• #62
Lehrerinnen an sich finde ich nicht weiter schlimm. Aber auch da: wenn Du nur Problemklassen hast, bist Du auch privat gestresster.
Hm, die Lehrer haben in der Regel 12 Wochen Ferien und die letzten zwei Jahre sind Kinder zuhause unterrichtet worden. Jetzt weiß ich nicht ob @justemoi auch online unterrichtet hat oder nicht aber letztendlich fiel wenigstens die Fahrtzeit bis zur Schule und zurück aus.
Vielleicht ist es ratsam das Zeitmanagement zu überdenken?
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
  • #63
Mein Sohn wurde im August 2019 eingeschult und im März 2020 begann Corona , da war er im ersten Schuljahr. Jetzt ist er seit Mittwoch ( Schulbeginn NRW) im dritten Schuljahr .
 
  • #64
??? Wie kann er dann in der ersten Klasse bereits unter Corona gelitten haben? Da kann er die 1. Klasse nur komplett regulär absolviert haben und in der 2. ging es ab März in den Lockdown - er überwiegend in der Notbeschulung.
Eingeschult im Herbst 2019, ab Frühjahr 2020 Dauertheater, jetzt nach den Sommerferien in der 3. Klasse.
…die Fertigkeiten dafür sollte er (zumal Lehrerkind) in der Zeit der regulären Beschulung bereits erworben haben.
…wird jetzt irgendwie unsachlich….
Oder man überschätzt es - wozu die viele Eltern heutzutage neigen, weil es ja fast nur noch Hochbegabte gibt.
Ja, das ist heute so. Deswegen bringt es nichts, das Thema darauf zu verlagern. Wer Hausaufgaben selbst macht, bei dem reicht die Intelligenz nicht, die Eltern dazu zu bringen, sie zu machen😉
 
  • #65
Für mich ist es ein typisches Gebahren von manchen Lehrern, die sich einfach nicht vorstellen zu können, was es da für interne Probleme gibt:
Was ich mir vorstellen kann, übersteigt wohl die Vorstellungskraft von vielen Menschen, da meine Vorstellungen eine reale Basis haben: Ich hatte schon Schülerinnen, die von ihren Vätern an Männer verkauft worden sind; kriminelle Schüler, die ihre Mitschüler "abgezogen" haben oder an Schießereien beteiligt waren und dann vom Fahndungsplakat herabguckten; Schüler auf Drogen; lernbehinderte und hochbegabte SchülerInnen (SuS) mit Selbstwertproblem; SuS, die die Lehrer schlagen wollten; SuS mit inhaftierten Eltern; SuS, die inhaftiert wurden, weil sie das Bußgeld wegen ihres Dauerschwänzens nicht bezahlt haben....also solche SuS, wie sie in "Fack ju Göthe" persifliert werden. Zusätzlich aus Syrien geflüchtete und sonstwie immigrierte SuS ohne Deutschkenntnisse. Wer es von denen wirklich wollte, hat es mit meiner Unterstützung in ein Stipendium des Landes BW geschafft.

Wir leben hier in einer Leistungsgesellschaft, speziell in BW und Bayern fordert der Besuch eines Gymnasiums nicht nur eine gewisse Intelligenz, sondern auch eine gewisse Eigenmotivation als Voraussetzung zum Gelingen über Jahre hinweg. Ich habe durchaus Verständnis für leistungsschwache Kinder und Jugendliche, siehe oben, und verweise dann immer darauf, dass unser Bildungssystem so breitgefächert ist, dass für jeden Leistungsstand und jedes Motivationslevel eine Schulart existiert. Es muss nicht jeder aufs Gymnasium oder zumindest nicht sofort. Es gibt ja auch Spätzünder und für diese auch ein passendes Angebot (Berufliches Gymnasium ab Klasse 11, davor Realschule). Wer sein Kind dennoch aufs Gymi "treten muss" (@ Vikky), versündigt sich an seinem Kind und bugsiert es in die sog. "erlernte Hilflosigkeit". Da bin ich bei Vikky und setze noch einen drauf: Es ist mir klar, dass viele Kinder der heutigen Spaßgenerationen keine Pflichten mehr kennen (wollen) oder keinen Biss zeigen.

Nächster Gedanke:
Dann frag mal die Eltern, denen die Schulsachen einfach ohne Erläuterung zugemailt wurden und die Lehrer waren monatelang nicht erreichbar.
Ja, weiß ich. Trotzdem steht Dir die undifferenzierte Verallgemeinerung zu den digitalen Fähigkeiten der Lehrer aus Post 52 nicht gut zu Gesicht, auch nicht diese ungefragte, ironische Kommentierung "Vollexpertin".
 
  • #66
Also mein Sohn ist verträumt und langsam , schafft in der Schule oft nicht viel , hat aber bei Arbeiten die volle Punktzahl . Vielleicht ist das eine leichte Form von ADS, wer weiß. Ein Therapeut beschrieb ihn als hochintelligent und oppositionell ohne Aggressionen. Er hinterfragt alles und versteht noch nicht dass manche Dinge einfach getan werden müssen . Seine Lehrerin hat ihn aber gut im Griff und er ist nie frech , er macht dann schon was sie sagt . Lieber wäre mir er wäre ein unauffälliger , mittelstarker Schüler , das würde weniger an meinen Nerven zehren . Ich mache mich aber nicht verrückt . Sollte er im Bereich Anstrengungsbereitschaft und Selbstständigkeit nicht besser werden geht er zu einer guten Gesamtschule und eben nicht aufs Gymnasium . Jungen brauchen mehr Zeit isoziale Fertigkeiten zu entwickeln als Mädchen, erst in der Pubertät holen Jungen auf . Mein Sohn ist sehr sensibel und empathisch, das freut mich am allermeisten. Er hat sich beispielsweise verliebt und dem Mädchen seine Liebe gestanden . Ich sagte ihm dass ich das sehr mutig von ihm fände und dass man sich wegen seinen Gefühlen niemals schämen solle . Er bat sie es niemandem weiter zu erzählen aber sie erzählte es im Unterricht allen Mädchen und alle lachten ihn aus . Für meinen Sohn war es der schlimmste Schultag überhaupt . Ich sagte ihm dass das keine schöner Zug von dem Mädchen gewesen sei und dass er darüber stehen solle . Er hat dann vier Wochen nicht mehr mit ihr geredet bis sie mehrere Tage krank war und er sich entschloss sie anzurufen , ich hörte wie er sagte ; Weißt du warum ich dich jetzt so lange ignoriert habe , weil du mein Geheimnis weiter erzählt hast . Aber jetzt habe ich mich beruhigt und wollte fragen , wie es dir geht ?“
 
  • #67
zum Post Nr. 62 von @Lavieestbelle :
Es ist für justemoi zwar ratsam, das Zeitmanagement zu überdenken, aber die assoziative Verknüpfung zwischen online-Unterricht, Ferien und Freizeit, die hier mitschwingt, möchte ich doch mal genauer beleuchten. Denn nichts hält sich so schön wie die Vorurteile über Lehrer und das, was sie tun.

