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  • #1

Wie viel Nähe ist noch Freundschaft?

Hallo zusammen,

ich, m Anfang/Mitte 20, bin ein überzeugter Gegner dieser hier schon häufig thematisierten "Freundschaften" zwischen Mann und Frau, die auf viel Zweisamkeit und Exklusivität basieren. Erst recht, wenn es einen Partner/eine Partnerin gibt.

Nun ist es mir schon zwei mal passiert, in für mich sehr intensiven Kennenlernphasen in Tumulte zu geraten. Mir gelang es nicht mehr, den klaren Unterschied zwischen Freundschaft und mehr zu erkennen. Für mich war es eindeutig mehr, am Ende stand stets der von mir herbeigeführte Kontaktabbruch, weil die Gegenseite eine freundschaftliche Verbindung empfand. Dazu muss ich sagen, dass beide vergeben waren. Bei einer weiß ich, dass die Beziehung kriselte, bei der anderen kann ich es nur vermuten.

Jetzt zu meiner Frage: Wo sind Eure Grenzen im Verhalten zum anderen, wenn maximal Freundschaft empfunden wird?

Ich werfe mal einige Verhaltensweisen in den Raum:
- Freund vor mir nicht erwähnen (dafür aber nahezu alle anderen wichtigen Personen)
- Suchen von Körperkontakt
- Sätze wie "für Dich mache ich das" oder "für Dich doch immer"
- sich schon recht früh zum Kaffee einladen lassen
- extrem freundliche Textnachrichten mit sehr deutlichen Sympathiebekundungen
- Identifikation mit meinen "Leidenschaften", indem z.B. die Farben meines Lieblingsvereins beim gemeinsamen Fußball schauen getragen werden ("für Dich mach ich das")

Ich finde es Wahnsinn und auch respektlos allen Beteiligten gegenüber, so kopflos und emotional zu agieren und empfinde es sogar als Spiel mit mir. Aus diesem Grund versuche ich stets, schnell Klarheit zu schaffen und mich in so etwas emotional nicht allzu sehr zu verstricken.

Ich sehe auch nicht ein, dass am Ende derjenige der Depp ist, der mehr gesehen hat, als tatsächlich da war. Schließlich hat auch die Gegenseite eine Verantwortung, klare Verhältnisse zu schaffen.

Deshalb nochmal meine Fragen:
1. Wo zieht ihr im Umgang miteinander die Grenzen?
2. Wird das mit zunehmendem Alter der Damen (die beiden Besagten waren Anfang 20) nochmal besser/ruhiger/reflektierter?
 
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  • #2
Schwierige Frage. Du scheinst ja ein ziemlich rationaler Typ frei von jeglichen Leidenschaften zu sein. Dennoch gerätst du hin und wieder in Tumulte. Nun, erstes Anzeichen für Spielereien ist doch schon mal, dass deine beiden Freundinnen sich in Partnerschaften befanden. Das hätte dir schon eine Warnung sein müssen. Aber anscheinend liebst du ja eher den "lockeren" Typ Frau, der gerne flirtet und gerne provoziert. In dem Alter wollen sich viele Mädels noch immer ausprobieren und sehen, was gehen könnte (Konjunktiv!). Wenn du das nicht willst, dann solltest du dich einfach nach einer ebenso rationalen und verkopften Frau umsehen, die solche Spielchen nicht nötig hat.
Ansonsten müsstest du unterscheiden lernen zwischen lockerem Spiel ("für dich mach ich das doch gerne" - dass solche Sprüche reine Flirtereien sind, liegt doch auf der Hand) und ernsthaftem Interesse (das sich nicht durch überfreundliche Sympathiebekundungen äußert). Sympathiebekundungen sind auch nicht unbedingt Zeichen vonVerliebtheit, sondern eben wie der Name schon sagt, Sympathiebekundungen.
Nachvollziehbar, dass du nicht immer der Depp sein willst, aber wenn du Grenzen ziehen willst, dann klär gleich von Anfang an ihren Beziehungsstatus, lass keinen Körperkontakt zu, reagiere nicht auf überschäumende SMS und frag hin und wieder mal, was eigentlich ihr Partner zu eurem kleinen Techtelmechtel meint....-
 
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  • #3
Ich finde nur den ersten Punkt - Freund verheimlichen- unangebracht, alles andere finde ich normal in einer Freundschaft, da sehe ich als Frau mit Mitte 30 keine Grenze überschritten.
Ich befürchte, da war dein Wunsch Vater des Gedanken....
 
