• #61
Hallo Betsy

Ich finde gut wie du dich verhälst.
Er ist völlig übers Ziel hinausgeschossen, du hast es klar abgewiegelt und jetzt verhält er sich doof aber wie es scheint, belästigt er dich nicht (mehr).
Falls nochmals was kommt würde ich ihm mitteilen dass ich das an seine Frau und die HR-Abteilung weiterleite aber falls nichts mehr kommt, lass es.
So würde ich es machen....
Ein Mann, der permament belästigt, muss natürlich gemeldet werden aber wegen einem einmaligen Ausrutscher muss kein Leben ruiniert werden.
 
  • #62
Wieso muss sie ein kollegialles , freundschaftliches Verhältnis als Anbaggern verstehen?
Ich meinte, dass das "kollegiale, freundschaftliche" Verhalten vielleicht auch durchsetzt war von Komplimenten usw., die eben nicht ins "kollegiale" passen, aber von der FS angenehm empfunden wurden. Ich will natürlich auch überhaupt nichts entschuldigen, er hat eine Grenze völlig überschritten.

Ich finde auch ehrlich gesagt die Reaktion "das wird nie passieren" von ihr viel zu sehr auf sein Geschreibe eingehend. Eine sachliche Ansage wie @frei sie geschrieben hat, finde ich wesentlich passender, um eine Grenze zu setzen. Aber gut, es ist rübergekommen, was die FS will, und alle Reaktionen von ihm, die ihre Grenzziehung nun nicht respektieren, würde ich eindeutig als Belästigung sehen.

Ich will der FS keine Schuld oder Teilschuld zusprechen. Mir geht es nur darum, dass Männer manchmal Freundlichkeit und artiges Bedanken bei einem Kompliment und sogar Lachen über ihre Witze als Ermutigung verstehen. Nur dafür von mir geschrieben, dass eine Frau vielleicht schon vorher sensibilisiert wird zu merken, wenn ein Mann anfängt, sich was vorzustellen. Einfach, um mit sowas nicht behelligt zu werden.

Und nochmal: Der Mann hat bislang nicht auf die FS gewirkt, als würde er sich den Rücksitz mit ihr drauf vorstellen, denn die FS beschreibt ihr bisheriges Verhältnis als gut. Das wird er aber schon seit Ewigkeiten denken und nun hat er es "ausgesprochen". Das ist für mich was anderes, als würde sie mit Exhibitionismus oder einem Menschen, dem sie klar gesagt hat, dass sie ihn nicht will oder einem, der auf ihren AB stöhnt, konfrontiert sein, oder einen kurzen Rock tragen und angefasst werden.

Das hat aber, zumindest bei mir, nicht das geringste damit zu tun, dass ich das ganze nicht so schlimm finde, mir der Mann leid tut, ich feige bin, nicht petzen will, freundlich, kompromissbereit bin
oder denke, die FS hat selbst schuld an der Situation.
Na bei mir hat es auch nichts damit zu tun. Aber ich hab den Eindruck, man kann dann noch fünfzig mal erklären und schreiben, das wird nicht mehr gelesen.
 
  • #63
Jeder Mensch macht Fehler und jeder hat eine zweite Chance verdient.

...richtig, nur in diesem Fall macht er sich ja noch ein bsischen lustig über die FS und solchen Kandidaten traue ich nicht. Nun, natürlich ist man als Frau immer Schuld an solchen Vorkommnissen, da wird normale Freundlichkeit schon als Aufforderung zum Glücklichsein verstanden, in diesem Fall auf dem Rücksitz eines Autos.
Hätte dieser Mann sich entschuldigt, dann wäre das für mich erledigt gewesen, aber so....da sind mir zu viel Schranken offen und es wäre mir zu riskant, dass nur bei einer ausgesprochenen Warnung zu belassen.
Hier geht es ja nicht darum, den Mann öffentlich auf dem Marktplatz zu steinigen, sondern den AG darüber in Kenntnis zu setzen.
 
  • #64
Auf eine solche Mail solltest du - da deinerseits kein Interesse besteht und ihr trotzdem im Kontakt steht - ein klares und deutliches "Nein" formulieren. Eine kurze, klare Ansage ohne Konjunktiv und ohne Ausschmückung - gerne mit Ankündigung einer Konsequenz, falls er mit diesem belästigenden Verhalten fortfährt.
Eventuell nimmst du dir eine Vertrauensperson mit, die - sollte er lachen oder es verharmlosen wollen, ihn ebenfalls mit klaren Worten maßregeln kann.

Ich würde es zunächst versuchen direkt zu klären und erst im Wiederholungsfall weitere Maßnahmen ergreifen. Es gibt wirklich Männer, die wollen einer Frau näher kommen und der Wunsch brennt (tja, auch verheiratete...) und weil sie nicht wissen wie sie es angehen sollen kommt so ein Blödsinn bei raus. Total daneben natürlich, aber eine Totalvernichtung hat er sich trotzdem (noch) nicht verdient...
 
  • #65
In dieser Mail teilte er mir mit, dass er jedesmal, wenn er mich sieht mich am liebsten so an sich drücken würde, dass er meinen Körper spüren kann und auch mit mir schlafen möchte auf dem Rücksitz eines Autos.

Er tut so als wäre nichts gewesen und ich glaube er macht sich auch ein bissel lustig darüber, weil ich auf Abstand gegangen bin.
Ziemlich viele überzogene Reaktionen auf einen Vorfall, der noch relativ harmlos ist. Keine vulgären Ausdrücke, sie glaubt (nur), dass er sich ein bisschen lustig macht... Hört sich nicht an, als ob die FS massiv bedrängt werden würde. Und mit einigen Foristinnen scheint dann die Phantasie durchzugehen und der Vorfall wird aufgebauscht. Warum? Eigene unverarbeitget schlimme Erlebnisse, Männerhass?
Als Frau bei dem guten Mann eindeutig Stellung beziehen, überlegen, ob man Signale gesendet hat und abhaken! Mein Gott: Er hat eine Mail geschickt und jetzt tut er, als wenn nichts war. Sie wird nicht weiter mit dem Thema konfrontiert, er hat die Grenzen anerkannt - gut ist. Diese Aufbauscherei ist eher kontraproduktiv: Wenn aus jeder Mücke ein Elefant gemacht wird, dann werden massiv bedrängte und belästigte bzw. vergewaltigte Opfer eher nicht mehr ernst genommen.
Übrigens ist ein Bekannter von uns vor einiger Zeit angezeigt worden, weil er ein Foto seines erigierten Gliedes an eine Frau geschickt hat - die waren in einer Flirtphase und bei beiden Alkohol im Spiel. Daneben die Aktion, aber darum soll es hier nicht gehen. Ich wollte nur erwähnen, dass es in diesem Fall offiziell um "Beleidigung" ging, nicht mal um schwere Beleidigung, schon gar nicht um sexuelle Belästigung. Wie der Ablauf genau war, weiß ich nicht, aber die Sache wurde wohl eingestellt.
 
