• #1

Wie richtig Grenzen setzen?

Ich habe mir in früheren Beziehungen oft viel zu viel gefallen lassen und wurde dadurch teilweise nicht gut behandelt. Inzwischen habe ich daraus gelernt und versuche meine Grenzen zu setzen und zu verteidigen. Allerdings endete das in den letzten Beziehungsversuchen immer so, dass es dadurch häufig Streit gab, sich jedoch trotzdem nicht änderte.

Der letzte Mann den ich kennen gelernt habe, hat sich immer wenn ich gesagt habe das er mich mit etwas verletzt und das ich es mir anders wünsche entschuldigt, aber dann einfach so weiter gemacht, so das es immer wieder zum Streit kam. Am Ende hat er mir auch klar gesagt, dass die ständigen Streits ihn von mir weggetrieben haben.

Jetzt frage ich mich, wie ich Grenzen setzen kann, ohne das ständige Streits eine beginnende Beziehung vergiften, aber auch ohne das ich mir wieder alles gefallen lasse. Ich wäre dankbar für Tips und/oder Erfahrungsberichte in dieser Hinsicht.
 
  • #2
Grenzen setzen heißt für mich kein Diskutieren oder Verhandeln. Da ist die Grenze, die Konequenzen sollten bekannt sein, wenn sie übertreten wird. Wird sie übertreten, handel danach und sei konsequent.
Es ist wie mit einem Kleinkind was mit Schneidwerkzeugen spielen will. Das geht nicht, wird nicht gehen und ist nicht verhandelbar.
In der Regel gibt es auch keinen Streit, weil meine Grenzen nicht ausdiskutiert, in Frage gestellt oder neu gesteckt werden müssen.
In einer Beziehung, wo man im Regelfall Kompromisse schließt, kannst Du auch nur für dich deine eigene Grenze aufzeigen, bis dahin du bereit bist mitzuarbeiten und ihm entgegenzukommen. Aber ein Stopp-Schild ist Stopp und eine rote Karte beim Fußball ist ein Platzverweis.
Wenn zu viele Diskussionen in der Beziehung sind und dein Freund deine Grenzen ignoriert, passt es grundlegend nicht zwischen Euch und du solltest früher Konsequenzen ziehen, auch wenn dies zumeist nichts anderes als Trennung bedeutet.
 
  • #3
Liebe Blümchen,

ich habe die Erfahrung gemacht, dass eine einzige klare Ansage reicht. Danach HANDLE ich. Würde ich weiter reden, bzw. die Ansage zig Mal wiederholen, würde ich an Glaubwürdigkeit und Stärke verlieren.

Ein Beispiel:

Mein Freund und ich sitzen in einem Café. Er schaut plötzlich auffällig einer anderen Frau hinterher, was mich ärgert.

Ich spreche ihn darauf ein paar Tage später, als wir uns gerade SEHR GUT verstehen, in einem freundlichen Ton darauf an. Ich sage ihm einfach, dass ich das so von Männern nicht gewohnt bin und dass ich es auch irgendwie absurd finde. Ich sage ihm LIEBEVOLL und mit einem Augenzwinkern: "Ich liiiieeeebe es, wenn Du MIR hinterherschaust. Weißt Du was, das nächste Mal, stehe ich dann einfach auf und gehe weg. Dann bin ich mir ziemlich sicher, dass Du mir hinterschauen wirst!".

So, ... ein paar Wochen später: ein anderes Café, eine andere hübsche Frau. Er schaut wieder auffällig lange und respektlos mir gegenüber der anderen hinterher.

Jetzt MUSS ich aufstehen und zwar SOFORT. Und weg gehen. Und die nächsten Tage wird er sich richtig um mich bemühen müssen, dass er mich überhaupt wieder ans Telefon bekommt.

Diese Geschichte ist von mir frei erfunden. Das heißt, ich habe sie so zum Glück noch nie erleben müssen. Mein Freund schaut sich gerne schöne Frauen an, aber hinterher glotzen, so dass es mich stören würde, macht er nicht. Zum Glück.

Ich würde aber so handeln, wenn er es machen würde.

