

Wer lernt denn tatsächlich jemanden auf der Straßen ķennen? Ich finde online Dating eine prima Erfindung.

Vielleicht kannst du auch in einem Sportverein erstmal ganz normale Konrakte knüofen "lernen"? Vielleicht ergibt sich dann ja auch mal mehr....
 
  • #5
Hey, das klingt an sich recht normal. Allein weggehen in eine Disco macht man eher, wenn es ein kleiner Ort ist und die Wahrscheinlichkeit, Bekannte zu treffen, hoch ist. Wildfremde Leute spricht man eigentlich nicht an, egal ob im Café oder auf Partys.
Viel besser ist es, ein Hobby zu suchen, für das es lokal einen Verein gibt, sei es z.B. ein griechischer Stammtisch, wenn man mit der Kultur gut kann, oder sei es eben der Schachverein, da kann niemand sagen, er findet nichts. Ansonsten gibt es Anfängerkurse beim Sport oder Ehrenämter, Kirchengemeinden etc. etc.
Über das Doing kommt man mit Leuten ins Gespräch, da ist man schon warm. Kaltakquise ist m.E. nur bei Blendern oder sehr extrovertierten (oft leider anstrengenden) Leuten erfolgreich. Und sowas wirkt teilweise creepy, nicht zu empfehlen!
Das schaffst du auch!
 
  • #6
Hallo, ich war in meiner Jugend lange Zeit verliebt in jemanden und viele Jahre später (als ich vergeben war) hat es sich ergeben, dass wir über früher und auch die Verliebtheit sprachen. Er sagte sinngemäß, er hätte das nicht bemerkt und wäre auch nicht abgeneigt gewesen. Daraus habe ich dann gelernt und mich geändert, um mir nicht noch eine Chance auf einen besonders tollen Mann entgehen zu lassen. Ich habe es fortan bei für mich interessanten Männern versucht und mein Denken geändert in: Schlimmstenfalls bekomme ich einen Korb.
 
  • #7
Mir hilft es wenn ich etwas tue, was mir total wichtig ist und meine Wirkung auf die anderen Menschen vergesse.

So habe ich meinen Partner kennengelernt. Aber es ging mir in erster Linie nicht um den Mann sondern um die Therapie und die Nebenwirkungen. Und so plapperte ich munter und entspannt und er fand es total super.

Ich glaube aber auch dass es wirklich Schicksal ist ob man jemand trifft oder nicht.

Und ich find, dass der Alltag viele gute Möglichkeit bietet aber man muss wirklich sich selbst mögen und entspannt sein für Kontakte.

Was noch ein guter Trick ist - der Fotoapparat. Ich kannte jemand der so ins Gespräch kam. Es hilft bei Anlässen oder Gruppentreffen und viele sind dankbar für gute Fotos danach.

Ich finde alleine sitzen auch blöd aber wenn es zum Beispiel ein Cafe in der Bibliothek ist und ich das Buch liebe dann ist mir das egal wer noch sitzt und was er von mir denkt, weil mir die Location gefällt und ich lesen will und nicht flirten.

Finde eine Niche - egal ob Pilze suchen, Fitness oder Schach und widme Dich der SACHE. Dann kommt jemand und Du redest über die SACHE und dann nochmal etc. Das wird dann zum Automatismus.

ich übe sogar wenn ich in der Bank bin oder in der Praxis. Aber es kostet Übung und ich kann mittlerweile sogar konfrontativ sein wenn es sein muss. Alles eine Frage der Selbstsicherheit.
 
  • #8
aber ein paar Grenzen habe ich immer noch nicht überwinden können:

So ist es für mich nach wie vor ein absolutes Ding der Unmöglichkeit, alleine auszugehen (nicht mal in ein Café, geschweige denn in einen Club, dorthin würde ich mich nach wie vor nicht mal in einer Gruppe trauen), und auch, fremde Leute anzusprechen, geht gar nicht.
Es gibt zwei einfach Regeln:

1. Man macht es einfach trotzdem!

2. Wenn man 1. dennoch nicht macht, ist der Leidensdruck (noch) nicht hoch genug.

Ich bewege ich in einem extremen Nerd- und Geek-Umfeld und habe schon beides gesehen. Superintrovertierte merkwürdige Nerds, die einfach irgendwann angefangen haben, sich mit 1. abzuhärten und nach einem schweren Gang, durch ein finsteres Tal, irgendwann Erfolg hatten. Und auch Leute, die zwar vorgegeben haben, etwas ändern zu wollen, aber im Grunde genommen nicht bereit waren, den Preis (der "Preis" sind anfängliche Seelenqualen) zu zahlen.

Das ist wie Provokationstraining gegen Höhenangst oder Flugangst. Die einen schaffen es, weil sie z.B. einen Beruf ausüben möchten, bei dem man das zumindest einigermaßen im Griff haben muß. Und die anderen richten sich so ein, dass sie es vermeiden können. Denen ist der Beruf, für den sie es brauchen würden, weniger wert, als ihre Angst. Sie wollen den "Preis" (Angst) nicht zahlen!

V.m48

PS: Es war zwar nur ein kleines und recht unbedeutendes Problem, aber ich hatte nach dem Tod meiner Frau ein Problem damit alleine im Restaurant essen zu gehen. Geholfen hat es das trotzdem zu tun, obwohl ich mich bestimmt die ersten 20 Mal unwohl dabei fühlte. Heute bestelle ich mir zur Hauptzeit am Samstag Abend einen Tisch in der Mitte!
 
