• #1

Wie oft pro Woche Sex?

Hallo zusammen,

ich bin seit einiger Zeit hier stiller Mitleser. Nachdem sich mein Partner nach 4 Jahren Beziehung getrennt hat, stellt sich für mich die ein oder andere Frage wie es denn in anderen Beziehungen mit der Sexualität läuft.

In der Anfangszeit hatten wir so 3-4 Mal die Woche Sex, haben jeden Tag/Abend viel geknutscht und gekuschelt. Nach ca. 2 Jahren hat das immer mehr abgenommen, was für beide eigentlich vollkommen ok war, irgendwann kommt ja auch der Alltag. Gegen Ende hat es sich dann auf 1 Mal pro Woche eingependelt - bis vor der Trennung dachte ich auch, dass das von beiden Seiten aus ok ist. Mein Freundeskreis hat nach Rückfragen meinerseits ebenfalls angegeben, dass es nach jahrelanger Partnerschaft auf 1-2 Mal die Woche abgenommen hat.

Ich ging davon aus, dass es von seiner Seite aus tatsächlich ok ist, was es dann nur leider doch nicht war, da dies als Trennungsgrund benannt wurde. Zu wenig Sex und fehlende Intimität (Abends auf der Couch einfach nur Knutschen). Wir haben beide einen Job, von dem wir Abends nicht entspannt nach Hause kommen, zumal es ja auch noch den Alltag und Hausarbeiten gibt (nach 2 Jahren sind wir zusammen gezogen). Er hat es leider nie angesprochen, dass es ihm doch zu wenig ist. Da er sich auch nicht aktiv um mehr bemüht hat, gab es auch keinerlei Anzeichen für mich.

Mich muss viel mehr mit einem Partner verbinden als Sex. Daher ist in einer längeren Beziehung 1 Mal die Woche (sofern der Sex erfüllend und befriedigend ist) für mich vollkommen ausreichend.

Stehe ich mit der Ansicht alleine da? Wie oft habt ihr in längeren Beziehungen in der Woche Sex?

Ich freue mich auf Antworten.
 
  • #2
Liebe FS
Ich würde sagen, in eurem Fall ist der Trennungsgrund eher die mangelnde Kommunikation. Die Anzahl Sex/Woche erscheint mir vollkommen normal/durchschnittlich für ein Pärchen.
Ein Partner sagt nicht (deutlich genug?), was für Bedürfnisse er hat, bis er frustriert das Handtuch wirft. Der andere Partner geht stillschweigend davon aus, dass alles ok ist, fragt aber auch nicht aktiv nach. Kommt häufig vor. Man hätte euch gewünscht, dass ihr miteinander ein tieferes Gespräch führen konntet, bevor es so weit war, dass einer aufgab. Schade, dass es nicht früher zu dieser Aussprache kam.
Allerdings gibt's auch die Möglichkeit - sorry, das ist unangenehm und vielleicht auch weit hergeholt: Dass der Partner dich sexuell nicht mehr so attraktiv fand, oder sich in jemand anderes verguckte, sich das nicht zu sagen traute und stattdessen meinte, es sei ihm zu wenig Sex. Also dass seinerseits Leidensdruck da war, aber nicht korrekt benannt wurde, um einem Konflikt auszuweichen. So konnte er sich "anständig" trennen aus einem Grund, den er zumindest teilweise auf dich schieben konnte.
 
  • #3
ich hätte gerne, wie dein Partner, viel öfter Sex,mein Partner ist da nicht so interessiert.. allerdings würde ich nie auf die idee kommen mich deswegen zu trennen, und zwar weil nämlich gar kein sex (nach der Trennung), noch viel unbefriedigender wäre als der zu wenige Sex den ich jetzt habe.

Insofern verstehe ich seine Argumentation nicht. Das ganze ist aber auch zu oberflächlich beschrieben um Sinn zu ergeben. Ich vermute es liegt nicht direkt daran dass ihr zu wenig Sex hattet, sondern dahinter steckt doch sicherlich auch ein zwischenmenschlicher Konflikt und es gab Gespräche, jeder hatte seine Haltung dazu, dann wurde so und so damit umgegangen und so weiter und das hat dann zur Trennung geführt.

Vl hatte er zb das Gefühl du bist nichts ausreichend auf ihn zugegangen oder so etwas in der Art..
 
