• #1

Wie nach vorne schauen, wenn man immer falsche Entscheidungen trifft?

Ist es möglich die Muster, die in meinem innersten Kern verankert zu sein scheinen zu durchbrechen?
Ich bin 33 Jahre, war noch nie verheiratet und bezeichne mich als hoffnungslose Romantikerin. Das heißt, ich denke wenn die große Liebe kommt, kämpft man dafür und gibt nie auf - auch wenn die Hindernisse noch so groß sind.
Nach einer mehrjährigen Beziehung mit meiner ersten großen Liebe, die über die Jahre in eine tiefe abhängige Bindung übergegangen ist, habe ich mich neu verliebt. Ich habe es für unmöglich gehalten, weil ich diesen Menschen doch schon „immer“ geliebt habe und immer der Hoffnungsschimmer mitschwang das es eines Tages was wird und wir vereint werden. Aber der andere Mann war so anders und hat mein Herz wieder zum Erblühen gebracht, nachdem ich jahrelang Gefühle unterdrückt hatte. Nur leider war auch hier nicht alles ohne Probleme. Er ist verheiratet und Familienvater. Wir hatten über Jahre immer schon losen freundschaftlichen Kontakt. Anfangs habe ich das Fortschreiten geblockt. Ich war ja sicher - das bin ich nicht. Aber die Gefühle wurden nach und nach stärker und wir hatten fast täglich Kontakt und wurden voneinander abhängiger. Er hatte sich das anfangs leichter vorgestellt. Ich denke er dachte ich suche einen Menschen der mir gut tut, aber mehr wird es eh nie.
Irgendwann wurde es dann doch mehr wie eine feste Beziehung und auch ihm wurde es klar was das bedeutet.
Nach unseren sehr seltenen Treffen, hatte ich immer starke Zweifel und Gewissensbisse, da es keine Ausreden gibt für meine Taten. Ich habe rein egoistisch und im Moment gehandelt. Wieso? Weil ich ihn so sehr liebe und wir doch füreinander bestimmt sind und ich für Liebe immer kämpfen muss.
Geplagt vom schlechten Gewissen seiner Familie gegenüber und mir gegenüber, weil er weiß das ich Probleme damit habe, hat er sich getrennt . Ich bin am Boden und will ihn zurück, aber weiß auch, dass es nie eine wirkliche Chance hatte. Wie bekämpfe ich meinen Glaubenssatz, dass Liebe kämpfen bedeutet und so mich aufzugeben.
 
  • #2
Die Leidtragende und das Opfer bist nicht Du, sondern die Ehefrau und Mutter seiner Kinder.

Er soll Verantwortung übernehmen und sich entweder trennen wenn die Ehe kaputt ist. Oder es lassen und Dich lassen. Ausser seine Frau will eine offene Ehe führen.

Dir wird helfen: NULL Kontakt!!
(Wie wuerde es Dir gefallen wenn eine Frau es drauf anlegt Deinen Mann und Vater Deiner Kinder auszuspannen??!)
Und kannst Du solch einen Mann respektieren der das mitmacht und Frauen gegeneinander ausspielt?
 
  • #3
Ich werde nie verstehen, wieso sich jemand in einen Menschen verlieben kann, der in einer Beziehung ist UND sogar Kinder hat. Was erhofft man sich davon? Angenommen man zieht diesen Menschen auf die eigene Seite... was dann? Dann ist man mit der Person zusammen, hat später evtl. Kinder... aber weiss, man hat die Person von jemand anderen [und Kinder(n)] weggelockt, wo steht geschrieben, dass die Person das nicht wieder macht? Offensichtlich ist so eine Person von keinem guten Charakter (sind eigene Kinder im Spiel, verlagert sich der Lebensfokus von "ich" zu "Kind"). Also bestenfalls ist so eine Person unzuverlässig. Auf der anderen Seite, was soll man von einer Person halten, die wissentlich eine Familie zerstört hat? Kinder brauchen Mutter UND Vater, den Vater wegzlocken ist schon harter Tobak... glaube Du würdest sowas auch nicht wollen. Eigentlich gut, dass der Typ einen Schlußstrich gezogen hat. Und Du, beiße die Zähne zusammen und hör nicht auf Feminismus der Dir erklären will, dass alles haben kannst. Vergiss nicht, der erste Schritt zur Besserung ist die Einsicht, und den bist gegangen.
 
  • #4
Hallo!

