• #1

Wie "Nähe und Distanz" regeln?

Moin,

wie regelt, organisiert, kalibriert ihr „Nähe und Distanz“, so dass es für beide passt? Mich interessieren vor allem die Erfahrungen von Menschen 45+ in LTA (Living Together Apart)-Beziehungen, also mit jeweils eigener Wohnung, ohne Kinder im Haushalt, die nach einer Trennung wieder jemanden kennengelernt haben. Mir scheint, dass manche Menschen tendenziell darunter leiden, wenn sie den anderen nicht jeden Tag sehen, dass anderen aber schon 2 bis 3x die Woche, zum Beispiel jeweils eine kleine Unternehmung, Essengehen samt gemeinsamer Übernachtung, ausreichen.

Ich selbst finde es – soviel zu meiner Situation – recht schwierig, diese Dinge offen anzusprechen und sie zu diskutieren. Ich würde es z.B. eher ungern hören, dass sich meine Partnerin mehr Zeit für sich alleine wünscht, dass sie mich lieber seltener sehen würde, eine ähnliche Sensibilität vermute ich auch bei ihr. Umgekehrt käme ich mir zu sehr als Bittsteller vor, wenn ich z.B. melden würde, dass ich lieber 5 als nur 2 Nächte pro Woche gemeinsam verbringen würde... und vielleicht würde sie dann ja auch nur mir zuliebe einwilligen. Habt ihr gute Erfahrungen mit „klärenden Gesprächen“ zu diesem Thema gemacht?

manchmal
 
  • #2
Wenn das Nähe-Distanz-Bedürfnis nicht annähernd gleich verteilt ist kann eine Beziehung auch nicht funktionieren. Es wird immer einen geben der sich zurückzieht und einen der leidet. Mir reicht durchaus ein gemeinsam gelebtes Wochenende und sich täglich ein paar Zeilen schreiben. Würde ich jemanden kennenlernen mit einem deutlich höheren Nähebedürfnis würde ich eine Beziehung erst gar nicht eingehen.
 
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  • #3
Ich erfülle die Kriterien 'Zielgruppe' nur teilweise. Ich bin 50, hatte eine langjährige 24/7-Beziehung und jetzt eine LAT-Beziehung zu einem Mann der bisher nur WE-Beziehungen, zuletzt eine langjährige, kennt. Allerdings habe 2 Kinder im Teenie-Alter. Wobei beide sehr selbständig sind und nicht der permanenten Beaufsichtigung bedürfen.

Unsere Ausgangssituation war die, dass er sagte, er bräuchte viel Zeit für sich und könne sich eine 24/7 Beziehung niemals vorstellen. Wobei er das Statement nicht auf Anfrage von mir, sondern in einer allgemeinen Unterhaltung machte. Dank seiner damaligen Ausführungen kenne ich jetzt auch die Vorzüge einer WE-Beziehung.
Zu dem Zeitpunkt trafen wir uns 2 Abende pro Woche. Sehr selten gab es eine Übernachtung. Irgendwann schlich sich eine zusätzliche Übernachtung am WE, 14tägig, ein.

Auf Grund unserer sehr unterschiedlichen Vorerfahrungen hatte ich starke Bedenken was eine feste Beziehung anging. Genau das habe ich kommuniziert. Ergebnis war, er könnte sich durchaus vorstellen, sich öfter zu treffen und seine 14-tägigen 'Heimat-Fahrten' auf 1 mal monatlich reduzieren. Mit dem Gedanken konnte ich mich anfreunden. Mittlerweile treffen wir uns 14-tägig von Freitag bis Sonntag Abend und 1 Abend unter der Woche alternativ 2 Abende pro Woche. Wobei wir die WE-Treffen nicht beschlossen haben, es hat einfach entwickelt. Ich glaube er schlug es 1-2 mal vor, dann fragte ich und irgendwann war es Standard.

Ich habe mich an meine neue Freiheit gewöhnt, mir reichen die Treffen so wie sie im Moment sind.
Neulich teilte er mir mit, er würde gerne noch mehr Zeit mit mir verbringen. :)

Mir fällt es auch oft schwer Dinge direkt anzusprechen, aber es nützt nichts, wenn einem etwas am Herzen liegt muss man es ansprechen. Anfangs kommunizierten wir - diverser Umstände wegen - häufig schriftlich. Wenn mir schwerfällt etwas zu sagen, schreibe ich es ihm einfach. Eine zugegebenermaßen suboptimale Kommunikation aber besser als keine.

Sollte Deine Partnerin tatsächlich nur Dir zuliebe häufigeren Treffen zustimmen, würde ich das als Kompromiss bezeichnen. Und gegen Kompromisse ist in einer Beziehung nichts einzuwenden, oder?
Aber wer weiß, vielleicht würde sie sich auch gerne öfter mit Dir treffen, denkt aber ähnlich wie Du.
Gibt es irgendeinen Anhaltspunkt dafür, dass Deine Partnerin Dich seltener mit Dir treffen will als Du sie?
 
  • #4
Ich lebte lange in einer LAT-Beziehung, wir hatten das gleich zu Beginn geklärt, weil wir beide beruflich noch ziemlich engagiert waren und nicht in derselben Stadt wohnten. Zuerst lief es auf 1-2 Abende/Woche mit gemeinsamer Übernachtung hinaus. Dann meldete mal ich mich, mal mein Freund auch in der Zeit dazwischen, z.B. am Wochenende. Wir haben uns darüber immer beide gefreut, ohne das nun länger zu diskutieren, wir merkten es daran, wie wir an diesen "geschenkten" Tagen miteinander umgingen.

"Feste Zeiten" hatten sich bei uns nie eingespielt, bewusst: wir genossen es, wenn der jeweils Andere sich meldete und seine Sehnsucht damit bekundete. Über ein Zusammenziehen haben wir nie nachgedacht, weil wir voneinander wussten, dass uns das nicht gut täte. Wir brauchten unsere Freiräume, in denen wir (meist berufliche) Termine vereinbaren konnten, ohne mit dem Partner Rücksprache halten zu müssen.

