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Gast

  • #1

Wie und wo darf Mann eine Frau berühren, ohne gleich negativ aufzufallen?

Leider ließt man hier sher oft Warnungen vor Männern, die z.B. einer Frau, die sie mögen, berühren. Da gibt es neben den absolut verständlichen Tabuzonen (Knie bis Po und Brust) offensichtlich noch weitere Bereiche, wo gleich sexuelle Belästigung gewittert oder die Absicht nach schnellem Sex unterstellt wird. Warum nur? Was ist los mit Euch, wenn eine Berührung am Arm, ein Streicheln über den Rücken oder die Schulter schon zu viel ist? Wovor habt Ihr Angst? Denkt Ihr, daß Mann Euch gegenüber nur verbal ausdrücken sollte, wenn er Euch mag oder dabei ist, sich in Euch zu verknallen? Kann eine Beziehung nur gut werden, wenn sie sehr langsam und unterkühlt anfängt? Kann Frau es nicht genießen von einem ihr eigentlich sympathischen Mann (vor) einer Beziehung berührt zu werden?
 
  • #2
Jeder Mensch hat seine Intimzone und für normalen Umgang bedeutet das, dass man niemandem zu nahe rückt und auch niemanden anfasst oder berührt.

Man fasst einfach keine Kollegen oder Bekannten einfach so an. Das hat nichts mit Angst zu tun, sondern mit natürlich empfundener, ganz menschlicher Intimzone. Es gehört sich einfach nicht, es widerspricht den Gepflogenheiten und Sitten.

Bei Kollegen wäre der erste Gedanke, "sexuelle Belästigung" und ist meist ein Zeichen von Macht ausdrücken oder Grenzen überschreiten. Bei manchen wirklich netten Kerlen vielleicht auch wahnsinnige Unsicherheit und eine erschreckende Inkompetenz, sozial adäquat zu flirten.

Begrüßung und Abschied sind Momente, in denen man sich gezielt und bewusst berührt, ebenso Spezialsituationen wie Tanzen oder professionelle Interaktion bei Ärzten, Physiotherapeuten und ähnlichem.

Normal veranlagte und anständig sozialisierte Menschen rücken einander nicht auf die Pelle, sondern halten den typischen, kulturabhängigen Abstand ein. Nebeneinander kann man dichter gehen als man aufeinanderzu gerichtet oder hintereinander stehen würde. Das lernt man doch früh in der Kindheit und guckt sich sozial adäquates und akzeptiertes Handeln ab.

Das Eindringen in die Intimzone anderer Menschen ist immer ein Übergriff, es sei denn, der andere hat signalisiert, dass er es möchte. Gerade die allerersten Berührungen zwischen Mann und Frau sollten nicht gegen den Willen der Frau erfolgen, denn dann erzeugen sie Widerwillen und Ablehnung und schaffen eben nicht die beabsichtigte Nähe.

Das erste Mal Hand-in-Hand-gehen hat doch genau deswegen so eine große Wirkung, weil man sich bewusst und gewollt und im gegenseitigem Einverständnis über diese Schranken hinwegsetzt. Genau deswegen ist eine Umarmung auch so inhaltsstark und genau deswegen lehne ich diese widerliche neumodische Sitte des beliebigen Umarmens auch ab.

Ich finde nicht, dass eine Kennenlernphase "langsam und unterkühlt" (Deine Worte) beginnt, nur weil man sich beschränkt auf tief in die Augen schauen, über alles mögliche sprechen und sich viel voneinander erzählen, gemeinsam etwas unternehmen... ganz im Gegenteil, man muss doch ERST Nähe zueinander aufbauen und DANN auch die physische Nähe reduzieren, aber doch wohl nicht umgekehrt.