Ferien= unterrichtsfreie Zeit, d. h., keine Unterrichtsstunden zu halten, aber meistens doch etwas zu tun. Ich habe z. Z. Sommerferien, drei Wochen davon sind nun rum. Ich habe bisher ca. 18 Std. in die Erstellung der Stoffverteilungspläne für meine kommenden 17 Klassen reingesteckt, bin damit aber noch lange nicht fertig. Schätzungsweise weitere 30 Std. brauche ich noch für die Stoffverteilungspläne. Weitere ca. 6 Std. flossen bisher in die allgem. Planung.
Ich hatte schon Schuljahre, wo außer den Sommerferien keine Freizeit in den anderen Ferien für mich möglich war: Korrekturen von Prüfungen, Erstellung von Prfg. für den Pool des Landes BW, Einarbeitung in neue Fächer, Überarbeitung der Materialen, schulinterne Arbeiten (also von der Dienststelle so angeordnet). In der letzten Woche finden schon wieder Konferenzen und Sitzungen statt. In meiner früheren Abteilung haben wir in dieser Woche Aufnahmegespräche geführt.

online-Unterricht
Hat in meinem Fall bedeutet,
- dass es alles arbeitsintensiver war als vorher
- dass man in den Ferien, abends und am WE mit SuS kommuniziert hat, was man sonst so nicht tut
- dass es ein nervlich unglaublich anstrengendes Schuljahr war, weil man z.B. Corona-Regeln durchsetzen musste, immer wieder von Neuem die Disziplin einfordern von SuS, die am Rad drehen
- dass man vieles doppelt machen musste (KAs sind nach wie vor in Präsenz geschrieben worden, allerdings nicht alle SuS auf einmal, sondern in 2 oder 3 Gruppen --> 2facher oder 3facher Zeitaufwand)
- dass man trotzdem in die Schule fahren musste (dienstlich angeordnet sowieso und dann auch noch, wenn man Prüfungsklassen hatte, so wie ich. Diese hatten nämlich Präsenzunt.)
- dass man die Nervenstärke haben musste, sich von Schulexternen "begutachten" zu lassen, denn man wusste ja nie, wer noch alles vor dem PC sitzt und am online-U. auch teilnimmt (z.B. Ausbilder)
- dass beim Wechselu. jede Std. Mehrarbeit bedeutet hat, weil man das Material für die Heimgruppe zusätzl. noch hochgeladen u. kommentiert oder den U-verlauf zusammengefasst hat, damit alles auch ohne Anwesenheit verstanden wurde
- dass ich gesundheitl. gefährdet worden bin, weil man ja zu Beginn des Schuljahres 2020/21 bis zum Dez. einfach alle ganz normal beschult hat
- dass ich in einem Sprechberuf den ganzen Tag mit Maske gearbeitet habe und sie nicht einmal im Lehrerzimmer abgezogen habe.

Fazit: Justemoi ist berechtigterweise erschöpft.
 
  • #68
Das ist doch schön. Er bekommt gute Noten und ist intelligent und aufgeweckt. Freue dich für ihn.
Ich denke es ist alles eine Frage der Organisation, natürlich hast Du das Recht auf Freizeit und Regeneration. Vielleicht kannst Du den Tagesablauf so planen, dass ihr die Nachmittagsaktivitäten um 18:00 Uhr beendet und es um 18:30 Abendessen gibt und danach muss er ins Bett. So hast Du zwei Stunden Zeit gewonnen, die du woanders nutzen kannst.
 
  • #69
Habe mir nicht alles durchgelesen. Wie wäre es mit einem Au- pair? Du bist aufgeschlossen etc. Der 8 - jährige hätte ausser dir und seinem Bruder eine feste Bezugsperson.
 
Zuletzt bearbeitet:
  • #70
Fazit: Justemoi ist berechtigterweise erschöpft.
Jeder ist seines Glückes Schmied, nicht jammern sondern handeln, jeder wählt seinen Beruf und muss wissen, was auf ihn zukommt, ich würde niemals in einem solchen System und ähnlichen Systemen meine einmalige Lebenszeit und meine kostbare Lebensenergie investieren wollen, meine Freiheiten, meine Unabhängigkeiten, meine Selbstständigkeiten sind mir tausend mal lieber! Ich habe deshalb mehrmals meine Berufsausrichtungen geändert, bin seit Jahren darüber auch glücklich und entspannt! Möchte mir von niemanden was vorschreiben lassen!
Und noch was zum Nachdenken:
Die allermeisten Menschen in der Welt laufen mit verbundenen Augen und mit Scheuklappen durch die Gegend... lassen sich diktieren und alles gefallen...würden so Beziehungen gehen, es gebe keine einzige Trennung, es gäbe keine Scheidung...
 
  • #71
dass es ein nervlich unglaublich anstrengendes Schuljahr war,
Das glaube ich dir und ich weiß die Mühe, die Lehrerinnen und Lehrer auf sich nehmen auch zu schätzen. Im übrigen meine gesamte Verwandtschaft mütterlicherseits arbeitet im Schulsystem, von daher weiß ich, dass es kein einfacher Beruf ist.
Aber um dich zu trösten muss ich sagen die vergangene zwei Jahre waren für viele Menschen sehr schwierig….berufstätig im Home Office mit Schulkindern ist schon stressig, weil die komplette Hilfestellung wie zum Beispiel Nachmittagsbetreuung und Mittagessen etc. ausgefallen war.

Aber nun zurück zu Frage:
Die Frage war, wie @justemoi Freiräume für sich schaffen kann und meine Antwort war dazu ihr Zeitmanagement unter die Lupe zu nehmen. Die Ferien und Wochenenden und auch Abends effizienter zu nutzen.
 
Zuletzt bearbeitet:
  • #72
Oder du suchst dir einen geduldigen Lehramtsstudenten, der mit deinem Sohn mal Hausgaben macht am Nachmittag, so zweimal die Woche.
 
