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  • #1

Wie schaft man den Sprung vom Kumpel zur Freundin?

Hallo ihr Lieben,

ich hab eine Frage, auf die ich in letzter Zeit häufiger stoße, und bei der meine Freunde sich mit ihren Antworten einfach im Kreis drehen.
Ich habe bisher nicht viele ernsthafte Beziehungen geführt, eigentlich fällt mir sogar nur eine ein und die ist seit über einem Jahr passé - die hielt auch nicht lang...
Vorher war ich vier Jahre Single, jetzt eben wieder ein Jahr und ich versteh nicht, was das Problem ist: Ich bin nicht besonders schüchtern und lerne so auch oft neue, interessante Menschen kennen. Da sind auch immer mal wieder Männer dabei, die ich mag. Und ab dem Punkt läuft es eigentlich immer gleich:
Wir verstehen uns sehr gut, freunden uns an, ich bemerke dann irgendwann, dass ich mir mehr vorstellen kann, doch wenn ich dann (vermeintlich, dazu später mehr!) einen Schritt auf denjenigen zu mache, heißt es entweder:
a) Du bist so ne tolle Freundin, das will ich nicht riskieren.
b) Neulich hab ich eine kennengelernt, wir treffen uns Sonntag - Am Sonntag Abend: Ich glaub, ich hab mich verliebt.
c) Wie? Du magst mich? Echt? Wow ... Danke! Das von dir gesagt zu bekommen bedeutet mir wirklich viel, aber irgendwie...

Oft sind auch die drei miteinander kombiniert.

Und ich verstehe einfach nicht, warum mir so schwer fällt, was um mich rum andauernd passiert. Zwei Menschen lernen sich kennen, verlieben sich.

Meine Freunde meinen, ich würde diese Kumpelschiene vorschieben, weil ich Angst hab. Und ja, ich bin jemand, der von Männern auch gern mal als einzige Frau mit in die Kneipe genommen wird. Aber ich hab mich schon so oft so weit aus dem Fenster gelehnt, um dem anderen begreiflich zu machen, dass ich ihn mag ... Also, teilweise hab ich eben auch schon wirklich gesagt: Ich mag dich sehr. - Ich bin jetzt niemand, der sich jemand anderem einfach an den Hals werfen würde, aber wenn da eine gute Freundin in ihrem schönsten Kleid auf der Couch sitzt und man sich stundenlang toll unterhält und lacht und darüber spricht, wie einfach und entspannt alles miteinander ist ... Wieso bin ich dann denn immer die einzige, für die mehr denkbar wird?? Versteh ich nicht.

Hat jemand einen Rat, was unkumpeliges, aber dennoch würdevolles Verhalten wäre?! :) Ich versteh das einfach nicht :)

DANKE! :)
 
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  • #2
Du willst ja eine ehrliche Antwort - daher eine ehrliche Frage !
Wie siehst Du aus ? Hast Du vielleicht einen Freundes / Bekanntenkreis in den Du optisch , der schwarze Schwan unter den weissen Gänsen bist ??
 
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  • #3
Hallo FS,
wie schafft man ist nicht ganz richtig forumliert. Du willst von uns wissen, wie Du bei einem Mann,
der Dich anspricht als potentiellen Freundin wahrgenommen wirst!
Zuerst mal könntest Du Dich fragen, was das für Typen sind, für was sie sich interessieren, wie sie reden. Dann als nächster Schritt mal was zu zweit vorschlagen - was interessiert. Dann Anflirten - - das ist jetzt Schritt drei. Flirt ist ein Spiel !
Zweitens - den Satz "Ich will dich nicht als Freundin, weil ich Dich nicht verlieren will" ganz schnell und knallhart mit der Entscheidung " Ich bin schon weg" beantworten und aus dieser Kontaktgeschichte rausgehen. Die blockiert Dich wahnsinnig und hindert Dich an Deinem Weg!
Er kann nicht allein entscheiden, wie eine Beziehung weiterläuft - dazu gehören zwei, und Du darfst Dich nicht dafür hergeben, Dich selbst zu torpedieren.
Soweit mal fürs erste. Körpersprache ist noch ein wichtiges Thema. Kannst Du verschiedene Sachen damit ausdrücken?
 
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  • #4
Lies mal das Buch Die Kunst den Mann fürs Leben zu finden von Schneider und Fein.
Da werden Dir ein paar Sachen bekannt vorkommen.

