• #31
Liebe FS,

ich denke auch, dass Toleranz hier irgendwie nicht ganz passt. Man kann tolerant sein (bin ich) und dennoch muss auch die Anziehung und gemeinsame Lebenseinstellung vorhanden sein. Für mich persönlich käme alles was ins Extreme geht (Gothik, Punks, Mangas etc.) alles also mit Verkleidung (finde ich persönlich irgendwie albern) nicht in Frage. Wenn ich mir vorstelle, ich müsste ständig nur jemanden mit schwarzen Klamotten um mich herum haben. Das geht echt nicht. Dazu mag ich Farben und die Schönheit zu sehr.

Freundschaft würde ich (sofern es menschlich passt) nie ausschließen. Ich war früher auch mehr unter Punks, Emos usw. und abends in Rockschuppen unterwegs. Insgesamt waren es sehr liebevolle und herzliche Leute...
Das war eher eine Ausprobierphase. Dennoch finde ich persönlich, dass man auch "jenseits der Norm" sein kann, wenn man das nicht so zur Schau stellt. Ich mag Menschen, die gern kritisch hinterfragen, einen eigenen Kopf haben und authentisch sind. Dazu müssen sie keine Verkleidung tragen. Jugendliche machen das ja häufig, um zu rebellieren und sich abzugrenzen. Bei Erwachsenen finde ich es eher unreif. Aber jeder soll leben wie er will. Ich denke da passt es aber dann besser, wenn man sich einen Partner aus der gleichen Szene sucht.
 
  • #32
Die Frage ist, wie exzessiv etwas ausgelebt wird
...
Die Details eines Menschen entdeckt man ja ohnehin nur nach und nach, je besser man ihn kennenlernt.
Im besten Fall entstehen man dann auch für einen selber ganz neue Möglichkeiten - wenn man sich gegenseitig auf die Welten des anderen einlassen kann ...

Exzessives Ausleben setzt die Grenze. Dann gibt es kein Potential für gegenseitige Ergänzungen. Denn harte Fans leben nur ihre Interessen. Für andere Dinge ist kein Platz.

Extreme Fußball-Fans besuchen möglichst jedes Spiel ihrer Mannschaft. Schauen jedes erreichbare Spiel im TV. Infizieren ihre Kinder die dann selbst spielen und daher wöchentlich mehrfach zu Training und Spielen gefahren werden müssen. Fußball taktet deren Leben.

Musikalisch kenne ich viele Leute dir nur das hören was ihnen mal in der Jugend gefallen hat. Alles andere kann nicht mithalten und ist interessant. Deswegen werden Mondpreise für die wiederholt finalen Abschlusstouren teilvergreister Bands gezahlt.

Esoteriker verdächtigen jeden der sich ihren Überlegungen ggü. nicht begeistert zeigt, dass er sie für Spinner hält.

Tja. Extrem-Fans bieten keinen Raum um ihre Interessen zu tolerieren. Denn sie selbst sind an allem außerhalb ihrer Interessen desinteressiert.

Ich bin aber auch selbst insgeheim intolerant. Ich halte Piercing, Tattoos, regelmäßigen Alkoholkonsum, Drogen, einseitigen Geschmack für Selbstverstümmelung. Kann Motorsport nicht leiden und vertrage Fußball, Stadt Marathons und Esoterik nur gering dosiert. Usw.
 
  • #33
Und dann sind die Chancen auf eine funkionierende Beziehung gering.

Das sehe ich jetzt nicht so, das funktionieren einer Beziehung hängt ja von den persönlichen Wertevorstellungen der beiden Partner ab.

Man ist halt, wie in meinem Fall, eben eben kein stark nachgefragter Typ im Allgemeinen gesehen.
Und genau das stört mich z.B. nicht, da ich ja auch andere Vorstellungen habe.

Nicht immer, aber oft steckt hinter der extremen Zuwendung zu einer Gruppierung ein mangelndes Selbstwert, ungünstige Biografien/Kindheitserlebnisse, die man dann durch eine extreme Gesinnung kompensiert, indem man die Mitglieder und das Tun in dieser Gruppierung idealisiert.

Nun ja, die Eltern sind nicht für alles verantwortlich zu machen und schon gar nicht mehr in meinem Alter.

Leider stelle ich oft fest (auch beim Lesen der Kommentare in diesem Strang), dass Menschen, die sich einer bestimmten Gruppierung abweichend ...

Verständlich, dass Dir das auf den Zeiger geht.

Ich persönlich habe mich nach meiner Metal- Biker-, und Punkzeit mit anfang 20 dafür entschieden 'Normal' sein zu wollen, kein Aussenseiter mehr zu sein.
Ich wollte das nicht mehr, obwohl ich mit dem ganzen Herzen in der Metalszene verhaftet war und auch viele Bikerfreunde hatte.
Ich habe mich von allem getrennt, weil ich dachte, ich müsse ja jetzt mal 'erwachsen' werden.

Ich habe mich fast 20 Jahre lang in dem breiten Spektrum dessen bewegt, was den Mainstream ausmacht und meine Erfahrungen gemacht.