  • #4
Ich finde die eigentliche Frage eigentlich uninteressant. Also, nur um die erstmal zu beantworten, ich würde 1-2 in einer Partnerschaft okay finden...mehr auch...weniger würde ich jetzt nicht so toll finden ABER JETUT ZUM EIGENTLICHEN, dann würde ich es ansprechen. Ich würde, was dafür tun, dass da mehr Sex Raum hat. Mir scheint dein Partner macht sich das etwas leicht. Eine Partnerschaft lebt durch Kommunikation. Er hat dir überhaupt keine Chance gegeben, anders zu handeln, wenn es wirklich der Grund war. Einfach dämlich, am Ende so etwas rauszuhauen und nicht davor es zu reparieren.
 
  • #5
Liebe FS,
ich sehe das Problem auch nicht in der zu geringen Sexfrequenz für ihn, sondern in seiner Unfähigkeit, das anzusprechen und in Deiner Unfähigkeit zu spüren, dass etwas in der Beziehung nicht stimmt.

Für mich und meinen Partner gilt: die Libido leidet unter Stress und Phasen hoher beruflicher Belastung - das spüren wir für uns selber und auch beim anderen und thematisieren es.
Dann tun wir was, um diese Quellen der Sexlosigkeit zu beseitigen. Im Job sind wir ersetzbarer, er ist uns beiden trotz hohem beruflichen Engagement unwichtiger als die gelebte Nähe (dazu gehört Sex) in der Beziehung. Einen gut bezahlten Job finden wir eher als einen guten Partner. Darin müssen sich aber beide einig sein.

Ein weiterer Grund ist ganz simpel Müdigkeit, weil man sich zuviel aufhalst: Vollzeitjob, regelmäßig Sport, zu viele Weiterbildungen außerhalb der Arbeitszeit, überhöhte Ansprüche an die Haushaltsführung (jeden Abend aufwendig kochen), viele Unternehmungen mit Freunden etc. Auch da hilft: weniger ist mehr. Entspannung bietet Raum für Lust. Auch da gilt: beide müssen das Gleiche wollen.

Dass der Wunsch nach Sex in einer längeren Beziehung dauerhaft nachlässt habe ich in der Vergangenheit auch schon festgestellt, nämlich wenn die Liebe Abnutzungserscheinungen durch den Alltag zeigt weil
- es doch nicht so gut miteinander passt, z.B. unterschiedliche Lebensvorstellungen und einer passt sich dauerenttaeuscht den anderen an
- fehlende einseitige oder gegenseitige Unterstützung (Versagen im Alltag) und dadurch steigender Frust
- sich wiederholende Respektlosigkeiten/Verletzungen im Altagsgeschehen, die nicht thematisiert und nicht gelöst werden

Wenn man über längere Zeit immer wieder oder im Verlauf zunehmende negative Erlebnisse miteinander hat, das killt die Zuneigung und auch den Wunsch/das Bedürfnis nach Sex. So wird es immer weniger.
Man muss sich die Beziehung anschauen und frühzeitig gegensteuern, statt sich von außen treiben zu lassen, in ein Leben, was man nicht will. Wenn einer von beiden das nicht will, sondern glaubt es läuft von allein, dann ist das der Auftakt für Entfremdung und Auseinanderdriften.
 
T

Toi et moi

Gast
  • #6
einmal in der Woche nach 4 Jahren finde ich nicht so wenig. Es ist auch nicht viel aber es geht wahrscheinlich um mehr als die Frequenz. Es geht wahrscheinlich eher um die Qualität und die Intensität der Zweisamkeit und Sex. Wahrscheinlich spürt er keine Befriedigung. Gut, man kann ihm vorwerfen, dass er seine Wünsche nicht kommuniziert hat. Warum war er nicht in der Lage die Situation zu ändern. Ich meine, er hätte doch seine Wünsche wenigstens nonverbal äußern können. Er hätte dich doch aus der Reserve locken können. Entweder hat er es versucht und es ist bei dir nicht angekommen oder du hast diese Signale ignoriert, weil du mehr als einmal in der Woche nicht wolltest? Oder er hat nichts gesagt, weil er sehr Stoltz ist und für Sex nicht betteln will. Jedenfalls habt Ihr unterschiedliche Bedürfnisse, was die Sexualität angeht und das ist meines Erachtens ein legitimer Trennungsgrund.
 