Benehme Dich einfach weniger wie ein Kumpel und mehr wie eine Frau, die auch weibliche Seiten hat. Dann klappt das schon.

Würdest Du einen Mann wollen, der sich benimmt wie die beste Freundin?
Mit Dir zusammen Frauenzeitschriften durchguckt und Schminktipps ausprobiert?
Siehst Du, darum gehts.
Alles Gute
 
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  • #5
Also wenn Du eine ehrliche Anwort haben willst: Man schafft es gar nicht. Zumindest meine Erfahrung. Und ich habe noch von keinem Paar gehört, dass auf diese Weise zueinander gefunden hätte.

Wenn man einmal in der Kumpelschiene steckt, kommt man da (fast) gar nicht mehr raus.
 
  • #6
Liebe Fragestellerin, ich kann Dein Problem gut nachvollziehen. Frauen, die sich nicht sofort jedem Mann an den Hals werfen, sondern ihn erst einmal kennenlernen, sich anfreunden und wirklich einschätzen können wollen, ob es passt, bevor sie zu flirten beginnen, rutschen leicht auf die Kumpelschiene ab.

Das geht meines Erachtens übrigens beiden Geschlechtern so! Auch Männer haben sehr oft das Problem, dass die netten, schüchternen, normalen Typen eben erst kennenlernen wollen und dann flirten -- und dann feststellen, dass sie schon längst nur noch als Kumpel wahrgenommen werden und nicht mehr als potentieller Flirtpartner.

Speziell in Deinem Fall glaube ich aber, dass ein Fehler zum Beispiel ist, als eine Frau mit mehreren Männern auszugehen. Das wirkt niemals wie flirten und erzeugt eben auch die falsche Art der Nähe, nämlich das kumpelige statt das flirtive. Wenn Du mit Männern ausgehst, dann lege wert darauf, dass es 1:1-Unternehmungen sind -- wenn du Dich mit mehreren Männern umgibst, dann ist doch logisch, dass Du eher als Kumpel wahrgenommen wirst, vorallem weil Du anfangs ja eben nicht flirtest.

Würdest Du einen Mann wollen, der sich benimmt wie die beste Freundin? Mit Dir zusammen Frauenzeitschriften durchguckt und Schminktipps ausprobiert?
Dieser Tipp ist der zweite Kernpunkt des ganzen: Sicherlich wollen die meisten Männer (wenn auch längst nicht alle) eher eine unkomplizierte, natürliche Frau und kein Prinzesschen, aber dennoch wünschen die meisten Männer sich eben eine weibliche Freundin und das nicht reduziert auf das Aussehen, sondern auch auf ihr Benehmen. Kumpelhafte Frauentypen benehmen sich oft eben auch kumpelhaft statt mädchenhaft oder weiblich und wecken damit die falschen Gefühle. Nicht wie Mänenr sich auf den Rücken klopfen, kräftig mittrinken und feiern, Zoten reißen und quasi Männer-Sprüchen klopfen und alles so männlich-lässig wie möglich machen, sondern schon Frau sein und Feminität leben!

Lies mal das Buch Die Kunst den Mann fürs Leben zu finden von Schneider und Fein.
Lies um Gottes Willen nicht dieses bekloppte Buch, dass nur die Geschlechter entzweit und eine reine amerikanische Perspektive bietet, die in Europa absolut kontraproduktiv ist. Ich kenne kaum größeren Schwachsinn als dieses Buch. Zum Totlachen vielleicht, als ernstgemeinte Tipp nur noch peinlich und destruktiv. Wert sehr nahe Null. Das, was da beschrieben wird, sucht ganz gewiss kein deutscher Mann!
 
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  • #7
Liebe FS,

sehr interessant Deine Fragestellung! Kenne ich! Geht mir genauso! Bin auch grad am „kreieren“, diese erfolglose Schiene zu verlassen. Und zwar endgültig. Sowohl in der aktuellen Single- als auch (hoffentlich) künftigen Beziehungszeit.

Ich glaube wir sind einfach von Haus aus viel zu nett und unkompliziert. Das reizt die holde Männlichkeit wohl eher nicht. Ist meine Wahrnehmung. Versteh’ einer diese „andere“ Gattung „Mann“ …

Bei Männern, die für mich nicht als Partner in Frage kommen und bei denen ich mich mitunter konträr verhalte, funktioniert es wunderbar! Die finden mich hinreissend, süß, sexy, die wollen mich haben … und bei denen bin ich eher mal frech, kokett, provokant, weil es mir egal ist, wie sie mich finden, wie ich wirke, was sie von mir halten, was draus wird …

Fazit: nicht mehr everybody’s darling sein!