Ich habe mich wirklich sehr angepasst, gemacht, was alle gemacht haben.
Mich zumindest in meinen Äusserungen dem angepasst, was dem Zeitgeist entsprach und habe brav das Rat-Race des Kapitalismus und des Schönheitswahns mitgemacht, weil ich dachte, nur so könne ich Akzeptanz finden.

Ich will auch gar nicht alle Menschen pauschal in einem Topf schmeissen, ich kenne sie ja nicht, aber meine Erfahrungen sind nun mal nicht gut.
Es passte nicht, zu keiner Zeit für beide Seiten, niemals.

Es ist mir in diesen Jahren einfach nicht gut gegangen, ich war unglücklich, chronisch unzufrieden und zu keinem Zeitpunkt Ich selbst.

Ich habe auch keine Menschen erlebt, die jenseits ihrer Welt noch für etwas gebrannt haben, maximal noch für ihre Bürojobs, wo man schief angesehen wurde, wenn man pünktlich Feierabend machte.

Grundsätzlich bin ich der Ansicht 'Leben und Leben lassen' und ich behandel jeden so, wie ich auch behandelt werden möchte, mit Respekt und Achtung vor der Person des anderen.

Aber ein Partner, der eben 'nicht auch von meinem Planeten kommt', kommt halt für mich nicht mehr in Frage.

Oberflächlichkeit, Ignoranz und Vorteilsstreben findet man übrigens in jeder Gruppierung.
 
  • #34
Ich kann mit extremen Lebensanschauungen generell nichts anfangen.
Ich interessiere mich für viele Dinge und kann mit Fanatikern im Esobereich, Sportbereich, Politikbereich, religiösen Bereich, Mittelalterfreaks oder was auch immer nichts anfangen. Dadurch ergeben sich immer mal wieder Schnittmengen-z.B interessiere ich mich auch für Spirituelles-wenn ich allerdings ständig Sätze höre wie, "das ist Karma", "du musst nur vergeben" wird derjeniege uninteressant für mich, da ich das Leben von vielen Perspektiven betrachten möchte und nicht eine Weltanschaung durch die andere ersetzen möchte- Ich werde nie vergessen, wie ich mit einem "eingefleischten" Vegetarier zu MacDonalds bin und er sich einen riesigen Hamburger bestellte ("sags aber niemanden").
Deshalb würde ich mit Rollenspielern, Gothic Fans, SM- Fans eher nicht zusammentreffen, weil das nicht meines ist. Ich selber habe auch (weltliche) Hobbies, habe aber auch da schon erlebt, das Leute dass zu ihrer Ersatzreligion machen und ohne das nicht mehr können. Das ganze Leben dreht sich dann nur noch darum als Ersatz für irgendwas anderes.
Wenn sich aber nun zwei Leute aus der Gothic-Szene zusammenfinden, und ihren Spaß haben, so ist das doch in Ordnung aber ohne mich.
 
  • #35
Wenn du ein schöner ( in meinen Augen ), gebildeter, intelligenter, gepflegter...du weiß schon...Mann wärst, wäre es mir wurscht, welchem noch so beknackten Hobby du frönst ( außer wenn es was mit Gewalt oder so zu tun hätte ), Hauptsache, du willst nicht, dass ich da mitgehen muss.
Würdest du ja nicht wollen, weil du ja tolerant bist.
Mir wäre dein Outfit und die besonderen Terminologie und dergleichen egal.
Ja, ich würde deine Gothik-Affinität absolut tolerieren und du dann ebenso mein völlig anderes Outfit.

Du bist, nach meiner Erfahrung damit eine deutliche Ausnahme.
Ich denke, dass Menschen, die sich einer bestimmten Gruppierung anschließen, die sich sehr wohl uniformieren, dies nicht mal erkennen, Reinhard Mey hat das schon vor über 40 Jahren die Nonkonformisten-Uniform genannt und damit die Hippies und Ökos und Prostestsongsinger gemeint, die sich unglaublich einzigartig und individuell fanden und doch nur im Strom der anderen Protestler mitschwammen und alle nur Varianten des gleichen Outfits trugen, in aller Regel die intolerantesten Menschen überhaupt sind.
Sie glauben, die einzig wahre Lebensweise gefunden zu haben, wenn sie auf dem Land in Kommunen wohnen, alles nachhaltig und unverarbeitet sein muss, die sich im Plenum treffen und sich im Kreise an der Hand haltend die Sonne begrüßen.
Sie fordern von den alteingesessenen Dorfbewohnern Toleranz.
Sie tolerieren aber mitnichten deren Freude am Stammtisch, an Schlagern und am Fahren von dicken 80er-Jahre-Benzen in der Farbe silber.

Ich könnte mir vorstellen, dass der ein oder andere deiner schwarz und dunkelrot uniformierten Freunde gerne akzeptiert werden möchte, wie er aussieht und denkt und lebt, seinerseits aber mitnichten eine FDP-Wählerin mit Perlenkette und regelmäßiger, zudem lukrativer Erwerbsarbeit als Anlageberaterin in einem Obergeschoß eines Bankhochhauses akzeptieren würde.
Schwach, nicht ? Zweierlei Maß.
Du bist zum Glück nicht so. Du bist tolerant und würdest so einen Mann akzeptieren, wenn er attraktiv, gebildet, charmant, gepflegt...du weiß schon ...wäre.
Du würdest einfach nicht mitgehen zu seinen Eigentümerversammlungen und auch nicht in seine Loge.