  • #66
Liebe @Betsy ,

du verhältst dich gegenüber Ihm richtig. Du bist höflich, aber distanziert. Das ist ein professionelles Verhalten am Arbeitsplatz.

Seine Mail war geschmacklos, dagegen könntest du sicherlich vorgehen - der Vorgesetzte freut sich bestimmt zu erfahren, wie sein Mitarbeiter seine Arbeitszeit verbringt.
Du hast dir nichts vorzuwerfen und bräuchtest nicht aus Angst oder Scharm zu schweigen, ob du es meldest oder nicht ist jedoch alleine deine Angelegenheit und Entscheidung.

Ich weiß gar nicht, warum hier bei einigen "Panik" ausbricht?

Ich habe nicht den Eindruck, dass die FS eine Klage überhaupt in Erwägung zieht. Sie hat nichts dergleichen geäußert. Das viele Foristen anders vorgehen würde, macht anscheinend einigen Angst oder ruft Unbehagen hervor.

Fast im gleichen Atemzug wird IHR eine ganz düstere berufliche Zukunft prophezeit, wenn sie den Vorfall meldet und das obwohl es IHM offensichtlich an Niveau, Professionalität und psychische Größe fehlt.

Er ist defintiv übers Ziel hinausgeschossen, eine Entschuldigung seinerseits wäre das mindeste für einen derartigen Aussetzer.
Stattdessen grinst er vor sich hin, was für ein peinliches Auftreten.

Liebe @Betsy ,

Sein Verhalten ist für einen gestandenen Familienvater einfach nur beschämend.
Lass dich nicht verunsichern oder verrückt machen und überlege ganz in Ruhe, wie du vorgehen möchtest.

Ich wünsche dir alles Liebe.
 
  • #67
durchsetzt war von Komplimenten usw., die eben nicht ins "kollegiale" passen, aber von der FS angenehm empfunden wurden.
Davon schreibt sie aber hier nichts, das ist reine Spekulation. Und gab es hier nicht sonst immer den Aufschrei bestimmter Männer, dass man ja nun in Zeiten von MeToo noch nicht mal Komplimente machen darf?-Und sollte der Schritt von Komplimenten direkt auf den Rücksitz eines Autos gehen? - Mal unabhängig, dass sie hier nichts von Komplimenten schreibt.
 
  • #68
Ganz schlimm solch eine triebgesteuerte Email. Ich finde Arbeit und Liebesleben don't mix, das gibt nur Arger. Meine Ex wird (scheinbar) auch permanent von Kollegen für Sexabenteuer angegraben. (Viele) Männer sind Schweine, ich schäme mich für sowas, arme Frauen.
 
  • #69
Ich persönlich halte es schon viele lange Jahre so:
Höflich distanziert zu allen Mitarbeitern, nur mit männlichen Mitarbeitern, die ich einigermassen kenne, gibts ab und zu ein privates Wort. Und den Drink bzw das Bier nach der Arbeit ausschliesslich unter Männern. Auch Firmenfeiern meide ich, wo immer ich kann. Kann ich nicht, verschwinde ich bevor der Alkoholexzess einsetzt.

Genau solches Verhalten rate ich inzwischen jedem Mann. Und die Frauen, die dennoch meinen, ich wäre für private Worte aufgeschlossen, hören von mir: Das ist sicherlich interessant, aber ich bin der falsche Ansprechpartner.

So einige Frauen halten mich deshalb für arrogant - aber das ist kein Vergehen. Und natürlich hilft es, dass ich Partner bin. Die Mandanten - egal ob männlich oder weiblich - achten genau dieses Verhalten. Hat mir den Ruf eingebracht, ich würde kühl lächelnd über Leichen gehen. Und genau so einen suchen sie, wenn es Probleme gibt.

Ich gehe in solchen Fällen rein pragmatisch vor. Was nutzt dem Mandanten .... was ist vor Gericht nicht angreifbar ... und insofern stecke ich lieber eine Sekretärin ins Lager als dass ich einen Ingenieur feuere. Ganz einfach. Und weil heute so manche Geschäftsleitung solches Vorgehen nicht selber vertreten will, darfs der Unternehmensberater machen. Im Endeffekt zählt nur eines - Geld. Zynisch? Nein, realistisch.
 
  • #70
Sofern keine sexuelle Andeutungen von der FS vorausgingen, muss der Mann nicht die hellste Kerze auf der Torte sein um zu wissen, dass eine plump formulierte Mail an eine Arbeitskollegin nicht mit einen feuchten Höschen belohnt wird, sondern eher abstoßend oder belästigend wirkt.
Der Büro Alltag entspricht halt selten den Drehbuch eines Soft Pornos...

oder wollte er damit seine "Überlegenheit" zum Ausdruck bringen, indem er sich zusätzlich noch über den eigenen Blindflug freut oder die Abfuhr weglacht. In der Tat wirkt das peinlich und bedürftig.

Ein klarer Fall von Aktion: Sinnlos
Er ist selbst Schuld, wenn das unschöne Konsequenzen nach sich ziehen würde!

Hallo @Betsy

es besteht keinen Grund an dir oder deinen Auftreten zu zweifeln.
Wenn du es nicht melden möchtest, versuche ihn zu ignorieren.
Schaue im wahrsten Sinne des Wortes über ihn hinweg, wenn du beruflich mit ihn in Verbindung treten muss dann bleib höflich, distanziert und kühl.