Ich wünsche Dir viel Glück … T.
 
  • #8
klar auf der einen seite ist es so das manche frauen verlernt haben weiblich und feminin zu sein,aber auf der anderen seite mag ich diese schubladen nicht...

denn bei manchen ist es einfach der kern ihrer persönlichkeit...wozu dann eben auch gehört zur hälfte weiblich zu sein sozusagen...so wie es auch männer gibt die mehr feminine züge an sich haben-was sollen diese menschen nun tun,sich so sehr verändern damit sie jemanden abkriegen um dann aber festzustellen das sie garnicht mehr sie selbst sind...da sie nun mal gerne männer sprüche klopfen als bsp....oder männer die eben sich sehr gut in dich einfühlen und mehr gefühle zeigen...
ich denke eher,wenn du eben so bist...zurückhaltend,einfach erst mal kennen lernen auf freundschaftlicher ebene-dann steh dazu...mach es weiter so...denn DER mann wird dich erkennen und dich so nehmen wie du bist...wird dich anziehend finden und ihr werdet euch ausgleichen.
bist du eigentlich nicht so...dann musst du etwas verändern(was ich ja nicht weiß)...dann treffen die ratschläge von weiter oben zu.
ich hatte eher das umgekehrte problem,das die männer dann irgendwann etwas wollten,das hat mich genervt...aufs äußerliche reduziert zu werden,sie schauen nicht genau hin wer du bist...also habe ich einfach gelernt sofort klare ansagen zu machen...und manchmal polter ich mit meinen worten nur so herum um eben gewisse männer auf abstand zu halten...ich schaue selbst in ruhe und nehme mir zeit.
also du musst wissen was du willst...bis zu welchem grad bist du bereit dich zu verändern,was gehört zu dir,was macht dich aus...was blockiert dich...usw.
 
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  • #9
Liebe Fs, was Frederika da über das Buch sagt, ist wirklich so. Das Buch habe ich mir gekauft und ich muss sagen, es ist sehr witzig. Einiges wird schon stimmen, aber vieles halt nicht. Wenn du lachen möchtest dann kauf es dir.
Wie man aus der Kummelfalle raus kommt kann ich dir aber leider nicht sagen und es wird auch nicht in dem Buch erwähnt,sorry.
 
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  • #10
Liebe FS,
ich denke, Dein Problem liegt darin, dass Du dein Gegenüber nicht als Mann betrachtest, sondern zunächst mal als interessanten Menschen mit dem man nett reden kann und der zumindestens ein netter Freund ist und vielleicht mehr werden kann.
Das will kein Mann, der eine Frau sucht.
Stell Dir doch mal die umgekehrte Situation vor. Ein Mann redet stundenlang mit Dir und zeigt keinerlei Verlangen und Interesse an Dir als Frau, sondern nur als Gesprächspartner.

Du schreibst:"ich bemerke dann irgendwann, dass ich mir mehr vorstellen kann" und hast Recht, es ist zu spät. Der Mann, den Du als Frau interessierst ist schon lange weg.
 
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  • #11
Am besten finde ich folgende Vorgehensweise:

1. Ganz wichtig finde ich, daß Du nur mit Männern ausgehst, die Du als Partner auch willst. Mal so wie mit den Freundinnen wegzugehen ist tabu. Derjenige Mann, der mit Dir die Zeit verbringen darf, hat dieses Privileg, weil Du ihn als Mann interessant findest. Schränke Deinen männlichen Freundeskreis, der nicht als Partner dienen soll, ein.

2. Benimm Dich flirtig und bleibe geheimnisvoll. Erzähle ihm erstmal nicht alle Seiten von Dir. Gut sind offene Antworten/Fragen( vielleicht, mal sehen, was würdest Du sagen, wenn) mit Lächeln/geneigtem Kopf (Hals zeigen) und dem typischen Musterblick mit etwas zusammengekniffenen Augen. Eigentlich weiß dann jeder Mann, was Sache ist. Es geht also nicht darum Antworten zu finden oder zu geben, es geht darum ein Spiel einzuleiten

3. Das Spiel heißt Necken. Wie ein Ping-Pong-Spiel mit viel Lächeln. Aus dieser Neckerei kann dann leicht mehr entstehen, indem im nächsten Schritt wie zufällig Berührungen folgen (z. B. Streifen am Arm).