  • #7
Hmmm - irgendwie verstehe ich mal wieder die Welt nicht mehr.
Anscheinend, so darf man hier lesen, ist zusammen wohnen und den Alltag teilen doch "die Beziehung auf die nächste Stufe stellen". Komischerweise allerdings kostet das anscheinend den Sex . Zumindest viel davon. Kann man hier auch immer wieder lesen.
1 x pro Woche - ok, wenns aus Altersgründen weniger wird. Ist halt so. Aber für ein Paar um die 30 kann das doch nicht die Erfüllung sein. Je nach dem, wie alt der Mann der FS ist - zu wenig oder auch viel zu wenig.
Und fummeln auf der Couch ist kein Sex, sondern soll zum Sex führen. Nur so als Anmerkung.
 
  • #8
Wenn ihr zusammenzieht, sieht man sich jeden Tag, die Erotik ist futsch. Was gibt es da noch ständig Sex zu haben? 1x die Woche immer das Selbe Programm ist auch langweilig. Man hat dann nicht mehr Sex aus Spaß und Aufregung, sondern aus Routine und Triebabfuhr, weil man es halt mal braucht. Aber ansonsten kennt man ja alles am Partner, vor allem auch alle ekelhaften Seiten, wenn man zusammenwohnt. Da hat man dann halt keine Lust mehr.

Das Gleiche kenne ich mit Affären. Eigentlich ist der Sex scheiße, aber besser als kein Sex ist es allemal. Ich glaube, viele Menschen praktizieren Sex nur als Bestätigung für sich, nach außen hin und vor dem Partner. Damit die eigene Seelenwelt gerettet ist.
 
  • #9
1 x pro Woche - ok, wenns aus Altersgründen weniger wird. Ist halt so. Aber für ein Paar um die 30 kann das doch nicht die Erfüllung sein.

Ich wünschte, mehr Männer würden so denken, dann wären Frauen auch nicht so sexuell ausgehungert und angesäuert. Es geht ja nicht nur um Sex, sondern der Sex wird von Zärtlichkeiten begleitet, der ohne Sex ja dann auch nicht oder nur reduziert und leidenschaftslos stattfindet.

Also ich bin in meiner Partnerschaft in den 20ern höchstens auf 1x im Monat gekommen, eher noch weniger. Das heißt, kein Sex = keine Zärtlichkeiten oder sonstige körperliche Aufmerksamkeit. Ich denke, das ist ganz normal. Was anderes habe ich nie erlebt und ich bin nicht hässlich.
 
  • #11
Der Trennungsgrund "zu wenig Sex" deutet ja nicht zwingend zu wenig Sex mit der Partnerin an, sondern kann auch der Wunsch nach Abwechslung sein.
Gerade wenn der Ex auch kein Gespräch oder sonstwas initiiert hat, um Besserung zu erreichen, kann man davon ausgehen, dass mit dem Wunsch nach mehr Sex nicht der Wunsch nach mehr Sex mit der FS gemeint ist.

Für die Statistik: nach vier Jahren Beziehung halte ich einmal die Woche für "normal", natürlich abhängig von sonstigen Umständen (Kleinkinder, Fernbeziehung,Schichtdienst - da dürfte es weniger häufig sein).
Meiner Erfahrung nach wird die Frequenz immer niedriger je länger die Beziehung dauert. Man hätte zwar gern mehr Sex, aber eben nicht unbedingt mit dem Partner, der zur Verfügung stehen würde.
Wenn der Leidensdruck dann zu groß wird trennen sich monogam veranlagte Menschen oft und versuchen ihr Glück mit dem Nächsten.

Ich denke so war es auch hier.
 
  • #12
# Tom26 warum kann das denn nicht die Erfüllung sein. Wenn es für beide o.k. ist??? Du bist doch nicht das Maß aller Dinge. Ich z.B. war je nach Partnerin mit deutlich mehr genauso wie mit deutlicher weniger. Es ist doch völlig individuell und hängt auch von dem jeweiligen Partner ab. Es gab Phasen mit meiner Frau, da hatten wir nur einmal im Monat Sex. Und ganz offen und ehrlich. Es war aus meiner Sicht die deutlich besserer Beziehung, als die zuvor in der ich deutlich mehr Sex hatte. Sex ist eben nicht alles.

M 47 (der da teilweise nur knapp über 30 war)
 
  • #13
Und fummeln auf der Couch ist kein Sex, sondern soll zum Sex führen. Nur so als Anmerkung.

So bunt ist das Leben und doch manchmal auch so farblos. Erst recht bei der Wahl dieser Worte. Wenn der Ex der FS das auch so sah, könnte das der wahre Grund sein. Aber jeder/m das Ihre/Seine.

Sex(ualität) ist für mich mehr als der reine Akt und er bestenfalls das Sahnehäubchen, aber nicht zwingend.