Ich hoffe, das hilft Dir, liebe Blümchen!
 
  • #4
Hallo Blümchen,

Ich kenne die Problematik. Wenn einen etwas stört und man es sagt, dann artet das sehr schnell in Streit aus, wenn der andere nicht versteht, was man meint oder es auch nicht verstehen möchte, weil für ihn gerade kein Problem da ist. Ich habe es mal eine Zeit lang wortlos versucht, also ich habe mich dann jedes mal ein wenig zurück gezogen, statt diskutiert. Aber das Ganze bringt eigentlich auch nichts, denn so ein Verhalten schafft Distanz und keine Nähe.

Ich denke mittlerweile einfach,wenn man Beziehungen von hoher Qualität haben möchte, dass man dann auch einen Partner braucht der eine gewisse emotionale Intelligenz mitbringt. Es bringt nichts, wenn ein Part versucht "Ich-Botschaften" zu senden und mit Engelszungen etwas zur Sprache bringen möchte, und der andere kapiert es einfach nicht. Egal wie man es sagt, für den anderen ist es dann immer nur Genörgel und Gemecker. Reflektiert wird da nichts.

Einige Männer tun sich mit der Kommunikation sehr schwer. Leider kommt man aber nicht wortlos aus, wenn man eine gute Beziehung möchte. Diese Männer gehen dann auch irgendwann gekränkt und geben der meckernden Freundin die Schuld, was eigentlich los war verstehen sie bis zuletzt nicht.

Mein Rat: Sprich es immer an wenn dich etwas stört. Es gibt tatsächlich viele Männer die es mit der Kommunikation echt drauf haben, such dir lieber so einen. Alles andere strengt nur an und du wirst in den Augen des anderen immer wieder die Schuldige sein.

Einfach jemanden suchen, der genauso kommuniziert wie du. Ist gar nicht so schwer.

w(28)
 
  • #5
Wenn du wirklich ständig davon sprichst, dass du dich verletzt fühlst, würde mir das gehörig auf den Wecker gehen. Das hört sich furchtbar nach Opferrolle an, sehr weinerlich.
Manchmal ist kurz und schmerzlos wesentlich effektiver und zieht nicht so einen ewigen Salmon hinter sich her: Lass das!
 
  • #6
Liebe FS,
mir scheint, dass Du so sehr eine Beziehung willst, dass Du die Streitereien länger aushältst als die Männer mit denen Du es versuchst.
Wenn man schon in der Anfangszeit viel Streit hat, dann ist doch offensichtlich, dass es zusammen nicht passt. Die Männer sind eben nicht so, wie Du sie willst. Du brauchst nicht versuchen, sie durch Streiterei zu verändern, das funktioniert nie.

Du solltest Dir angewöhnen Beziehungsanbahnungen selber zu beenden, wenn Die Männer nicht nach Deinem Gusto sind, statt sie durch Dauergezanke zu verjagen. Es muss doch oberfrustrierend für Dich sein, wenn die Männer Dir immer abhauen.
 
  • #7
Überlege dir ein paar Grenzen die für dich ein "no go" sind und bei welchen du wie weit nachgeben kannst/willst!
Wenn zwei Leute wirklich zusammenpassen kann es wegen der einen odere anderen Grenze hie und da mal eine kleine eventuell auch hefigere Auseinandersetzung geben, aber keine ständigen Streit. Das was du beschreibst ist ein Zeichen dafür, dass ihr einfach nicht zueinenader gepasst habt! Dem muss man auch wenn es hart ist wieder alleine zu sein, wieder auf die Suche zu gehen und wieder von vorne anfangen zu müssen, ins Auge sehen sonst runiert man sich selbst und verliert viel Zeit die man mir dem Richtigen bzw der Richtigen hätte schon verbringen können.
Setzte dir aber nicht zu viele Grenzen, damit nicht unflexibel wirst und dir selber im Weg stehst, steif, stur und unnahbar wirkst, sondern lege nur die wichtigsten fest und ina llen anderen Fällen einen etwas breiteren Spielraum.
 
