• #1

Wie schaffe ich es, zu lieben?

Hey zusammen,

ich bin leider in den bisherigen Beträgen nicht fündig geworden, weshalb ich meine eigene Frage stelle.

Ich fühle mich, als müsste ich mich zu meinem Glück zwingen.

Ich möchte bedingungslos lieben, aber meine eigenen Gedanken stehen mir im Weg.

Ich bin mir sicher, an welcher Stelle das Problem einzuordnen ist, finde aber keine Lösung.
Seit knapp einem Jahr befinde ich mich in einer Beziehung und es ist gefühlstechnisch für mich eine totale Berg- und Talfahrt.
Ich möchte meine Partnerin lieben, weiß aber nicht wie ich das anzustellen habe - ich habe Angst, dass mit mir was nicht stimmt und erhoffe mir hier ein wenig Licht ins Dunkel zu bekommen.
Mein großes Problem ist, dass ich meine Oberflächlichkeit nicht loswerde. Sobald etwas nicht meiner Vorstellung entspricht, werden meine Gefühle gedämpft. Sobald ein Verhalten oder die Optik des Partners meiner Meinung nach anders oder besser sein könnte, zweifel ich wieder an der Zusammengehörigkeit. Mir ist es wichtiger, was andere denken. Das Thema beschäftigt mich sehr und das jeden Tag. Ich bin gefangen im heutigen Beziehungsgame und im Gedankenkarussel, etwas zu verpassen oder doch etwas besseres finden zu können. Meine Vorstellungen sind völlig verrückt, aber doch so tief verankert, dass es mir bisher nicht dauerhaft geglückt ist, einfach mal Dinge hinzunehmen. Es gibt Phasen, in denen es sehr gut funktioniert und ich mir denke, dass ich echt glücklich sein kann, so eine Freundin zu haben. Wenig später wird aber meistens alles wieder übertrumpft von negativen Gedanken, welche leider in der Überzahl sind.

Ich bin ein Perfektionist, für mich gibt es kein perfektes Ergebnis, es ist immer etwas zu verbessern. Das im Zusammenspiel mit meiner selbstreflektierenden Art macht mein Leben irgendwie unnötig kompliziert. Ich möchte einfach mit meinem Partner zusammen sein, ohne, dass mir ständig solche Gedanken kommen.

Ich schaffe es einfach nicht zu lieben, dabei wäre es theoretisch so einfach, wenn ich all diese Gedanken aus dem Kopf bekommen würde. Ich kenne das Ziel, aber der Weg dahin ist mir unbekannt.

Ihr merkt, ich bin ein Kopfmensch. Wie schaffe ich es, dass sich mehr in meinem Herzen abspielt? Habt ihr vielleicht Tipps? Hat jemand ähnliche Erfahrungen gemacht?
 
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  • #2
Die Liebe kommt aus dem Unterbewusstsein, nicht aus dem Wachbewusstsein. Solange Du über die Thematik nachdenkst, bist Du einfach nicht im Zustand der Liebe. Wärst Du es, würden solche Überlegungen hinweg gefegt.

Wenn es soweit ist, wirst Du es intuitiv fühlen. Bis dahin musst Du weiter suchen.
 
  • #3
Mein großes Problem ist, dass ich meine Oberflächlichkeit nicht loswerde. Sobald etwas nicht meiner Vorstellung entspricht, werden meine Gefühle gedämpft. Sobald ein Verhalten oder die Optik des Partners meiner Meinung nach anders oder besser sein könnte, zweifel ich wieder an der Zusammengehörigkeit. Mir ist es wichtiger, was andere denken. Das Thema beschäftigt mich sehr und das jeden Tag.

