• #1

Wie viel Nähe ist in einer Beziehung erfüllend?

Es heißt ja immer, dass sich die Nähe-suchenden und die Nähe-Vermeidenden unbewusst zusammentun.

Ich bin ein Freiheitsmensch, kann mich gut alleine beschäftigen, habe viele Interessen und bin neugierig. Also ich langweile mich alleine nie. In einer Beziehung ändere ich mich aber komplett. Gerade wenn ein Mann sich unverbindlich verhält (damit meine ich nie über Zukunft sprechen und nicht zusammenziehen wollen) oder in der wenig gemeinsam verbrachten Zeit nicht emotional anwesend ist, dann werde ich abhängig und erleide Verlustängste. Bei nähe vermeidenden Männern fehlen mir oft die Umarmungen und die Zärtlichkeit. Mich stört auch, dass diese sich dann auf bestimmte Tage festlegen (z.B am Wochenende) und nur da Zeit haben und ich mich danach richten muss. Sobald ich das nicht möchte, kommt er keinen Schritt entgegen. Also muss man sich andauernd anpassen und wird in der eigenen Freiheit eingeschränkt.

Das blöde ist nur, dass man das als Frau bei der Beziehungsanbahnung nicht gleich erkennt. Oder doch?

Ein Mann der auch Nähe braucht wäre für mich geeigneter. Ist man aber für diese Männer überhaupt interessant? Habt ihr Erfahrungen mit zu viel Nähe oder Distanz?
 
  • #2
Das blöde ist nur, dass man das als Frau bei der Beziehungsanbahnung nicht gleich erkennt. Oder doch?
Naja, im RL eher nicht.
Da kann man auch nicht früh abchecken, was der andere für eine Ausbildung hat, ob er Kinder hat und schon geschieden ist usw.
Weil man sowas besser nicht am ersten und auch nicht am zweiten Abend fragt.
Weil man beim Kennenlernen im RL ja gar nicht deutlich macht, dass man den anderen als potenziellen Partner sieht.
Man plaudert ja nur aber doch nicht zwingend zum Zwecke der Beziehungsanbahnung.

Anders bei der Partnersuche im I-net.
Wenn ich da einen Mann das allererste mal treffe, ist es eindeutig, dass ich einen Partner suche, für was auch immer, je nach Portal.
Wenn ich z.B. bei Elitepartner jemanden kennenlerne, ist es klar, dass ich eine feste Beziehung will und nicht z.B. eine Affaire.
Natürlich will das trotzdem der ein oder andere, aber dann lügt er eben, davor ist man niemals gefeit.

Wenn ich also z.B. hier jemanden kontaktiere, kann ich schon vor dem allersten Treffen durchaus gewisse Dinge ansprechen, auch z.B. wie er sich frequenzmäßig eine Partnerschaft vorstellt. Und dann kann ich entscheiden, ob ich ihn überhaupt treffen will.
Natürlich kann der Mann mich anlügen, das Risiko bleibt immer.

Mein Freund hat mir vor dem allerersten Treffen gesagt, dass für ihn nichts außer einer festen, exklusiven, LAT-Liebesbeziehung vorstellbar ist und dass er nicht zu üblichem Penetrationssex bereit ist und das traf bei mir ins Schwarze und ich traf ihn.
Hätte ich anderenfalls eher nicht, denn das wäre Zeitverschwendung gewesen.
Ich habe Glück gehabt, dass er mich nicht angelogen hat.

w 50
 
  • #3
Nähe, auch körperliche Nähe, nicht primär Sex, sondern davor noch Umarmungen, kuscheln usw. ist für mich ein essentieller Sinn einer Beziehung. Das gleiche gilt für andere Nähe wie Vertrauen und Zuverlässigkeit. Beides schaft Wärme und Geborgenheit. Leider sind wir oft vergeblich auf der Suche nach diesen Dingen oder werden enttäuscht. Ist dies alles nicht gegeben existiert überhaupt keine Beziehung. Allenfalls haben wir dann ein Verhältnis.

Was Paarzeiten betrifft ist es halt so, dass wir von äußeren Anforderungen wie z.B. Arbeit terminiert werden und auch andere Beziehungen pflegen müssen, wenn wir nicht vollständig in einer einzigen Beziehungen aufgehen wollen, was sich als fataler Fehler oder zerstörrerisch erweisen kann.

Die Frage ist wie mit den verfügbaren Zeiten umgegangen wird und ob es nicht gründlich abgewogen werden sollte, ob eine Beziehungen mit relativ wenigen aber guten Paarzeiten für etwas ungewisses aufgegeben wird.
 
  • #4
Man merkt einiges relativ schnell,
durch Zuhören, wie er so sein Leben gestaltet
Durch Beobachten, durch Hineinspüren.
Wie läuft der Kontakt, eher zäher oder locker, leicht? Ist es selbstverständlich, passt es zu einem, fühlt man sich wohl?

Bei mir gehen immer die Alarmglocken an, wenn sich schon am besten vor dem ersten realen Treffen die Emojis türmen, von der tollem Passung geschwärmt wird - und man kennt sich noch gar nicht.
Wenn aber einer so ganz lange rumeiert, bis man sich überhaupt trifft, aber auch die Kommunikation zäh ist, er sich selten meldet, nun, dann ist es wohl das andere Extrem.

Ich finde, man spürt es, wie das Gegenüber so grundsätzlich tickt.
Wenn es sich richtig anfühlt, das Bauchgefühl ja sagt, dann passt es.

Nur wenn ich selbst nicht weiß, was ich brauche, wo ich stehe, dann wird es mit dem Fühlen schwierig.
 