Alles Gute.
 
  • #71
da er 20 Jahre älter als ich ist und verheiratet.
Ich muss schmunzeln, denn es ist doch immer wieder das Gleiche:
Beim in die Jahre gekommenen "Herrn" verliert die Frau zu Hause an Attraktivität und vielleicht sogar aus Langeweile geht der Jäger in ihm nach Jahrzehnten wieder auf die Pirsch. Versucht es hier und da, aber auf jeden Fall immer dort gerne wo Erfolg garantiert ist. Bei Frauen halt, die für ihn scheinbar nicht das größte Selbstbewusstsein besitzen und allein deshalb nicht nur auf dumme Sprüche stehen.

Weißt du was ich an deiner Stelle tun würde? Mich vor ihm aufbauen und gehörig die Meinung sagen verbunden mit der Drohung, dass du dich - falls er dich nicht ab sofort in Ruhe lässt - an die übergeordnete zuständige Stelle für solche Vorkommnisse wendest. Means, du machst es öffentlich wenn es dann unbedingt sein muss. In den meisten Fällen reicht eine klare verbale Ansage um einen Anderen in die Schranken zu verweisen. Zumindest ist das meine ganz persönliche Erfahrung in verschiedenen Lebenssituationen.

Mund aufmachen - ganz wichtig - und dann eiskalt abblitzen lassen! Eigentlich ganz einfach....

Oder ist genau das Gegenteil bei dir der Fall, du bist interessiert und erwägst mit ihm eine Affäre zu beginnen? Durchaus auch im Rahmen des Möglichen.
 
  • #72
Fast im gleichen Atemzug wird IHR eine ganz düstere berufliche Zukunft prophezeit, wenn sie den Vorfall meldet und das obwohl es IHM offensichtlich an Niveau, Professionalität und psychische Größe fehlt.
Naja, von 'Düsternissen' finde ich nichts, ich habe die entsprechenden Beiträge extra noch mal gesucht.
Hier schreiben einige Leute, dass es sein KANN, dass der Schuss nach hinten los geht, je nachdem, wie mit solchen Dingen in der Firma umgegangen wird, wie der Chef drauf ist, wie gut er den 'Täter' findet, wie wichtig dieser für die Firma ist etc.
Hier wird zum Abwägen mit kühlem Kopf geraten, nichts weiter, also bitte nicht übertreiben.
Diese Art von Rhetorik ist es im Übrigen auch, die andere veranlassen, den Autor nicht mehr ernst zu nehmen, ebenso weinen, laut werden etc. Man schießt sich damit ins Abseits.
Ja, vielleicht bekommt man Sympathien oder auch Mitleid, aber ganz sicher keinen Respekt.
Ganz schlecht in rhetorischer Hinsicht sind auch 'immer' und 'nie' und 'alle anderen sagen auch, dass'.
Einmal hat ein Kollege in seiner Aufgebrachtheit Beispiele für 'alle' und 'immer' auflisten wollen, dann aber nur ein Beispiel gehabt und daher 'und, und, und' angeführt, und dabei dann insgesamt vier Finger hochgehalten.

Doch von der Technik zurück zur Sache:
Ich hatte geschrieben, dass es schlecht sei, einen Feind zu haben und ich es daher nicht darauf ankommen lasse, wenn es sich vermeiden läßt.
Ich habe eine Feindin im Büro.
Ich langweile euch nicht mit den Hintergründen, zusammengefaßt, es ist ein Neidproblem, denn aus verschiedenen Gründen bekommt sie nur die Aufträge, die ich zeitlich nicht schaffe.
Vor vielen Jahren, als sie zu uns kam, teilten wir uns das Zimmer und ich habe in diesen ersten wenigen Jahren etwa 10 seltsame Vorfälle gehabt, z.B. dass meine Vorgänge, die ich in Bearbeitung hatte, verschwunden waren.
Seit etwa 10 Jahren geht es ganz gut, wenigstens bekomme ich wenig mit. Ich versuche auch, sie nicht zu provozieren, erzähle ihr z.B. niemals, dass ich einen neuen Auftrag habe oder irgendwo reden darf.
Ich dachte, dass nun alles ok ist, sie ist auch schon über 50, da will man vielleicht auch nicht mehr unbedingt nach vorn kommen.
Weit gefehlt, vor wenigen Tagen war es wieder soweit, nach sicher einem ganzen Jahr der Ruhe.
Sie hat in meinem Büro rumgeschrien, ist dann mit rotem Kopf rausgestürmt und hat sich bei einer Kollegin ausgekotzt, die mir das gestern gepetzt hat.
Ich warte nun auf seltsame Vorkommnisse, mal sehen, ob sie mir ans Bein pißt.

w 50
 
  • #73
Fast im gleichen Atemzug wird IHR eine ganz düstere berufliche Zukunft prophezeit, wenn sie den Vorfall meldet und das obwohl es IHM offensichtlich an Niveau, Professionalität und psychische Größe fehlt.

Nein, keine düstere Zukunft. Aber wenn eine Frau so hysterisch reagiert, wie es hier manche Frauen empfehlen, denken sich andere Männer ihren Teil und gehen ihr schlicht aus dem Weg. Ich würde die Einschaltung von Unternehmensleitung und Ehefrau auf eine zweifellos geschmacklose Mail als völlig überzogen empfinden und bei einer solchen Frau sehr vorsichtig sein, weil ich davon ausgehe, dass sie sich dann bei allen möglichen Gelegenheiten auf den Schlips getreten fühlt. Wenn der Kollege an sich sehr beliebt ist oder ich mit ihm beruflich klarkommen muss sowieso. Deswegen habe ich empfohlen, vor einer Eskalation einfach mal in Ruhe nachzudenken. Es geht hier nicht um "düstere Zukunft", sondern auch um das allgemeine Klima am Arbeitsplatz. Wenn er das Klima mit ihr unmöglich gestaltet, muss sie nicht reagieren, indem sie das eskaliert.
 