Ich (emp)finde die Häufigkeit des GV, so wie Du ihn beschreibst, völlig in Ordnung, in sehr stressigen Zeiten eher noch seltener, und nicht als das Problem Deiner Fragestellung und vom Deinem Ex fadenscheinig vorgeschoben. Zumal nicht kommuniziert. Andererseits denke und fühle ich in mehr als 2 Jahrzehnten. Es hat sicher seine Gründe warum es bei der FS “nur“ 4 Jahre (geworden) sind.

Mir fehlt in Deiner Frage eindeutig die gelebte Nähe, Vertrautheit, Respekt, Achtung und Achtsamkeit im Alltag. Kurz/Kürzer: Die Wärme in Kopf, Herz und Leib.

Es bleibt wieder die simple Feststellung, dass, wenn es nicht passt, es nicht passt und das hat auch, aber vor allen Dingen nicht nur, mit Sex zu tun.
 
  • #14
Laut Statistik soll der bundesdeutsche Durchschnitt bei Langzeitbeziehungen zwischen 1-10x im Monat liegen.
In meiner 13 jährigen Beziehung hatte ich es mit einem Mann zu tun, bei dem die Beziehungsdauer nichts an der Frequenz reduziert hat (i.d.R. täglich, oft aber auch sowohl frühs und abends und am WE auch mal mehrmals und damit drei, vier Stunden im Bett verbracht).
Letztendlich war die Beziehung jedoch nicht harmonisch, weil sich alles nur um Sex drehte und es kaum andere Themen gab. Als die Beziehung auseinander ging, wollte er keine Freundschaft mit mir, sondern hat eine reine Sexbeziehung vorgeschlagen. Was ich damit sagen will: Für den einen ist 1x die Woche eine Deprivation, für den anderen ein Überschuss. Es gibt da kein richtig oder falsch. Auch wenn man den Durchschnitt kennt und weiß, dass man im guten durchschnittlichen Rahmen liegt, wird das wahrscheinlich nur bedingt das eigene individuelle Bedürfnis reduzieren oder ankurbeln. Aber wenn dein Freund nicht darüber gesprochen hat, wird es bei ihm eine Ausrede sein... Da schließe ich mich den anderen Meinungen an und würde dir raten dich daher nicht zu sehr an der Sexfrage aufzuhängen. Das ist bestimmt nicht der Grund. Denn wenn jmd lange Zeit etwas quält, dann spricht man unweigerlich darüber, ob verbal oder nonverbal. Das geht gar nicht anders.
 
  • #15
Naja so stur 1x die Woche wäre mir persönlich jetzt auch nach 8 Jahren Beziehung zu langweilig
kommt selbstverständlich auch auf die Tagesverfassung, Stresslevel etc an. sicher gibts mal Wochen wo wir nur 1x oder garkeinen Sex haben, weil zu müde oder zu viel Arbeit..
mal mehr, mal weniger, aber lieber eher mehr
im Urlaub & am Wochenende sowieso

Ich weis jetzt ehrlich gesagt nicht warum das automatisch einschlafen soll, wenn man lange zusammen ist & zusammen wohnt? Gerade wenn man sich nach Jahren gut kennt, weis man doch was der andere mag & kann gemeinsam auch mal was neues ausprobieren, wenn man Gefahr läuft, dass es zu langweilig wird. Da reichen oft schon Kleinigkeiten aus.
Man muss halt schon auch miteinander darüber reden wenns einem nicht gefällt, zu langweilig oder zu wenig ist.

Finde es schon auch bedenklich, dass er das nicht angesprochen hat. Sollte das wirklich der Grund sein, hat er ja noch nicht mal versucht das Problem zu lösen sondern hat einfach aufgegeben. Denke auch, dass da mehr dahinter steckt.
 
  • #16
# Tom26 warum kann das denn nicht die Erfüllung sein. Wenn es für beide o.k. ist??
Es war aber eben nicht für beide ok - wie du hättest lesen können.
Und ja - die ersten 2 Jahre - vor dem Zusammenziehen- war die Frequenz 3 - 4 mal die Woche.
Wenn dir das nicht zu denken geben würde - dann weiss ich auch nicht.
Ich weiss, dass es asexuelle Menschen gibt. Ist auch ok, wenn diese aufeinandertreffen. Aber innerhalb von 2 Jahren nur noch ein Viertel Sex - ich kann nicht sehen, dass damit allzuviele Menschen glücklich wären.
 