Beendet haben wir unsere Beziehung aus anderen Gründen. Ich würde in meiner nächsten (die kommt bestimmt!) wieder genauso verfahren wollen.
 
  • #5
Da ich Deine Kriterien erfülle, schreibe ich mal, wie es sich bei uns verhält. Wir sind seit vier Jahren ein Paar, leben in der gleichen Stadt (10 min Fahrt mit dem Pkw). Kidner haben wir beide nicht. Wir verbringen jedes Wochenende, ab Freitagnachmittag zusammen. Unter der Woche sehen wir uns nur selten, da mein Freund Wechselschicht hat (eine Woche früh, eine Woche spät) und ich einen 9-17 Job habe. Wir telefonieren aber jeden Tag. Außerdem habe ich eh immer das Gefühl, die vier Abende in der Woche gehen vorbei wie im Fluge: Treffen mit Freundinnen, Besuch bei Muttern, andere Termine, Sport, da bin ich manchmal schon froh, wenn ich mal einen Abend ganz für mich alleine Zeit und nichts vor habe. Wir haben das aber am Anfang unser Beziehung thematisiert und sind uns einig, dass es für uns beide so ok ist. Wir wollen das erst ändern, wenn einer von uns (oder dann beide) in Rente ist (das sind aber noch ca. 10 Jahre), dann sehen wir weiter, auch was das Zusammenziehen angeht. Der Vorteil der jetzigen Situation ist eindeutig, dass wir keinen Alltgsstress haben, wir genießen einfach unsere freie Zeit zusammen und machen, wozu wir Lust haben. Ich kann aber verstehen, dass das manchen Menschen zu wenig Nähe wäre. Das muss jeder für sich herausfinden, wichtig ist eben, dass es für beide passt und dass kein großes Ungleichgewicht besteht, sonst wird es auf Dauer schwierig und anstrengend.
 
P

proudwoman

Gast
  • #6
Da darf es nichts zu kalibrieren geben, keine Kompromisse usw, es muss passen! Für mich persönlich wäre das jetzt die richtige Art der Beziehung, nämlich LAT oder wie man das jetzt nennt. Jeder seine eigene Wohnung, fertig. @frei hat das ideale Beziehungsmodell gefunden. Wenn man bei sich selber spürt, dass man sich nicht traut irgendetwas anzusprechen, anfängt zu grübeln, zu leiden und hier im Forum nachfragt, dann passt es nicht.
 
  • #7
Wir sind beide um die 50 und seit fast zwei Jahren zusammen, Distanz 40 km, nicht wirklich viel, ich sehr eingespannt mit Arbeit, Ehrenamt, Sport. Mittwochs holt er mich zum Tanzkurs an, in dem wir uns auch kennengelernt haben und übernachtet anschliessend bei mir. Am WE sind wir ab Samstagabend zusammen, öfter bei mir wie bei ihm, denn ich habe Tiere und so können wir bis Montagfrüh beisammen bleiben. Wenn ich bei ihm bin, muß ich wegen den Tieren früher fahren.

Nun habe ich einfach mal gefragt, ob ihm das so reicht, wie wir es machen. Ich blöde Kuh habe automatisch unterstellt, ich dürfte ihm nicht so arg auf die Pelle rücken, nur ja nicht zu viel fordern. Blödsinn. Einfach fragen: "sag mal mein Schatz, ist es so, wie wir es handhaben eigentlich für Dich so in Ordnung?"

Die Antwort war, dass es ihm für den Anfang reicht, er sich aber auch mehr vorstellen könnte. Aber er wollte auch sehr behutsam sein. Und beinahe wäre es uns passiert, dass wir uns beide mit weniger zufrieden gegeben hätten, weil wir beide das Thema nicht angesprochen hätten.

So haben wir uns auf weitere Tage in der Woche geeinigt, je nachdem, wie es möglich ist. Heute fahre ich schon Freitagabend zu ihm.

Lieber Manchmal. Aus Deinen früheren Beiträgen weiß ich, dass Du auch einen vielleicht unsicheren Bindungsstil hast, so wie ich auch. Da sind auch Ängste mit dabei. Bei mir Verlustängste und ja nichts falsch machen. Und genau die können uns gerne mal ein Bein stellen. Und so werden völlig einfache Sachen zu riesigen Problemen. Und ich bin in meinem Fall überzeugt, dass mein Partner nicht das geringste von dem, was in mir vorgeht, erahnt. Dir viel Glück.
 
  • #8
Ich bin "erst" 40, lebe in einer langjähigen Ehe und gehöre damit nicht zur eigentlichen Zielgruppe der Frage. Wir führen aber berufsbedingt bereits seit etwa 17 Jahren auch sowas wie eine LAT-Beziehung, Kinder im Haushalt haben wir keine mehr.
Wir sehen uns unter der Woche nur in Ausnahmefällen. Kommunikation eigentlich nur, wenn was abgeklärt werden muss, so dass wir uns Freitag Abend immer eine Menge zu erzählen haben.
Vor kurzem hat sich mein Mann mit dem Gedanken getragen, sich eventuell beruflich zu verändern, was dann auch mehr gemeinsame Zeit mit sich gebracht hätte.