  • #74
Hm..... vielleicht ist es so. Der Mann hat die Nase voll,er arbeitet schon Jahrzehnte. Hat über dreißig Jahre Ehe auf dem Buckel ' dass kann bei manchen wie Beton sein. Er ist einfach etwas durchgedreht. Ich nennen es mal Falling Down Syndrom light.
Völlig daneben und als er merkte was er da fabriziert hat, wusste er nicht wie daraus kommt.
Anstatt sich zu entschuldigen,macht er sich lustig,dass machen Menschen mit geringem Selbstbewusstsein so.
Liebe FS , du solltest ihn unter vier Augen eine klare Ansage machen, dass du nicht verstehst wie er auf das schmale Brett kommt und dich durch seine geschrieben Worte als Betriebs schlampe darstellst, die mal ebenso Sex haben würde mit ihm. Sag ihm das du das echt ätzend fandest.
Er wird sich aufrichtig entschuldigen,bin mir ziemlich sicher. Und ihr könnt weiter entspannt zusammen arbeiten.
M47
P.S. Sein Verhalten ist äußert dumm und dreist, ohne Zweifel.
 
  • #75
Die FS hat leider keinerlei Hintergrundinfos geliefert und schon geben manche den Tipp mit der Anzeige. Da zeigt mir, wie viel Ahnung diejenigen mit Realität haben. Ich hab leider damit öfters im Jahr zu tun und deshalb kommen jetzt wirklich relevanten Fragen an dies FS. Ihr Anwalt oder spätestens der Richter wird auch diese Fragen stellen.

In welcher Branche Arbeit die FS denn. Dies sehr wichtig. Ich kenne einen Fall, wo der Richter die Klage ablehnte, da dieses Verhalten in dieser Branche sehr üblich ist.

Wie lange arbeitet die FS schon in diesen Betrieb und welche Position nimmt sie ein?
Ich mutmaße einmal noch nicht so lange und wohl eher nur eine einfache Angestellte oder?

Hat die FS auch Zeugen, dass der Mann dies öfters schon bei anderen Arbeitskolleginnen gemacht hat und wenn ja, würden diese Kolleginnen auch für Gericht aussagen. Ist das Material der Zeugen auch so dürftig, wie beim Start des Threads. Wenn die Zeugen nicht aussagen, dann kann man sich die Klage auch schon ersparen.

Wäre ich derjenige, der jetzt entscheiden müsste, dann würde ich eher dafür sorgen, dass beide unser Unternehmen verlassen. Die FS passt nicht in unseren Unternehmen, weil sie dies nicht selber klären kann und wie soll sie dann im Sinne des Unternehmens gegen andere sich verkaufen und der Mann bringt wahrscheinlich mehr Probleme als Nutzen für unser Unternehmen, sofern er wirklich dies schon öfters gemacht hat.

Am Ende ist das Wichtigste immer der Nutzen für das Unternehmen und nichts anderes. Diese Frage stelle ich regelmäßig, wenn es um Gehaltsausbesserungen geht und leider zeigt mir die Erfahrung, dass gerade manche Frauen damit ein Problem haben. Ich werde ja auch nach den Nutzen bezahlt und nicht aus irgendeinem anderen Grund.
 
  • #76
Nein, wir sollten auch weiterhin freundlich zu unseren Kollegen sein, aber wir sollten auch mal ein bisschen beobachten, wie unser Verhalten ankommt. Ich tippe, diese Email kam nicht aus dem Nichts heraus, sondern er hat schon vorher versucht, die FS anzubaggern.
Lernen wir, klare Signale zu senden.
Wenn ich merke, ein Kollege oder sonstiger Mann ist anders als rein kumpelhaft, erzähle ich mal wieder was von meinem Freund. Oder ich rede über die Frau des Mannes. Oder ich lache grob und sage laut, er solle mal die Luft anhalten.
Und selbst wenn er versucht hatte, sie vor dieser E-Mail anzubaggern und sie natürlich nicht drauf eingegangen ist, so wäre das ein deutliches Signal für ihn, dass sie kein Interesse an ihn hat, schon gar nicht ein sexuelles und hätte diese Fantasie für sich behalten können!

Und wieso gehen die meisten hier davon aus, dass sie ihn irgendwie gereizt oder provoziert, hätte ihr eine solche eklige E-Mail zu schreiben! Das ist im wahrsten Sinne des Wortes victim blaming! Wie @NormaJean schreibt, selbst wenn Frau nackt auf den Strassen herumläuft, hat kein Mann das Recht, sie sexuell zu belästigen. Seine Phantasien darf er in seinem Kopf ausleben, denn das weiss und sieht niemand sonst ausser ihn!
 
  • #77
Dafür brauchen wir den gesellschaftlichen Bewusstseinswandel durch #metoo. Ein Opfer einer Belästigung am Arbeitsplatz kommt eben nicht alleine aus der Nummer raus. Was bekommt es (Mann oder Frau) zu hören? Eine kleine Auswahl:

Er ist einfach etwas durchgedreht. Ich nennen es mal Falling Down Syndrom light.

Vorauseilende Entschuldigung der Motive des Belästigers. Das Opfer muss den Täter gedanklich und real resozialisieren.

Oder ist genau das Gegenteil bei dir der Fall, du bist interessiert und erwägst mit ihm eine Affäre zu beginnen? Durchaus auch im Rahmen des Möglichen.

Wüstete Unterstellungen, das Opfer sei "in Wahrheit
doch" an dem Täter interessiert. Und habe sein Verhalten schon irgendwie provoziert.

und insofern stecke ich lieber eine Sekretärin ins Lager als dass ich einen Ingenieur feuere... Im Endeffekt zählt nur eines - Geld. Zynisch? Nein, realistisch.

Klare Ansage an das Opfer: sobald der Täter wichtiger ist als du, wirst definitiv du gefeuert, nicht er.

Nein, keine düstere Zukunft. Aber wenn eine Frau so hysterisch reagiert, wie es hier manche Frauen empfehlen... Wenn er das Klima mit ihr unmöglich gestaltet, muss sie nicht reagieren, indem sie das eskaliert.

