• #1

wie weit ist das moralisch (noch) vertretbar???

also um gleich klarzustellen, es geht um eine sehr gute freundin von mir. Sie ist 29 jahre alt und seit 3 jahren in einer festen beziehung. vor 4 wochen hat sie im netz einen gutaussehenden mann (32) kennengelernt. Er ist verheiratet.beiden war klar, das sie gebunden sind. nun treffen sie sich regelmäßig um ins kino zu gehen usw...und ja, die beiden haben auch sex miteinander! die beiden wollen einfach aus dem alltag "entfliehen". das erfordert denke ich sehr viel organisationstalent...die beiden wollen das einfach, um wieder abwechslung zu haben, die berühmten schmetterlinge im bauch haben. sich aufeinander freuen (das kennen beide aus den festen beziehungen nicht). aber kann mir bitte jemand sagen, wie lange das vertretbar ist? ich meine, ich könnte das nicht. das muss man doch sein gewissen abschalten,oder?
 
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  • #2
So richtig verstehe ich deine Freundin nicht. Sie ist erst drei Jahre in einer Beziehung und langweilt sich. Warum beendet sie die bestehende Beziehung nicht bzw. was bindet sie noch an ihren Partner. Ich kann mir kaum vorstellen, dass er der Mann ist, mit dem sie eine Familie gründen und den Rest ihres Lebens verbringen will. Wenn mir mit 29 jahren der Alltag in einer Beziehung schon "auf den Geist" gegangen wäre, hätte ich mein komplettes Leben überdacht und die entsprechenden Konsequenzen gezogen, und zwar ohne meinen Partner zu hintergehen.
 
  • #3
habe ganz vergessen zu schreiben, das die beiden übers wochenende wegfahren oder einen kurzurlaub irgendwo machen.die beiden führen fast sowas wie eine beziehung - nur eben nach Terminkalender....
 
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  • #4
Ich für meinen Teil finde das überhaupt nicht vertretbar. Beide hintergehen ihre(n) Partner(in). Das ist für mich mit meinem Gewissen absolut nicht vereinbar.
Es mag Situationen geben, die einen Ausrutscher (einen einmaligen) erklären und daher entschuldigen können. Der Mensch ist kein rein rationales Wesen, die Emotionen können einen ganz schön überrollen. Aber die beiden scheinen sich sehr bewusst von ihren Emotionen treiben zu lassen, sie haben sich dafür entschieden - ohne Rücksicht auf die Partner, deren Vertrauen sie missbrauchen, denen sie untreu sind, die sie ganz bewusst betrügen und hintergehen.
Sie wollen wieder Schmetterlinge im Bauch? Also wollen sie wieder den Anfang einer Beziehung. Dann sollen sie sich meiner Meinung nach von ihren Partnern trennen und eine neue Beziehung eingehen. Das tut den Partnern weh, ist aber ehrlich. Herauszufinden, dass man über eine ganz Zeit hinweg belogen, hintergangen und betrogen wurde, schmerzt doch noch wesentlich mehr.
Wer eine dauerhafte Beziehung sucht, muss akzeptieren, dass man nicht dauerhaft dieses Verliebtheitsgefühl des Anfangs hat (Schmetterlinge, unbändige Freude, den andern zu sehen usw.), dass irgendwann der Alltag einkehrt. Wenn nie ein Verliebtheitsgefühl da war, dann wäre die Trennung wohl eh vorzuziehen, aber ich gehe mal davon aus, dass beide das Aufregende der ersten Beziehungsphase suchen und wiedererleben wollen - ohne Rücksicht auf Verluste. Dass sie diese Phase suchen, ist ihre Sache, aber eine dauerhafte Beziehung funktionier so nicht. Und vertretbar ist es meiner Meinung nach überhaupt nicht, dass sie so ihre Partner hintergehen.
Dabei geht es meiner Meinung nach nicht um irgendeine überkommene und antiquierte Moral, sondern es geht um Werte, die vielen Menschen wichtig sind: Ehrlichkeit, Treue, Verantwortung (für den Partner), Empathie etc.
(w,26)
 
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  • #5
Was heißt hier, wie lange das vertretbar ist? Keine Sekunde ! Das ist nicht in Ordnung und wäre für mich absolut nicht denkbar. Wenn ich an meiner Beziehung festhalten möchte, dann wäre es sinnvoller, die Energie in die Pflege der bestehenden Beziehung zu investieren. Und wenn die Beziehung bereits tot ist, dann sollte man sie beenden um auch den Partner wieder freizugeben.
 