Da hab ich mich dann auch gefragt, wie wir das mit dem Nähe-Distanz-Ding regeln sollen. Sich jeden Tag zu sehen wäre mir persönlich zu viel, aber wie sagt man das ohne den anderen zu verletzen? Wir haben dann kurz darüber gesprochen, und ich habe ihm gesagt, dass für mich die Umstellung bestimmt schwer würde - weil ich es ja auch so gewohnt bin, viel Zeit ohne ihn zu haben.
Er war ein bisschen enttäuscht, weil er erwartet hätte, dass ich mich darüber freuen würde, wenn wir mehr Zeit zusammen hätten, meinte aber auch, dass er auch Ängste in der Richtung hätte, wir könnten dann wie andere Paare enden und nebeneinander her leben. Für uns ist die gemeinsame Zeit ja stets was Besonderes, Langeweile kommt nicht auf.
Letztlich hat er sich dann aber - aus anderen Gründen- gegen einen beruflichen Wechsel entschieden, so dass das Thema vom Tisch ist.

Aber ich habe gemerkt, dass diese Sache ein echtes Problem werden kann - in dem man nur schwer eine für beide Seiten gute Lösung findet. Ich wüsste wirklich nicht, wie man das lösen könnte, wenn der zwingende Grund (Beruf) wegfiele.
 
  • #9
Guten Morgen,

ich habe bisher nur gute Erfahrungen mit diesem Thema gemacht. Wahrscheinlich, weil ich diese Dinge schon sehr früh in ein Gespräch mit einflechte, bevor überhaupt atmosphärische Störungen auftreten können. Die Wortwahl ist entscheidend, damit der andere sich nicht unwohl fühlt. Als Bittsteller habe ich noch nie jemanden empfunden, wenn er zum Ausdruck bringt, dass er mehr Zeit mit mir verbringen möchte, im Gegenteil. Für mich ist das ein Zeichen von Liebe und Interesse und dementsprechend wird sie wertschätzend gehändelt. Ich fände es befremdlich, wenn man in einer Beziehung Bedürfnisse und Gefühle zurückhalten, oder sich ausbremsen muss. Wie sollen da Nähe, Vertrauen und Liebe aufgebaut werden können. Natürlich muss man, wenn man eine Zeit lang ohne Partner sein Leben eingerichtet hat, gemeinsam auf einen Nenner kommen.
Diese angstbesetzten Menschenskinder, die auf Krampf vermeiden wollen, bedürftig zu erscheinen, tun mir leid.

Freiräume werden bei mir locker gehändelt und das Wort *Kompromiss* existiert bei mir nicht. Ich möchte dass es uns beiden gut geht, Die Woche hat sieben Tage, da muss keiner zu kurz kommen, um Nähebedürfnisse oder Freiräume ausleben zu können.
Exakte Vereinbarungen, wieviel Tage und Stunden man zusammen sein will, halte ich für unspannend, weil die Bedürfnisse nach Nähe und Distanz ja auch davon abhängen, was man sonst noch so ausleben, erleben, erledigen, bewältigen und stemmen muss und will.
Wer so zugepackt ist mit Hobbys, Interessen, Terminen und Bedürfnissen, mit sich allein zu sein, der sollte keine feste Beziehung eingehen.
 
  • #10
Da darf es nichts zu kalibrieren geben, keine Kompromisse usw, es muss passen! Für mich persönlich wäre das jetzt die richtige Art der Beziehung, nämlich LAT oder wie man das jetzt nennt. Jeder seine eigene Wohnung, fertig. @frei hat das ideale Beziehungsmodell gefunden. Wenn man bei sich selber spürt, dass man sich nicht traut irgendetwas anzusprechen, anfängt zu grübeln, zu leiden und hier im Forum nachfragt, dann passt es nicht.

Genau so empfinde ich es auch und würde das inzwischen auch umgehend klären und handeln. Wenn ein Part sich gemeinsame Unternehmungen, mal ausgehen, mal zusammen kochen und vieles mehr wünscht, der andere aber zwei Nächte im Monat mit allenfalls noch Frühstück und dann los wünscht, da gibt es nicht viel zu kalibrieren. Sowas lässt sich nicht angleichen und führt früher oder später zu so viel Frust. Das ist am Ende vertane Zeit für Beide.
 
  • #11
Bin w, 48, seit gut einem halben Jahr mit meinem Freund zusammen, wir wohnen 70 km bzw. eine Stunde Autofahrt voneinander entfernt. Ich musste erstmal googlen, was LAT bedeutet. Er wünscht sich für die Zukunft ein festes Zusammenleben. Ich wäre theoretisch bereit, in etwa zwei Jahren zu ihm zu ziehen, dann ist sein Sohn 13, meine Tochter 18, sie will in eine eigene Studentenwohnung ziehen. Das ist aber Zukunftsmusik.

Wir sehen uns momentan einmal in der Arbeitswoche recht spät, mit Übernachtung und fast jedes Wochenende von Freitagabend bis Sonntagmorgen oder von Samstagabend bis Sonntagabend bzw. Montag früh. Würden wir enger zusammenwohnen oder keine Kinder haben, würden wir uns öfter und unkomplizierter sehen wollen. Beispielsweise in der Woche nur zum Abendessen gegenseitig mit Kindern einladen, ein bisschen quatschen, was jedem der Tag so brachte und dann fährt wieder jeder zu sich. Oder ich fahre erst nach dem Abendessen oder Sport zu ihm, recht spät, dann aber mit Übernachtung. Fünfmal pro Woche wäre mir bei getrennten Wohnungen jedoch zu anstrengend, dabei halte ich mich für eine Frau mit einem normalen bis eher großen Nähebedürfnis. Aber gerade jetzt in der dunklen Jahreszeit bin ich auch froh, nach der Arbeit einfach nur faul auf der Couch abzuhängen, ein paar Kleinigkeiten mit meiner Tochter zu machen, einmal in der Woche zum Training zu gehen. Im Sommer ist das anders, da bin ich viel aktiver und freue mich, wenn ich mit ihm nach der Arbeit was unternehmen kann, was aber aufgrund unserer "Trainigs/Vereinszeiten" leider schlecht passt. Wir haben jeden Tag telefonisch oder per WhatsApp Kontakt. Dies ist mir sehr wichtig, wenn wir uns schon nicht sehen.