Ich schaffe es einfach nicht zu lieben, dabei wäre es theoretisch so einfach, wenn ich all diese Gedanken aus dem Kopf bekommen würde.
Ihr merkt, ich bin ein Kopfmensch. Wie schaffe ich es, dass sich mehr in meinem Herzen abspielt? Habt ihr vielleicht Tipps? Hat jemand ähnliche Erfahrungen gemacht?
1. Es wird immer eine Antagonismus zwischen „Kopfmensch“ und „Herzmensch“ aufgemacht. Ich halte das für Schwachsinn, denn jeder Mensch denkt mit seinem Kopf und trifft mitunter auch mal undurchdachte Entscheidungen. Leuten, denen das selten passiert, unterstellt man, sie seien „Kopfmensch“ oder würden „zuviel nachdenken“, etc. Alles Unfug. Man KANN nicht ZUVIEL nachdenken. Nachdenken, BEVOR man handelt, ist etwas Gutes! (Es kann natürlich sein, dass du eben NICHT nachgedacht hast, als du dir eine unpassende Partnerin gesucht hast, das würde allerdings nicht passen mit deiner Selbstbeschreibung, du würdest zu viel nachdenken).
Viele Menschen denken viel zu wenig nach und entschuldigen das damit, dass sie ja „eher der „Bauchmensch“ seien, was ziemlich gruselig und gefährlich ist. Mir sind Menschen tausendmal lieber, die viel und klar denken. Und sich deshalb nicht tausendmal entschuldigen oder sich selbst dafür kasteien.
2. Daraus folgt: deine Gedanken haben ihre Daseinsberechtigung. Die Frage ist nur, welche Entscheidung du daraus folgen lässt. Das Bekenntnis zu einer Beziehung ist immer eine Entscheidung, und keine Naturgewalt, die einfach so über einen kommt. Du kannst dich entscheiden, Dinge am Partner als fehlerhaft oder unattraktiv wahrzunehmen, und TROTZDEM bleiben. Du kannst dich TROTZ des vielfältigen Abgebotes an anderen Menschen entscheiden, zu bleiben. Möglicherweise verpasst du dabei etwas. Na und? Wenn man nur gut genug sucht, findet man ganz sicher sogar irgendjemanden, der noch besser, interessanter, gutaussehender oder was auch immer ist.

Deine Frage ist nicht, wie du mehr lieben kannst, Sondern wann du endlich lernst, Entscheidungen zu treffen und zu ihnen zu stehen, diese vor dir selbst zu vertreten. Dich festzulegen.
 
  • #4
Niemand ist in allen Bereichen perfekt, daher wirst du langfristig immer unzufrieden/ unglücklich bei der Wahl deiner Partnerin sein. Die Frage ist auch, was du unter perfekt versteht. Auch die schönste, makeloseste Frau wird mal altern. Du übrigens auch.
Wenn ich deine Partnerin wäre, würden mich deine Gedanken sehr verletzen. Da du unter deinem Perfektionismus anscheinend auch leidest, würde ich erstmal Single bleiben, klar darüber werden, was im Leben wirklich zählt. Am besten Mit Hilfe eines Therapeuten/ Coach.
 
  • #5
Wie sieht es denn bei Dir mit Selbstliebe aus. Wie stehst Du zu Dir. Die Dinge die Du in Deinem Thread erwähnst sind normal für ganz viele Menschen. Perfekt wollen sehr viele sein, ich auch. Was ist also falsch daran Fehler zu vermeiden, zumindest versuchen zu vermeiden.
Sobald etwas nicht meiner Vorstellung entspricht, werden meine Gefühle gedämpft. Sobald ein Verhalten oder die Optik des Partners meiner Meinung nach anders oder besser sein könnte, zweifel ich wieder an der Zusammengehörigkeit.
Prima das Du denkst, viele denken Jahrelang über nix nach und sind völlig überrascht wenn sie aufwachen und feststellen das man schon lange was hätte ändern können.
Das verliert sich wenn ,an sich selber liebt.
echt glücklich sein kann, so eine Freundin zu haben. Wenig später wird aber meistens alles wieder übertrumpft von negativen Gedanken, welche leider in der Überzahl sind.
nochmal scharf nachdenken, ist sie die Frau wirklich oder warum überwiegen die vielen negativen Gedanken. Da darf man ehrlich zu sich sein.
Doch Du wirst, aber zunächst liebe Dich.
 
