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Gast

  • #1

Wie steigert man seine Belastbarkeit?

Hallo,

was ist mit mir los? Ich bin ein (denke ich), sehr sensibler Mensch. Ich war vor Jahren auch mal depressiv. Bin darüber aber hinweg. Mein Problem ist, ich bin sehr schnell beleidigt und fertig. Die Außenwelt macht mich krank.

Ich kann z.B. einen echt schönen Tag haben, IMMER kommt jemand, der mir alles versaut. Das Schlimmste: absolut jeden Tag.. meist auch gleich mehrfach am Tag, so das ich permanent unter Stress stehe. Sei es auf der Arbeit, auf der Familie, bei Freunden. Ich habe ständig mit Leuten zu tun, die sehr ungehobelt ihre Meinung sagen. Ich komme darauf einfach nicht klar. Ich kann es einfach nicht ertragen.

Ich bin gut gelaunt, plötzlich fallen beleidigende Sprüche unter der Gürtellinie, irgendwas Persönliches, ein Witz, eine Anmerkung zu meinem Äußeren, zu meinen Gegenständen, oder irgendwas Belangloses, und ich bin sofort down. Andere nehmen das vielleicht nicht so ernst, mich macht das aber regelrecht fertig, dass ich kaum mehr normal weiterleben kann. Ich habe somit null Belastbarkeit.
Oftmals schweifen meine Gedanken dann stundenlang um die Problematik.

Das kostet mich Energie, dass ich kaum mehr Kraft habe. Ich kann dann nur noch früh ins Bett gehen und muss mit Arbeiten aufhören. Ans Dating kann ich gar nicht denken. Wenn mir ein Mann einen falschen Witz bringt, den er vielleicht gar nicht so meint, bin ich total fertig. Ins Internet gehe ich nur selten. An Facebook und co. ist gar nicht zu denken. Würde mich jemand nur ansprechen, wäre ich total k.o.
Kritik wie Lob wäre das Gleiche, es stresst mich und macht mich schlagartig fertig.

Was tut man in so einer Situation? Und geht es noch jemand so wie mir?
 
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Gast

  • #2
Liebe FS,

google mal nach Hochsensibilität, hole dir therapeutische Hilfe und es gibt wirklich gute helfende Bücher, wo du lernen kannst, mit Abwertungen, Kränkungen gut umzugehen.

Alles fängt im Kopf an, ist wirklich so.

w
 
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Gast

  • #3
Sensible Menschen nehmen von ihrer Umwelt mehr wahr als Andere. Auf diesen Umstand musst Du dich einstellen und dein Leben danach ausrichten. Sensibel zu sein bedeutet auch, dass Du ein gutes Einfühlungsvermögen hast, im Gegensatz zu oberflächlichen Menschen, die wie die Axt im Walde durch’s Leben gehen. Sieh diese Eigenschaft als Gabe und nutze sie, um dir das Leben leichter zu machen.

Dazu musst Du aber erst mal bei dir selbst ankommen und Vertrauen in dich entwickeln. Am Selbstbewusstsein scheint es zu hapern. So wie Du schreibst, saugst Du die Reaktion deiner Umwelt in dir auf und definierst deinen Selbstwert über das Verhalten der Anderen zu dir. Ein dummer Spruch und Du bist beleidigt und fertig. Den Rest des Tages verdirbst Du dir durch Grübeln über das Verhalten der Anderen dir gegenüber. Damit machst Du dich zum Spielzeug derer, die ihren Selbstwert aufpolieren, indem sie dich klein machen. Selbst wenn ein Satz nur unbedacht oder gar nicht so gemeint war, beziehst Du alles auf dich und fühlst dich angegriffen.

Du brauchst ein dickeres Fell und DICH als deine beste Freundin. Dann kannst Du über dumme Sprüche schmunzeln, denn Du kannst drüber stehen und deinen Selbstwert über den feinen Unterschied definieren. Wozu sich Kraft rauben lassen, wegen der Defizite anderer Menschen? Es ist deine Lebenszeit, die dir verloren geht. Wenn Du bereits beim Ansprechen durch andere völlig fertig bist, verbaust Du dir jede Lebensqualität. Du willst doch auch Freude haben und Kontakt zu Menschen aufbauen, die auf deiner Wellenlänge liegen.