Der Vorteil des "living apart together" (auch wenn ich die Bezeichnung vorher nicht kannte) ist ja, dass der Alltag nicht so schnell einzieht und jeder mehr Freiraum für sich hat. Würden wir zusammenleben, hätten wir mehr Nähe und Vertrautheit, was ich ebenfalls schön finde. Aber aus Erfahrung weiß ich, dass das "Besondere" schnell vorbei ist, wenn ich in Lockenwicklern die Küche putze, mich ärgere, weil er die Mülltonne nicht rechtzeitig an die Straße gestellt hat oder ich seinetwegen "ordentlich" um sechs Abendbrot essen soll, anstatt meiner Tochter und mir flexibel ein Brot zu machen, wenn wir gerade Hunger haben.
 
  • #12
Mich interessieren vor allem die Erfahrungen von Menschen 45+ in LTA (Living Together Apart)-Beziehungen, also mit jeweils eigener Wohnung, ohne Kinder im Haushalt, die nach einer Trennung wieder jemanden kennengelernt haben.

Ich habe es unter den genannten Konditionen ausprobiert (gleicher Wohnort, kurze Distanz zwischen beiden Wohnungen) und es hat für mich nicht funktioniert. Trennungsgrund waren keine Konflikte, sondern wir haben uns einfach verloren, trafen uns immer weniger, bis ich es beendete. Ich habe auch das Bedürfnis verloren, mich öfter mit ihm zu treffen.
Es hatte für mich den Anschein einer lockeren Sexbeziehung mit etwas Deko drumherum - wobei für mich der Sex uninteressant war, weil die Bindung verloren gegangen war aufgrund der immer selteneren Treffen.
Als ich die Trennung aussprach (war für mich nur noch Formsache) fiel er aus allen Wolken.

Es gab 2 Probleme:
- wir haben über die Beziehung und Frequenz der Treffen nach der Anfangsphase niemals geredet, nicht geguckt, ob sich Bedürfnisse ein- oder auch beidseitig ändern. Zumindest bei mir blieb nicht nur die räumliche Distanz, sondern auch eine innere Distanz
- es wurde einfach was gelebt was praktisch war: nach der Trennung von unseren Ehepartnern hatten wir beide Probleme gehabt schöne Wohnungen in guter Lage zu finden. Das wollte sich keiner erneut antun, weil der Immobilienmarkt sich nicht verbessert hatte und wenn es nicht funktioniert, man das nach kurzer Zeit (Trennung) alles nochmal vor sich hat
- wir legten beide sehr viel Wert darauf, den eigenen Freudeskreis aufrecht zu erhalten und die Kontake intensiv zu pflegen (Trennungserfahrung: ohne Freunde ist das schlecht). Die Freundeskreise wurden getrennt gehalten (waren kein Paar in der Öffentlichkeit), bis auf wenige Feiern zu denen der Partner mitkam. Eine Vermischung der Freundeskreise gab es nicht, weil jeder wusste, dass er seine Freunde bei Trennung braucht
- Der LAT-Partner war also nur einer, für den ein Termin gefunden werden muss, neben Freunden, Kulturterminen, Sport, Dienstreisen etc und dem Wunsch einfach mal allein abzuhängen, einen Putztag zu machen, in der Wellnessanlage allein zu versumpfen.

Für mich stand bei LAT die Trennungerfahrung im Vordergrund - es gab kein Wir-Gefühl und es wurde alles vermieden, was zu Wir geführt hätte. Unser Fehler war wohl, dass wir nie über die Beziehung geredet haben, dass es keine zu lösenden Konflikte gab. Man traf sich nur, wenn es für beide gut passte.

Jetzt führe ich eine Fernbeziehung über große Distanz, haben mehr Aufwand, aber auch viel mehr Begegnungen in unterschiedlicher Tagesform. Es ist eine tiefe innere Verbindung da, vermutlich weil große Nähe (auch räumlich) von beiden gewünscht ist. Ich merke den Unterschied: der innere Schutzschirm ist weg.
 
  • #13
Ich habe mit 52 Jahren geheiratet, nach 11 Monaten. Nach 3 Monaten sind wir zusammen gezogen. Ein Modell, hier LAT genannt, käme für mich und meinen Mann nicht in Frage, wäre mir zu unverbindlich. Aber jeder Jeck ist anders, wie man so schön sagt. Es muß zwischen den beiden Menschen passen, alles andere ist uninteressant. Und man muß drüber reden, sonst bekommt man immer die falsche Hälfte vom Brötchen. Kommunikation ist das A und O, über alles.
 
T

Toi et moi

Gast
  • #14
Ich bin zwar nicht in einer LAT-Beziehung aber ich würde es durchaus richtig finden ein "klärendes Gespräch" zu führen. Es bleibt letztendlich auch nichts anderes übrig als darüber zu sprechen, wenn man in diesem Punkt nicht harmoniert. Die Alternative ist, die Zähne zusammenbeißen und mitzumachen und irgendwann ist die Frustration dann doch groß und kommt alles raus. Ich fände es besser einen Mittelweg zu finden, damit jeder glücklich ist.
Generell denke ich aber ein riesiges Problem, wenn man in diesem Punkt nicht harmoniert. Eine Seite fühlt sich allein und die andere Seite fühlt sich ständig verfolgt. Das führt zwangsläufig zu Diskussionen, Klarstellungen und Debatten, Streitereien usw. Ich kenne Persönlich nur die Variante sich jeden Tag zu sehen. Wir haben uns nie verabreden müssen. Entweder war mein Freund bei mir oder ich war bei ihm. Aber wir haben nie ein Gespräch führen müssen. Er kam sehr oft einfach vorbei und dann war er da und es war schön aber da war ich erst Anfang/Mitte 20. Jetzt mit 45plus hätte ich absolut keine Lust ständig Termine vergeben zu müssen. Sollte ich eines Tage einen Freund haben, dann muss er zu uns ziehen :).
 