  • #6
Ich bin ein Perfektionist, für mich gibt es kein perfektes Ergebnis, es ist immer etwas zu verbessern. Das im Zusammenspiel mit meiner selbstreflektierenden Art macht mein Leben irgendwie unnötig kompliziert.
Wenn Du Dich selbst reflektierst, wirst Du ja rausfinden, dass es an Dir auch unperfekte Seiten gibt, die Du aber nicht ändern kannst. Dein Aussehen, Deine Körpergröße, die Form Deiner Füße und so weiter, was Optik angeht. Innerlich: Dein ewiges Zweifeln, Deine schlechte Laune ab und an, Deine komischen Vorlieben für dies und das, Dein schlechter Filmgeschmack (ist ja relativ und ein Horrorfilmliebhaber könnte einen Schnulzenliebhaber doof finden und umgekehrt), dann, dass Du Brokkoli, Fleisch, Spinat, Marzipan xy nicht magst, Deine Interessen, Deine speziellen Verhaltensweisen, Deine Schwächen im Umgang mit Menschen, ...

Und trotzdem willst Du eine Beziehung. Irre, oder? So unperfekt, wie Du bist, traust Du Dich, einen anderen Menschen nah an Dich ranzulassen. Die Frau hat ihre eigenen Vorstellungen, und Du weichst ab, garantiert. Und sie bleibt aber und zweifelt nicht, ob sie nicht noch jemanden finden könnte, der besser mit dem übereinstimmt, was sie sich so vorgestellt hat. Nee, sie freut sich, wenn sie Dich sieht. Auch Deine ollen Füße oder Deine bleiche Haut mit den vielen braunen Punkten oder Deinen Bauch oder Deine Haare, die sie eigentlich anders schön finden würde.

Mal eine Frage: Liebst Du Dich selbst? Wenn einer fies zu Dir ist, denkst Du dann, er hat ja ganz recht, weil Du ein Mängelwesen bist, oder verteidigst Du Dich bzw. gehst weg, weil Du Dir diese Gesellschaft nicht antun musst, nur um Gesellschaft zu haben?
Wenn Du Dich liebst, also annimmst, wie Du bist mit allem, was nicht perfekt aussieht und nicht perfekt gekonnt wird und nicht perfekt gedacht wird oder wo Du Dich nicht perfekt verhältst, dann verzeihst Du DIR ja alles Unperfekte.

Wieso solltest Du dann Deiner Partnerin nicht "verzeihen" können, dass sie nicht so ist, wie Du es perfekt findest? Sie hat Dir auch "verziehen".

Sobald etwas nicht meiner Vorstellung entspricht, werden meine Gefühle gedämpft.
Dann liebst Du nur ein Bild von einer anderen Person, nicht sie.
Wie gesagt: Lerne, Deine eigene Unperfektheit zu sehen, Dich trotzdem zu lieben, falls Du es nicht schon tust, und dem anderen zu danken, dass er nicht seine Idelvorstellungen unter Menschen finden will und daher nicht wegrennt, weil Du so unperfekt bist.
 
  • #7
Vielen Dank für das Feedback innerhalb der kurzen Zeit.. den ganzen Input muss ich zunächst erstmal ordnen.

Ich hab tatsächlich nen schlechtes Selbstwertgefühl, versuche mir Dinge nicht zu nah kommen zu lassen, das klappt leider nur so semi-gut.

Ich weiß, dass man erst Selbstliebe benötigt, um wirklich lieben zu können und vielleicht ist es genau der Gedanke, der mich denken lässt, dass ich eigentlich schon mit der richtigen Frau zusammen bin und alles gut wird, wenn ich mit mir selbst ins Reine komme.

Ich hätte vermutlich schon längst einen Schlussstrich gezogen, wenn nicht so viel zwischen uns passen würde.
Ich möchte alles richtig machen und irgendwas in mir sagt, dass ich mit der Frau ebenso total glücklich sein könnte... Riesen durcheinander in meinem Kopf.
Ich hatte bereits nach einer längeren Beziehung (4,5 Jahre) zwei Jahre Zeit um mich selbst zu finden, das lief auch super.. ich bin in die jetzige Beziehung gegangen, mit dem festen Wissen, dass ich viel mehr akzeptieren sollte und war auch der festen Überzeugung, jetzt bereit zu sein. Diese ganzen Gedanken sind, nach nicht mal einem Jahr, wieder so unscharf wie nach meiner vorherigen Beziehung.