  • #5
Das blöde ist nur, dass man das als Frau bei der Beziehungsanbahnung nicht gleich erkennt. Oder doch?
Vielleicht, aber Signale gibt es schon. Auch übergrosse Nähe am Anfang und apruptes zurückziehen kann vorkommen zb.
Aufgrund deiner bisherigen Posts hier hätte ich dich nun gar nicht als freiheitsliebenden Menschen eingeschätzt, aber du schreibst ja auch, dass sich das in Kontakt mit Männern um 180 Grad dreht.
Ich kann mich erinnern, dass du für ein Du für ein Date nicht in eine Stadt fahren wolltest und dir die Parkplatzsuche zuviel war.
Das haben viele Menschen, dass sie ohne einen Partner gut allein sein können, in einer Beziehung dann zum klammern neigen.
Vielleicht bist du auch eine emanzipierte Frau mit einem tradíttionellen Rollenverständnis.
Dabei ist die grosse Kunst wirklich in einer Beziehung man selbst sein zu können und Nähe und Distanz regulieren zu können und das ist nicht allen in die Wiege gelegt. Das heisst also üben und Selbsterkenntnis ist der erste Schritt. Je mehr man in seiner Mitte ist, desto mehr zieht man auch gemittete Menschen an. Die Nähevermeider sind ja auch nicht gemittet, sondern haben auch Ängste. Die regulieren dass, indem sie den anderen auf Abstand halten und Herrscher über Nähe und Distanz sind.
Die nähesuchenden Männer findest du vermutlich uninteressant.
Die dann entstehende Nähe könnte dir zuviel werden.
Letzlich bleibt dir immer nur, bei dir zu bleiben. Bei dem Wochenendtypen hast du eben mal an einem Wochenende was vor, und ihr seht euch dann eben zwei Wochen nicht. in jeder Beziehung bist immer wieder auf dich selbst zurückgeworfen.
 
  • #6
Grundsätzlich ist es so,dass Menschen Paarwesen sind.Ich stelle jetzt kontroverse These auf-es gibt keine bindungunwillige Menschen.Es gibt nur Menschen,die aufgrund Kindheitsprägungen und bestimmten Lebenserfahrungen Traumas erlitten haben und Nähe und Beziehung mit negativen Gefühlen verbinden wie Klammern,Einnehmen,Kontrollverlust,Erdrückung etc.Also meistermäsig Konditionierung und Programmierung.Diese ganzen"ich brauche meine Freiheit,ich bin glücklicher Single"usw.ist ein Versuch sich darin einzurichten.Alles andere erfordet Auseinandersetzung mit eigenen Gefühlen und Programmen,was erstens sehr schmerzhaft ist und zweitens gewisse Reife benötigt,um überhaupt ein Problem darin zu erkennen.Es gibt hier nur zwei Punkte.Männer sind tatsächlich freiheitsliebend,das ist deren natürliches Bedürfnis.Sie könen und wollen sehr wohl verbindlich sein,nur einfach auf ihre Art und Tempo.Frauen machen oft den Fehler,sie unter Druck zu setzen und wählen falsche Partner ,mit dem Gedanken "zurechtzubiegen".Was zu Folge hat,dass abgesehen von wenigen verkorksten Exemplaren das gute"Material" schon in frühen Jahren kaputt ist,nur durch falsche Behandlung.Liebe Frauen,lernt endlich, was Männer wirklich sind!
Zweiter Punkt ist,es gibt introvertierte und in heutiger Zeit hochsensible Menschen,die brauchen ihre Ruhe und Distanz,um aufzutanken.Sie sind nicht kalt,sondern können nur weniger Nähe aushalten,Distanz für sie ist lebensnotwendig.Sie können und wollen genauso Nähe,nur sind sie darin weniger"belastbar".Leider wird das oft mit Lieblosigkeit und Egoismus verwechselt.Liebe Irina,du vermeidest die Nähe genauso,deswegen ziehst du solche Männer auch an.Dein "Klammern"ist Ausdruck innerer Unsicherheit,schau die Muster in deiner Famile an, dort liegt die Lösung.
 
  • #7
Klingt irgendwie etwas schräg dein Post.

Es heißt ja immer, dass sich die Nähe-suchenden und die Nähe-Vermeidenden unbewusst zusammentun.
Sowohl diese, als auch die gleichen.

Das blöde ist nur, dass man das als Frau bei der Beziehungsanbahnung nicht gleich erkennt. Oder doch?
Komische Frage. Ist für mich Erfahrungssache. Und warum muß Frau es gleich erkennen können? Du scheinst irgendwie Angst davor zu haben.

Du kannst in die Anbahnung auch "Tests" einbauen, wo er die Gelegenheit hat, dir Nähe zu zeigen, dann kannst du einen besseren Eindruck bekommen.

Ein Mann der auch Nähe braucht wäre für mich geeigneter. Ist man aber für diese Männer überhaupt interessant? Habt ihr Erfahrungen mit zu viel Nähe oder Distanz?
Wieder so eine komische Frage. Warum sollte es keine Männer geben, die Nähe mögen?

Vielleicht hilft dir dieser Denkansatz:

Nehmen wir deinen konkreten Fall - du brauchst Nähe und ziehst Männer an, die Nähe vermeiden. Zusammengefaßt und vereinfacht gesagt hast du Angst vor Distanz, und deine Männer haben Angst vor Nähe.

Erst, wenn man sowohl Nähe als auch Distanz in sein Herz geschlossen hat, ist man frei und kann beides genießen. Und erst dann zieht man auch andere Menschen an.

Reine Kopfsache also.
 
  • #8
Liebe FS,

...wenn zwei Herzen im Takt schlagen*...., so sagte meine liebe, süße und sehr weise Oma immer.
So einfach ist das und dann hat ein Nähe- und Distanzgerangel keinen Raum.
Heute macht man es sich schwerer, hat viel mehr Ansprüche und die vielen verwirrenden Beziehungsoptionen beinhalten alle individuell verschiedene Regeln. Nicht jeder sucht die Liebe, oder nur ein bisschen Liebe, mehr Freundschaft +, +++,-, auf Abruf, so wie es passt, oder nur sexuelles Beisammensein mit und ohne ein bisschen Liebe. Dementsprechend können sich Nähe- und Distanzbedürfnisse unterschiedlich entwickeln.