Du fragst nach Zonen der Berührung: Zunächst gilt generell, jede ungewollte Berührung ist zuviel. Das Eindringen in die Intimzone ist nicht förderlich. Berührungen am Rücken beim Vortreten lasen oder Geleiten sind noch am ehesten akzeptabel, wenn sie nicht penetrant werden.
 
  • #3
bei körperlichen Berührungen geht es immer darum einzuschätzen, ob die Frau auch will oder nicht. Leider bekommen Männer oft nichts mit von dem wie es den Frauen geht und ob sie auch wollen, da Männer nicht zwischen den zeilen lesen können.

Meist denken die Männer, alles ist toll und die Frau findet mich super und die Frau denkt eher, oh Gott wann kann ich hier weg. Berührungen sind eben immer Grenzüberschreitungen zu der man die Erlaubnis braucht in unserer Gesellschaft und wenn man das nicht einschätzen kann, ob die Reaktion der Frau eine Zustimmung ist oder nicht, dann sollte man fregen und auf Nummer Sicher gehen
 
  • #4
@#2: Ja, Susanne, das ist eine gute und kurze Zusammenfassung: "Berührungen sind eben immer Grenzüberschreitungen zu der man die Erlaubnis braucht".

Wer nicht einschätzen kann, ob die Frau eindeutig zugestimmt hat, der sollte es eben sein lassen und lieber an seiner Empathie arbeiten als am Grapschen.
 
  • #5
Dazu sag ich nur, das es anerzogene Dinge sind, die uns zurückschrecken lassen.
Im Süden Europas kommt man sich schnell näher, da ist die Intimszone viel viel kleiner als hier.

Jeder hat halt seinen eigenen Bereich dafür und den gilt es herauszufinden.
Eine Frau die ich lecker finde, kann mich am ersten Abend eigentlich schon überall berühren und es gibt einige die machen das und umgekehrt.
 
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  • #6
Ich berühre Kollegen oder Freunde im Gespräch durchaus häufiger an Arm, Ellenbogen oder Schulter. Das hat bei mir keinen sexuellen Aspekt, sondern einen rein kommunikativen. Bisher hat sich noch keiner beschwert, eine Grenzüberschreitung sehe ich darin nicht.

Darüber hinaus gilt doch: In lauten Umgebungen, z.B in einer Disco oder selbst an der Bushaltestelle einer viel befahrenen Straße kann man sich häufig verbal gar nicht bemerkbar machen, wenn man z.B. vorbei will.
 
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Gast

  • #7
Gewisse Berührungen lasse ich mir schon gefallen, egal ob von einem Kollegen oder Arzt.
Ich finde z.B., dass ungefragtes Streicheln des Arms oder Tätscheln der Schulter nichts anstößiges an sich haben. Auch das Streicheln übers Knie ist für mich keine sexuell gefärbte Berührung, sondern eher eine beruhigende Geste. Tabu sind natürlich Berührungen der Intimzone.
Es ist nur leider so, dass viele Männer es nicht bemerken, wenn eine Frau ihren Unwillen zum Ausdruck bringt. Ich hatte neulich mit einem Mann zu tun, der mir den Arm um die Schulter legte, was er wohl fürsorglich meinte. Ich entzog mich ihm aber sofort. Er hatte aber kein Gespür dafür, dass er eine Grenze überschritten hatte und fasste mir beim nächsten Mal an die Brust. Manchmal helfen wohl nur Worte.
 
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  • #8
Hatt ein Date vor kurzer Zeit, dass war gruselig. Da dass Wetter schlecht war ,und ich Bedenken hatte ,noch heil nach Haus zu kommen,bekam ich eine Hüftumarmung mit der Aussage "Kannst ja auch hier bleiben" ,schnell die Beine in die Hand und weg!!!!!!!!! (1. Date)
 
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  • #9
Mir hat mal eine Kellnerin erzählt, dass sie die männlichen Gäste absichtlich am Arm berührt -natürlich ganz unauffällig bei einem kleinen Small talk. Es gibt eine Untersuchung, die zum Ergebnis gekommen ist. dass dann die Trinkgelder wesentlich üppiger ausfallen. In der Praxis scheint es sich bewährt zu haben.