Ich kann dich auf diesen aktuellen Forumseintrag verweisen:
https://www.elitepartner.de/forum/frage/kann-liebe-gegen-existentielle-aengste-gewinnen.78013/

Du sagst, dass Liebe kämpfen bedeutet, doch kämpft er in seiner jetzigen Beziehung? Würde er es in Zukunft für dich tun? Die Antwort auf beide Fragen ist offensichtlich: Nein!
Wenn ihr vorher eine freundschaftliche Beziehung hattet, hast du ihn als Freund verraten. Anstatt ihn zu ermutigen und zu unterstützen an seiner Beziehung zu arbeiten, hast du ihn dabei unterstützt, seine Beziehung noch mehr kaputt zu machen. Das tut mir sehr leid für euch alle drei! (Oder wieviele Personen, inkl. Kinder nun darunter leiden)
Es tut mir auch leid, dass ich dir das so offen und nüchtern vor die Nase halte, aber sich selbst etwas einreden wird dich nicht weiter bringen.

Liebe Grüße, ich wünsche dir viel Kraft!
 
  • #5
Wie bekämpfe ich meinen Glaubenssatz, dass Liebe kämpfen bedeutet und so mich aufzugeben.
Indem du nicht dich selbst, sondern diesen unsinnigen Glaubenssatz aufgibst!

Du wirst erst dann erleben, dass sich Liebe leicht und schön anfühlt, wenn sie auf Freiwilligkeit aufgebaut ist und nicht auf einer überholten Vorstellung. »Muster« lassen sich durchbrechen, wenn sie erkannt werden - und das scheint bei dir doch der Fall zu sein.
 
  • #6
Wie bekämpfe ich meinen Glaubenssatz, dass Liebe kämpfen bedeutet und so mich aufzugeben.

Es ist ja schonmal gut, dass du dir dessen bewusst bist.

Als nächsten Schritt kannst du schauen, woher das kommt, meistens aus der Kindheit.

Ein Elternteil, welches seine Liebe/Aufmerksamkeit davon abhängig machte, was du leistest oder was immer zu beschäftigt war, um dir Aufmerksamkeit zu schenken, so dass du jedesmal drum kämpfen musstest.

Ich beobachtete mal zufällig meine Mutter beim Spielen mit meiner Tochter und einer Puppe und sie lies die Puppe dann sagen: die Püppi hatte dich nur lieb, wenn du XY machst".

Mit diesem einem Satz fiel mir alles wie Schuppen von den Augen und ich sah, wie meine Mutter ständig versuchte, andere emotional zu manipulieren.

Als Kind nimmt man das ja so nicht wahr und bewertet es nicht. Man funktioniert nur und will den Eltern gefallen.

Ich denke, wenn du erst einmal die Ursache deines Verhaltens ergründet hast, wird es dir leichter fallen selbiges mit etwas Abstand wahrzunehmen.

Und dir dann auch ganz bewusst sagen kannst, dass du nicht mehr das kleine Kind bist was um Liebe kämpfen muss (weil es ja auch völlig abhängig von den Eltern ist), sondern dass du eine erwachsene Frau bist, die unabhängig ist und die mit niemanden zusammen sein muss, der ihr keine Liebe freiwillig gibt.

Vielleicht ist ja auch eine Therapie hilfreich, sowas aufzuarbeiten.
 
  • #7
Dir wird helfen: NULL Kontakt!!
(Wie wuerde es Dir gefallen wenn eine Frau es drauf anlegt Deinen Mann und Vater Deiner Kinder auszuspannen??!)
Und kannst Du solch einen Mann respektieren der das mitmacht und Frauen gegeneinander ausspielt?
Ja, ich weiß, irgendwann war ich blind was diese Punkte anging oder hab es mir „schöngeredet“, weil die Ehe mehrere Jahre schon nicht lief und ich nicht der Grund bin. Ich weiß aber das es unentschuldbar ist und daher stand dieses Thema auch zwischen uns und hat schlussendlich zum Ende geführt. Den Kontakt für immer abzubrechen fällt mir leider noch sehr schwer, weil er der einzige ist mit dem ich darüber sprechen kann.
 
  • #8
Ich werde nie verstehen, wieso sich jemand in einen Menschen verlieben kann, der in einer Beziehung ist UND sogar Kinder hat. Was erhofft man sich davon? Angenommen man zieht diesen Menschen auf die eigene Seite... was dann? Dann ist man mit der Person zusammen, hat später evtl. Kinder... aber weiss, man hat die Person von jemand anderen [und Kinder(n)] weggelockt, wo steht geschrieben, dass die Person das nicht wieder macht?
Ehrlicherweise, konnte ich das früher auch nie nachvollziehen. Unser Kontakt war ein Spiel mit dem Feuer. Das ist mir heute klar. Ich hatte nie vor die Familie zu zerstören oder ihn auf meine Seite zu ziehen. Vielleicht waren wir beide zu naiv und haben unsere Freundschaft als Balsam für alles andere was in unserem Leben schief läuft gesehen. Aber irgendwann waren dann die Gefühle zu intensiv.
 