  • #73
Jeder ist seines Glückes Schmied, nicht jammern sondern handeln, jeder wählt seinen Beruf und muss wissen, was auf ihn zukommt, ich würde niemals in einem solchen System und ähnlichen Systemen meine einmalige Lebenszeit und meine kostbare Lebensenergie investieren wollen,
Ja, das stimmt. Doch ich ergänze: Es gibt auch so etwas wie Berufung, sodass der Beruf eine ganz andere Sinnhaftigkeit erhält. Meiner Ansicht nach hat jeder Mensch seine ganz bestimmte Lebensaufgabe und seinen ganz bestimmten Seelenplan und demzufolge wird er sich beruflich orientieren. Dieser Aufgabe kann man auch nicht weglaufen. So wie Du, IM, hier immer schreibst, kann man ja nicht vor sich selbst flüchten. Man trägt immer mit sich, was man in sich trägt. Je älter man wird, desto mehr drängen die Anlagen ans Licht. Wer diese soziale Anlage und das Bewusstsein für individuelle und gesellschaftliche Entwicklung durch Lehren und Vorbild in sich trägt, wird früher oder später immer in einem sozialen Beruf arbeiten. Und darin wird er gut sein, denn er kann gar nicht anders. Es ist jammerschade, dass das oft verlacht wird, so nach dem Motto: "Schau doch, wie er sich aufreibt oder wie er geknechtet wird in dem System. Warum stellt er sich zur Verfügung?"
Wer (junge) Menschen gut führt, sie zur Entwicklung anstößt und darin fördert - was ein guter Lehrer schon intuitiv tut - ist ein immens wichtiger Bestandteil für die ganze Gesellschaft. Jeder von uns, wirklich jeder, hat mindestens einen solchen Lehrer in seiner Lebensgeschichte gehabt.
Weißt Du, IM, mir ist klar, dass dieser Beruf für Dich wie eine Vergeudung der Lebenszeit ist. Und ich sage Dir: Du hast ohnehin zu viel Ego in Dir, um wirklich dienen zu können und um diesen Beruf auszuüben. Vieles, von dem, was Du zur Authentiziät sagst, stimmt zwar. Aber in Deinem Anspruch, die Menschen dorthin führen zu wollen, steht Dir dieses Ego im Weg. Daher kommt der Gegenwind hier. Das ist Deine Entwicklungsaufgabe.
 
  • #74
Hey, folgende Vorschläge:

- Du wohnst in der Stadt. Da gibt es sicher eine Babysitterbörse von Studenten usw. Organisieren doch einen Abend einen Babysitter? An dem Abend kannst du dann was für dich machen, wie Sport, Tanzkurs usw. Da könntest du ja dann evtl auch jmd kennenlernen.

- Was ist mit online dating? In der Stadt auch einfacher als auf dem Land. Man kann auch nachmittags daten, dann soll dein Großer auf den kleinen aufpassen.

- Du könntest auch wieder näher zu deinen Eltern ziehen? Oder hast du Nachbarn, die auch mal nach den Kindern schauen können?

- Kannst du dir Teilzeit leisten? Dann wäre alles ein bisschen entspannter! LG w32
 
  • #75
Ja, das stimmt. Doch ich ergänze: Es gibt auch so etwas wie Berufung, sodass der Beruf eine ganz andere Sinnhaftigkeit erhält. Meiner Ansicht nach hat jeder Mensch seine ganz bestimmte Lebensaufgabe und seinen ganz bestimmten Seelenplan und demzufolge wird er sich beruflich orientieren. Dieser Aufgabe kann man auch nicht weglaufen.
Ich weiß nicht was du hast, wer dich gebissen hat, du hast eine völlig falsche Einstellung zu mir als Mensch, als Persönlichkeit. Gerne stelle ich das richtig! Mein Beruf ist meine Berufung und die habe ich gefunden, nicht schon im ersten Schritt wie du, ich musste da mehrere Anläufe nehmen, vom weglaufen kann also überhaupt keine Rede sein, ist lediglich eine Angriffsstrategie deinerseits!
So wie Du, IM, hier immer schreibst, kann man ja nicht vor sich selbst flüchten. Man trägt immer mit sich, was man in sich trägt. Je älter man wird, desto mehr drängen die Anlagen ans Licht. Wer diese soziale Anlage und das Bewusstsein für individuelle und gesellschaftliche Entwicklung durch Lehren und Vorbild in sich trägt, wird früher oder später immer in einem sozialen Beruf arbeiten.
Ausgerechnet musst du mir das sagen, dass man nicht vor sich selber flüchten kann, da man sich selbst eh überall mitnimmt. Das weiß ich sicherlich genauso gut, wenn nicht noch etwas besser als du, ich kann auch nur das geben, was in mir vorhanden ist. Du scheinst ziemlich stark, wie so viele, fremd konditioniert zu sein, so kommst du zu mir rüber, ich kenne deine erlernte Argumentationskette in und auswendig!
Und darin wird er gut sein, denn er kann gar nicht anders. Es ist jammerschade, dass das oft verlacht wird, so nach dem Motto: "Schau doch, wie er sich aufreibt oder wie er geknechtet wird in dem System. Warum stellt er sich zur Verfügung?"
Wer (junge) Menschen gut führt, sie zur Entwicklung anstößt und darin fördert - was ein guter Lehrer schon intuitiv tut - ist ein immens wichtiger Bestandteil für die ganze Gesellschaft.
Es ist das gute Recht eines jeden Menschen, seine passende Entscheidung für privat wie auch beruflich zu treffen, um ständig und beständig mit sich selber zufrieden und glücklich zu sein, um so in der Fülle, im Glück zu leben!
 
  • #76
Jeder von uns, wirklich jeder, hat mindestens einen solchen Lehrer in seiner Lebensgeschichte gehabt.
Weißt Du, IM, mir ist klar, dass dieser Beruf für Dich wie eine Vergeudung der Lebenszeit ist. Und ich sage Dir: Du hast ohnehin zu viel Ego
Nein, es ist nicht der Beruf, als Pädagoge, die Menschenbildung, es ist das System - Diktat von oben, dem ich mich beugen müsste und mir nicht gut täte, deshalb käme das für mich nicht in Frage. Ich kenne genug Menschen in deinem Beruf und in ähnlichen Systemen, die durch den Beruf ausgepowert und unzufrieden sind, die nicht bis zur Rente kommen, der Inhalt dieses Threads weist darauf hin, die - bevor sie in Rente kommen, einen Burnout bekamen und Hilfe auch bei mir gesucht haben und das ist also nicht nur ein Einzelfall!
 