4. Nach diesen erfolgreichen Spiel auch mal kurz abkömmlich sein, aber freundlich bleiben. Du mußt, nachdem er geblickt hat, daß Du ihn toll findest, etwas Dein Interesse entziehen - ihn kommen lassen.

m, 38
 
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  • #12
Liebe Antworter,

danke schon mal für die vielen Tipps!
Also, was mir auffällt ist dieses "Du musst weiblicher" wirken. Ich muss ganz ehrlich sagen: Ich war noch nie eine Klischee - Frau. Ich bin unter Jungs aufgewachsen, war das einzige Mädchen in der Klasse und hab auch nur Brüder. Daher, wenn es tatsächlich sowas geben MUSS, wie rein weibliche Eigenschaften, habe ich davon wohl sehr wenig.
Ich formuliere das absichtlich so, weil ich gar nicht an diese Geschlechterrollen glaube und solche Zuschreibungen ziemlich blöd finde. Natürlich besitze ich Eigenschaften, die man eher Frauen zuschreiben würde, ich bin definitiv kein rüpeliger Hooligan (und sehe auch nicht so aus).

Die Überschrift, die meiner Frage seitens des Editors gegeben wurde trifft es auch nicht ganz, denn ich verliebe mich meistens erst, wenn ich jemanden schon kenne. Ich warte nicht ab, freunde mich währenddessen an und merke dann, dass ich längst zum Kumpel geworden bin. Ich bemerke es nur meistens nicht direkt, dass ich mich verliebe. Das sind langsame Prozesse. Und wenn sie mir bewusst werden - ja, dann ist es meistens zu spät.

Und um weiter zu fragen: Was genau findet ihr denn "weiblich"? Jemand oben sagte, Männer mögen es nicht, über Schminke zu reden. Gut, mache ich jetzt eher selten, aber das ist ja schon mal eine klare Aussage. Ich trage gerne und oft Kleider. Das gilt dann auch wohl als sowas.
Aber besonders bei der Körpersprache bin ich mir unsicher. Mir wird oft gesagt, dass ich erschreckend selbstsicher rüberkomme. Meine Freunde kennen mich aber und daher wissen sie, was Fassade ist, bzw. kennen mich auch in schwachen Momenten....

Danke schon mal für alles (weitere!) :)

PS.: Die Frage, wie ich aussehe hat mich ein Bisschen verletzt. Natürlich ist mir bewusst, dass Optik ein wichtiger Faktor ist, und ich selber finde mich auch nicht total schön. Allerdings, die Männer, in die ich mich so verliebte, fanden mich wenigstens immer sehr hübsch. Wäre es nicht um eine Beziehung, sondern eine Affäre gegangen, hätten sie wohl alle eingewilligt. Das wollte ich aber nie. Darum geht's mir nicht.
 
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  • #13
Liebe Fragestellerin, lass dich nicht davon abhalten, das Buch "Die Kunst, den Mann fürs Leben zu finden" zu lesen. Es hat mir geholfen, es hat vielen meiner Freundinnen geholfen, und ich stelle immer wieder fest, dass die Frauen, die es ablehnen, schon lange Single sind. Die Frauen in meinem Freundes- und Bekanntenkreis, die es gelesen und die Tipps befolgt haben, leben fast ohne Ausnahme in Partnerschaften oder sind glücklich verheiratet, so wie ich.

Was hast du zu verlieren? Du bekommst es als Taschenbuch für ein paar Euro, es ist leicht zu lesen. Probier die Tipps einfach 3 Monate aus, und du wirst schon sehen ...

Gerade bei dem, was du schreibst (du wirst als Kumpel wahrgenommen), kann das Buch eine große Hilfe sein.

Versuch macht klug, alles andere ist kontraproduktiv.
 
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  • #14
@ FS
was #12 sagt (ich vermute zumindest, es war #12, seit dem grauenvollen Forumnsredesign "darf" man das ja bei der Antwort raten) ist nicht ganz richtig. Natürlich hast Du einiges zu verlieren. Lies Dir die einschlägigen Threads hier durch:
Anhänger wie Gegner des Buches zählen eine ganze Reihe von dort angepriesenen manipulativen Psychotricks auf, meist sind sie sich nur in der Bewertung derselben nicht einig.

