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Gast

  • #1

Wie sagen wir es den Kindern ? Trennung !

Wie sagen wir es den Kindern ( 8 und 10 Jahre alt )? Wir werden uns ( langsam ) trennen.
Papa hat eine Freundin, will aber nicht der " Böse" sein.
Ich bin natürlich unglücklich, will aber die Trennung!
Jetzt wollen wir den Kindern möglichst schonend, aber auch klar und eindeutig mitteilen, dass Papa immer weniger zu Hause sein wird ?

Ich würde mich freuen, Eure Erfahrungen zu hören.
Oder wie ihr es vielleicht nicht mehr machen würdet, oder wie ihr es bei der Scheidung Eurer Eltern z.B. als positiv oder als negativ empfunden habt.
Ich danke Euch im Voraus!
 
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Gast

  • #2
Papa ist der Böse! An diesem Fakt führt kein Weg vorbei. Er zerstört eine Familie. Er denkt nur an sein eigenes vermeintliches "Glück". Er denkt nicht an das Unglück das er seiner Restfamilie zufügt. Deine Kinder werden in einigen Jahren selbst imstande sein darüber zu urteilen.
Jetzt geht es jedoch darum den Kindern schonend mitzuteilen, dass die Ehe der Eltern keinen Bestand mehr haben wird. Es ist nicht sinnvoll die Trennung langsam zu vollziehen, sich abwartend zu verhalten, wenn beidseitiges Einvernehmen besteht. Kinder haben ein sehr feines Empfinden für die latenten Probleme, die sich in der Familie zusammenbrauen. Du wirst sie nicht täuschen können. Sie werden dich fragen, weshalb Papa abends so häufig verschwindet und morgens nicht einmal beim Frühstück anwesend ist!

Du darfst sie nicht belügen! Sag die Wahrheit! Doch vermeide es den Vater als "Bösen" hinzustellen. Diese Mitteilung wird deine Kinder verunsichern. Ängste werden sich bei ihnen einstellen - Papa hat uns verlassen - wird Mama auch gehen? Versichere deinen Kindern, dass sie keine Schuld an der Situation haben und dass du immer für sie da sein wirst. Erkläre ihnen wie sich euer Alltag nunmehr verändert und dass sie Papa zukünftig besuchen dürfen.
Sei jetzt ganz stark, kümmere dich intensiv um das psychische Wohlergehen der Kinder. Leider ist es häufig so, dass über dem eigenen Leid das Leid der Kinder ins Hintertreffen gerät.
Bringe dies alles möglichst bald hinter dich. Sei wahrhaftig und verscherze dir mit barmherzigen Lügen nicht das Vertrauen deiner Kinder.

Dir alles Gute.
 
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Gast

  • #3
Ihr müsst für euch klären, wie der Ablauf mit den Kindern zukünftig aussieht. am besten im Wechselmodell - jeder von euch geht arbeiten und betreut die Kinder hälftig. So sieht auch der Vater seine Kinder und kann an ihrem Alltag teilnehmen - du FS kannst ebenso wieder arbeiten gehen und für dich und die Kinder sorgen.

Die Kinder werden weniger leiden, wenn sie beide Elternteile verlässlich um sich haben. Geht einer und wird zum 2-WE-Zahlpapa degradiert - womöglich noch mit dem Stempel "DER BÖSE" dann ist vorprogrammiert, dass sie Verlustängste haben werden. Fair und wirklich zum Wohl der Kinder. Trennt die Kinder nicht, denn sie brauchen sich jetzt. Ein langsames Trennen ist sicherlich besser, als adhoc.

Inwieweit die neue Freundin schon in Kontakt mit den Kindern treten sollte, nun ja. Mütter lassen Lover gleich einziehen und fragen überhaupt nicht danach, wie es den Kindern geht, wenn der Vater gehen muss und der Lover sofort den Platz einnimmt. Ich würde an eurer Stelle erstmal langsam machen. Der Vater kann die Freundin sehen, wenn die Kinder nicht bei ihm sind - selbst beim Wechselmodell hat er trotzdem eine Woche Zeit. Natürlich muss man die Kinder ebenso sanft darauf vorbereiten, dass es nach einer Trennung sein kann, dass Vater und Mutter wieder neue Partner kennenlernen. Doch gleich einziehen lassen, muss und sollte nicht sein!

Ich finde es gut, dass du FS anscheinend noch überlegt handeln willst, ohne ihn gleich an den Pranger zu stellen. Behalte dir diese Fairness bei - dies ist wirklich zum Wohl eurer gemeinsamen Kinder!!! Denn Kinder brauchen Vater UND Mutter!!!

w/43, die eine faire Trennung und Scheidung und das Wechselmodell mit dem Vater lebt - wir sind auch nach sieben Jahren noch freundschaftlich verbunden!
 