  • #77
Und ich sage Dir: Du hast ohnehin zu viel Ego in Dir, um wirklich dienen zu können und um diesen Beruf auszuüben. Vieles, von dem, was Du zur Authentiziät sagst, stimmt zwar. Aber in Deinem Anspruch, die Menschen dorthin führen zu wollen, steht Dir dieses Ego im Weg. Daher kommt der Gegenwind hier. Das ist Deine Entwicklungsaufgabe.
Unsinn, um sich selber zu retten und sich selber auf den richtigen zufriedenen und erfüllten Weg zu bringen, braucht man ein ganz bestimmtes und gesundes Ego. Nur wenn es einem selber gut geht, nur dann ist man in der Lage, anderen etwas Gutes zu geben, Punkt!
Ego steht lateinisch für das ICH, in der Psychologie das SELBST, die sog. "S" Werte, von denen ich ständig spreche, auch von so manchen Unwissenden belächelt werde, was mich jedoch nicht stört, sie dürfen das gerne! Die Ursache für alle Probleme, die hier in diesem Forum ständig diskutiert werden, das habe ich oft geschrieben und ich schreibe es noch einmal, liegt darin begründet, dass diese Menschen ein zu schwaches Selbstbild von sich selbst haben, nur wenn du ein starkes Selbstbild hast, agierst du entsprechend, agieren ist besser und klüger, als immer nur zu warten um dann zu reagieren. (Das ist eine fremde Konditionierung!) Es ist also elementar lebenswichtig, ein möglichst starkes und positives Selbstbild von sich selbst zu haben, aufrichtig und authentisch zu sich selber sein, wenn man ein glückliches, zufriedenes und erfolgreiches Leben führen möchte! Auch Punkt!
Wir kommen alle ohne dieses Ego zur Welt und bekommen es einerseits vom Umfeld gratis mitgeliefert, so wie es gesellschaftlich passt, jedoch besser ist es, wenn wir es selbst bauen, wie es optimal zu einem passt, das muss man allerdings sehr hart erarbeiten!!
Ich bin in der Erwachsenenbildung und in der Persönlichkeitsentwicklung seit Jahren aktiv und erfolgreich tätig, das ist mir nur möglich, mit meinem rationalen aber auch emotionalen Wissen, mit meiner Geisteshaltung, in meiner balancierten Fülle und mit meinem dazu passenden Engagement und Leidenschaft! Das bisschen Gegenwind was hier zu mir kommt, ist für mich Peanuts, im Vergleich zu meinen Überzeugungen, zu meinem erlebten Wissen, zu meinen reflektierten Erkenntnissen!
Viele Grüße und guten Start in die neue Woche IM
 
  • #78
Aber jetzt habe ich mich beruhigt und wollte fragen , wie es dir geht ?“
Och Gott, das ist ja wirklich süss für einen Drittklässler ♥
Ich hatte auch eine "Grundschul-Liebe" :))
Als es darum ging einen Sitzpartner zu suchen, waren wir uns einig. Wir mochten uns halt. Da habe die anderen Kinder auch gelacht. Aber das war schnell vergessen.

Ich finde es übrigens völlig normal, dass man als Elternteil mit dem Grundschüler zusammen noch Hausaufgaben macht.
Zumindest beisitzend, falls das Kind nicht weiterkommt, oder es Motivation braucht. Ich halte nichts davon einen Grundschüler komplett allein mit der Aufgabe zu lassen.
Später dann ja.
 
  • #79
Ich weiß nicht was du hast, wer dich gebissen hat, du hast eine völlig falsche Einstellung zu mir als Mensch, als Persönlichkeit. Gerne stelle ich das richtig! Mein Beruf ist meine Berufung und die habe ich gefunden, nicht schon im ersten Schritt wie du, ich musste da mehrere Anläufe nehmen, vom weglaufen kann also überhaupt keine Rede sein, ist lediglich eine Angriffsstrategie deinerseits!
Ich habe nicht von Dir, sondern von mir geredet. Meine kostbare Lebenszeit ist mir viel zu teuer, um Dich anzugreifen- das ist nicht ironisch oder bissig gemeint. Bei mir ist das Lehren eine Berufung, denn ich habe auch mehrere Anläufe genommen. Ich habe sogar ganz am Anfang, als ich kurz vor der Verbeamtung auf Lebenszeit stand, mich komplett abgewendet und den Dienst verlassen - das war eine krass mutige Entscheidung. Habe dann als Sozialpädagogin gearbeitet, bin auf dieser Stelle vom Schicksal aber mit immer mehr Lehraufgaben betraut worden, bis ich dann von dem privaten Bildungsträger als Dozentin eingesetzt wurde und dann einen Winter hatte, wo ich 50 Wochenstunden (!) unterrichtet habe: Von Montag bis Freitag morgens 5 und mittags 5, in einem Fach, was für mich neu war, nämlich DaF. Da war noch keine Vorbereitungszeit und keine Nachbereitung eingerechnet.
Mit dieser Erfahrung bin ich in das staatliche Schulsystem zurückgegangen, mein verändertes Profil passte perfekt und ich wollte es wirklich wissen. Mir war klar geworden, dass ich wirklich von Herzen Lehrerin bin und dass daran auch die unglaubliche Arbeitsbelastung nichts daran ändert.
Seither sind mir in regelmäßigen Abständen immer wieder neue Aufgaben gegeben worden (neue Fächer, z.B. Technisches Englisch oder Einsatz in einer weiteren Schulart unter dem Dach meiner Schule) und ich muss sagen, es war alles richtig so, wie und wann es kam. Ich bin nochmals durch eine (verkürzte) Phase der Verbeamtung auf Probe gegangen, wo ich nochmals auf Herz und Nieren geprüft wurde und ich mich selbst auch auf Herz und Nieren geprüft habe, ob ich das will, bis ich vor einigen Jahren dann auf Lebenszeit verbeamtet wurde.
 