  • #9
So wie dir ging es vielen Leuten einmal oder vielleicht sogar allen. Vielleicht mit 20, vielleicht mit 30 oder eben mit 50.

Meiner Ansicht nach hilft die beste Therapie nichts, weil die dir keine Erfahrungen abnehmen kann.
Vorschlag wäre, dass du dieses Wochenende einfach mal rausgehst und in die nächste Bar gehst. Ein Nein gibt es einfach nicht! Du musst es machen - spontan und ohne Alternative! Und wenn du 4 Stunden in einer langweiligen Bar herumstehst, dann sei es so. Es geht um die neue Erfahrung, die einen wachsen lässt und zur Erkenntnis bringt, was für dich funktioniert und was nicht.
Am nächsten Wochenende machst du das gleiche Spiel wieder und sprichst einfach mal mit der Frau an der Bar oder fragst eine Person nach der Uhrzeit. Klingt alles doof und langweilig, aber das ist eben, was eine Therapie nicht kann: dir die Aufgabe der eigenen Erfahrungen abnehmen.
 
  • #10
Oh @irina_85 dein Text könnte 1:1 von mir stammen! :)

Ich war früher auch sehr schüchtern. Damals in der Schule habe ich selten ein Wort vor der ganzen Klasse rausgebracht. Erst später, nach dem Abi, habe ich langsam angefangen, Selbstbewusstsein aufzubauen. Habe mir irgendwann gesagt "scheiß drauf". Was soll schon passieren, wenn ich jemandem anquatsche. Ich habe einfach ausprobiert und festgestellt, dass Menschen nicht beißen. Habe beobachtet und umgesetzt. Habe irgendwann angefangen, mehr aus mir zu machen. Bin dann später auch alleine in einen Club gegangen - und hatte damit ziemlich Erfolg. Ich lerne jeden Tag dazu, sage auch mal meine Meinung, lasse mir nicht mehr alles gefallen. Allerdings würde ich heute auch nicht gerne vor Menschen reden. Ich verstecke mich auch immer noch gerne, das werde ich nicht ablegen können. Aber ich bin nicht mehr das kleine graue Mäuschen. Viele, die mich heute kennenlernen, glauben mir nicht, dass ich früher furchtbar schüchtern war. Ich gehe mittlerweile einfach viel lockerer mit mir selbst und der Umwelt um. Klappt nicht immer und ich werde bis zum Ende meiner Tage daran arbeiten müssen, aber es funktioniert. Es ist schwer, aber - einfach mal machen und nicht so viel nachdenken!
 
  • #11
Lieber Schnov,

ich habe eine Gegenfrage: Ist es dir wichtig, in Disko, Club oder Café zu gehen? Gar allein?
Bist du "nur" schüchtern oder introvertiert?

Grundsätzlich bin ich auch eher schüchtern. Was aber viel wichtiger ist (die Schüchternheit lässt sich überwinden), ist die Introvertiertheit. Ich fühle mich unter vielen und fremden Menschen nicht wohl.
Ich habe vielleicht dreimal eine Disko von innen gesehen und mich einfach nur unwohl gefühlt. Zu laut, zu voll, zu viel.
Man kann sich dort unmöglich unterhalten, außer man schreit.

Und ich wüsste nicht, wie ich dort Menschen kennenlernen sollte, mit denen ich mich verstehe. Da gehe ich doch lieber an Orte, wo ich gemeinsame Interessen vermuten kann.
Fremde Leute würde ich auch nicht einfach aus heiterem Himmel ansprechen. Wozu auch?
 
  • #12
Bis 16 war ich auch sehr schüchtern, ich wollte dieses schüchterne Leben nicht mehr so weiterleben und habe mich aufgrund dessen um 180 Grad gedreht!
Ich habe mich mit 16 bei einer Tanzschule angemeldet habe mit Tanzen begonnen und habe dann auch einige Jahre Turnier getanzt und sehr attraktive Frauen kennengelernt.
Schüchternheit ablegen kann man lernen. Schüchternheit ist ein Gefängnis im Kopf, man muss sich schon mit sich selbst sehr stark beschäftigen, man muss sich fragen, was man möchte und man muss sich fragen, was man nicht mehr möchte und man muss anfangen kommunikativ und aktiv zu werden, Schüchternheit ist für mich eine konditionierte Maske, wie viele andere Masken, die man sich im Laufe des Lebens unbewusst angeeignet hat, die man ablegen kann und auch soll, sich über die Stärken bewusst zu werden, die Einstellung zu haben Stärken stärken und Schwächen schwächen.
Mit Schüchternheit hast du eine eingeschränkte Lebensqualität, sei dir dies stets bewußt, ich habe mir damals klar gemacht, dass ich als Beispiel und symbolisch in mir einen Ferrari habe mit 800 PS und dass ich mich bewege, vielleicht wie mit einer Ente von 10 PS und ich wollte dieses brachliegende Potenzial aktivieren und nutzen und die 800 PS auf die Räder und auf die Straße bringen, es ist mir gelungen, ich habe sehr viele konditionierte Masken abgelegt, deshalb bin ich schon ein Leben lang, extrem anders als die anderen, auch und gerade glücklich und zufrieden. Kann sehr gut allein sein und brauche niemand für mein glücklich sein, außer mich selbst. Meine schönsten Reisen und Urlaube waren die, wo ich alleine unterwegs war. Habe viele Länder und fast alle Kontinenten bereist. Ich für mich kann sagen jeder kann das schaffen, wenn er es nur unbedingt will!!
Das sehe ich aehnlich.
Man muss sich ueberwinden. Ich glaube auch wenn man wie ich viel tanzen geht (muss ja nicht disco sein) oder kannst auch in Verein gehen, oder Theater spielen, oder ne Selbsthilfe Gruppe...