  • #8
Der letzte Mann den ich kennen gelernt habe, hat sich immer wenn ich gesagt habe das er mich mit etwas verletzt und das ich es mir anders wünsche entschuldigt,
Streiten sollte man nur - und zwar ausschließlich konstruktiv - wenn ein Punkt wirklich richtig wichtig ist.

Kleinkram muss sich zu Recht rütteln, und zwar am Besten nonverbal.

Am Wichtigsten ist gegenseitiger Respekt. Du solltest Deinem Partner Achtung und Respekt entgegen bringen und dasselbe sollte er tun. Du solltest also eine klare Linie im Leben haben und Dich nur auf Beziehungen einlassen, in denen sehr schnell klar ist, dass der Mann Dich wirklich schätzt und sich ernsthaft in die Beziehung einbringen will.
Männer, die halbherzig agieren, sortiere ganz schnell aus, melde Dich nicht mehr, zieh Dich zurück. Wenn er daraufhin Gas gibt und das dauerhaft, kannst Du noch einmal nachdenken - tu das aber sehr kritisch.

Stimmt die gegenseitige Basis, wird es kein Gemaule über Kleinkram geben, weil beide an einer guten Beziehung arbeiten. Dann gibt es immer noch genug Stolperdrähte, die gemeinsam aus dem Weg geräumt werden müssen. Könnt ihr nicht gut streiten, ist das ein Alarmsignal und sollte ernst genommmen werden.

Ich hatte das Problem in meiner ersten Ehe und es war für mich unabdingbar, dass dies bei einer neuen, dauerhaften Partnerschaft sehr viel besser laufen müsse. Ein extrem wichtiger Punkt, der von vielen jungen Menschen nicht ernst genug genommen wird!
 
L

Lionne69

Gast
  • #9
Liebe Blümchen,

Es gibt für mich ein wunderbares Buch, Grenzen setzen, Grenzen achten von Anselm Grün.
Da ist diese Thematik ausführlich beschrieben.

Ich habe es auch erst lernen müssen, und gemerkt, dass es mehreres braucht.
  • Mich selbst wertzuschätzen
  • Meine Bedürfnisse, Wünsche kennen
  • Meine Grenzen selbst (aner)kennen, mir zugestehen.
In der Kommunikation das klare, unmissverständliche Stopp, Nein - ohne Begründung, Rechtfertigung.

Anfänglich war es schwer, aber es ist leichter geworden und ich merke, dass einerseits der Umgang mit anderen leichter, lockerer geworden ist, andererseits meine Grenzen selten überschritten werden - und ich in manchem sogar großzügiger geworden bin.
Aber schlecht behandeln lasse ich mich nicht.
Es gibt Kontakte, Beziehungen, die ich durchaus beendete.

Was absolut zusammen gehört, ist für mich wie im Buchtitel
Ich setze meine Grenzen, und achte auf die Grenzen der Anderen.
Grenzen sind für mich untrennbar mit Respekt und Achtsamkeit verbinden.

Lass Dich nicht so behandeln - trau Dich Nein zu sagen.
 
  • #10
Die Antwort ist ganz einfach, wenn jemand deine Grenzen überschreitet und dies auch nach einigen Ansagen von deiner Seite nicht unterläßt, dann musst du handeln, nicht streiten. Du bist eben kein Opfer und wenn dein Gegenüber deine Grenzen nicht respektiert, dann gehst du und stellst den Kontakt ein. Warum machst du dich zum Opfer indem du Kontakt zu Menschen hältst, die deine Grenzen nicht akzeptieren und dich somit vorsätzlich verletzen und schlecht behandeln. Das kann ich nicht verstehen, damit bringst du dich selben in Situationen in denen du dich schlecht fühlst und ausgenutzt wirst, warum? Bist du dir nichts wert, dass du dich so behandeln läßt?
 
  • #11
Der letzte Mann den ich kennen gelernt habe, hat sich immer wenn ich gesagt habe das er mich mit etwas verletzt und das ich es mir anders wünsche entschuldigt, aber dann einfach so weiter gemacht.
Er hat so weitergemacht, weil er es konnte.
Weil nichts passiert ist.

