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  • #1

Wie viel über die bisherigen Partner erzählen?

Wie viel verratet ihr dem neuen Partner über Eure bisherigen Beziehungen?

Ich hatte nur eine ernste Beziehung in der es keine Geheimnisse gab und wenn ich mir vorstelle einem neuen Partner alles beichten zu müssen, geht das gegen meine Prinzipien! Ich möchte auch nichts über seine Partnerinnen wissen, ich finde es sehr abtörnend! Außerdem ist es den Ex-Partnern gegenüber auch nicht fair, finde ich? Aber was wenn ein Mann darauf besteht Einzelheiten zu erfahren? Macht man damit mehr kaputt? Ich finde schon...Was sagt ihr Männer dazu?
 
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Gast

  • #2
Ich konnte mir das früher auch nicht vorstellen. Ich führe jetzt jedoch eine Beziehung, in der absolute Offenheit herrscht und wir uns auch von früheren Beziehungen erzählen. Wenn du weißt, was er hatte, weißt du, was du bekommst ;-)
Ich sehe das mittlerweile völlig unproblematisch. Ganz im Gegenteil es schenkt mir Selbstbewusstsein und Souveränität.
 
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  • #3
Ich sage auch nichts und wenn, dann höchstens Positives.
Negatives kann vom neuen Partner leicht manipulativ benutzt werden ("deine Ex hat ja auch gesagt, du bist zu ... [hier beliebiges Wort einsetzen])."
 
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Gast

  • #4
liebe fs,

was ich über vergangene partnerschaften erzähle, bestimme ausschließlich ich, wer sonst?
ein partner hat in dem bereich auf gar nichts zu "bestehen", dem liegt ja schon ein generalverdacht zu grunde oder er ist ein kontroll-freak, bei beidem würde ich schnell das weite suchen oder er ist unsicher und will so sicherheit gewinnen, aber das halte ich für sein problem...

ich bin auch oft verwundert, was mir über ex-en ungefragt alles erzählt wird....

vom typ her erzähle ich gerne und kann auch eine schleppende unterhaltung in gang halten oder heikle themen ohne scheu bestreiten.
wenn ich über vergangene partnerschaften erzähle, dann freiwillig, weil ich möchte, dass er nicht im "luftleeren" raum hängt und sich vorstellungen machen kann, mit wem er es hier zu tun hat, dabei gelten grundsätze, wenn ich vergangene partner personalisiere, halte ich mich getreu an das sprichwort "was du nicht willst...." und mache meine auffassung von gehabten problemen nicht zur wahrheit letztem schluss, d.h. ich mache meine vergangenen partner nicht schlecht, grundsätzlich nicht. falls mein gegenüber das tut, dann weiß ich, woran ich bin, ich bin die nächste, über die er abfällig spricht und meist handelt es sich um einen menschen, der sehr schnell abwertet, überhaupt... das schaue ich mir dann besonders an und wenn ich es bestätigt finde, wird das nichts mit uns.
über dinge, die mir in einer partnerschaft wichtig sind, oder von denen ich weiß, dass sie zu problemen werden können, kann ich auch sprechen, ohne mich auf einen konkreten partner zu beziehen, denn diese dinge haben ja mit mir zu tun, andere erleben das völlig anders.

ausfragen lasse ich mich grundsätzlich nicht, die persönlichen mitteilungen, die man einander macht, betrachte ich als geschenk, in dem sinn, sich eben für einen bestimmten menschen zu öffnen. geschenke gibt man - gerne und von selbst - wer hier erwartungshaltungen aufbaut, zu wenig takt hat um ggf. auch mal zu warten oder gar auf etwas "besteht", mit dem will ich mein leben nicht verbringen, er wird es weiterhin so tun...

dir alle liebe

w
 
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  • #5
Es ist nicht wichtig. Ich will es von der Frau nicht wissen, und ich will von ihr auch nicht befragt werden. Das einzige was ich wissen will ist der Trennungsgrund. Darüber hinaus gehe ich davon aus, daß der Mensch, der jetzt zu mir gehört, einer von der anständigen Sorte ist, sich also nichts hat zuschulden kommen lassen, das dann zur Trennung führte.
 
