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Gast

  • #1

Wie reich fühlst du dich?

Die Deutschen gehören zu den 90% denen es besser geht als der Weltbevölkerung.
ich reise viel durch die Welt und kann dieses suggerierte Bild vom reichen, glücklichen Deutschen nicht bestätigen.
Mir erscheint, in anderen Ländern geht es viel lustiger, viel weniger verbissen, mit viel mehr Lebenslust zu, wird viel mehr gelacht und viel mehr das Leben und die Liebe geliebt.

Hier in Deutschland wird nur gearbeitet - konsumiert- auch Menschen.
Wer mich fragt: Nein, ich fühle mich nicht reich und du?
 
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  • #2
Reich fühle ich mich nicht aber glücklich.
 
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  • #3
Ich glaube hier wird der Begriff reich mit glücklich verwechselt. Und den Deutschen geht es auch nicht besser als 90% der Weltbevölkerung, sondern damit ist vermutlich wirtschaftlich besser gemeint.
 
  • #4
Es gehört eine Menge Verbissenheit dazu, Reichtum zu erarbeiten und zu erhalten. Insofern ist es folgerichtig, daß andere wesentlich glücklicher sind.
 
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  • #5
Dazu gibt es interessante Beiträge des Autors und Psychologen Bas Kast.

Meine Meinung: Wirtschaftliche Sorglosigkeit ist bequem und trägt somit auch, aber nicht allein zu unserem Glück bei.

Am reichsten fühle ich mich, wenn ich mein Glück mit jemandem teilen, ihn vor Unglück bewahren oder seinem Glück etwas hinzufügen kann.
 
  • #6
Gott zu Bruce in dem Spielfilm "Bruce Allmighty".

"Einige der glücklichsten Menschen der Welt stinken wie ein Frettchen, wenn sie nach der Arbeit nach Hause kommen."
 
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  • #7
Geld macht nicht glücklich, aber es beruht einen. Wer wenig Geld hat ist zwar glücklicher, da er keine Angst vor dem Verlust haben muß.
 
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  • #8
Vieles wurde schon gesagt. Ich denke aber, dass das Wort "reich" auch abhängig ist von der jeweils gegebenen Grundsituation des Landes. Man muss jetzt nicht die Miet- und Spritpreise von Deutschland mit China, Russland oder den USA vergleichen, aber auch wenn hierzulande ein Großteil der Bevölkerung reicher als der Rest der Welt ist oder auf einem sehr hohen Niveau lebt, so finde ich nicht, dass der durchschnittliche Deutsche reich ist.

Reich ist doch nur eine Relation zu möglichen Umständen, Gegenwerten, Vergnügen, Zeit, Flexibilität ...etc.

Der hart arbeitende Schichtarbeiter in seiner 1 Zimmerwohnung im Hochhaus, der sich nur alle 6 Monate einmal den Gang ins Kino leisten kann oder vom Hartz IV Empfänger, der sich nur 1 mal im Jahr etwas größeres aus dem Luxusbereich leisten kann, mag zwar im Vergleich zu ärmeren Regionen der Welt "reich" sein, weil er hat fließend Wasser, Strom, ein Dach über den Kopf usw..aber er ist nicht reich, sondern arm, weil er sich viele Dinge nicht leisten kann, wie für andere Deutsche "normal" sind. Wer sich nur 1 mal im Jahr ein Konzert für 20 Euro leisten kann oder nur alle 5 Jahre mal in den Urlaub fliegt mangels Geld und Zeit, ist für mich nicht reich...

Aber zugegeben: Die Deutschen wissen den hohen Lebensstandard hier nicht wirklich zu schätzen und sehen sich daher grundsätzlich immer schlechter, ärmer, unzufriedender....als ein Großteil der Bevölkerung anderer Nationen.
 
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  • #9
"Nicht wer wenig hat, sondern wer sich viel wünscht, ist arm." [Seneca]

"Mir imponieren nur die Millionäre, die mir auch dann imponieren würden, wenn die noch nicht einmal einen Pfennig in der Tasche hätten."[André Kostolany]

Weise Zitate von weisen Männern. Genaus so sehe ich das auch.

Monetärer Reichtum beginnt dort, wo derjenige nicht auf Anhieb die Größe seines Vermögens bestimmen kann. Millionäre zählen hierzu nicht mehr.

m, 50
 
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  • #10
Reichtum besteht nicht im Besitz von Schätzen, sondern in der Anwendung, die man von ihnen zu machen versteht.

Napoleon I
 
  • #11
es ist einfach toll, wenn immer Wasser aus dem Hahn kommt, wenn man ihn aufdreht und dafür, daß die Elektrik nahezu immer funktioniert, ist man dankbar, wenn man schon anders gelebt hat!

