• #31
Vielleicht noch ergänzend: ja, frau kann immer sofort die "rote Karte" ziehen und das volle Programm fahren, wenn frau belästigt wird oder sich belästigt fühlt. Die Frage ist, was frau damit im Arbeitsumfeld erreicht. Wir wissen hier nichts über die Firma, die formale und die informale Stellung der beiden. Da kann der Schuss schnell auch nach hinten losgehen.
Eine klare Ansage im Sinne einer dunkelgelben Karte halte ich für zielführender.

Ich stelle mir gerade vor, ein homosexueller Kollege würde mich auf diese Art belästigen. Dem würde ich empfehlen, seine schmutzigen Fantasien mit jemand anders auszuleben und gut ist es. Aber auch da sind Männer und Frauen in ihren Reaktionen wohl unterschiedlich.

Ich habe übrigens als Mann auch schon, wenn auch nicht im beruflichen Umfeld, solche klaren Aussagen von Frauen erhalten. Sollte ich dann auch wegen sexueller Belästigung Anzeige erstatten und den Ehemann informieren? Habe ich damals nicht getan.
 
  • #32
Ich bin immer wieder erstaunt, wie einige Reaktionen und insbesondere Empfehlungen bei diesem Thema ausfallen. Es ist ein Thema, dass viele Emotionen auslöst.

Besonders fällt mir der Beitrag eines ehemaligen Betriebsratsmitgliedes auf, leider besonders negativ. Man sollte meinen, da kennt sich jemand aus, doch das Gegenteil scheint der Fall zu sein.

Zu den Ratschlägen den Kollegen auf jeden Fall um seinen Arbeitsplatz zu bringen und seine Frau über sein Fehlverhalten zu informieren, kann ich nur sagen, dass nicht Rache nehmen oder ähnliches im Vordergrund steht, sondern was ganz anderes!

Nämlich die Frage, des zukünftigten Umgangs in der Firma, wenn die FS sich nämlich tatsächlich entscheidet, offiziell gegen ihren Arbeitskollegen was zu unternehmen.

Schon hier im Verlauf war deutlich zu lesen, dass die FS auch ein Eigenverschulden an der erhaltenen Mail haben könnte, da sie den Arbeitskollegen zuvor, ermuntert haben könnte, dass er ein sexuelles Interesse an ihr hat. Das ist so ähnlich, sie hat einen Minirock getragen und davon ist er nunmal geil geworden und konnte sich deshalb nicht beherrschen.

Letztlich war keiner von uns dabei, wir kennen die genaue Situation nicht, aber das interessiert mich an dieser Stelle auch überhaupt nicht.

An Stelle der FS würde ich von den bisherigen Antworten hier im Forum Abstand nehmen und mich professionell beraten lassen. Google mal unter "Was tun bei sexueller Belästigung am Arbeitsplatz", das ist ein Broschüre der Antidiskriminierungsstelle des Bundes.
 
  • #33
Liebe FS, das ist kein Thema für ein Laienforum.

Nur soviel: der geschilderte Sachverhalt hat kaum Aussicht auf strafrechtliche Ahnung, allenfalls könnte der Tatbestand der Beleidigung erfüllt sein. Aber eine Verletzung des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes (AGG) ist relativ wahrscheinlich anzunehmen, damit hättest Du entsprechende Ansprüche gegen Deinen Arbeitgeber.
Das Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben hat ein Hilfetelefon Gewalt gegen Frauen eingerichtet, dort berät man Dich kostenlos, auch anonym falls gewünscht. Die Telefonnummer findest du leicht über gängige Suchmaschinen.
 
  • #34
Guten Morgen liebe FS

Ich kann mich der Mehrheit hier nicht anschließen und würde sagen, es ist sehr schwer zu beurteilen, ob das sexuelle Belästigung ist und ob ein Anzeigen seines Verhaltens bei deinem Chef dir nicht eher schadet, als hilft. Es ist sicher grenzwertig deiner Schilderung nach, aber mit dem Vorwurf der sexuellen Belästigung wäre ich sehr vorsichtig.

Ja, es ist unangemessen so eine plumpe Mail zu schicken (wobei es trotzdem wichtig wäre den genauen Inhalt zu kennen, welche Worte hat er benutzt?)und auch ein stückweit dumm von ihm das überhaupt zu tun, aber wenn du diese E-Mail privat bekommen hast und diese einmalig war, dann würde ich "offiziell" erstmal nichts unternehmen, der Mann könnte sich ganz einfach erklären, eine Geschichte drum rum bauen und du bist am Ende die Dumme.

Was ich an deiner Stelle tun würde? Ihm nochmal sachlich, klar und deutlich in einer Mail (schriftlich) zu verstehen geben, dass du solche Mails nicht möchtest, es unangebracht findest und er es in Zukunft bitte zu unterlassen hat, auch seine Lästereien auf der Arbeit und seine Hetze gegen dich unterlassen möge, wenn er nicht möchte, dass du weitere Schritte gegen ihn einleitest.

Dann abwarten was passiert! Ich würde erst noch ein bisschen "mehr" sammeln, bevor ich wirklich einen Schritt weiter gehen würde. Das zeigt auch (für den Fall das weitere Schritte notwendig werden), dass du versucht hast, diesen Schritt zu vermeiden und es seine Entscheidung war, das es so gekommen ist.

Bitte versteh mich nicht falsch, ich finde es persönlich echt wiederlich wenn ein verheirateter Mann solche derben Mails verschickt, aber ich würde einfach auch um meinen Ruf zu schützen, erst nochmal wie oben erklärt, eine klare Aufforderung zur Unterlassung schicken um mit "mehr" in der Hand mich zur Wehr zu setzen, wenn nötig.

Alles Liebe dir...
 