  • #15
Ich finde, das ist nicht zu regeln, oder theoretisch fest zu legen.

Das Nähe-Distanz Bedürfnis sollte bei beiden Partnern sehr ähnlich sein, dann stellen sich diese Frage nicht, das spielt sich automatisch ein.
Gibt es größere Unterschiede, wird es auf Dauer Probleme geben, Kompromisse sind schwierig.

Wird es zum Diskussionspunkt, zeigt es genau die Unterschiedlichkeiten. Sicher sollte man dies dann mal thematisieren, auch um Missverständnisse zu vermeiden - vielleicht gibt es Fehlinterpretationen, vielleicht Hemmungen.
Aber wenn nach dem Gespräch klar wird, dass es größere Divergenzen gibt, sollte man sich überlegen, ob die Beziehung funktionieren kann.

Nähe - Distanz Bedürfnisse sind sehr individuell, und für mich ein sehr elementares Bedürfnis, nicht wirklich verhandelbar.
 
  • #16
Ich würde es z.B. eher ungern hören, dass sich meine Partnerin mehr Zeit für sich alleine wünscht, dass sie mich lieber seltener sehen würde, eine ähnliche Sensibilität vermute ich auch bei ihr.
Ja, eben. Das Modell „getrennte Wohnungen” setzt auf beiden Seiten die Bereitschaft voraus, dem anderen freiwillig Freiräume zu gewähren, die er nicht einfordern könnte, ohne damit zugleich den Partner gegenüber seinen speziellen Interessen zurückzusetzen. Das unterscheidet diese Konstellation von der klassischen, auf Sachzwängen gründenden Fernbeziehung.

Es kann also nur funktionieren, wenn beide Partner mit solchen Freiräumen richtig umzugehen wissen, will heißen, sie in einer Art und Weise nutzen, die dem Partner gefällt. Das ist zum Beispiel der Fall, wenn einer gern Fotostreifzüge unternimmt und den anderen dann später mit schönen Bildserien erfreut.

Bei entsprechendem Nähe-Distanz-Gefüge sollte das alles aber auch unproblematisch geregelt werden können, wenn beide sich eine Wohnung teilen - die dafür natürlich groß genug sein muß, damit man einander nicht immerzu durch Ansprechen aus dem Flow wirft.
 
  • #17
Ich lebe nach einer gescheiterten Ehe seit 5 Jahren in einer LAT-Beziehung. Es gibt positive und negative Aspekte.

Ich finde es befreiend, tun und lassen zu können, was ich will und wann ich es will und nur für meine Wäsche und meinen Kram verantwortlich zu sein. Wenn mein Partner und ich Zeit miteinander verbringen, dann ist das Qualitätszeit, und niemals Alltag. Die Launen, Macken und Spleens des Partners bekommt man nicht hautnah mit. Man kann sich gut um seine eigenen Belange und Dinge kümmern.

Gleichzeitig - so paradox das auch klingen mag - ist es gerade der Alltag, der ein Paar auch zusammenschweißen kann. Man schafft in einer LAT-Beziehung keine gemeinsamen Dinge an, der Grad an Bindung und Verbindlichkeit ist geringer, und auch das "Wir". Den Alltag managed man vornehmlich allein. Hat man Redebedarf, fühlt man sich mal einsam oder braucht Hilfe, kann man nicht einfach ins Nebenzimmer gehen. Wo Eheleute sich eine Scheidung sehr gut überlegen, ist eine LAT-Trennung schnell ausgesprochen und hinterlässt keine größeren Konsequenzen, keinen Hausrat zum Teilen... man kann einfach aus dem Leben des Anderen verschwinden. Das schmälert das Gefühl der Sicherheit, und auch der Ernsthaftigkeit der Beziehung.

Ich bin für mich persönlich nicht sicher, ob dies für immer mein ideales Lebensmodell sein wird. Im Moment ist es in Ordnung. Aus der Ehe heraus war es schon eine Umgewöhnung, die Zeit brauchte.
 
  • #18
Hallo manchmal,

Ich habe gerade so nachgedacht und dabei festgestellt, dass es bei mir immer ganz unterschiedlich war. Bei manchen habe ich mich nach mehr Nähe gesehnt und sie wurden mir in einer ganzen Woche nicht zuviel, andere waren mir nach einem Tag zu viel und zu anstrengend.

Das lag nicht an mangelnden Gefühlen meinerseits, sondern in ihrer Art.

Letzterer vereinnahmte mich total, forderte 24/7 meine permanente Aufmerksamkeit. Ständiges Vollquasseln, alles zusammen machen, eifersüchtig auf alles und jeden. Immer das Gefühl, etwas falsch zu machen, wenn er nicht unmittelbar dabei oder involviert war. Das nervte.

Bei ersterem war das überhaupt nicht, da fühlte ich mich wohl. Man konnte auch mal miteinander schweigen, ohne dass es komisch war, er sah fern, ich las was ohne dass sich jemand vernachlässigt fühlte. Nicht dieser permanente Druck, ihn bespaßen zu müssen oder miteinander irgendwas unternehmen zu müssen. Man konnte einfach seinem Tun nachgehen und unternahm was, wenn man wirklich Zeit und Lust hatte. Er hat mich sehr frühzeitig mit in sein ganz normales Leben involviert, was ein anderes angenehmes Gefühl von Nähe gab. Mit ihm habe ich viel mehr Zeit gemeinsam verbracht als mit dem anderen, aber seine Nähe wurde mir nie zuviel, weil er mich einfach nicht so vereinnahmte.
 
  • #19
Aus meiner Erfahrung klappt es mit der Nähe/Distanz und auch der Kommunikation darüber gut, solange insgesamt das Gleichgewicht in der Beziehung gut ist, man sich respekt- und liebevoll begegnet.