  • #17
Er hat es leider nie angesprochen, dass es ihm doch zu wenig ist. Da er sich auch nicht aktiv um mehr bemüht hat, gab es auch keinerlei Anzeichen für mich.
Nunja, ich denke, daß er es schon angesprochen hat.
Er hat nur nicht die Formulierung gewählt "So, jetzt hat es aber lange genug gedauert, ich brauche heute Sex."
oder
"Mir ist unsere sexuelle Aktivität zu gering, laß uns jetzt poppen."

Er wird es möglicherweise nonverbal getan haben, da er wußte, daß Frauen auf dieses Thema sehr sensibel reagieren und sein "mir ist es zu wenig" in fast 100% der Fälle als "Du genügst mir nicht mehr" interpretiert wird.
Er hat sicher mehrmals/häufig versucht mit entsprechenden Annäherungsversuchen in dieser Richtung Aktivität zu zeigen.

Frag Dich doch nur mal, wie oft Du im letzten Jahr Kopfschmerzen hattest, zu müde warst oder sogar direkt ins Schlafzimmer geflüchtet bist, das Licht ausgemacht hast und dich auf die Seite gedreht.
Oder wie oft hast Du gesagt: "Schatz, ich mag lieber noch diesen Film zu Ende sehen."

Wer kein Interesse daran hat, richtig gedeuteten Zeichen zu folgen, der übersieht eben die Zeichen. Das gilt für Männlein UND Weiblein.
Doch setzt hier häufig eine geteilte Wahrnehmung ein.

Nimm z.B. diesen, in den meisten Beziehungen (auch in meiner gescheiterten Ehe) vorgekommenen Dialog:

Sie: Ich mag diese Dinge an dir nicht. Du mußt Dich ändern.
Er: Hmmm, o.k. einverstanden, ich will es versuchen, auch wenn es mir schwerfällt. Aber da sind diese Dinge, die Du für mich ändern könntest.
Sie: Wenn Du mich nicht so akzeptieren kannst, wie ich bin, sollten wir nicht zusammen sein.

Versuch mal rauszufinden, wo bei Dir die Doppelstandard in Deiner Wahrnehmung vorliegt.
 
  • #18
Nun, die Beziehung zwischen Mann und Frau ist eine postulierte Beziehung. So eine Beziehung muss täglich neu erschaffen werden. Von allein erneuert sie sich nicht. Und das bedeutet im Klartext: man muss ständig miteinander reden und sich stets etwas einfallen lassen damit der Partner dann reagieren kann.
 
  • #19
was nützen dann Statistiken im Freundeskreis, im Forum oder sonstwo?
Richtig, denn: wer legt eigentlich fest, wie oft (oder wie selten) Sex "normal" ist? Wo fängt "Sex" überhaupt an? Gehören Zärtlichkeiten nicht auch schon dazu?

Die Antwort wird immer so individuell sein, wie das beteiligte Paar. Ich fand Sex auch nach 20jähriger Beziehung noch aufregend und freute mich darüber, dass es meinem Partner ähnlich ging - aber ich kenne auch selteneren Sex, der deswegen nicht weniger befriedigend sein muss und glücklich macht.
Sex(ualität) ist für mich mehr als der reine Akt und er bestenfalls das Sahnehäubchen, aber nicht zwingend.
Für mich geht es immer um Qualität und nicht um Quantität. Was wiederum nur funktioniert, wenn die gesamte Beziehung mehr bietet als Sex.
 
  • #20
Liebe FS,
ich sehe das Problem auch nicht in der zu geringen Sexfrequenz für ihn, sondern in seiner Unfähigkeit, das anzusprechen und in Deiner Unfähigkeit zu spüren, dass etwas in der Beziehung nicht stimmt.

Für mich und meinen Partner gilt: die Libido leidet unter Stress und Phasen hoher beruflicher Belastung - das spüren wir für uns selber und auch beim anderen und thematisieren es.
Dann tun wir was, um diese Quellen der Sexlosigkeit zu beseitigen.
Das sehe ich ja auch so, dass die Paare miteinander so gut wie nie über die eigenen Wünsche und Bedürfnisse sprechen und jeder geht davon aus, dass der andere mit der Beziehung so wie sie ist, unzufrieden ist bis dann die Trennung kommt.

Aber wenn der eine Partner sich zurückzieht oder kaum mehr kommuniziert mit dem anderen so kann das doch verschiedene Gründe haben:

1) Unzufriedenheit mit der Arbeit oder zu grosser Stress bei der Arbeit
2) allgemeine Unzufriedenheit im Leben und mit sich selbst
3) die Beziehung allgemein wird eintönig und öde empfunden usw.