  • #9
Es ist ja schonmal gut, dass du dir dessen bewusst bist.

Als nächsten Schritt kannst du schauen, woher das kommt, meistens aus der Kindheit.

Ein Elternteil, welches seine Liebe/Aufmerksamkeit davon abhängig machte, was du leistest oder was immer zu beschäftigt war, um dir Aufmerksamkeit zu schenken, so dass du jedesmal drum kämpfen musstest.

Ich beobachtete mal zufällig meine Mutter beim Spielen mit meiner Tochter und einer Puppe und sie lies die Puppe dann sagen: die Püppi hatte dich nur lieb, wenn du XY machst".

Mit diesem einem Satz fiel mir alles wie Schuppen von den Augen und ich sah, wie meine Mutter ständig versuchte, andere emotional zu manipulieren.

Als Kind nimmt man das ja so nicht wahr und bewertet es nicht. Man funktioniert nur und will den Eltern gefallen.

Ich denke, wenn du erst einmal die Ursache deines Verhaltens ergründet hast, wird es dir leichter fallen selbiges mit etwas Abstand wahrzunehmen.

Und dir dann auch ganz bewusst sagen kannst, dass du nicht mehr das kleine Kind bist was um Liebe kämpfen muss (weil es ja auch völlig abhängig von den Eltern ist), sondern dass du eine erwachsene Frau bist, die unabhängig ist und die mit niemanden zusammen sein muss, der ihr keine Liebe freiwillig gibt.

Vielleicht ist ja auch eine Therapie hilfreich, sowas aufzuarbeiten.
Das habe ich mir auch schon überlegt. Dieses Festklammern an der Vorstellung, dass irgendwann alles gut wird, wenn ich lang genug da bin, kämpfe und zeige, dass ich es wert bin, muss irgendwo seinen Ursprung haben. In der Vergangenheit hat dieses Verhalten von mir nur dazu geführt, dass ich mich noch wertloser gefühlt habe, weil das selbe nicht für mich gemacht wurde.
Aufgrund dieser Erfahrungen fällt es mir aber so schwer nach vorne zu blicken. Da ich mir nicht vorstellen kann, dass jemand meinen Wert sieht, wenn es die, die es hätten sehen müssen, trotz allem nicht (genug) getan haben.
Über Therapie habe ich auch schon nachgedacht. Es muss einen Weg geben, damit ich weiß, dass ich genug für mich bin.
 
  • #10
Ja, ich weiß, irgendwann war ich blind was diese Punkte anging oder hab es mir „schöngeredet“, weil die Ehe mehrere Jahre schon nicht lief und ich nicht der Grund bin. Ich weiß aber das es unentschuldbar ist und daher stand dieses Thema auch zwischen uns und hat schlussendlich zum Ende geführt. Den Kontakt für immer abzubrechen fällt mir leider noch sehr schwer, weil er der einzige ist mit dem ich darüber sprechen kann.

Du hast doch bestimmt eine liebe Freundin. Oder notfalls suche einen Coach, Therapeut oder eine Beratungsstelle oder Telefonseelsorge auf. Dass Du sagst ihr seid "abhängig" zeigt es ist weniger liebe als Sucht oder Ablenkung. Du schaffst das, da bin ich sicher.
 
  • #11
@Joggerin und @Amytan haben Dir die adäquate Antwort schon gegeben.

Es fängt bei Dir an - dem Erkennen, dass dieser Satz falsch ist und schädlich, destruktiv.

@Joggerin beschreibt eines der möglichen Kindheitsmuster, meine Eltern beherrschten dies auch, und - es war nie gut genug.

Solche Kindheitsmuster kann man auflösen.
Den ersten Schritt hast Du getan - zu erkennen, da ist ein schädlichen Muster.

Nun geht es an Dich selbst.
Lerne Dich kennen, wer bist Du, was fühlst Du, wovon träumst Du.
Lerne Dich wertschätzen, finde Deine ganzen positiven Facetten, Du hast viele. Von vielleicht tollen Augen, einem hinreißenden Lächeln, bis zu einem schnellen Verstand oder dass sich Leute mit Dir wohl fühlen ...
Mache Dir ruhig Listen.
Schenke Dir Zeit, Aufmerksamkeit, Anerkennung für das, was Du bist, was Du tust.
Es ist gut.

Und dann lerne Dich selbst zu lieben, das darfst Du, ohne Leistung.

Es kann ein langer Weg sein, ich denke, ohne therapeutische Unterstützung kaum zu bewältigen, aber es gibt auch sehr viel gute Literatur.

Und wenn Du an dem Punkt bist, wo Du mit voller Überzeugung sagen kannst
ich liebe mich, so wie ich bin ,
begreifst Du, dass Liebe leicht und schön ist - und Kampf und Liebe sich ausschließen.