Man kann ueben sich zu oeffnen!! Und wenn das geschafft hat, muss man ueben zu differenzieren, wem man sich dann vllt auch besser nicht oeffnet:) soziale Fähigkeiten erlernen sich nicht in der Isolation.

Ich als Frau setze mich total gerne unterwegs alleine mal in Cafés. Ich spreche auch schon mal nette Männer an..ohne Ziel...einfach an der "Kaesetheke".
Kannst Dir ja für 30 Tage ne challenge verschreiben: jeden Tag einmal so n mutiger Akt..
 
  • #13
Hallo Schnov,
JEDER Mensch hat Grenzen, die er überwinden will...und gerade was das alleine essen oder trinken gehen betrifft, bist du nicht alleine. Ich kenne sehr viele Menschen, die sich das nicht trauen. Aber es gibt auch viele, die das tun. Ich habe damit angefangen, als ich es leid war, wegen jeder Aktivität, die ich vorhatte, Bettelanrufe bei Bekannten zu starten und dann diese ewige Planerei und Terminschieberei stattfand und es letztendlich abgesagt wurde oder ich einen Kompromiss machen musste, den ich nicht wollte. Ich hab eine Schmerzgrenze und wenn die erreicht ist (manchmal recht schnell), dann handele ich einfach. Ohne gross nachzudenken. Und ich sehe viele andere, die auch alleine unterwegs sind. Nimm dir doch einfach eine Zeitung oder ein Buch ins Café mit...oder mach da deine Planungen für die Woche oder schriftlich den Einkaufszettel...irgendetwas, damit du was in der Hand hast und beschäftigt bist...das hilft vielleicht. Mit diesen Aktionen befreist du dich und wirst selbstsicherer. Das wiederum hilft dir dann auch bei der Partnersuche weiter.
 
  • #14
Lieber Schnov,

Du kommst hier schon sehr sympathisch, zugewandt und aufmerksam rüber. Ich kann mir nicht vorstellen, dass bei Dir noch nie eine Frau Interesse gezeigt hat. An Deinem Charakter kann es nicht liegen, eher daran, dass Du vielleicht die Signale so deutest wie: Die kann mich 100%ig nicht meinen, das kann nicht sein, ich bin viel zu ... (ergänze selbst) Es sei denn, Du sitzt wirklich nur zu Hause. Aber Du hast sicher einen Arbeitsplatz oder einen Freundeskreis, und da sind keine Frauen dabei, die Dich mal necken, Dir ein liebes Wort sagen oder sich in auffällig oft in Deiner Nähe aufhalten?
Kann ich mir gar nicht vorstellen.
Lass Dich doch einfach finden und springe auf den fahrenden Zug. Auch Frauen machen manchmal den ersten Schritt. Einfach dann zugreifen.
w 50
 
  • #15
@Lampe: das ist ja ein Zufall, dass sich unsere Lebensgeschichte so ähnelt. Bei mir war es auch nach dem Abi und als ich mein FSJ gemacht habe und viel mit Menschen in Kontakt war merkte ich erst, dass mir das sehr viel Spass macht. In einen Club gehe ich sehr ungern und alleine würde ich schon gar nicht gerne hingehen. An sich fällt es da aber am wenigsten auf, weil es dunkel ist und keiner darauf achtet...die meisten sind im betrunkenen Zustand oder verlieren dort eh ihre Leutchen ;)

Lieber Schnov,

du musst nicht unbedingt alleine in die Disco oder auch abends in ein Restaurant. Das sind solche Sachen, die ich nie alleine machen würde. Weist du warum? Weil ich nicht abends wegen dem Essen in ein Lokal gehe, sondern um mit meinem Gegenüber schöne Gespräche zu führen und den Abend zu genießen. Ins Cafe oder Kino gehe ich gerne alleine auch mal und finde es nicht schlimm...es geht mir da ja dann um den Film und im Cafe kann ich Zeitschriften/Bücher lesen und ich beobachte wahnsinnig gerne Menschen.

Was du jedoch auf jeden Fall machen kannst, ist deine Komfortzone immer wieder ein bisschen mehr zu erweitern. Anders als @Martina698 würde ich dich nie alleine gleich ins kalte Wasser werfen (Club/Disco), sondern klein anfangen und steigern.
Hier ein paar Beispiele:
-alleine ins Cafe, gerne auch mal mit einem Buch-wenn du dich sonst unwohl fühlst (das machen ganz viele Menschen)
-ins Kino (vielleicht erst einmal unter der Woche als am Wochenende wenn viel los ist)
-fremde Menschen grüßen
-ein paar Sätze wechseln mit fremden Menschen z.B.: beim Bäcker/Metzger
-hol dir einen Hund und geh damit spazieren (so kommst du schnell in Kontakt mit anderen Menschen)
-alleine eine Ausstellung/Museum besuchen

und mein Geheimtipp an dich: bitte gehe zu einem Tanzkurs und tanze da als Single mit Frauen. Ich habe ganz viele schüchterne Männer in der Tanzschule kennengelernt und es scheint für sie der perfekte Ort, um jemanden kennenzulernen. Du wirst durch das Tanzen auch selbstsicherer und kommst den Frauen ganz nah ;)
Mir hat der Tanzkurs persönlich sehr geholfen nochmal offener zu werden.
 