D.h. das veränderte Verhalten des einen Partners bedeutet nicht automatisch. dass dahinter Unzufriedenheit mit der Sexualität steckt mit deren Häufigkeit! Insofern kann man der FS nicht vorwerfen sie hätte nicht gemerkt, woran es liegt.

Kein Mensch ist fähig Gedanken zu lesen oder Wünsche und Bedürfnisse zu erahnen. Nur der eine dem etwas fährt sollte das Gespräch suchen und seine Wünsche formulieren wenn er möchte dass sie ihn befriedigt werden.

Trennung ohne seiner Partnerin, die Chance zu geben etwas zu ändern, weil der Mann gar nicht redet ist erstmals unfair ihr gegenüber und zweitens hat dieser Mann keine Garantie auf häufiger Sex in der nächsten Beziehung.

Es gibt bestimmt auch Paare die nicht weit voneinander wohnen und vielleicht sogar mehrmals in der Nacht miteinander schlafen - insbesondere an Wochenenden und danach benutze ich das ein bis zweimal pro Woche ein.

Du könntest bei deiner nächsten Beziehung deinem Partner explizit sagen, dass er jederzeit mit dir reden kann, wenn ihm etwas fehlt oder, wenn er das Gefühl hat, dass er zu wenig miteinander schläft, denn du möchtest nicht, dass er darunter leidet. Und dieses Recht mit dem nächsten Freund selbst über deine eigenen Wünsche und Bedürfnisse zu reden hast du natürlich auch.

Ich selbst habe keine Tabuthemen und kann über alles reden und das sagte ich auch allen meinen Ex. Und ermutigte sie über alles was ihnen am Herzen liegt mit mir zu sprechen und dass ich sie niemals verurteilen für ihre Wünsche egal wie sie sind. Ich höre mir ihre Bedürfnisse und Wünsche immer an, auch wenn ich nicht alle erfüllen kann und mag wie z.B. einen Swingerclubbesuch, denn das war der Wunsch eines Ex-Freundes.

Darum gib immer einem Mann das Gefühl, dass du ihn für nichts verurteilst und, dass er dir wirklich alles erzählen kann!
 
  • #21
Moin,

das Schwierige ist, dass "weniger wollen" für beide Teile die Frage aufwirft, ob man mit einem anderen mehr wollte. Schwierig, weil das keiner so genau sagen kann, und "mehr wollen" leicht "noch weniger wollen" auslöst. Kaum einer kann leicht sagen, wieviel absolut gut ist.... Mir wäre täglich vielleicht tatsächlich etwas zu viel, andererseits könnte ich mir auch vorstellen, dass es eine schöne tägliche Gewohnheit werden kann, weil sich Körper und Geist darauf einstellen. Ich glaube, es gibt Studien, die so etwas besagen. Vielleicht ist gerade besonders schwierig, jeden Tag zu überlegen, ob es heute passt oder nicht. So ähnlich, wie gemeinsam zu essen... manchmal klappt es einfach nicht, aber das sind dann eben Ausnahmen... und nicht andersrum.

manchmal
 
  • #22
Es ist immer das gleiche Problem: mangelnde Kommunikation. Es gibt keine Patentlösung, wie of in der Woche/im Monat "normal" ist. Solange sich Beide einig sind, ist es egal. Man muss einfach nur drüber sprechen - und das gilt für alle Bereiche in einer Partnerschaft. Leider hat sich hieran - trotz der Veränderungen in unserer Gesellschaft - nicht wirklich etwas geändert. Ich weiß, dass das wenig tröstlich ist, aber allein bist du mit dem Problen definitiv nicht.
 
  • #23
Da er sich auch nicht aktiv um mehr bemüht hat, gab es auch keinerlei Anzeichen für mich.

Liebe FS,

dies zeigt doch, dass es ihm eben NICHT um mehr Sex ging! Das HÄTTE er Dir nämlich mehr als deutlich gezeigt!

Die Begründung ist von ihm schlicht und einfach vorgeschoben. Weil es vielleicht als "männlich" gilt, viel Sex zu wollen.

Ich vermute ganz stark GANZ andere Gründe, weshalb er Eure Beziehung beendet hat.
Und mangelnde Kommunikationsfähigkeit von ihm.
Und leider vermute ich auch ein Sex-Leben bei Euch beiden, das eher Mittelmaß und Quantität statt Phantasie, Besonderheit und Qualität ausmachte.
 