  • #80
Ausgerechnet musst du mir das sagen, dass man nicht vor sich selber flüchten kann, da man sich selbst eh überall mitnimmt. Das weiß ich sicherlich genauso gut, wenn nicht noch etwas besser als du, ich kann auch nur das geben, was in mir vorhanden ist. Du scheinst ziemlich stark, wie so viele, fremd konditioniert zu sein, so kommst du zu mir rüber, ich kenne deine erlernte Argumentationskette in und auswendig!
Natürlich kennst Du diese Argumentation in- und auswändig, weil ich mich ja auch Dich bezogen habe. Ich zitiere mich mal kurz selbst und verweise darauf, dass "IM" als Abkürzung für Inspirationmaster gedacht war.
So wie Du, IM, hier immer schreibst, kann man ja nicht vor sich selbst flüchten. Man trägt immer mit sich, was man in sich trägt. Je älter man wird, desto mehr drängen die Anlagen ans Licht. Wer diese soziale Anlage und das Bewusstsein für individuelle und gesellschaftliche Entwicklung durch Lehren und Vorbild in sich trägt, wird früher oder später immer in einem sozialen Beruf arbeiten. Und darin wird er gut sein, denn er kann gar nicht anders.
Das stimmt ja auch, es ist so, dass man immer mit sich trägt, was in einem ist. Du, IM, sagst das hier immer. Ich sage es hier normalerweise nicht, aber ich weiß es tief in mir drinnen auch und habe es selbst schon bis auf den Grund erfühlt und durchlebt, siehe meine Geschichte über meinen Werdegang oben. So tief, wie ich das am eigenen Leib und in meinem eigenen Werdegang durchlebt und durchfühlt habe, würde ich mal sagen, dass ich da jegliche Fremdkonditionierung von mir abgeworfen habe. Ich habe mich zutiefst damit auseinandergesetzt, was mir und meinem Wesen entspricht und warum ich diesen Beruf ausübe. Ansonsten hätte ich damals niemals den Dienst verlassen, was nämlich für alle Leute in meinem Umfeld inkl. meiner Eltern zutiefst schockierend war ("Wie kann sie das nur tun, so kurz vor der Verbeamtung auf Lebenszeit und bei so guten dienstlichen Beurteilungen?") und ich wäre danach wiederum nicht wieder in den Dienst zurückgekehrt, wenn es nicht meinem wirklichen inneren entspräche, zu lehren.
 
  • #81
Gehen wir nun zu der Ego-Thematik.
Ich habe dies gesagt, dazu stehe ich nach wie vor ("IM" steht für Inspirationmaster):
Weißt Du, IM, mir ist klar, dass dieser Beruf für Dich wie eine Vergeudung der Lebenszeit ist. Und ich sage Dir: Du hast ohnehin zu viel Ego in Dir, um wirklich dienen zu können und um diesen Beruf auszuüben. Vieles, von dem, was Du zur Authentiziät sagst, stimmt zwar. Aber in Deinem Anspruch, die Menschen dorthin führen zu wollen, steht Dir dieses Ego im Weg. Daher kommt der Gegenwind hier. Das ist Deine Entwicklungsaufgabe.
Dann kam diese Antwort:
Unsinn, um sich selber zu retten und sich selber auf den richtigen zufriedenen und erfüllten Weg zu bringen, braucht man ein ganz bestimmtes und gesundes Ego. Nur wenn es einem selber gut geht, nur dann ist man in der Lage, anderen etwas Gutes zu geben, Punkt!
Ego steht lateinisch für das ICH, in der Psychologie das SELBST
Es ist zwar richtig, dass man nur aus der Fülle heraus etwas verschenken und geben kann (in Anlehnung an die Wortwahl des IM). Es ist auch richtig, dass man eine innere Stärke braucht, um Menschen führen zu können, speziell in pädagogischen Berufen, sonst wird man von der Menge "überrannt". Man muss eine innere Stärke/ Kraft haben, um Überzeugungen vertreten zu können, die z.B. nicht populär sind, um die Schwächeren schützen zu können, um einen geschützten Raum für Entwicklung zu bieten, um das Gute zu mehren. Das, was ich damit meine, ist ein Zugang zum Urwissen darüber, was gut ist und was schlecht, und die Stärke dazu, dieses Urwissen auch umzusetzen. Dieses Wissen steckt eigentlich in jedem Menschen, weil alle Menschen miteinander verbunden sind. Aber viele Menschen haben keinen Zugang mehr dazu oder fürchten sich davor. Oder, wenn sie einen Zugang haben, dann nutzen sie ihn nicht und stellen sich blind und taub, weil Sehen und Hören möglicherweise mit Veränderungen im Leben verbunden wäre.
 
  • #82
Dieses Urwissen (siehe mein vorheriger Beitrag) führt einen in die Selbstliebe, und nur wer sich selbst liebt, kann andere überhaupt lieben oder kann andere lieben, ohne sich selbst dabei zu zerstören. In dieser Liebe kann man auch keine anderen Menschen angreifen oder verletzen wollen, denn in jedem Menschen wird man letztlich sich selbst erkennen.
Die Selbstliebe ist aber nicht gleichzusetzen mit dem Ego. Auch diese innere Kraft, über die ich im vorherigen Beitrag sprach, mit der man andere Menschen und auch sich selbst durch das Leben führt, ist nicht gleichzusetzen mit dem Ego. Das ist aber der Denkfehler vom Inspirationmaster. Er schreibt, dass man "ein ganz bestimmtes und ganz gesundes Ego bräuchte" (Post 77).

Weiters schreibt der IM:
Es ist also elementar lebenswichtig, ein möglichst starkes und positives Selbstbild von sich selbst zu haben, aufrichtig und authentisch zu sich selber sein, wenn man ein glückliches, zufriedenes und erfolgreiches Leben führen möchte! Auch Punkt!
Wir kommen alle ohne dieses Ego zur Welt und bekommen es einerseits vom Umfeld gratis mitgeliefert, so wie es gesellschaftlich passt, jedoch besser ist es, wenn wir es selbst bauen, wie es optimal zu einem passt, das muss man allerdings sehr hart erarbeiten!!

Es ist richtig, dass wir ohne Ego zur Welt kommen. In diesem Zustand, bis zur Herausbildung des Egos, gehen wir in der All-Einheit aller Geschöpfe auf und haben uneingeschränkten Zugang zum Urwissen und zur universalen, allumfassenden, alle Völker und Menschen vereinenden Intuition und Weisheit. Danach bildet sich das Ego heraus und auch hier sagt der IM richtigerweise, dass wir es vom "Umfeld gratis mitgeliefert" bekämen und es auch "selbst bauten". Ja, unser Umfeld zeigt uns seine Werte und Überzeugungen und lässt uns damit aufwachsen und in diese Überzeugungen hineinwachsen, sodass sie uns so erscheinen, als ob sie unsere eigenen, authentischen Werte wären. Mit der Verfestigung des Egos nimmt aber der Zugang zum Urwissen und zur Urstärke ab. Und auch durch "Herumschrauben", oder Selbstbauen des Egos, wie es der IM empfiehlt, wird es nicht besser.