In meiner letzten langjährigen Beziehung (LAT) war es nach der Kennenlernphase so, dass wir ganz unverkrampft über gemeinsam und getrennt verbrachte Zeit reden konnten. Meist waren wir am Wochenende zusammen bei ihm, trotzdem unternahmen wir auch Dinge unabhängig voneinander. Und nie war einer gekränkt, wenn der/die andere einmal etwas allein machen wollte. Das war wunderschön und ausgeglichen.

Verkrampft und unsicher wurde es erst kurz vor der Trennung, da war insgesamt der Wurm drin und Missverständnisse und Interpretationen nahmen deutlich zu - vermehrt fühlte sich eine(r) abgewiesen und/oder eine(r) vereinnahmt. Das wechselte sich munter ab ...

Ich glaube daher, dass Probleme im Bereich Nähe-Distanz letztendlich vorwiegend auf irgendein Ungleichgewicht innerhalb der Beziehung hinweisen.
Bei uns damals eben erst nach mehreren Jahren, all das Leichte und Unkomplizierte war plötzlich weg, so wirklich weiß ich bis heute nicht, woran das lag.

Fazit: Nähe und Distanzbedürfnis frühzeitig klären und bei beginnender Schieflage die WIRKLICHE Ursache des Ungleichgewichtes ergründen.
 
  • #20
Moin ihr Lieben,

herzlichen Dank für eure ausführlichen, ernsthaften Berichte! Habe sie alle aufmerksam gelesen, besonders angesprochen natürlich durch den von Moona (wie cool ist DAS denn, hier so einen charmanten Spiegel zu finden!).

Bei mir, bei uns, ist alles gut soweit. Wir leben unser LAT-Modell seit ein paar Monaten sehr glücklich, es ist nicht zu wenig, nicht zuviel. Zusammenziehen... vielleicht steht die Frage in grauer Zukunft mal an, aber momentan ist es schön, dass die Treffen etwas Besonderes sind, etwas, auf das man sich freut. Darüber gesprochen haben wir noch nicht, es ergab sich, dass wir uns mal mehrere Tage am Stück gesehen haben, auch das ist sehr harmonisch. Was wir vielleicht noch lernen müssen, könnten, sollten, ist ganz normaler Alltag miteinander... aber das ist nun mal nicht LAT...

manchmal
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
  • #21
Kann nicht nachvollziehen weshalb es schwierig sein soll, das anzusprechen. Was machst du denn erst bei wirklich schwierigen Themen? - "Bittsteller"? Sag mal weißt du überhaupt, was es bedeutet zu lieben? Das klingt alles recht misstrauisch, verkopft, technokratisch ("kalibrieren"). Einfach nachfragen, ganz pragmatisch. Von nichts kommt nichts, vor allem in Bezug auf Kommunikation.
 
  • #22
Ich bin ja in der gleichen Altersphase und abgesehen von der Frage, wieviel Nähe wieviel Distanz benötige ich, was man auch in einer gemeinsamen Wohnung realisieren kann, stellt sich für mich die grundsätzliche Frage, was möchte ich in / von einer Partnerschaft.
Bereicherung, dass ich mich wohler fühle als heute als Single.
Was fehlt mir heute?
Dass jemand da ist, wenn ich nach Hause komme und sich freut - und umgekehrt.
Neben jemandem einschlafen, auf der Couch sitzen, Nähe.
Das spontane Miteinander, spontan gemeinsam etwas machen, sich zusammen über etwas freuen, ärgern, Gefühle teilen - nicht per WhatsApp mit Smileys, oder Telefon - sondern die spontane wortlose Kommunikation, sich halten, spüren.
Da erst entsteht für mich Beziehung, Bindung, gerade WhatsApp sind zwar nett als Verstärker, aber oberflächlich.

Warum auch nicht jeder mit seinem Buch oder was auch immer im gemeinsamen Raum sitzen - ohne konkret mit dem anderen etwas machen, aber das schöne Gefühl, da ist jemand.

Für eine Kennenlernphase ist die LAT selbstverständlich, aber für mich, wenn irgendwann wieder Partner, dann möchte ich ein WIR, ein gemeinsames Leben mit einer Wohnung. D.h. ja nicht, dass man nicht genauso seine Freiräume behalten kann. Hobbies, Interessen, Raum für sich, Rückzugsmöglichkeiten. Evtl. 2 Schlafzimmer, bei einem frühaktiven unruhigen Schläfer wie mir, eine beziehungsfördernde Maßnahme. Freiheit trage ich in mir, die gebe ich nicht auf durch eine gemeinsame Wohnung.

Aber LAT wäre mir auf Dauer zu wenig, dann wäre es für mich eine deutlich losere Beziehung.
Aber jedem das seine, es muss beiderlei stimmig sein, sich beide wohl fühlen.
 
  • #23
Klar sollten die Bedürfnisse nicht zu weit auseinander liegen, aber es wird selbst bei Menschen mit gleichem Nähebedürfnis auch mal vorkommen, dass einer Zeit für sich braucht während einer gerne Paarzeit hätte. Wichtig ist meiner Meinung nach, dass man dem Partner niemals das Gefühl gibt, einem auf die Nerven zu gehen oder die Priorität wo anders als bei der Beziehung liegt. Wenn man regelmäßig schöne Unternehmungen einbaut und sich Zeit füreinander nimmt, dann wird es auch kein Problem sein wenn man sich mal einen Tag für sich selbst freihält.

Was du mit "regeln" meinst, ist bei mir eine Mischung aus auch mal nachgeben zu können wenn man merkt, der Partner würde heute gerne etwas mit mir unternehmen, auch wenn ich jetzt eigentlich lieber dies oder das tun würde und wenn man doch mal seine Ruhe haben will, es dann schön zu verpacken. Niemand bekommt gerne gesagt "heute will ich dich nicht sehen". Viel netter klingt es, wenn man dem Partner erklärt, was man genau vor hat. Also zB "heute arbeite ich bis spät abends und möchte dann nur noch ins Bett fallen" oder "ich muss unbedingt heute Wäsche waschen und aufräumen". Im Grunde hat doch jeder mal das Bedürfnis ohne den Partner zu sein. Ein bisschen gegenseitiges Verständnis und nicht gleich eingeschnappt sein sollte bei erwachsenen Menschen doch möglich sein.
 