  • #16
nunmehr schon gut 50-jährigen Leben noch nie in eine Disko oder einen Club getraut, habe Partys und andere Festivitäten gemieden wie der Teufel das Weihwasser, weil ich da sowieso immer nur alleine rumstand
Vermutlich weil solche Locations einfach nicht dein Ding sind, d.h. du dich dort nicht wohl fühlst und du somit nicht authentisch sein kannst. Nicht jeder ist ein Partylöwe. Tu dir also keinen Zwang an, sondern halte dich lieber in einer Umgebung auf, die dir entspricht (z.B. Verein, Ausstellungen, Sport usw.). Dort findest du reichlich Gleichgesinnte und somit viele Anknüpfungspunkte.

Dass man in Clubs gehen "muss", um jemanden kennen zu lernen scheint immer noch ein weit verbreiteter Irrtum zu sein, dem ich als junger Mensch übrigens auch aufgesessen bin. Zwar hatte ich meinen Ex in einer Disco kennengelernt, war aber später überrascht, dass er sich als Ausgehmuffel herausgestellt hatte. Auf mein Nachhaken hin meinte er, er sei eben damals nur deshalb ausgegangen, weil er eine Freundin gesucht hatte. Ehrlich gesagt erkannte ich damals, dass es mir da auch nicht viel anders ging.

Später als es auseinander ging, wäre ich mit mittlerweile um die 40 niemals auf die Idee gekommen, wieder in Clubs zu gehen. Und als Frau schon gar nicht allein. Frei nach dem Motto: hey, ich bin wieder zu haben, nimm' mich!" Nein danke! Zumal dort reichlich dem Alkohol zugesprochen wird und somit klar ist, dass die Menschen dort nicht meiner Zielgruppe entsprechen.

Halt die Augen offen, geh dorthin, wo du gerne bist und bleibe locker. Oft ist es nämlich so, dass man seine bessere Hälfte erst dann trifft, wenn man überhaupt nicht damit rechnet.

Alles Gute!
W50
 
  • #17
Hallo Schnov,
JEDER Mensch hat Grenzen, die er überwinden will...und gerade was das alleine essen oder trinken
gehen betrifft, bist du nicht alleine. Ich kenne sehr viele Menschen, die sich das nicht trauen. Aber es gibt auch viele, die das tun. Ich habe damit angefangen, als ich es leid war, wegen jeder Aktivität, die ich vorhatte, Bettelanrufe bei Bekannten zu starten und dann diese ewige Planerei und Terminschieberei stattfand und es letztendlich abgesagt wurde oder ich einen Kompromiss machen musste, den ich nicht wollte. Ich hab eine Schmerzgrenze und wenn die erreicht ist (manchmal recht schnell), dann handele ich einfach. Ohne gross nachzudenken. Und ich sehe viele andere, die auch alleine unterwegs sind. Nimm dir doch einfach eine Zeitung oder ein Buch ins Café mit...oder mach da deine Planungen für die Woche oder schriftlich den Einkaufszettel...irgendetwas, damit du was in der Hand hast und beschäftigt bist...das hilft vielleicht. Mit diesen Aktionen befreist du dich und wirst selbstsicherer. Das wiederum hilft dir dann auch bei der Partnersuche weiter.
Ich denke das ist auch ein wichtiger Punkt: wenn Du sowas nicht alleine kannst, dann brauchst DU "irgendwem" um dabei zu sein. Das geht schnell in Richtung benutzen..auch bei etwaigen PartnerInnen. Ich für meine Person kann nichts weniger ausstehen als das Gefühl, diesbezüglich der Anker, Halt oder Therapeut zu sein..was mir bereits früher mit Freundinnen oder Partner passierte. Ich will nicht die Mami sein für Erwachsene.
Wenn jemand mit mir Kaffee trinkt, soll er,sie mich!! meinen, nicht meine Funktion als Schutzschild oder Unterhalterin.

Ich spuere sowas inzwischen auch recht schnell und sortiere entsprechend aus.
 
  • #18
ich habe hier schon mal von dir gelesen und dass du eine Frau gefunden hast, die dich angesprochen hat. Seid ihr noch zusammen bzw. verheiratet?
Hallo Irina, ja, wir sind noch zusammen, und deshalb geht es mir hier auch gar nicht darum, eine Freundin zu finden, sondern nur um das Kennenlernen anderer Leute allgemein, denn: Ich habe zwar eine Freundin, aber ansonsten null Bekannte, und das bedrückt mich.

Das wichtigste ist würde ich sagen die Situation anzunehmen wie sie ist und sich der beste Freund zu sein. Außerdem musst du immer Situationen schaffen (Konfrontation) und in Kontakt mit anderen kommen, auch wenn es dir schwer fällt. Mit zunehmenden positiven Erfahrungen erlangst du Selbstbewusstsein...
sich über die Stärken bewusst zu werden, die Einstellung zu haben Stärken stärken und Schwächen schwächen.
Ja, es läuft offensichtlich auf die beiden Punkte "Autosuggestion" (also sich selbst davon überzeugen, dass man nicht peinlich und minderwertig ist, Arbeit am eigenen Ich eben) und "Konfrontation" hinaus. Man muss wahrscheinlich einfach auf dem Weg immer weitermachen, das eigene Selbstbild zu verbessern.