Die Affäre mit diesem Mann?
Mache den ersten Schritt und zeige Dir selbst, dass Du mehr wert bist,.als eine Affäre.
Beende es, Dir zuliebe.

Alles Gute und viel Kraft.

W,49
 
  • #12
Die Affaire ist vorbei und das ist gut für dich. Ja, es ist gut so. Sehr gut sogar - für dich selber. Denn so kannst du neu beginnen.
Hast du gute Freunde? Wenn ja, ist vieles einfacher. Du musst nur Vertrauen haben.
Romantik - vergiss es. Keine langsame Musik mehr, sondern harte Beats. Nicht verträumt Liebesschnulzen anschauen oder lesen - Krimis und Action sind momentan besser für dich.
Nicht zuhause hocken - ausgehen. Keine Lust gilt nicht. Und wo welche Party angesagt ist, wo eine Vernissage ist sagt dir FB.
Erfinde dich neu - ein neues Hobby, ein Sport - was wolltest du schon immer machen oder lernen. Los gehts, es ist die richtige Zeit. Eine optische Veränderung unterstreicht dein neues ich. Lass das ruhig heftig ausfallen, es ist für dich. Und gibt dir den Wert, den du gerade selbst in dir nicht findest. Erinnert dich stets daran, dass du dich verändern und entwickeln willst.
Lerne Menschen kennen, einfach so. Neue Bekanntschaften sind eine Inspiration.
Vergiss dabei 2 Dinge nicht - mach nichts gegen deine Persönlichkeit. Und belohne dich immer - wirklich absolut immer - wenn du etwas gut gemacht hast. Einen Schritt deines Weges gegangen bist.
Du kannst dich unterstützen lassen, aber pass auf. Der Markt "Therapie und Coaching" ist voll von Scharlatanen. Du bist es dir wert, nicht jedem zu vertrauen, der es zu einer Visitenkarte gebracht hat.
Viel Erfolg und viel Spass und Freude auf deinem Weg
 
  • #13
. Da ich mir nicht vorstellen kann, dass jemand meinen Wert sieht, wenn es die, die es hätten sehen müssen, trotz allem nicht (genug) getan haben.

Hier ist ein fataler Fehler in deiner Sichtweise. Mit dieser Sichtweise bestimmst du deinen Wert an den Handlungen anderer. Sind sie gut zu dir, fühlst du dich hochwertig, sind sie schlecht zu dir, fühlst du dich minderwertig. Dein Wert ist aber immer gleich hoch.

Um es etwas zu verdeutlichen: Wenn du einen 100 €Schein nimmst und ihn auf den Boden wirft und drauf rumtrampelst und so richtig schlecht behandelst ... ist er dann weniger als 100 € wert?

Oder wird er mehr als 100 € wert wenn du ihn streichelst und mit Parfüm besprühst ?

Der Wert bleibt immer gleich hoch und genauso ist es mit deinem Wert.

Ja ansonsten kann ich dir auch raten viel Literatur zum Thema Selbstwert und ungesunde Beziehungsmuster zu lesen. Da geht einem dann doch so manches Licht auf.

Vielleicht ist es ja mit einem Therapeuten effektiver sich da durch zu arbeiten. Diesbezüglich habe ich keine Erfahrungen.
 
  • #14
Nun geht es an Dich selbst.
Lerne Dich kennen, wer bist Du, was fühlst Du, wovon träumst Du.
Lerne Dich wertschätzen, finde Deine ganzen positiven Facetten, Du hast viele. Von vielleicht tollen Augen, einem hinreißenden Lächeln, bis zu einem schnellen Verstand oder dass sich Leute mit Dir wohl fühlen ...
Mache Dir ruhig Listen.
Schenke Dir Zeit, Aufmerksamkeit, Anerkennung für das, was Du bist, was Du tust.
Es ist gut.

Und dann lerne Dich selbst zu lieben, das darfst Du, ohne Leistung.
Vielen lieben Dank für die motivierenden Worte. Diese haben mich sehr bewegt.
Ich hoffe ich kann diesen Weg weitergehen ohne zurück zu blicken.
 