Wirklich reich würde ich mich erst dann fühlen, wenn ich alles Elend das ich um mich herum sehe, ein wenig eindämmen könnte. So wie´s ist, bin ich sicherlich nicht arm, aber wenn ich mehr Geld zur Verfügung hätte, würde ich nicht anders als jetzt leben, aber ich könnte viel mehr tun!

Also: ich fühle mich reich und ich fühle mich gleichzeitig arm.
 
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  • #12
Am reichsten fühle ich mich, wenn ich mein Glück mit jemandem teilen, ihn vor Unglück bewahren oder seinem Glück etwas hinzufügen kann.
Das kann ich aber erst, wenn ich selber seelisch reif genug bin.

Ich fühle mich seelisch reif, finanziell reich und auch reich gesegnet, mit meinem Kind, was gestern ein tolles Zeugnis nach Hause brachte.

w
 
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  • #13
Genau das, was Dich an anderen so stört, das trägst Du selbst auch in Dir.
Empfindest Du ein "Menschen konsumieren", dann tust Du es doch selbst.
Fällt Dir auf, dass hier zu wenig gelacht wird, dann lachst Du selbst doch auch nicht viel.
Lebe Dein Leben! Ja, DEIN Leben und störe Dich nicht am Leben der anderen.
w/45
 
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  • #14
Reich ist derjenige, welcher nicht's besitzt, was man ihm nehmen könnte.....
 
  • #15
Mein Job bringt es mit sich, dass mir immer wieder bewußt wird, wie "reich" ich bin.

Trotz vieler Krisen und Belastungen bin ich psychisch und physisch für meiner Alter sehr, sehr gesund, fühle mich an vielen Tagen rundum wohl in meiner Haut, werde mit Schwierigkeiten fertig ohne an meine Substanz gehen zu müssen, kann mir den einen oder anderen kleinen Luxus erlauben, werde respektiert, gemocht und geliebt- Teufel noch mal, was will ich mehr?
 
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  • #16
Ich habe in London , Barcelona und Mailand gelebt . Drei Städte die für Lifestyle stehen. Aber in London hat fast jeder 2 kein Auto sondern fährt mit der Underground oder mit dem Bus , in Mailand wohnen Führungskräfte in 1- 2 Zi Butzen weil Häuser gar nicht zu bezahlen sind , bzw kaum vorhanden sind und in Barcelona kannst Du Nachts (nach 24h) nicht alleine 200m durch die Stadt gehen ohne überfallen zu werden. Ich wohne jetzt in einer Niedersächsischen Kleinstadt : Haus , Auto , Sicherheit - ja ich fühl mich reich bzw gut und möchte nicht mehr mit dem Leben (Niveau) in den europäischen Top Metropolen tauschen .
 
  • #17
Naja das mit dem Reich ist immer so eine Sache.

Man braucht kein Geld um glücklich zu sein (oben wurde ja gesagt, dass man beide Begriffe trennen sollte).
Ansonsten ist das auch mit dem Geld immer so eine Sache der Gewohnheit. Als ich Student war hatte ich wenig zur Verfügung und konnte damit leben. Als ich dann einen sehr gut bezahlten Job hatte hat sich nicht grundlegend viel geändert. Allerdings beruhigt es schon, wenn man nicht jeden Euro umdrehen muss und sich auch mal etwas gönnen kann.

Der Begriff Reich ist halt immer relativ. Genauso ist es auch mit deinem Eindruck in der Weltbevölkerung. Ein einfaches Beispiel. Man habe 10 Familien die verglichen werden. Alle Familien haben die gleiche Ausstattung mit dem Unterschied, dass nur 1 Familie ein Auto hat, die anderen haben keins.
Jeder würde doch die Familie mit dem zusätzlichen Auto als reich betrachten.

Wenn das Auto aber jetzt bspw. ein 20 Jahre alter VW ist und plötzlich einer mit einem 7er BMW dazu kommt sieht es plötzlich wieder anders aus.

D.h. der Begriff Reich ist stark davon abhängig, mit wem man sich vergleicht. Und ich glaube hier besteht auch schon das Problem: Man vergleicht sich mit anderen.
 
  • #18
Ich fühle mich "reich", mit folgenden Sätzen:

Wirklich reich ist man nur im Herzen, und in seiner Seele. Was nützt materieller Reichtum, wenn man trotzdem unglücklich ist ?

Das Wichtigste im Leben ist die Gesundheit - das Zweitwichtigste die Lebenszeit.
Wer nur nach materiellem Reichtum strebt - übersieht leicht, was wichtiger ist.

Zum Reichtum gehört auch die Weisheit, um ihn zu bewahren, und dadurch nicht unglücklich zu werden.
z.B. so mancher Lottogewinner bereut, daß er diese Weisheit nicht hatte.

Wer nie gelernt hat, sparsam zu sein - der wird es auch nicht können, wenn er materiell reich ist.