P

Papillon

Gast
  • #24
Ich habe lange überlegt Dir zu antworten, weil ich dein Kriterium mit ü40 nicht erfülle, aber mein Freund ist über 40. Vielleicht hilft es Dir doch etwas.
Wir sind seit ca. 1,5 Jahren ein Paar und wohnen in der gleichen Stadt, nur ca. 8 km entfernt. Ich hatte zwei lange Fernbeziehung hinter mir und war meine Freiheit gewöhnt.
Daher kam für mich ein schnelles zusammenziehen nicht in Frage. Bei ihm sah es innerlich ähnlich aus. Doch wenn es möglich ist sehen wir uns. Das ist also fast täglich. Manchmal fabriziere ich einen Ausreißer und brauche mal einen Tag für mich. Das stösst ihn schon ab und zu vor den Kopf.
Aber ich muss auch mal meine Papiere in Ordung bringen und ich mich selber auch. Zum Beispiel habe ich einfach keine Lust mit Gesichtsmaske in seiner Gegenwart zu sein. Das killt komplett die Erotik...
Ich habe das Gefühl, dass er es schon gern sehen würde, wenn wir zusammenziehen. Ich werde das mal in gemeinsamen Urlaub ansprechen. Ich will erstmal nicht, dafür haben wir ein zu unterschiedliches Wärme und Lichtbedürfnis. Dazu kommt der konträhre Einrichtungsstil. Er will seine Toplage nicht aufgeben und ich meine Wohnung nicht. Es gibt sicherlich eine Einigung, ich finde es aber zu früh. Auch will ich es vermeiden in den nächsten Jahren 2x umzuziehen. Ich habe noch ein Haus und sobald es frei wird haben wir soviel Platz, dass wir dort theoretisch 2 Wohnung / Bereiche einrichten könnten. Kommt Zeit, kommt Rat. Aber jetzt kommt der Unterschied zu Dir, wir wünschen uns ein gemeinsames Kind. Falls das klappen sollte werden wir zusammenleben. Dann werde ich auch die zwei Umzüge überstehen...
 
  • #25
Du kannst es nicht falsch oder richtig machen. Wenn du der richtige Typ für die Frau bist, und sie auch wirklich Interesse an dir hat, dann wird sie es begrüßen, dass du dich ständig bei ihr meldest. Und sie wird es auch akzeptieren, wenn du die Macke hast und dich nur seltener meldest.

Man muss ja vielmehr die Realität sehen. 98 % aller dahergelaufenen Männer kommen für eine Frau einfach nicht in Frage und nerven. Einerseits von der Optik und andererseits von ihrem Charakter/Verhalten/Lifestyle. Wenn eine Frau also nicht gleich bei dir anspringt, hat sie kein Interesse. Das entscheidet sich in sekundenschnelle.

Du hast hier in dem Forum ja ohnehin schon Brüller vom Stapel gelassen, von Puff über Sexgeschichten, ich möchte dir ehrlich gesagt nicht begegnen. Das ist eher eine Strafe für jede Frau. Also nur richtig, dass die Frauen dir zu Recht aus dem Weg gehen und misstrauisch sind. Du strahlst die Unzufriedenheit des Lebens meterweise aus und Frauen gehen auf Abstand.
 
  • #26
Moin,
Hmmm. Bei meiner Frage geht es letztlich um Gefühle und nicht um ein Arbeitsteam... und Gefühle sind nun mal nicht "pragmatisch". Sie sind nicht mal konstant, wie man auch an diesem interessanten Beitrag sieht:
... Bei manchen habe ich mich nach mehr Nähe gesehnt und sie wurden mir in einer ganzen Woche nicht zuviel, andere waren mir nach einem Tag zu viel und zu anstrengend
Ich denke fast, dass sich Gefühle in die eine oder andere Richtung ändern können, wenn man zu offensiv, vielleicht "zu pragmatisch" über dieses sensible Thema diskutiert.
Als persönliches Beispiel: Im Moment habe ich das Gefühl, dass meine Freundin mich gerne häufiger um sich hätte. Sie macht aber keinen Druck, nur ab und zu kleine, charmante Anspielungen in die Richtung. Ich selbst brauche momentan noch(?) ein paar Tage in der Woche für mich alleine, einerseits für ganz simple Haushalt- und Hobbydinge, andererseits auch, um nachzudenken, Musik zu hören usw.. Ich bin froh, dass ich mir keine Sorgen darüber machen muss, dass sie an diesen Tagen irgendwie traurig wäre. Man schreibt sich an diesen Tagen ein bisschen, telefoniert vielleicht.
Wenn meine Freundin anfangen würde, zum jetzigen Zeitpunkt Unzufriedenheit und den Wunsch nach mehr Paarzeit zu signalisieren, würde das meine Gefühle dahingehend verändern, dass ich quasi ein schlechtes Gewissen während meiner "einsamen" Tage hätte. Ich müsste dann wohl anfangen, mir mehr oder weniger ehrliche Ausreden einfallen zu lassen, etwas, das ich eigentlich hasse.
Und das wäre ganz unnötig, weil die Anzahl der Tage, die wir pro Woche gemeinsam verbringen, sowieso langsam zunimmt. Die Erklärung für diese Entwicklung ist wahrscheinlich, dass ich mit wachsender Vertrautheit immer entspannter mit ihr umgehe und danach weniger "Auszeit" für mich alleine möchte. In diesem Sinne will ich auch gar nicht ausschließen, dass wir irgendwann in einer gemeinsamen Wohnung landen werden, ich bin da eigentlich ganz flexibel aufgestellt.