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  • #6
Ich sehe das wie Du, liebe FS und verfahre am liebsten nach der Devise "don't ask, don't tell". Es gibt an und für sich zwar nichts zu verheimlichen, aber trotzdem behalte ich manches doch lieber für mich. Leider meinen manche Frauen bereits in der Kennenlernphase aber alles erfahren zu müssen und bewerten Diskretion und Privatsphäre als mangelndes Vertrauen.

m/45
 
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  • #7
Wenn Dein neuer Partner Dich konkret etwas fragt, dann antworte halt auch warheitsgemäss. Auch Einzelheiten. Du wirst schon feststellen ob er entspannt zuhört und noch mehr erfahren will, i.e. Du weiter erzählen sollst. Du kannst ja dann relativ wenig sagen wenn Du nicht magst. Eventuell auch begründen wiso wenn es nicht gut ankommt. Will er viele Einzehlheiten erfahren, frag halt auch wiso. Da er es wissen will machst Du auch nichts kaputt. Kaputt machst Du potentiell nur was, wenn Du ungefragt über Einzelheiten redest.

Prinzipiell wollen aber Männer nicht allzuviel von der Vergangenheit wissen. Aber eine Diskussion oder Frage zu vemeiden ist immer kontraproduktiv, auch wenn es gegen Deine Prinzipien ist, Du wirst hier halt ein Kompromiss finden muessen.

Nicht Lügen, wenn das Thema in 5 oder 10 Jahren wieder auftaucht wirst Du eventuell nicht mehr genau wissen was Du gelogen hast oder "aus versehen" die Wahrheit sagen. Glaub mir, Männer merken sich solche Details.

Meine Erfahrung ist, dass Frauen eher einen Bedarf haben über Ihre Vergangenheit etwas zu erzählen.

M44
 
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  • #8
Du mußt zumindest so viel davon preisgeben, daß Dein Gegenüber sich ein Bild davon machen kann, woran es gescheitert ist. Wenn Du z.B. "unterschiedliche Auffassungen von Treue" als Grund nennst, wird jeder annehmen, daß der Mann Dich betrogen hat und Du längere Zeit brauchst, um wieder jemandem zu vertrauen. Genauso gut könnte es aber sein, daß er versucht hat, Deine Treue zu kontrollieren. Das würde dann ganz andere Spuren in Deiner Seele hinterlassen haben.
 
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  • #9
Mit meinem Partner rede ich nicht über vergangene Beziehungen, das interessiert doch niemanden. Man soll vorwärts schauen und sich miteinander auseinandersetzen. Die Situation ist ohnehin immer neu und man soll und kann Erlebtes nicht immer auf die neue Beziehung übertragen. Ich hatte auch noch nie eine Partnerschaft, in der dieses Thema wirklich von Bedeutung war. Klar wusste man so in etwa, mit wem wer zusammen war. Allenfalls auch ein paar spezielle Begebenheiten, aber das wars dann auch schon.
 
  • #10
Ich möchte auch nichts über seine Partnerinnen wissen, ich finde es sehr abtörnend!
Okay. Also gewisse Eckdaten würde ich schon gerne wissen.

Mein Partner sagt nämlich absolut nichts über seine Exen. Also nichts im Sinne von GARNICHTS.

Weder wann, noch wie lange, noch irgendwelche Namen, noch eventuelle Beziehungsverläufe, noch Trennungsgründe. Oder gar Fotos...
Nur, dass es da vor mir schon Frauen gab; das ist die einzige Aussage.

Nicht mal sein bester Freund, mit dem er seit über 30 Jahren engst befreundet ist und ich locker seit 25, weiß irgendwas davon. Der hat ihn noch nie in Begleitung einer 'fremden' Frau gesehen. Ich selbst kenne ihn ja auch schon sehr lange, also auch seit über zwei Jahrzehnten, allerdings halt früher eher lose. Zusammen sind wir erst seit vier Jahren.

Eine gemeinsame ebenfalls langjährige Bekannte sah ihn vor vielenvielen Jahren mal zufällig Arm in Arm und auch küssend mit einer Frau auf dem Weihnachtsmarkt in einer anderen Stadt. Auch darauf angesprochen (von dieser Bekannten), schweigt er. Wirklich konsequent. "Ich will darüber nicht reden!"

Das ist eine der wenigen Sachen, die mich am Entzückenden echt nerven. Ansonsten gibt es über die komplette Vergangenheit und auch Gegenwart volle Transparenz - nur nicht über die weibliche.