  • #24
Hier in diesem Fall denke ich: das Kind brauchte einen Namen.
Wäre das der Grund für die Trennung, wäre es regelmäßig zum Diskussionsthema geworden.
Wer mehr als einmal in der Woche möchte, der versucht zumindest regelmäßig mehr zu bekommen.

Lieber @Tom26 unabhängig davon, dass ich jedem seine Art oder Menge an Sex gönne und grundsätzlich meine: es gibt keine Norm nur passende/unpassende Partner...Muss ich bei Dir doch einmal rechnen.
Wenn ich es richtig gelesen habe, dann triffst Du Deine Partnerinnen gerne nur am Wochenende.
Wenn hier jeder seine Freiheit hat, kann Frau auch andere Dinge vorhaben damit niemand nach Zwang des Terminkalenders lebt.
Wenn Du also die Quote von 4x im Monat brichst: chapeaux!
Einige mögen fummeln oder je nach Gesinnung bespielen ohne den GV als Höhepunkt zu sehen.
Und nennen gerade das Sex.

Wichtig ist aber : Sex ist wichtig...ob gemeinsam gemocht weniger oder mehr.
Oder gemeinsam gemocht experimentell, in Rollen oder mit rumrollen.
 
  • #25
Du sagst, er hätte das Thema nie angesprochen und dir nicht mitgeteilt das ihm der Sex zu wenig ist.
In deinem vorletzten Absatz schreibt du allerdings, das dir einmal in der Woche Sex ausreicht und das du diese Frequenz normal findest.
Wir alle im Forum wissen nun wie oft du gerne Sex hättest, ohne dich zu kennen. Da liegt der Verdacht sehr nahe, das dein Ex Partner das wohl auch wusste. Denn so wie du uns das mit einem Satz vermittelt hast, wirst du es ihm auf die ein oder andere Art auch vermittelt haben.
 
  • #26
Lieber @Tom26 unabhängig davon, dass ich jedem seine Art oder Menge an Sex gönne und grundsätzlich meine: es gibt keine Norm nur passende/unpassende Partner...Muss ich bei Dir doch einmal rechnen.
Wenn ich es richtig gelesen habe, dann triffst Du Deine Partnerinnen gerne nur am Wochenende.
Liebe Pixi, da das WE bei mir am Freitagabend beginnt, am Samstag seinen Höhepunkt hat und am Sonntag ausklingt .....
Dazu kommt: ich bin heute Mitte 50 - nicht mehr Anfang 30. Du wirst in 20 oder 25 Jahren auch merken, dass manches weniger wird - nicht nur die Stunden im Fitnessstudio.
Ja - ich bin heute nicht mehr der ungestüme junge Bär - sondern der alte, dem Frau erst den Bauch kraulen muss, damit er auf Touren kommt.
Darum hab ich ja auch die Altersangabe vor meine Ausführungen gesetzt.
 
  • #27
Du sagst, er hätte das Thema nie angesprochen und dir nicht mitgeteilt das ihm der Sex zu wenig ist.
In deinem vorletzten Absatz schreibt du allerdings, das dir einmal in der Woche Sex ausreicht und das du diese Frequenz normal findest.
Wir alle im Forum wissen nun wie oft du gerne Sex hättest, ohne dich zu kennen. Da liegt der Verdacht sehr nahe, das dein Ex Partner das wohl auch wusste. Denn so wie du uns das mit einem Satz vermittelt hast, wirst du es ihm auf die ein oder andere Art auch vermittelt haben.
Das ist doch vollkommen in Ordnung. Heißt nicht, dass man sich nicht aneinander anpasst im Laufe der Beziehung. Man teilt sich mit und schaut wo der andere steht und dann werden wie in vielen anderen Lebensbereichen Kompromisse eingegangen, mit denen beide leben können. Wenn er sagt täglich und sie wöchentlich, dann könnte man sich in der Mitte treffen. Kommt auch immer darauf an, wer starrer ist in seiner Ansicht. Es klang jetzt für mich nicht nach einer starren, rigiden Festsetzung.
 
  • #28
Liebe FS:

Nur wenn man ihn rein lässt (also den Alltag!)