Wo ich selbst noch Probleme habe ist das Halten von Vorträgen.
Siehst Du, damit habe ich interessanterweise überhaupt keine Probleme. Da schaltet irgendetwas in mir auf den reinen "Funktionsmodus" um, da bin ich plötzlich nicht mehr mein privates Ich, und dann geht das ganz von alleine.

Wildfremde Leute spricht man eigentlich nicht an, egal ob im Café oder auf Partys.
Viel besser ist es, ein Hobby zu suchen, für das es lokal einen Verein gibt
Ja, aber ich habe die Erfahrung gemacht, dass ich das auch in Vereinen oder auf der Arbeit nicht hinbekomme. Vor ein paar Jahren ging es mir noch so, dass ich damals aus meinem Sportverein ausgetreten bin - weil da so viele Leute waren! Und da ich ja eben im Kontakt mit anderen nie mich selbst und die Situation vergessen kann und immer beobachte, wie sich die anderen verhalten, bis hin zu Mimik, Gestik und Körpersprache, und wie ich mich selbst verhalte und auf die anderen wirke, sind Kontakte mit anderen Leuten für mich sehr anstrengend. Also: Flucht.

Heute geht es mir schon besser, aber auch in meinem jetzigen Verein bekomme ich es nicht hin, dass die Kontakte über das reine Training hinausgehen. Auch auf der Arbeit ist es viel besser geworden, ich meide jetzt nicht mehr grundsätzlich alle lockeren Zusammenkünfte und Feierlichkeiten, die dort stattfinden, aber die Kontakte über Smalltalk auf der Arbeit hinaus auszubauen, gelingt mir nie.
 
  • #19
Ist es dir wichtig, in Disko, Club oder Café zu gehen? Gar allein?
Bist du "nur" schüchtern oder introvertiert?
Darüber habe ich auch viel nachgedacht, aber ich glaube, es ist schon Schüchternheit. Ich habe jetzt nicht vor, der extreme Partylöwe zu werden, aber ab und an ein bisschen "Extase" hätte ich im Leben schon gern gehabt. Aber ich bekomme es nicht hin. Selbst wenn mich Leute in einen Club einladen würden (das passierte nur früher manchmal, inzwischen kenne ich ja niemanden mehr, der mich einladen könnte), würde ich mich das nicht trauen, weil ich mir zu peinlich vorkomme.

Aber Du hast sicher einen Arbeitsplatz oder einen Freundeskreis, und da sind keine Frauen dabei, die Dich mal necken, Dir ein liebes Wort sagen oder sich in auffällig oft in Deiner Nähe aufhalten?
Na ja, in den letzten knapp 30 Jahren gab es eine, und die ist jetzt meine Freundin. :) Aber: Nein, abgesehen von dieser einen ist mir das nie passiert. Jedenfalls habe ich nichts dergleichen je bemerkt.

bitte gehe zu einem Tanzkurs und tanze da als Single mit Frauen.
Jaaaa, der Tipp mit dem Tanzen kam ja öfter, aber: Tanzen geht ja nun gleich gar nicht. Das ist das Allerschwierigste und Allerschlimmste, das ich mich in meinem Leben noch NIE getraut habe - nicht mal alleine, weil ich mir dabei vor mir selbst viel zu peinlich bin. Wenn das ansteht, bekomme ich einen regelrecht physisch spürbaren Fluchtreflex. ---> Frage: Wie verbessert man sein eigenes Körperbild so weit, dass man sich traut zu tanzen?
 
  • #20
Tanzen ist ganz prima für dich - weil ... du stellst dich einfach mittenrein ins Disko-Gewühl ... und dann sieht keiner, ob & wie du deine Füsse bewegst. Einfach erst mal mittenrein in die Menge. Und ... nach einer Weile bewegst du dich im Rhythmus der Musik ... und Freitanzen (in der Disko, also kein Paartanz) hat den Vorteil, dass du alles machen darfst - du kannst auf dem Boden stehen bleiben und nur mit den Händen tanzen, du kannst hüpfen & wippen, du kannst Fox drau tanzen, oder einfach nur die Hüften schwingen ...
Du wolltest ein Rezept zur Figurverbesserung ... das ist eines!

Ich wußte bis zu meinem Trennungsjahr gar nicht wie sehr musikalisch ich bin ... hey ... ich kann keine Noten lesen ... aber ich spiele mit der Musik durch meinen Körper ... ich (emp)fange die Töne und gebe ihnen Bewegung und spiele mit ihnen ...
und inzwischen weiß ich, dass es freies Tanzen ist ...
Es wurde zu meiner Medizin ... alle meine Gefühle konnte ich auf der Tanzfläche formen ... und die Disko wurde viele Jahre meine Stammkneipe ... und die Freude die wir schaffen, wenn wir altvertrauten Fremden auf der Tanzfläche einfach Musik leben ... wir lassen da was entstehen ... wir bauen etwas, mit der Musik die man uns zuwirft ...
und irgendwann grüßt man sich ... oder steht gelangweilt mit dem Glas in der Hand am Rand der Tanzfläche und jemand stellt sich dazu ... oder man bettelt den DJ an, doch bald was anderes zu spielen ... oder schiebt ihm einen Drink hin, damit er es lieber tut ... und die anderen grinsen schon ... und wissen auf welche Musik du wartest ...
wundervoll
Na los ... mittenrein mit dir ... der flow wird dich tragen ... Augen zu ... und Schluß mit dem Denken ... music was my first love ...
 