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  • #4
Ich verstehe Dein Problem nicht. Du bist ein Gegner von Mann/Frau Freundschaften.

Ja also dann lass es einfach !

Ich bin der Überzeugung, dass es eine Freundschaft zwischen Mann und Frau nicht geben kann. Einer der Beteiligten empfindet IMMER mehr als der andere. Eine kleine Ausnahme gibt es wohl - wenn man als Kind schon gemeinsam aufgewachsen ist.


Wenn Du diesen Problemen aus dem Weg gehen möchtest, dann such Dir einfach keine Frauen als "Freunde".

m37
 
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  • #5
Ich kenne im Gegensatz zu dir sehr gute echte Freundschaften zum anderen Geschlecht und bin ganz und gar nicht der Meinung, dass ich als Mann mit Frauen entweder im Bett landen muss oder sie ignorieren sollte. Mit manchen kann man durchaus nette Dinge machen wie z.B. reden. :) Und mit einem Partner hat das nur dann etwas zu tun, wenn man - wie du - im Unklaren ist, was Freundschaft eigentlich ist.

Ich denke du missverstehst den Begriff "Freundschaft". Es ist doch keine Freundschaft zwischen zwei Menschen, wenn es im Bett nicht klappt. Oder bezeichnest du alle Männer als Freunde, nur weil du keinen Sex mit ihnen hast? Freundschaft braucht Zeit und ist nicht "mehr" oder "weniger" als eine Beziehung, sondern einfach ganz was anderes. Und zwar etwas enorm Wichtiges und Wertvolles.

Werde dir einmal dessen bewusst, was es heißt, eine Beziehung zu haben. Und was es heißt, eine Freundschaft zu pflegen. Ich vermute mal, dass du darüber noch überhaupt nie nachgedacht hast. Dann würdest du solche Fragen wie hier nämlich gar nicht stellen. Der Unterschied ist wie Tag und Nacht, und die Unterscheidung meist gar kein Problem.

Es kann natürlich passieren, dass man Gefühle für einen anderen Menschen entwickelt, die der aber nicht teilt. Da hilft nur reden. Würdest du die Möglichkeit in Betracht ziehen, dass eine Frau für dich freundschaftliche Gefühle haben kann, würdest du nicht so aus allen Wolken fallen. Du denkst offenbar, dass eine Frau nur Kontakt mit dir haben möchte, wenn sie dich sexuell anziehend findet - weil du ja auch Kontakt mit Frauen ablehnst, wenn es nicht um "das Eine" geht. Es denken aber nicht alle Menschen so, und so kommt es zu solchen für dich unschönen Überraschungen.
 
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  • #6
Frauen sind ja bekannt dafür, daß sie im Falle einer Unstimmigkeit nicht darlegen wollen, was sie eigentlich konkret stört. Das Argument „es war nur Freundschaft, denn ich bin in festen Händen” erspart ihnen jegliche weitere Rechtfertigung. Hätte hingegen alles gepaßt, wäre der ominöse feste Freund nie auch nur mit einem Sterbenswörtchen erwähnt worden.
 
  • #8
Entweder sie waren scharf auf dich oder du solltest der neue beste (am liebsten schwule) Kumpel werden.

Und die Damen hier würden es sicher auch nicht so toll finden, wenn sie Single wären und der neue Bekannte, anbahnende Freundschaft zu nette "süße" SMS schreiben würde und oft Körperkontakt etc, herstellen würde, obwohl er in ner Beziehung ist, die aber nur am Rande erwähnt.
Oder würde da wieder das Ego durchkommen, weil man "umworben" wird?
 
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  • #9
'Freundschaften' zwischen Männern und Frauen sind oft heikel. Es ist durchaus möglich, aber auch ich hatte in der Vergangenheit oft Schwierigkeiten das zu trennen. Und ehrlich gesagt stand ich auch irgendwie auf fast alle meiner 'Freundinnen'. Wenn ein Mann und eine Frau viel Zeit verbringen, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass zwischendurch mehr als nur platonische Signale gesendet werden.

Wie gesagt, manche werden schwören, dass das immer wunderbar klappt. Bei mir war dem nicht so. Früher oder später wollte entweder 'die Freundin' mehr oder ich. Das war fast immer so. Das hat unsere Freundschaft fast immer verändert bzw. aufgelöst. Manchmal kamen wir zusammen und manchmal war das einem von uns beiden zu viel, da das Interesse der Gegenseite Freundschaft nicht überstieg.