Ich find das auch ein bisserl bescheuert, um nicht zu sagen volle Kanne strange, das derartig geheim zu halten, dass nicht mal der beste Freund, den er mehrmals in der Woche sieht, je was von den Frauen mitbekam.

Mich wurmt das schon, obwohl ich von der Transparenz in der Gegenwart her wirklich nix zu meckern habe. Mich hält er ja auch nicht geheim und hielt das auch von der ersten Sekunde an nie - ginge eh gar nicht bei dem großen gemeinsamen Freundeskreis.

Aber dass es da ein völliges Tabuthema gibt, das immerhin 40 seiner Lebensjahre betrifft, und wo er nicht mal seinen engsten Vertrauten - seinem besten Freund und mir gegenüber - irgendwas rauslässt; da könnte ich ihn schon manchmal würgen, damit er was ausspuckt.

Kannte das auch von meinen Exen nicht die Bohne, so eine abgeschottete Verbannung der Vergangenheit in ein großes schwarzes Verlies, zu dem keiner Zutritt hat.
 
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  • #11
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  • #12
Meine Partnerin und ich sind völlig offen, was unsere Vergangenheiten betrifft. Wenn man in etwas im klaren über die Vergangenheit des Partners ist, dann beugt das unschönen Überraschungen oder einer raschen Trennung vor oder vermeidet von vornherein den Versuch einer zum Scheitern verurteilten Beziehung.

Wenn mir also eine Frau nichts über ihre Vergangenheit erzählen will, dann scheidet sie als Partnerin aus. Ich muß sie als ganzen Menschen akzeptieren können, nicht als Frau ohne Vergangenheit. Lieber sie sagt mir, daß sie als **** gearbeitet hat, als daß sie mir nicht vertraut.
 
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  • #13
ad #9:
" ... volle Kanne strange, das derartig geheim zu halten, dass nicht mal der beste Freund, den er mehrmals in der Woche sieht, je was von den Frauen mitbekam." ....ja, strange, das würde ich - als Mann - exakt auch so sehen. Ex-Beziehungen sind wichtige Teile des gelebten Lebens, und die darf man nicht ausblenden. Eine vertrauensvolle Partnerschaft scheint mir unter dieser Bedingung gar nicht möglich - im Übrigen ebenso wenig eine richtige Freundschaft. Bist du wirklich sicher, dass du tatsächlich eine Beziehung führst ...? Über alles andere reden, aber Bezeihung ausblenden, geht doch gar nicht!
 
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  • #14
Ich gehöre auch zu der Fraktion, die nichts über vergangene Beziehungen erzählt und auch nicht mehr als Eckdaten vom Partner erfahren muß. Für was auch? Ich muss nicht wissen, wer welches Rasierwasser benutzt hat, welche Farbe die Slips hatten und schon gar nicht, was in welchem Bett wo wie wann was praktiziert wurde.

"Teile des gelebtes Leben" - ich war nicht dabei; "Zu dem geworden, was die Person ist" - das "making of" ist für mich völlig uninteressant, ich lebe mit meinem Partner im hier und jetzt. Ihr Vorleben betrifft andere Menschen, andere Charaktere, andere Umstände, andere Zeiten - genauso wichtig und aussagekräftig, wie die Lottozahlen von letzter Woche. Genauso wie bei mir: meine Ex-Beziehungen sind abgehakt, abgearbeitet und keiner Erwähnung mehr wert. Und um meine jetztige Partnerin neu kennenzulernen, brauche ich nicht den Erfahrungsschatz über meine Vorgänger, den erarbeite ich mir lieber selber.

@12
Inwieweit Erzählungen über Ex-Beziehungen in einer neu angefangenen Beziehung als eine Bedingung für Vertrauen einzuschätzen ist, erschliesst sich mir nicht - aber wenn beide meinen, dies müsse für eine glückliche Beziehung sein, ist dies ja OK. Darüber sollte sich aber auch beide Teile einig sein, es denkt nicht jeder so.

Und ich hoffe, meine Exbeziehungen denken genau so, ich wäre "not amused", wenn meine ehemaligen Beziehungsdetails in der Weltgeschichte herumposaunt würden.
 