Denn das Ego ist eben nicht die ursprüngliche Ausstattung des Menschen, wie es der IM sagt (aber danach die falschen Schlüsse zieht), sondern eine Maske, die sehr, sehr oft den Zugang zum ursprünglichen Inneren erschwert oder verhindert. Das Ego ist nicht die Selbstliebe, sondern eher die Selbstverliebtheit. Wer im Ego agiert, ist sehr oft angstgetrieben, weil er sein gezüchtetes Selbstbild nicht verlieren möchte und alle Kraft daran setzen muss, dass die anderen Menschen nicht hinter dieses Selbstbild schauen können.
 
  • #83
jeder wählt seinen Beruf und muss wissen, was auf ihn zukommt, ich würde niemals in einem solchen System und ähnlichen Systemen meine einmalige Lebenszeit und meine kostbare Lebensenergie investieren wollen
Wie viele von uns hat @justemoi einen Beruf gewählt, den sie leidenschaftlich gern macht, sodass die dem Bild welches Du postulierst (Lohnarbeit = eine Zumutung) nicht nachhängt. Sie hat sogar ein berufliches Umfeld, in dem sie gern ist (Kollegium).
Insoweit ist dieses Fanafarengetröte von Dir: Thema verfehlt.

Sie hat am 1. Parameter gedreht, den sie als AE mit 2 schwierigeren Kindern braucht: Arbeitszeit geringfüguig reduziert, um durchschnaufen zu können.
Sie hat am 2. Parameter gedreht: Putzfrau, um sich von wenig gewinnbringender Hausarbeit zu befreien.
3. Sie sucht einen Babysitter.
Trotzdem ist sie immer noch ko und muss weiterschauen was sie falsch macht, denn anhand anderer sieht man ja, dass es auch anders geht.

Also die eigenen Potenziale prüfen und da gibt es viel zur eigenen Entlastung:
- weniger ständig abends auf den erwachenen Sohn warten, sondern sich die benötigte Nachtruhe nehmen, 2-3 Abende in der Woche langen und wenn er Bedarf hat, muss er sich halt frühe nach Hause bequemen.
- weniger Hausaufgaben mit dem jüngeren Kind machen. Er muss nicht immer die beste Klassenarbeit schrieben, wenn es für sie so ein Stressprogramm ist
- mal 5e grade sein lassen
- garnicht erst denken, bei einem Partner mit Kind sei man selber für alles zuständig, sondern von vornherien "gemeinsam, mit Effzienzeffekt"
- nicht immmer nur die gesamten Kinderhorden in die eigene Wohnung ziehen aka selbstgefälliges "bei uns fühlen sie sich wohlsten weil sie alles dürfen" (die Müttermafia lacht sich ins Fäustchen) und dann hinterher mit der Chaosbeseitigung allein dastehen, sondern dem Junior klarmachen: das wird verteilt rundum über alle Freunde.
- Schule wechseln. einfach mal die anderen ranlassen und nicht glauben, mal selber ist unersetzlich, denn darum geht der Übereifer meistens, der so erschöpft. Die Welt wird ncith unetrgehen, wenn sie diese Stelle nciht macht, sondern woanders Lehererin ist
Dann hat sie auch den benötigten Freiraum, sich mal Gedanken zu machen, warum sie das "braucht", bis kein eigener Lebensraum für sie mehr übrig ist.
 
  • #84
Wer sein Kind dennoch aufs Gymi "treten muss" (@ Vikky), versündigt sich an seinem Kind und bugsiert es in die sog. "erlernte Hilflosigkeit".
Vor allen Dingen, macht er sein Kind nicht so erfolgreich, wie er es will, sondern eher ziemlich unglücklich spätestens im Beruf, wo ihm keiner die Mutti macht - böse Kollegen.

Kennt doch jeder: das Kind von Mutti zum schulischen Highflyer gemacht durch permanentes Nachsetzen und so gut vorbereitet sogar mit unterdurchschnittlicher Motivation auch ein anspruchsvolles Studienfach geschafft - alles ohne sich vom Kleinkindstatus innerlich geändert haben zu müssen.

Kaum kann Mutti nicht jeden Tag mit ins Büro kommen um ihn zu schieben und die Hindernisse aus dem Weg zu räumen, wird aus dem ehemaligen Highflyer was er wirklich ist: der antriebsarme, gering motivierte, unorganisierte, unselbstständige Kollege mit Topnoten, falschem Selbstbild (die anderen sind schuld, er ist ja Granate, steht in allen Zeugnissen), der schon vor dem 30. LJ TZ arbeiten möchte (weil alles zuviel ist) und schon im Burnout steckt.

Und die Chefs wundern sich einmal mehr über die Nebelkerze, die sie da ausgewählt haben, beenden das Elend auch nur selten, denn das hieße zu sagen "ich habe einen Fehler gemacht", sondern überlassen es den Mitarbeitern ihn durchzuschleppen, ohne irgendeine Handhabe zu haben.

Gespräche mit solchen Kandidaten sind komplett sinnlos, weil die Fähigkeit zur Selbstkritik wurde nie erworben - immer sind die anderen doof, wenn was nicht läuft.
Der Übderforderte flüchtet sich in AUn .... ein ewiger Kreislauf, der unerfreuliche Reaktionen in der Umwelt bewirkt.
Und oh Wunder: er fühlt sich gemobbt, weil kein Kollege gut auf ihn zu sprechen ist.

Ich kenne genug Menschen in deinem Beruf und in ähnlichen Systemen, die durch den Beruf ausgepowert und unzufrieden sind, die nicht bis zur Rente kommen, der Inhalt dieses Threads weist darauf hin... Burnout

S.o. nach einem langen Berufsleben kenne ich nur 2 Leute, der sich in den Burnout gearbeitet haben (fremdkonditioniert auf Leistung und unfähig das zu ändern bis zum Zusammenbruch), wohl aber sehr viele, die mangels Fähigkeit zur Selbstkritik und Unwilligkeit bei sich was zu ändern darin gelandet sind.
 