Was macht man als Mann, wenn einen eine Frau ungefragt berührt oder begrapscht? Anzeigen? Laut schreien? ;-) Ich habe den Eindruck, dass die sich viele Mädels viel zu wichtig nehmen und selbst überschätzen. Gottseidank sind nicht alle gleich so verstockt und verwirrt.
m
 
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  • #10
Männer scheinen oft zu glauben, dass körperliche Übergriffe den Kennenlernprozess beschleunigen würden. Das Gegenteil ist zutreffend. Es setzt dem Kennenlernen ein Ende.

Nichts ist schlimmer als ein Mann, der bei jeder Gelegenheit rübergrabbelt.
Eine Frau, die berührt werden möchte von einem Mann, der ihr gefällt, sendet Signale.
Für emotional Taubstumme und andere Schwerbehinderte ist das natürlich schwierig zu erkennen.

w49
 
  • #11
@#4: Richtig, Intimzone ist anerzogen und ein kultureller Wert. Es sind eben deutsche Sitten und Gebräuche.

Wer am ersten Abend aneinander herumfummelt, der zielt nicht gerade auf dauerhafte Beziehungen ab...


@#5 Es ist de facto eine Grenzüberschreitung und viele werden es auch so empfinden, aber eben nichts sagen, weil SIE nämlich höflich sind.

@#6: "Streicheln übers Knie" ist eine weitreichende sexuelle Belästigung, die absolut inakzeptabel ist. Bitte propagiere hier keine Übegriffe, die schon eng an der Strafbarkeit liegen, würden sie am Arbeitsplatz ungewollt stattfinden.

@#8: Was macht ein Mann? Das gleich wie eine Frau, hoffe ich: Abstand schaffen, wegziehen, durch Blickkontakt deutlich machen, dass das zu weit ging. Ich habe noch keine Frau deswegen schreien hören.

@#9: Genau so ist es: Körperliche Übergriffe beschleunigen nichts, sondern hemmen oder verhindern. Wer Männern den Floh in den Kof gesetzt hat, dass Körperlichkeiten das Annähern beschleunigen, weiß ich nicht, aber es ist mit Sicherheit falsch.
 
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  • #12
Lieber FS,

wie #9 es sehr treffend ausdrückt, setzen Berührungen, die von der Frau nicht gewollt sind, dem Kennenlernen ein Ende. Eine Faustregel für Dich: Lieber etwas länger mit dem Berühren warten, als sich mit übereiltem "Antatschen" die Sympathie der Frau verderben.
Übrigens versuchen manche Männer auch Nähe zu schaffen, indem sie den Vornamen der Frau (ungefragt) verniedlichen. Das kommt auch überhaupt nicht gut an.
Übe Dich in Geduld und entwickle ein Gespür für die Signale, die von der Frau kommen - wenn sie Dich toll findet, wirst Du noch genug Gelegenheit haben, ihr näher zu kommen.
 
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Gast

  • #13
die am wenigsten aufdringlichen Berührungen sind: "zufälliges" gegenseitiges Berühren der Arme, freundschaftliches Betatschen des Oberarms oder der Schulter, sanftes Führen am Schulterblatt oder man schlägt vor den Ort zu wechseln und hält die Hand hin.
 
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Gast

  • #14
Lieber FS,
ich bin da Deiner Meinung. Ich gehöre als Frau auch zu den Menschen, die durchaus adäquat gesetzte Berührungen zulassen und auch selbst austausche. Dazu muß ich aber mein Gegenüber schon gut kennen und davon ausgehen können, daß er diese Berührung (auch nur freundschaftlich gemeinte) auch richtig auffasst. Beim Kennenlernen und gegenseitiger Sympathie ist dies auch der Fall. Ich bin davon überzeugt, wie auch andere hier, dass das "Berühren und Berührenlassen" durch Erziehung und Kulturkreis entsteht. Leider begegnen mir auch meistens nur die "Rühr-mich-nicht-ans" oder die plumpen Begrabscher, die gleich zu weit gehen - vielleicht liegt das auch an meinem Wohnort in SCHWABEN.
 