Die Täter, beziehungsweise die Umgebung darf entscheiden, was "angemessenes" Verhalten auf Belästigung ist, nicht das Opfer. Auf keinen Fall darf das Opfer "eskalieren", es muss eiskalte Nerven bewahren und seine Situation kontrolliert objektiv einschätzen. Sonst gilt es gleich als "hysterisch" und hat verloren.

Die FS passt nicht in unseren Unternehmen, weil sie dies nicht selber klären kann und wie soll sie dann im Sinne des Unternehmens gegen andere sich verkaufen und der Mann bringt wahrscheinlich mehr Probleme als Nutzen für unser Unternehmen, sofern er wirklich dies schon öfters gemacht hat.

Wer sich nicht selbst wehren kann, bekommt auch von Vorgesetzten keine Hilfe.

Diese Art von Rhetorik ist es im Übrigen auch, die andere veranlassen, den Autor nicht mehr ernst zu nehmen, ebenso weinen, laut werden etc. Man schießt sich damit ins Abseits.
Ja, vielleicht bekommt man Sympathien oder auch Mitleid, aber ganz sicher keinen Respekt.

Die Reaktionen auf einen massiven Angriff auf die persönliche Integrität und die Sicherheit des Arbeitsplatzes dürfen nur rhetorisch versiert rüberkommen, sonst hast du auch bei den Kollegen verloren.

lg

Noor
 
  • #78
Guten Morgen,

hier ist von Hysterie und Überreaktionen die Rede, Ich sehe das als ein gesundes Aufbegehren und das zu Recht.

Ein Großteil der Frauen ist selber oft im Leben mit sexuellen Unannehmlichkeiten in Berührung gekommen. Aber es galt, den Mund zu halten, wenn der Opa das Enkelkind mit Zunge küsst, beim Duschen zuschaut, wenn ein Mann sich halbnackt zeigt, der Lehrer gerne beim Sport in den Schritt und auf die Brüste der Mädels schaut, wenn der Arbeitskollege mehr als nur nett ist und dergleichen mehr. Es galt zu schweigen, keinen Aufriss darum zu machen, ist ja alles kein Thema und schließlich sind die Frauen ja auch schuld, warum laufen sie so hübsch und aufreizend rum und setzen Signale. (Um gleich vorweg den Wind aus den Segeln zu nehmen, es sind nicht meine Erlebnisse.) Aber eins hat mich immer bitter berührt, die Reaktion der Eltern darauf, wenn sie es überhaupt erfuhren. Oft schwiegen diese Mädels, weil sie instinktiv spürten, dass man ihnen sowieso nicht glauben würde und an dem netten Opa, der von allen so geliebt wurde und überhaupt, nicht rütteln durfte.

Ich erinnere mich nur zu gut an den Fall in der Schule einer meiner Töchter. Oft erzählte sie von einem Lehrer, der immer auf die Brust schaut und seinen unteren Bereich 20 cm unter dem Solarplexus rhythmisch an die Tischkannte stieß. Meine Tochter war nicht die einzige, die zuhause davon berichtete. Auch andere Eltern erfuhren mehrfach davon, hielten sich aber bedeckt mit der Aussage, Kinder in dem Alter haben eine große Fantasie.
Ich ließ das nicht auf sich beruhen, sprach mit dem Schulleiter, der mich als hysterische, erziehungsunfähige AE bezeichnete und sich weigerte, der Sache nachzugehen. Die Eltern, mit denen ich darüber sprach, um gemeinsam dagegen vorzugehen, nahmen Abstand, weil sie befürchteten, dass sich das schlecht auf die Noten der Schüler auswirken könnte. Somit habe ich gehandelt und mein Kind von dieser Schule genommen. Erst zehn Jahre später las ich in der regionalen Zeitung, dass dieser Schulleiter, der sich leider nicht um diesen Lehrer und seinem Fehlverhalten kümmerte, mit großem Tara von der Schule gewiesen wurde

Das ist nur eine winzig kleine Geschichte, von denen es unendlich viele gibt. Die Kinder/Frauen sind mit ihren Erlebnissen und Gefühlen allein gelassen und wen wundert es, wenn sie irgendwann laut aufbegehren und **überreagieren**.

Statt zu verstehen und mal nachzudenken, verkündet man hier im Forum selbstherrlich, dass man ja nur entsprechend auftreten und dem Kerl zeigen müsste, wo die Grenzen liegen. Mit Genuss noch einmal nachtreten und vermitteln, wie wenig Selbstbewusstein man hätte. Selber würde man sich rechzeitig so großartig aufstellen, dass der Kerl Angst bekommen würde und sich so etwas niemals erlauben würde...toll.
Man kann oft gar nicht genug Beifall klatschen, wenn einige so lieb, nett und gefällig ihre Stutenbissigkeit verpacken und lostreten. Frauensolidarität sieht anders aus.
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
  • #79
Liebe FS,

es geht auch anders. Bei dem Fall, wo eine Kollegin neulich belästigt wurde (übrigens beim Täter auch so ein trauriger Fall von "falling down- Syndrom", sind halt Würstchen), haben die Projektverantwortlichen (unter anderem mein Mann) reagiert und den Typen zu einer Entschuldigung gezwungen. Es stellte sich dann heraus, dass sein Verhalten ein Muster war und in der Vergangenheit schon mehrere Frauen betraf. Die hatten (siehe oben) wohlweislich bis jetzt den Mund gehalten, weil sie ihre zukünftigen Projektteilnahmen nicht gefährden wollten und damit dem Verhalten des Würstchens noch Vorschub geleistet. Einige der Frauen hatten auch so reagiert, wie hier beschrieben, also das Würstchen rund gemacht. Tat nix, hat er sich halt die Nächste gesucht, bei der er seine Nummer abgezogen hat. Jetzt hat er die klare Ansage, dass bei einem weiteren Fall sein Verhalten in der Branche öffentlich gemacht wird und er auf eine schwarze Liste kommt. Er hätte nie aufgehört. Und Projekt nach Projekt zerstört. Mein Mann war nach dem Gespräch völlig erledigt, aber er hat es geschafft, nachhaltig Solidarität mit der Kollegin zu zeigen und GEMEINSAM mit ihr stark zu sein. Das hat ihm als Projektleiter jetzt einen sehr guten Ruf eingebracht. Es ist schon zu spüren, dass sich mehr Frauen mit ihren Fällen von Belästigung an die Öffentlichkeit trauen.