  • #35
Und ehrlich gesagt würde ich auch nicht versuchen, das ganze auszuweiten, WENN nichts weiter von ihm kommt. Einerseits, weil wenn er Ruhe gibt, ich das Ding auch so schnell wie möglich gern vergessen würde, statt mich noch mit Aussprachen beim Chef über sein Verhalten, mein Verhalten, Lügen seinerseits über Anmachen meinerseits usw. befassen zu müssen, denn man kann nicht davon ausgehen, dass er einfach alles zugibt und gut ist. Dann hätte ich auch keine Lust drauf, wegen sowas Gespräch auf Arbeit zu werden. Und ich hätte auch Angst, dass er sich rächt und ich, ohne Gerechtigkeit zu erfahren, dann den Arbeitsplatz wechseln muss. Wegen einer ekelhaften Mail würde ich das noch nicht riskieren.
Falls er nun keine Ruhe gibt, ist es definitiv Belästigung, denn er weiß ja nun definitiv, dass er nicht gewollt wird, und dann würde ich alle Schritte gehen, aber auf diese Mail hin noch nicht.

Dieser Ansatz kann sehr problematisch sein. Aus meinen weiteren Umfeld kenne ich zwei Fälle, in denen ein Mann über Jahre hinweg mit unterschiedlichen Erfolg Kolleginnen angegraben hat.

Die Damen waren unterschiedlich nachgiebig, einige haben so reagiert wie du vorschlägst. Jeweils am Ende dieser Karieren standen disziplinarische Maßnahmen gegen diese Männer. In einem Fall die fristlose Kündigung eines Vorstandsmitglieds. Seine Frau war übrigens auch eine ehemalige Mitarbeierin von ihm.

Vielleicht hätte eine frühzeitige Anzeige in beiden Fällen einigen Frauen die zu ängstlich waren Widerstand zu leisten einige Qualen erspart. Das ist natürlich Spekulation. Vielleicht waren ja alle mit Ausnahme der letzte Frauen total begeistert.

Das Verschweigen sexueller Übergriffe mag daher zwar für einzelne Opfer sinnvoll sein, schadet aber der Gesamtheit potentieller Opfer.
 
  • #36
In meinen Ausführungen unter #14 bin ich davon ausgegangen, dass die mail an deinen Firmen-Account ging. Wenn die mail an deinen Privat-Account ging, dann kann sich die Geschäftleitung leicht aus der Verantwortung stehlen. Wie immer keine Regel ohne Ausnahme. Also wenn die mail an deinen Privat-Account ging und es in deiner Firmen üblich ist geschäftliche Angelegenheiten über den Privat-Account zu besprechen, dann gelten meine Hinweise weiterhin.
Wenn der Mann dein Vorgesetzter ist dann ist es egal ob Firmen- oder Privat-Account.

So sehr ich deine und die Empörung vieler Foristinnen nachvollziehen kann, so wichtig ist es doch in dieser Angelegenheit einen kühlen Kopf zubehalten. Es geht hier auch um deinen Arbeitsplatz, bzw. um deinen weiteren beruflichen Weg.

Bevor die FS uns nicht weitere Informationen nachreicht, werde ich mich aus dieser Diskussion verabschieden.
Sollten keine weiteren Infomationen fliessen, so interpretiere ich die Anfrage der FS als 'Dampfablassen'.
 
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  • #37
Ich frage mich vor allem, warum dieser Kollege das macht. Hat er sich
- in die jüngere Kollegin verliebt,
- glaubt er durch eine Höflichkeit ihrerseits, sie stünde auf ihn
- oder genießt er es, sie mit Obszönitäten in Verlegenheit zu bringen und seine einflussreiche Stellung in der Firma erlaube ihm diese Übergriffigkeit?

Eine Verliebtheit schließe ich aus, denn dann würde er sensibler und wertschätzender mit ihr umgehen. Sein Verhalten ist ausgesprochen plump. Genau deshalb sehe ich hier eindeutig eine Belästigung am Arbeitsplatz. Es ist erstmal nicht strafrechtlich relevant, es sei denn er verbindet es mit Drohungen oder Gewalttätigkeiten bzw. Beleidigungen.Ich hoffe es bleibt bei der einmaligen Entgleisung, im Wiederholungsfall könnte es durchaus als eine ehrverletzende, sexuelle Herabwürdigung und Beleidigung verstanden werden.

Ich würde als erstes klarstellen, dass ich mir solche Aussagen und Schilderungen seiner sexuellen Phantasien verbitte, egal ob mündlich oder schriftlich. Das würde ich sowohl dem Kollegen, als auch dem Vorgesetzten und Betriebs/Personalrat SCHRIFTLICH mitteilen. Mit der anmaßenden Mail als Anhang und der Bitte, den aufdringlichen Kollegen in seine Schranken zu weisen. Dann wird ihm sein dummes Grinsen schnell vergehen. Ich hoffe, dass die FS in einer Firma arbeitet, die solche Übergriffigkeiten nicht toleriert, herunterspielt etc. Aber selbst dann liebe FS, zeige klare Kante, suche dir Verbündete. Oder sende die Mail an seine Frau mit der Bitte, ihren alten Ehemann mal ein bisschen an die Leine zu legen.
 
  • #38
Das ist eindeutig sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz. Lass Dich bloß von unqualifizierten Kommentaren einiger Männer hier nicht einschüchtern! Gehe zu Deinem Vorgesetzten oder Betriebsrat und informiere sie. Machst Du das nicht und es kommen noch heftigere mails, wird man Dich fragen, warum Du nicht schon bei seiner ersten Mail tätig geworden bist. Kriegt er eine Abmahnung wegen sexueller Belästigung, dann von Eurem Arbeitgeber und nicht von Dir. Er könnte dann höchstens (wenn überhaupt, was ich nicht glaube) gegen den Arbeitgeber klagen, nicht gegen Dich als Privatperson. Du hast nichts zu befürchten, schon gar keinen Schadensersatz an ihn. Lass Dir so ein übergriffiges und respektloses Verhalten nicht gefallen!
 