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Gast

  • #15
1. Wenn man sich nicht sicher ist, ob der andere berührt werden will, sollte man warten, bis man sich verbal näher gekommen ist und / oder der andere einen selbst berührt.

2. Manche Menschen haben eine Wohlfühlzone, in die kein anderer eindringen darf, ohne dass sie sich nicht mehr wohlfühlen -> diese kann auch mal zwei Meter betragen, aber mindestens (nordeuropäisch) eine Armlänge.

3. Menschen aus anderen Kulturkreisen haben evtl. andere "Wohlfühlzonen" und Grenzen, bis zu denen man gehen kann. Bei diesen kann auch die Zone, wo es für einen Betatscher gefährlich wird, anders sein.

4. @Frederika: 100 percent agree.
 
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Gast

  • #16
Bevor es zu einer Berührung kommt (gewollt), sollte der, der es vorhat, erstmal die klaren Zeichen für das Ok abwarten.

Ansonsten berühren sich zwei Menschen, die sich sehr sympathisch sind, sowieso unbemerkt und zufällig andauernd und vor allem ohne jeden sexuellen Hintergrund. D. h. die besonderen Bereiche werden nicht berührt bzw. die Berührungen finden ohne offensichtliche und offensive Hände statt.

Beabsichtigt sind in jedem Fall die Hüfte (du gehörst mir und Sex). Schulter umfassen (du gehörst mir und authoritär). Schenkel (Sex). Po (Sex). Gesicht (bist du niedlich - falls Frau, schmink dich bloß nicht ab!). Rücken (Konkurrenz seht her, das ist meine Eroberung). An die Hand nehmen (ich halte dich, wenn du willst, für immer)...

Und nein, wir Frauen sind nicht brüde! Wir können jedoch sehr gut aus diesem Informationen herauslesen, was Ihr Männer vorhabt bzw. was Eurer Problem mit uns ist!

FS darum, das geht dir sicher genauso, dass du zurückziehst, wenn sich dir eine Frau auf so offensichtliche Weise wie o. g. nähert, oder?!
 
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Gast

  • #17
Ich finde das mit der Interpretation von Berührungen wirklich so eine Sache!

Sicher, manche wie das Berühren des Arms oder Tätscheln der Schulter sind bestimmt für jeden ok.

Allerdings finde ich es erschreckend, wie manche Berührungen ausgelegt werden! Schulter umfassen als Zeichen: Du gehörst mir? Und Streicheln des Knies als sexuelle Belästigung?

Mein Arzt hat beides schon bei mir gemacht, hatte aber keinerlei sexuelle Absichten. Wobei ich dazu sagen muss, dass er Türke ist. Menschen aus diesem Kulturkreis sind eventuell distanzloser und kontaktfreudiger als wir Westeuropäer.
 
  • #18
@#16: Also Tätscheln der Schulter ist natürlich nicht in Ordnung und viele Chefs missbrauchen und belästigen ihre Sekretärin auf diese Art. Es ist widerlich, wenn jemand von hinten gönnerisch auf die Schulter fasst. Das ist geradezu das Paradebeispiel für eklige Chefs und sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz -- vorallem, wenn die Hand dann langsam weiter nach vorne wandert.

Streicheln am Knie dürfte immer als sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz ausgelegt werden. Am Knie hat ja nun wahrlich niemand etwas zu suchen und oft ist es die Vorstufe zum Oberschenkel und mehr...

