• #1

Wie soll das weitergehen? Trennung aus Vernunft?

Man ich muss euch das jetzt mal fragen? Habt ihr euch je schon getrennt aus Vernunftgründen? Also kurz, ich habe mich vor einem Jahr unsterblich in einen Rockmusiker verliebt. Vorher war ich 17 Jahre verheiratet. Ich trennte mich Knall auf Fall was meiner Meinung auch schon überfällig war. Mein neuer Freund und ich lebten dann das Leben, was ich mir immer mit meinem Mann gewünscht hätte. Viel Freizeit, Urlaube, Essen gehen, zusammen einkaufen, zusammen mit dem Hund raus. Alles miteinander geteilt und sehr harmonisch. Er trug mich auf Händen, war extrem hilfsbereit, hätte alles für mich getan, hat sogar geputzt wenn ich arbeiten war...Wir hatten nie Streit und waren sehr sehr verliebt. Leider muss ich aber auch sagen, dass wir nie so einen richtigen Alltag hatten. Wir hatten eine Fernbeziehung. Wenn er zu mir kam, war ich nach 3 Tagen leicht überfordert, denn die Wohnung war mir zu klein und ich bin ein Arbeitstier. Mein Freund lehnte sich zu sehr an mich an, mich setzte das dann auch unter Druck weniger zu arbeiten und mehr Zeit mit ihm zu verbringen. Ich finanzierte fast unser gemeinsam Aktivitäten, da er kaum Geld verdient. Ich hingegen bin eine erfolgreiche Geschäftsfrau und bin sehr bodenständig und sicherheitsbewusst. Er lebte so in den Tag hinein und machte sich auch um seine weitere Zukunft nicht so viele Gedanken. Manche Themen konnte ich nicht mit ihm teilen, ich empfand ihn oft als ausländerfeindlich und er zitierte auch oft Stammtischgerede ala Bild und Blick, das nervte mich zunehmend. Ich war manchmal intellektuell unterfordert und sah keine Zukunft mit ihm. Ich wollte mich dann trennen, brachte es aber nicht übers Herz, da ich ihn nicht verletzen wollte und wir so viel geplant hatten. ich wartete immer auf den richtigen Zeitpunkt. Im September habe ich das dann ganz radikal durchgezogen. Er war am Boden zerstört, konnte es nicht wahrhaben, dass ich so eine Liebe einfach keine Chance gebe und alles wegschmeisse. Ich hingegen konnte einfach nicht mehr, wollte mal mit mir selbst klarkommen. Ein paar Tage ging das auch gut, aber ich kann ihn einfach nicht loslassen, kann ich ihn nicht vergessen. Ich vermisse ihn wahnsinnig und auch seine Sachen sind noch hier. Er kann sie auch nicht holen, weil er das emotional noch nicht schafft. Man ich habe so ne Sehnsucht nach ihm und würde ihn am liebsten anrufen, aber ich weiss genau in ein paar Wochen nervt mich das Chaosleben von ihm wieder und dann stehe ich da wie vorher. Man, der soll sich doch auch nicht ändern. Ich bin ein schrecklicher Kopfmensch...aber ich kann doch nicht mein ganzes Leben auf den Kopf stellen. Manchmal denke ich dass ich noch nie so verliebt war und das mich noch nie so ein Mann geliebt hat wie er. Wie soll das denn weitergehen...Habt ihr das schon erlebt?
 
  • #2
Hatten Sie ihm jemals gesagt, welche Aspekte an ihm u an der Beziehung für Sie zu anstrengend sind? M.E. sollte man stets sagen, was einem gefällt und was einem nicht gefällt. Nur so kommt man nach und nach auf einen Nenner, indem man sich darüber austauscht und versucht, Kompromisse zu finden (das heißt nicht, dass jemand sich völlig von Grund auf “verbiegen“ soll). - Haben Sie wirklich gemeinsam alles versucht, um eine gute Partnerschaft zu haben? Eine Trennung zu vollziehen, erscheint natürlich prinzipiell einfacher, als immer wieder das offene, ehrliche Gespräch zu suchen (über Probleme, aber auch über alles Positive), um nach u nach zusammenzuwachsen. - Vielleicht gäbe es doch noch einen gemeinsamen Weg für Sie beide?
 
