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  • #1

Wie verhalte ich mich am besten in diesem "Schwebezustand"?

Letzte Woche kam es zur Trennung zw. meinem Freund u mir (3 J zusammen, 2 J gemeins.Whg. beide 24).Wir beide waren so nicht zufrieden.Er fühlte sich eingeengt u hat Angst vor den nächsten Schritten (Kinder etc.) u ich habe bemängelt, dass er nur das getan hat, was er wollte, kaum Zeit für uns hatte u sich nie absprechen konnte.Er liebt mich noch, er hat geweint als ich meine Tasche gepackt habe.Ihm gehts total mies, er leidet und vermisst mich, muss aber für sich begreifen, was sich ändern muss, damit es klappen kann mit uns, sagt er. Ich finde diesen Schwebezustand scheiße: ich liebe ihn noch und solange nun keiner weiß, was Sache ist, kann ich nicht loslassen ganz tief drin. Ich bin der meinung, dass es mit ein bisschen Kompromissbereitschaft funktionieren kann. Er sagt er kämpft grade einen Kampf zwischen Herz (er liebt und vermisst mich) und Kopf (er meint, es ändert sich eh nichts, weil wir letztes jahr schon mal eine krise hatten).wie soll ich mich am besten verhalten?
 
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  • #2
Ein bißchen Kompromissbereitschaft, aber dann auf beiden Seiten. Auch Du musst Deine Ansprüche zurückschrauben. Ihn nicht so häufig sehen, wie Du möchtest. Damit leben, dass er mehr Freiraum möchte als Du. Dann kann es klappen.
Wenn Ihr beide wollt, dann findet Ihr einen Weg. Vielleicht mit festen Tagen, die für Euch reserviert sind, und Tagen, die "frei" sind.
Er wird nicht zum anhänglichen Hund mutieren, er hat nun einmal ein anderes Nähebedürfnis als Du, das wirst Du akzeptieren müssen.
Ich denke, es ist am vernünftigsten, ihm ein paar Tage zum Nachdenken zu gönnen. Vielleicht schreibst Du ihm in dieser Zeit einen Brief, in dem Du ihm schilderst, wie es Dir geht. Das kann sachlicher rüberkommen, als ein Gespräch, das ja immer auch von Emotionen geprägt ist.
Möglicherweise tut Euch auch eine Paarberatung gut. Alles Gute, und wenn Ihr Euch liebt - mach nicht den Fehler, den ich gemacht habe. Wirf es nicht weg.
 
  • #3
Oh Mann, bloß nicht immer dieses Hin und Her.

Wer auszieht, muss sich sicher sein. Das macht man doch nicht aus Strategie oder um Zeichen zu setzen. Ausziehen entzweit und erzeugt Brüche, die nie mehr heilen werden. Ihr benehmt Euch wie Kleinstkinder.

Fakt ist, dass man sich auf KEINEN FALL zwischen Herz und Kopf entscheiden sollte. Weder Du noch Dein Freund. Richtig ist vielmehr, dass für eine erfüllende, dauerhafte und krisenfreie Partnerschaft SOWOHL Kopf als auch Herz "ja" sagen müssen. Bloß keine Entscheidung zwischen beiden, unebdingt beide zusammen. Sonst geht es mit Sicherheit irgendwann schief und das wäre viel, viel schlechter als jetzt zu erkennen, dass es keinen Zweck hat. Noch seid Ihr jung, noch habt Ihr keine Kinder und verpfuscht nicht gleich auch noch deren Leben!

Natürlich muss man sich lieben, die Wellenlänge muss passen, die Chemie stimmen. Aber auch vernunftmäßig muss es einfach passen, d.h. Kompatibilität gegeben sein in bezug auf Lebensstil, Ansichten und Wertvorstellungen, Interessen und Freizeitverhalten, Gewohnheiten und Vorlieben, Intelligenz, Bildung und Qualifikation, Sexualität, Charakter und Persönlichkeit, Freundeskreis und Familie sowie Lebenszielen wie Kinderwunsch oder Hausbau. Wichtige Facetten der Persönlichkeit sind dabei zum Beispiel die Einstellung zu Distanz vs. Nähe und zu Dominanz vs. Unterordnung.

Bei Euch hapert es anscheinend gleich bei mehreren Aspekten, unter anderem Lebensziele wie Kinder und auch bezüglich Freiheit/Nähe/Distanz.