  • #39
Ein Mann offenbart sein Herz und wird der sexuellen Belästigung verdächtigt. Finde ich unnötig. Äußere klar

Naja er hat einiges offenbart, aber sicher nicht sein Herz. Sonst hätte er geschrieben, dass er sich verliebt hat, sie kennenlernen will und nicht, dass er sie auf der Rückbank eines Autos vögeln will.

Das dürfte doch selbst dem ungeschicktestem Mann klar sein, dass dies eine respektlose Anmache zum Sex ist und keine Liebeserklärung.

Ja, Liebe Fragestellerin das ist sexuelle Belästigung- aufgrund der respektlosen Art und Weise, wie der Kollege sein Ansinnen vorträgt. Naja ziemlich dumm und plump zudem. Nun ist er aufgrund deiner Absage beleidigt und macht dich aus Egogründen runter.

Kritisch sehe ich eher deine Reaktion darauf - nicht über-, sondern untertrieben !

Wer dich so respektlos behandelt, braucht eine klare Ansage. Du bist zu nett, wenn du ihm nicht direkt ZEIGST was du von ihm hältst.

Du findest die Vorstellung von Sex mit einem 20 Jahre älteren Mann widerlich und dich schüttelt es? Dann zeige es auf authentische Art: ein von oben nach unten abmessender Blick, ein 'brrrr' und ekelverzogenes Gesicht mit der Frage nach dem Vorhandensein eines Spiegels ist auf jeden Fall wirksam. Am besten, wenn die Kollegen dabei sind, vor denen er sich aufgeplustert.

Wenn das nicht hilft, kannst du ihn fragen, ob du die Mail der Geschäftsleitung weiterleiten sollst. Nicht drohen, sondern ganz ruhig fragen.

Ich bin der Meinung, dass man solche Sachen direkt selbst klären sollte, statt "petzen" zu gehen und nach #meetoo zu schreien. Damit verschafft mab sich mehr Respekt.
 
  • #40
Ich fürchte, du hast dich einige Zeit so verhalten, dass ein notgeiler, älterer Mann annehmen konnte, dass bei dir was gehen kann.
Allerdings gehört da unter Umständen nicht viel dazu, reine Freundlichkeit, ab und zu lachen und Komplimente über das Aussehen mit Kichern quittieren reichen da schon.
Wir hatten hier auch schon etliche Threads, in denen Frauen darüber berichteten, dass Männer, meist ging es um Kollegen, ihre Freundlichkeit fehlinterpretieren.
Und ja, wir lesen hier auch ab und an von Frauen, dass sie denken, der Mann sei verliebt, nur weil er z.B. oft WA schreibt und sie antatscht und so. Das soll keine Analogie zum bei dir Vorgefallenen sein, ich will nur sagen, dass man sich die Dinge im gewünschten Sinn schön reden kann und dein Kollege hat offenbar wirklich gedacht, dass du seine Offerte reizvoll finden könntest.
Extrem blöd übrigens...

Er scheint aber insgesamt richtig blöd zu sein, wenn er sich dermaßen angreifbar macht, indem er dir dieses widerwärtige Angebot per Email macht.
Gehen wir mal davon aus, dass er jetzt richtig erschrocken ist und sich andauernd selbst in den Hintern tritt. Falls nicht ist er debil.

Was machst du nun ?
Ich gehe davon aus, dass du in der Firma bleiben willst und der Mann auch bleiben wird.
Es ist immer ungünstig, einen Feind in seinem Umfeld zu haben.
Du weißt nicht, ob der so fair ist, dir offen in die Schnauze zu hauen oder nicht lieber hintenrum gegen dich mobil macht. Es ist gefährlich, jemanden zu haben, der nur darauf lauert, dass du einen Fehler machst, denn dieser Tag wird kommen.
Ich will in Frieden leben und daher überlege ich mir gut, wann welche Eskalationsstufe angebracht ist.

Im vorliegenden Fall wäre ich noch nicht an unsere Vorgesetzten gegangen, nicht zum Betriebsrat, erst recht nicht zur Ehefrau, sondern ich hätte ihm postwendend auf seine Email geantwortet.
'Herr X,
offenbar haben Sie meine Freundlichkeit missverstanden.
Ich habe keinerlei Interesse an sexuellen Handlungen und seit heute auch nicht mehr an kollegialen Freundlichkeiten.
Ich fordere Sie auf, mich künftig ausschließlich in beruflichen Belangen zu kontaktieren und weise Sie darauf hin, dass ich keinerlei darüber hinausgehenden Gespräche oder sonstige Äußerungen wünsche.
Ich biete Ihnen an, es damit bewenden zu lassen, niemandem von Ihrer widerwärtigen Email zu berichten und weise Sie darauf hin, dass ich künftig sehr genau beobachten werde, ob Sie sich vollkommen korrekt mir gegenüber verhalten. Jegliche Abweichungen, und hier nehme ich mir heraus, das subjektiv zu bewerten, führen dazu, dass ich den Vorfall an unseren Vorgesetzen weiterleiten werde.
Bitte nehmen Sie diese einzige Chance, die ich Ihnen anbiete, wahr und riskieren Sie keine für Sie sehr unangenehmen Konsequenzen.
Ihre Email und auch diese werde ich als Beweise für mögliche spätere Verwendung sichern.
X ( Name )

Und dann würde ich den Mann sachlich und nur auf das Unvermeidliche reduziert beachten.

w 50
 
  • #41
Liebe FS, natürlich ist dies sexuelle Belästigung. Habt ihr im Betrieb eine Frauenbeauftragte? Dann würde ich das mit ihr besprechen. Außerdem schreibe ihm eine eindeutige Absage und untersage solch ein Verhalten. Sollte er sich nicht ändern, oder so etwas noch mal vorkommen, hast du das schriftlich. Sein Fehler so was per mail zu schreiben. w56
 