manchmal
 
P

Papillon

Gast
  • #27
Du hast hier in dem Forum ja ohnehin schon Brüller vom Stapel gelassen, von Puff über Sexgeschichten, ich möchte dir ehrlich gesagt nicht begegnen. Das ist eher eine Strafe für jede Frau. Also nur richtig, dass die Frauen dir zu Recht aus dem Weg gehen und misstrauisch sind. Du strahlst die Unzufriedenheit des Lebens meterweise aus und Frauen gehen auf Abstand.
Nimm dir den Kommentar nicht zu Herzen, ich finde deine Entwicklung sehr positiv und deine Freundin tut dir sehr gut. Ihr macht es richtig. Ihr nehmt euch in der Beziehung für euch Zeit und überstürzt nichts. Wir haben uns am Anfang auch nur ein paarmal in der Woche gesehen und jetzt ist es nahezu täglich. Solange beide glücklich sind und sicb wohlfühlen ist alles in Ordnung. Alles Liebe euch!
 
  • #28
Guten Morgen @manchmal,
was mir an Deiner Frage und Antworten auffällt ist die unterschwellige Deskonstruktivität. Es geht nicht darum gegen jemanden sondern für sich zu sein und darauf zu achten. Das kann im Zweifelsfall bedeutet, dass man nicht für jemanden und etwas ist, aber nicht automatisch dagegen. Wenn Du Dir nun dies zu Eigen machst, liegt das Problem bei Dir und nicht bei ihr. Des Weiteren schreibst Du zwar von Fühlen, aber (zer)denkst alles und jeden. Wenn Du nicht in der Lage bist oder Dich fühlst Unterschiede zu kommunizieren hast Du ein Problem oder wirst (damit) über kurz oder lang eines bekommen.

Wir (48/47) sind in LAT, leben aber auch gemeinsam das Besondere und unseren Alltag. Wir sind keine Anderen, ob wir nun zusammen oder eben nicht sind.

Eines wurde von Dir und hier nur im negativen bzw. (sich)rechtfertigenden Kontext oder völlig unzureichend erwähnt: Neben den für uns unverzichtbaren Ähnlich- und Gemeinsamkeiten ist ebenso unverzichtbar selbst zu sein, sein zu dürfen bzw. zu können. Auch daran scheint es Dir zu mangeln.

Kurz und gut: Du bist auf einem guten Weg, aber noch nicht am Ziel und das liegt hauptsächlich an Dir nicht ihr.
 
  • #29
In einem Dossier über Paare, die sich auch nach 30 bis vierzig Jahren noch als glücklich miteinander bezeichneten, war eine der zentralen Aussagen "Mein Partner stört mich nicht".

Mir ist das im Gedächtnis haften geblieben, weil es so banal wie zutreffend ist.

Der ideale Partner stört nicht. Man muss sich von ihm nicht erholen, weil man auch in seiner Anwesenheit ganz bei sich ist.

Für die Anfangszeit mag das eingeschränkt gelten, weil starkes Verliebtsein ja einen absoluten Alarmzustand für den Körper bedeutet. Aber auch da geht es in die Richtung: Wenn es wirklich passt, entspricht sich auch das Nähbedürfnis ungefähr. Demnach: Bedürfnisse ansprechen.

Ich hatte mal eine Beziehung, bei der es sich eingebürgert hatte, dass wir um die Mittagszeit telefonierten. Wie oft habe ich eine Arbeit deswegen nicht angefangen (um sie dann nicht unterbrechen zu müssen) oder das Haus später verlassen als es mir lieb war. Ich fühlte mich durch die Mittagstelefonate zunehmend eingeschränkt.

Hinterher kam heraus, er hatte oft gar keine Lust mich anzurufen, schon allein wegen der Vorstellung, ich sitze zu Hause und warte darauf.... Es hätte nur einer von beiden den Mund aufmachen müssen. Beide wären froher gewesen.

Also: Bedürfnisse äußern und dann findet sich ein Weg oder es passt eben nicht.
 
  • #30
Moin,
ich glaube, du verwechselst mich mit jemandem anderen hier... Puff ist definitiv eine Sache, zu der ich keine Geschichten erzählen kann, eine Bildungslücke, die ich nicht unbedingt zu schließen gedenke... und meine "Sexgeschichten" ;) - O mei, doch alles sehr harmlos und im Rahmen des Schicklichen, oder?
Hm, du meinst wohl eher nicht "Dekonstruktivismus", vielleicht im Sinne von "Instabilität sichtbar machen" sondern "Destruktivität" - Im Sinne von "etwas zerstören wollen"? Das würde mich natürlich bestürzen, das will ich definitiv nicht... dann würde ich mich ja besser gar nicht um eine Beziehung bemühen...
Es geht nicht darum gegen jemanden sondern für sich zu sein und darauf zu achten. Das kann im Zweifelsfall bedeutet, dass man nicht für jemanden und etwas ist, aber nicht automatisch dagegen. Wenn Du Dir nun dies zu Eigen machst, liegt das Problem bei Dir und nicht bei ihr.
Diesen Text von dir finde ich sehr "dicht", kannst du ihn etwas näher erklären?
ist ebenso unverzichtbar selbst zu sein, sein zu dürfen bzw. zu können. Auch daran scheint es Dir zu mangeln.
Ja (falls ich dich richtig verstehe)... es fällt mir noch etwas schwer, mit ihr zusammen ganz "ich selbst" zu sein, mich einfach ganz locker zu geben, wie ich das mit guten Freunden oder meinen Kindern kann, oder natürlich auch, wenn ich ganz alleine bin. Aber ich hoffe, das ändert sich, wie schon gesagt, mit wachsender Vertrautheit.

manchmal
 
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