Ich merke wie weh mir Aussagen wie „du liebst ein gewisses Bild aber nicht die Frau“ tun, weil ich weiß, dass es in irgendeiner Weise wahr ist.. nur werde ich so nie glücklich
 
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  • #8
Es fällt vor allem schwer, Idealbilder abzulegen wenn Seitenhiebe wie „seid ihr wirklich zusammen“ „dachte du stehst eher auf Typ „Püppchen“ etc..
Ich weiß definitiv, dass solche Kommentare überhaupt nicht böswillig ankommen sollen, treffen bei mir aber logischerweise genau den Nerv... ich will unbedingt dieses Idealbild loswerden, irgendwo muss das doch verankert sein, ich meine andere können doch auch glücklich sein ohne oberflächlich zu sein.
 
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  • #9
Seitenhiebe wie „seid ihr wirklich zusammen“ „dachte du stehst eher auf Typ „Püppchen“ etc..
Ich weiß definitiv, dass solche Kommentare überhaupt nicht böswillig ankommen sollen, treffen bei mir aber logischerweise genau den Nerv...
Ist es denn einer der Punkte, dass du sie schlicht nicht attraktiv findest? Also grundsätzlich? Mal ganz abgesehen von der Richtung (zu dick, zu dünn etc.) finde ich, das lässt sich nicht verhandeln und mit guten Vorsätzen lösen oder im wahrsten Sinne schönreden: Entweder du findest jemanden attraktiv oder nicht. Völlig ohne Wertung und dumme Sprüche mal außen vor.
Man kann sich (sexuelle) Anziehung nicht einreden und diese gehört - für mich - bedingungslos in eine Liebesbeziehung.
 
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  • #10
Wenn ihr supergut zusammen passt, wenn ihr euch gefühlsmäßig versteht, also klischeemäßig "ohne Worte" und wenn Du sie erotisch findest, dann wärst Du dumm, auf das Gequatsche von anderen zu hören.
„seid ihr wirklich zusammen“ „dachte du stehst eher auf Typ „Püppchen“ etc..
Ist das bei Dir fremdschämen dafür, wie Deine Freundin aussieht, und denkst Du, der Typ "Püppchen", den man Dir zuordnet, sei viel attraktiver, also DU auch selbst in einer viel attraktiveren Liga? Denkst Du, Deine Partnerin ist eine Art Makel für Dich, weil sie unattraktiv im Sinne des Mainstreams ist?

Schlussendlich musst Du ja mit Deiner Partnerin zusammen sein, nicht Deine Leute. Also wenn Du sie attraktiv finden würdest, wenn Du nicht das Gerede Deiner Leute im Kopf hättest, dann war doch Deine Wahl richtig.
Aber wenn Du selbst denkst, dass sie Dich nicht anmacht, ihr Aussehen Dich nicht erotisiert, wenn es sich nicht gut anfühlt, mit ihr Sex zu haben oder sie zu umarmen, dann bist Du vielleicht doch mit der falschen Frau zusammen. Man kann sich jemanden nicht schönreden. Aber: Die Frage ist halt, ob Du sie nicht doch anziehend fändest, wenn Du dieses Gerede der anderen nicht im Kopf hättest. Vielleicht macht es Dir an sich gar nichts aus.

Eins musst Du auch bedenken: So eine Frau findest Du sicher nicht noch mal. Das ist ganz wertfrei gemeint. Die nächste wird ANDERS sein. Und wenn Du wirklich auf Püppchen stehst, also mit allem Drum und Dran, Mode, Schminken, hohe Schuhe usw., dann bringt das auch Eigenschaften mit sich, die Du vielleicht nervig findest, wenn sie z.B. immer aussehen muss, wie aus dem Ei gepellt.

Was suchst Du in Beziehungen und gibt Dir das die aktuelle Freundin? Das musst Du Dir beantworten. Solltest Du eine Frau zu Repräsentieren Deiner Person suchen - und das ist auch wertfrei gemeint -, dann scheint diese Frau ja nicht die Richtige zu sein.

Aber solange Du sie als Partnerin hast, wäre es partnerschaftlich, sich nicht schlecht zu fühlen, wenn man Dich fragt, ob SIE wirklich Deine Freundin ist, sondern vor Glück überzulaufen, dass Du "ja" sagen kannst zu dieser Frage.