Besteht ein Ungleichgewicht (einer steht tatsächlich auf den anderen, bzw. merkt das irgendwann) ist eine normale Freundschaft kaum noch möglich. Jedenfalls für mich nicht. Wenn ich die ganze Zeit eine Frau um mich herum habe die ich toll finde, dann wird das irgendwann anstrengend und ich kann nciht mehr so entspannt sein und mich so geben, wie das in einer platonischen Freundschaft üblich ist.

Aber jeder ist da anders. Heutzutage kommunziere ich von Anfang an und sehr direkt was genau ich will. Ich habe eine gute Freundin und zwei Bekannte die ich nicht so oft sehe. Wir kennen uns alle recht lange. Und das nach 33 Jahren. Also im Vergleich zu den männlichen Freunden ist das eine winzige Zahl. Und das liegt wohl daran, dass ich das stets trenne, gerade weil es eben oft zu Verwirrungen geführt hat. So wie vielleicht bei dir.
 
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  • #10
Hier der FS:

Zunächst möchte ich mich gegen den Vorwurf wehren, ich würde zwischenmenschliches Miteinander zwischen Mann und Frau auf sexuelle Komponenten beschränken.

Darum geht es mir nicht! Ich habe in meinen Überlegungen nicht ein mal über Sex nachgedacht, sondern über die erlebte Exklusivität! Ich habe eine starke Fokussierung meiner Person empfunden, Identifikation und die Fähigkeit, mich auch ohne Worte zu lesen und zu verstehen. Mir ging es nicht gut. Noch bevor ich ein Wort darüber verlor, war sie da, sie hat es mir im Vorbeigehen angesehen.

Ihr Partner wurde wie gesagt aus unseren Gesprächen ausgeklammert, selbst wenn es um unser Umfeld und deren Rolle ging.

Ich habe uns als gutes Team wahr genommen, häufig trafen sich unsere Blicke und die waren alles andere als flüchtig.

Ich wurde auch von anderen angesprochen, denen dies aufgefallen ist.

Also: Es geht nicht um Sexualität, sondern Exklusivität. Selbstverständlich habe ich weibliche Bekannte, einige sind auch in Partnerschaften. Da hat aber keine Seite Interesse an intensiver Zweisamkeit (z.B. im Café), wir flirten nicht im Ansatz und der Partner ist stets präsent in Gesprächen und Erzählungen. Da ist alles glasklar und sauber abgesteckt. Ich schrieb ja auch, dass ich Freundschaften ablehne, die auf ZWEISAMKEIT UND EXKLUSIVITÄT beruhen.

Ich bin persönlich erschrocken über die Art und Weise, wie man Spielereien mit Partnern und "Freunden" verharmlost.

P.S. Als ich feststellte, dass andere Mitmenschen in unserem Umfeld, die sie genau so lange kennen wie ich, sehr wohl über ihren Freund Bescheid wissen, inkl. Details über das, was er beruflich tut, habe ich direkt das Gespräch gesucht und meinen Unmut über das Verschweigen mir gegenüber deutlich gemacht. Und da muss ich #5 Recht geben: Plötzlich, als sie sich durch meinen Unmut angegriffen fühlte, ist dieser ominöse Partner die Begründung dafür, dass wir ja nur freundschaftlich verbunden sind.

Mit klaren Ansagen, einigen Blicken weniger und Gesprächen über den Freund mit mir (wie mit anderen), wäre überhaupt nichts passiert. Ich hätte sie doch zum Beispiel nie zum Kaffee eingeladen!

Aber so erscheint es als Spiel, das letztlich nur Verlierer kennt. Aber offensichtlich in der Öffentlichkeit geduldet wird. Schade!
 