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  • #15
...Mein Partner sagt nämlich absolut nichts über seine Exen. Also nichts im Sinne von GARNICHTS...
Mich wurmt das schon, obwohl ich von der Transparenz in der Gegenwart her wirklich nix zu meckern habe...
Du bist mit dem hier und heute zufrieden, was kümmert dich dann seine Vergangenheit? Ändert sich etwas, wenn du es erfährst? Wird er dann irgendwie anders? Was, wenn dein Partner vor dir noch nie jemanden hatte und ihm das furchtbar peinlich ist, er sich dafür schämt? Die Expartnerinnen hat er vielleicht nur erfunden, damit er nicht als Volltrottel dasteht. Willst du ihm mit aller Macht dieses Geständnis entlocken, damit er sich erst mal so richtig Scheiße fühlt? Damit hättest du dann ja viel gewonnen.

Sicher ist jeder so geworden wie er/sie ist, weil man eine Vergangenheit hat. Was aber hat der Partner davon diese Vergangenheit zu kennen? Derjenige bleibt doch der Gleiche, egal ob man seinen Wertegang kennt oder nicht. Nur die Sicht des Partners ändert sich. Meist - weil niemand frei von Vorurteilen ist - nicht zum Guten. Der Spruch "Was ich nicht weiß, macht mich nicht heiß" mag bescheuert klingen, doch er trägt viel Wahrheit in sich.
 
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  • #16
Ist doch gut, wenn er nichts über seine Ex-Partnerinnen erzählt. Bedeutet für mich die gehören zur Vergangenheit für ihn. Er hat die Exen überwunden. Er ist frei für eine neue Frau.
 
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  • #17
Am besten so gut wie nichts-das führt nur zu Verunsicherung.
Männer fragen sich unwillkürlich, welche Liebhaberqualitäten der Vorgänger hatte und wieviel er verdient, Frauen wollen einen Hebel finden, um einen schnelleren Zugang zum Innersten des Neuen zu haben, das steht alles dem möglichst unbefangenen Kennenlernen im Wege.
Und wer Leiche(n) im Keller hat (Fremdgehen, Puffbesuche, Konto abräumen,"versehentliche" Schwangerschaft um jemanden zu halten,etc.), der lügt sowieso! Seien wir realistisch...
Eckdaten zu erwähnen finde ich ok (Familiengründungsphase, man hatte sich auseinandergelebt, usw), oder die eine oder andere kleine Anekdote aus einer längeren gemeinsamen Zeit-man muss ja nicht Jahre seines Lebens auslöschen... Wenn ein Mann aber in epischer Breite über seine Expartnerinnen erzählt , jammert oder schimpft, schrillt bei mir der Alarm!
w 45
 
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  • #18
Hier die FS. Danke für die vielen Antworten.

Ich habe eher den Anfang der Beziehung gemeint mit meiner Frage, das erste Jahr z.B. Später kann man ja peu a peu mehr sagen, aber wenn schon von Anfang an ausgefragt wird ist es schon etwas stillos.
Ich hatte eine Erfahrung gemacht wo schon beim zweiten Date zu viel rüberkam weil ich nicht frech sein und seine Fragen unbeantwortet lassen wollte. Dadurch habe ich wohl ein komplett anderes Bild von mir in ihm hervorgerufen, ich vermute durch seine eher negativen Erfahrungen- was ich aus seinem Kommentar schließen konnte. Er hatte keinerlei Verständnis für meine Gründe die zum Beziehungsschluss führten, eher umgekehrt. Deshalb würde ich mich nie wieder auf sowas einlassen, bis die Kennenlernphase vorbei ist und es richtig ernst wird. Er hat sich danach komplett anders verhalten. Klar, wenn man nicht mehr eine "Rätsel" ist wird man uninteressant!

@frizzante: also das Verhalten Deines Partners ist schon ungewöhnlich, aber wenn Du sonst keine Anzeichen findest das etwas nicht stimmt, würde ich es vergessen.


Derjenige bleibt doch der Gleiche, egal ob man seinen Wertegang kennt oder nicht. Nur die Sicht des Partners ändert sich. Meist - weil niemand frei von Vorurteilen ist - nicht zum Guten.
Das kann ich leider bestätigen, wie schon oben gesagt.
Wenn jemand von Frauen oft enttäuscht wurde, sucht er unterbewusst nach einem Grund sie auch als solche abzustempeln. Es ist einfacher als sich die Mühe zu geben sie wirklich kennenzulernen...
 