Ärzte haben generell eine gewissen Narrenfreiheit, weil sie ja erlaubterweise den Körper berühren, sogar Schmerzen verursachen dürfen. Ein Arzt wird quasi als väterlich, als betreuend wahrgenommen -- nichtsdestotrotz muss er ganz genau aufpassen, dass seine Intentionen ksocher sind und auch genau so rüberkommen. Die allermeisten haben dafür aber ein feines Gespür und übertreten die Grenzen nicht. Ich habe da noch nie schlechte Erfahrungen machen müssen.
 
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Gast

  • #19
Ist es denn für Dich in Ordnung, wenn ein Arzt Dir den Arm um die Schulter legt (ist das väterlich gemeint?) oder Dir übers Knie streichelt?
Ist sowas auch für Dich KEINE sexuelle Belästigung?
 
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Gast

  • #20
Ich wurde letztens von einem Kollegen an meinem Arbeitsplatz an der Schulter berührt, die wesentlich älter als ich ist (ich bin 19, er mindestens 35-40). Wir haben uns ein paar Mal während der Arbeitszeit gesehen und fanden uns auch sofort sympathisch, haben uns ein paar Mal unterhalten, während wir Pause machten. Aber ich möchte überhaupt nichts mit ihm anfangen, ich habe einen Freund mit dem ich sehr glücklich bin und möchte jegliches Geflirte, oder was dem gleichkommt, vermeiden. In diesem besagten Moment standen wir gemeinsam alleine in einem Zimmer, da ich ihm eine reparaturbedürftige Elektroinstallation zeigen wollte, für die er zuständig war. Die Reparatur war allerdings schon durchgeführt worden, und während ich mir die Sache genauer ansah, berührte er mich von hinten an der Schulter.
Ich wollte das nicht. Eindeutig nicht. Die Situation hat in keiner Weise vorgegeben, dass man mich in dem Moment berührte (sei es aus freundschaftlicher Absicht - obwohl, dann vielleicht schon, aber dann hätte es schon mein absolut ältester Jugendfreund mit einem sehr wichtigen Anliegen sein müssen). Vor allem nicht von hinten, ohne erkennbaren Grund. Ich fühlte mich unwohl, sagte aber nichts! Ich schwieg, und tat, als wäre es nicht geschehen. Heute ging ich ihm aus dem Weg und grüßte nur flüchtig. Ich weiß nicht, ob er versteht, warum.

Tja. was nun? Ich habe ein Problem damit, Menschen offen und ehrlich auf ihre Untaten - sei es gegen mich oder andere - anzusprechen und sie zur Rede zu stellen. Aber diese Situation behagt mir ganz und gar nicht. Eigentlich wollte ich ihn nach dem gestrigen "Vorfall" gleich darauf ansprechen und noch einmal verdeutlichen, wie ich es empfunden habe und dass ich das nicht wollte, und es ergab sich auch eine Gelegenheit. Aber dann habe ich Muffensausen bekommen...und geschwiegen...

Was soll ich tun?
 
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Gast

  • #21
@19: Im beruflichen Bereich ist das Berühren an der Schulter oder am Oberarm immer noch gerade noch so (!) gestattet: Derjenige, der "ranghöher" bzw. weisungsbefugt ist (also dein Chef), sollte das zwar nicht (du siehst ja selber, wie heikel dieses Thema ist), aber er "darf" das, solange er den nötigen "persönlichen Komfortabstand" (ca. 0,5m) einhält. Oder besser gesagt: Er macht das unbewusst, um seine Weisungsbefugnis zu demonstrieren. Das findet man häufiger. Du solltest da nichts hineininterpretieren.
Anders wäre es gewesen, wenn er dich an Taille, Oberschenkel oder Brust berührt hätte. Oder auch an Hand oder Handgelenk.
 