Weil ich all das nicht wollte, es mir nicht bekömmlich war, habe ich auf die Liebe gewartet, wo zwei Herzen im Takt schlagen. Damit ist nicht der brennende Tisch gemeint und dass die Stadt in Schutt und Asche liegt, sondern das passende ziemlich übereinstimmende Gedankengut. Das Gefühl, verstanden zu werden und zu verstehen, gepaart mit einer wunderbaren Anziehungskraft.
Dann erübrigt sich auch die Frage, wieviel Nähe erfüllend ist. Nähe beinhaltet automatisch auch Distanz für das eigene Ding und bringt gleichzeitig Nähe, weil man sich gegenseitig bereichern kann, durch das eigene Ding, das man macht. Das ergibt eine lebendige Kommunikation und die wiederum bringt auch eine gute nonverbale Kommunikation hervor, wie liebevolle Knusel- und Knuddeldrücks und dergleichen mehr. Wenn man mit den Knusels immer schön im Training bleibt, dann gibt es auch keine Verlustängste, wenn der eine oder andere mal auszeiten muss, will, oder andere Dinge wichtiger sind.
Manchmal befindet man sich auch schon in einer Liebesbeziehung, merkt und weiß es nicht, weil ja Freundschaft + angesagt war, oder so ein anderes Beziehungsding und man leicht übersieht, dass die Liebe schon am Werke ist, ganz leise zielführend und das andere noch nachhinkt, weil die Liebe keine Flammen schlug und die Schädelkalotte flog.
Tja, so erging es neuerlich einem Freund von mir. Er hatte eine Freundschaft + und manchmal -, oder ++. Dann traf er eine Frau, wo sofort die Schädelkalotten beidseitig flogen und der Tisch brannte, so wie er es immer haben wollte und immer betonte, dass nur so die Liebe sich zeigt. Dummerweise hat er erst dann gemerkt, dass er eigentlich die Freundschaft + und - liebt. Das ist so natürlich nicht die Regel. Dennoch, es regt zum Nachdenken an.
 
  • #9
Ein Mann der auch Nähe braucht wäre für mich geeigneter. Ist man aber für diese Männer überhaupt interessant? Habt ihr Erfahrungen mit zu viel Nähe oder Distanz?
Ich habe das in früheren Beziehungen ähnlich erlebt wie du und auch darunter gelitten.

Die Frage, die du stellen solltest ist vielleicht eher, ob so ein Mann für dich interessant ist.

Ich wollte das für mich ausprobieren und bin dann von einem Extrem ins andere geschlittert.

Ich hatte dann zwei Beziehungsanbahnungen, wo die Männer sehr anhänglich waren und ich mich davon sehr erdrückt gefühlt habe.

Ich habe dabei aber auch gelernt, wie man sich fühlt, wenn man erdrückt wird, so wie ich das dann vielleicht auch früher selbst gemacht habe. Das war für mich selbst auch eine heilsame Erfahrung.

Ich denke des Rätsels Lösung liegt wie immer bei einem selbst und ist in diesem Fall auch etwas paradox:

Man wählt einen distanzierten Partner, weil man selbst derjenige ist, der eigentlich keine Nähe ertragen kann. Der distanzierte Partner garantiert, dass er einem niemals zu nahe kommt.

Ich kann dir hierfür das Buch "jein" von Stefanie Stahl empfehlen, da ist das sehr gut erklärt.

Wenn man seine eigenen Hintergründe erforscht hat und versteht fällt es einem leichter, einen Partner zu wählen, der weder völlig distanziert noch klammernd ist.

Ich habe für mich dadurch gelernt loszulassen.
 
  • #10
Ich bin ein Freiheitsmensch, kann mich gut alleine beschäftigen, habe viele Interessen und bin neugierig. Also ich langweile mich alleine nie. In einer Beziehung ändere ich mich aber komplett. Gerade wenn ein Mann sich unverbindlich verhält (damit meine ich nie über Zukunft sprechen und nicht zusammenziehen wollen) oder in der wenig gemeinsam verbrachten Zeit nicht emotional anwesend ist, dann werde ich abhängig und erleide Verlustängste. Bei nähe vermeidenden Männern fehlen mir oft die Umarmungen und die Zärtlichkeit. Mich stört auch, dass diese sich dann auf bestimmte Tage festlegen (z.B am Wochenende) und nur da Zeit haben und ich mich danach richten muss. Sobald ich das nicht möchte, kommt er keinen Schritt entgegen. Also muss man sich andauernd anpassen und wird in der eigenen Freiheit eingeschränkt.
Oh liebe Irina, du beschreibst ja mich zu 100%.Mir geht es genauso und ich frage mich, ob ich selbst eine Frau bin die in Wirklichkeit Angst vor Nähe hat aber ich kann diese Frage verneinen! Wenn ich einen Mann will und liebe und wenn er selber verbindlicher wäre und ebenfalls gleich viel Nähe bräuchte wie ich, dann würde ich bestimmt nicht fliehen oder auf Distanz gehen. Ich würde mich freuen wenn auch von ihm emotionale Zuwendung Umarmungen und Zärtlichkeit käme. Ich bin im Moment in der gleichen Situation mit einem Mann der ADS hat und man sagt allgemein sie seien nicht so beziehungsfähig, aber wenn sie sich dann der Frau zuwenden, dann sind sie voll präsent und sie bekommt die volle Aufmerksamkeit. Stimmt!

So fühle ich mich nicht gesehen, nicht beachtet und ungeliebt! Wenn er dann kommt oder wir uns in der Stadt treffen verhält sich total anders, freut sich sehr, mich zu sehen und wir küssen uns in der Öffentlichkeit.