  • #21
Mach einen Improvisationskurs / Theater. Mein Ernst. Da lernst du vor allem, dich wohl und vertraut in deinem Körper zu bewegen. Und: keine Angst: das ist weder peinlich noch angstmachend. Es ist lustig und befreiend. Und vielfältig.
 
  • #22
Hier wurden ja schon viele gute Tipps genannt, du scheinst denen aber gekonnt auszuweichen, so wie du es dein Leben lang mit allen Dingen gemacht hast. Selbstbewusstsein kommt von Erfahrungen machen, nichts anderem. Du kannst es dir allerdings auch schön reden.

Auch wenn die eine oder andere Frau etwas Schüchternheit süß empfindet, empfinden die meisten Frauen es doch mehr anstrengend, weil es schnell desinteressiert und langatmig wirkt und in nichts fruchtet, wie du selber merkst.

Ich kann dir nicht helfen, offenbar willst du es selber nicht. Aktive Männer sind geil für mich. Männer, die sich was trauen und mal über den Schatten springen. Das empfinde ich völlig normal. Wie lange willst du noch warten mit 50? Kein Bock, mal was zu verändern in deinem Leben von dir aus?

Frage: Wie verbessert man sein eigenes Körperbild so weit, dass man sich traut zu tanzen?
Indem man sich traut auch einfach mal schlecht zu sein. Und zwar jeden Tag. Nimm dir jeden Morgen 10 Minuten Zeit, an deinem Körper, deinem Haltung, Sport, Ernährung und Optik zu arbeiten.
Ich finde Männer wie dich sehr anstrengend, weil man sie immer antreiben muss und auch dann geht nur schwer was. Will mir das alles nicht beim Sex vorstellen. Ich habe für so etwas keine Zeit und ich habe zum Glück auch keine solchen Freunde mehr. Andere Frauen sind von sowas meist auch genervt.

Ich würde dir raten, dich schnellstens weiterzuentwickeln.
 
  • #23
Hallo Schnov, reich mir die Hand - auch ich kann mich beim Tanzen zu zweit nicht entspannen. War nie mein Ding und wird nie mein Hobby werden. Man muss wirklich nicht Sachen machen, die vielleicht helfen könnten, aber einem nicht liegen.

w 50
 
  • #24
Frage: Wie verbessert man sein eigenes Körperbild so weit, dass man sich traut zu tanzen?
Na ja, das ist doch nicht schwierig. Fang zu Hause damit an, lass die Rollläden runter damit Dich keiner sieht, dreh die Musik laut auf, die Du magst und worauf man tanzen kann, stell Dich vor den Spiegel und los geht's. Mach ich mit meiner 13 jährigen Tochter mehrmals die Woche. Wir haben immer viel Spaß dabei. Fang alleine an und vielleicht macht irgendwann Deine Freundin mit. Und irgendwann geht Ihr in einen Club und tanzt gemeinsam ab - die ganze Nacht
W,53
 
  • #25
Lieber Schnov
Ich hatte früher einmal sozialphobische Züge, dies ist aber tatsächlich ein Problem, das ich verändern konnte (besser jedenfalls, als meine depressiven Züge).
Was ich noch von der Sozialphobie-Zeit erinnere, ist die viel zu hohe Aufmerksamkeit auf sich selbst. Man studiert die Menschen, ihre Reaktionen und Bedürfnisse gar nicht, ist viel zu fixiert darauf, wie man selber aussieht, klingt, riecht, sich bewegt und so fort. Man kommentiert innerlich alles, was man tut. Ob man sich gerade lächerlich macht oder nicht. Damit richtet man innerlich einen Scheinwerfer auf die eigenen Makel und verpasst alles weitere. Und genau da liegt das Problem: Weil der Sozialphobiker nur mit sich selbst befasst ist, verpasst er auch, was seine Mitmenschen bewegt oder was ihnen Freude bereiten könnte. Er ist somit leider auch nicht die einfühlsamste Person, sondern steckt fest in seiner eigenen Welt aus imaginärer Beschämung.
Wenn ich mich schüchtern fühle, drehe ich heute den Fokus um, weg von mir zu den anderen. Ich studiere meine Mitmenschen und versuche, ihre Bedürfnisse zu erraten, ihnen Raum zu geben für ihre persönlichen Geschichten, für ihre Ideen. Das ist irgendwie ein "Trick", aber sehr wirkungsvoll. Man hat plötzlich viel mehr Anknüpfungspunkte.
Für mich persönlich war die psychotherapeutische "Arbeit am Selbstwert" nicht so wichtig. Ein hoher Selbstwert macht noch lange nicht sozialkompetent. Ein hoher Selbstwert bringt dir auch keine Freunde oder Erfolgserlebnisse.
Frage: Wie verbessert man sein eigenes Körperbild so weit, dass man sich traut zu tanzen?
Ich würde sagen, durch Fitnesstraining und gute Kleidung. Durch gelegentliches Tanzen alleine vor dem Spiegel, gern auch mit Hilfe von youtube Tutorials. Jedenfalls nicht durch Nachdenken und reden. Ich bin auch ein Kopfmensch und denke manchmal, ich kann alle Probleme durch eine runde Nachdenken lösen. Aber das bringt einem nicht immer weiter. Oftmals kommt man ums Handeln nicht herum.
Ich wünsche dir alles Gute und freue mich für dich, dass du eine Partnerin hast. Ich hoffe, du empfindest meinen Beitrag hier nicht als simplizistisch. Ich weiss schon, dass Sozialphobie nicht einfach ist. Aber als Internetbeitrag muss man sich ja auch ein wenig kurz fassen.
 