  • #3
Ja, so in diese Richtung habe ich es schon erlebt. Sämtliche schlechten Bauchgefühle habe ich fast ein ganzes Jahrzehnt totgeschlagen. Im Endeffekt hat er dann Schluss gemacht und ich habe so viel Zeit vergeudet.

Er triggert einen ganz bestimmten Punkt bei Dir und deshalb ist diese ganze Sache fast schon obsessiv. Dann ist es umso schwieriger, sich da rauszulösen. Es ist so, als müsste man gegen eine Sucht ankämpfen. Nunja, ich hatte es da leichter. Ich wurde ja zwangsweise auf Entzug gesetzt.

Nun hast Du gemerkt, dass Dein Suchtmittel eben auch Nebenwirkungen hat. Und das sollte Dir den Ausstieg erleichtern.

Eine Rebound-Beziehung ist nicht selten kurzlebig. Die besten Beziehungen kommen zustande, wenn Menschen in eine Beziehung starten, die ein aufgeräumtes Leben haben. Nimm einen neuen Anlauf, wenn Du Dich und Dein Leben aufgeräumt hast. Viel Glück.
 
  • #4
Ja, ich bin auch so, dass ich gern alles im Griff habe und den Überblick behalte.

dann lernte ich einen Mann kennen der war völlig anders als ich. Er hatte eine Art an sich, die mich sehr beruhigte, er strahlte so eine Grundruhe aus, aber er war auch eher so ein Träumer und jemand der alles sehr leicht nahm.

Diese positive Seite tat mir gut, aber wie immer hat jede Medaille zwei Seiten. Die negative Seite war, dass er sehr unzuverlässig war, unpünktlich und sich nicht um seine Angelegenheiten kümmerte. Zudem war er sehr verträumt und unrealistisch, was geschäftliche Angelegenheiten betrafen - er war selbstständig.

Irgendwie lief die Sache darauf hinaus, dass er mich dann immer einspannen wollte für ihn die Kartoffeln aus dem Feuer zu holen und seine verbockten Angelegenheiten zu regeln. Er zwängte mich somit in einer Muttirolle, in der ich nicht sein wollte.

In einer Beziehung kann man sich ja nun auch nicht völlig rausnehmen und den anderen hängen lassen, wenn er seine Miete nicht bezahlt und nichts zu essen hat, man kommt dann zwangsläufig in die Lage zu helfen.

Wenn jemand unverschuldet in Not kommt - überhaupt kein Thema.

Aber wenn jemand sehenden Auges in sein Unglück rennt, dann habe ich keine Lust dann immer den Retter zu spielen. Seine ganze Lebensweise hätte sich auf mich mit ausgewirkt, wenn wir zusammen gewohnt hätten und mich mit entsprechend runtergezogen, da keinerlei Schuldbewusstsein oder Einsehen vorhanden war, es waren immer nur die anderen schuld.

Wir haben in vielen Bereichen zusammengepasst, aber für eine Beziehung waren für mich wesentliche Punkte nicht erfüllt, so dass ich das auch beendet habe, eigentlich aus reinem Selbstschutz.

Das würde ich auch immer wieder so machen und würde ich dir auch empfehlen, sonst landest du mit in seinem Chaos.

Gerade wenn einem ein geregeltes Leben und vielleicht auch gesicherte Finanzen wichtig sind, ist so ein Partner dafür einfach nicht geeignet, um auf einen grünen Zweig jemals zu kommen.
 
  • #5
Ich verstehe nicht ganz: Warum meinst du, für deinen Freund dein Leben umkrempeln zu müssen (was du ja nicht willst), wo ihr doch eine Fernbeziehung gelebt habt? In einer solchen Beziehung ist es doch eigentlich ohnehin so, dass jeder zu einem Großteil sein eigenes Leben beibehält. Ich sehe es so, dass du und dein Freund sehr gegensätzlich seid. Wahrscheinlich kommt daher auch die große Anziehung und Verliebtheit. Aber gerade wenn ihr euch nicht dauernd seht, sollte doch diese Gegensaetzlichkeit nicht so ein Problem darstellen.