Ich rate Dir, die Sache einfach komplett zu beenden. Du bist ausgezogen und das ist eine drastische Maßnahme. Ziehe sie durch und folge den allgemeinen Hinweise wie vollständiger Kontaktabbruch in jeder Hinsicht, Entfernung von Erinnerungsstücken, viel ablenken und nach vorne schauen. Vorher muss natürlich der Auszug, alles Finanzielle und Organisatorische etc. erledigt werden. Aber dann... "lebe wohl" sagen und fertig.
 
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  • #4
@ 1: Ich bin die FS.
Ich bin erstmal mit 2-3 Taschen gegangen, weil es nicht praktikabel war, weiterhin in einem bett zu schlafen, wenn mein freund erstmal sagt, dass er keine zukunftsvision für uns sieht. das haben wir 2 tage probiert, aber das war so schmerzhaft für beide, weil wir nachts doch wieder angekuschelt kamen. das war also in absprache mit ihm, damit wir erstmal abstand bekommen und jeder nachdenken kann.
 
  • #5
@#3: Richtig wäre: ERST nachdenken, DANN die Trennung verkünden. Andersherum entstehen Risse und Misstrauen. Wenn man sprechen und diskutieren will, dann in Liebe, ohne Trennung, ohne Bettprobleme -- aber auch ohne das Wort Trennung hinzuwerfen. Dann unter der Prämisse "ich liebe Dich, will Dich, aber es muss sich was ändern, damit es klappt." Völlig falsch ist es, sich erst zu trennen, dann zu sprechen, dann hin- und her zu springen. Werdet mal erwachsen!

Aber zurück zu Deier eigentlichen Titelfrage, nämlich wie Du Dich verhalten sollst: Wenn es überhaupt noch eine Chance gibt, dann nur, wenn Ihr Euch treu bleibt und keinen Sex mit Dritten habt, wenn Ihr jetzt wirklich intensiv nachdenkt (das hat mit dem Kopf zu tun!) und wirklich gut abwägt, ob diese Beziehung bezüglich all der Kompatibilitätsmerkmale Aussicht auf Erfolg hat. Geh es schrittweise durch, erkenne und benenne klar Diskrepanzen und Differenzen und ziehe dann ein Fazit.

Ich persönlich sehe aber schwarz, wenn es erst einmal zu Trennungen und Ausziehen kam. Solche Risse kitten sich schlecht.
 
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  • #6
Ich sehe es wie Frederika:
Sehe auch keine Chance mehr, wäre lediglich eine unnötige Zeitverzögerung, einen künstlichen Zeitaufschub, der garantiert noch "mehr schmerzen" wird, ich weiß von was ich spreche! m/40
 
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  • #7
Das Problem ist, dass du dich EINmal getrennt hast. Nun ist der Wurm drin. Er kann sich nicht mehr sicher sein, dass du ihn nicht bei der nächsten Kleinigkeit wieder verlässt.
Also entweder Trennung und Schluss und Aus oder an einen Tisch setzen und Wünsche und Vorstellungen ausdiskutieren.
 
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  • #8
Liebe FS, bei jeder klitzekleinen Krise kann das von neuem losgehen. Eine Frau sollte sich in einer Beziehung glücklich , sicher und geborgen fühlen können, schwere Zeiten kommen von allein und die Kraft dafür schöpft man aus den guten. Wenn Du aber keine guten Zeiten erlebst, stets Stress hast mit so jemandem, das laugt Dich aus. Das ist seelische Knochenarbeit die an die Substanz geht. Deshalb - kurzer Schluss mit Schmerz jetzt.
 
  • #9
Ich schließe mich #2 an: Denkt ein paar Tage nach, schreibe ggf. einen Brief, setzt Euch danach nochmal zusammen und trefft eine Entscheidung. Wenn diese Entscheidung lautet, dass Ihr keine gemeinsame Perspektive seht, dann zieht die Trennung rigoros durch. Wenn Ihr aber eine Chance seht, dann überlegt, wie Ihr sie am besten nutzen könnt. Und dann solltet Ihr zumindest über eine Paartherapie nachdenken.

Ich sehe die Sache nicht so schwarz wie viele Vorposter/innen. Menschen machen nun mal Fehler, und viele junge nehmen das Wort Trennung gewiss auch zu rasch in den Mund. Aber das heißt nicht, dass es nicht doch wieder gut werden kann. Immerhin liebt Ihr Euch noch. Und Ihr habt erkannt, dass es nicht so weitergehen kann wie bisher. Ihr braucht einen Kompromiss, um Euer unterschiedliches Nähe-Distanz-Bedürfnis in den Griff zu kriegen. Und Ihr braucht eine gemeinsame Zukunftsperspektive, an deren Umsetzung Ihr gemeinsam arbeitet. Ohne wird es nicht gehen.
 
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