  • #42
Hallo,
erstmal Danke für die vielen Zusprüche. Meine für mich wichtigste Frage, ob ich überreagiere, wenn ich auf Abstand gehe ist mit einem Nein beantwortet worden was mich beruhigt.
Ich habe allerdings, solange er nichts mehr in die Richtung unternimmt nicht die Absicht ihn an den Pranger zu stellen und um sein Job zu bringen.
Er hat nur noch zwei Jahre bis zur Rente und ist seit mehr als 30 Jahren verheiratet. Daher werde ich auch die Frau nicht aufklären.
Das sagt auch jetzt wie alt ich bin.
Ich bin 41Jahre habe solche Anzüglichkeiten auch schon von anderen Männern gehört, also kein Neuland. Denen habe ich dann klar ins Gesicht gesagt was Sache ist und gut.
Es ist aber was anderes , wenn man mit jemanden seit Jahren zusammen arbeitet und eigentlich dachte ihn zu kennen als liebevollen Ehemann und Vater und dann kommt etwas womit man im Leben nicht gerechnet hat.
Ich habe nie mit ihm geflirtet, da es mir nie in den Sinn kam, ich flirte nur mit Männern von denen ich auch was möchte.
Es wird heutzutage aber Freundlichkeit und Flirten sehr schnell verwechselt, auf beiden Seiten.
Ich war nie eine Person für eine Affäre oder für eine Nacht.
Wenn jemand schreibt "Können wir ein Kaffee trinken gehen, damit wir uns besser kennen lernen ist es was ganz anderes, als wenn man schreibt ich möchte mit dir auf dem Rücksitz eines Autos Sex haben. Dann kommt man sich als Frau wie der letzte Dreck vor, weil der Mann in einem nur ein Sexobjekt sieht.
 
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  • #43
Hallo Betsy,

ich frage mich gerade wie Du reagiert hättest wenn die Mail von einem attraktiven gleichaltrigen Single-Kollegen gekommen wäre, also der Ekel/Moral-Faktor wegfallen würde? Ich vermute mal Du würdest die Anmache zwar wahrscheinlich wie die meisten Frauen dennoch plump finden, aber sicher nicht darüber nachdenken (wie teilweise hier empfohlen), deswegen gleich die Existenz dieses Mannes zu vernichten.

Ich rate zu einer klaren (schriftlichen) Antwort. Dass Du keinerlei Interesse an einem wie auch immer gearteten über die berufliche Zusammenarbeit hinausgehenden Kontakt hast, dass er hier eindeutig Grenzen überschritten hat und Du Dir weitere Anzüglichkeiten/Annäherungen oder wie auch immer geartete Aktionen verbittest. Teile ihm auch mit, dass Du Dir weitere Schritte vorbehältst, sollte er sich nicht daran halten. (Das musst Du dann natürlich auch tun, wenn er Deiner Aufforderung nicht nachkommt, sonst bist Du unglaubwürdig).
Ein Dreizeiler reicht. Den Schriftverkehr bewahrst Du auf.
Wenn er auch nur einen Funken Grips hat, sollte es damit gut sein.
 
  • #44
Frau @frei von Ihnen hätte ich eine härtere Gangart erwartet. Selbstverständlich macht es Sinn bei solchen Themen die innerbetriebliche Macht-Balance zu berücksichtigen. Ist der Schuft zufällig Geschäftsführer, Personaldirektor, Betriebsrats-Vorsitzender o.ä. sollte Frau sich einen Gegenangriff wohl überlegen. Das gilt auch für die von Ihnen vorgeschlagene Strategie.

Ich fürchte, du hast dich einige Zeit so verhalten, dass ein notgeiler, älterer Mann annehmen konnte, dass bei dir was gehen kann ...

Solche Situationen können natürlich entstehen. Flirten am Arbeitsplatz ist auch ein netter Zeitvertreib in Arbeitspausen. Mann kann dann ja Frau zu einem gemeinsamen Ausgehen einladen und dabei sehen was so geht. Die unvermittelte Einladung zum Vögeln auf dem Rücksitz ist aber nicht der richtige Weg um so etwas abzuchecken.

Die Dreistigkeit deutet außerdem darauf hin, dass dieser Mensch so etwas nicht nur mit der FS gemacht hat und bisher damit durchgekommen ist. Alle betroffenen Damen haben das dann geschluckt. Die eine oder andere hat deswegen vielleicht das Unternehmen verlassen. Solche Belästiger und Betriebsstörer müssen daher diszipliniert werden. Das sagt einer, der auch schon flirty Kolleginnen auf bestimmte Möglichkeiten abgecheckt hat.
 
  • #45
Es ist aber was anderes , wenn man mit jemanden seit Jahren zusammen arbeitet und eigentlich dachte ihn zu kennen als liebevollen Ehemann und Vater und dann kommt etwas womit man im Leben nicht gerechnet hat.
Genau. Du brauchst dir nicht den Schuh anziehen, dass deine Freundlichkeit und eine normaler kollegialer Umgang ihn dazu ermuntertert haben könnte, dir eine Sexmail zu schicken.
Das wäre nämlich dann das, was sonst die Männer den MeToo Frauen vorwerfen: Das es zu einem Klima kommt, wo man keinen normalen Umgang mehr haben darf, weil der Mann normales kollegiales Verhalten der Frau als Einladung zum Sex betrachtet.
Es kann ja wohl nicht sein, dass du als Frau alle männlichen Kollegen kühl und abweisend behandeln musst, damit niemand auf falsche Gedanken kommt. Der Mann hat auch eine Verantwortung, wie er mit aufkeimenden Gefühlen umgeht. Ansonsten wird dann wie im manchen Religionen die Frau als Quelle der Sünde betrachtet, die sich bedecken muss, während der Mann seinen Trieben ausgeliefert ist.
Wenn jemand schreibt "Können wir ein Kaffee trinken gehen, damit wir uns besser kennen lernen ist es was ganz anderes, als wenn man schreibt ich möchte mit dir auf dem Rücksitz eines Autos Sex haben.
Allerdings. Das als Einstiegssatz ist einfach sexuelle Anmache. Natürlich kann der Kollege Phantasien haben, das ist aber seine Verantwortung, wie er damit umgeht. Jemand kann sich auch verlieben und dem anderen seine Gefühle gestehen. So etwas ist keine sexuelle Belästigung. Ah der fällt mir gerade ein, in einem anderen Thread kam doch die Idee, wenn ein verheirater Mann rumbaggert, Mitleid über sein schlechtes eheliches Sexualleben auszudrücken und ihm beizubringen, wie ihn unattraktiv es ihn macht. Das passt hier vielleicht nicht genau, aber kann dir vielleicht etwas von dem Gefühl der Ohnmacht nehmen.
 