Ich finde du solltest ihm noch einmal eine Chance geben. Sieh doch die Zeit, in der er bei dir ist, als kleine, verrückte Auszeit abseits des Alltags. Nimm die Unterschiede zwischen euch als Bereicherung wahr. Indem du deine Eigenständigkeit behältst, kannst du doch das mit Gelassenheit sehen. Oder bist du noch in dem Alter, wo man an Familiengründung denkt? Das wäre freilich was anderes.

Ansonsten solltest du eine Beziehung mit so viel Gefühl und Liebe nicht aufgeben!

W, 43
 
  • #6
Entscheiden musst Du letztendlich selbst.

Ich habe die Beziehung zu einem Mann beendet, den ich als große Liebe bezeichnen würde. Ich wäre gerne mit ihm alt geworden, und ich spürte/ wusste dass er das Gleiche empfand.
Aber es gab ein paar leider wesentliche Rahmenbedingungen, die einfach dagegen standen - und er konnte / wollte diese nicht ändern.
Nur bedeuteten diese Gegebenheiten auch, dass damit immer wieder und auf unabsehbare Zeit meine Grenzen verletzt wurden.
Ich liebte und es war wunderbar, und es war zu anderen Momenten zunehmend unerträglich.

Also habe ich es beendet, die einzige Konsequen, ganz nach den Motto take it or leave it.

Ich bin dankbar für die Erfahrung, die vielen wunderbaren Momente, und ich habe die Entscheidung nicht bereut. Es war der einzig richtige Schritt.

Du hast nichts zu verlieren, rede mit ihm, und wenn das ohne Konsequenz bleibt, dann kannst Du viel besser entscheiden.
 
  • #7
Ich finde, Du denkst zu wenig!
Dir scheinen Gedankenfetzen zu reichen um Entscheidungen zu treffen, die alles andere als gut durchdacht ist.
Alltag brrrr ich nehme die rockige Wolke 7 und jetzt ist Wolke 7 nicht bodenständig genug.

Ich selbst sage von mir...zu spießig für verrückte und zu verrückt für Spießer.

Und man kann sich aus einer Beziehung heraus oft nicht nur gegen das Negative entscheiden, man muss sich auch von den schönen Seiten verabschieden.

Du musst ersteinmal bei Dir selbst ankommen, dann ggf ein offenes Gespräch mit ihm suchen. Was brauchst du wirklich?!
 
  • #8
Ihr seid beide noch in der Verliebtheitsphase, da fällt die Trennung besonders schwer. Schwierige Sache mit euch. Mein Gefühl ist, dass ihr auf Dauer nicht glücklich miteinander seid. Dazu seid ihr intelektuell zu verschieden etc. Andererseits wird die Leidenschaft mit der Zeit ziemlich sicher auch weniger und es gibt noch weniger Berührungspunkte (kein Wortspiel beabsichtigt).
Wenn ihr einfach mal die Fernbeziehung in reduziertem Ausmaß weiterleibt, so z.B. alle zwei Wochen zwei Tage? Dann bleibt zumindest die Leidenschaft länger erhalten. Einen gemeinsamen Haushalt etc. würde ich keinesfalls anstreben. Familiengründen steht bei euch beiden ja wahrscheinlich eh nicht mehr auf dem Plan, oder?

Meine Hoffnung für euch besteht auf einer LAT-Beziehung, wenn das für euch beide passt, wäre das wunderschön!