Da Du auch positive Reaktionen, wie Lob, nicht annehmen kannst, würde ich dir dringend zu einer Therapie raten. Wenn Du einen starken Willen hast, reichen einige Stunden um dir Ansatzmöglichkeiten aufzuzeigen. Begleitend oder als Einstieg hole dir Fachbücher wie: ‚Wenn die Haut zu dünn ist‘, ‚Bis hierher und nicht weiter‘(beide von Rolf Sellin). Du wirst feststellen, dass Du nicht allein bist und wirst lernen, wie Du aufgrund deiner Persönlichkeit aus deinem Leben etwas ganz Besonderes machen kannst. Eine gute Sensibilität kann man als Schutzschild vor den falschen Menschen verwenden, wenn man diese Fähigkeit mit Selbstbewusstsein einsetzten kann. Alles Gute!
 
  • #4
Humor, Sarkasmus und Ironie. hilft ungemein,.. kann ich dir aus Erfahrung sagen. Wenn du schlagfertig genug bist, kannst du wesentlich besser drauf reagieren..
 
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Gast

  • #5
- Befasse dich mit dem Thema *Hochsensiblität*
- Arbeite an einer höheren Frustrationsintoleranz
- und vor allem, ganz wichtig, bedenke: Das was die andere äußern sagt mehr über sie selbst aus, als über dich! Zieh dir den Schuh nicht an! Du bist nicht der Blitzableiter für die Welt! Schaffe dir ein wohliges Umwelt (Wohnung, Freundeskreis, ev. einen kleinen Garten um dich zu erden, Tiere, meide Verwandtschaft, wenn sie dir nicht guttut)
- Stärke deine Leber, der ganze Ärger und Wut schwächen den Funktionskreislauf Leber (nach der TCM)

Eine Leidensgenossin :))
w
 
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Gast

  • #6
Das klingt nach hochsensibel - da hilft leider der Rat von #3 nicht - weil man in der Situation eben keinen Humor haben kann.

Hochsensibilität kann man nicht wegtherapieren, man muss lernen, damit umzugehen und akzeptieren, dass es Dinge /Situationen gibt, in/mit denen man sich nie wohlfühlen wird.
Zu einem etwas anderen Umgang damit kann man allerdings - mit Hilfestellung - schon kommen.

Mir ist es im laufe der Zeit gelungen, mich in bestimmten Situationen quasi selbst von außen zu beobachten - man bekommt eine andere Sicht auf sich selbst, kann mit den Dingen anders umgehen.

Mach Dir immer wieder klar, dass die wenigsten Menschen so etwas absichtlich machen: sie haben auch ihr Leben, ihre Probleme und das zeigt sich in ihrem Verhalten - dass Du wahrnimmst. Persönlich gemeint ist das in den wenigsten Fällen.
Ich meine, hier ist anzusetzen - hol Dir dabei Hilfe.

(w) selbst hochsensibel
 
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Gast

  • #7
Liebe FS,

du hast ja schon gute Tipps bekommen zur Hochsensibilität. Nur nutzt die Tatsache auch nicht wirklich etwas, das Du nun weisst, dass Du zu den Menschen gehörst, die sensibler sind als andere. Du weisst, Du bist nicht alleine. (Ich gehöre auch dazu. :))

Dein Stress entsteht, weil Du nicht willst, dass jmd so und so reagiert, das und das sagt, obwohl es aber immer wieder passiert. Das kostet sehr viel Energie, wenn Du das Jetzt nicht akeptierst. Das ist überhaupt das größte Problem aller Menschen. Immer wieder nein zu sagen zu dem was ist. (Also mich eingenommen, gell, ich kann Dich sehr gut verstehen/mitfühlen, war an dem Punkt auch schon.)

Der Weg ist dahin zu kommen, dass die anderen sagen können, was sie wollen, aber Du dir das anhören kannst als würde jmd gerade sagen, der Himmel ist blau oder die Blume rot.