LG

Noor
 
  • #80
Ich bin angewidert und geschockt, wie vor allen die Männer hier reagieren. Sie ist selber schuld, stellt sich an und ist sogar hysterisch - selber schuld, wenn sie sie nicht angemessen wehren kann und man sollte sie entlassen. Der Mann wird für sein ekelhaftes Verhalten sogar in Schutz genommen - kein Wunder, dass Vergewaltiger frei rumlaufen - die Männer solidarisieren sich ja mit so einem!
Natürlich ist das sexuelle Belästigung und nicht ansatzweise eine Bagatelle.
Was gibts da zu lachen?
Er will seinen alten Körper an ihr reiben, sie auf dem Rücksitz nehmen und die Männer bagatellisieren das?
Und dann macht er sich im Nachhinein auch noch über sie lustig, nachdem er sie maximal degradiert hat?!
Ich denke, viele wissen nicht, wie sich sexuelle Belästigung anfühlt: Schmutzig und bedrohlich, ekelerregend und demütigend.
Ja, es ist "nur" eine Mail, aber im Grunde hat er sie verbal vergewaltigt.
Mag sein, dass einige Männer schmunzeln würden, wenn eine 20 Jahre ältere Frau ihnen so eine Mail schreiben würde, aber das ist nicht dasselbe - und zwar nicht ansatzweise, weil es andersherum nicht demütigend ist - die meisten Männer wären sogar geschmeichelt oder amüsiert. Dabei würde auch Macht keine Rolle spielen.
Ich würde ihm sagen, dass wenn er noch einmal auch nur ansatzweise grinst, bekommt seine Frau die Mail und die Vorgesetzten kriegen auch Bescheid.
Wenn ich so etwas lese, werde ich wütend.
Denn das ist ein subtiles Machtspiel und er merkt ganz genau, dass gerade er Oberwasser hat.
Dreh den Spieß um - durch diese Mail macht er sich ja erpressbar. Eigentlich gehört er gefeuert. Natürlich kannst du deinen AG informieren ohne dich ins AUS zu bugsieren. Du hast nichts Falsches getan sondern ER - und es ist auch nicht ansatzweise eine Bagatelle, sondern eine ekelhafte Mail.
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
  • #81
Mein Mann war nach dem Gespräch völlig erledigt, aber er hat es geschafft, nachhaltig Solidarität mit der Kollegin zu zeigen und GEMEINSAM mit ihr stark zu sein. Das hat ihm als Projektleiter jetzt einen sehr guten Ruf eingebracht. Es ist schon zu spüren, dass sich mehr Frauen mit ihren Fällen von Belästigung an die Öffentlichkeit trauen.
Das zeigt, das es nicht einfach ist, aber dein Mann war mutig und integer. Und wie dieser Fall zeigt, sind solche Belästiger oft mehrfach aktiv, da es oft nur um die Frau als Objekt geht, evtl. Machtdemonstration, Suche nach Bestätigung etc. Eine Frau allein kann oft wenig dagegen tun. Mit Liebe und Gefühlen hat das gar nichts zu tun von Seiten des Mannes.
 
  • #82
Da er nicht körperlich übergriffig geworden ist, würde ich ihn mir persönlich vornehmen. Schlag ihm in der Mittagspause einen Kaffee an einem belebten, neutralen Ort vor. Eine Kantine funktioniert da nicht, da im Handumdrehen andere Kollegen dabei sitzen - und dann sagst du ihm was Sache ist: Das du ihn sympathisch findest, seine E-Mail erhalten hast und eher der Typ bist, solche romantischen Dinge persönlich zu klären. Ihn bisher nur als Kollegen gesehen und auch nie für was anderes in Erwägung gezogen hast und das soweit auch nicht vorhast. Dann dürfte der olle Schmierlappen mit Handlungsbedarf im Schritt, langsam zu den analogen Konsequenzen seines vernebelten "Ich sitze hinterm PC und keiner sieht mich" Verhaltens erwachen. Es wird eng. Dann kommst du zur nächst unangenehmeren Stufe. Ein kleiner Diskurs darüber, das E-Mails rechtskäftig sind, was man so auf der Arbeit mailen darf und wofür die Dienstadresse so gebraucht wird ... "Wer schreibt, der bleibt" und schaffe eine Aktenlage. Und das ja heute immer noch so wenige drüber nachdenken das man nicht alles schriftlich niederlegen sollte, was man sich nicht auch traut im Büro nebenan offen zu sagen. Bei ihm ginge es aber noch. Er ahnt ja gar nicht, wie viele Schwanzbildchen du schon ungefragt zugeschickt bekommen hättest. Aber alles nicht schlimm. Er hat ja keins geschickt. Du bist ja auch ne Gute. Die nächste Rücksitzaspirantin würde das eventuell seiner Frau weitermailen. Halt ein wenig naiv von ihm. Ja, es gibt schon Frauen, die dann auch den ganzen Mann wollen. Da muss man mit rechnen, dass sie ihn erobern wollen. Nein, das machst du nicht, du legst ja Wert auf ein kollegiales Verhältnis. Wir haben ja alle mal schwarze Momente. Er sollte halt mal nachdenken, was ihm zuhause fehlt. Du siehst diesmal drüber hinweg, weitere Schritte zu erwägen. Dieses Mal. Falls er das nicht kapiert: Die nächste Eskalationsstufe ist natürlich, das du dir bei Wiederholung wie schon X-mal nebenher erwähnt, falls er das jetzt drei mal nicht gehört hat, leider weitere Schritte tätigen wirst. Die Mail behältst du: Für den Fall, dass er bockig wird und meint er hätte ein Recht auf Rache oder Sabotage. w51
 
  • #83
Ich würde mal unter Arbeitsschutzgesetz und sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz googeln - dort wird geraten, möglich schnell die Sache zu melden.
Als (sexuelle) Belästigung im Sinne dieses Gesetzes gilt jedes unerwünschte, sexuell bestimmte Verhalten, das die Würde einer Person verletzt und einschüchternd, erniedrigend, beleidigend bzw. anfeindend wirkt.
Vielleicht kannst du auch eine für dich vertrauenswürdige Person (die es nicht weitererzählt) einweihen, damit du Rückendeckung hast und dich ihm nicht so schutzlos ausgeliefert fühlst!?
 