  • #15
Erfinde dich neu - ein neues Hobby, ein Sport - was wolltest du schon immer machen oder lernen. Los gehts, es ist die richtige Zeit. Eine optische Veränderung unterstreicht dein neues ich. Lass das ruhig heftig ausfallen, es ist für dich. Und gibt dir den Wert, den du gerade selbst in dir nicht findest. Erinnert dich stets daran, dass du dich verändern und entwickeln willst.
Lerne Menschen kennen, einfach so. Neue Bekanntschaften sind eine Inspiration.
Vergiss dabei 2 Dinge nicht - mach nichts gegen deine Persönlichkeit. Und belohne dich immer - wirklich absolut immer - wenn du etwas gut gemacht hast. Einen Schritt deines Weges gegangen bist.
Die Tipps klingen sehr gut. Habe bereits auch mit einem Thema begonnen, das ich schon seit Jahren machen wollte aber immer Ausreden gefunden habe.
Ich denke auch, dass es mir gut tun würde, neue Menschen kennen zu lernen. Einfach nur um meinen Horizont zu erweitern. Ich tendiere dazu mich zu sehr auf einzelne Menschen zu fixieren, was mich in diese Schieflage gebracht hat. Weiß da nur nicht wie ich es angehen soll.
 
  • #16
Wenn man meint, dass "Liebe" bedeutet, dass ein anderer dafür kämpfen muss, MUSS man sich ja auch wen suchen, der das beweist, indem er Frau und Kinder verlässt oder irgendwelche Tests besteht. Wenn man meint, dass es bedeutet, dass man selbst kämpfen muss, sucht man sich potentielle Partner, die schwer bis nicht zu erlangen sind.

Dieser Gedanke, dass Liebe kein Geschenk sein kann, kommt aus der Kindheit. Dir wurde Anerkennung und Liebe nicht gegeben, Du solltest sie Dir erarbeiten, denke ich. Musst Du abklopfen, ob es Wurzeln dieser Art gibt.

Auch wenn er am Betrug schuld ist, würde ich mir an Deiner Stelle auch Gedanken machen, warum ich einen vergebenen Familienvater "auslösen" wollte. Ich war Ende 20 selbst überhaupt nicht interessiert an der Frau, die der Mann, in den ich verliebt war, verlassen würde. Seine Kinder hatte ich auch nicht wahrgenommen. Ich kannte auch nur ihn, der wie blöde an mir baggerte. Aber der springende Punkt ist: Wenn so ein Typ seine Familie wegen einer Affäre verlässt, was ist dann mit ihm so los? Ist das wirklich so ein kämpferischer Prinz, auf den Du gewartet hast? Wenn einer sich fremdverliebt, ist das so. Aber wenn Du Gewinn daraus ziehst, dass er wegen Dir Familie und Frau verlässt, geht es Dir nur darum, dass Dein Gefühl, was wert zu sein, befriedigt wird. Dann ist der von Dir gewünschte Kampf, dass er Dich bevorzugt und Du als Gewinnerin gegen eine andere Frau hervorgehst. Vielleicht muss ein Mann auch gegen Deine Abneigung kämpfen, also Du sagst dreimal "nein", bevor er doch zum Ziel bei Dir kommt?

Dass Du Dich was wert fühlst, kommt ganz anders. Du bist dann nicht mehr abhängig von der Zuneigung anderer, lässt Dir nichts mehr gefallen, was Dich unglücklich macht und verleugnest Deine Bedürfnisse nicht. Selbstwert kommt aus einem selbst. Das kann Dir kein anderer geben. Wie kann man ihn erlangen? Ein Schritt meines Weges war, mich zu fragen, was ich zu einer anderen Person sagen würde, wenn die mit dem Problem käme.
Ist eine Frau als Person nicht wertvoll, weil irgendein Mann eine andere Frau bevorzugt? In meiner Welt nicht.

Und was Du so erlebst, ist vielleicht dramatisch, weil Leiden im Spiel ist, aber romantisch? Finde ich nicht. Ich finde Kämpfen um Liebe auch egomäßig und nicht romantisch. Romantisch ist mE, wenn zwei sich lieben und wissen, dass sie für immer zusammen sein wollen, und dann die Gesellschaft oder irgendwelche bösen Leute dagegen sind. Nicht aber der Mann noch ne Partnerin hat, die die Böse sein soll in dem Spiel. In letzterem Fall kämpft die "romantische Kämpferin" gegen IHN! und seine Gefühle für eine andere Frau!, nicht gegen einen dritten Feind, der der Liebe im Wege steht. Romantisch ist, wenn er genau weiß, wen er will, und gekämpft wird für die gemeinsame Liebe, nicht gegen ein schlechtes Gewissen, weil einer lügt, betrügt und sich nicht sicher ist.
 