  • #85
Kennt doch jeder: das Kind von Mutti zum schulischen Highflyer gemacht durch permanentes Nachsetzen und so gut vorbereitet sogar mit unterdurchschnittlicher Motivation auch ein anspruchsvolles Studienfach geschafft - alles ohne sich vom Kleinkindstatus innerlich geändert haben zu müssen.
Hm, das sind eher irgendwelche erdachten Theorien.
Ich denke nicht, dass das irgendjemand tatsächlich "kennt", oder auch nur annähernd Einblick in das Leben des Kollegen hat, um so urteilen zu können.
Hier geht es immer noch um einen Grundschüler in der dritten Klasse. Ich denke, da darf jeder Elternteil selbst beurteilen, was das Kind im Augenblick benötigt und seine eigene Theorie daran knüpfen. Schließlich entwickeln sich Kinder völlig unterschiedlich.
Den goldenen Weg der Erleuchtung, gibt es nicht.
Manch Eltern helfen auch erst, wenn es irgendwo brennt.
Dann bekommt das Kind Nachhilfe usw. Vielleicht ist es schlauer es erst gar nicht dazu kommen zu lassen.
Selbst Erwachsenen brauchen oft einen Motivator. Weshalb sollten Kinder automatisch Selbst Motivation beherrschen?
 
  • #86
"Weshalb sollten Kinder automatisch Selbstmotivation beherrschen?" Das war @Schnuppes78 Frage, die ich super finde. Also, ich sehe es ja andersherum: "Warum sollten ausgerechnet Kinder nicht automatisch Selbstmotivation haben?" Ganz bewusst habe ich das Verb "beherrschen" durch das Verb "haben" ersetzt. Es gibt ja die extrinsische Motivation und die intrinsische Motivation. Die intrinsische Motivation kommt von innen, aus einem selbst heraus, weil es einem Freude macht, etwas zu tun, weil man etwas können möchte, weil man sich für etwas wirklich mit dem Herzen interessiert. Die extrinsische Motivation entspringt äußeren Belohnungen (z.B. Tennisstunden für gute Noten) oder auch Drohungen oder der Angst, bei Versagen nicht mehr geliebt zu werden. Die intrinsische Motivation trägt einen auch über die größten Durststrecken und macht einen sehr langmütig, wenn es nicht gleich klappt. Bei einem extrinsisch Motivierten ist diese Langmut hingegen nicht sehr ausgeprägt und man schmeißt viel eher den Bettel hin, weil man nicht so in den Flow kommt.

Meiner Überzeugung nach kommen alle Kinder mit einer intrinsischen Motivation auf die Welt, aber bei vielen wird diese nicht erkannt oder gewürdigt. Es gibt so viele Kinder, die sich aus für die Eltern nicht erkennbarem Grund für irgendetwas zutiefst interessieren oder sich interessieren könnten, wenn sie nur einmal Bekanntschaft damit machen würden (es gibt ja Kinder, die in einer Blase aufwachsen).

Auch für alles, was mit Schule zu tun hat, gibt es an sich eine intrinsische Motivation, zumindest eine große Neugier, aber wo geht sie hin oder was passiert mit ihr?

mögliche Erklärungen:
- Das Kind hat bei der Einschulung keine optimalen Voraussetzungen und wird daher jeden Tag von den Anforderungen in der Schule gestresst. Im wahrsten Wortsinne hat ein Kind mit optimalen Voraussetzungen diese im Kinderspiel über die Kleinkind- und Kinderzeit erworben, ohne zu merken, dass es gerade lernt. Es hat beim Basteln und beim Malen seine Feinmotorik trainiert, es hat beim Zuhören, wenn Geschichten vorgelesen worden sind, seine Sprache und seinen Wortschatz trainiert, ebenso die Fähigkeit, konzentriert zuzuhören. Es hat im Spiel mit anderen gelernt, Regeln zu akzeptieren und sich zurückzunehmen. Es hat Erwachsene gehabt, die sich oft zusammen mit ihm so auf eine Sache außerhalb ihrer beider Personen (außerhalb ihrer Egos) so intensiv und so lange fokusiert haben, dass das Plärren des Egos verstummte und ein Flow einsetzen konnte. Gerade das letzte ist immens wichtig, damit man seine Aufmerksamkeit fokusieren kann und nicht vom Ego und von den Impulsen geknechtet wird. Das Gegenteil von dieser Fähigkeit ist das ADS- und auch das ADHS-Syndrom.
 
  • #87
weitere Erklärungen für das Fehlen der intrinsischen Motivation bei Schulkindern:

- Das Kind hat Defizite körperlicher Art, die zu spät vor Schuleintritt bemerkt worden sind, z.B. mein Neffe. Mein Neffe hatte keine Chance, seine Feinmotorik in den Händen fürs Schreiben und seine ebenfalls mit dem Schreiben verbundenen bildverarbeitenden Fähigkeiten im Gehirn vor Schuleintritt ausreichend entwickeln und trainieren zu können, weil seine Weitsichtigkeit erst im Alter von fünf Jahren erkannt wurde. Er wurde immer nur auf Kurzsichtigkeit getestet. Ein Weitsichtiger sieht aber den unmittelbaren Bereich vor sich nicht gut, also das Blatt Papier, worauf er im KiGa etwas malen soll. Das Schreiben und alles, was damit zu tun hatte, war für ihn in der Grundschule eine Qual.

- Die sog. exekutiven Funktionen, die ihren Sitz im Frontalhirn haben, sind nicht ausreichend ausgebildet. Hierbei geht es um planvolles Handeln, das Arbeitsgedächtnis (z.B. Anweisungen oder Instruktionen im Kopf behalten), Impulskontrolle, Regulierung von Emotionen, die Fokusierung der Aufmerksamkeit (s.o. im anderen Post). Bitte lest selbst (Quelle: wikipedia): "
Es handelt sich also um die höheren mentalen und kognitiven Prozesse, die der Selbstregulation und zielgerichteten Handlungssteuerung des Individuums in seiner Umwelt dienen. Die EF können zusammenfassend als diejenigen psychischen Fähigkeiten verstanden werden, „die der Ausführung von Handlungen unmittelbar vorangehen oder sie begleiten.[3] Auch Selbstmotivation, die Willensbildung (Volition) und der Anstoß zum Beginnen einer Handlung (Initiative) werden den exekutiven Funktionen zugerechnet.

Die exekutiven Funktionen sind überall im Alltag von zentraler Bedeutung: Sie sind unverzichtbar für eine eigenständige Lebensführung und machen Selbstdisziplin, gutes Zeitmanagement, Umsetzungsstärke und Belohnungsaufschub erst möglich."
 