Das Leben kann einfacher werden, mach Dich auf den Weg. Dafür helfen sehr gut die Bücher von Byron Katie.

Ist nicht einfach (vor allem nicht, wenn man auch noch im Widder geboren ist), aber es lohnt sich. Zum Weiterentwickeln sind wir schließlich hier.

w,46
 
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Gast

  • #8
Hallo,

aus eigener Erfahrung kann ich Dir berichten, dass es geht.

Es gab eine Zeit, da habe ich nicht darauf geachtet, was mir gut tut und was nicht, habe vieles ungefiltert angenommen und reflektiert. Dadurch bin ich an und in meiner Seele sehr krank geworden.

Erst der Gang aus dem Tal der Tränen mit professioneller Hilfe hat mir geholfen mich wieder und zurück zu finden und mich von vielem was auf mich einstürmt zu schützen.

Zuerst habe ich mich von Menschen getrennt, die mir nicht gut tuen und sie aus meinem privaten Umfeld verbannt. Dann habe ich mich von dem medialen Getöse befreit. Ich habe kein Fernsehen, dafür genieße ich um so mehr Kultur und Kunst je nach Gemütslage und Fähigkeit, und Radio höre ich nur sehr selektiv, dann aber voll Genuss. Werbung jeder Art halte ich mir vom Leibe. Mein Zuhause habe ich "entmüllt" von Dingen, die ich nicht (mehr) brauche und die mir meine Zeit und Kraft rauben. Ich wohne mitten im Grünen und habe alles für den Alltag im Nachbarort (3km). Für meinen Ausgleich, meine Stille und sozialen Kontakte habe ich mir 3 Mannschaftssportarten ausgesucht, wo es nicht um die Leistung (der/des Einzelnen) geht, sondern um das Zusammensein. Auch sonst gehe ich gerne laufen, schwimmen und inlinern. Außerdem habe ich mir eine Handvoll Menschen gesucht oder die Kontakte wieder intensiviert, die mir gut tuen.

Auf der Arbeit musste ich lernen mich durchzubeißen. Ich habe meinen Arbeitsplatz gewechselt. Ich verdiene jetzt zwar 1/3 weniger, habe aber feste Arbeitszeiten und -regeln und eine Arbeit die mich fordert, aber mich nicht meine Leistungsgrenzen erreichen lässt. Dadurch bleibt mir Zeit und Kraft mich um mich selbst sowie Kolleginnen und Kollegen und den Dingen, die nicht so laufen wie ich es möchte und mir gut tuen, zu kümmern.

Zum Glück habe ich auch eine beste Freundin mit der ich alles bequatschen kann.

Ich habe meinen Frieden (mit mir) gefunden, möchte Lebensfreude pur und lasse mir dies von niemanden mehr zerstören. Das habe ich gelernt und ich werde mir und diesen Dingen gegenüber immer wachsam sein und bleiben.

ü40m
 
  • #10
Es gibt auch Foren von Betroffenen im Internet, die eventuell hilfreich sein können.

Liebe FS, Du solltest Dich über HSP informieren, das wird Dich schon entlasten. Zudem wäre vielleicht wirklich eine therapeutische Begleitung, evtl auch Umstellung Deines Alltags/Arbeitsplatzes/Umfeldes sinnvoll.

Viel Glück.
 
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Gast

  • #11
Hm...sensibel zu sein, bedeutet etwas anderes, finde ich.
Nämlich feine Antennen zu haben, auch zu merken, wenn jemand anderer gekränkt wird.
Wenn es anderen gut oder schlecht geht.
Oder auch, wenn jemand an dir Interesse hat oder sich über dich ärgert.

Einfach alles deutlicher und früher wahrzunehmen als andere.
Als ob du einen Geruchssinn wie ein Hund hättest unter lauter Menschen.
Oder wie ein Blinder, der ein besonders feines Gehör entwickelt hat.

Bei dir ist es doch aber nur, dass du Kränkungen und Ärgernisse deutlicher wahrnimmst, nicht ?
Das würde ich 'empfindlich' nennen.
Und das ist in der Tat nicht schön.