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  • #11
Du sprichst von zwei "intensiven kennlernphasen": von wie vielen Wochen/Monaten sprechen wir hier? Wie intensiv kannst du sie kennen, wenn du nichts über Partner und Privatleben gewusst hast? Wie schnell hast du dich denn da dann verliebt? Nach einem Kaffee? Warum hast du denn nicht aktiv nachgefragt? Warum hat dir denn keiner von den Bekannten, denen aufgefallen ist, was für ein tolles Paar ihr seid, von ihrem freund erzählt, wenn alle anderen davon wussten?
Du machst es dir hier schon einfach! Schieb nicht die Schuld auf sie, wenn du mehr Interesse hats, ist es auch deine Aufgabe rauszufinden, ob sie Single ist und Interesse hat! Warum hast du denn ihren Beziehungsstatus nie ausgelotet? Sie soll aktiv werden, obwohl es aus ihrer Sicht gar keinen Grund dazu gibt und du, der den Grund hat, musst nicht aktiv werden?
Das hast du dir selbst zuzuschreiben: kläre Fronten und fertig.
Ich gehe auch mit. männern Kaffee trinken - muss ich da - wenn man im gleichen Bekanntenkreis unterwegs ist - in jedem dritten Satz erwähnen, dass man verheiratet ist?
Die Damen haben sich ja ganz offensichtlich nicht exclusiv auf dich fokussiert: sie hatten einen Freund und da euch Bekannte zusammen gesehen haben, seid ihr ja auch nicht allein unterwegs gewesen. Hast du dir da nicht nur etwas eingebildet? Frauen aind oft sehr empathisch und wissen schnell, wenn es jemandem z.B. schlecht geht: da muss ich nicht verliebt sein....Und ein gutes team ist auch nicht zwangsläufig ein Liebespaar....
 
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  • #12
ich kann dir nur raten (gebundene) Frauen nicht sofort nah an dich ranzulassen, dann kommst du emotional nicht in so eine Lage. Ich würde auch direkt nachfragen ob diejenige einen Freund hat bevor du dich mit ihr auf eine nähere emotionale Bindung einlässt. Hat sie eine Beziehung, kannst du direkt auf Distanz gehen um dich selber zu schützen.
Du bist wohl nicht der Typ der locker und flirtig agiert, du bist denke ich eher rational und ehrlich und für solche Spielereien nicht zu haben. Das ist vollkommen in Ordnung. Ich bin w und habe mit Männern das gleiche erlebt, man darf auch Grenzen setzen. Ich hatte mal einen Freund mit dem alles wunderbar begann, er hat mir aber seine Freundin verschwiegen und ich habe es zufällig erfahren. Ich war viel zu naiv und extrem auf der Suche nach einem Partner- da legt man jedes Wort auf die Goldwaage und macht sich oft zuviel Hoffnungen und wird schnell zum Spielball....
 
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  • #13
Nochmal der FS:

Manche Beiträge öffnen mir tatsächlich mehr und mehr die Augen und zeigen, warum Partnerschaften immer weiter an Wert verlieren. In Beiträgen wie #10 wird dem vergebenen Part sogar gänzlich die Verantwortung abgenommen. Wenn man dies zu Ende denkt, heißt das nichts anderes, als dass ich mich in einer Beziehung befindlich gegenüber anderen benehmen darf wie ich will, da der Gegenüber die alleinige Aufgabe hat, meinen Beziehungsstatus HERAUS ZU FINDEN.

Was ist das denn für ein Ansatz?

Umgekehrt erscheint es mir logischer: Wenn ein vergebener Part es nötig hat, anderswo Zweisamkeit, Nähe und Bestätigung zu tanken, hat ER die Verantwortung, für klare Verhältnisse zu sorgen. Und ganz ehrlich: Erlebe ich so etwas bei Dritten, kann ich die parallel bestehende Partnerschaft nicht für voll nehmen.

Im Übrigen gab es neben gemeinsamer Zeit im gemeinsamen Umfeld auch viel Zeit zu zweit. Sonst gäbe es doch diesen Thread gar nicht.

Aber richtig ist: Ich habe die Verantwortung für mein Wohlergehen. Deshalb enden diese Konstellationen auch im Kontaktabbruch.
 
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  • #14
Was Du erlebst ist Warmwechsel mit Rücktrittsversicherung. Gemünzt auf anständige Menschen wie Dich, die normales Warmwechseln ablehnen würden. Deshalb darfst Du von dieser Absicht auch nichts merken, so lange, bis sie sich Deiner ganz sicher ist. Erst von diesem Moment an beginnt sie abzuwägen, ob sie überhaupt wechseln will. Falls nicht, wird sie abstreiten, es jemals in Erwägung gezogen zu haben, denn selbstverständlich will sie dann ja den alten Zustand beibehalten. Und das funktioniert nur, wenn sie Dir einreden kann, daß da von ihrer Seite nie etwas war.
 
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