@neverever : bevor du jetzt wieder Liebelein zu mir sagst, ich mache einen Witz, so wie im Nachbarthread, in dem ich mich auch schon doof stellte, und sagte, dass der Familienvater, der will, dass die 21-Jährige sich zuerst trennt, ganz sicher seiner Frau bereits angekündigt habe, dass er sich anderweitig verliebt habe.

w 51
 
  • #36
Für mich haben deine Beispiele nicht unbedingt mit Toleranz zu tun. Es ist mir egal, ob ein Kollege auf Mangas steht oder in der Gothicszene verkehrt. Aber ob so jemand als Partner passen würde, bezweifle ich. Hat nichts mit Intoleranz zu tun, aber ein Mann, der ähnlich tickt wie ich und ähnliche Ansichten und Interessen hat, passt halt am ehesten zu mir.

Natürlich kommt es auf den Einzelnen und die Ausprägung eines speziellen Hobbys an. Einen Mann, den ich insgesamt toll finde, würde ich nicht ablehnen, weil er sich ab und zu in der Gothicwelt bewegt. Jemand, der sich total mit einer speziellen Bewegung identifiziert und deren Gedankenwelt übernimmt, würde jedoch nicht zu mir passen. Und ich nicht zu ihm.
 
  • #37
@neverever : bevor du jetzt wieder Liebelein zu mir sagst, ich mache einen Witz, so wie im Nachbarthread, in dem ich mich auch schon doof stellte, und sagte, dass der Familienvater, der will, dass die 21-Jährige sich zuerst trennt, ganz sicher seiner Frau bereits angekündigt habe, dass er sich anderweitig verliebt habe.
Och Liebelein :) viele hier und wir beide auch, kennen uns ja auch nun schon ein paar Jahre ein klein wenig.
Ich denke ich erkenne deine fröhlichen Ausführungen schon ganz gut und mag die auch total.
Aber du hast ein wenig Recht, manchmal bin ich ein Sheldon und erkenne einen leichten Hauch von Sarkasmus nicht immer gleich. Zu meinem Bedauern. Ist im Reallife auch hin und wieder so, wenn ich Wortgewandte Menschen um mich herum habe und nicht direkt peile wo da auf das ein oder andere angespielt wird.
Na..... dann halte ich auch schon mal die Backen und lass erst mal nachdenken, bevor ich voreilig zum Sprung in die Friteuse ansetze.

m48
 
  • #38
Dies trifft aber auf jegliche Gruppenzugehörigkeit zu. Der eine engagiert sich in seinem Fussball- Garten - etc. Verein, der andere singt im Chor oder hängt stundenlang am PC für irgendwelche Computerspiele.
Dem widerspreche ich auch nicht. Das ist ja die allgemeine Frage, ob jemand Gruppenzugehörigkeit und deren Folgen an sich ablehnt, ohne dass er gegen bestimmte Gruppen Vorurteile hat, oder ob er eben Vorurteile hat und DIESE Gruppe ablehnt. Wobei im Chor singen ja was anderes als eine "Goth-Lebenseinstellung" ist. Der Chor ist ein Hobby und vorbei, wenn die Probe vorbei ist oder der Auftritt. Jemand, der eine bestimmte Lebenseinstellung hat, redet ja dann je nach Ausprägung bei bestimmten Themen bis dauernd im Alltag mit diesem "Spirit", macht Scherze mit diesen Hintergedanken usw.. Ich kannte mal sehr gläubige Menschen. Das war kaum zu ertragen, wie alles von Gott kam, von Gott gemacht war und man musste Gott mehrfach am Tag einfach so mal danken. Fürs Wetter, dafür, dass die Straße gefegt war usw.. Gott machte Zahnschmerzen, warum tat er das?
Deswegen:

Allerdings machte es mir riesigen Spass bei Elternabenden "aufgehübscht" zu erscheinen - es gab sogar etliche Mütter, die mir dann sagten : "so würde ich auch gern - traue mich aber nicht"
Das kann ich mir vorstellen. Ich hab auch Hemmungen. Nun will ich nicht als Gothic-Prinzessin rumlaufen (die Zeit war bei mir wirklich nur im Teenie-Alter), aber schon bei bestimmten anderen Kleidungsstücken, die ich gern fertigen und anziehen würde, wären mir die Kommentare zu heftig. Es sind keine besonders freizügigen Teile, aber es wär viel zu glamourös für die Partys, die ich so besuche.

Noch eine andere Sache: Es gibt Leute, denen - ich nehm jetzt mal wieder die Goth-Sache - schwarz gar nicht steht. Trotzdem färben sie sich die Haare besenschwarz und sehen damit, falls sie nicht das komplette Make Up auflegen, einfach seltsam aus. Da sie nur schwarze Klamotten tragen, haben sie dann auch jegliche Alltagsshirts in schwarz und das ist alles insgesamt kein passendes Bild.
Ein Individuum findet doch irgendwann raus, dass ihm z.B. Gold besser als Silber steht, welche Farben und Stile es gut zur Geltung bringen und welche nicht. Ich würde nie ne Karottenhose anziehen, auch wenn alle Vegetarier das so machen würden, um der Welt ihre Lebensanschauung zu zeigen oder den "Spirit" zu leben.
Ich will damit sagen, dass Goth-Sein an sich eben Goth-Sein ist, aber wenn sich einer deswegen nur schwarze Klamotten kauft, wo es gar nicht um Aufgehübschtsein geht, sondern um den Alltag, und dann jeder sehen kann, dass der Mensch sich durch seine Kleidung optisch nicht nur nicht unterstreicht, sondern total verschlechtert, dann finde ich, hat er noch nicht den Schritt zum Individuum gemacht, sondern ist noch irgendwie Teenager innerlich, der unbedingt zeigen muss, wo er hingehören will.
 