  • #46
erstmal Danke für die vielen Zusprüche. Meine für mich wichtigste Frage, ob ich überreagiere, wenn ich auf Abstand gehe ist mit einem Nein beantwortet worden was mich beruhigt.

Okay, dann war es auch 'Dampf ablassen' im weiteren Sinne.
Ich finde diese Ansinnen völlig legetim. Nicht jede Frau / jeder Mann möchte kämpfen.
Ich hoffe, dass du die nächsten zwei Jahre gut durchhälst.
An die Foristen, ich bin kein Freund von 'unter den Teppich kehren'.
 
  • #47
Schon hier im Verlauf war deutlich zu lesen, dass die FS auch ein Eigenverschulden an der erhaltenen Mail haben könnte, da sie den Arbeitskollegen zuvor, ermuntert haben könnte, dass er ein sexuelles Interesse an ihr hat. Das ist so ähnlich, sie hat einen Minirock getragen und davon ist er nunmal geil geworden und konnte sich deshalb nicht beherrschen.

Sorry, aber hier scheint ein sehr sonniges Gemüt zu sprechen. Das einzige, was hier wirklich negative Emotionen hervorruft, ist das, was du hier geschrieben hast. Das ist nämlich victim blaming vom Feinsten. Wie aus dem Bilderbuch. Also, wie aus einer Aufklärungsbroschüre.

Okay, nochmal für alle, die immer noch nicht kapiert haben, was sexuelle Belästigung ist: eine Frau kann einen breiten Gürtel unten rum tragen, oder ganz nackt durch die Stadt laufen, und trotzdem hat niemand das Recht, sich ihr körperlich ungefragt zu nähern oder sie mit sexuellen Fantasien zu belästigen. Sexuelle Belästigung ist nicht nur, wenn man eine Frau sexuell anfasst oder gleich vergewaltigt.

Ich habe übrigens als Mann auch schon, wenn auch nicht im beruflichen Umfeld, solche klaren Aussagen von Frauen erhalten. Sollte ich dann auch wegen sexueller Belästigung Anzeige erstatten und den Ehemann informieren? Habe ich damals nicht getan.

Ja, auch das ist sexuelle Belästigung. Wie du damit umgegangen bist, ist deine Sache. Es heißt nicht, das Männer vor Belästigungen gefeit sind und es gibt auch genug prollige Frauen, die daran gar nichts finden.

Bei diesem speziellen Fall handelt es sich eindeutig um eine Macht/ Dominanzgeste eines 20 Jahre älteren Mannes, der die kleine Kollegin ziemlich geil findet, aber nicht ernstnimmt bzw. respektiert. Zeigt sich ja auch an seinem Verhalten hinterher, er scheint zu glauben, dass von ihr keine Gefahr droht und er sich das erlauben kann.
Selbst wenn sie vorher flirty gewesen sein sollte oder besonders knapp angezogen oder was auch immer seine Fantasien erregt hat, er hat die Frau nicht mit diesen zu belästigen. Das ist eine klare Grenzüberschreitung. Wenn er sie kennenlernen wollte (also wenn da wirklich „Gefühle“ im Spiel währen, dann hätte er einfach zurückflirten können. Das will er aber nicht. Er benimmt sich wie eine offene Hose. Was an „ich will dich f*****“ gefühlvoll sein soll, muss mir erstmal einer erklären.

Fs, ich würde es zuerst mal damit versuchen, im gewaltig die Leviten zu lesen. Was bildet er sich ein? Wenn dies nicht zum Erfolg führt, dann ab zur Geschäftsleitung. Wenn dir dies im Job dauerhaft Probleme machen sollte, dann sch**** auf den Job im Extremfall. Du findest auch wieder einen neuen. Du musst dich nicht verkaufen. Wichtig sind Selbstbewusstsein und Konsequenz. Eigentlich immer.
 
  • #48
Also der Schuss gegen den Arbeitgeber kann auch böse nach hinten gehen. Dann entscheidet der Arbeitgeber, welcher Mitarbeiter wertvoller für das Unternehmen ist und wenn die FS Pech hat, entscheidet sich der Arbeitgeber gegen die FS.

Ich habe bei einem amerikanischen Konzern in Frankfurt/Main gearbeitet und lief dies folgend ab. Der eine Mitarbeiter würde nach Dortmund versetzt und der andere nach Nürnberg. Dies war völlig juristisch in Ordnung, da man die Mitarbeiter innerhalb des Konzerns 250 Km versetzen konnte und dies wurde auch vom Betriebsrat abgesegnet. Meistens endete es so, dass einer von beiden freiwillig gekündigt hat.
 
  • #49
Ja natürlich kann man vor allem Angst haben und glauben, mit Vorsicht, Kompromissbereitschaft, Verständnis oder Freundlichkeit kommt man weiter. Aber gerade in diesem Fall halte ich das für das falsche Signal. Ein volljähriger Mensch hat seine sexuellen Phantasien niemanden aufzudrängen und am Arbeitsplatz schon gar nicht. Der Absender scheint auch keine Anstalten zu machen, sich zu entschuldigen, nachdem er sicher gemerkt hat, dass sein Ansinnen nicht auf Gegenliebe gestoßen ist. Im Gegenteil, er grinst noch selbstherrlich. Da ist es besser, die FS macht den Übergriff öffentlich und verbittet sich das für die Zukunft.