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Gast

  • #4
Ich halte es für sehr wichtig, den Kindern von Anfang an klar zu sagen, dass sie nicht schuld sind! Sagt ihnen, dass ihr IMMER ihre Eltern bleibt, dass ihr sie IMMER lieb habt, alle beide, egal ob ihr nun als Paar zusammenlebt oder nicht.
Auch wenn es dir sehr weh tut, stell deinen Mann den Kindern gegenüber nie als den Schuldigen, den "Bösen" hin. Denn wenn du das tust, wenn du den Kindern gegenüber oder auch Dritten gegenüber in Gegenwart der Kinder schlecht über ihren Vater sprichst, werden sie sich nicht mehr trauen, ihre Liebe zu ihm dir gegenüber einzugestehen. Sie werden hin- und hergerissen sein zwischen den Elternteilen, weil sie beide lieb haben.
Und auch dein Mann (oder dessen "Neue") sollten niemals gegenüber den Kindern schlecht über dich reden.
Es ist traurig, wenn eine Ehe, eine Beziehung zerbricht, ganz besonders wenn Kinder da sind. Aber es passiert nunmal. Ihr habt jetzt die Pflicht - bei allem Schmerz, allem Durcheinander - eure Kinder ernst zu nehmen und ihnen diese Trennung als das zu erklären, was sie ist: traurig, aber notwendig.
 
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Gast

  • #5
Ich sehe es so, wie Gast 2. Eine faire Aufteilung zwischen Arbeit und Kinderbetreuung und festem verlässlichen Kontakt zu beiden Elternteilen ist das Beste für die Kinder, die bei zwei verantwortungsvollen Elternteilen unter einer Trennung n i c h t leiden, das Gegenteil behaupten nur die verlassenen Ehepartner aus egoistischen Motiven, weil sie mit nichts anderem punkten können. Der Vater ist natürlich weder der Böse noch verlässt er seine Kinder oder seine Familie, schlimmstenfalls seine Ehefrau, aber auch das kann man bei einer reifen einvernehmlichen Trennung auch nicht so sehen. Die Kinder sollten sich daran gewöhnen, dass bei den meisten Unternehmungen nur noch ein Elternteil dabei ist - was sie unter Umständen sehr genießen. Bei meinem Sohn, der zu mir gezogen ist - weil seine Mutter die gleiche Platte wie Gast 1 abgespielt hat - war es so. Shoppen ging er mit seiner Mutter, ins Kino, zum Fußball und zu Konzerten aber mit mir. Seid offen zu Euren Kindern und die neue Freundin oder ein neuer Freund sollten zunächst nur kurzen Kontakt zu den Kindern haben.
 
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Gast

  • #6
Liebe FS,

durchschnittliche Kinder verkraften das erstaunlich gut, so lange sie nicht zum Spielball werden. Was sie brauchen ist ein schlüssiges Konzept der Eltern, das ihnen einfach unaufgeregt erklärt und mitgeteilt wird sowie die Versicherung, dass sie nichts dafür können, das das sehr oft vor kommt und für sich gesehen keine Katastrophe.
Wie dieses Konzept aussieht ist dabei nicht so wichtig, Hauptsache ihr beide steht dahinter und es ist realistisch.
Dir würde ich ganz dringend raten bei den Vereinbarungen mit Deinem Mann auf Dich zu sehen. Wenn es für Dich schwierig ist, dass er wann immer er will bei euch ist und dann geht und Du leidest darunter zu wissen, dass jetzt die Geliebte dran ist, dann las Dich darauf nicht ein. Das funktionier sowieso nicht. Ob die Kinder denken, dass er der Böse ist, ist ganz allein sein Problem. Es ist nicht Dein Job, deshalb, dass der Vater keine negative Rolle spielen will, das zu kompensieren. Dein Job ist, nicht abfällig vom Vater zu sprechen, aber bei der Wahrheit zu bleiben, wenn Deine Kinder Dich fragen. Und wenn Du traurig bist, bist Du traurig und das darf den Grund haben, weil er jetzt weg ist. Lüge Deine Kinder nicht an, aber dramatisiere das nicht, benutze sie nie um Dir bei ihnen Trost zu holen. Ich empfehle eine zügige Trennung, durch ein langsames dahin geziehe geht es keinem besser, nur Dein Mann hat ein weniger schlechtes Gewissen, aber das ist seine Sache, das muss er mit sich aus machen. Sag ihm, er soll ausziehen, Du musst Dein Leben neu ordnen und das nicht scheibchenweise. Gib Deinen Kindern stets Zuversicht - es wird anders aber nicht schlechter, Papa ist immer Papa ein Leben lang, auch wenn er sich entschieden hat, von der Familie weg zu gehen.

Dir viel Kraft, denke an Dich selbst, mach auch Dinge, die nur für Dich gut sind, plan das gleich ein. Du wirst wieder stabil werden und Freude empfinden und dann einen guten Mann finden, der Dich liebt un schätzt, das dauert nur, werde nicht verbittert.

w
 
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Gast

  • #7
Hier nochmal Fs

Wir haben es den Kindern gestern abend gesagt.
Sie haben erst heute morgen angefangen, zu realisieren, was passiert (ist).

Es wird eine schwere Zeit. Aber wir schaffen das.
Danke für Eure Antworten.