Bei der Beziehungsanbahnung ist das sowieso nicht möglich zu erkennen, weil auch Männer, die auf Distanz gehen trotzdem ab und zu oder immer wieder selbst menschliche Nähe und Zuwendung brauchen. Wenn sie Jahre lang Single waren, dann können sie zu Beginn auch sehr klammerd werden, bis sich dann das Blatt wendet und sie sich von viel Nähe drückt fühlen, dass sie auf Distanz gehen ohne die Beziehung jedoch selbst zu beenden! Sie würden erst dann alles beenden, wenn Ihnen die Frau auf die Pelle rückt und sie mit ihrem Nähebedürfnis verfolgt, weil sie keinen anderen Ausweg sehen. In Wirklichkeit müsste eine Nähe suchende Frau, diese Männer ziehen lassen und hoffen, dass sie so früher kommen! Aber das wird trotzdem nie genug sein. Sie muss sich immer ins Bewusstsein rufen, dass der Mann nur auf Distanz geht aber nicht die Frau verlassen will, denn ansonsten ist er ganz alleine da!

Angst vor Nähe ist kaum jemandem bewusst, schon gar nicht den Betroffenen, denn sie kennen sich ihr ganzes Leben nicht anders, halten ihr Verhalten für gesund und normal. So wie es für einen blind Geborenen normal ist, blind zu sein und nicht sehen zu können.
 
  • #11
introvertierte und in heutiger Zeit hochsensible Menschen,die brauchen ihre Ruhe und Distanz,um aufzutanken

Ja zu solchen Menschen würde ich mich zählen. Und noch was brauchen die Intros - ein reiches Innenleben des Gegenübers. So wie sie es selbst auch haben und deshalb gerne alleine in ihrer Welt leben und das auch geniessen.

Bei mir kommen da noch viele intellektuelle Interessen dazu so daß mich ein eher konventioneller Mann, der hauptsächlich nur kuscheln und essen will, schnell zu langweilen beginnt.

Dies hat nichts mit Kälte oder Traumata oder sonstwas zu tun sondern ist ein Bedürfnis nach Ruhe und ein Stück Privatheit.

Letztendlich ist eine liebevolle exklusive LAT-Beziehung wie @frei sie hat wohl auch für mich am besten geeignet.
 
  • #12
Ist man aber für diese Männer überhaupt interessant?
Die Frage ist falsch gestellt.
Würdest Du Nähe suchende Männer denn interessant finden?
Wohl kaum, Denn der Prototyp des männlichen Mannes, der fest im Leben steht , sich in seiner Meinung nicht beeinflussen lässt und eben seinen Weg geht , sucht garantiert nicht Nähe.

Also die typischen Erfolgsmenschen. Eher die etwas weniger von sich überzeugten, meist weniger erfolgreichen und weniger zielorientierten, sozieleren, vielleicht anlehnungsbedürftigen Typen können mit großer Nähe etwas anfangen.
Ich vermute, diese Männer sortierst Du sowie immer als Erstes aus.

Könnte nämlich sein, dass Du bei diesen etwas nähebedürtigen Männern womöglich auch einen eher aktiven Part beim Kennenlernen spielen müsstest, und wir haben ja hier schon alle gelernt, dass Du das nicht willst.
 
  • #13
Schon wieder das Nähe-Distanz-Ding, das wird doch hier in letzter Zeit sowieso rund um die Uhr besprochen.

Was erwartest du noch an neuen Erkenntnissen?

Dein Problem ist, dass du auf die falschen Männer abfährst, ganz einfach. Die netten, verbindlichen nimmst du gar nicht wahr.

Hattest du denn schon mal eine Beziehung, in der er genau so viel oder sogar mehr Nähe wollte? War dir das dann eventuell schnell zu eng?

Wie auch immer, das kannst du nur selbst ändern.
 
  • #14
Also muss man sich andauernd anpassen und wird in der eigenen Freiheit eingeschränkt.
Nein, für mich ist das nicht gut, das würde ich schon mal nicht tun, denn die Probleme kommen garantiert, da es eine unterdrückte Verhaltensweise ist, ich möchte ich sein und möchte als mein ich erkannt und wahrgenommen werden, gleich von anfang an!
Das blöde ist nur, dass man das als Frau bei der Beziehungsanbahnung nicht gleich erkennt. Oder doch?i Ein Mann der auch Nähe braucht wäre für mich geeigneter. Ist man aber für diese Männer überhaupt interessant? Habt ihr Erfahrungen mit zu viel Nähe oder Distanz?
Doch! Bei genauem hinschauen und hinhören erfährt man beim ersten Date im Endeffekt schon alles, inwieweit es im Gesamtpaket passt, auch und gerade inwieweit Kompatibilität vorhanden ist in verschiedenen Bereichen auch und gerade bezüglich Nähe und Distanz! Menschen hingegen, die sich verbiegen und anpassen, die kriegen das natürlich nicht mit! Ich halte deshalb nichts von anpassen und sich verbiegen um anzukommen um dem anderen zu imponieren, ist für mich nicht positiv, denn das,wahre Gesicht wird dann später eh gesehen und dann ist meist das Ende da!
 