Vielleicht ist sie wirklich auch nicht die Richtige. Manchmal ist man nur so gebauchpinselt von der Begeisterung der anderen Person, von ihrer Verliebtheit und ihrem Willen, alles mögliche zu tun für die Beziehung, dass man liebt, was sie TUT, aber nicht sie als Person. Also angenommen, Du siehst einfach blendend aus und Deine Freundin eben nicht so, und sie hat auch kein Selbstwertgefühl, sondern macht alles, damit es Dir gut geht, schluckt alles Miese runter usw., umsorgt Dich, ... also SIE will eure Beziehung mehr als Du, dann kannst Du vielleicht schlecht "nein" dazu sagen, weil es sich ja auch schön anfühlt. Aber lieben wirst Du SIE trotzdem nicht können.
 
  • #11
Wenn Du z.B. vorher verlassen wurdest von Deiner Ex und am Boden warst selbstwertgefühlmäßig, und dann kam Deine jetzige Freundin, hat Dich wieder aufgebaut und mit ihrer Verliebtheit bewirkt, dass Du Dich wieder gut gefühlt hast, dann bist Du vielleicht DESWEGEN mit ihr zusammengekommen. Aber jetzt, da Du wieder Dein altes Selbstwertgefühlt erreicht hast, stellst Du fest, dass es nur eine Art Therapiebeziehung war. Dass Du ihr dankbar bist für alles und sie immer "irgendwo lieben wirst", sie magst und alles, aber Dich nie verlieben konntest in sie.

Es gibt Menschen, die sammeln arme Seelen auf in der Hoffnung, dass sie dafür irgendwann Zuneigung von ihnen zurückbekommen. Der andere wird meist als "zu hoch" angesehen als Partner, also steht auf einem Sockel, da "zu attraktiv" oder sowas (was REIN nur eine Selbstwertsache ist, denn es haben auch superattraktive Menschen Partner, die nicht so super aussehen, aber dafür viel auf dem Kasten haben oder so, jedenfalls gleicht sich was aus und vom Selbstwertgefühl sind beide GLEICH. Niemand stellt den anderen auf einen Sockel).
Der "zu Hohe" ist irgendwie am Boden und das ist die Chance, sich für ihn nützlich zu machen, ihm Liebe und Fürsorge zu geben, um das auch zurückzubekommen.
Das ist aber eine trügerische Sache. Denn man kann nicht aus Dankbarkeit lieben. Man kann dankbar sein, aber Liebe wird sich allein deswegen nicht einstellen, so sehr man auch liebt, dass der andere sich gekümmert hat.

Vielleicht kannst Du sowas an Dynamik entdecken bei euch?
 
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  • #12
Guter Mann!

Du bist hier im Forum völlig verkehrt!

Mache einen Termin bei einem Psychologen oder Psychiater aus! Der kann dir da am besten helfen.

Weitere Moeglichkeit:

Es gibt einen sozialpsychatrischen Dienst in jeder Stadt. Dieser ist kostenfrei und steht jedem offen!

Diese Küchentischpsyhologen und sicherlich gutgemeinten Meinungen der Mitglieder verwirren mehr als das sie dir Klarheit bringen!

Vertraue mir! Ich weiss was gut ist! Ich war da auch schon und fand die Lösung!
 
  • #14
Mein großes Problem ist, dass ich meine Oberflächlichkeit nicht loswerde. Sobald etwas nicht meiner Vorstellung entspricht, werden meine Gefühle gedämpft. Sobald ein Verhalten oder die Optik des Partners meiner Meinung nach anders oder besser sein könnte, zweifel ich wieder an der Zusammengehörigkeit.
Dann schau dir an, aus welchen Motiven heraus du überhaupt eine Beziehung eingehst, wenn es ganz offensichtlich keine Liebesgefühle sind, die dich dazu animieren, dich an jemanden binden zu wollen. Neigst du dazu, deine Partnerinnen stark zu idealisieren in der Anfangszeit ?
Ich bin ein Perfektionist, für mich gibt es kein perfektes Ergebnis, es ist immer etwas zu verbessern.
Hinter Perfektionismus verbirgt sich Angst vor Ablehnung. Diese Strategie soll einen vor der potenzieller Kritik anderer schützen. Ich denke, dass es dir an Selbstannahme und Selbstakzeptanz mangelt. Das führt dazu, dass du deine Selbstablehnung auf andere projiziert und dadurch an Liebesfähigkeit einbüßt.