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  • #6
Bist du sicher, dass deine sehr gute Freundin ein Gewissen hat?
Wenn nein, muss man es auch nicht ausschalten.
Ich weiss schon, dass es im realen Leben nicht selbstverständlich ist, dass eine Beziehung immer geradlinig verlaufen tut.
Aber in diesem Falle sind mir die Umstände schon etwas krass. Beide in fester Beziehung. So rein zufällig trifft man sich doch nicht einfach im Netz. Dieser Punkt müsstest du noch genauer anschauen, bzw. erklären, wie/warum sie sich im Netz gefunden haben. Ein Ansatzpunkt vermute ich (hoffentlich) in der Qualität der laufenden festen Beziehung.
Das ist für mich in diesem Fall entscheidend. Natürlich könnte/sollte man diese (vermutete) Konstellation besser lösen.
 
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  • #7
Moral ist ein weitgehender dehnbarer Begriff und für jeden ist hier die Grenze anders.

Es wird so lange weitergehen, solange die beiden das mit sich selbst vereinbaren können.
Die beiden sind erwachsen und ihnen wird wohl schon bewusst sein, welche Konsequenzen das haben könnte, wenn es herauskommt.
Die beiden müssen damit leben.

w,42
 
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  • #8
Das ist ja total daneben, zum einen da einer von beiden auch noch verheiratet ist. Da kann man den beiden ja nur wünschen, dass die Sache irgendwann auffliegt, und das ganze Konstrukt in sich zusammenfällt. Dann ist der Katzenjammer wieder groß.
Wenn das die einzige Möglichkeit aus dem Alltag zu entfliehen, na ja.

Dem ein oder anderen täte sich sicherlich gut erst einmal sein Gehirn freizuhobeln bevor er die Hormone von der Leine lässt.

w
 

hanjo58

Gesperrt
  • #9
Das mag strafrechtlich vertretbar sein oder auch wirtschaftlich (preiswerter als Puff oder Callboy), aber einen sie verteidigenden Moralapostel werden die beiden wohl kaum finden.
 
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  • #10
FS, zugegegen, den allgemeinen moralischen Vorstellungen entspricht diese Aussen-Beziehung nicht. Zudem, werden PartnerInnnen aufs gröbste hintergangen. Verwerflich finde ich, dass diese Menschen nicht fähig sind, eine bestehende Beziehung zu verbessern oder falls nicht möglich, eben aufzulösen. Verraten würde ich nichts - deiner Kollegin evt.sagen, was du davon hältst - wirft schon ein etwas seltsames Licht auf sie, nicht wahr?

Es gibt viele Frauen (auch Männer) in Beziehungen die recht unglücklich verlaufen. Habe zZ ebenfalls "etwas engeren Kontakt" mit zwei verh. Frauen - sie und ich (bin ungebunden) geniessen es. Sage immer wieder, geht in eine Paarberatung, sei dir bewusst, was du riskierst, etc. Sie sind erwachsen und können selber denken und handeln. m, 41
 
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  • #11
Gewissen? Vertretbar?

Du wirst hier nun jede Menge Antworten lesen, die da sagen, von Gewissen könne keine Rede sein, die Geschichte sei in keinster Weise vertretbar - man wird die beiden Personen sozusagen in der Luft zerreißen.

Die Frage ist: helfen dir solche Antworten wirklich weiter?
 
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  • #12
Da muss man sein Gewissen echt abschalten, denn das geht nicht.
Der Mann ist verheiratet und betrügt damit seine Frau, und sie ihren Freund.
Das wird auch auf Dauer nicht gutgehen. Freundschaft und Ehe zerstört !!
 
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  • #13
Meiner Meinung nach ist das gar nicht vertretbar. Die Frage "wie lange" es vertretbar ist, stellt sich für mich gar nicht.

