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Gast

  • #1

Wie sich selbst verzeihen - wieder auf die Spur kommen?

Ich habe mich aus einer äußerst destruktiven Beziehung gelöst. Es war sehr schwierig und mühsam.
Nun frage ich mich, warum ich mir das alles eigentlich angetan habe. Ich hätte es besser wissen müssen, schon von Anfang an. Die Beziehung hat mich körperlich krank gemacht, mich stark geschwächt und mir nach und nach mein Selbstwertgefühl genommen. Ich frage mich, wer ich jetzt eigentlich bin und mache mir selbst Vorwürfe, dass ich es so weit habe kommen lassen.

Wie kann ich mir selbst verzeihen? Was kann ich tun um mich wieder auf Spur zu bringen?
Danke!
 
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Gast

  • #2
In den man wieder sein Leben lebt. Mit DEINEN Freunden, Deiner Familie, Deinen Hobbys nachgehst, in den Urlaub fahren und Abstand gewinnen und viel mit den besten Freunden quatschen, die Dich hoffentlich bestärken. Und ab und zu ne Sause machen :)
 
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Gast

  • #3
Du hast eben etwas länger gebraucht, um nach dem Erkennen der Situation auch zu handeln. Du hast nun eine ganz starke Lektion gelernt und diese wirst Du nicht mehr vergessen und daher wird Dir das in Deinem ganzen weiteren Leben helfen. Reflektiere alles gründlich, das Lernen ist das wichtigste am Leben.
 
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Gast

  • #4
Liebe(r) FS,

ich kann dir meine Erfahrung offenbaren:
du hast es dir angetan, weil du geliebt hast, weil du gehofft hast, dass es eine schöne Beziehung sein wird, wenn die Schwierigkeiten weniger werden.
Stattdessen hast du vielleicht bemerkt, dass sich nichts in jene Richtung bewegt, die du gewollt hättest. Im Gegenteil, du hast erkannt, dass du dich aufgeben müsstest, um in dieser Beziehung bleiben zu können.
Ja, man fühlt sich schwach, körperlich wie mental.
Aber verzeihen?
Was solltest du dir denn verzeihen? So wie ich mir, dass ich an uns geglaubt habe, an unsere Liebe, dass sich aus einem Ich und Du ein Wir bildet.
Ich habe die Beziehung schweren Herzens beendet, trotz Liebe. Ein gemeinsames Leben wäre nicht möglich gewesen. Keines, das mich überwiegend glücklich gemacht hätte.

Sport, sich mit Freunden treffen, viel unternehmen. Nicht so leicht, wenn man müde und schwach ist. Aber ich habe zu laufen begonnen, um den Kopf frei zu bekommen, den Kreislauf anzuregen und den Körper fit zu halten.

Alles Gute dir!
w/46
 
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Gast

  • #5
Kenne ich aus eigener Erfahrung, die etwa 2 Jahre zurückliegt ...

Ich bin ca. 3 Jahre zuvor an eine Borderlinerin geraten, hatte aber weder von der Tatsache noch von dieser Persönlichkeitsstörung eine Ahnung und bin voll in eine emotionale Abhängigkeit geraten. Erst im Rahmen einer Paartherapie als letzten Versuch machte mich die Therapeutin auf das Problem aufmerksam und mir fiel es wie Schuppen von den Augen.

Zu diesem Zeitpunkt tendierte mein Selbstwertgefühl gegen Null, ich hatte schon 15 kg abgenommen und war nur noch ein Schatten meiner Selbst. Also vermutlich eine ähnliche Situation, in der Du jetzt steckst.

Geholfen hat mir letzten Endes, erstens eine Therapie zu machen, zweitens mich ausführlich mit der Störung zu befassen und mich mit anderen (Ex-)Angehörigen sowie Betroffenen auszutauschen, drittens zu verstehen, dass all dies nichts mit mir zu tun hatte, und viertens und fünftens ihr UND mir zu verzeihen. Das ganze war sozusagen flankiert von einer ausführlichen Selbstreflektion, dem Aufdecken von destruktiven Verhaltensmustern, die ich im Laufe meines Lebens unbewusst angenommen hatte und der Erkenntnis, dass ich so liebenswert und wertvoll bin, wie ich nun mal bin - sprich, mich selbst mit allen Schwächen und Stärken anzunehmen.

Vielleicht macht es Dir etwas Mut, wenn ich Dir sage, dass ich in der Entwicklung meiner Persönlichkeit rückwirkend betrachtet durch diese Krise entscheidend weitergekommen bin und diese Zeit daher heute als wichtig und wertvoll betrachte ...

Ich wünsche Dir ganz viel Kraft und Mut dabei, Deine eigenen Anteile zu erkennen und den Blick wieder nach vorn zu richten!!
 
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Gast

  • #6
Sei nachsichtig mit dir. Jeder macht Fehler und das war eben dein Fehler, das hst du nur lange nicht sehen wollen und an deinen Gefühlen festgehalten (das ist in meinen Augen entschuldbar, weil man sich manchmal nicht so schnell lösen kann, gerade aus destruktiven Mustern und sich an der Hoffnung festklammert).

Es nützt niemandem, wenn du in Selbstzweifeln und Mutlosigkeit versinkst. Du hast nun die Chance auf einen Neubeginn, weil du nun frei bist und nicht mehr unglücklich sein musst in der schlechten Beziehung. Sieh einfach nach vorn und lass die Vergangenheit so gut es geht, ruhen.