  • #88
Wer im Ego agiert, ist sehr oft angstgetrieben, weil er sein gezüchtetes Selbstbild nicht verlieren möchte und alle Kraft daran setzen muss, dass die anderen Menschen nicht hinter dieses Selbstbild schauen können.
Ohne Ich- Bewusstsein gehts nicht. Das Baby kann nicht zwischen sich und der Umwelt unterscheiden, erkennt sich nicht um Spiegel.
M. E. spiritueller Irrglaube, dass das Ego " böse" ist .
Klar kann man sich ein Fake Ego zurechtbauen, aber das hat nichts mit dem Ich- Bewusstsein zu. Sonst gäbs keine Abgrenzung zu Umwelt etc.
Vielleicht sollte auch die Frage für justemoi lauten- wie schaffe ich Raum für mich ? Dann klappt es auch mit dem Partner.
 
  • #89
@88
So ist es, nichts gar nichts geht ohne das EGO, ohne das ICH ohne das SELBST! Punkt!
Man muss lediglich unterscheiden, zwischen einem positiven Ego und einem negativen Ego. Das negative Ego bekomen wir vom gesamten Umfeld gratis, also geschenkt, dieses Ego hat jedoch nichts mit der wahren ICH Natur zu tun!
Das positive Ego muss man sich SELBST sehr hart erarbeiten, deshalb gehen da nur wenige Leute dran!
Die meisten Menschen sind sich dessen nur nicht bewusst und sind im Grunde genommen nicht das, was sie selber von sich glauben und von sich insgesamt geben, sie haben große Defizite in den "S" Werten, sind nicht aufrichtig und nicht authentisch zu sich selbst und können somit das auch nicht anderen so weiter geben und nicht so sein, Punkt!
Ich weiß, solche Leute, die das nicht haben, können das nicht hören, sie können und oder wollen das nicht wissen, nicht begreifen, ist einfach viel zu anstrengend!
Wenn ich vom Ego spreche, dann meine ich das ICH - Bild, das ich selbst von mir habe.
Dieses ICH - Bild (= Ego), was ich von mir selbst habe, bestimmt alles von mir, wie ich über mich denke, wie ich mich verhalte, was ich und wie ich es tue, wie ich mich fühle und welchen SELBSTWERT ich mir SELBST gebe!
Sehr, sehr viele Menschen, das lesen wir auch täglich hier, sind zu wenig selbstbewusst, sind zu sehr ängstlich mit sich selbst und verhalten sich deshalb genau so im Außen! Der hingegen, der ein starkes Selbstbewusstsein hat, hat ein starkes Selbst Bild über sich selbst, lebt ein starkes Ego und agiert entsprechend stark! Das wird nirgendswo und in keiner Schule bewusst gelehrt. Das zu lernen und das zu verstehen ist ein langwieriger und schmerzhafter Prozess am ICH am SELBST, ich weiß von was ich spreche! Mein Fazit: man möchte gar nicht, dass Menschen ein starkes eigenes Ego bekommen, warum: sie sind dann nicht mehr so einfach und so leicht zu manipulieren, nicht mehr so leicht zu führen! Das ist alles ganz bewusst und so gewollt!
 
  • #90
Das Ego ist nicht zu verwechseln mit dem wahren Selbst bzw. der Verbindung zur All-Einheit, zur Urkraft, zum Urbewusstsein (wie auch immer man es nennen mag) - weder das, was im letzten Post vom IM als "positives, noch das, was als "negatives Ego" genannt wird, entspricht dem wahren Selbst.

Das Ego ist ein Selbstbild. Mit diesem Bild und dann auch noch mit dessen Projektion nach außen, der persona, sind die allermeisten von uns halt so sehr verbunden, dass man sich das gar nicht vorstellen kann, dass man auch ohne Ego sehr gut lebt und das nicht schwach oder ohne Selbstliebe, sondern sehr stark und in Verbindung mit allen anderen Geschöpfen. Hier in Pfauenauges Post steckt ja so ein bisschen und in IMs Post sehr stark die Assoziation drin, dass man ohne Ego verraten und verkauft wäre.
Es ist anders herum: Mit Ego geht es nicht. Zugegeben, etwas plakativ formuliert, andere Leute drücken es so aus und geben ihrem Buch diesen Titel: "Kein Ich, kein Problem". Die Buchbeschreibung erklärt es gut, was ich meine:
"Unsere westl. Kultur ist bestimmt von der Maxime: Ich denke, also bin ich. Das Ego, das Bewusstsein, das Ich bilden das Zentrum unserer Selbstdefinition. Unser Denken ist wie ein Pilot, der uns durch unser Erleben der Welt navigiert: Es ordnet das Unordentliche, kategorisiert und bewertet, teilt unser Leben in Gegenwart, Zukunft und Vergangenheit ein, in gut und schlecht. Dieser Pilot, der unserer linken Gehirnhälfte entstammt, beherrscht unseren phys. Körper und lenkt unsere Gedanken und die Gefühle, die wir dem Leben gegenüber entwickeln. Doch was, wenn dieser „Pilot“ nichts wäre, als das: eine Erfindung unseres Gehirns? Der Neuropsychologe Dr. Chris Niebauer erforschte schon früh die Lehren der östl. Philosophien und des Buddhismus und stellte fest, dass dort diesem „Denken“, von dem wir uns unser gesamtes Leben bestimmen lassen, zutiefst misstraut wird. Das buddhistische Dogma des Anatta – des „Nicht-Selbst“ – lehrt, dass unser Ego nur durch den Prozess des Denkens entsteht und in Wirklichkeit gar nicht existiert – wie eine Fata Morgana in der Wüste. Trotzdem ist es die Wurzel all unserer Probleme: Durch die ständige Bewertung und Deutung der Realität lässt es unsere Trauer, Probleme, das Gefühl, nicht zu genügen, unsere seelischen Verstimmungen oder Depressionen überhaupt erst entstehen. Im Zen-Buddhismus gilt daher der Lehrsatz: Kein Gedanke, kein Problem. Erst, wenn wir uns von unserem Ego lösen, können wir frei und glücklich leben. Den Weg dorthin zeigt uns der Autor in diesem Buch: Als Neuropsychologe erklärt er die Hintergründe, [...]". Den Rest findet Ihr bei der Amazon-Beschreibung.

Anmerkung der Moderation:
Danke für den interessanten Exkurs, aber bitte kommt wieder zum Thema zurück.
 
Top