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  • #19
Meiner Meinung nach sind beide Extreme (gar nichts über den/die Ex erzählen / alle Details ausplaudern) nicht zielführend.

Jeder Mensch hat eine Geschichte - und wenn ich einen Menschen kennenlerne habe ich ein "gewisses" Interesse an seiner Geschichte. Vor allem erklärt es auch das aktuelle Verhalten, insbesondere, wenn die letzte Beziehung an einem markanten Punkt gescheitert ist (Betrug, narzisstisches Verhalten, ...)

Jeder bestimmt das, was er sagt und das, was er nicht sagt. Das ist legitim.

Gar nichts zu sagen, würde mich misstrauisch machen. Intensives Lästern über den/die vergangenen Partner gleichermaßen. Als ich hier Menschen kennengelernt habe, war es komplett normal, dass auch über die letzte Partnerschaft geredet wurde. Sofern das abendfüllend sein sollte, ist dies ein Hinweis, dass derjenige, der das tut zweifelsohne seine letzte Beziehung noch nicht wirklich verarbeitet hat. Ein komplettes Schweigen über dieses Thema fände ich gleichermaßen ein Signal, das etwas im Argen liegt.
 
  • #20
ad #9:
Bist du wirklich sicher, dass du tatsächlich eine Beziehung führst ...? Über alles andere reden, aber Bezeihung ausblenden, geht doch gar nicht!
Da siehste Mal an den weiteren Antworten, wie sich die Meinungen unterscheiden.

Ich finds weiterhin mehr als albern, aber ich frage inzwischen nicht mehr.

Und ja, das ist schon eine Beziehung - nur halt mit einem Informationsloch über eine gewisse Sparte vergangener Lebenserfahrung.

Du bist mit dem hier und heute zufrieden, was kümmert dich dann seine Vergangenheit? Ändert sich etwas, wenn du es erfährst? Wird er dann irgendwie anders? Was, wenn dein Partner vor dir noch nie jemanden hatte und ihm das furchtbar peinlich ist, er sich dafür schämt?
Dass er ein unbeschriebenes Blatt war, als wir zusammenkamen, schließe ich eigentlich schon wegen der Sexualität aus. Da hätte er schon ein unglaubliches Naturtalent sein müssen, wenn dem keinerlei Erfahrungen zugrunde gelegen hätten. Außerdem gibts ja wohl zumindest die Frau vom Weihnachtsmarkt, mit der ihm die Bekannte begegnete vor langen Jahren...

Was das ändert? Ganz einfach, bei einem Mann, von dem ich sicher weiß, dass er langjährige Beziehungserfahrung hat, setze ich mehr Dinge als bereits gelernt voraus in der Beziehungsgestaltung.
Da bin ich deutlich konsequenter, wenn es mal 'Tacheles zu reden' gibt.
So weiß ich nicht, was ich voraussetzen kann und gehe daher eher mit zu weichen Samthandschuhen ran, wenn es was zu klären gibt.
Es fehlt mir dann die innere Argumentationsgrundlage, dass er das und das eigentlich schon wissen und durchhaben müsste. Ich habe ja keine Information darüber.
Das war gerade in den ersten beiden Jahren eine etwas nebulöse und mich auch verunsichernde Basis für Kommunikation.
 
  • #21
Achja, @ # 14, um das mal an einem oberbanalen Beispiel zu erläutern, wo der Unterschied ist:

Er hasst einkaufen gehen. Also, der ganz normale Supermarkteinkauf schon, damit man was zu beißen hat. Shoppen sowieso.
In den Supermarkt geht er mit einer Einkaufsliste, die wird in zwei Minuten abgearbeitet. Klamotten kauft er nur gezielt, vorher wissend, was er will, braucht und wo er das bekommt. Und dann am besten gleich einen Jahresvorrat in einer Viertelstunde.

Jetzt haben wir aber wirklich oft Gäste, die er auch rührend umsorgt und liebevoll bekocht. Und die lade ja nicht nur ich ein, sondern er ganz genauso regelmäßig.