  • #22
Männer sind schneller als ich, weshalb ich mich von Berührungen bedrängt fühle wenn ich noch nicht soweit bin. Aber ich bin kein Maßstab, denn ich bin wohl wirklich extrem langsam. Aber vielleicht hilft es Dir, wenn ich Dir schreibe, daß Du es als gutes Zeichen werten kannst, wenn die Frau nicht das Weite sucht wenn man nebeneinander steht oder geht. Z.B. wenn sich evtl. zufällig die Schultern berühren oder man sich im Gespräch näher als sonst kommt. Ich bin oft regelrecht am Verzweifeln, wenn ich ständig einen Schritt zurück mache und auf diese Art zweimal im Raum herumkreise und er merkt einfach nicht, daß er mir immer wieder zu nahe kommt. Wenn dann ein gewisses Wohlfühlen eintritt und ich auch lockerer werde nehmen das Männer leider irrtümlich als Freifahrtschein für deutlich zärtliche Annäherungen, die ich nicht grundsätzlich ablehne, aber die mir vom Ausmaß her doch zu nahe gehen weil zu lang oder an zu privaten Stellen. Z.B. finde ich es durchaus angenehm, wenn mir jemand kurz den Arm um die Schulter oder Taille legt, mir über den Handrücken streichelt oder mich intensiv anschaut - aber wenn die Hand dann gleich tiefer wandert, an meinem BH herummacht oder besitzergreifend auf meiner Hüfte anstatt in der Taille liegt oder wenn die ersten tieferen Blicke in Küssen münden sollen, dann ist mir das zu früh zu viel. Ich bekomme Angst, daß er nur auf Sex aus ist und ziehe mich zurück - auch wenn er mir sonst vielleicht wirklich gut gefallen hätte.
 
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Gast

  • #23
@20
:D Danke für deine Antwort!
Obwohl es ja nicht mein Chef war, sondern ein Kollege. Trotzdem fand ich die Berührung als solche in dem Moment unangemessen. Hmmm...und ansprechen wäre dann nur aufheizen von eventuell seinerseits als Misstrauen empfundenen Gefühlen? Ich möchte ja, dass das Verhältnis auf der Arbeit so locker bleibt, wie es ist (war). Ja, ich denke, ich sollte diese Sache auf sich beruhen lassen, und wenn es noch mal vorkommt, einfach fragen: "was ist los?" Wenn er sagt, hey Kumpel, oder sowas...dann ist es ja in Ordnung. Dabei kann es ja bleiben. Nur, wenn es mehr wird....dann eben ein nein.
@21 Ja, wenn Leute einem zu nahe kommen, man sich nicht mehr auf's Gespräch konzentrieren kann...das ist anstrengend. Mir hat es geholfen, wenn ich einfach gesagt habe: "Magst du einen Schritt zurückgehen, ich fühle mich unwohl, wenn du mir so nahe kommst.", oder "Ich kann mich nicht auf das was du sagst konzentrieren, solange du so nah vor mir stehst."
Die meisten verstehen das sofort und werden darauf eingehen.
Du hast eben dein eigenes Tempo.

Grüße
 
G

Gast

  • #24
Warum wird hier immer alles Sexuelle verdammt? Warum darf nie etwas einen sexuellen Hintergrund haben ? Warum wird der sexuelle Hintergrund hier stets kategorisch ausgeschlossen?

Auch zwischen Bekannten, Kollegen oder weitgehende unbekannten Personen kann es zu sexuellen Spannungen kommen. So entstehen nunmal Beziehungen. So lernt man seinen Partner kennen. Auch der eigene Partner war mal ein vollkommen fremder Mensch ! Viele Frauen tun so, als seien sie ausschließlich keusche Heilige, asexuelle Engelchen. So ein Blödsinn. Frauen wollen auch berührt werden - sofern sie kein Problem mit ihrer Sexualität haben. Natürlich nicht von jedem. Berührungen sind auch immer Grenzüberschreitungen. Sie können zwischenmenschliche Beziehungen auf eine vertrautere Ebene heben. Sie sind deshalb mit Bedacht auszuüben. Grabscherei ist der falsche Weg. Berührungen aber komplett verbieten zu wollen oder abzulehnen - dann wäre die Menschheit wohl schon ausgestorben.^^ Der Mensch ist nunmal ein sexuelles Wesen.