Ich verstehe genau, was du fühlst, wenn es bei mir auch nur einen kleinen Teilbereich meines Lebens trifft.
Ich bin nur empfindlich, wenn es um meine Figur geht.
Nicht die Größe, die Haare, die Haut, das Lächeln, die Stimme...NUR die Figur.

Denn ich war seit etwa dem Grundschulalter dick und bin mit Verletzungen durch andere Kinder, deren Mütter, Sportlehrer...und auch die eigenen Eltern aufgewachsen.
Und ich bekam vermittelt, dass dieser eine Umstand sehr wichtig sei.

Als ich sehr dick war ( Teen bis ca. 35 ) habe ich es sogar auf mich bezogen, wenn Leute nur lachten, wenn ich an ihnen vorbei ging.
Wahrscheinlich lachten sie über etwas ganz anderes, aber das bezog ich auf mich.

Heute bin ich unauffällig und nur noch 'für mein Alter normal übergewichtig', daher denke ich sowas jetzt nicht mehr.
Aber der Stachel sitzt immer und wahrscheinlich lebenslang tief und bei jeder kleinen Bemerkung denke ich, ich werde wegen meiner Figur verachtet.
Aktuelles Beispiel: jemand sagt, 'oh, Sie schwitzen'. Jeder schwitzt derzeit, aber ich denke, er meint '...weil Sie so dick sind'.

Wie man / du da rauskommst, weiß ich nicht.
Jedenfalls glaube ich nicht, dass du einfach, wie Helleken vorschlägt, schlagfertiger werden sollst und dann ist alles gut.
Das wäre, wie wenn Münchhausen sich am eigenen Schopf aus dem Sumpf zieht.

Ich habe keinen Lösungsvorschlag, aber immerhin hast du mein Mitgefühl
*drück*

w 47
 
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Gast

  • #12
Ich nehme es mit Humor bei solchen Sprüchen u. denke, nicht sagen, Leck m.....
Oder Ar.....
Das hilft.
Oder, das geht mir am A..... vorbei.
Auf der Arbeit?
Und wenn du das im privatem Leben auch hast, das dir alle mit neuem schlechten Neuigkeiten kommen u. dir das Stresst u. du die Sch...... nicht mehr hören kannst u. das Verlangen nach was
Schönes u. Lustigen hören hast, dann ist der Tank bei dir voll.
Wenn jemand ein Baby bekommt, dann ist das schön u. du das Baby auf dem Arm halten darfst, das ist auch schön, aber schöne Gerüchte oder Komplimente gibt es nicht oft.
Du willst u. kannst es nicht mehr ertragen.
Ich unternehme dann alleine mal was.
Ich mache Fahrradtouren, Spaziergänge,Schwimmen u. Sauna.
Ich vermeide die Orte, wo Leute sein könnten die mich kennen, nur damit ich nicht Vollgequatscht
werden kann.
Ein Urlaub hilft auch.
Mal eine Zeit keine Nachrichten hören, meist auch nie was Gutes, kein Fernsehen, Facebook ist auch etwas, wo man täglich rein geht, weil es könnte ja jemand geschrieben haben oder es gibt was neues, man wird dann irgendwann in so ein Loch sitzen u. das Problem haben, ich muss, ich muss, es könnte ja jemand geschrieben haben u. das macht auf Dauer Stress.
Lies ein Buch über die Liebe oder ein Krimi oder, oder, oder.
Dich Kotzt wohl momentan alles an u. du könntest dir die Haare heraus reissen u. denkst, was wollen die alle von mir.
Wenn du es kannst, dann sag einfachmal, entschuldigen Sie bitte, ich habe es allmählich Satt, mir immer u. immer wieder von Ihnen diese dummen u. ungehobelten Sprüche anhören zu müssen u.
das in einem sehr ernsten Ton.
Die Person o. Leute müssen sich erschrecken u. ein OH muss denen im Gesicht stehen, wenn du das schaffst, hast du dir vielleicht schon selbst ein Gefallen getan.