Sowas einfach mal ein paar Monate lang ausprobieren ist, wie mal eine Weile zu einer Sekte gehen. Du wirst Dein Verhalten ändern, Deine Umwelt wird das registrieren. Falls es klappt, dann wirst Du einen Mann an der Angel haben auf den die genannten Psychotricks wirken und Du bist gezwungen, sie bis an Euer seliges Ende fortzuführen.
Dein Umfeld wird sich ändern hin zu Menschen, die Dein neues, manipulatives Ich anziehend finden oder es zumindest tolerieren. Die alten Bekannten die die Veränderung nicht mögen werden sich aber nachhaltig abgewendet haben da eine Rückänderung als neuerliche Manipulationsstrategie angesehen wird. Ein Zurück wird also mindestens sehr schwierig.
Auf die paar Euro für das Buch kommt es nun wirklich nicht an, die sind wirklich der geringste Verlust.

Und das schwierigste: Dein neuer Freund muss Dich erst mal für eine ganze Zeit verlassen: Wie sonst soll er an den Ring der Marineakademie kommen, den er Dir zur Verlobung schenken muss, wenn Ihr das Siegerpaar auf dem Abschlussball geworden seid? ;-)
 
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  • #15
von#12 @13
Nichts von all dem, was du aufzählst, ist eingetroffen,
bei mir nicht und bei keiner Frau, die ich kenne.
 
  • #16
weil ich gar nicht an diese Geschlechterrollen glaube und solche Zuschreibungen ziemlich blöd finde.
Na, liebe Fragestellerin, da kommen wir der Ursache doch schon näher. Du glaubst nicht an Geschlechterrollen. Tja, blöde gelaufen, wo doch eine Partnerschaft genau dies voraussetzt. Kein Mann sucht einen Kumpel oder eine Mannfrau als Partnerin. Er will eine Frau, die sich auch so benimmt.

Du musst beginnen, Deine Geschlechtsidentität auch zu leben. Als einzige Frau mit Männern loszuziehen macht Dich nicht als Frau attraktiv, sondern zum reinen Kumpel für alle. Wenn Dich dann auch noch alle berühren dürfen (Rücken klopfen, Umarmen, eng sitzen und so weiter), dann sendest Du ganz klar aus: "Ich bin Kumpel" und eben nicht "Ich bin begehrenswerte Frau."
 
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  • #17
@15
Ja, Frederika, ganz richtig! Besser kann man es kaum zusammenfassen, das scheint das Problem zu sein - der wenigstens ein sehr großer Teil davon.
Übrigens widmet das vielgeschmähte Buch (s.o.) ganz genau diesem Thema viele, viele Kapitel. Und beschreibt ganz konket, wie Abhilfe zu schaffen ist.
 
  • #18
Liebe FS,

ich finde nicht, dass Du Dich verbiegen und umkrempeln solltest.

Aber 1:1 ausgehen wäre auf jeden Fall richtig, zudem, für verzweifelte Situationen, wenn Du spürst, dass es zu spät sein könnte: SCHWEIGEN.

Still werden, lieb schauen, sehr interessiert, anlächeln....

Mit Glück wird er aufmerksam, registiert Dein verändertes Verhalten- und reagiert entsprechend. Wenn nicht, hast Du nicht viel riskiert...
 
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  • #19
Vielleicht kann ich das einmal spiegeln, weil ich als Mann gerade den anderen Part inne habe. Ich habe eine Frau kennengelernt, die ich zum Anfang sexy fand und mir als Freundin vorstellen konnte, und jetzt eigentlich eher als nette Bekanntschaft.

Ich glaube, das gilt das Motto, wenn man sich nicht bewegt, dann fällt man zurück. Wir haben uns beim ersten Mal richtig gut verstanden und bis tief in die Nacht miteinander gesprochen und ich dachte, das könnte was sein. Dann waren wir zum zweiten Mal aus, es hat wieder viel Spaß gemacht und dann beim dritten Mal dachte ich, jetzt kommen wir zusammen. Stattdessen war es genauso nett, wie bei den Treffen vorher. Wir haben wieder viel viel geredet uns gut verstanden, aber für mich war die Sache danach irgendwie gelaufen.