  • #39
Ich könnte mir vorstellen, dass der ein oder andere deiner schwarz und dunkelrot uniformierten Freunde gerne akzeptiert werden möchte, wie er aussieht und denkt und lebt, seinerseits aber mitnichten eine FDP-Wählerin mit Perlenkette und regelmäßiger, zudem lukrativer Erwerbsarbeit als Anlageberaterin in einem Obergeschoß eines Bankhochhauses akzeptieren würde.
Das glaube ich nicht mal. Ich hab eine Zeitlang in einem Forum geschrieben, in dem auch Leute schrieben, die stets zum Wave-Gothik-Treffen nach Leipzig fuhren. Die kannten ja ne Menge Leute von dort und das waren auch Immobilienmakler, Banker, Versicherungsvertreter, Sparkassenangestellte ...

Aber es wird klar, worauf Du hinauswillst.
Kommt immer drauf an, wie man es auslebt und wie tolerant man selbst ist. Ich hab manchmal das Gefühl, da schließt sich was aus, was die Toleranz angeht.
Wenn jemand einer Glaubensrichtung angehört, ob nun dieser oder jener oder der ganz anderen, und! sich dadurch als vom Gott auserwählt betrachtet, muss er ja automatisch auf andere, die nicht diesen Glauben haben, herabsehen, denn er denkt, dass sie nicht ins gelobte Reich kommen werden und nicht erleuchtet sind. Das merken die Leute meist gar nicht, wie sie andere damit herabstufen, weil sie daran glauben, dass die nicht ins Paradies oder wohin auch immer kommen werden, weil sie nicht einsehen wollen. Nur, wenn dem "Ungläubigen" irgendwas Schlechtes im Leben passiert, wissen sie die Begründung: Er hat nicht geglaubt und nun geschieht ihm recht. Dann merkt man das Denken, sich für überlegen zu halten.
So ähnlich seh ich das bei Leuten, die meinen, den Gral bei irgendwas entdeckt zu haben, ob es nun das Dunkel-düster-Sein ist oder ein Studienfach (ich kannte mal einen Matheprof, der auf alles herabsah, was nicht Mathe studierte) oder Essverhalten oder Parteizugehörigkeit oder Automarke oder ... Irgendwie ist das, wenn es SO ausgelebt wird, immer ein Erheben über andere, eine Krücke fürs Selbstwertgefühl. Nicht die Sache an sich ist es, also nicht die düstere Kleidung, die man schön findet, der Spaß an Mathe, am Essverhalten, der Automarke oder das Vertreten von irgendwelchen Parteiansichten, sondern das Sich-Herausheben und auf andere Herabsehen dabei (und es nicht mal merken).


noch ein Nachtrag: Nach dem "deswegen" meines vorherigen Beitrags war noch was, das ich gelöscht hab wegen der Zeichenbegrenzung. Dort stand: Kommt immer drauf an, wie man es auslebt.
So, wie es dasteht, ergibt es mit dem dort folgenden Zitat keinen Sinn.
 
  • #40
Meine Partner hatten immer recht exzessive Hobbies und dementsprechend am Wochenende keine Zeit. Deshalb würde ich schon von mir sagen, dass ich tolerant bin. Andererseits müssen die Männer meine extremen Arbeitszeiten tolerieren.
Was Kleidung angeht, bin ich auch relativ tolerant. Gut angezogene Männer sind ohnehin selten. Es kommt auch stark auf die Stadt an, in der man wohnt. Als ich in Düsseldorf und Berlin wohnte, fielen mir mehr gut gekleidete Männer fernab vom Mainstream auf. Gerade in der Künstlerszene war es üblich, schwarz zu tragen (nicht im Sinne von gothic oder Metal). Jede Szene hat ja im Grunde ihren eigenen Fashion-Code. Trägt der andere ähnliche Kleidung, kann von Gemeinsamkeiten bei den Interessen ausgegangen werden. Zumindest ist es wahrscheinlicher.

Aus beruflichen Gründen bin ich dann in eine kleinere Grossstadt mit wenig Kunst und Kultur gezogen. Hier sehe ich fast nur noch Männer mit Karo-Kurzarm-Hemd, Jack-Wolfskin-Jacke, randloser Brille, oldfashion Jeans, kurzen Haaren. Das flasht mich jetzt nicht so. Andererseits bin ich für solche Männer mit meinen schwarzen Klamotten auf den ersten Blick auch nicht interessant.
Lernt man sich richtig kennen, z.B. über ein gemeinsames Hobby, dann sind die Klamotten nicht so entscheidend.
 