  • #26
@Lampe: das ist ja ein Zufall, dass sich unsere Lebensgeschichte so ähnelt. Bei mir war es auch nach dem Abi und als ich mein FSJ gemacht habe und viel mit Menschen in Kontakt war merkte ich erst, dass mir das sehr viel Spass macht.
Gibts ja nicht! Bist du mein geheimer Zwilling?? Bei mir war es nach dem Abi auch ein FSJ... :D

In der Zeit, und da war ich "schon" Anfang 20, fing ich erst an, so richtig auf Leute zuzugehen und sie anzusprechen, weil es auch mein Job war. "Kundenkontakt" - das hat mich auf jeden Fall etwas geschult. Man muss erstmal feststellen, da passiert ja eigentlich gar nichts, und dann fällt es leichter. Und Erwartungen ablegen, im Sinne von "ich will dass daraus ein längerer Kontakt entsteht". Das funktioniert in den meisten Fällen so nicht und dann ist man wieder enttäuscht, dass man keine Bekanntschaften schließt. Die müssen von selbst entstehen. Ich habe das eine Weile auch versucht, oft verlief sich der Kontakt dann, weil von anderer Seite nicht genug Interesse bestand. Man muss an die Sache locker rangehen, keine Erwartungen haben und keinen Druck ausüben. Lieber @Schnov, vielleicht liegt es daran, abgesehen von der Schüchternheit?

Jaaaa, der Tipp mit dem Tanzen kam ja öfter, aber: Tanzen geht ja nun gleich gar nicht. Das ist das Allerschwierigste und Allerschlimmste, das ich mich in meinem Leben noch NIE getraut habe - nicht mal alleine, weil ich mir dabei vor mir selbst viel zu peinlich bin. Wenn das ansteht, bekomme ich einen regelrecht physisch spürbaren Fluchtreflex. ---> Frage: Wie verbessert man sein eigenes Körperbild so weit, dass man sich traut zu tanzen?
Als ich vor 2 Jahren aktiv auf der Suche nach einem Partner war, habe ich das Angebot eines Kollegen, der Swing-Tanz unterrichtete, angenommen, doch mal dort vorbei zu schauen. Das war in einer Bar und ich bin einfach mal hin - trotz meiner Angst, fremde Umgebung, fremde Leute, oh Gott, ich will weg! Hab mich einfach dazu gestellt und den Einsteigerkurs mitgemacht. Am Ende habe ich mit einem sehr kleinen Mann getanzt, der aber ein sehr guter Tänzer war und mich sehr gut führte - es hat riesen Spaß gemacht und dafür, dass ich es noch nie gemacht hatte, konnte ich am Ende des Abends drei Schrittarten tanzen. Ich habe zwar keinen kennengelernt (weil ich auch nur 2 Mal da war), aber ich hatte meinen Spaß. Wie gesagt: einfach mal machen! :) Und: Kopf ausschalten. Lass es doch mal egal sein, was die Leute denken. Erstens sind viele nicht besser, sondern nur selbstbewusster (weil es ihnen egal ist), und zweitens laufen da draußen viel mehr Menschen mit Komplexen ähnlich wie deinen rum, als du glaubst. Da bist du nicht alleine.

Ich fühle mich übrigens auch oft beobachtet, versuche dann aber, es auszublenden.
 
  • #27
Schnov

Generell - Es hilft mE das Worst Case Szenario.
Also stelle Dir vor, was würde im schlimmsten Fall passieren, wenn Du jemanden ansprichst?
Ein Nein. Hälst Du das aus? Mehr wäre es nicht.
Wenn ich für etwas brenne, vergesse ich nenne Angst auch, oder kann sie nach hinten schieben - so wie meine Höhenangst in den Bergen.

Das andere - ich habe durchaus Vergleiche gezogen.
In einer Disko beobachtet, wie andere tanzen - wieviel Prozent gute Tänzer gibt es?
Dort habe ich dann auch Körpergefühl gelernt, Rhythmus spüren und bin viele Hemmungen los geworden. Es ist anonym und dunkel...
Und auch sonst habe ich mal geschaut, und irgendwann festgestellt, wir sind alle im Äußeren nicht perfekt, es sind nicht alle anderen die besseren Performer, Redner.
Die Zeiten, dass man auf dem Pausenhof ausgelacht, verspottet wurde, auch nicht mehr ins Schwimmbad traute, sind vorbei.
Es geht nicht darum, sich über die anderen zu stellen, aber darum, aus dem Minderwertigkeitsgefühl heraus zu kommen. Man ist nicht besser, aber man ist auch nicht schlechter.

Wag es in den Dosen, die Du Dir zutraust.
Und wenn Du eine Freundin hast, dann gehe bewusst mit ihr fort.