ErwinM, 48
 
  • #9
Mein neuer Freund und ich lebten dann das Leben, was ich mir immer mit meinem Mann gewünscht hätte. Viel Freizeit, Urlaube, Essen gehen, zusammen einkaufen, zusammen mit dem Hund raus. Alles miteinander geteilt und sehr harmonisch. Er trug mich auf Händen, war extrem hilfsbereit, hätte alles für mich getan, hat sogar geputzt wenn ich arbeiten war...Wir hatten nie Streit und waren sehr sehr verliebt.
Liebe Pudelwohl,

ich bin ja Künstlerin und habe auch fast nur solche Rockstarfreunde (unterschiedlichster Genres, nicht nur Musiker). Die haben oft totale Kopffrauen als Partnerinnen, super aufgeräumt, Typ Juristin bei der GEMA, das ist also zumindest in meinen Kreisen eine sehr häufige Paarung.
Diese Frauen sind aber glücklich und stolz, dass sie sich so einen Mann mit so einer Verliebtheit und den dazugehörigen Lebensstil "leisten können".
Ein Mann würde vermutlich bei solchen Qualitäten seiner Freundin eh meistens nicht danach fragen, wer den Lebensstil bezahlen soll. (Und meine erfolgreichen Freundinnen fragen da auch schon lange nicht mehr nach, denen geht es bei den Männern nur noch rein um die Qualitäten als Liebhaber...)
Aber lass ihn ziehen, dein Freund wird sicher schnell jemanden finden, der ihn toll findet. Und du kannst diese wilde, leidenschaftliche Episode auch abhaken und jemanden finden, der besser zu deiner Aufgeräumtheit und deinen Arbeitszeiten passt.
Und das beste ist: es gibt auch Mischungen. (Also z.B. Manager, die in ihrer Freizeit Musik machen).

Herzliche Grüße

Noor
 
  • #11
Vielen Dank für eure tollen Kommentare, das hat mir doch schon wieder etwas mehr die Augen geöffnet. Eine Fernbeziehung konnte ich mir ja vorstellen und auch, dass ich in seine Nähe ziehe, da ich eh überlege wieder zurückzugehen in meine alte Heimat, aber er will einen auf "Ewigkeit" machen. Wie gesagt er hat mich mit seiner Liebe ja auch teilweise erdrückt. ich schlug ihm vor, dass wir zwei erstmal autark bleiben und dann sehen wie es weiter geht, dass jeder sein Leben lebt und wir uns trotzdem sehen können. Das fand er unmöglich und wollte das auf keinen Fall. Ich hatte ja sogar eine eigene Wohnung mit ihm in dem Ort wo er wohnt. Die habe ich ihm besorgt, da er als Musiker überhaupt keine Chance hat, je eine adäquate Wohnung zu bekommen. Wir teilten die Mietkosten 1:3, wobei ich den kleineren Anteil bezahlte, da ich ja kaum da war. die Wohnung habe ich dann auch noch eingerichtet zum Grossteil...oh man... und dann merkte ich mit er Zeit, als ich ihn besuchte, dass ich mich da kaum wohlfühlte und ein Zusammenleben schwer würde. Daraufhin beschloss ich ihm die Wohnung komplett zu überlassen mit der ganzen Miete und mich aus der Verantwortung zu nehmen. Ich musste ständig die Miete für ihn vorstrecken und ich wollte das nicht mehr. Er ist nicht faul oder unzuverlässig, im Gegenteil. Er ist extrem diszipliniert und fleissig, er hat halt das Pech, dass er kaum noch Engagements bekommt. Nebenbei gibt er ja auch Unterricht aber es kommt nichts bei rum. Alles andere möchte er nicht machen, wie "normal arbeiten" gehen, er sagt das könne er nicht. Das ist auch nicht schlimm primär, ich fand es immer toll, dass er sein Ding durchgezogen hat und seinen Traum verwirklicht hat. Ich liebe wenn er Musik macht und es ist letztendlich auch egal ob er nun mehr oder weniger Geld als ich hat, aber wie wird das dann in der Zukunft aussehen? Nun ja...ich werde in mich gehen und mein Leben erstmal allein regeln und hoffen, dass ich nicht wieder schwach werde und dann dadurch nur noch alles schlimmer mache. Es ist so wie ihr teilweise beschreibt, eine Sucht...
 