Das hat nichts mit Petzen, Rache oder Eskalation zu tun. Sie verweigert ja nicht die Zusammenarbeit oder verlangt die Versetzung. Sie macht teilt wahrheitsgemäß die Fakten mit, bittet um Unterstützung, dem zukünftig nicht mehr ausgesetzt zu sein. Warum sollte sie den Sachverhalt diskret unter vier Augen regeln? Aus (falscher) Rücksichtnahme auf den Absender? Oder auf das (scheinheilige) Betriebsklima? Eine plumpe Anmache muss nicht gedeckt werden und ein halbwegs gesundes, respektvolles Betriebsklima kann durch Aufdeckung der Wahrheit nicht vergiftet werden.
 
  • #50
Die Frage ist, was frau damit im Arbeitsumfeld erreicht. Wir wissen hier nichts über die Firma, die formale und die informale Stellung der beiden. Da kann der Schuss schnell auch nach hinten losgehen.

....der Schuss kann in der Tat so nach hinten losgehen, dass die FS Schaden nimmt, vielleicht auch körperlichen. Wir wissen nichts über den Schreiber des Verfassers, nur dass er seltsam im Kopf tickt und so eine Mail verfasst. D.h. die Hemmschwelle des Herrn ist nicht mehr wirklich aktiv. Daraus folgere ich, dass diese auch anderweitig, oder zuküntfig versagen könnte und Gehirngespinnste neu ihren Nährboden finden.
Oft genug haben sich Frauen durch falsche Scham, oder dezente Gehirnwäschen, bedeckt gehalten. Wenn dann aber etwas Formen annimmt, fühlt sich niemand verantwortlich und es taucht nur die vorwurfsvolle Frage auf, warum man denn nie etwas gesagt hätte.
Die Meldung dieses Vorfalls setzt rechtzeitig Grenzen und dient dem eigenen Schutz.
Ich fasse es nicht, was hier von Männern für angstmachende und einschüchternde Reaktionen kommen.
 
  • #51
Ich bin in meinem Leben schon unzählige Male im beruflichen Umfeld angebaggert worden, und zwar nicht im Sinne einer Beziehungsanbahnung. In einem Fall sind mir aus meiner Abweisung auch berufliche Nachteile erwachsen. In den meisten Fällen war es ausreichend klarzumachen, dass man für die entsprechenden Fantasien nicht zur Verfügung steht. Es reicht ein Antwortmail "nein, danke". Schlimmer war es mit einem ehemaligen Klienten von mir, mit dem ich mich mal eingelassen hatte und der nicht aufgehört hat, mich nach dem Ende dieser Liaison (er selbst hatte es beendet) zu belästigen. Ich musste in dem Fall schon extrem deutlich bis beleidigend werden, um ihn vom Pelz zu kriegen, und muss das bis heute. Was man macht, hängt stark von den Gesamtumständen ab, davon, ob derjenige ein Vorgesetzter ist und ähnliches. Wenn man sich wehrt, hat man in dem Fall oft Nachteile. Das ist furchtbar, aber leider wahr. Da ist es dann besser rumzulavieren. Die Ehefrau zu informieren und ähnliches finde ich daneben. Der Mann soll doch privat machen, was er will. Er soll nur die FS in Ruhe lassen.
 
  • #52
Das Thema des zwischenmenschlichen Umgangs zwischen Männern und Frauen am Arbeitsplatz wird uns immer mehr beschäftigen, da wir ja nicht alle ständig im Heimbüro tätig sind und den Kollegen aus dem Weg gehen können.

Ich finde es trotzdem schade, dass die TE alles so lala im Sande versickern lässt, ohne gegen den Belästiger vorzugehen. Es gäbe so viele Möglichkeiten, die hier alle schon genannt wurden, aber keine davon wird genutzt. Es ist eben keine Frage der Rache am Mann, sondern eher eine Frage des eigenen Selbstwertgefühls, welches bei Frauen eher schwächer ausgeprägt ist.

Ganz generell empfehle ich immer, Privatleben und Job sauber zu trennen. Keine Flirts am Arbeitsplatz, die Männer gern missverstehen, keine Informationen über den Beziehungsstatus, keine Unterhaltungen mit einer Frau alleine hinter verschlossener Tür, lieber mal die Treppe zu Fuß laufen als mit einer Frau alleine im Lift fahren, es sei denn, dieser ist videoüberwacht.
 
  • #53
Oh Gott, da kommt ein ü60-Jähriger mit Phantasien von Umarmen und "making love in the backseat of my car" (ein Songmotiv aus den 50er und 60ern)....und hier wird ernsthaft von schwerer sexueller Belästigung gesprochen? Für mich ist gerade das zweite eher in die Schublade "Nostalgie" zu stecken. Egal.

Vielleicht mag die TE nochmal schreiben, ob der "Vorfall" über dienstliche Kommunikationsmittel zustandekam? Das wäre für mich nämlich das einzige, wo man hier ansetzen kann. Wenn so eine Nachricht über den privaten Account käme - wen würde das denn jucken? Glaubt denn einer ernsthaft, dass die Polizei dafür eine Anzeige wegen sexueller Belästigung aufnehmen würde?
 
  • #54
Dass die menschliche Würde unantastbar ist, ist direkt im Artikel 1 des Grundgesetzes verankert
Bitte unterscheide "Menschenwürde" aus dem Grundgesetz und "sich in seiner Würde verletzt fühlen" im allgemeinen Umgangssprachlichen (so hatte ich Deinen Beitrag gelesen, weil mir die Menschenwürde in dem Zusammenhang jetzt auch nicht eingefallen wäre). Bitte lies mal den Wiki-Artikel zum Menschenwürde-GGA. Dort steht "Der Staat hat alles zu unterlassen, was die Menschenwürde beeinträchtigen könnte" und befass Dich mit der Geschichte des GG. Bei dem allgemeinen Artikel zum GG steht: "Daraus leitet sich der Grundsatz ab, dass die Grundrechte in erster Linie als Abwehrrechte des Bürgers gegen den Staat zu verstehen sind."