Bitte unterscheide zwischen Dingen, die völlig egal oder dir mindestens nicht wichtig sind und sage ihm vielleicht höchstens, dass dir das nicht so gut gefällt, vielleicht nicht mal das.
Und die ganz wenigen Dinge, die dir wirklich nicht gefallen bis hin zu unerträglich sind, sprichst du an.
Und dann kommt das, was @yellow bee unter #2 super beschrieben hat, die fiktive Geschichte des Gaffers.
EINE Erklärung, damit er erstmal überhaupt weiß, dass dir etwas nicht gefällt und danach handeln. Handeln, nicht reden.

Wenn es um Dinge geht, über die man legitim verschiedener Meinung sein kann, kann das bedeuten, dass man keinen Konsens findet.
Er macht etwas, du sagst an, dass dir das nicht gefällt, er macht es wieder, du handelst.
Dann kann passieren, dass er es trotzdem wieder macht.

Was dann ?
Nun, wenn man keinen Konsens findet, wenn es um wesentliche Punkte geht, wenn es viele Punkte sind, läuft es auf die Trennung hinaus, aber dann ist es eben so.
Oder du ruderst dann zurück, findest die Beziehung doch wichtiger und schluckst diese Punkte runter.
( im Beispiel: naja, dann glotzt er halt Frauen hinterher, mehr macht er ja nicht ).
Oder ihr findet keinen Konsens, er macht weiter und du bist jedesmal konsequent ( im Beispiel: du verläßt dann jedesmal das Café ).
Aber bei allen drei möglichen Reaktionen ( love it, change it or leave ist ) bist du immerhin nicht so hilflos, wie du es hier beschreibst.
Der letzte Mann...hat sich...entschuldigt, aber dann einfach so weiter gemacht, so das es immer wieder zum Streit kam.
DAS ist keine Option.

Mit Kindern und Hunden geht man genauso um, was nicht heißen soll, dass ich Männer, Kinder und Hunde gleichsetze :)

w 49
 
  • #12
Liebe FS, bei dir ist das Kind schon in den Brunnen gefallen, wenn du bereits in einer Beziehung bist und dann feststellst, dass dich dein Partner nicht respektiert.

Die Wahrscheinlichkeit, dass einem so etwas passiert, kann man selbst entscheidend vermindern:
Sich beim Kennenlernen Zeit lassen, viel sprechen, von Anfang an wirklich ehrlich sein und Worten immer Taten folgen lassen.

Immer wieder höre ich von Menschen, dass sie sich mit bestimmten Vorlieben/Meinungen in der Kennenlernphase sehr zurückhalten .... das hätte ja Zeit, bis später (in der Beziehung?!).

Dann entstehen genau die von dir, FS, genannten Probleme. Man stellt fest, dass es nicht passt, will den Partner verbiegen oder in deinem Falle, man ist frustriert. (Hätte all das aber viel eher merken können)

Das passiert, wenn man Beziehung zu (fast) jedem Preis will - so wie du scheinbar, da du das ja oft mit dir machen lässt.

Schaut man am Anfang genauer hin, lässt sich mehr Zeit, wird so manche Beziehung erst gar nicht zustande kommen - und so mancher Frust erst gar nicht entstehen.
 
  • #13
Wichtig finde ich auch - und da zitiere ich jetzt @frei

-,

dass man innerhalb von einer Sekunde HANDELT. Es wirkt nur, wenn es sofort, also in unmittelbaren Zusammenhang passiert.

Dagegen habe ich die Erfahrung gemacht, dass REDEN über ein Problem, also etwas ansprechen, eine Unstimmigkeit aufklären, sich erklären, Ansagen machen, etc. oft besser funktionieren, wenn es mit ein paar Tagen zeitlicher Verzögerung passiert. In einem ruhigen Moment und in einer positiven Stimmung. In dem Moment, in dem einem etwas richtig ärgert, ist man emotional oft zu aufgewühlt, vergreift sich im Ton oder kommt weinerlich rüber.
 
  • #14
Allerdings endete das in den letzten Beziehungsversuchen immer so, dass es dadurch häufig Streit gab, sich jedoch trotzdem nicht änderte.