Such dir neue Hobbys, neue Bekannte, reise viel und lenke dich ab etc. Vielleicht hilft dir ein Gespräch mit einer engen Freundin, Verwandten oder, wenn es gar nicht geht mit einer guten Psychologin, die dir helfen kann, einen neuen Lebensentwurf zu planen.
 
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Gast

  • #7
Ich habe mehrmals den Fehler gemacht und mich auf Männer eingelassen von denen ich besser die Finger hätte lassen sollen.
Klar, habe ich mir auch 100x dafür in den Hintern getreten, aber irgendwann gehts weiter...spätestens wenn ich wieder mal verknallt bin.
Und glaube mir, das kommt von ganz alleine. Ich versuche nicht mit der Brechstange wieder happy zu werden. Ich fluche, verfluche mich, verfluche die Männer-mein Frust muss raus. Habe ne prima Freundin, bei der ich mich austoben kann.
Jedenfalls kann ich so mit allem, was mich vorher runter gezogen hat, abschliessen.
 
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Gast

  • #8
Hallo liebe(r) FS,

mir ging es ähnlich und genau wie bei dem einem Vorredner ist es auch bei mir so, dass ich an einen Borderliner geraten bin. Ich habe soooo viel Kraft, Ausdauer, Tränen.... in diese Beziehung investiert und je mehr ich investierte, je mehr ich kämpfte, alles versuchte, desto schlimmer wurde es. Bei mir war es auch so, dass es immer wieder seeeeehr sehr schöne Zeiten gab, die mir immer wieder Hoffnung machten "es nun geschafft zu haben" und "nun endlich - nach einer schweren Zeit - zusammen gefunden zu haben". Ich war dann jedes Mal sehr stolz und fühlte mich meinem Partner sehr stark verbunden - bis die nächste emotionale Krise kam.... Mich hat diese Beziehung sehr krank gemacht. Angefangen hat es mit eindeutig psychosomatischen Kopfschmerzen, dann Gewichtsverlust, später erkrankte ich alle Nase lang an div. Pilzinfektionen (und da ein einfacher Nagelpilz noch die angenehmste Variante), dann bekam ich Kreislaufprobleme. In den Wintermonaten hatte ich irgendwann eine Grippe nach der nächsten und irgendwann sagte ein Arzt zu mir, ich solle meine Lebensgewohnheiten ändern. Mich wunderte es sehr, denn ich rauche und trinke nicht, bin nicht übergewichtig, nehme keine Drogen, habe einen geregelten Arbeitsalltag.... Ich sagte mir dann, dass ich so nicht weitermachen könne, ich solle meine Wohnsituation überdenken, denn er könne jetzt seit Monaten sehen wie ich mehr und mehr vor die Hunde gehe.
Nicht nur er sagte das, auch Familie und Freunde... Als ich endlich die Trennung hinter mich brachte, hatte ich danach noch 5 Monate lang ungewünschten Kontakt. Das ging so weit, dass ich eine Anzeige machen musste, weil er plötzlich nachts auf meiner Terasse stand und rein gelassen werden wollte oder mir an meinem Auto oder auf Arbeit auflauerte (natürlich nur um mit mir zu reden). Ich habe mich danach 1/4 Jahr krankschreiben lassen um wieder zu mir zu finden und mich zu erholen, habe mich ganz oft bei meinen Eltern aufgehalten, mich um mich gekümmert und um nichts anderes. Das tat gut.
Kümmere dich um DICH, tu all die Dinge, die du magst und lasse konsequent die Dinge, die du nicht magst. Nimm dir eine Auszeit, wenn es zu schlimm wird. Du lebst nur einmal. Lass dich nicht kaputt machen. Kopf hoch ist nicht immer einfach, aber man kann lernen, den Kopf wieder zu heben und auch wieder "zu altem Glanz" zurück finden. Heute geht es mir besser als je zuvor. Ich bin daran gewachsen: das schaffst du bestimmt auch!!!!
 
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Gast

  • #9
Genau das was du scheibst, sagt auch meine Exfrau. Wir haben allerdings noch 2 kleine Kinder circa 1,5 und 3 Jahre und ich musste den Umgang einklagen und sehe die Kinder nur noch alle 2 Wochen Sonntags...Warste denn verheiratet und auch mit Kindern oder nur ne Beziehung? Da meine Ex selbst so redet, kann ich aus Erfahung berichten. So schlecht über einen Menschen zu denken mit dem man mal zusammen war ist nie gut und ja nicht so das übliche. Vielleicht solltest du dich fragen warum das so ist und nicht dir selbst verzeihen. So kann man draus lernen. Du bist doch jetzt frei, dann genieße es doch jetzt, wenn die Zeit mit ihm so schlimm war und quäle dich nicht selbst :)
LG Micha
 
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Gast

  • #10
Liebe FS

in der Verliebtheit (ich nehme das mal so an)
ignorierst du die Warnzeichen.
Es gibt immer welche. Er macht Witze die menschenverachtend sind.
Er zeigt abrupte Verhaltensänderungen die dir schleierhaft sind.
Er setzt dich herab, verbal oder durch seine Anleitungen zu irgendwas.
Er schickt dich auf die on/off-Reise, lässt dich verhungern: mal so mal so.

In was kehrst du zurück ? Hast du Verwandte, Freunde ?
Hast du einen sicheren Job ? Dann ist es gut.
Schlimm is alles andere denn von solchen destruktiven Persönlichkeiten würde ich keine Hilfe erwarten. Räum dein Leben auf.