  • #17
Ich bin 33 Jahre, war noch nie verheiratet und bezeichne mich als hoffnungslose Romantikerin.
Liebe Moesha84
In deinen Sätzen schwingt für mich ein Hang zum Schicksalhaften und Dramatisierenden mit. Ich habe den Eindruck, du nimmst dir selbst die Leichtigkeit. Da bleibt ja dann nur die vage Hoffnung, gefunden, gerettet, erkannt zu werden und ansonsten gilt es, aussichtslos zu kämpfen.
Lass' mich etwas nüchterner zusammenfassen, wie ich es sehe: Du bist eine 33-jährige Frau ohne Altlasten, die gerade dabei war, über ihren Ex hinweg zu kommen. Und die jetzt übergangsweise - aus Einsamkeit, Frust - eine Affäre mit einem Familienvater angefangen hat. Ihr habt euch beide schlecht damit gefühlt und er hat sich jetzt getrennt, was wohl auch vernünftig war. So weit, so alltäglich.
Ich erkenne hier keine Abfolge ständiger Fehlentscheidungen. Du sprichst genau von zwei Männern hier, wo du vielleicht etwas falsch gemacht hast. Vielleicht hattest du auch noch nicht genügend Chancen, um zu lernen. Aber immerhin hast du doch erkannt, dass dein Problem nicht gelöst ist, wenn du den verheirateten Mann für dich gewinnst.
Das heißt, ich denke wenn die große Liebe kommt, kämpft man dafür und gibt nie auf - auch wenn die Hindernisse noch so groß sind.
In unserer modernen Gesellschaft gibt es fast keine zu überwindenden Hindernisse der Liebe - jedenfalls nicht im "Aussen". Was uns hindert zu lieben, liegt im "Innen". Manche Menschen können und wollen dich nicht lieben oder nicht alles für dich aufgeben. Und dagegen lässt es sich schwer kämpfen.
Da ich mir nicht vorstellen kann, dass jemand meinen Wert sieht, wenn es die, die es hätten sehen müssen, trotz allem nicht (genug) getan haben.
Ein Picasso auch dann ein Picasso, wenn er im Kinderzimmer eines Erstklässlers hängt, der gerade lieber ein Spiderman Poster hätte und mit moderner Kunst nichts anzufangen weiss.
Und um einen Picasso zu malen, braucht man Überzeugung von seiner Kunst und deren Wert. Sonst kopiert man das Leben lang brav die Bilder, die gerade en vogue sind und malt Spiderman Poster, weil die sich besser verkaufen.
Wenn du dich verbiegst für andere, dich unsichtbar machst und nicht an deinen Wert glaubst - wie sollen denn andere eine realistische Einschätzung von deinem Wert haben? Übrigens danke @Joggerin für deinen Beitrag. Die Geschichte mit der Puppe hat mir Gänsehaut eingeflösst.
 
  • #18
Eigentlich ganz einfach - aber nicht so einfach umsetzbar, ich weiss.
Zunächst - einfach unter Leute gehen und - schon schwieriger - offen für neue Bekanntschaften sein. Ohne Forderungen ... einfach ein nettes Gespräch. Ein Bier im Biergarten und ein wenig Small Talk. Dann der nächste Schritt - Bekanntschaften vertiefen. Ziel - egal, wann du ein Bistro oder was auch immer aufsuchst, du hast ein paar Leute, zu denen du dich setzen kannst. Irgendwann freundschaftliche Kontakte pflegen .... oder auch vielleicht wieder einen Mann kennen lernen.
Locker bleiben. Und die Einstellung pflegen: Ich gebe den Menschen die Chance, mich kennen zu lernen. Ja, das beinhaltet, dass sie ja auch was davon haben, sich mit dir unterhalten zu dürfen. Klingt alles ganz einfach - muss aber geübt werden. Und üben kannst du nur, wenn du den Mut hast, damit zu beginnen.
 
  • #19
@Joggerin und @annie83 die Metaphern zum Thema Wertigkeit waren sehr hilfreich. Danke! Ich denke, dass ich meinen Wert schon kenne, aber ich habe nicht verstanden warum ich nicht genug war.
Das betrifft auch eher meine vorherige Beziehung. Da gab es keine „andere“ mit der ich verglichen wurde.
@void
Ich habe mir auch nochmal Gedanken über dem von mir verwendeten „Kämpfen“ Begriff gemacht. Es war nie meine Intention besser als die andere dazustehen oder gegen sie zu „gewinnen“. Deswegen sehe ich es auch nicht als Ego-Ding. Vielmehr verstehe ich darunter, dass ich jemanden nicht schnell aufgebe und es mir sehr schwer fällt einen Schlussstrich zu ziehen.
Ich war nie jemand, der einfach abhaken und zum nächsten übergehen konnte. Vielleicht ist es Abhängigkeit, aber vielleicht auch meine missgeleitete romantische Vorstellung von der großen Liebe, die man nicht aufgeben sollte.
Ich weiß schon, dass mir das nicht weiterhilft.
 
  • #20
Hallo Moesha,
führe dir Eines vor Augen:
Dieser Affären-Mann hat dich eiskalt in die Ecke gestellt, wie ein Besen der nicht mehr gut kehrt, als er festgestellt hat, dass es mit dir zu kompliziert wird. Weil du mehr wolltest.
DAS ist keine Liebe.