Ich habe mir ihr geflirtet, ich habe sie angefasst, habe mich nahe zu ihr gesetzt, aber sie blieb einfach nett und kumpelhaft. Dann hat den Punkt irgendwann einfach verpasst. Ich merke das daran, dass ich vor dem letzten Treffen an heißten Sex gedacht habe. Für unser nächsten Treffen denke ich nur: Das wird bestimmt ein netter Ausflug.
 
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  • #20
Hallo FS,

Dein Problem kenne ich sehr gut, und ich weiß aus eigener Erfahrung, dass es ein dickes Problem ist.

Ich denke im Gegensatz zu den meisten anderen Postern hier aber nicht, dass das Hauptproblem Deine (gemutmaßte) unweibliche Ausstrahlung ist. Ich denke eher, das Problem ist die lange Zeit, die Du brauchst, bis Du Dich tiefergehend für jemanden interessierst. Das Problem ist der Umstand, dass Du viel über den anderen wissen musst, ehe Du Dich verliebst. Seien wir ehrlich: Damit bist Du eine große (und mir sehr sympathische) Ausnahme.

Üblich ist folgendes: Zwei Leute lernen sich neu kennen, stellen eine gegenseitige erotische Spannung fest, treffen sich, und nach ein paar wenigen Dates landen sie im Bett. Meinem Eindruck nach ist nach dem fünften Date schon spät (und nein, ich verkehre nicht in der Unterschicht, sondern praktisch ausschließlich in Akademikerkreisen ;-). Der Normalmensch lernt sich also kennen, hat bei gegenseitiger erotischer Attraktion typischerweise sehr zügig Sex miteinender, und DANACH klärt sich erst, ob man zusammen paßt, ob es zu einer echten Beziehung kommt, oder ob die Sache nur eine kurze Affaire war. Der Sex kommt typischerweise VOR dem näheren Kennenlernen des anderen. (Und zwei drei Jahre später, wenn die erste Verliebheit abflaut, wundern sie sich dann, wie sie mit so einem ganz anders gestrickten Menschen zusammen kommen konnten...).

Das ist das, was die Leute erwarten. Damit rechnen sie. Manche machen sogar eine Ideologie draus und erzählen einem irgendeinen Blödsinn von wegen nur Liebe auf den ersten Blick sei echte Lebe, dass bei "wahrer Liebe" schon beim ersten Köperkontakt der Blitz einschlagen muss usw. etc.

Wenn man dagegen erst die Seele kennen lernen möchte, so wie wir beide das gerne hätten, untergräbt das bei den meisten anderen Leuten die Erotik. Erstens entspricht es einfach nicht ihren Erwartungen, das allein irritiert schon mal. Zweitens entsteht durch die lange Kennenlernphase eine Form von Nähe, wie sie bei Geschwistern auftritt: Man kennt sich sehr gut, ist sich emotional sehr nah, kennt Schwächen, Ängst und Peinlichkeiten des anderen, aber gerade weil man sich so gut kennt, ensteht kein Begehren. Das ist ja auch ein Hauptgrund, warum bei so vielen langjährigen Beziehungen irgendwann sexuell der Ofen ausgeht...

Lösungsansätze, die sich daraus ergeben: Man könnte versuchen, freundschaftliche Beziehungen nachträglich langsam zu "re-erotisieren", um sozusagen die verpasste Anfangsphase nachzuholen. Das hat bei mir aber bisher noch nie geklappt, und ich kenne nur ein einziges Fallbeispiel, wo zwei gute Kumpels es zum Paar "geschafft" haben. Oder man paßt sich der Mehrheitshaltung an und hüpft öfter mal mit Leuten ins Bett, von denen man praktisch nichts weiß außer dass man sie sexy findet und hofft, dass sich daraus was Gutes entwickelt. Das hat bei mir ein paar mal geklappt, aber im Grunde finde ich es nach ´wie vor schade, dass es so laufen muss...

m / 41
 
  • #21
Ich habe nun interessiert den ganzen Thread gelesen (normalerweise lese ich die Frage und schreibe meine Gedanken nieder) und habe noch keine Antwort zum anderen Thread von heute

https://www.elitepartner.de/forum/umschalten-reales-leben-sex-gleichberechtigung-benutzen-19658.html

geschrieben.

Die Frage ist doch, welche Konsequenzen man aus dem was die Autoren oben so schreiben und die Fragestellerin im eben verlinkten Beitrag schreibt, für die Partnersuche ziehen mag.