Aber: die beiden sind erwachsen und können tun und lassen, was sie wollen. Außer deine Meinung sagen, kannst du nichts tun. Und wenn dich vehement dagegen äußerst, wird sich trotzdem nichts ändern. Sie werden weiter machen, was sie für richtig halten und es dir einfach nicht mehr erzählen.
 
  • #14
das ist null vertretbar. Das ist Betrug und man muss sich trennen bevor man was neues anfängt. Zweigleisig fahren, hinten herum ist unmöglich. Ich würde an deiner Stelle dies nicht mit tragen. Die müssen mit ihrem Partner sprechen, vor allem, wenn andere schon bescheid wissen, dann ist es eine Frage der Zeit bis der Partner das rausbekommt. Ich verstehe immer nicht, wie man mit Menschen zusammen sein will, die moralisch und charakterlich so unter aller Schublade sind
 
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  • #15
Das ist schön, dass du dir um deine Freundin Gedanken/Sorgen machst. Jedoch - sie ist ebenso ein erwachsener Mensch und muss letztendlich für ihr Handeln auch die Konsequenzen tragen!

Ihr Tun ist absolut nicht vertretbar. Hast du mit ihr gesprochen? An ihr Gewissen appelliert?

Sofern du damit auf taube Ohren gestoßen bist, solltest du dich nunmehr zurück halten. Falls du ihr Tun nicht mit deinem Gewissen vereinbaren könntest, dann wäre es folgerichtig ihren Partner zu informieren. Allerdings mußt du damit rechnen, dass eure Freundschaft dadurch zerbricht. Du allein kannst wissen wieviel dir diese Freunschaft wert ist!
 
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  • #16
Wenn ich mir vorstelle, meine Freundin würde sowas machen, würde mein Respekt vor ihr auf dem Nullpunkt landen. Es wirderstrebt meinem Charakter und Moralvorstellungen so sehr, dass ich ihr für die Dauer dieser Affaire die Freundschaft kündigen würde!!!! Eine Frau, die sich so verhält, wie mein Ex Mann, bzw. seine Affaire, möchte ich NIEMALS zu meinen Freunden zählen. Ich würde mich eine kurze Zeit engagieren, um sie davon abzubringen (was sowieso meist nichts bringt), danach wäre sie allerdings für mich nur noch widerlich!! Sie kann ja tun, was sie will, aber bitte, ohne mich als "Betschwester", die das auch noch absegnet!!
 
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  • #17
Wenn sich zwei Menschen ineinander verlieben, denke ich, braucht man nicht mit Moralpredigten aufwarten, nur weil die beiden noch in einer Beziehung stecken.

Auch wenn hier offensichtlich teilweise ein Unterschied zwischen Ehe und Partnerschaft gemacht wird, für mich gibt es keinen. Allein ein Vertrag bindet einen Menschen nicht mehr oder weniger an einen anderen. Fordert auch nicht mehr oder weniger Aufrichtigkeit, Loyalität oder Treue, auch wenn das einige hier gern so hätten.

Der einzige Unterschied sind die finanziellen Konsequenzen, aber dass Ehen geschieden werden und dabei Kosten entstehen, weiss jeder Heiratswillige im Vorfeld.

Warum sie nicht mit offenen Karten spielen, denke ich liegt daran, dass sie sich einander vielleicht noch nicht sicher sind und sich so ihre Hintertür offen lassen wollen.

Sollte es noch länger andauern und sich nicht um Liebe sondern nur um eine Sexaffäre handeln, sagt das sehr viel negatives über die Charaktere der beiden aus.

Auch freundschaftlich findet das zusammen, was zusammen passt, man könnte davon ausgehen, dass wenn es eine sehr gute Freundin von dir ist, du ähnliche Ansichten hast wie sie.
Und ich bin mir nicht mal sicher, ob du nicht vielleicht sogar "deine Freundin" bist!

Egal wie es ist. Wenn du moralische Bedenken hast, die nach 4 Wochen Doppelleben normal sein sollten, solltest du dich distanzieren.

Man kann alles machen, nur fair sollte man bleiben. Wenn man selbst noch einmal die Schmetterlinge spüren will, sollte man auch dem Partner diese Freiheit geben, indem man ihn frei gibt und das nicht erst wenn er sich verliebt und schon wochenlang mit seinem Gewissen kämpft, sondern indem man ihm vorher sagt, dass sich die Gefühle geändert haben.