  • #12
Ich verstehe dich schon.
Das Leben nach dem Motto "I know, its only Rock'N'Roll but i like it" ist herrlich verrückt und daher auch sehr interessant.
Und dieses Leben ist wohl das Gegenteil dessen, was du bisher gehabt hast.
Das Dumme daran ist nur - dein altes Leben ist dir zu viel wert, um es aufzugeben.
Ich kann dir nur eines empfehlen - schreibs auf viele kleine Zettel, die du an einer Pinnwand ordnen kannst. Jeden Punkt, der dir gefällt - und jeden Punkt, der dir nicht gefällt. Über Tage hinweg - irgendwann hast du eine Ordnung auf der Pinnwand, die dich klarer sehen lässt. Dann hast du deine Entscheidung gefunden. Denn die entstehende Anordnung der kleinen Zettel ist mit von deinem Unterbewusstsein gesteuert. Versuchs mal - teuer ist das System nicht, aber zumindest für mich verdammt hilfreich.
 
  • #13
Ich wollte mich dann trennen, brachte es aber nicht übers Herz, da ich ihn nicht verletzen wollte und wir so viel geplant hatten.
Falsch. "Eigene Bedürfnisse first!" ist essentiell im Leben. Beziehungen, die aus Mitleid geführt werden, sind zum Scheitern verurteilt und verlängern beiderseitiges Leid.

Sehe Deine letzte Beziehung als wertvolle Bereicherung eines Lebensabschnittes von Dir und somit wirklich wahnsinnig positiv!

Schönreden hilft jedoch nicht weiter.
 
  • #14
Naja, es gibt ja nicht nur die beiden Optionen, alles so weiter zu machen wie bisher sowie die Sache komplett zu beenden.
Vielleicht findest du etwas drittes.

Mal überlegen: ihr habt eine Fernbeziehung, er hat kein Geld, er ist immer bei dir und zwar mindestens drei Tage am Stück und deine Wohnung ist zu klein.
Nun da drängt sich doch auf, dass du künftig zu ihm fährst. Nur eine Übernachtung, dann wird es dir nicht zu viel, du kannst gehen, wann du willst und er spart sich die Bahnfahrt.

Er trägt dich auf Händen, macht alles für dich, putzt sogar, wenn du weg bist. Nun...was genau macht er denn alles für dich ?
Dir nach dem Mund reden ? Alle deine Unternehmungsvorschläge gut finden ? Sexuell auf dich eingehen ?...
Ziehe Bilanz. Vielleicht ist das alles so beglückend, dass es sogar sein Schwachmatengeschwafel wettmacht. Nun, dann muss er aber wirklich viel machen, falls du so etwas so unerträglich findest wie ich, aber vielleicht findest du das jetzt auch wieder nicht sooo schlimm.
Also ich stehe vom Tisch auf, wenn jemand Rassistensprüche raushaut, ich habe deswegen sogar den Kontakt zum Kotzbrocken-Ehemann meiner Mutter abgebrochen.
Aber es ist deine Bilanz und viele finden mein Vorgehen übertrieben.

Ziehe auch Bilanz, was eure unterschiedliche finanzielle Potenz betrifft. Vielleicht macht es dir nichts aus, dass du alles bezahlen musst, ich war auch lange Zeit so drauf, finde es aber heute, da ich erstmals einen Freund habe, der sich selbst finanzieren kann, ungleich angenehmer.
Immerhin gleicht dein Freund das ein klitzekleines bisschen aus, indem er bei dir putzt. Das würde bei meinem Vorschlag aber wegfallen.
Vielleicht kann er etwas anderes auf die geben-Seite einbringen, er fühlt sich sicher auch besser, wenn er nicht nur nimmt.
Dein Auto reparieren oder so. Hoffentlich kann er etwas, was du brauchen kannst...
Hm...ich bin schon wieder bei mir, sorry. Vielleicht macht es dir nichts aus, nur zu geben und es reicht dir, dass er nur auf der Gefühlsebene etwas beitragen kann, das kann er offenbar zu deiner vollsten Zufriedenheit.