Alles Gute!

m
 
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Gast

  • #13
Wir leben leider in Zeiten krankhaften Totalwettbewerbs, der bis aufs Klo und ins Bett reicht. Versuchen Sie auch, selbstkritisch zu sein, ob beispielsweise ein Job, oder sonstige Lebensumstände noch passen.

Auf welche Art werden Sie denn beleidigt? Wenn Beleidigungen verleumderisch werden, kann es u.U. juristische Konsequenzen haben. Man sollte immer besonnen bleiben, aber man muss sich nicht alles gefallen lassen.

Ich werte Reden unter der Gürtellinie inzwischen als vorsätzliche Provokation und versteckte Erpressungsversuche. Die Leute haben selbst Probleme, meist finanzieller Natur, pfeifen auf dem letzten Loch und würden ihre Großmutter verkaufen. Versuchen Sie mal davon auszugehen, dass es denen vielleicht viel schlechter geht, als Ihnen und Lachen Sie sich eins.

Ich kenne das in Form widerlichen Dorfklüngels, oder struktureller Gewalt im beruflichen Umfeld. Da wird um irgendwelche Positionen in einer privaten, oder beruflichen Hierarchie gekämpft, oder einfach nur um die Gunst bei den Frauen. Unerwünschte Konkurenten werden weggestoßen und systematisch schlecht gemacht.

Und falls sich sowas nicht auf zivilisiertem Wege klären lässt, hilft es immer, sowas, wie einen starken Bruder zu haben, der bei anderen mal die Möbel geraderücken kann. Zeigen Sie wenigstens gelegentlich ihre Zähne, dass Sie keine leichte Beute sind!
 
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Gast

  • #14
Humor, Sarkasmus und Ironie. hilft ungemein,.. kann ich dir aus Erfahrung sagen. Wenn du schlagfertig genug bist, kannst du wesentlich besser drauf reagieren..
Sarkasmus ist immer schlecht, im Gegensatz zu Humor und (Selbst-)Ironie.
Schlagfertigkeit ist im Prinzip richtig, aber Hochsensible verfügen eben nicht darüber.

Vielleicht hilft es dir als Erstes, liebe Fragestellerin, wenn du dir jeden Abend klar machst, was an dem Tag schön war, was gut gelaufen ist, wer besonders freundlich zu dir war, worüber du richtig froh und dankbar sein kannst.
Und das Negative? Denk NICHT darüber nach; das kommt dir sowieso in den Sinn, mehr, als dir lieb ist. Richte deine Aufmerksamkeit ganz bewusst und intensiv auf das Positive. Klappt nicht sofort, hab Geduld mit dir. Es ist eine Übung, und es heißt so, weil es geübt werden muss, nicht gleich gekonnt.
 
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Gast

  • #15
Ich bin gut gelaunt, plötzlich fallen beleidigende Sprüche unter der Gürtellinie, irgendwas Persönliches, ein Witz, eine Anmerkung zu meinem Äußeren, zu meinen Gegenständen, oder irgendwas Belangloses, und ich bin sofort down. Andere nehmen das vielleicht nicht so ernst, mich macht das aber regelrecht fertig, dass ich kaum mehr normal weiterleben kann. Ich habe somit null Belastbarkeit.
Oftmals schweifen meine Gedanken dann stundenlang um die Problematik.
Willkommen im Club, der Beneideten! Ja, Zufriedenheit zu zeigen ist mittlerweile gefährlich.Wenn man immer schön einstimmt im Chor der Frustrierten, dann wird man schnell aufgenommen.Erlaubt man sich einen schönen Tag, dann laufen die Frusties auf Hochtouren, um Dir den Tag zu versauen! Du hast gefälligst auch frustriert zu sein, sonst fühlen sie sich Dir unterlegen. Neid ist eines der hässlichsten Gefühle , die es gibt. Ich bin auch nicht ohne Neid, aber ich habe wenigstens die Grösse, den anderen nicht dafür zur Rechenschaft zu ziehen durch mieses, unfaires Verhalten.Manchmal frag ich mich, ob diese Menschen keine Erziehung genossen haben und ihre negativen Gefühle nicht im Zaum halten zu können. Wie ein anderer schon sagte, kannst Du davon ausgehen, dass es denen noch 100mal dreckiger geht als Dir.Mir hilft zwar selbst dieses Wissen auch nichts, bin trotzdem verletzt, besonders weil es oft von Menschen kommt, die mir sehr am Herzen liegen! Das Schlimme ist, dass sie es auch noch schaffen, mich runterzuziehen.....bald haben sie es geschafft, mich in ihren Club aufzunehmen. Aber noch kämpfe ich tapfer dagegen an! Das solltest Du auch, Gegenangriffe werden nichts nützen, weil sie genau das erreichen wollen, Negativität und Aggressionen wollen von den Frusties verbreitet werden! Je grösser ihr Club ist, desto stärker und machtvoller werden sie! Was für einen Vampier der Knoblauch ist, ist für die Frusties die Zufriedenheit eines Menschen. Schlage sie mit Optimismus und einem Lächeln....w
 