  • #15
@irina_85
Zum Thema körperliche Nähe und Zärtlichkeiten: Ich kann rückblickend nur sagen, dass mir die Zärtlichkeiten in jeder meiner Partnerschaften mit Männern gefehlt haben. Der Sex war überwiegend klasse, aber die Streicheleinheiten, Massagen und zärtlichen Berührungen völlig unzureichend für mich. Das Thema Entspannung und Liebkosung kam immer zu kurz. In meiner letzten 5-jährigen leidenschaftlichen Partnerschaft, ging ich daher regelmäßig zur Ayurveda-Massage, zur Fussreflexzonenmassage, zur Maniküre / Pediküre, Shiatsu-Massage, Kopfmassage, Physiotherapie und genoss diese Nähe zu Frauen sehr. Im Thailand-Urlaub mit meinem Freund habe ich mich täglich am Strand massieren lassen. Zu denken gab mir das schon, warum mein Partner dieses Nähebedürfnis soo spärlich erfüllte. Er filmte mich lieber im Bett oder machte sexy Fotos anstatt mit meinem Körper zu sprechen. Nichts geht tatsächlich über eine entspannende Körpermassage. Ich fühle mich danach wie neugeboren und neu belebt und vollgetankt mit Liebe und Wärme und positiver Energie. Ehrlich, das konnte mir bis jetzt kein Mann im Leben geben. Es ist oft grauenvoll wie ruppig und hölzern sie eine Frau anfassen, z.B. zur Rückenmassage. Mittlerweile verzichte ich lieber von vorneherein auf solche Versuche mich verwöhnen zu wollen. Man sollte bereits im Schulalter die Grundtechniken zur Massage erlernen... und mehr Wert auf Schulung des Körpers und Achtsamkeit legen. Für mich stand auch mein Yoga und jetzt Qui Gong immer an erster Stelle. Im Job bin ich übrigens Kopfmensch, und Kreative mit Intuition zugleich. Liebe Irina, mach' dir nichts daraus, du hast wirklich eine zu hohe Erwartungshaltung an einen Mann. Ich verschreibe dir eine ayurvedische Hand-, Fuss- oder Kopfmassage.
 
  • #16
Ich bin ein Freiheitsmensch, ... In einer Beziehung ändere ich mich aber komplett. Ein Mann der auch Nähe braucht wäre für mich geeigneter. Ist man aber für diese Männer überhaupt interessant?
Schwierig, gerade wenn Du selbst Dich änderst. Im Grunde musst Du doch einen Mann suchen, der Nähe sucht. Den kannst Du klar erkennen, weil der logischerweise von vorneherein mehr von Deiner Zeit beanspruchen wird, Dich öfter treffen will, auch körperliche Nähe sucht. Daher verstehe ich Deine Frage eigentlich nicht so richtig. Bist Du in der Kennenlernphase noch freiheitsliebender?
Für mich als ebenfalls freiheitsliebenden Mann, der aber durchaus die Nähe einer Beziehung schätz, bist Du uninteressant, wenn Du klammerst. Ich brauche in einer Beziehung Freiheit, kann die aber auch problemlos gewähren. Eine Frau, die ständig mit mir zusammen alles machen will, erdrückt mich. Du musst Dir schlicht den für Dich passenden Partner suchen. Eine Standardantwort gibt es, wie in vielen anderen Fällen auch, nicht dafür.
 
  • #17
Ich bin ein Freiheitsmensch, kann mich gut alleine beschäftigen, habe viele Interessen und bin neugierig. Also ich langweile mich alleine nie. In einer Beziehung ändere ich mich aber komplett. Gerade wenn ein Mann sich unverbindlich verhält (damit meine ich nie über Zukunft sprechen und nicht zusammenziehen wollen) oder in der wenig gemeinsam verbrachten Zeit nicht emotional anwesend ist, dann werde ich abhängig und erleide Verlustängste.
Das ist bei mir recht ähnlich. Ich brauche viele Freiheiten aber einen unkomplizierten Nähemenschen als Partner. Zum Glück fand ich diesen in meinem Mann. Er hat seine Interessen und Hobbies für die er auch viel Zeit hat, da ich recht viel Raum für Eigendrehung brauche. Den kann er mir gut gewähren, da er diesen nicht benötigt.
Bei uns greift das Schloss-Schlüssel-Prinzip perfekt. Die extreme Unterschiedlichkeit unserer Bedürfnisse passt symbiotisch und haargenau ergänzend zueinander.
Er bietet mir emotionale Stabilität und jeden Freiraum der Welt ohne diesen auch, in der Form, für sich zu beanspruchen.
Alles was er braucht (nach seiner Aussage) ist die Gewissheit meiner Liebe, mein Lachen, meine Nähe und seine Bastelwerkstatt. Er findet nichts an Männerabenden, Kneipen, Vereinen o.Ä.
Seine Interessen sind dergestalt, dass er sich dabei vollkommen genügt.
Diese Sicherheit gibt mir den Freiraum, mich ganz eng an ih zu binden und so (wenn auch anders als er) sein Nähebedürfnis zu erfüllen.

Solche Männer gibt es durchaus, Du musst nur jene, welche in ihrem Nähebedürfnis Dir nicht entsprechen, als sexuelle Neutren betrachten, als das Fleisch für den Vegetarier, kurz als komplett uninteressant. Völlig unabhängig von ihren scheinbar anderen Vorzügen.
Das kann man und plötzlich sieht man vermehrt jene, welche zu einem passen.
 
  • #18
Für mich stand auch mein Yoga und jetzt Qui Gong immer an erster Stelle. Im Job bin ich übrigens Kopfmensch, und Kreative mit Intuition zugleich. Liebe Irina, mach' dir nichts daraus, du hast wirklich eine zu hohe Erwartungshaltung an einen Mann. Ich verschreibe dir eine ayurvedische Hand-, Fuss- oder Kopfmassage.
@Elfe11 : vielen Dank. Ich mache auch demnächst Yoga und Qi-Gong, liebe auch Massagen und werde mir demnächst wieder eine gönnen. Und was du beschreibst war bei mir auch. Die Männer finden einen heiß und da kommt das zärtliche leider weniger vor. Ruppig angefasst wurde ich zwar nicht, aber doch oft zu fest. Ich mag lieber die sanften, leichten Berührungen.
 