  • #41
Ich mag Menschen, die gern kritisch hinterfragen, einen eigenen Kopf haben und authentisch sind. Dazu müssen sie keine Verkleidung tragen

Definitiv ... Authentizität und Verkleidung schliessen sich generell ohnehin aus ... Wie gesagt - ich schreibe reineweg über mich - (es mag sicher etliche in der Szene geben, die sich verkleiden/aufallen müssen, um jeden Preis ... aber so auch viele, die Begegnungsstätten nutzen, um sich so kleiden können, wie sie es für sich fühlen - ohne im Alltagsleben schräg angeschaut zu werden) - ich fühle mich einfach rundum wohl in Schwarz (okay, ... ein dezentes Blumenmuster in Kombi geht noch auch sehr gut) ... was soll ich machen - lach ...

Ich will damit sagen, dass Goth-Sein an sich eben Goth-Sein ist, aber wenn sich einer deswegen nur schwarze Klamotten kauft, wo es gar nicht um Aufgehübschtsein geht, sondern um den Alltag, und dann jeder sehen kann, dass der Mensch sich durch seine Kleidung optisch nicht nur nicht unterstreicht, sondern total verschlechtert, dann finde ich, hat er noch nicht den Schritt zum Individuum gemacht, sondern ist noch irgendwie Teenager innerlich, der unbedingt zeigen muss, wo er hingehören will.

siehe oben ...
Verkleidet sind für mich eher diejenigen, die sich im Alltag "normal" anziehen und dann nur zu Gelegenheiten dick auftragen.
Schwarze Jeans und schwarzes Shirt/Pullover oder das kleine Schwarze zum Ausgehen ... erfüllen für mich genauso ihren Zweck ...
Ich gebe dir durchaus recht, was das stimmige Gesamtbild angeht - dazu muss man schon bewusst arbeiten und bisweilen tut die Zusammenstellung wirklich weh ... dies betrifft aber ebenso den "normalen" Sektor ...
Menschen, die sich durch ihre Kleidung optisch verschlechtern, gibt es in allen Sparten zur Genüge ... ich sag nur Sportplatzkleidung, Schlabberlook, korpulente Damen die sich in hautenge Gaderobe zwängen oder "breite Gürtel" - Trägerinnen ...

Du bist zum Glück nicht so. Du bist tolerant und würdest so einen Mann akzeptieren, wenn er attraktiv, gebildet, charmant, gepflegt...du weiß schon ...wäre.
Du würdest einfach nicht mitgehen zu seinen Eigentümerversammlungen und auch nicht in seine Loge.

Hallo ?!
Eine eigene Loge ??? ( ich gehe jetzt einmal davon aus, dass du die Loge eines Theaters meinst ... ) Das würde mir soetwas von entsprechen ...
Eigentümerversammlungen waren es nicht - aber, mein Ex (soetwas von "normal", war Mitglied in einem Gartenverein ... es war für mich nie ein Problem mit diesen Menschen freundschaftlichen Kontakt zu pflegen ... zumal ich dort auch, so wie ich bin, vollends akzeptiert wurde ...
Zweierlei Maß ist absolut nicht mein Ding - ich bin offen für beinah alles ... Der Mensch an sich zählt ... egal, aus welcher "Sparte" er stammt ...
 
  • #42
Nein ... du legst doch nicht ab, was du bist, nur, weil eine Altersgrenze überschritten ist. ...
Doch, natürlich legen Menschen hoffentlich(!) bestimmte Verhaltensweisen ab, weil sie älter = reifer geworden sind.

Sollen Menschen jenseits der 60 denn nur noch zum Tanztee gehen dürfen ?
Wenn nicht extrem, bleibt nur Tanztee?
Wie eingeschränkt in der Phantasie und intolerant ist das denn erst, wenn du dir unter "reif, erwachsen, unauffälliges Äußeres" nur 'Tanztee' als Freizeitbeschäftigung vorstellen kannst! Ganz zu Schweigen von dem entwertenden Herabblicken auf "Tanztee", welches darin steckt.
Ich denke, dass Menschen, die sich einer bestimmten Gruppierung anschließen, die sich sehr wohl uniformieren ... in aller Regel die intolerantesten Menschen überhaupt sind.
Genau! Siehe oben!


w54
 
  • #43
Das sehe ich jetzt nicht so, das funktionieren einer Beziehung hängt ja von den persönlichen Wertevorstellungen der beiden Partner ab.

Absolute Zustimmung !
Es ist mir in diesen Jahren einfach nicht gut gegangen, ich war unglücklich, chronisch unzufrieden und zu keinem Zeitpunkt Ich selbst.

Du bist eben, dass, was in dir steckt ... irgendwie kann sich das wohl keiner aussuchen.
Wie gesagt, mich hindert diese Seite überhaupt nicht daran, auch reineweg ein "weltliches" Sein zu leben, mit völlig " normalen" Menschen ... aber dieses "andere" bringt die perfekte Ergänzung ...
 