Wer sich schier alles kaufen kann, verliert schnell das Interesse daran. Es hat keinen Reiz mehr, es zu besitzen. Aber er bekommt das Problem, daß er nicht weiss, was ihn noch reizen kann ?
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Materieller Reichtum ist für mich, wenn ich mir keine Sorgen um das Materielle und die Existenz machen muß, dabei maßvoll leben kann, und damit rundum glücklich bin.
 
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  • #19
Wie bereits von meinen Vorrednern gesagt, hier wird reich mit glücklich verwechselt. Mir geht es wirtschaftlich gut. Ich kann mir ein Haus leisten, einen Sportwagen... usw. Ich habe meiner Traumfrau die Sterne vom Himmel geholt und dennoch sind wir heute getrennt weil sie nach 18 Jahren festgestellt hat, sie liebt einen Anderen mehr als mich. Noch heute, 1,5 Jahre später leide ich immer noch unter der Trennung.

Bin ich reich? Zumindest geht es mir wirtschaftlich gut. Bin ich deswegen glücklich? Nein. Für eine neue Liebe und etwas inneres Glück würde auf mein Geld/Besitz verzichten.
 
  • #20
Ich bin reich an Liebe meines Partners und meiner Kinder.
Ich bin reich beschenkt mit wirklich lieben Freunden.
Bin ich reich an Geld? Mir geht es ganz gut.
Nur an einem bin ich arm. Zeit für mich selber. Das ist dann wohl der Preis des Erfolges. Daran arbeite ich jetzt und formuliere andere Wertigkeiten in meinem Leben. w51
 
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  • #21
ich fühl mich weder reich noch glücklich. mein partner denkt nur an den aufbau seiner karriere. ich rede von seele, er meint die seele sei das gehirn..ich frage mich, wie ich mit solchen ansichten leben soll. ich erkalte eigentlich mit jedem. und das liegt wohl daran, dass ich nicht deutsche bin.

ich weiß auch nicht mehr weiter. ich wollt immer nur arbeiten um zu leben. er will arbeiten um anzuhäuen, zu konsumieren um dann irgendwann mit 60 vielleicht zu leben... also mir ist das hier alles zu wenig, zu banal und zu oberflächlich, leider weiß ich keine lösung.
 
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Gast

  • #22
Man braucht kein Geld um glücklich zu sein (oben wurde ja gesagt, dass man beide Begriffe trennen sollte).
Ansonsten ist das auch mit dem Geld immer so eine Sache der Gewohnheit. Als ich Student war hatte ich wenig zur Verfügung und konnte damit leben. Als ich dann einen sehr gut bezahlten Job hatte hat sich nicht grundlegend viel geändert. Allerdings beruhigt es schon, wenn man nicht jeden Euro umdrehen muss und sich auch mal etwas gönnen kann..
So sehe ich das auch. Auch ich musste als Studentin jeden Cent fünfmal umdrehen, fühle mich daher schon "reich", wenn das Gehalt locker zum leben reicht, nicht jeder Cent umgedreht werden muss und ich mir auch mal etwas gönnen kann. Teure Reisen, teure Autos, teure Kleidung oder eine Villa brauche ich nicht, um glücklich zu sein.

Ein guter Job, den ich mag, genug Freizeit, pünktlich Feierabend, genügend Zeit für Hobbys, das sind Dinge, die mir wichtiger sind als Geld.

Ehrlich gesagt hatte ich einfach keinen Bock, 12-15 Stunden am Tag zu schuften, Karriere zu machen und dann irgendwann mit 50 "reich" zu sein (und dann den Herzinfarkt zu kriegen?), ich persönlich hatte das Gefühl, dass ich, wenn ich das tue, Karriere mache, hart schufte, meine schöne Jugend, mein Leben vergeude. Was nützt mir dann die viele Freizeit erst mit 50, wenn ich alt und grau bin?

Ne ne, Luxus ist, mit dem zufrieden zu sein, was man hat :)
 
  • #23
EINSPRUCH

Also irgendwie kann ich als ebenfalls vielreisender Deine Beobachtungen nicht bestätigen. Aber klar, wenn manche reisen nehmen Sie nur die schönen Seiten eines Landes wahr während Sie zuhause eben das Leben in der vollen Bandbreite erleben.

Machst Du Urlaub- Tja dann sind die meisten um Dich rum eben auch im Urlaub- oder leben davon dass Sie freundlich zu Dir sind. Begegnest Du dagegen den Menschen im normalen Leben gleicht sich das schon ziemlich an.

Sorry lieber FS, DU bist hier der Miesepeter- ich nehme Deutschland als ein heiteres und fröhliches Land wahr. Höflicher als die meisten sowieso.

Und ja, ich fühle mich reich- an Freude, Liebe, etc. Und ja, genügend Geld zu haben um nicht jeden cent zweimal umdrehen zu müssen ist dabei hilfreich weils das Leben entspannter macht.
Geld alleine macht sicher nicht glücklich- aber es hilft.