Ist Frau (die ja anscheinend, wenn man obiges so liest) auch von hinten genommen werden will oder versaute Erlebnisse verschiedenster Natur oder was auch immer erleben will, insoweit schon bei der Partnersuche dabei und sagt "ach der doch nicht der nimmt mich nicht, das ist ein softie im Bett ?"

Sex in unserer Gesellschaft ist eben anders. Es gibt die Pille, es gibt Internetforen wo man sich mal eben zum Sex verabreden kann (jedenfalls als Frau, es gibt viel mehr Männer) es gibt Autobahnparkplätze, diverse Seen, Swingerclubs und alles mögliche.

Weil Sex anders ist, ist Sex wichtiger im Leben geworden als es früher war nur haben das eben manche Menschen nachvollzogen und manche nicht. Die, die es weniger nachvollzogen haben, sind die lieben, netten, braven, während die, die auf maximalen Lebensgenuß stehen, auch sagen "Da gehört guter Sex dazu."

Und so sind wir wieder beim Punkt "Ausstrahlung" oder gar "Zeig mir ein Bild" ... ich (der ich plumpe Bilderanfragen nicht mag) sollte vielleicht bei der nächsten Bilderanfrage bezugnehmend auf diesen Thread zurückschreiben, ob und inwiefern es um die sexuelle Ausstrahlung geht.
 
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  • #22
Also, ich danke euch noch mal. Ich find es wirklich sehr interessant, was ihr schreibt und bin begeistert, wie viel Mühe ihr euch gebt, um euch in mich bzw. die Situation hinein zu versetzen! Das hätte ich ehrlich gesagt gar nicht erwartet und bin wirklich begeistert davon! Danke!

Was eure Diskussion um dieses Buch angeht - ich denke nicht, dass ich es lesen werde. Ich finde lieber selber Lösungen - mit Hilfe von netten Menschen wie euch oder auch alleine, aber so allgemeine Ratgeber schrecken mich meistens sehr ab.

Die Bemerkung von Frederika, dass ich mich mehr in meine Geschlechtsidentität einfinden muss, stört mich. Nicht mein Geschlecht bestimmt meine Identität, sondern allerhöchstens einen Teil dieser Identität. Ich glaube nicht daran, dass man als Mensch durch irgend etwas prädestiniert ist, wie Geschlecht, Hautfarbe, Alter usw. Außerdem wüsste ich dann immer noch nicht, was diese geschlechtstypischen Eigenschaften wären. Bloß weil jemand einfühlsam ist und nett lächelnd zuhört, muss es sich nicht um eine Frau handeln. Und bloß, weil ich gerne Fußball spiele, bin ich keine Mannfrau.

Es stimmt auch nicht, dass ich mir bewusst viel Zeit beim Kennenlernen lasse. Es kommt, wie es kommt und obwohl ich nicht unbedingt an Liebe auf den ersten Blick glaube, möchte ich das auch nicht komplett ausschließen.
Als ich jetzt noch mal drüber nachgedacht habe, ist mir aufgefallen, dass ich immer recht ängstlich bin, mir eine Verliebtheit einzugestehen.
Womöglich haben meine Freunde doch Recht und ich drifte aus Angst vor Ablehnung auf diese Kumpelschiene ab?!

Dann weiß ich aber immer noch nicht, wie ich einen Unterschied machen sollte. Ich flirte auch und wie gesagt, für meinen Geschmack hab ich mich schon oft ziemlich weit aus dem Fenster gelehnt ... Was der vorletzte Mensch vor mir geschrieben hat, wäre mir an der Stelle seiner Bekannten jedenfalls nicht passiert, wenn ich ihn gemocht hätte. Also - ich glaube schon, dass ich Annäherungsversuche bemerke, und bin kein naives Unschuldslamm ...

Ach, ich weiß es nicht :D Aber ihr helft mir sehr! Danke! :)
 
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  • #23
Vielleicht kann ich das einmal spiegeln, weil ich als Mann gerade den anderen Part inne habe. Ich habe eine Frau kennengelernt, die ich zum Anfang sexy fand und mir als Freundin vorstellen konnte, und jetzt eigentlich eher als nette Bekanntschaft.

Ich glaube, das gilt das Motto, wenn man sich nicht bewegt, dann fällt man zurück. Wir haben uns beim ersten Mal richtig gut verstanden und bis tief in die Nacht miteinander gesprochen und ich dachte, das könnte was sein. Dann waren wir zum zweiten Mal aus, es hat wieder viel Spaß gemacht und dann beim dritten Mal dachte ich, jetzt kommen wir zusammen. Stattdessen war es genauso nett, wie bei den Treffen vorher. Wir haben wieder viel viel geredet uns gut verstanden, aber für mich war die Sache danach irgendwie gelaufen.