Grenzen sind keine verhandelbaren Standpunkte. Wenn Grenzen in einer beginnenden Beziehung dauernd überschritten werden, ist das ein Zeichen, dass der Partner nicht passt.

Wenn Du also eine Grenze setzt, dann solltest Du Dir vorher überlegen, ob es wirklich eine Grenze ist oder ein Wunsch als "Verhandlungsbasis". Bei letzterem kann man Kompromisse diskutieren, bei ersterem nicht. Das sind dann die Punkte, die sich auch in einer Beziehung nicht ändern werden. Du hast nur die Wahl: akzeptieren oder gehen. Auf Änderung hoffen ist falsch.
 
  • #15
Es wurde ja schon vieles gesagt, ein Gedanke noch zur Ergänzung :

Drohe NIE etwas an, was du nicht umsetzen kannst oder will. Das macht unglaubwürdig und du wirst nicht mehr ernstgenommen.

Ansonsten klare Ansagen, keine versteckten Hinweise durch die Blume.

Ich habe mal gelesen, die Aufmerksamkeit von Männern sinkt nach 30 Sekunden rapide; also möglichst alles in ein bis zwei Sätze packen.

Konsequenz ist das Zauberwort.
 
  • #16
Grenzen setzen heißt für mich kein Diskutieren oder Verhandeln. Da ist die Grenze, die Konequenzen sollten bekannt sein, wenn sie übertreten wird. Wird sie übertreten, handel danach und sei konsequent.
...
In der Regel gibt es auch keinen Streit, weil meine Grenzen nicht ausdiskutiert, in Frage gestellt oder neu gesteckt werden müssen.
In einer Beziehung, wo man im Regelfall Kompromisse schließt, kannst Du auch nur für dich deine eigene Grenze aufzeigen, bis dahin du bereit bist mitzuarbeiten und ihm entgegenzukommen. Aber ein Stopp-Schild ist Stopp und eine rote Karte beim Fußball ist ein Platzverweis.
Genau so funktioniert es auch, wenn man die Grenze zieht und symbolisch sagt: bis hierher und nicht weiter.

Die persönlichen Grenzen sind nicht beliebig verschiebbar und jeder setzt sie für sich selbst, wie er sie empfindet. Manche tolerieren, mehr manche weniger. Das selbstbewusste und entschiedene Auftreten und das Ziehen seiner Grenzen wirkt ein wenig einschüchternd auf den anderen und ist wie ein Warnsignal. Wer die Grenzen des Erträglichen (und ebenfalls die Gefühle des anderen missachtet), muss schon vorher wissen, dass er die Konsequenzen tragen muss in welcher Form auch immer. Das wäre die Warnung: es folgen Konsequenzen.

Liebe FS vermutlich fällt dir das deswegen schwer, weil du dich selbst nicht genug achtest, liebst und respektierst. Wer ein schwaches Selbstwertgefühl hat, ist auch zu schwach Grenzen zu setzen. Diese Unsicherheit spürt das gegenüber.

Sei dir einfach bewusst, dass du eine wertvolle Persönlichkeit bist wie jeder andere auch und dass du Recht darauf hast deine Integrität, deine Wünsche und Bedürfnisse durchzusetzen aber auch sie zu verteidigen und dir nicht alles gefallen zu lassen. Wenn du das zulässt so verlieren die Männer den Respekt vor dir und wissen das sie mit dir alles machen können, was sie wollen.
 
  • #17
Hallo Blümchen,
stelle für Dich fest, welches Verhalten / welche Werte DIR besonders wichtig sind, z.B. enger Kontakt zur Familie, viel gemeinsame Paarzeit, etc.
Der Mann für die Beziehung sollte die selben Werte haben.

Wenn er genau die selben Werte hat, mußt Du weniger streiten. Angenommen Dir ist deine Familie und Paarzeit wichtig und du suchst dir einen passenden Mann hierzu, streitest du weniger als bei einem Lonesome Cowboy, der sich nur Weihnachten bei seinen Eltern meldet und deshalb garkein Verständnis für deine Wünsche hat.