Für die muss aber auch eingekauft werden. Das geht mit ihm nur, wenn man ihm eine Einkaufsliste in die Hand drückt, wo für ihn auch nur die Dinge draufstehen, die auf den ersten Blick im Regal zu finden sind. Vor den Regalen verweilen, um etwas zu suchen; oder sich kurz überlegen, was auf der Liste vielleicht vergessen worden sein könnte, ist nicht. Hauptsache, ganz schnell wieder raus, sonst genervte Ungeduld.

So, wenn ich jetzt einen Mann habe, von dem ich sicher weiß, dass der schon langjährig in Beziehung war, dann setze ich bei dem voraus, dass der schon oft genug mit seiner Dame einkaufen und shoppen war und es kennt. Und dass der das Wissen und die Geduld aufbringt, dass man mit einer Frau nicht im Laufschritt durch die Regale hasten kann. (Obwohl auch ich da wahrlich keine Trödelsuse bin im Vergleich!)

Wenn ich jetzt meinen Partner fragen könnte: "Sagmal, wie haste denn das damals mit der XXX gehandhabt?", dann würde ich eine Antwort erwarten, wie das gehandhabt wurde.
Da ich aber von XXX ja nichts weiß, kann ich ja nur allgemein fragen, wie das früher gehandhabt wurde - und dann kommt die Antwort: "Anders." Nicht wie, denn er redet ja strikt nicht über seine weibliche Vergangenheit.

Das setzt mich ins kommunikative Off. Ich weiß weder, ob eine frühere Partnerin ihn einfach mit einer wasserdichten Einkaufsliste allein losschickte, noch, ob sie dann lieber alleine ohne ihn loszog, weil die Hetze sie aufregte, noch, ob sie da einen Kompromiss mit ihm fand. "Anders" heißt für mich jedoch, dass es scheinbar schon mal einen funktionierenden Modus dazu gab. Und dass ich dem nicht entspreche.

Bei einem Mann, bei dem ich über die Vergangenheit Bescheid wüsste, würde ich auf den Tisch klopfen und sagen: "Ey, das kennst Du seit 30 Jahren, wie das ist, mit einer Frau einkaufen zu gehen! Also gib Ruhe und mach hier keinen künstlichen Stress und Druck, haste früher bei XXX auch nicht gemacht!"

Ich weiß nicht, was er früher mit XXX im Supermarkt gemacht hat, sondern nur, dass es 'anders' war.

Ich muss mich also in solchen Belangen völlig neu mit ihm auseinandersetzen. Wo ich bei einem Mann, von dem ich irgendwas über die Vergangenheit wüsste, davon ausgehen würde, dass er da schon mit Frau A, Frau B und Frau C durch ist und daher Frau frizzante sich darauf berufen kann.

Beispiel banal genug?
 
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  • #22
...Wenn ich jetzt meinen Partner fragen könnte: "Sagmal, wie haste denn das damals mit der XXX gehandhabt?", dann würde ich eine Antwort erwarten, wie das gehandhabt wurde.
Da ich aber von XXX ja nichts weiß, kann ich ja nur allgemein fragen, wie das früher gehandhabt wurde - und dann kommt die Antwort: "Anders." Nicht wie, denn er redet ja strikt nicht über seine weibliche Vergangenheit...
Hier nochmal #14

Dein Beispiel hinkt ein bisschen. Um dir zu erklären, wie er es früher gehandhabt hat, muss er von XXX nichts erzählen, es geht ja um ihn. Und wenn er das "Anders" mit XXX gar nicht mochte, nützt dir diese Lösung ebensowenig. Dann findet er es nämlich wenig prickelnd, wenn du einfach die alte Lösung übernehmen willst. Fand er die Lösung toll, würde er es längst so handhaben. (Die wenigsten Männer sind Masochisten)

Aber wenn du auf derartige Sachen stehst hätte ich auch ein banal abschreckendes Gegenbeispiel:

Stelle dir vor, du hast seit Monaten wahnsinnig langweiligen Sex mit ihm. So richtig Bock scheint er nicht zu haben. Da könntest du jetzt fragen "Sagmal, wie haste denn das damals mit der XXX gehandhabt?". Und da er dir alles über seine Verflossenen erzählt, weißt du bald, wie toll XXX doch im Bett war... Dann wäre es vielleicht an ihm, auf den Tisch zu hauen und zu sagen "Hey, ich habe dir doch nicht umsonst erzählt, wie XXX es immer gemacht hat! Jetzt stell dich gefälligst nicht so an!"
 