Sofern man keine Kinder möchte kann man den Alltag ganz gut aus der Beziehung draußen halten - z.B. über das LAT-Modell, bei dem jeder seine eigene Wohnung (oder sein Haus) behält und unter der Woche einen eigenständigen Haushalt führt :) (so ist es nicht mit genervt nachhause kommen, dem Partner auf die Nerven gehen (bzw. diesem um Sex anzubetteln und dann zu hören zu kriegen: "Keine Lust" oder "Bin nicht in Stimmung" etc....als wenn das nicht weh tut, liebe Frauen!) und dann genervt schlafen gehen und sich noch am Morgen um's Bad streiten etc. - auch Streits bezüglich Haushaltstätigkeiten entfallen komplett (!), weil ja jeder seine Heim aussehen lassen kann wie er/sie möchte (Gäste haben nicht zu meckern!)), so kann man auch unter der Woche seinen Hobbies (Anmerkung: Hobbys? Euer Ernst? Das ist ein englisches Wort, der Plural lautet Hobbies verdammt noch mal!) nachgehen und das Wochenende ist dann für die Beziehung, für welche man dann auch mehr Energie hat (und wo man sich dann nicht gerne stören lässt! Auch plant man so mehr Aktivitäten...ein "lass uns einfach ausschlafen und das Wochenende vergammeln" oder ein "ich bin nachmittags im Verein/mit Freunden (oder Freundinnen) weg" etc. kommt dann weniger oft vor...eher: "Schatz? Was machen wir am Wochenende? Ich würde mal gerne wieder ins Theater/Kino/in die Oper, wie wäre es wenn wir uns Karten für XYZ kaufen und vorher/nachher schön essen gehen? Und dann Heim - zu dir oder zu mir?"

ps: Eine Beziehung ohne regelmäßigen Sex würde ich nicht haben wollen...klingt oberflächlich, ist es vielleicht auch, aber eine Frau (oder Mann) mit der/dem man zusammen ist ist maximal eine Freundin/ein Freund, wenn man keinen Sex mehr hat! Sicher ist eine Beziehung mehr als das, aber ohne ist's auch keine wirkliche Beziehung mehr (sondern ein Zwischending aus guter Freundin/gutem Freund und Mitbewohner (wenn man denn zusammen wohnt!)...

Sich um mehr zu bemühen hilft oft genug nicht, weil viele Frauen ihre niedrige Libido nicht als etwas betrachten das man reparieren/therapieren muss (für sie ist das niedrige Verlangen nach Sex ok und der Mann ist oft "pervers" wenn er mehr Sex möchte! Streit ist hier meist vorprogrammiert, viele Männer lassen es dann leider schleifen (d.h. ihr Mädels seit nicht allein Schuld, mit Sicherheit nicht!) und gehen dem Streit aus dem Weg!)...kenne genügen Fälle aus meiner Verwandtschaft, wo's dann in die Brüche ging!
 
  • #29
Wenn man sich so eine Frage stellt, stimmt was nicht! Wenn ich liebe und begehre mehrmals täglich, links, rechts, oben, unten, einfach alles, überall, das volle Programm. Und nein, ich bin keine Nymphomanin, nur ohne meine täglichen Orgasmen schlecht gelaunt.
 
  • #30
Und nein, ich bin keine Nymphomanin, nur ohne meine täglichen Orgasmen schlecht gelaunt.
So etwas nennt man dann Launebär oder? Grins....
O manche schreiben hier es liegt an der Beziehungslänge das so gut wie kein Sex mehr statt findet.
Beine längste Beziehung war mehr als 25 Jahre. Mit 20 waren wir Karnickel ( 5-6 x/Woche), mit Anfang 30 war die Qualität beiden sehr wichtig ( 3-4x/Woche) mit Ende 30 waren wir bei 1-2 x/Woche. Aber immer und das fast drei Jahrzehnte lang war die Leidenschaft vorhanden welche dem Sex etwas einzigartiges fühlen ließ.
Klar gab es auch mal einen Quicki und auch mal Druckfrei Sex. Aber ich fand meine Exfrau immer sehr anziehend auch wenn ich mal keine " Lust" hatte. Und bei meiner letzten Partnerin war es ähnlich. Wenn ich mit dem Herzen dabei bin habe ich auch Lust. Vielleicht nicht so oft wie andere, aber dass muss ich ja auch nicht. Als meine Ehe zu Ende ging war auch die Harmonie weg, oder zumindest wurde sie dadurch blockiert. Und dann war auch der Sex kein Thema mehr. Ich will damit sagen das es oft andere Gründe sind die den Sex verschwinden lassen. Und diese Gründe sind nie auf den Mist von einem Haufen gewachsen. Meistens fehlt die Zeit,der Mut oder einfach die Bereitschaft und Harminie diese Gemeinsam zu ergründen und zu entdecken. Der Sex kommt in einer Beziehung immer als Sahnehäubchen daher. Meinem Gefühl und Erfahrung nach. Und so fühlt es sich für mich Richtig und gut an.
m46
 
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