  • #44
Verkleidet sind für mich eher diejenigen, die sich im Alltag "normal" anziehen und dann nur zu Gelegenheiten dick auftragen.
Beruflich bleibt ihnen vielleicht nix anderes.
Ich meinte in Hinsicht "Verkleiden", dass man sich versteckt hinter der Gruppenzugehörigkeit und das zum Selbstwertgefühl braucht. Also um allein damit zu zeigen, dass man anders als andere ist, dass man elitär ist, das man die "Normalodumpfbacke" provozieren will usw.. Das ist nicht auf Dich bezogen, ich meine nur diese Leute, die innerlich immer noch Teenie sind und gegen die Eltern rebellieren.
Das gibt es natürlich auch in anderen Kategorien, die "normal" gekleidet sind, die haben dann Schmuck oder teure Markenklamotten mit Riesenlogo, hinter denen sie das kleine Ego verstecken.

Menschen, die sich durch ihre Kleidung optisch verschlechtern, gibt es in allen Sparten zur Genüge...
Ja klar, aber um die Fashionvictims und Bequemlichkeiten ging es ja nicht. Es geht darum, eine "Gruppenuniform" freiwillig zu tragen, ohne dass die optisch passt, weil man den Aspekt seiner Persönlichkeit "Gruppenzugehörigkeit" so wichtig findet, dass man ihn in ein Erscheinungsbild einfließen lässt, das nicht die Persönlichkeit unterstreicht.

Wenn man sich nur zum WE hin oder zu Anlässen wie ein Goth z.B. herrichtet, also nur dann ein insgesamtes rundes Bild abgibt, sieht man die ganze Woche und im Alltag typmäßig absichtlich unstimmig aus. Das ist Privatsache und ich finde es gut, wenn man sich um Meinung der anderen nicht kümmert, darum geht es mir nicht. Allgemein gesehen finde ich in dem Fall den Aspekt "Gruppenzugehörigkeit" zu wichtig genommen von dem Menschen, als gäbe es da nichts anderes der Persönlichkeit mehr, das er zeigen will, das er für sein "Sich-in-der-Welt-präsentieren-Wollen" wichtig findet. Und das sagt was aus über den Menschen, ob er will oder nicht.

Wie gesagt, es muss einen nicht die Meinung der anderen scheren. Aber man sagt damit was über sich aus. Ich hatte mal eine Bekannte, die eigentlich dunkelbraunes Haar hat. Die sah mit Rot (als sie ihre emanzipatorische Phase hatte), mit Blond (als sie die "ich will Männern auffallen"-Phase hatte) und mit langem schwarzen Haar (als sie die "ich bin eine Hexe"-Phase hatte) echt nicht gut aus, wirklich nicht, obwohl sie viel Wert aufs Äußere legt, das im biederen Bereich liegt. Also sie wollte sich unterstreichen, nicht verkleiden. Ist ihr Ding, aber man konnte es als Außenstehender nunmal sehen, was los war. Sie hätte es abgestritten, aber wenn sie über sich und ihr Leben in der Zeit redete, war doch klar, was sie mit der Haarfarbe schon unbeabsichtigt aussagte.
 
  • #45
Hallo ?!
Eine eigene Loge ??? ( ich gehe jetzt einmal davon aus, dass du die Loge eines Theaters meinst ... ) Das würde mir soetwas von entsprechen.
Oh, stimmt, an diese Logen hatte ich gar nicht gedacht.
Aber ja, auch das paßt. Du würdest also mit ins Theater gehen ?
Auch etwas Biederes anziehen ?
Achtung, jetzt wird's hart: du tolerierst die Pelzstola deiner Begleiterin ? Klasse ! Das ist die hohe Schule.

Ich habe einige Nerzsachen von meiner Oma, die ich durchaus, wohldosiert, auch im Alltag trage.
Diese Sachen sind älter als ich, wegen mir wurde also kein Tier in schlechter Haltung gefoltert.
Dennoch muss ich mich sehr oft rechtfertigen. Sogar vor Leuten, die selbst Ledergürtel oder -schuhe tragen und Eier aus Bodenhaltung essen.
Diesbezügliche Kritik nehme ich nur von der veganen und extrem konsequenten Frau entgegen, mit der ich mal befreundet war.
Die hat sich übrigens nie über mein Nerzkrägelchen aufgeregt, das nicht mal thematisiert.
Diese Frau ist eine Meisterin in Toleranz. Sie hatte für ihren Freund ein Stück Fleisch gekauft und auf den gleichen Grill gelegt, auf dem ihr Gemüse brutzelte, weil der gerne Fleisch ißt.
Ich fragte sie, ob ihr das denn nichts ausmache, mit einem ganzen Kerl = Fleisch muss her, zusammen zu sein.
Da sagte sie, das mache ihr nichts aus, solange er nicht das ganze Zeug noch im Mund habe und ihr so einen Zungenkuss geben wollte.
Hut ab, nicht ?

Ok, wir gehen also ins Theater, du im Gothikstyle, ich mit meiner Nerzstola und tragen beide den Kopf ganz hoch, nicht verschämt nach unten blicken, ok ?

Gehst du auch mit in die Loge, die ich meinte ?
Zu den Freimaurern ?
Da dürfen manchmal auch Damen mitkommen, mein Großvater hat mich manchmal mitgenommen.
Das ist was für Toleranz-Fortgeschrittene.

w 51
 
  • #46
Schwarze Jeans und schwarzes Shirt/Pullover oder das kleine Schwarze zum Ausgehen ... erfüllen für mich genauso ihren Zweck ...