Berührungen müssen keinen sexuellen Hintergrund haben - Sympathie drücken sie aber fast immer aus. Denn wen ich nicht leiden kann oder vor wem ich mich gar ekele, den fasse ich bestimmt nicht aktiv an, wenn es sich vermeiden lässt.
Berührungen können aber auch sexuellen Hintergrund haben. Eindeutig zu sagen, was nun der Fall ist, hängt von der konkreten Situation ab. Pauschal kann man das nicht beantworten.
 
  • #25
Beabsichtigt sind in jedem Fall die Hüfte (du gehörst mir und Sex). Schulter umfassen (du gehörst mir und authoritär). Schenkel (Sex). Po (Sex). Gesicht (bist du niedlich - falls Frau, schmink dich bloß nicht ab!). Rücken (Konkurrenz seht her, das ist meine Eroberung). An die Hand nehmen (ich halte dich, wenn du willst, für immer)...

Und nein, wir Frauen sind nicht brüde! Wir können jedoch sehr gut aus diesem Informationen herauslesen, was Ihr Männer vorhabt bzw. was Eurer Problem mit uns ist!
Oh je... das ist ja Mechanik pur. :) hey Mr Roboter, lass mal bitte Dein Standard-Programm ablaufen!

Ist das wirklich so? Ich möchte das bestreiten. Ich (m) bin doch kein Mechaniker und lege in alle meine Handlungen/Berührungen eine solche Bedeutung die singulär mit Eroberung und Vögeln zu tun hat.
Aber, ich muss zugeben, das mir die Vanilla-Welt eh eher fremd ist und ich insofern nicht als Spezialist für's allgemeine Balzverhalten in dieser Welt gelten kann. Traurig wäre es allemal sollte sich deine Analyse mit der Realität decken.
 
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Gast

  • #26
Ich habe mal einem Mann beim anfänglichen Kennenlernen leicht an den Oberschenkel gefasst, weil wir uns so in einem Gespräch ereiferten, dass mich eine Sache aufbrachte, belustigte, etwas in der Art, dass es einfach dazu kam. Es war völlig ungeplant und automatisch und irritierte mich anschließend selbst. Er schien darüber zu schmunzeln und erwiderte es mit späterem Antippen am Arm oder der Hand, ebenfalls im Eifer des Gespräches. Wenn eine gewisse Sympathie und Anziehung vorliegt und es sich ergibt, sehe ich das recht locker.

Aber, wenn sie (noch) nicht vorliegt, sollte man das auch akzeptieren, sich zurückhalten und eine Distanzierung nicht auf die Prüderie des Gegenübers schieben. Ich habe mehrere Male erlebt, dass Männer genau das nicht zu verstehen scheinen, dass eine Frau mit ihnen nunmal gerade keine nähere Berührung wünscht, was nichts mit einer generellen Berührungsangst zu tun hat.

Zudem finde ich es abstoßend, wenn ich das Gefühl habe, gewisse Berührungen folgen einem Plan, um auszutesten, wie man bei der Frau ankommt oder um "weiterzukommen". Das wirkt künstlich, störend und alles andere als angenehm. Entweder es entwickelt sich eine gewisse körperliche Nähe, das kann schnell oder langsam geschehen, oder eben nicht. Unter Freunden bin ich eigentlich auch offen mit gewissen Berührungen, aber dann ist auch klar, dass der Mann nicht etwas falsches dort hineininterpretiert.
 