Ich habe mir ihr geflirtet, ich habe sie angefasst, habe mich nahe zu ihr gesetzt, aber sie blieb einfach nett und kumpelhaft. Dann hat den Punkt irgendwann einfach verpasst. Ich merke das daran, dass ich vor dem letzten Treffen an heißten Sex gedacht habe. Für unser nächsten Treffen denke ich nur: Das wird bestimmt ein netter Ausflug.

Hey? Erwartest du wirklich, dass eine Frau nach dem 3. Date mit dir Sex hat? Dann bist du wirklich naiv. Wenn du dann schon aufgibst, dann warst du wirklich nicht an ihr interessiert, sondern wolltest nur Sex haben. Oder hat es deine Ego so getroffen, dass du das Eis nicht bekommen hast und setzt dich nun in die Schmollecke und sagt, dann eben nicht.....?

w 35
 
  • #24
Ich habe mir ihr geflirtet, ich habe sie angefasst, habe mich nahe zu ihr gesetzt, aber sie blieb einfach nett und kumpelhaft. Dann hat den Punkt irgendwann einfach verpasst. Ich merke das daran, dass ich vor dem letzten Treffen an heißten Sex gedacht habe. Für unser nächsten Treffen denke ich nur: Das wird bestimmt ein netter Ausflug.
Was hätte sie denn Deiner Meinung nach tun sollen? Du wirst ja wohl auf keinen Fall schon beim dritten Treffen Sex haben wollen, sondern es waren nur Gedanken, oder?

Wie hätte die Frau für Dich ideal reagiert?

Warst Du zu dem Zeitpunkt schon verliebt? Meinst Du, dass sie was gefühlt hat oder dass es schiefgegangen ist, weil sie eben noch nicht wollte? Im ersten Falle wäre es für Euch beide ärgerlich, im zweiteren, wahrscheinlicheren Falle ist es einfach so, dass amn erst offensiver wird, wenn man selbst verliebt ist und einem bis dahin eben Zeit gegeben werden muss.

Ich glaube, Du verbaust Dir durch Deine zu hohen, zu frühen Erwartungen selbst sehr viel. Das ist nicht sinnvoll und konstruktiv, beim zweiten oder dritten Treffen schon mehr zu erwarten, als dass es toll passt und Spaß bringt.
 
  • #25
Die Bemerkung von Frederika, dass ich mich mehr in meine Geschlechtsidentität einfinden muss, stört mich. Nicht mein Geschlecht bestimmt meine Identität, sondern allerhöchstens einen Teil dieser Identität.
Genau so ist es! Da sind wir uns völlig einig! Derjenige Teil Deiner komplexen Identität, der mit dem Geschlecht zu tun hat, ist eben Deine Geschlechtsidentität. Niemand hat behauptet, dass sie den Großteil Deiner Identität darstellt, aber faktisch hast Du eine Geschlechtsidentität, weil das Geschlecht eben unveränderlich ist, biologisch wichtigste Funktionen ausübt und unsere sozialen Interaktionen ganz erheblich bestimmt. Die springende Punkt ist einfach, dass ausgerechnet für Mann-Frau-Beziehungen, für Partnerwahl, für Verlieben und Zuneigung diese Geschlechtsidentität von entscheidender Bedeutung ist. Bei der Partnerwahl und beim Verlieben geht es eben um Geschlechter -- das kann man drehen und wenden wie man will. Männer suchen feminin wirkende Frauen und Frauen suchen maskulin wirkende Männer, wobei Ausnahmen natürlich die Regel bestätigen.

Ich glaube nicht daran, dass man als Mensch durch irgend etwas prädestiniert ist, wie Geschlecht,
Das ist aber ein dummer Glaube. Natürlich entscheidet das Geschlecht zum Beispiel darüber, ob wir Kinder gebären oder zeugen, wie wir auf andere Menschen instinktiv wirken und wahrgenommen werden. Das Geschlecht ist für unsere Identität in biologischer Hinsicht extrem wichtig und wird heutzutage nur kulturell stark überlagert -- und zwar mit all den negativen Folgen für Partnerschaften, an denen unsere Gesellschaft krankt.
 
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