Sei dir gewiss, dass er bald wieder die Nächste am Start hat, mit der er sich außerehelich vergnügen wird. Sei also froh, dass er aus deinem Leben verschwunden ist.

Natürlich schmerzt es, habe ich doch einmal als junges Mädel Anfang 20 das Selbe mit einem verheirateten Mann erlebt. Es liefe nicht in der Ehe,er sei unglücklich,sie hätten keinen Sex mehr. Blabla... bis ich heraus fand,dass seine Frau im fünften Monat schwanger ist.
An dieser Stelle war der Ofen für mich endgültig aus. Ich konnte mich nicht mit dem Gedanken anfreunden, dass ich mich mit jemandem treffe,dessen Frau ein Kind erwartet. Ich war also diejenige,die das Ganze beendete.
Und glaub mir,dieser Mann hatte einen wahnsinnigen Charme,kam mit Liebesschwüren um die Ecke,behauptete sogar mit mir zusammen ziehen zu wollen, um mich bei Laune zu halten. Ich riet ihm dann sich besser auf das kleine Würmchen, das seinen Vater braucht, zu konzentrieren.

Unsere Situationen sind zwar nicht 1 zu 1 vergleichbar,aber ich weiß in etwa wie du dich fühlst.
Im Endeffekt ist das aber alles eine Form der Abhängigkeit. Und um so etwas lohnt es sich nicht zu kämpfen, zumal ich sowieso stark bezweifle, dass man um Liebe kämpfen muss.

Es gibt ja diesen schönen Song von Nena, "Liebe ist". Ich zitiere mal Folgendes:

*Liebe will nicht
Liebe kämpft nicht
Liebe wird nicht
Liebe ist

Liebe sucht nicht
Liebe fragt nicht
Liebe ist, so wie du bist*

Da ist so unendlich viel Wahres dran.

Ich wünsche dir alles Gute.
 
  • #21
@ChaosTheory Danke, es hilft zu hören, dass auch andere Ähnliches erlebt haben und es hinter sich lassen konnten. Insbesondere wenn man sich immer wieder mit dem Gedanken plagt, ob das einen automatisch zu einem schlechten Menschen macht.
Ich möchte aber auch nicht ihm die Schuld geben. Schlussendlich glaube ich schon, dass die Trennung kam, weil er mich leiden gesehen hat. Ich hoffe inständig, dass die Erfahrung ihm auch die Augen geöffnet hat und er an seiner Ehe arbeitet.
 
  • #22
Es war nie meine Intention besser als die andere dazustehen oder gegen sie zu „gewinnen“.
Das glaube ich Dir, aber es ist wenndann eher ein unbewusstes Ding. Und es muss auch nicht sein. Es reicht schon, wenn Du mit Liebesentzug bestraft wurdest, wenn Du früher irgendwas in den Augen Deiner Eltern falsch gemacht hattest. Und das kann ein Spektrum sein mit ganz lächerlichen Inhalten, je nachdem, wie verbohrt oder niederträchtig Deine Eltern waren.

Vielmehr verstehe ich darunter, dass ich jemanden nicht schnell aufgebe
Ja, aber dann muss der Ansatz stimmen, also dass BEIDE die Bez. überhaupt erstmal 100% wollen. Bei Dir war es so, dass der Mann gegen seine eigenen Gefühle für seine Partnerin anzugehen hatte, um mit Dir zusammen zu sein. Du hast gegen seine Gefühle für eine andere Frau gekämpft und für die Gefühle für Dich. Die kommen aber nicht durch Kampf und Aushalten von Leid.
Wenn Du Deinen inneren Kampf meinen solltest, dass Du warten musst, wie er sich entscheidet, dann wär es in meinen Augen doch der Konkurrenzgedanke, weil Du ansonsten das ja nicht als richtig, romantisch und gut empfändest, sondern als quälend.
Ich war nie jemand, der einfach abhaken und zum nächsten übergehen konnte.
Bin ich auch nicht. Aber zu allererst muss man sich, wenn es dabei um einen anderen Menschen geht, immer fragen, ob der das gleiche will, wie man selbst, also profan gesagt - ob sich der Kampf überhaupt lohnt. Was der andere dazu sagt, ist egal, man erkennt das an seinem Verhalten, ob er will oder zweifelt. Und bei Zweifeln ist in Herzensdingen mE das Klügste, gerade NICHT zu kämpfen. Denn um etwas kämpfen, bedeutet auch immer, dass man eine Entscheidung, ein Ergebnis herbeiführen will, das man selbst sich wünscht. Aber es ist doch wichtig, was sich der andere wünscht, wenn man sich geliebt fühlen will und nicht als Eroberer eines Willenlosen.