Es könnte helfen, wenn du bereit dazu wärst, mit einem Psychologen zu sprechen. Vermeidungsverhalten kann sehr hartnäckig sein.
 
  • #16
Zur Liebe muss man sich nicht zwingen - das "passiert einfach ".
Das ist reine Chemie.
Nicht erzwingbar.
Wenn die Gefühle einfach nicht da sind, dann sind sie nicht da. Heißt nicht DIE richtige Person (auch wenn du sie magst oder sie dich sexuell anzieht).
 
  • #17
Wenn die Gefühle einfach nicht da sind, dann sind sie nicht da. Heißt nicht DIE richtige Person.
Das glaube ich auch. Das Gefühl, nicht lieben zu können, muss nicht zu 100% in dir begründet sein lieber FS.

Ich dachte früher auch ich könne nicht lieben. Und dachte, man müsse sich eben irgendwann mal für einen Partner entscheiden und das dann durchziehen. Das Ergebnis war monatelanges Rumgekrampfe etwas passend zu machen bzw passend sehen zu wollen, was einfach nicht gepasst hat. Liebe kam keine auf. Das kann man nicht erzwingen.
Ohne zu suchen bin ich dann dem passenden Mann begegnet. Mit ihm hat es sich von Anfang an einfach stimmig angefühlt.

Vielleicht ist dein Bauchgefühl ganz richtig.
 
  • #18
Ich fühle mich, als müsste ich mich zu meinem Glück zwingen.
Ich möchte bedingungslos lieben, aber meine eigenen Gedanken stehen mir im Weg.
Löse die Beziehung, bleibe erst einmal alleine, ca. 6-12 Mt., reflektiere, frage dich genau, was du willst und sei dir im Klaren, was du nicht willst. Arbeite an deinen "S"-Werten und vor allen Dingen an deiner ganz persönlichen Aufrichtigkeit und Authentizität dir selbst gegenüber!
Seit knapp einem Jahr befinde ich mich in einer Beziehung und es ist gefühlstechnisch für mich eine totale Berg- und Talfahrt. Ich bin mir sicher, an welcher Stelle das Problem einzuordnen ist, finde aber keine Lösung.
Nein, du machst dir selber was vor, du bist dir eben nicht sicher, wo das Problem liegt!
Ich möchte meine Partnerin lieben, weiß aber nicht wie ich das anzustellen habe - ich habe Angst, dass mit mir was nicht stimmt und erhoffe mir hier ein wenig Licht ins Dunkel zu bekommen.
Weil es eben nicht stimmt. Deswegen stimmt das nicht. Du kannst deine Partnerin nicht lieben, nur weil du das möchtest!!
Mein großes Problem ist, dass ich meine Oberflächlichkeit nicht loswerde. Sobald etwas nicht meiner Vorstellung entspricht, werden meine Gefühle gedämpft. Sobald ein Verhalten oder die Optik des Partners meiner Meinung nach anders oder besser sein könnte, zweifel ich wieder an der Zusammengehörigkeit.
Trenne dich und halte deine Partnerin nicht unfairerweise hin!
Mir ist es wichtiger, was andere denken. Das Thema beschäftigt mich sehr und das jeden Tag. Ich bin gefangen im heutigen Beziehungsgame und im Gedankenkarussel, etwas zu verpassen oder doch etwas besseres finden zu können.
Mir ist das völlig wurst, was andere denken, das solltest du auch tun!
 
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  • #19
Das im Zusammenspiel mit meiner selbstreflektierenden Art macht mein Leben irgendwie unnötig kompliziert. Ich möchte einfach mit meinem Partner zusammen sein, ohne, dass mir ständig solche Gedanken kommen
Es ist genau umgekehrt, du bist nicht selbstreflektierend!
Ich schaffe es einfach nicht zu lieben, dabei wäre es theoretisch so einfach, wenn ich all diese Gedanken aus dem Kopf bekommen würde. Ich kenne das Ziel, aber der Weg dahin ist mir unbekannt.
Das wird nichts mit der Frau!
Ihr merkt, ich bin ein Kopfmensch. Wie schaffe ich es, dass sich mehr in meinem Herzen abspielt? Habt ihr vielleicht Tipps? Hat jemand ähnliche Erfahrungen gemacht?
Es sind die Defizite in den "S" Werten, ganz speziell die fehlende Selbstliebe!
Diese Küchentischpsyhologen und sicherlich gutgemeinten Meinungen der Mitglieder verwirren mehr als das sie dir Klarheit bringen!
Was für ein negatives Weltbild!!
 