  • #23
Ich m42 denke auch, ein Partner hat das Recht auf gewisse Eckdaten. Und wenn ich nichts weiß und auch nichts erfahre, dann wird wohl etwas im Argen liegen und werde extrem vorsichtig oder fange gar nicht erst etwas an. Wenn ich deinen Beitrag so lese glaube ich aber fast, bei dir ist es besser so, wie er es macht.
Achja, @ # 14, um das mal an einem oberbanalen Beispiel zu erläutern, wo der Unterschied ist:
Er hasst einkaufen gehen. Also, der ganz normale Supermarkteinkauf schon, damit man was zu beißen hat. Shoppen sowieso.
Das ging mir auch so, nur nicht ganz so extrem. Als Single ist das inzwischen kpl. anders.


Wenn ich jetzt meinen Partner fragen könnte: "Sagmal, wie haste denn das damals mit der XXX gehandhabt?", dann würde ich eine Antwort erwarten, wie das gehandhabt wurde.
Da ich aber von XXX ja nichts weiß, kann ich ja nur allgemein fragen, wie das früher gehandhabt wurde - und dann kommt die Antwort: "Anders." Nicht wie, denn er redet ja strikt nicht über seine weibliche Vergangenheit.

Das setzt mich ins kommunikative Off. "Anders" heißt für mich jedoch, dass es scheinbar schon mal einen funktionierenden Modus dazu gab. Und dass ich dem nicht entspreche.
Ich weiß nicht, was er früher mit XXX im Supermarkt gemacht hat, sondern nur, dass es 'anders' war.
Es sollte doch für deine Beziehung keine Rolle spielen, wie etwas vorher gehandhabt wurde. Du versuchst darüber wahrscheinlich nur, ihm etwas mehr zu entlocken und wenn das ein Partner ständig mit mir machen würde ... nerv, würd ich abblocken.
Anders ist keine Aussage von besser oder schlechter, sondern einfach anders und sollte dir egal sein.


Ich muss mich also in solchen Belangen völlig neu mit ihm auseinandersetzen. Wo ich bei einem Mann, von dem ich irgendwas über die Vergangenheit wüsste, davon ausgehen würde, dass er da schon mit Frau A, Frau B und Frau C durch ist und daher Frau frizzante sich darauf berufen kann.
Beispiel banal genug?
Auch das sollte keine Rolle spielen. Du hast es doch mit einem neuen Partner zu tun und was XYZ machten ??? Wenn er dir sagen würde er hätte das mal so oder so gemacht würdest Du ihm irgendwann an den Kopf knallen ..... na mit der XYZ ging das ja so oder so viel besser. Und was du hier aufzählst sind Banalitäten aber nichts, was für eine Beziehung wichtig wäre. Du hast vermutlich vorher schon akzeptiert, dass er Dir nix erzählt oder?
 
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  • #24
Ein komplettes Schweigen über dieses Thema fände ich gleichermaßen ein Signal, das etwas im Argen liegt.
Das sehe ich anders. Ich brauchte nichts mehr zu erzählen, weil ich relativ lange Single war und es für den Neuen nicht interessant ist, dass die letzten Männer in meinem Leben sehr wenig gute Bedingungen für eine Beziehung hatte. Denn das war das, was ich hätte über sie erzählen können. Aber über den Ex schlecht zu reden, gehört sich nicht und zeigt einen unguten Stil.

Von daher habe ich nichts erzählt und es stimmt anscheinend, dass es die Männer selten interessiert, wie der Ex so war.

Ich bin jedenfalls noch nie von Männern dazu gefragt worden.

w 49
 
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  • #25
Aber über den Ex schlecht zu reden, gehört sich nicht und zeigt einen unguten Stil.
w 49
Das mag so sein, da ist aber schon der Pferdefuß. Wenn ich z.B. aus einer Beziehung komme, wo das nun mal so war, der/die Ex war z.B: Narzist und hat es richtig krachen lassen, ohne Rücksicht auf Verluste ... was sage ich dem neuen Partner, wenn er danach fragt?
Da bliebe ja nur zu lügen und wenn ich das nicht kann, und/oder will ... gar nichts zu sagen. Dazu würde ich gern mal Meinungen hören.
 