Weiterhin fänd ich gut, wenn Du Dir mal den §177 StGB ansiehst, wie sexuelle Nötigung definiert ist. Ich seh nicht, wo an der FS gegen ihren Willen eine sexuelle Handlung ausgeführt wurde. Aber ich lass mich gern von Dir belehren, wenn Du das noch näher ausführen könntest. (Das ist ernst gemeint, denn ich seh es wirklich nicht, wo hier schon ein Übergriff stattgefunden haben sollte.)

Ein begrapschen, fummeln ist nicht von einer Notwendigkeit und ist gemäß StGB strafbar.
Habe ich auch nicht behauptet. Aber der Mann hat die Frau ja nun nicht verfolgt oder bedroht. Er hat ihr eine eklige Mail geschrieben, in der er schreibt, was er sich vorstellt. Die zwei haben ein von der FS so bezeichnetes gutes kollegiales Verhältnis, also es ist kein Fremder, der sie verfolgt und bedroht.

Vielleicht solltest du, als eine Person, die keine Ahnung hat, nicht deinen Senf abgeben!
Vielleicht beruf ich mich da auf Artikel 5 des GG. (Info: Schützt die Freiheit, Meinungen frei zu äußern.)
 
  • #55
Wenn jemand mir etwas stiehlt, also eine Grenze hinsichtlich Eigentum überschreitet, dann zeige ich das an. Es spielt keine Rolle, wie die Begleitumstände waren. Diebstahl ist Diebstahl. Eine Anzeige ist auch kein Racheakt.
Hier bei der Belästigung wurden auch eindeutig Grenzen überschritten. Die bis dahin normal behandelte Kollegin wurde urplötzlich zum Objekt gemacht. Es wurden ihr verstörende, eklige, unaufgeforderte Sexfantasien auf's Auge gedrückt. Es ist fast so widerlich wie eine Begegnung mit einem Exhibitionisten. Ein normaler kollegialer Umgang ist seitdem nicht mehr möglich. Die Begleitumstände sind egal. Grenzüberschreitung bleibt Grenzüberschreitung und muss Folgen haben. Bei Unsicherheit, welche Maßnahme dafür am besten ist, würde ich der FS raten, zeitnah einen Rechtsanwalt aufzusuchen (vielleicht in dem Fall besser eine Rechtsanwältin).
 
  • #56
Aus meinen weiteren Umfeld kenne ich zwei Fälle, in denen ein Mann über Jahre hinweg mit unterschiedlichen Erfolg Kolleginnen angegraben hat.
Ich hab geschrieben, dass ich bei weiteren Geschehnissen vorgehen würde. Das eine Mal hat er es nun versucht, da würde ich ihm noch "unter vier Augen" Kontra geben und bei einem weiteren Vorfall alle Maßnahmen ergreifen.

Vielleicht hätte eine frühzeitige Anzeige in beiden Fällen einigen Frauen die zu ängstlich waren Widerstand zu leisten
Ich bin nicht zu ängstlich, Widerstand zu leisten, auch wenn ich natürlich Angst hätte, dass mir einer auflauert/schadet, um sich zu rächen (ich wurde zweimal von Männern gestalkt, einer davon war sehr gefährlich). Ich würde überlegen, was angemessen ist. Bei einer solchen Sache, die mich nicht bedroht hat, sondern nur unter der Gürtellinie ist, und wenn ich nicht abhängig bin von dem Menschen, würde ich es ERSTMAL beim Grenzeziehen belassen, weil man nicht weiß, was noch folgen wird, wenn das volle Programm aufgefahren wird, und ich das mit einer klaren Ansage vielleicht umgehen kann, weil er sich in seine Schranken weisen lässt.

Das ist so ähnlich, sie hat einen Minirock getragen und davon ist er nunmal geil geworden und konnte sich deshalb nicht beherrschen.
Mir ist bewusst, dass das immer so klingt, so meinte ICH es aber nicht.
Es haben sich verschiedene Männer in mich verliebt, einfach weil ich freundlich zu ihnen war, und das beruflich. Gut, Verliebtsein und daraufhin was Nettes sagen, ist anders als zu sagen, dass man sich Sex auf dem Rücksitz vorstellt. Aber ich glaube wegen des behaupteten guten kollegialen Verhältnisses nicht, dass der Mann dauernd eklige Avancen gemacht hat und auch sonst ein Schmierlappen ist. Denn ich denke, die FS hätte es dann geschrieben, dass sie ihn schon immer unangenehm fand. Für mich klingt das so, als hätte sie die ganze Zeit nicht verstanden, dass sein Verhalten ein Anbaggern war. WIE er sich verhalten hat, weiß ich natürlich nicht, aber für mich als Frau ist es schon ein Warnzeichen, wenn jemand persönliche Bemerkungen macht, z.B. über meine Figur oder mein sonstiges Aussehen. Denn das zeigt ja schon, dass er PRIVAT über mich nachdenkt. Das ist für mich keine Nettigkeit, sondern ein Signal, da schon eine Grenze zu ziehen, dass der Mann gleich weiß, dass ich seine Komplimente nicht möchte. Beruflich finde ich das auch unpassend, auch wenn es viele Leute gibt, die Flirten am Arbeitsplatz nett finden. Sowas kann nach hinten losgehen.

Ja natürlich kann man vor allem Angst haben und glauben, mit Vorsicht, Kompromissbereitschaft, Verständnis oder Freundlichkeit kommt man weiter.
Ich bin da nicht verständnisvoll. Bei der nächsten Grenzüberschreitung würde der Mann Probleme kriegen wegen sexueller Belästigung.
 
  • #57
Oh Gott, da kommt ein ü60-Jähriger mit Phantasien von Umarmen und "making love in the backseat of my car" (ein Songmotiv aus den 50er und 60ern)....und hier wird ernsthaft von schwerer sexueller Belästigung gesprochen? Für mich ist gerade das zweite eher in die Schublade "Nostalgie" zu stecken. Egal.