Auch die zurück bleibenden Partner haben ein Recht auf Leben und Genießen. Es wäre traurig wenn sie aus fälschlich angenommener Liebe eine neue Liebe abblocken, nur weil ihre moralische Hemmschwelle höher liegt.

w32
 
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  • #18
Wenn das eine gute Freundin von Dir ist, kennst Du deren Partner vermutlich auch recht gut.Da stellt sich für mich die Frage, ob Du dem das nicht sagen müsstest. Mir ging das mal so, dass mein Partner fremdging und meine Freundin sagte es mir nicht, obwohl sie es wusste. Unsere Freundschaft ging daran kaputt. Möglicherweise kannst Du Deine "Offenbarung" gegenüber dem Freund Deiner Freundin ja vorher ankündigen, damit sie sieht, dass Du berechtigte Skrupel bei der Geschichte hast.
Fazit: Unschön, solche Tatsachen zu kennen.
 
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  • #19
Es ist das Leben deiner Freundin und ich finde nicht, dass es sich gehört hier über andere zu urteilen. Beide Menschen sind erwachsen und somit liegt es an ihnen (richtig oder falsch) zu handeln. Somit was soll hier diese Diskussion- was soll sie verändern, bzw. bezwecken? Oder handelt es sich bei der vermeintlichen Freundin nicht doch um dich?
 
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  • #20
Mann, Mann, Mann - der Moralbegriff hier ist ja mittelalterlich. Man kann mehrere Menschen attraktiv und liebenswert finden. Den einen deswegen und den anderen deswegen. Auch Heimlichtuerei erhöht mitunter den Reiz. Also laßt ihnen den Spaß. Und so lange keiner drunter leidet, ist doch alles gut!
 
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  • #21
Das ist so eine GEMEINHEIT von deiner Freundin. Sie ist nicht ehrlich zu ihrem Partner und sollte auch den Mut haben und die Beziehung beenden....was hält sie daran??? Sie ist ja kaum mit ihm zusammen. Es ist nicht fair und auch absolut nicht tolerierbar.

Sie sollte sich trennen und dann kann sie ja mit mehreren Männer sich vergnügen...macht sie ja irgendwie schon, den Partner und fremd gehen!!!
Ich würde ihr diese Beiträge zeigen, niemand weiss ja, wer sie ist und hoffentlich wird ihr klar, was sie einem anderen antut, der voll auf sie zählt und sie vermutlich liebt....wo ist ihre Liebe....verschenkt es an einen vergebenen Mann, der sie irgendwann doch sitzen lässt....sobald es zuviel wird und er Probleme mit seiner Frau nicht riskieren möchte!!!
 
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  • #22
@19
Der Moralbegriff ist nicht mittelalterlich, im Mittelalter waren die Sitten viel lockerer als heute.

@FS
Das Verhalten der beiden ist ABSOLUT unakzeptabel. Und:
Es geht dich ABSOLUT nichts an.

Die beiden verhalten sich falsch, sowas geht gar nicht. Aber sie sind erwachsen und für ihr Leben selbst verantwortlich, sie selbst müssen die Konsequenzen für ihr Handeln tragen.

Wenn meine Freundin allerdings so etwas machen würde, würde ich mich zurückziehen.
Nicht mehr und nicht weniger. Ich würde meine Meinung dazu einmal sagen, aber nicht öfter, und ich würde auf keinen Fall den Partnern der beiden die Augen öffnen, wie es so gern getan wird.
Ich wäre von meiner Freundin einfach nur bodenlos enttäuscht, wahrscheinlich wäre das das Ende der Freundschaft. Aber weiter einmischen würde ich mich nicht.
 