  • #84
Ich bin angewidert und geschockt, wie vor allen die Männer hier reagieren.
Und ich bin angewidert und geschockt wie einige Frauen hier reagieren. Bis auf eine Ausnahme haben die Männer hier zu Ruhe und Besonnenheit aufgerufen.
Ich schätze die Mail des Kollegen und was wir bisher über die Umstände wissen, noch nicht als sexuelle Belästigung ein. Aber haarscharf davor. Allerdings ist meine Meinung nicht entscheidet für diesen Fall. Letztendlich ist meine Meinung auch nur der berühmte Sack Reis in China.

Selbst wenn ich diese mail als sexuelle Belästigung einschätzen würde, würde ich die FS zu Ruhe und Besonnenheit auffordern. Wenn ich mehr über die Umstände wüsste, würde ich eventuell auch zur Einschätzung kommen, dass die mail sexuelle Belästigung ist.

Es hängt einfach sehr viel für Sie dran. Es geht hier auch um ihren Arbeitsplatz wenn sie sich ungeschickt verhält. Sie sollte sich mit kompetenten Menschen (Betriebsräten, Gleichstellungsbeauftragen, Frauenberatungsstellen) beraten. Diesen Menschen kann sie dann auch die mail vorlesen (Tipp: nicht ausdrucken oder auf einen Stick speichern, sondern ganz altmodisch abschreiben - Datenschutz). Diesen Menschen kann sie dann auch die Umstände erklären und dann soll sie sich in Ruhe überlegen wie sie weitermacht.
Ob sie noch einmal mit dem Kollegen spricht, ob sie die Angelegenheit öffentlich macht oder ob sie gar nichts macht, muss die FS selbst entscheiden.
Es sind hier einige sehr vernünftige Ansichten geschrieben worden. Auch die radikalen Ansichten (von beiden Seiten) können der FS bei ihrer Entscheidung helfen. In wiefern ihr die Ansichten von Frauen, was sie in dieser Situation gemacht hätten, weiterhilft, mag ich nicht beurteilen und will ich nicht gewichten. Sicher ist es gut für die FS hier die unterschiedlichen Ansichten zu lesen.

Diese ganze Gesellschaft kommt doch kein Stück weiter wenn wir uns nur unsere Positionen an den Kopf werfen und Menschen die andere Meinungen verungilmpfen.
Deshalb ziehe ich jetzt auch meine Eingangssatz zurück. Und dir Tini rate ich, schlf dich erstmal aus.
 
  • #85
Man kann oft gar nicht genug Beifall klatschen, wenn einige so lieb, nett und gefällig ihre Stutenbissigkeit verpacken und lostreten. Frauensolidarität sieht anders aus.
Ich bin nicht per se mit einem Menschen solidarisch, ganz gleich, was er tut, nur weil er wie ich eine Frau ist.
Ich bin mit der FS solidarisch, habe das mehrfach gesagt und dargelegt, was ich ihr empfehle.

Wir haben nun alle unsere Meinung gesagt, einige mehrfach und werden keinen Konsens finden.
Wir spalten uns wie die Grünen vor Jahren in Fundis und Realos.
Wir drehen uns im Kreis.
Ich verabschiede mich aus diesem Thread.

w 50
 
  • #86
ihre Stutenbissigkeit verpacken und lostreten. Frauensolidarität sieht anders aus.
Frauensolidarität kann viele Gesichter haben. Das Ziel sollte stets sein, die belästigte Frau zu stärken, jedoch gibt es situations- und persönlichkeitsabhängige Wege, dies zu tun.

Einen Weinstein hält Frau sicher nicht in seinem Tun auf, indem sie ihm gehörig den Marsch bläst und sich Anzüglichkeiten verbittet. Im vorliegenden Fall könnte dies anders sein.
Nicht jede Form der sexuellen Grenzüberschreitung bedarf der Hilfe der Veröffentlichung oder Strafverfolgung. Diese Unterstützung brauche ich als Frau in jedem Fall, wenn mir von einem körperlich oder vom Machtaspekt überlegenen Mann physische oder psychische Gewalt zugefügt wurde und ich mich anders nicht wehren kann.

In Fällen wie diesen hier finde ich aber noch andere Details von Relevanz, z. B. dass die Frau sich eine Art "dickes Fell" zulegt und nicht einen Moment auf die Idee kommt, sich gedemütigt zu fühlen. Diese Täter bezwecken doch genau, dass die Frau sich klein fühlt, unsicher und ihm ausgeliefert.
Eine Frau, die den Kerl auslacht und seinetwegen keine schlaflosen Nächte durchlebt, sondern die innere Größe besitzt, ein solches Vorkommnis nicht an ihr verwundbares Innerstes heranzulassen, ist um ein Vielfaches wehrhafter als eine verängstigte Frau, die ohne Unterstützung aufgeschmissen ist. Eine solche Frau kann sich nämlich subtilere und leichtere Fälle von Belästigung mit einem Wimpernschlag selbst vom Leibe halten und fordert das Respektieren ihrer Grenzen und ihrer Würde ein. Sie ist aus dem Bewusstsein ihres eigenen Wertes heraus kein Opfer und lässt sich nicht zu einem solchen machen.

Meinen jungen Azubinen zumindest versuche ich dieses Selbstwertgefühl beizubringen, so wie meine Mutter mich seinerzeit meinen Wert gelehrt hat. Plus der Gewissheit, dass ich im Fall der Fälle immer ihr Rückhalt und Ansprechpartner bin. Ich bin mir sicher, keine von ihnen würde mir Stutenbissigkeit oder Illoyalität unterstellen, nur weil wir nicht gleich zum Anwalt rennen oder den Pranger rauskramen, wenn ein Kunde mal seine Grenzen überschreitet. Meine Mädels lassen solche anzüglichen Spinner eiskalt auflaufen, und in der Mittagspause lachen und lästern wir ein wenig über sie, nehmen ihr Geld und kaufen uns davon Schokolade. Mit Sicherheit lasse ich es nicht zu, dass sie sich auch nur einen Augenblick hilflos oder gedemütigt fühlen.
 