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  • #26
Das mag so sein, da ist aber schon der Pferdefuß. Wenn ich z.B. aus einer Beziehung komme, wo das nun mal so war, der/die Ex war z.B: Narzist und hat es richtig krachen lassen, ohne Rücksicht auf Verluste ... was sage ich dem neuen Partner, wenn er danach fragt?
Da bliebe ja nur zu lügen und wenn ich das nicht kann, und/oder will ... gar nichts zu sagen. Dazu würde ich gern mal Meinungen hören.
Naja, fragt man sowas nicht in der Kennenlern-Dating-Phase, bevor der/die Neue zum Partner wurde?

Sicherlich nicht einfach, aber man kann es ja auch sachlich umschreiben, dass der Ex, die EX ein Narzisst war, aber man darüber nicht groß mehr reden möchte, weil das Vergangenheit ist.

Sollte der Neue danach fragen, was ein Narzisst ist, kann man immer noch auf Fachlektüre verweisen.

Man muss halt geschickt kommunizieren, um nicht in die Schlecht-machen-Presche zu schlagen.

w
 
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  • #27
@24

Ich würde mir darüber nicht allzuviel Gedanken machen, wie #23 schon sagte, wollen die wenigsten Männer detaillierte Erzählungen über die Vergangenheit hören. Erst recht nicht, wenn sie fragen.

Zu Deinem Beispiel: Der Ton macht die Musik - eine sachliche, neutrale und nüchterne Schilderung der damaligen Verhältnisse ist legitim - erst wenn vorwurfsvolle, haßgeprägte und beleidigende Elemente in Richtung Ex dazu kommen, wäre es in meinen Augen ein "schlecht reden".
 
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  • #28
Eine aus meiner Sicht sehr merkwürdige Diskusssion!

Mir haben die Frauen, mit denen ich mich getroffen hatte, IMMER etwas über ihre früheren Partner erzählt und ebenso natürlich auch ich über meine Beziehungsgeschichte. Selbstverständlich keine intimen Details (das hätte mich auch nicht interessiert), aber man hat sich durchaus über ein paar Essentials (z.B. die Dauer der Ehe/Beziehung/Partnerschaft, gemeinsame Interessen, Beruf des EX usw.) ausgetauscht und ich finde, das gehört bei Menschen über 50 mit längerer Beziehungsgeschichte unbedingt mit dazu. Der Ex-Partner ist ja immer auch eine Art Spiegel des Menschen, dem man gegenübersitzt. Wer da Grundsätzliches zu verheimlichen hat, dem könnte ich nicht wirklich vertrauen. Das wäre für mich keine Basis für eine neue Beziehung. Es wundert mich sehr, dass es hier vielen anders zu gehen scheint.
 
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  • #29
.... der/die Ex war z.B: Narzist und hat es richtig krachen lassen, ohne Rücksicht auf Verluste ... was sage ich dem neuen Partner, wenn er danach fragt?
Mich würde es als Frau eher sehr irritieren, wenn ich wüsste, dass der Mann, der sowas über die Ex erzählt, solange das mitgemacht hat und nicht rechtzeitig die Kurve gekratzt hat. Mich würde auch interessieren, inwiefern er selber eine Therapie usw. gemacht hat, weil zu einem richtigen Narzissten, egal ob weiblich oder männlich, der Gegenpart immer Co-Abhängig ist und damit prof. Hilfe bedarf, um die vielen Verletzungen usw. so verarbeiten zu können, dass Er/Sie halbwegs wieder geheilt ist, um eine neue Beziehung halbwegs gesund aufbauen zu können.

w
 
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  • #30
Hier die FS nochmal.

An den letzten Antworten sieht man was ich meine. Wenn ich sagen würde mein Partner war Narzisst, denkt der neue ich bräuchte eine Therapie!? Also bin ich gleich im "Offside".
Bei jedem anderen Grund wohl auch. Ich bleibe dabei, das es einen neuen Partner am Anfang nicht zu interessieren hat wie meine Beziehung ausgesehen hat. Ich meine ja nicht man soll lügen, aber eben nur so viel verraten um die Neugierde zu stillen. Mich würden die Macken seiner Ex auch nicht interessieren.
Das setzt natürlich voraus das man selbst und das Gegenüber "open-minded" sind und nicht mit Vorurteilen und "Altlasten" in die neue Beziehung gehen...damit meine ich "gesund im Kopf"!