Und dann noch, was seine Schlurfigkeit betrifft. Und sein Klammern.
Beides wäre nichts für mich, aber ich bin nicht du.

Du liebst ihn und er dich, ihr paßt aber nicht zusammen.
Nun, dann führt ihr eure Beziehung eben auf einer Ebene, auf der das erste möglich ist und das zweite irrelevant.
Zusammen wohnen, eine Familie oder eine Firma gründen geht sicher nicht, aber ab und zu Spaß geht sicher, vielleicht reicht euch das.

w 50
 
  • #15
Danke für deinen Kommentar, nun ich bin sehr stolz auf ihn gewesen, fand es eine unglaubliche Leistung, dass er das durchgezogen hat mit seiner Musik. Seine Eltern wollten natürlich etwas anderes, ich kenne ihn ja auch schon seit seiner Jugendzeit und habe das mitverfolgt. Ich ziehe da den Hut vor so einem Menschen, der kämpft und alles gibt und nur das Eine möchte. Ein Musiker ist ja auch ein sehr sensibler Mensch ob Rockmusiker oder Opernsänger. Mir haben diese weichen Eigenschaften gefallen, und noch mehr. Klar war das für mich eine Riesen Umstellung als ich mit bei seinen Rockkonzerten hinten im Backstage sass und mich freute endlich mit ihm alleine zu sein. Wenn man das nicht gewohnt ist, dann kommt man an seine Grenzen, du kannst dir das nicht vorstellen, da du wahrscheinlich seit Jahren ein ähnliches Leben führst. Nur, wenn es eben als Musiker nicht läuft und du keine Engagements mehr bekommst und nur noch rumträumst, Worte statt Taten folgen, das Ganze mit Alkohol benetzt wird und man sich zu Schade ist woanders seine Kohle zu verdienen, dir auf der Pelle hockt... dann will ich mal deine Juristinnen Freundinnen sehen, was die dann machen? Sind die dann immer noch stolz, sich so einen "leisten" zu können? wie sich das überhaupt anhört...
 
  • #16
Du kommst mir zu unflexibel vor. Vieles von seinem Verhalten in eurer Beziehung steht direkt mit Verhaltensweisen von dir in zusammenhang. Kannst du dich nicht anders Verhalten ? Wenn er so geschockt war über die Trennung wäre er wohl auch bereit gewesen an der Beziehung zu feilen, Missverständnisse zu beseitigen, deine Bedürfnisse besser kennenzulernen und alles auf ein höheres Level zu heben.
 
  • #17
Danke für deinen Kommentar, nun ich bin sehr stolz auf ihn gewesen, fand es eine unglaubliche Leistung, dass er das durchgezogen hat mit seiner Musik. Nur, wenn es eben als Musiker nicht läuft und du keine Engagements mehr bekommst und nur noch rumträumst, Worte statt Taten folgen, das Ganze mit Alkohol benetzt wird und man sich zu Schade ist woanders seine Kohle zu verdienen, dir auf der Pelle hockt... dann will ich mal deine Juristinnen Freundinnen sehen, was die dann machen? Sind die dann immer noch stolz, sich so einen "leisten" zu können? wie sich das überhaupt anhört...
Liebe pudelwohl,

ich kann deine Zerrissenheit gut nachvollziehen. Wenn es bei Künstlern gut läuft und sie Anerkennung bekommen, steht man als Partner oft in der zweiten Reihe. Es ist aber auch eine Frage der Zeit und des Vertrauens.

Nach über 15 Jahren haben mein Mann und ich uns an unterschiedliche Phasen gewöhnt und können unseren Lebensstil genießen als das, was er ist: immer herausfordernd, immer lebendig, immer Wachstum, immer spannende Leute und das unbezahlbare Gefühl, das eigene Leben leben zu dürfen.
Wir haben aber auch einen sehr großzügigen finanziellen Puffer geschaffen, so dass wir zur Not viele Jahre ganz ohne Broterwerbsjobs auskämen, das hilft, mit den Unwägbarkeiten umzugehen.