  • #87
Hallo FS,

Lass dich nicht Irre machen. Du verhältst dich richtig. Vielleicht solltest du wie von neverever geschrieben mit Ihm das Gespräch suchen und ihn fragen was seine Mail sollte ...Aber auch das könnte nach hinten losgehen, immerhin hast du ihn schon einmal falsch eingeschätzt!

Von einer Anzeige gegen Ihn würde ich im Moment absehen.
Diese würde dir außer Zeit und Nerven vermutlich weniger bringen.

Im Wiederholungsfall würde ich mich diskret an die Geschäftsleitung/ HR wenden und diese um Rat und Unterstützung bitten.
Wichtig, immer schriftlich und alle negativen
Vorkommnisse in diesen Zusammenhang, sowie das Nachhaken bei der GF/HR gut dokumentieren, wenn dein Anliegen ignoriert wird und er ungestört weiter machen kann, solltest du dir einen neuen AG suchen und gegen deinen alten AG vorgehen.
Um etwas zu erreichen, musst man manchmal das eigene Problem zum Problem der Anderen machen.

Sympathie bringt dir das zwar nicht ein, aber wenn dein Unternehmen die Vorfälle ignoriert, brauchst du diese auch nicht mehr. Es ist nicht Schade drum, wenn du gefeuert wirst, anstatt dich weiter dort hin zu quälen. Ziel ist es dann nicht mit leeren Taschen zu gehen und hier gibt es verschiedene Möglichkeiten. Lasse dich davor ausführlich beraten. Streue deine Information also immer diskret und teile diese nur mit vertrauenswürdigen Personen.
Im Unternehmen selbst nur mit der GF/ HR sprechen. Findet sich keine Lösung bei wiederkehrenden Vorfällen, muss sich am
Ende des Tages hinter verschlossenen Türen geeinigt werden (mit Rechtsbeistand), je nach Beweislage und Größe des Unternehmen fällt dann die (Abfindungs) Summe aus. Die Zeiten dafür sind im Moment sehr günstig.
Zynisch? Nein, realistisch.

Du könntest den Mist auch auf sich beruhen lassen und selber anfangen zu grinsen. Stell dir insgeheim einfach einen traurigen alten Mann vor, der bald genügend Zeit hat alleine auf den Rücksitz seines Autos zu sitzen. Das kann einen schon mal aus der Bahn werfen.
Bleibe dennoch außen hin höflich und konzentriere dich auf deinen Job auch wenn es dir schwer fällt.
 
  • #88
Ich kann die ganze Aufregung ehrlich gesagt nicht verstehen.

Es war eine Belästigung, aber es war lediglich eine Mail, er hat sie nicht angefasst, bedrängt oder sonst was... würde ich von einem Kollegen so eine Mail kriegen egal von wem, ich würde wahrscheinlich erst mal vor Lachen vom Hocker fallen und den Kollegen dann fragen, ob er noch ganz rund läuft.

Warum einen riesigen Aufriss veranstalten, sein Leben ruinieren nur weil der Typ mir nicht zusagt?

Wenn ich mich als Büroschlampe fühle, dann sind das meine Gefühle und meine Probleme und mein geringes Selbstwertgefühl. Wenn ich mich nicht so fühle, kann auch ein anderer mir nicht dieses Gefühl vermitteln!

Warum kann man nicht miteinander kommunizieren und Klartext reden ?

Ich arbeite seit über 20 Jahren fast ausschließlich mit Männern zusammen, habe auch privat sehr viel mit Männern zu tun, vielleicht denke ich schon zu sehr selbst wie einer, dass mich das alles nicht anheben würde?? Ich verstehe es wirklich nicht... ich würde und könnte den Typ gar nicht so ernst nehmen und ihm so viel Raum in meinen Gedanken einräumen.

Liebe Fragestellerin ich denke du hast richtig reagiert und wenn er sich noch lustig macht, bedarfs halt noch einer klaren Anssage, wie ich weiter oben schon schrieb.

Ist das Hauptproblem nicht aber eigentlich deine Enttäuschung über ihn als Menschen ? Dass er nicht der integre Familienvater ist, langjährig verheiratet und der nette Kollege für den du ihn gehalten hast?
 
  • #89
Im Endeffekt zählt nur eines - Geld. Zynisch? Nein, realistisch.
Wenn man in dem Fall danach ginge, dann könnte man der FS empfehlen, dem Lüstling folgendes - verbal - mitzuteilen: Entweder ich bekomme 20.000 in bar, oder diese Sexmail wird an die Geschäftsführung weitergegeben. Außerdem werde ich bei der Polizei alles anzeigen, auch die unerwünschte körperliche Annäherung, die auf die Mail folgte! (Ob das Letztere unwahr ist oder nicht, spielt keine Rolle, denn es zählt ganz pragmatisch nur, welchen Nutzen die FS aus dieser Situation ziehen kann.)
 
  • #90
Ich bin angewidert und geschockt, wie vor allen die Männer hier reagieren.

Ich bin geschockt wie die Frauen hier zum Teil reagieren. Sie treten für ein zurückhaltendes Verhalten der FS ein, wegen des Schadens, der für diese durch Gegenmaßnahmen entstehen könnte.

Ich dagegen sehe es wie @Noor. Ohne hartes Vorgehen kommt wahrscheinlich ein Wiederholungstäter erneut mit seinem Verhalten durch, weil Frauen Angst haben. Darauf spekulieren solche Typen intuitiv.

Frauen positionieren sich so selbst als Opfer.

Allerdings würde ich tatsächlich selbst abwegen, was die beste Taktik ist und die möglichen Konsequenzen für mich selbst sind. Grundsätzlich bin ich aber dafür niemanden mit so etwas durch kommen zu lassen und würde dafür auch Risiken eingehen.
 
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