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Gast

  • #16
Du bist nicht sehr sensibel oder gar hochsensibel, sondern bist sehr auf das Negative fokussiert, natürlich immer bei den anderen. Das geht eher in Richtung Depression als HSP.
Hohe Kraenkungsbereitschaft hat was mit Selbstueberschaetzung und schwachem Selbstwertgefühl zu tun. Dass Du die Negativitaet ausstrahlst, fuehrt dazu, dass Du für andere zur Zielscheibe wirst.
Ich werde immer sehr misstrauisch wenn immer die anderen Sch... sind. Das ist ein deutliches Zeichen für eine unrealistische Sicht, geht meistens einher mit Eitelkeit und kompletter Unfähigkeit zur Selbstreflexion.
Wenn alle so doof sind, dann brich die Kontakte ab und wechsel den Job. Du wirst sehen, es ist wie bei vielen sogenannten Mobbingopfern - merkwürdigerweise werden sie im nächsten Job von ganz anderen Kollegen wieder gemobbt, kommen aber nicht ansatzweise auf den Gedanken, dass sie die Probleme machen, nicht die anderen.
 
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Gast

  • #17
Und beim Einschlafen denkst Du an etwas Schönes und versuchst es zu träumen.

Das hilft.

Und auch, dass man blöde Kommentare ins Negative zieht und umdreht in dem Sinne: die ist ja nur neidisch etc. und dann sagt: ich bin ich, egal, wie ich bin.

Ich hatte mal eine Gehirnerschütterung, blaue Flecken als Nachfolge deswegen im Gesicht (sah aus wie brutal verprügelt) und musste dann wieder unter die Leute. Ich habe mir dann gesagt, ich stehe einfach dazu, wenn Einer blöd mich auf der Straße angequatscht hätte oder angestarrt, wäre ich einfach cool daran vorbeigegangen. Niemand hat sich getraut, gelinst wurde schon.

Die Belastbarkeit kannst Du nur aus Dir entwickeln. Nehme einen Schutzschild für Dich mit und lasse das, was Dir nicht gut tut, abprallen.
Du hast nur Dein Leben.

LG
 
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Gast

  • #18
ich bin auch der Meinung dass du dich erstmal sehr gut mit HS befassen solltest (falls du nicht schon längst mehr darüber weißt) Lass Dir helfen, wenn du es allein nicht schaffst.

Auf der anderen Seite nerven mich diese Leute aber auch, die das zwar bei sich festellen, dann aber nichts dagegen tun und alles schrecklich schlimm finden und die ganze Zeit jammern.
Wenn man sich zwecks Kleinigkeiten nicht mehr beruhigen kann und alles persönlich nimmt- dann ist das natürlich Stress, aber auch einer den man mit Hilfe besser "verarbeiten" kann.

Es geht nun mal anders zu- in dieser Welt und manchmal ist´s auch mir zu -wild-
Außerdem denke ich, dass einige dieser HSP - ganz "normal" ticken, aber wird eben schnell mal gern "verwendet", weil man einfach eigentlich -nur- ein schwächerer Mensch ist und vielleicht nie wirklich gelernt hat seine Meinung zu sagen- wenn einem was nicht passt.
 