Was wünscht sich der andere?
Falls es um dasselbe Ziel geht (also auch er eine Bez. mit Dir wirklich wollte), darf er nicht bedrängt werden, damit er es selbst rausfinden kann. Es ist ein psychologisches Gesetz, dass einer, je mehr er bedrängt wird, umso weniger das will, was der Bedränger = Kämpfer will.
Falls es nicht um dasselbe Ziel geht, also der andere DIch nur ausnutzen will (in Deinem Fall wärs ein bisschen außerhäusiger Sex), lässt er Dich kämpfen und schürt noch, dass Du es tust. Wenn Du dann blind vor Kampfeswillen bist und auch blind SEINEN WORTEN vertraust, wobei die TATEN was ganz anderes sagen, vergeudest Du Deine Energie und bist am Ende die Betrogene.

Ich denke nicht, dass der Mann Dich ausnutzen wollte. Aber auch dann gilt: Dein Kampf wird sich nicht lohnen, weil es ein Kampf ist, ihn von Dir zu überzeugen gegen die Gefühle für die andere Frau. Seine Gefühle für Dich hätten aber "von sich aus" stärker für Dich sein müssen. Und in der Position, jemanden aufzugeben, war eigentlich nur er.
 
  • #23
Es reicht schon, wenn Du mit Liebesentzug bestraft wurdest, wenn Du früher irgendwas in den Augen Deiner Eltern falsch gemacht hattest. Und das kann ein Spektrum sein mit ganz lächerlichen Inhalten, je nachdem, wie verbohrt oder niederträchtig Deine Eltern waren.
Aus meiner Kindheit kenne ich das andauernde Gefühl nicht gut genug zu sein und kritisiert zu werden. Für Anerkennung musste man was geleistet haben und hat es nicht einfach bekommen, weil man so ist wie man ist. Ich glaube deshalb misstraue ich auch heute noch sehr oft positiven Situationen oder Äußerungen mir gegenüber.

Ja, aber dann muss der Ansatz stimmen, also dass BEIDE die Bez. überhaupt erstmal 100% wollen. Bei Dir war es so, dass der Mann gegen seine eigenen Gefühle für seine Partnerin anzugehen hatte, um mit Dir zusammen zu sein.
Ich befürchte, dass andere Ängste und Zweifel den Ausschlag gegeben haben es zu beenden. Von möglichem Verlust der Kinder bis es wird nie funktionieren, weil es unter keinem guten Stern steht und zu viel zerstört wird.

Was wünscht sich der andere?
Falls es um dasselbe Ziel geht (also auch er eine Bez. mit Dir wirklich wollte), darf er nicht bedrängt werden, damit er es selbst rausfinden kann.
Ja, mit diesem Gedanken lerne ich auch loszulassen. Es muss aus eigener Überzeugung oder Willen entstehen und nicht aus Mitleid oder Schuldgefühl. Natürlich schmerzt es immer noch sehr, aber vielleicht können wir so den Frieden in uns selbst wieder finden...
 
  • #24
Es muss aus eigener Überzeugung oder Willen entstehen und nicht aus Mitleid oder Schuldgefühl. Natürlich schmerzt es immer noch sehr, aber vielleicht können wir so den Frieden in uns selbst wieder finden...
Ich bin sicher, dass das der richtige Weg ist. Man muss einsehen, dass es kein Glück geworden wäre, wenn es nicht beide auf gleiche Weise wollen. Es ist immer noch hart genug, aber so lernt man wirklich, Menschen loszulassen: Man respektiert ihren Willen und versteht, dass man gegen ihren Willen auch nicht glücklich mit ihnen geworden wäre.
Als ich mal in einen vergebenen Mann total verliebt war (das war wirklich heftig), hat es mir auch geholfen, mir das Leben anzusehen, was er sich ausgesucht hat. Also speziell, was für eine Art Frau er hatte. SO hätte ich nie werden können und wollen und so funktionierte es aber am besten für ihn.

Vielleicht ist es bei Dir kein so krasser Unterschied. Aber allein schon, dass er unglücklich ohne die Kinder geworden wäre, hätte eure Beziehung so belastet, dass es keine lockere, verliebte, glückliche Anfangsphase geworden wäre, falls die Kinder wirklich der Grund sein sollten. Ich meine eher, er hängt doch an seiner Frau. Zumindest würde ich es hoffen für die Kinder, denn ein Vater, der die Mutter ablehnt und mit den Gedanken woanders ist und der auch mit der Bewältigung seines Unglückes beschäftigt ist, nur wegen der Kinder in einer Falle zu sitzen, ist auch kein guter Vater.
 
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