Vielleicht mag die TE nochmal schreiben, ob der "Vorfall" über dienstliche Kommunikationsmittel zustandekam? Das wäre für mich nämlich das einzige, wo man hier ansetzen kann. Wenn so eine Nachricht über den privaten Account käme - wen würde das denn jucken? Glaubt denn einer ernsthaft, dass die Polizei dafür eine Anzeige wegen sexueller Belästigung aufnehmen würde?

Im ernst jetzt? Nostalgie? Dann könnte ein Mann ja auch seine Ehefrau vergewaltigen mit dem Hinweis, dass dies früher straffrei war und er lediglich in Nostalgie schwelgt. So ein schmarrn! Natürlich darf dieser Mann Phantasien haben welche die FS betreffen, das ist menschlich. Er sollte diese aber tunlichst für sich behalten.
 
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  • #58
Ich fasse es nicht, was hier von Männern für angstmachende und einschüchternde Reaktionen kommen.

Es geht schlicht darum, vernünftig zu überlegen, wie man reagiert. Einige Frauen hier fahren die Geschütze auf und möchten sich einfach nur mit Komplettvernichtung rächen. Was machen die eigentlich, wenn ihnen wirklich mal ein Mann an den Hintern packt? Wenn das ein Fall für #metoo ist, dann können wir uns alle bei #metoo beteiligen, ich bin dann schon genauso "belästigt" worden. Leider gehen dann irgendwann die Fälle wirklich schwerwiegender Belästigung unter.

Eine klare Mail an den Mann wird ihn zum Schweigen bringen. Das ist es, was für die FS letztlich das Ziel sein muss. Einen umfassenden Vernichtungsfeldzug im privaten und im beruflichen Bereich zu führen wegen einer sicher unangemessenen Mail finde ich völlig überzogen. Die Frauen, die das hier raten, möchte ich nicht als Kollegin haben.
 
  • #59
Für mich klingt das so, als hätte sie die ganze Zeit nicht verstanden, dass sein Verhalten ein Anbaggern war.
Wieso muss sie ein kollegialles , freundschaftliches Verhältnis als Anbaggern verstehen? Das ist nicht ihre Aufgabe. Es ist seine Aufgabe, seine Phantasien soweit in den Griff zu bekommen, dass er niemand damit schadet.- Nächster Schritt wäre sonst: Geschlechter -trennnung am Arbeitsplatz, Burka über die Frau.
Hätte sich die FS kühl gegenüber dem Kollegen verhalten, hätte man draus drehen können, dass sie ihn damit kränkt, provoziert oder was weiss ich und er deswegen diese Mail schreibt. Man kann immer einen Grund konstruieren, dass die Frau oder andere Schuld ist.
 
  • #60
Hm...ich bin auch eine von denen, die geschrieben hat, sie würde die Sache nicht öffentlich machen.
Das hat aber, zumindest bei mir, nicht das geringste damit zu tun, dass ich das ganze nicht so schlimm finde, mir der Mann leid tut, ich feige bin, nicht petzen will, freundlich, kompromissbereit bin
oder denke, die FS hat selbst schuld an der Situation.

Ich finde das Verhalten widerwärtig, Punkt.
Ich rede NICHT von Schuld, selbstverständlich könnte die FS auf allen Vieren durch sämtliche Büros kriechen und dort die Mittagspause zubringen, selbst dann hätte niemand das Recht...ich übertreib's jetzt, ihr merkt, ich rege mich ein wenig auf.
Ich hatte lediglich versucht, zu sagen, dass der Mann sich möglicherweise und ja, in aller Dummheit veranlasst gesehen hatte, der FS eine solche Email zu schreiben.

Nein, wir sollten auch weiterhin freundlich zu unseren Kollegen sein, aber wir sollten auch mal ein bisschen beobachten, wie unser Verhalten ankommt. Ich tippe, diese Email kam nicht aus dem Nichts heraus, sondern er hat schon vorher versucht, die FS anzubaggern.
Lernen wir, klare Signale zu senden.
Wenn ich merke, ein Kollege oder sonstiger Mann ist anders als rein kumpelhaft, erzähle ich mal wieder was von meinem Freund. Oder ich rede über die Frau des Mannes. Oder ich lache grob und sage laut, er solle mal die Luft anhalten. Oder...Darüber, wie man sich missinterpretierende Männer vom Leib hält ( von kranken Stalkern mal abgesehen ) haben wir schon oft gesprochen.

Ja, ich würde die Sache selbst regeln, jedenfalls als erstes. Weil ich schon gross bin und das allein kann.
Die eine Chance. Keine weitere. Das finde ich fair.
Der Mann hat einen Fehler gemacht, ok, einen schweren, aber machen wir nicht alle Fehler ?
Wenn ich einen Kollegen beim Klauen erwischen würde, würde ich ihm auch diese eine Chance geben.
Und auch ihm würde ich sagen, dass ich ihn sehr genau beobachten werde.

Ich hätte keine Angst vor dem Widerling, ich würde dafür sorgen, dass er Angst vor mir bekommt, das schützt mich am besten und meine Kolleginnen vielleicht gleich mit.
Die Dreistigkeit deutet außerdem darauf hin, dass dieser Mensch so etwas nicht nur mit der FS gemacht hat und bisher damit durchgekommen ist.
Das ist ein Aspekt, den ich noch nicht bedacht hatte.
Ja, nicht alle Frauen haben solche Haare auf den Zähnen wie ich und für die trage ich auch eine gewissen Verantwortung, wenn ich ihm seine Chance gebe...da muss ich nochmal drüber nachdenken.
Frau @frei von Ihnen hätte ich eine härtere Gangart erwartet.
Findest du nicht, dass ich sehr hart bin ?
Ich finde es sachlich, korrekt, kompromisslos und somit hart.
Jeder Mensch macht Fehler und jeder hat eine zweite Chance verdient.
Wie gesagt, darüber, dass er so etwas schon öfter getan hat, und ja, der Stil läßt das vermuten, denke ich noch nach.

w 50
 
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