Frauen denken oft, "das wird schon noch. Wen wir erst.... Merkt er es schon noch." Nein, das wird nicht! Der Mann ist erwachsen. Die Werte und Verhaltensweisen sind recht fest verankert. Der ändert sich nicht.

1. Du überlegst Dir Deine Wertigkeiten.
2. Du suchst Dir einen Mann mit ähnlichen Werten.
3. Warte nicht zu lange. Sprich gleich an, wenn dich etwas stört. Lass ihm ein wenig Zeit, um mit der Kritik umzugehen.
4. Du darfst streiten. Eine langjährige Beziehung muss Streit aushalten.
5. Streit ist nicht da, um den anderen zu überzeugen. Du teilst mit, was dich stört und wie sehr.
6. Akzeptiere es, wenn er es anders einschätzt als Du und ziehe ggf. Konsequenzen.

Kennst du Kritik und Streit mit Geschwistern oder besten Freunden? Das muss möglich sein und führt nicht zum Abbruch der Beziehung. Eine stabile Beziehung muss das aushalten.

Angenommen deine beste Freundin führt sich für Dich peinlich auf, wenn ihr abends ausgeht. Dann sagst du ihr das. Vielleicht sieht sie es anders. Ihr streitet. Du lässt ihr ihre Meinung. Ihr geht nochmal weg. Sie führt sich auf. Du ziehst die Konsequenz zB nicht mehr mit ihr abends wegzugehen. Vielleicht hat sie sich insgesamt in eine Richtung entwickelt, die dir nicht gefällt, dann reduzierst du den Kontakt.
 
  • #18
Vielen Dank für die bisherigen Antworten. Ich denke das ist genau das Problem: wir haben nicht zusammen gepasst.

Es ging tatsächlich um Nähe und Distanz. Allerdings war das anfangs nicht zu erkennen, da er innerhalb des Beziehungsversuches, oder Kennenlernphase oder wie immer man dies nenn mag, eine plötzliche 180 Grad Wende von "mich ständig um sich haben und alles mit mir teilen wollen" zu einem "mich größtenteils aus seinem Leben ausschließen und nur noch auf Nachfrage einbeziehen" vollzogen hat. Da ich zu diesem Zeitpunkt aber schon verliebt war, wollte ich die Probleme lösen anstatt einfach zum nächsten weiter zu ziehen. Für mich ist ein Mensch leider nicht so einfach austauschbar, so das ich versuche etwas zu investieren ohne mich selbst dabei zu verlieren. Ich war der Meinung, man könnte Schritte aufeinander zugehen, aber er war absolut nicht bereit dazu und hat immer nur Verständnis von mir verlangt.

Klar da wäre der richtige Zeitpunkt gewesen zu gehen. Aber das Ergebnis wäre ja das gleiche gewesen ob nun ich es beendet hätte oder er.
 
  • #19
Oh weh. Grenzen setzen ist das eine Thema. Nähe einfordern ist ein anderes Thema. Es scheint mir eher so, dass er eine neue Grenze für sich definiert hat und das arme Blümchen nun entscheiden muß, ob und wie sie damit umgeht. Viel Glück.
 
L

Liebescoach

Gast
  • #20
Hey Blümchen1,

also erst einmal finde ich es sehr gut, dass du Grenzen setzt. Denn die Regeln werden am Anfang von der Beziehung gemacht. Das ist schon richtig so. Kann es sein dass du die Grenzen vielleicht zu hoch setzt? Das wäre meine einzige Erklärung...
 
L

Lionne69

Gast
  • #21
Kann es sein dass du die Grenzen vielleicht zu hoch setzt? Das wäre meine einzige Erklärung...

Widerspruch
Persönliche Grenzen setze ich um den Raum, in dem ich mich wohl fühle.
In allen Bereichen habe ich persönliche Grenzen, wenn ich diese ignoriere, schade ich mir auf Dauer, verletze mich.

Das heisst nicht, dass es spezielle Situationen gibt, wo ich diese Grenzen lockere, eine Ausnahme mache.
Aber dann ist das eine bewusste Entscheidung, es gibt positive Gründe - und damit habe ich meine Grenze nicht verletzt und ignoriert, sondern gedehnt, weil ich mich damit gut fühle.
 
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