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Gast

  • #27
Z.B. finde ich nichts Anstössiges dabei, wenn man der Frau bei der Verabschiedung die Hand gibt und ihre Hand mit der linken Hand umschliesst und ihr ggfs. den Handrücken streichelt. Kann eigentlich nichts Anstössiges sein, sonst würde man sich ja auch nicht die Hand geben....das Berühren des Hansrückens kann aber sehr ausdrucksstark sein. Manche Frauen, so habe ich zumindest den Eindruck, sind davon geradezu elektrisiert. ;-)
 
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  • #28
Man fasst einfach keine Kollegen oder Bekannten einfach so an. (...) Es gehört sich einfach nicht, es widerspricht den Gepflogenheiten und Sitten. (...) Bei manchen wirklich netten Kerlen vielleicht auch wahnsinnige Unsicherheit und eine erschreckende Inkompetenz, sozial adäquat zu flirten.
Noch mal #25: Für mich unterscheidet sich eine besondere Bekanntschaft unter anderem auch durch gewisse unkontrollierte Details von einem langweiligen "sozial adäquaten Flirt". Wer sich nach einem Buch verhält, wird kaum einen bleibenden Eindruck hinterlassen.

Andererseits will ich gar nicht widersprechen, dass es tatsächlich sehr ungeschickte Annäherungsversuche geben kann. Das hat für mich aber weniger mit kleinen Abweichungen von den gewohnten Gepflogenheiten zu tun (dazu hat ja jeder Mensch trotz gesellschaftlicher Prägung einen eigenen Geschmack), sondern mit einer falschen Einschätzung des Gegenübers und mangelndem Daraufeingehen. Meine Sicht: Kleine Fehler darf jeder machen, aber man sollte dann auch mal die Augen aufmachen und erkennen, wie man ankommt.
 
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Gast

  • #29
Auf der einen - eher publiken - Seite wird immer betont, was alles nogoes und Belästigungen und schlimmeres sind, auf der anderen Seite bekommt man dann aber auch erklärt, dass es Aufgabe des Mannes ist Initiative zu zeigen und zu eskalieren und man sonst selbst Schuld ist als asexuelles Wesen auf der Kumpelschine gelandet zu sein. Andere, die "belästigen" scheinen zumindest erfolgreicher zu sein als politisch korrekte.

In Foren und Medien findet man dann sowohl Berichte über die unmöglichen Übergriffe wie auch das Klagen darüber, dass Männer sich nichts mehr trauen würden.

Der Eindruck drängt sich auf, das es nicht darauf ankommt was jemand macht, sondern wer ein und dieselbe Verhaltensweise an den Tag legt, mal ist es männlicher Waagemut, mal schmierige Belästigung, je nachdem wie der Typ sonst gefällt.

Ach ja, und wer zu lange wartet um auf klarere Zeichen zu warten hat auch verloren.

M 39 und als "Nichtbelästiger" frustriert
 
  • #30
Oh je... das ist ja Mechanik pur. :) hey Mr Roboter, lass mal bitte Dein Standard-Programm ablaufen!

Ist das wirklich so? Ich möchte das bestreiten. Ich (m) bin doch kein Mechaniker und lege in alle meine Handlungen/Berührungen eine solche Bedeutung die singulär mit Eroberung und Vögeln zu tun hat.
Aber, ich muss zugeben, das mir die Vanilla-Welt eh eher fremd ist und ich insofern nicht als Spezialist für's allgemeine Balzverhalten in dieser Welt gelten kann. Traurig wäre es allemal sollte sich deine Analyse mit der Realität decken.

Ich schließe mich an. Es wäre wirklich traurig, wenn man jede Geste oder Berührung so auswerten würde. Abgesehen davon, dass man dann wahrscheinlich zu keiner anständigen Konversation mehr fährig ist. Und nicht jede Berührung ist absichtlich oder hat gleich sexuellen Hintergrund. Meiner Erfahrung nach, fängt es aber auch außerhalb der Vanilla-Welt nicht anders an, denn letztendlich ist das Ziel meistens gleich.