  • #19
Zweiter Punkt ist,es gibt introvertierte und in heutiger Zeit hochsensible Menschen,die brauchen ihre Ruhe und Distanz,um aufzutanken.Sie sind nicht kalt,sondern können nur weniger Nähe aushalten,Distanz für sie ist lebensnotwendig.Sie können und wollen genauso Nähe,nur sind sie darin weniger"belastbar".
@realwoman: ich bin auch hochsensibel, aber auch HSS (vemrmute ich, also High Sensation seeker und zudem nicht hochgradig introvertiert. Bei mir ist eher das schwierige den Ausgleich zwischen Aktivität und Ruhe zu finden. Denn mir wird es schnell langweilig, wenn ich eine reizarme Umgebung habe, andererseits oft auch schnell zu viel bei zu vielen Reizen/Menschen. Für viele wirkt mein Verhalten verstörend, da ich nicht als intro wahrgenommen werde. Es ist eher wie auf dem Gaspedal stehen und gleichzeitig die Bremse drücken.

Das ist bei mir recht ähnlich. Ich brauche viele Freiheiten aber einen unkomplizierten Nähemenschen als Partner.
@Laleila: ja das wäre schön. Einer, der sich selbst beschäftigen kann, gern in seine Bastelwerkstatt geht. Ich lese unheimlich gerne und möchte da auch meine Ruhe. Also ein schönes Zusammeleben, bei dem jeder gern seinen Interessen nachgehen kann.

Doch ich bin schon sehr freiheitsliebend und in einer Ehe würde ich mich wohl irgendwie eingesperrt fühlen. Sogar das Arbeiten ist für mich ein Einschnitt in die Freiheit und Selbstbestimmung, da mir von Außen auferlegt wird, wann ich erscheinen muss. Ich würde gern frei arbeiten.

Ich habe übrigens schon viele Bücher zum Thema Bindungsangst durch und es kommt immer "nähe suchend raus" bei den Tests. Ich blick auch langsam nicht mehr durch. Natürlich regen mich die klammernden Männer auch auf. Vielleicht habe ich auch Angst vor zu viel Nähe und suche unbewusst auch die Nähe meidenden Männer, also Männer die noch mehr Angst vor Nähe haben?
Ähnlich wie @Mandoline hätte ich auch gesagt, dass ich eher Nähe suche. Aber den Rückzug brauche ich auf jeden fall als hochsensible.
 
  • #20
das wäre schön. Einer, der sich selbst beschäftigen kann, gern in seine Bastelwerkstatt geht. Ich lese unheimlich gerne und möchte da auch meine Ruhe. Also ein schönes Zusammeleben, bei dem jeder gern seinen Interessen nachgehen kann.
Super! Das würde ja heissen, das Du überhaupt gar kein großes Nähebedürfnis hättest, und ein super einfacher Partner wärst.
Aber das kaufe ich Dir nicht ab !

Denn so etwas Ähnliches (brauche Zeit für mein Hobby) hat meine Frau (als wir uns kennenlernten) nämlich früher auch gesagt, nur um mir heute die Hölle heiß zu machen, wenn ich von max. 2-3 Abenden wo ich (oder sie) zuhause bin, auch noch in die Werkstatt gehen würde (was automatisch bedeutet, dass ich bis spät nachts dort beschäftigt bin).

Hinterfrage Dich mal selbst, ob Du das wirklich so meinst, wie Du es hier schreibst.
Ich befürchte, Du hast doch eine größeres Nähebedürfnis, als Du es Dir selbst eingestehen möchtest. Und das ist für uns Männer nicht besonders attraktiv.
 
  • #21
Ich habe eine Frage.
Wie ist man bitte emotional abwesend?
Entweder bin ich da, weil ich da sein will .... oder ich bin da, weil ich muss und wäre gerne woanders .... oder ich bin weg.
Also für mich wäre das schlimm, wenn ich die ganze Zeit mich auf meine Freundin konzentrieren müsste - da würde mir die Lust schnell vergehen, ich wäre ganz schnell wieder Single.
 
  • #22
Hallo Irina,

es ist gut, dass Du reflektierst und Dein bisheriges Verhalten in Partnerschaften oder der Beziehungsanbahnung hinterfragst.

Laut Literatur gibt es verschiedene Bindungstypen: den ängstlichen, den unsicher-vermeidenden und den sicheren. Wenn wir in der Kindheit selbst keine sichere Bindung erfahren haben, suchen wir uns oft (unbewusst) einen Partner, der genauso ist. Die Konsequenz ist, man klammert oder weicht aus. Auf jeden Fall leidest Du.

Bei einem Mann, der eine sichere Bindung erfahren hat, wirst du sehen, dass sich viele Deiner Ängste relativieren. Er hat in der Regel kein Problem damit, wenn Du Deine Freiheiten brauchst oder auch mal mehr Nähe. Ich finde, im Kontakt merkt man meist sehr schnell, ob der Mann in sich ruht und wie er mit Deinen Unsicherheiten umgeht (gelassen oder gestresst ?).

Bevor Du aber den Blick zu sehr auf den potentiellen Partner wirfst, ist das Beste, erstmal mit sich selbst ins Reine zu kommen: Deine Ängste und Verhaltensmuster zu hinterfragen, die Dich so handeln lassen.

Du wirst sehen, dass Du bestimmte Männer dann nicht mehr anziehst oder zumindest Signale früh erkennst, um handeln zu können.

Ich empfehle Dir auch das Buch: "Warum wir uns immer in den Falschen verlieben."

Es ist vielleicht eine Möglichkeit, Dich innerlich weiterzubringen.

Ich wünsche Dir alles Liebe !
 
  • #23
Ich habe eine Frage.
Wie ist man bitte emotional abwesend?
Das ist ganz einfach. Das sind ganz viele Menschen wenn sie z.B.
- in einer Beziehung aber gerade dabei sind sich neu zu verlieben
- in tiefer Trauer (weil z.B. Eltern verloren)sind aber versuchen dem Beziehungsleben dennoch gerecht zu werden.
- oder in Affairen in denen man einen Teil der Freizeit und den Sex teilt aber keine Gefühle.