G

Gast

  • #19
Kennst Du das Buch "Zart besaitet" - da geht es um Hochesensibilität.Kann ich Dir nur empfehlen.

Alles Gute!
w46
 
G

Gast

  • #20
Liebe FS,

auch ich zähle so wie Du zu jener Spezies :), die eben diese Feinfühligkeit haben. Und ich finde die bisherigen Antworten sensationell gut geschrieben Kompliment an alle!

Ich denke, wir alle, die mit dieser Ressource gesegnet sind, haben das nicht sofort im Grundschulalter erkannt.
Also es darf aus meiner Erfahrung schon darum gehen, sich selbst mal im Laufe der Jahre kennenzulernen. Genau wahrnehmen, dass wir eben anders ticken als die Masse. Und (wichtig): sich selbst annehmen und keinen Widerstand dagegen aufbauen

Aus Deinen Zeilen lese ich, dass Du Dich mit anderen Menschen vergleichst. Das klingt nicht angenehm. Vergleiche sind sowieso doof, egal in welchem Bereich. Da macht man sich klein, das ist nicht gut. Ausserdem schreibst Du von Belastbarkeit erhöhen. Warum musst Du Dir was aufbürden, was Dir nicht gut tut?

Wie würde es sich in Dir anfühlen, wenn Du Dich dafür nicht verurteilst, nur weil Du nicht so "funktionierst" wie andere? Sondern dass Du Dir ein Lächeln schenkst und Dich genau dafür wertschätzt?

Zum Abschluss: Ich selbst habe so wie Du versucht mich anderen Tempos, Menschen, Umgebungen anzupassen. Mir ginge immer schlechter, weil alles rundherum zu laut war, zu grob und zu brutal. Ich hab einfach nicht meine Bedürfnisse erkannt.
Nach einer heftigen Zeit habe ich mich damit auseinandergesetzt und mir bewusst eine Auszeit genommen
Heute stehe ich zu mir, es ist sehr angenehm. Ich gehe, wenn ich mich wo nicht wohlfühle. Ich gestalte mein Umfeld, wie es für mich angenehm ist. Das interessante: seitdem treten Menschen in mein Leben, die ebenfalls so (ähnlich) gestrickt sind. Menschen, die an angenehmen Gesprächen interessiert sind, Facebook ablehnen :), keine verletzenden Aussagen machen usw.

Heute denke ich mir: was um alles in der Welt habe ich mir die letzten Jahrzehnte angetan! Also ich gehe behutsam und sensibel mit mir um.
Sich selbst nett behandeln, so wie man einen besten freund, eine beste Freundin behandeln würde.

w/46
 
G

Gast

  • #21
Liebe FS,

Verhaltenstherapie kann gut helfen und stöbere mal im Internet zum Thema RESILIENZ.

Fange an an dir zu arbeiten, Sport hilft, um einen klaren Kopf zu bekommen, er steigert das Wohlbefinden und verhindert/bekämpft Depressionen.

Helfe ehrenamtlich, suche dir was gutes dabei, zeige deine dort Stärken, du wirst insgesamt viel positives ernten.

Anfangen musst du alleine, geschenkt wird keinem was.

w
 
G

Gast

  • #22
Liebe FS,

Leute die gleich beleidigt und eingeschnappt sind, weil man mal einen blöden Witz macht, oder einen Kommentar zur Kleidung, Frisur, der nicht mal böse gemeint sind, gehen total auf den Senkel!

Und zwar, weil sie alles gleich ins Negative ziehen und einen auf Mimose machen, anstatt einfach mal die Luft anhalten und überlegen: WAS hat der andere gesagt. a) Die Frisur sieht sch... aus, oder b) Oh das ist ja ganz was anderes.