Für mich ist ein Unterschied, ob jemand dunkle Kleidung trägt, im Winter habe ich oft auch eine dunkle Hose und einen dunklen Pullover an, oder eben als "Gothic" herumläuft.

Dazu gehört, so weit ich das weiß, eine eigene "Subkultur" mit eigener Musik und viel Beschäftigung mit dem Tod bis hin zu entsprechender Wohnungseinrichtung. Tolerant bin ich insofern, als das natürlich jeder machen soll, wie er will. Aber für mich kann ich damit wenig anfangen. Dann ist für mich "Toleranz" die falsche Kategorie, es geht schlicht um kompatible Lebenseinstellungen und Lebensvorstellungen. Menschen sind verschieden, Inkompatibilitäten kannst Du hier z. B. beim Thema "Veganismus" immer wieder lesen.

Zweierlei Maß ist absolut nicht mein Ding - ich bin offen für beinah alles ... Der Mensch an sich zählt ... egal, aus welcher "Sparte" er stammt ...

Wer für alles offen ist, kann nicht ganz dicht sein. Nicht ganz ernst zu nehmen, aber im Kern wohl richtig: es ist kein "Qualitätsmerkmal" und auch kein "Toleranzmerkmal" für alles "offen" zu sein. Ich finde völlig normal, dass nicht jeder für alles offen ist.
 
  • #47
Doch, natürlich legen Menschen hoffentlich(!) bestimmte Verhaltensweisen ab, weil sie älter = reifer geworden sind.

Ich rede nicht von Verhaltensweisen, sondern, von - Bedürfnissen, auf die man ... warum auch immer ... gepolt ist.

Wenn nicht extrem, bleibt nur Tanztee?
Wie eingeschränkt in der Phantasie und intolerant ist das denn erst, wenn du dir unter "reif, erwachsen, unauffälliges Äußeres" nur 'Tanztee' als Freizeitbeschäftigung vorstellen kannst! Ganz zu Schweigen von dem entwertenden Herabblicken auf "Tanztee", welches darin steckt.

Keineswegs habe ich etwas gegen "Tanztee" ... es ist wirklich hinreissend, ältere Leute beim Schwofen zu sehen. Bei den Feiern im Gartenverein, war das auch immer toll - den Saal noch mit der Gehhilfe betreten - auf der Tanzfläche - einfach nur schwebend.
Worauf ich hinauswollte war im Grunde nur, dass es eben eine tolle Altersdurchmischung auf den Festivals gibt und keiner den Jüngeren oder Älteren schief anschaut.
Im "normalen" Leben bleibt ja oft doch jede Generation beim Feiern lieber unter sich.
Dass es noch viele andere Freizeitbeschäftigungen gibt und viele im gehobenen Alter auch keine Lust mehr verspüren, grossartig auf die Piste zu gehen - ist mir durchaus klar ...
Für mich ist es aber wichtig - Musik geniessen und tanzen zu können - daran wird sich auch nie etwas ändern ... und so sehe ich in den "dunkleren Kreisen" durchaus mit Hoffnung in die Zukunft.

Also sie wollte sich unterstreichen, nicht verkleiden.

Wenn sie es für sich selbst tat - nicht für andere, um irgendetwas zu demonstrieren (auch, wenn es im Endeffekt auf die Umgebung so wirkte), sich mit diesen Looks einfach nur bei sich und wohl fühlte ... warum nicht ?

Wie gesagt, es muss einen nicht die Meinung der anderen scheren. Aber man sagt damit was über sich aus

Ist es nicht eher so, dass die Anderen gewisse Bedeutungen hineininterpretieren ?

Eine ehemalige Freundin zog oft Stahlkappen-Stiefel an, wenn sie meinte, sich schützen zu müssen ... Ich fand sie darin einfach nur richtig niedlich ...
 
  • #48
Ist es nicht eher so, dass die Anderen gewisse Bedeutungen hineininterpretieren ?
Hehe, netter "Umdreh"-Versuch :) Man selbst doch auch, ansonsten würden ja z.B. Goths was Buntes gewählt haben als "Markenzeichenfarbe".

Kleider machen Leute und die, die die Kleider anziehen, können ja schlecht sagen "das interpretierst nur DU rein", wenn sie die Klamotten genau aus dem Grund anhaben, aus dem auch sie was hineininterpretieren oder es eben "schön finden", was aber genau das ja heißt. Und jemand, der zufällig ein Kleidungsstück auswählt, das eine Gruppe für sich auserkor, wird von Fremden vielleicht dazugezählt und kann sich schlecht beschweren darüber. Er selbst denkt auch in diesen Kategorien.
Ich fang jetzt nicht von Berufskleidung an, nur eine Bemerkung dazu: Die Seriöswirkenwollenden kommen immer in Anzug.