Mir passiert das häufig, wenn ich mich gerade thematisch intensiv mit einer Sache beschäftige, auch wenn es nur gedanklich ist, und mein Partner in dem Moment Kust auf Sex hat. Dann schalte ich äußerlich um, begebe mich mit in die von ihm herbeigeführte Situation, bin emotional allerdings nicht vei der Sache, sondern simuliere gefühlsmäßige Anwesenheit ein wenig.
Die ist immer dann der Fall wenn mir die andere Sache nicht so wichtig ist um meinen Partner in seinem Nähebedürfnis zurückzuweisen, ich dennoch nicht 'abschalten' kann.
 
  • #24
@Tom: hast du dich damit noch nie auseinandergesetzt? Das bedeutet, dass der Mann wie eine Art Mauer um sich herum hat. Er ist zwar körperlich anwesend, aber man hat das Gefühl nicht dagegen anzukommen. Er verschließt sich und lässt die Frau nicht in seine Gefühlswelt hinein. Er redet nie über Probleme und was ihn beschäftigt. Er ist immer um Lösungen meiner Probleme bemüht, aber er zeigt kein Verständnis oder hört einfach zu. Er zeigt null Empathie. Das ist das was mich an diesen distanzieren Männern eben immer zur Verzweiflung getrieben hat.

es ist gut, dass Du reflektierst und Dein bisheriges Verhalten in Partnerschaften oder der Beziehungsanbahnung hinterfragst.
vielen lieben Dank dir. Ja das mache ich immer gerne, um mich weiterzuentwickeln.
 
  • #25
es kommt immer "nähe suchend raus" bei den Tests. Ich blick auch langsam nicht mehr durch. Natürlich regen mich die klammernden Männer auch auf.
Es gibt wohl kaum eine Frau, die einen klammernden Mann auf Dauer attraktiv findet oder mit dem einsamen Wolf lebenslang glücklich sein kann - es sind Extreme. Auf der anderen Seite sind Männer statistisch gesehen grundsätzlich weniger Nähe-bedürftig. Besonders diejenigen, die "Männlichkeit" ausstrahlen, und oftmals aufgrund dessen besonders attraktiv sind.

Ich denke nicht, dass du etwas falsch machst. Du wünschst dir - wie die meisten Frauen - eben einen männlichen Mann. Als Hochbegabte darf es allerdings nicht der muskulöse, aber intellektuell tumbe Maurer sein, sondern er soll auch geistig etwas auf dem Kasten haben. Als HSS hast du zudem das Bedürfnis, regelmäßig stimuliert zu werden. Das Lebenstempo muss ebenfalls zusammen passen, damit sich Ruhe- und Stimulationsphasen treffen können.
Statistisch gesehen hast du einfach eine sehr, sehr kleine Zahl an Kandidaten, auf die dies überhaupt zutrifft. Ich weiß aus eigener Erfahrung, wie schwer das ist.

Was kannst du aktiv tun, um deine Chancen auf erfülltes Liebesglück zu verwirklichen?
1. An deinen Verlustängsten arbeiten. Du willst einen männlichen Mann, daher musst du damit klar kommen, dass er sich so verhält, dies aber keinen Liebesentzug bedeutet. Lies ein wenig über die Unterschiede zwischen Männern und Frauen - ich fand dies sehr erhellend und fand, es hat zu Akzeptanz so mancher kruder männlicher Verhaltensweise geführt, die mich früher doch sehr irritiert, genervt oder gar verletzt hatte.

Z. B. gibt es zum Thema "emotional abwesend" eine recht amüsante Literatur, die besagt, dass im Männerkopf nur eine Schublade gleichzeitig offen sein kann. Beschäftigt ihn ein Problem, ist er so lange nicht für dich greifbar, bis das Problem gelöst ist etc. Entsprechend muss Frau ihre Belange auf die Zeiten verlegen, in denen er grad keine andere Schublade offen hat. Etwas nervig für Ungeduldige - aber so sind die Regeln, und mit etwas Training klappt das ganz gut (finde ich).
2. Fokussiere deine Bedürfnisse nicht nur auf den Partner, sondern versuche, sie auch ohne Mann bestmöglich auszuleben. So kannst du deine "sensations" auch leben, wenn er sich gerade in seine Modelleisenbahn vergraben hat, ohne dass es dich weiter stört. Wenn du diese Connections bereits hast, dann nutze sie in der Partnerschaft unbedingt weiter.
3. Mach dir eine Kriterien-Liste für die Auswahl des für dich passenden Mannes. Was ist absolut unverhandelbar (ich würde tippen: Intellekt und einer der Extreme) und was wäre gut tolerierbar (z. B. ein Introvertierten-Hobby 3 x die Woche), weil du das aus eigener Kraft kompensieren kannst.

Abstriche sollte niemand machen, das geht eh nach hinten los, allerdings kann man selbst an einigen Schräubchen drehen um die Akzeptanz merkwürdiger männlicher Verhaltensweisen verbessern zu können.
 
  • #26
in Mann der auch Nähe braucht wäre für mich geeigneter. Ist man aber für diese Männer überhaupt interessant? Habt ihr Erfahrungen mit zu viel Nähe oder Distanz?
Zu viel theoretisieren hilft auch nicht immer.

Es ist zunöchst ein Riesenvorteil dass Du auch eigenständig gut mit Dir kannst, geht mir genauso.

Was die Beziehungsanbahnung betrifft muss es eben BIDIREKTIONAL funken - dann kommt der Rest von alleine, weil beide wollen. Und das auch beide merken bzw fühlen. Wenn's nur einseitig ist wird es nichts.