  • #20
Klingt nach viel Arbeit, die du vor dir hast. Ich schlage dir vor, 50-100 Bücher aus dem Bereich Persönlichkeitsentwicklung zu kaufen, denn dafür gibt es die, und sich mal 1-2 Jahre nur damit zu beschäftigen.. Vielleicht mal 6 Wochen eine Auszeit in einem Kloster nehmen, Tagebuch schreiben anfangen, einen Kurs zur spirituellen Findung machen und einfach nur mal mit sich alleine sein, um über den Sinn des Lebens nachdenken.

Es gibt Programme/Kurse, wo man lernt, mit dem Herz zu denken, nach dem Herz zu essen, zu leben, zu schlafen, zu atmen und zu urteilen, um seine Herzenergie zu stärken.
Möglichkeiten in dem Bereich wären auch Yoga.

Ich würde dir für den Einstieg z. B. Robert Betz empfehlen.
 
  • #21
Das ist Dein Perfektionswahn auf die Spitze gebracht!
Niemand ist dauerhaft glücklich. Du überspringst wohl den einen oder anderen Schritt - wie wäre es mal, auf zeitweise Zufriedenheit hinzuarbeiten? Oder einfach Mal das Leben fließen zu lassen. Du erscheinst komplett starr und fixiert. Deine Gedanken kreisen im Kreis - das Leben fließt draußen vorbei. Wirf Dich rein, und schwimm gegen den Strom, wenn Du möchstet, aber bitte: Schwimm!! Du schaust ja nicht mal zu...
ErwinM, 52
 
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  • #22
Lieber FS,

das was Du beschreibst kenne ich sehr gut und damit und mangelnder Konflikt- und Kommunikationsfähigkeit in Beziehungsdingen habe ich es bisher geschafft jede Beziehungsanbahnung und Beziehung kurzfristig oder mittelfristig zu shreddern.
Ich habe für mich selbst inzwischen die Konsequenz gezogen Liebes- und Beziehungsleben sein zu lassen.

Da Du aber in einer noch funktionieren Beziehung bist und du nicht aufgeben willst solltest du herausfinden was hinter deinen 'Ansprüchen' steht, vermutlich fehlende Selbstliebe, Verlustangst oder ähnliches. Die Ursache hierfür sind dann meist frühe 'Verletzungen' und fehlende Liebe. Das Thema Entwicklungstrauma kann da für dich interessant sein. In dem Kontext würde auch klar warum deine 2 Jahre nachdenken in der Beziehung wieder in sich zusammengefallen sind. Denn in der realen Situation, insbesondere wenn sie unterbewusst mit Angst besetzt ist, übernimmt das Stammhirn und das limbische System die Steuerung unseres Verhaltens und die lassen sich von unserem Großhirn, also unseren tollen Gedanken, in der Situation nicht reinreden. Es braucht also mehr als nur Nachdenken.

Daher wäre es für dich sicherlich hilfreich wenn du dir professionelle Unterstützung holst.

Dir viel Erfolg.
 
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  • #23
Hallo @Robsonbe

Weshalb bist du denn überhaupt mit dieser Frau zusammen?
Sind das Glaubenssätze, die dahinter stehen?
Sowas wie "weil man halt eine Freundin haben sollte"?
Fängt es da schon an, dass es dir mehr um die Außenwirkung geht?