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  • #23
zu #19: Glaubst du, dass die Partner der beiden nicht darunter leiden (werden), dass sie hintergangen werden? Die meisten Menschen werden das nicht so ohne weiteres wegstecken, wenn sie erfahren, dass der/die Partner(in) eine(n) andere(n) hat(te). Das verletzt wohl immer noch die meisten Menschen! Ergo: über kurz oder lang leidet jemand darunter!
Deshalbt geht es hier keineswegs um mittelalterliche Moralvorstellungen, sondern Wertvorstellungen, die heute immer noch aktuell und gewünscht sind, um einen fairen, menschlichen Umgang miteinander.
Den PArtner hintergehen und die Heimlichkeit damit zu rechtfertigen, dass dadurch der Reiz erhöht wird, ist egoistisch, unfair und nimmt bewusst in Kauf, den Partner zu verletzen! Das ist ein absolut mieses Verhalten! Jedenfalls solange nicht vereinbart ist, dass man eine sog. offene Beziehung führt, also jeder mal eine Affäre haben kann und darf, ob davon der Partner nun weiß oder nicht. Für mich käme sowas nicht in Frage, aber wenn zwei sich darauf einigen - gut, ihre Sache. --- Aber dass die meisten ein hintergehen des Partners nicht akzeptieren, dass hat ja nun gar nicht mit mittelalterlichen Vorstellungen zutun, sonder einzig und allein mit dem Wunsch nach Fairness, Ehrlichkeit, Sicherheit, Vertauenswürdigkeit!

Liebe FSin,
ich finde deine Situation ziemlich bescheiden, ich könnte glaube ich gar nicht so dabei zusehen und vielleicht hast du ja deshalb auch die Frage gestellt. Wenn dem so ist... ich glaube, ich würde das Gespräch mit meiner Freundin suchen, würde fragen, ob sie denn nicht denkt, dass sie ihren Partner hintergeht und verletzt, ob sie nicht daran denkt, wie es dem hintergangenen Partner geht, wie der sich fühlen muss, wenn er davon erfahren sollte... und in der Regel kommt es doch irgendwann raus.
Außerdem hätte ich ein Problem damit das ganze zu sehen, und das würde ich meiner Freundin sagen. Ich möchte nicht zusehen und damit indirekt unterstützen, dass da jemand zutiefst verletzt wird. Deshalb würde ich mich wohl aus der Freundschaft rausziehen, wenn meine Freundin mit ihrem Verhalten gegenüber ihrem Partner so gar kein Verständnis für dessen Situation aufbringt. Und je nach dem, wie gut ich ihren Partner kenne, wie ich zu ihm stehe, glaube ich, würde ich ihr auch sagen, dass ich das, was ich weiß, nicht verschwiegen kann, wenn ich ihm begegnen und mich mal mit ihm unterhalten würde. Da käme ich mir schäbig vor, denn dann unterstütze ich die Affäre, das Hintergehen dieses Menschen.
(#3)
 
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  • #24
Vor 300 Jahren war genau diese Art der Beziehung (Alltag mit dem festen Partner, Spaß mit einem "Favoriten") die Regel. Damals galt die Ehe noch als rein wirtschaftlicher, manchmal auch politischer Vertrag zwischen zwei Familien, und sexuelle Treue war nicht Bestandteil der Abmachung.

Irgendwann im 18. oder 19. Jahrhundert kam die Idee mit der Liebesheirat auf, und seit Ehen gesetzlich geschieden werden dürfen, werden sie es deswegen auch.

Es ist also eine Folge unseres Zeitgeistes, wenn das Verhalten der beiden hier verteufelt wird. Ich selbst würde es auch nicht gutheißen, ehrlich gesagt. Mir tun die betrogenen Partner zu sehr leid. Wenn deine beste Freundin, liebe FS, mit einem vergebenen Mann zusammengefunden hat, ist das ja schön für die Beiden - aber warum machen sie dann nicht erstmal reinen Tisch mit ihren Partnern und starten zusammen etwas? Klingt für mich nach wirtschaftlicher Ausnutzung, was sie da betreiben. Das ist heutzutage einfach nicht mehr moralisch vertretbar. In Mittelalter und Renaissance war das noch okay, weil eine feste Beziehung gleichbedeutend mit einer Ehe, und eine Ehe nicht kündbar war (die Floskel "bis dass der Tod uns scheidet" führte zu vielen mörderischen Verzweiflungstaten). Heute aber kann man eine Beziehung jederzeit beenden, und sollte das auch tun, spätestens wenn man bei einem anderen glücklicher werden kann.
Es gibt keinen vertretbaren Grund, diese Scharade aufrecht zu erhalten.
 
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