Er verschließt sich und lässt die Frau nicht in seine Gefühlswelt hinein. Er redet nie über Probleme und was ihn beschäftigt. Er ist immer um Lösungen meiner Probleme bemüht, aber er zeigt kein Verständnis oder hört einfach zu. Er zeigt null Empathie.
Auch hier: zunächst einmal ist kein Mensch verpflichtet sein Innerstes zu öffnen. Das ist der privateste Bereich, und diesen schützt man wohlweislich.

Männer dürfen keine Schwäche zeigen, das ist evolutionsbedingt. Frauen hingehen als das "schwache, zu beschützende Geschlecht" hingegen schon (deswegen öffnen sich Frauen auch diesbzgl schneller). Was sich über Jahrtausende entwickelt hat, wirst Du nicht ändern können. Also bleibt Dir nichts anderes übrig als es zu akzeptieren.

Der letzte Halbsatz und ganze Satz hingegen ist aus meiner Sicht sehr sehr bedenklich: ein überzeugter Typ, der meint die Lebensweisheit gepachtet zu haben. Aber keine Kommunikationsskills besitzt.

m, 39
 
  • #27
Auch hier: zunächst einmal ist kein Mensch verpflichtet sein Innerstes zu öffnen. Das ist der privateste Bereich, und diesen schützt man wohlweislich.
Dann kann keine emotionale Bindung und Nähe entstehen, wenn sich einer verschließt! Da steht die Frau bei einem Partner vor verschlossenen Türen und kann sich genauso gut umdrehen und weg gehen. Das innerste nicht zu öffnen ist kein Privileg des männlichen Geschlechts! Es ist eine Frage des Vertrauens! Wen eine Person, ob männlich oder weiblich, dem Partner nicht vertraut, dass er verstanden in seinen Bedürfnissen und Wünschen ist, weil er bereits schlechte Erfahrungen machte und das Vertrauen missbraucht wurde oder noch schlimmer abgelehnt oder gar missachtet wurde, so gräbt sich dieser Schmerz tief ins Unterbewusstsein ein und man öffnet sich nicht mehr, um nicht wieder verletzt zu werden! Man beschliesst unbewusst, die Seele vor Verletzungen zu schützen und genau das wollen Männer ja tun und beweisen damit implizit, dass sie auch Gefühle haben aber diese nicht zeigen!

Die Männer/die Jungs wurden einfach anders sozialisiert als Mädchen! Ihnen wurden die Gefühle ausgetrieben und sie durften keine „soft Feelings“ zeigen wie Zuneigung, Zärtlichkeit, Bedürfnis nach Nähe, Trauer, Unsicherheit und Angst! Das gilt als zu weiblich, doch sie sind ein richtiger Mann! Man sieht nur häufiger Männer, wie liebevoll und zärtlich sie mit Tieren umgehen, wenn sie eine Katze streicheln. Da können sie zärtliche Gefühle ausleben, weil eine Katze sie emotional nicht verletzen kann. B.Bradot - enttäuscht von den Männern - wandte sich den Tieren zu und meinte, Tiere würde einen Menschen nie enttäuschen!

Solange man(n) nicht erkennt, dass sanfte und zärtliche Emotionen zu Menschsein gehören und nicht nur zum weiblichen Geschlecht und diese Gefühle akzeptieren, wahrnehmen, zulassen und ausleben/zeigen, spalten sie einen Teil ihrer Persönlichkeit ab sogar den wichtigsten Teil, denn alle Menschen werden meistens von ihren unbewussten Emotionen geleitet.

Es ist eine enorme Stärke und keine Schwäche, die Gefühle zu zeigen die man(n) spürt! Das macht auch einen Mann sehr authentisch, sehr menschlich und sehr sympathisch.
Ein Mann der Trauer, Verwirrung, Unsicherheit, Angst zeigt, ist nicht automatisch unmännlich, weil er nicht jeden Tag diese „schwachen“ Gefühle hat oder zeigt. Es hängt von einer konkreten Lebenssituation ab, die einem Mann/einer Frau viel abverlangt. Es wäre völlig abwegig bei einem Todesfall keine Trauer und Tränen zu zeigen, Wut, Hoffnungslosigkeit, Verzweiflung und Schmerz.

Zeigt ein Mann so etwas gar nicht, obwohl er das vermutlich spürt, dann müsste ich mir um den Mann Sorgen machen.
Ein Psychiater sagte mir: die Menschen werden deswegen häufig psychisch krank, weil sie eine Fassade aufrecht erhalten und nicht zeigen, wie sie sich wirklich fühlen oder was sie fühlen. Die Gefühle zu unterdrücken macht erst recht psychisch krank.
 
  • #28
. Das innerste nicht zu öffnen ist kein Privileg des männlichen Geschlechts! Es ist eine Frage des Vertrauens!
Das ist eine Frage des Timings, wann man sich weiter öffnet. Wenn die FS gerade frisch einen Mann kennengelernt hat - wovon ich anhand der Schilderungen ausgehe - finde ich das normal. Schließlich öffnet man sich sukzessive und erzählt nicht sein ganzes Leben.

Sich dauerhaft verschliessen ist selbstverständlich suspekt.
 
  • #29
Männer dürfen keine Schwäche zeigen, das ist evolutionsbedingt. Frauen hingehen als das "schwache, zu beschützende Geschlecht" hingegen schon (deswegen öffnen sich Frauen auch diesbzgl schneller).
@gast_m: ja das ist mir bewusst. Nur irgendwann sollte das Vertrauen insoweit auch da sein, dass man diese Gefühle wie "Angst" oder "Wut" zeigt oder? Wenn der Mann diese Gefühle nämlich abspaltet, dann wird die Frau den Mann niemals richtig kennenlernen. Da fehlt es dann meiner Meinung an Tiefe in der Beziehung. Das ist dann auch ein Wechselspiel. Wenn er mir nicht zeigt, dass er mit da vertraut, wie soll ich dann vertrauen können?