OK, und falls Du Dich nun dumm angemacht fühlst, weil ich der Meinung bin, solche mimosenhaften Menschen gehen mir auf den Senkel, dann sage Dir doch einfach... ok, das ist meine Meinung, akzeptiere sie, Du kannst dann den Kontakt zu solchen Leuten (wie z.B. mir) meiden und Dich zuwenden zu Leuten, denen Du eher liegst.

Was ich damit sagen will: Mach nicht das Problem anderer Leute zu Deinem, auch wenn ihnen Deine Leggins in zu dicken Beinen nicht gefallen oder Deine Frisur, oder Deine Schnute. Sag Dir einfach - tja, nicht mein Problem, mir gefällt es so wie es ist.

Leg Dir mal eine dickere Haut zu, und stehe zu Deinen Stärken, aber auch zu Deinen Macken, aber schmoll nicht zu sehr herum. Mir ist es z.B. lieber, jemand sagt mir dann dass diese oder jene Bemerkung getroffen hat - ich werde mich dann entschuldigen, bzw. evtl. im Beisein der Person etwas aufpassen, alles andere finde ich doch sehr kindisch.

w, 41
 
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Gast

  • #23
Hallo,

Du hast nicht Dein Alter erwähnt.

Gefühle der Überforderung können auch von den Wechseljahren oder einer Schilddrüsenerkrankung kommen. Es kann sich aber auch um eine Depression handeln.

Ein Besuch beim Arzt wäre sicher kein Fehler.

W 45
 
G

Gast

  • #24
Im Gegensatz zu vielen, die hier schrieben, dass du hypersensibel sein könntest, kann ich mich der Einschätzung nicht anschließen. Alles, was du beschrieben hast, geht auf zwischenmenschliche Dinge zurück - du fühlst dich überfordert und/oder schlecht behandelt. Man sieht aber nichts von Überempfindlichkeit gg. Lärm, Licht und andere äußere Einflüsse. Für mich klingt es in der Grundaussage eher so, dass du von beliebigen anderen Menschen einforderst, dass sie dich stetig beglücken. Das ist jedoch ein äußerst einseitiger Zustand (was gibst du?) und zudem vollkommen unrealistisch, da die Interessen der anderen sich nicht immer mit den deinen decken müssen. Ganz simples Beispiel: ein Kollege von dir hat große Probleme und du erwartest, dass er dir bei der Arbeit trotzdem besonders freundlich entgegenkommt und dir den Tag versüßt. Das kann er gerade nicht, weil es ihn überfordert. Du dagegen zeigst keine Empathie, sondern siehst vor allem dich. Was soll nun der Kollege machen? Bestenfalls kann er dich ignorieren, das muss nichtmal böser Wille sein. Kurz - du solltest deine versch(r)obene Sichtweise prüfen. Und ich wundere mich weiter über Leute, die für sich besondere Privilegien einfordern, ohne etwas dafür tun zu wollen.
 
G

Gast

  • #25
Hallo,

das Problem ist auch, wenn man so mit allem und jenen überfordert ist und daher immer wieder Enttäuschungen erlebt, läuft man irgendwann mit einer total negativen und frustierten Ausstrahlung herum. Und das macht einen noch mehr zum Opfer. Es ist sehr schwer aus diesem Kreislauf herauszukommen.

Das Umfeld spürt regelrecht Deine "Schwäche" und jeder prügelt noch mehr auf Dich ein. Das liegt in der Natur der Menschheit.

Wenn Du nämlich dann z.B. Deinen Job wechselst und weiterhin mit dieser Ausstrahlung herumläufst, ist die Gefahr groß, das Dir wieder das gleiche passiert.

Am besten wäre es, Du würdest Dich da an einen Profi wenden, wie man diesen Teufelskreis dauerhaft durchbricht.

Aber auch eine körperliche Untersuchung ob organisch alles ok ist, ist geboten.

Ich kenne Leute, die eine Schilddrüsenstörung haben, die sind auch sehr dünnhäutig und neigen dazu sich in alles und jenes hineinzusteigern.

Depressionen und Wechseljahre sind ja auch schon erwähnt worden.

Ich wünsche Dir viel Kraft und die richtigen Ansprechpartner an Deiner Seite.

W 45