Du musst nicht zum Extrovertierten Supermaker werden, das würde nicht zu Dir passen, nur lass die Mauern nicht zu hoch werden.

Und Du hast es richtig erkannt, es ist Dein Selbstbild, dass Dir im Weg ist.

W,49
 
  • #28
Weißt du ... fast alle Kinder tanzen gern ... aber dann kommen manchmal so blöde Erwachsene oder so blöde Schukameraden und lästern oder schimpfen 'zappel nicht so albern rum' 'wie schaut denn das aus, das macht man doch nicht' 'benimm dich anständig' 'sei brav'
'guck mal was die Leute denken' ... Wir alle kennen den Senf des Über-Ich

Wenn du dein inneres Kind wieder heilen & befreien willst - dann schnappst du dir einfach die passende Meditations CD vom Robert Betz und dann kannst du es selber machen. Die heißt auch so. Und die hilft wirklich und in jedem Alter. Weil wir alle haben unser Leben lang, das innere Kind in uns. Und dieses ist auch für unsere Lebensfreude & Kreativität der Chef!
Und Leute die ihr inneres Kind immer nur einsperren - wenn solche Leute dann dement werden ... da kannste was erleben!
Die werden dann frech und albern, bockig, böse, lachen, weinen, singen und tanzen, schmusen mit Teddy ... und verpetzen ihre bestgehüteten Geschäftsgeheimnisse, die Nummer vom roten Telefon, und und und ...
Und alles nur, weil sie ein Leben lang so ... perfekt sein mussten.
Die Armen!
 
  • #29
Kein Bock, mal was zu verändern in deinem Leben von dir aus?
Nein, natürlich nicht, deshalb bin ich auch schon seit Jahren dabei.

Nimm dir jeden Morgen 10 Minuten Zeit, an deinem Körper, deinem Haltung, Sport, Ernährung und Optik zu arbeiten.
Es geht mir nicht darum, meinen KÖRPER zu verbessern, sondern das BILD, das ich in meinem Kopf von meinem Körper habe. Mein Körper ist, objektiv betrachtet, wahrscheinlich gar nicht so schlecht, aber ich kann das nicht so empfinden, wie andere, die mich von außen sehen und mir das immer wieder sagen. Kurz: Wie stellt man es an, sich nicht mehr so hässlich und lächerlich zu finden?

Ich würde dir raten, dich schnellstens weiterzuentwickeln
Ja, das ist so, als wenn Du einem Kranken den Rat gibst, dass die beste Lösung für sein Problem ist, einfach schnellstens gesund zu werden. Ungemein hilfreich. Aber leider gehen solche verkorksten Dinge aus der frühen Kindheit nur in jahrelanger Arbeit langsam und teilweise wieder weg, wie ich feststellen musste.
 
  • #30
Jaaaa, der Tipp mit dem Tanzen kam ja öfter, aber: Tanzen geht ja nun gleich gar nicht. Das ist das Allerschwierigste und Allerschlimmste, das ich mich in meinem Leben noch NIE getraut habe - nicht mal alleine, weil ich mir dabei vor mir selbst viel zu peinlich bin. Wenn das ansteht, bekomme ich einen regelrecht physisch spürbaren Fluchtreflex. ---> Frage: Wie verbessert man sein eigenes Körperbild so weit, dass man sich traut zu tanzen?
Ist das wirklich so? Nicht mal selbst in deinem Zimmer für dich kannst du tanzen? In der Tanzschule bei mir sind wie gesagt sehr schüchterne Männer, die auch kein gutes Körpergefühl haben. Selbst mein Tanzpartner (tanzt seit 20 Jahren) hat kein Taktgefühl und ich muss für ihn den Takt mithören...ich will dir damit nur sagen, dass du ganz sicher nicht peinlich auffallen wirst unter allen. Du musst nicht tanzen können, sondern bekommst es beigebracht Schritt für Schritt. Irgendwann kannst du den Grundschritt und mit mehr Tanzunterricht die Figuren. Es ist kein Hexenwerk ;)
Bitte lies dir auch den Post von @annie83 durch. Sie hat etwas ganz wesentliches geschrieben. Du kreist viel um dich selbst und bist sehr unsicher. Da musst du davon wegkommen. Du musst versuchen dich von dir zu distanzieren (Metaebene, dich von außen beobachten). Du denkst im Moment, dass alle Augen auf dich gerichtet sind. Das stimmt aber nicht, weil die Menschen viel zu sehr auf sich bezogen sind...sie haben ihre Probleme.

Ich tippe hier fast schon, dass du eine unsicher vermeidende Persönlichkeitsstörung hast. Hast du traumatische Erlebnisse in der Kindheit gehabt? Falls dein Leidensdruck sehr stark ist, hol dir da bitte Hilfe. Ich kann dir nur eines mitgeben: du musst dir die Angst eingestehen und einfach einen Schritt nach dem anderen machen (Komfortzone verlassen). Setze dir kleine Ziele. Zunächst jeden Tag 10 min für dich tanzen bis es zur Gewohnheit wird und dir nichts mehr ausmacht und dann mit deiner Frau einen Tanzkurs machen (dort kommt ihr mit anderen Paaren ins Gespräch und könnt Freundschaften knüpfen etc.). Du wirst dadurch selbstsicherer, deine Haltung verändert sich...
Sport würde ich dir auch empfehlen. Fang mit Joggen an oder sonst irgend ein Ausdauersport.