Aber ich will es nicht schönreden. Wirklich verkrachte Musiker kenne ich natürlich auch. Probleme mit Alkohol und Depressionen und und und.
Manche kriegen die Kurve und machen andere tolle Sachen, geben Unterricht, organisieren Projekte, managen andere Musiker usw. Andere versinken, stürzen ab oder werden kauzig.

Ob man sich das ans Bein binden will, da gibt es auch bei "meinen Juristinnenfreundinnen" unterschiedliche Reaktionen. Die einen forcieren konkrete Broterwerbjobs, die anderen führen italienische Ehen (Ehen auf Abstand), die dritten sind einfach nur geduldig, weil Geld keine Rolle spielt und sie die Softskills der Männer genießen, und dass die oft erstaunlich gut damit umgehen können, wenn die Frauen erfolgreicher sind als sie...

@Tom hat ja schon einen guten Tipp gegeben. Schau dir die Beziehung einfach mal über ein paar Monate an und achte gut auf die Details.

Liebe Grüße

Noor
 
  • #18
Hallo Noor, danke für deinen Post, hat mir sehr geholfen. Ich brauche nämlich genau solche Menschen, die mich verstehen können in meiner Situation. Mein Exfreund triftet nämlich in die andere Richtung ab, habe ich das Gefühl. er sah mich immer als Strohhalm und das geht einfach nicht. ich habe kein Problem wenn jemand weniger verdient als ich, so emanzipiert sollte man sein heut zu tage, aber ein Mensch sollte in der Lage sein, sich selbst zu finanzieren und nicht auf andere zu bauen. Das war auch der Grund warum er unbedingt immer bei mir sein wollte, gleich zusammenziehen usw. Ich strebte ja eher eine Fernbeziehung an, aber dass kommt für ihn auf Dauer nicht in Frage. Ich liebe seine Passion zur Musik, ich bewundere ihn dafür, da ich ja eine bodenständige und sehr realistische Person bin, habe ich versucht ihn zu stützen wo es ging. Habe wie gesagt eine Fanpage aufgebaut, eine Homepage angefangen etc. habe ihn ermutigt eine Ausbildung oder Lehrgang zum Veranstaltungsmanager zu beginnen. Er war eigentlich immer Feuer und Flamme aber oftmals war das dann nur blinder Aktionismus. Mir tut es so leid für ihn, denn er ist echt ein super Musiker und es ist so schwer da irgendwo reinzukommen. Ich kann mir das einfach nicht mein ganzes Leben aufhalsen...danke für dein Ohr
 
  • #19
Liebe Pudelwohl,

also erstmal: eure Beziehung besteht jetzt erst 1 Jahr. Er hat dir geholfen, dich aus deiner Ehe befreien zu können. Du hast das Leben mit ihm laut eigener Aussage oft sehr genossen. Ihr liebt euch. Jetzt kommt die nächste Phase, die der Verhandlungen. Und da würde ich nun nicht gleich die Flinte ins Korn werfen, sondern an den Tisch zurückkehren und weiterverhandeln. Mach deinem Freund klar, welche Vorteile er davon hat, wenn ihr euch nicht ständig seht. Ihr könnt gut arbeiten und haltet eure Liebe lebendig. Sag vielleicht auch, dass du nach so einer langen Ehe erstmal Raum für dich brauchst. Auf Diskussionen zu "für immer" oder "auf Dauer" würde ich mich in deiner Lebenssituation gar nicht erst einlassen. Dafür ist es m.E. viel zu früh nach einer so langen Ehe. Und schon gar nicht musst du dir "das Abdriften" ein "ganzes restliches Leben" geben. Du musst weder heiraten noch Zusagen über das nächste Jahr hinaus geben. Andererseits: sich aus einem Tief herauszuarbeiten dauert einfach auch oft länger als ein Jahr. 3 Jahre wären ungefähr meine Schmerzgrenze.

Herzliche Grüße

Noor