Wenn man sich verliebt, dann bedeutet das, dass man den Anderen umwerfend findet. Da passiert eine chemische Reaktion, wenn man sich küsst z.B. Jede Berührung ist besonders. Jedes Wort wird aufgesaugt. Es sind die berühmten Schmetterlinge im Bauch.
Hast du sowas schonmal erlebt?
Oder passiert da bei dir gar nichts?
Wie läuft das ab? Du triffst dich mit einer Frau, entscheidest im Kopf, dass diese halbwegs adäquat sein könnte für die Außenwirkung und dann fragst du, ob sie deine Freundin sein will? Falls das so abläuft, ist klar, dass das keinerlei Basis hat.

Du sagst, du bist sehr oberflächlich. Interessierst du dich denn überhaupt für die Frauen?
Oder siehst du sie wie einen gekauften Gegenstand, den man halt haben muss wie eine Playsi, die kurz kickt und dann aber auch in der Ecke verstauben kann?

Also jedenfalls funktioniert das so nicht. Sehr offensichtlich, ist sie nicht die Frau, die dir entsprechenden Impulse gibt, dass du auch Liebe empfinden könntest.
Auch dann nicht, wenn du ab und an "froh bist" sie zu haben. Das hat eher was von einer Dienstleistung.

Perfektion......
Du bist mit einem Kunstbanausen vergleichbar.
Viele Menschen kratzen da nur an der Oberfläche.
Sie müssen das Bild "verstehen" können.
Oft kommt die Frage "ja was soll das denn darstellen".
Es fehlt die Fantasie.
Dabei kann Kunst abstrakt sein und ist eben nicht immer "roter Stier auf grüner Wiese".
Es ist Farbgebung, es sind Formen, es sind Ebenen, das Gehirn ergänzt fehlende Teile automatisch.
Für ungeschulte Augen muss ein harmonisches Bild her, etwas Dekoratives. Das wäre dann im Vergleich mit dem Geschmackssinn die sehr süße Schokolade.
Kenner/geschulte Augen sind fortgeschrittener. Die wollen nicht nur Schokolade, sondern auch mal eine Auster, oder eine deftige Wurst.
So empfinden sie eben Bilder die nicht harmonisch sind, die nicht das schöne Leben darstellen, die nicht in freundlichen Farben gemalt sind, besonders interessant.
Es ist eine Komposition, die auf ihr Auge wirkt, wie ein ganzes Konzert.

Was ich damit sagen möchte....
Vielleicht solltest du mal in eine Ausstellung gehen und tatsächlich etwas über Perfektion lernen.
Dann schmeckt auch das Besondere richtig gut.
 
  • #24
Wow, Kompliment wie Du Dich reflektieren und einordnen kannst ohne Selbstillusionen zu machen.
Dein Leidensdruck tönt sehr gross.
Helfen könnte eine "Herzöffnung" spiritueller Art. Kannst ja mal googeln. Oder ein Beratungsgespräch mit einer spirituellen Energiearbeiterin.

Ansonsten hilft vielleicht weltlich bei allem immer wieder diesselbe Frage, stelle sie Dir kurz innerlich: " ist es wichtig für mein Glück, brauche ich das wirklich? " Nein. Also lassen. Aber wirklich sein lassen.

Na ja, Spiritualität ist nicht jedermanns Sache. Vielleicht hast Du mal in einem früheren Leben Dir selbst verboten je wieder zu lieben und glücklich zu sein, weil Du mal seelisch arg verletzt wurdest. Das wäre eine mögliche Erklärung auf die Frage " warum". So was kann man auflösen lassen.
Aber warum probierst Du es nicht selber? Bitte Deine geistigen lichtvollen Begleiter um Hilfe und Beisein und dann schliesse in einem ruhigen Moment die Augen und stelle Dir vor und denke es auch innerlich aufsagend, dass Du jetzt alles Negative auflöst, was Dich hindert frei und tief Gefühle zu zeigen. Vielleicht spürst Du eine Art Druck oder Schwere. Nimm in Deinen Vorstellung eine Schere und stelle Dir vor, Du schneidest dies ab. Bitte die Helfer, den Brocken wegzunehmen, umzuwandeln ins Gute und dort zurück zu bringen, wo es hergekommen ist. Fühlst Du Dich etwas leichter? Fühle Dich danach dankbar. Vielleicht musst Du das mehrmals tun. Gibt im Netz auch Anleitungen. Oder bete täglich man solle Dir Zeichen und Hilfen geben damit es ändert.

Es gibt Wege um es zu ändern.
 
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