Eine ehemalige Freundin zog oft Stahlkappen-Stiefel an, wenn sie meinte, sich schützen zu müssen ... Ich fand sie darin einfach nur richtig niedlich ...
Klar gibt es auch solche Kleidungsteile, die die Allgemeinheit verbindet mit einer bestimmten Gruppen, weil die das irgendwann als eines ihrer "Wahrzeichen" vereinnahmt haben. Aber die Freundin sollte wissen, dass sie damit eben auch für manche zu dieser Gruppe zählen könnte, zu der sie nicht gehört. Das ist normal, so denkt sie selbst auch, wenn sie irgendwas sieht, das sie meint, zuordnen zu können.
Das ist das, was ich meine: Man erzeugt von sich ein Bild. Und keiner darf sich wundern, wenn er dann Fragen aufwirft. Man lebt eben nicht auf ner Insel.

Aber mir ging es darum, dass dieses Kleidungsstück oder der Stil, den man selbst wählt, um EINEN Aspekt der Persönlichkeit zu zeigen, manchmal nicht mal gut an einem aussieht, weil das Äußere was anderes ist, als das Innenleben in irgendeiner Phase.

Ich rede nicht von Leuten, die durch und durch so sind. Bei denen wirkt das auch im Alltag authentisch und die sind in der ganzen Persönlichkeit so, wie sie auch aussehen. Da ist auch dann wirklich die Frage, ob ein anderer das tolerieren kann, wenn es eben ganz anders ist als er selbst so durch und durch ist. Es ist ja nicht so, dass nur die eine ausgeprägte Identität haben, die sie nach außen durch einen Aufmach-Stil zeigen.
Das passiert auch manchmal, dass Menschen, die sehr viel Zeit aufwenden, sich ihrer Gruppe zugehörig zu zeigen, denken, nur weil ein anderer - der öde Normalo-Aussehende - das nicht tut, hätte er nicht genauso viel Individualität und ausgeprägte Persönlichkeit. Bloß halt ne andere. Oder er ist sogar nur innerlich Goth und zeigt das nicht, weil ihm schwarz nicht steht und er das weiß und nicht schön an sich findet.
 
  • #49
Dazu gehört, so weit ich das weiß, eine eigene "Subkultur" mit eigener Musik und viel Beschäftigung mit dem Tod bis hin zu entsprechender Wohnungseinrichtung.

Ja, auch diese Dinge ... womit wir wieder bei "wie exessziv es halt ausglebt wird" wären. Damit ist ja kein starres Schema verbunden. Ich picke mir heraus, womit ich mich identifizerien kann - was mir nicht gefällt, bleibt aussen vor.


Wer für alles offen ist, kann nicht ganz dicht sein.

Liest du oder überfliegst du das Geschriebene ?
"Für beinah (!!!) alles offen !" ... Es gibt genügend Dinge, die ich generell ablehne. Politisch gelagerte Einstellungen,die in Richtung - "das dritte Reich wäre doch toll geworden" gehen, Rassismus, Drogen,Frauenfeindlichkeit, Gewalt etc. ...
Ich wollte nur darauf hinaus, dass man Menschen nicht nach ihrem äusseren Erscheinungsbild und ihren Interessen beurteilen sollte ... und ich eben dies nicht tue. Genauso möchte ich nicht abgestempelt werden - weil ich mich einfach nur anders kleide oder - auch "andere" Musik höre ...
NIcht jeder, der in meiner Stilrichtung herumläuft, ist mir deshalb symphatisch und nicht jeder, der eben Jeans, T-Shirt etc. trägt ... unsymphatisch ...
(Meine grosse Tochter mag auch einiges von "meiner" Musik, geht mit mir auf Konzerte - genauso liebt sie aber auch reinsten Schlager ... moment mal ... dafür müsste ich sie ja eigentlich enterben - lach ... es gibt doch nichts Schlimmers, als Schubladen !)
 
  • #50
Ja, auch diese Dinge ... womit wir wieder bei "wie exessziv es halt ausglebt wird" wären. Damit ist ja kein starres Schema verbunden. Ich picke mir heraus, womit ich mich identifizerien kann - was mir nicht gefällt, bleibt aussen vor.

Ich kann mit solchen "Subkulturen" nichts anfangen, auch nicht mit herausgepickten Einzelheiten. Mit "Toleranz" hat das für mich wenig zu tun. "Toleranz" gegenüber grundsätzlichen Lebenseinstellungen halte ich in Beziehungen für falsch. Die müssen kompatibel sein. Wenn auf der Straße ein Gruftie an mir vorbeiläuft oder ein Kollege andere Lebenseinstellungen hat als ich, dann kann ich das problemlos tolerieren.
Damit bin ich auch nicht allem gegenüber "offen". Für mich ist das ein gesunder Schutz meiner Persönlichkeit. Ich mag mich auch nicht mit den Einzelheiten oder Denkweisen mancher Subkulturen beschäftigen. Ich muss mich ja z. B. auch nicht in die Denke irgendwelcher Sekten einarbeiten.

Ich wollte nur darauf hinaus, dass man Menschen nicht nach ihrem äusseren Erscheinungsbild und ihren Interessen beurteilen sollte ... und ich eben dies nicht tue. Genauso möchte ich nicht abgestempelt werden - weil ich mich einfach nur anders kleide oder - auch "andere" Musik höre ...

Ganz ehrlich: ich beurteile Menschen, zu denen ich näheren persönlichen Kontakt habe, nach ihren Interessen und ihrem Erscheinungsbild und ich finde das völlig normal und gerechtfertigt. Eine Frau mit schwarzer Gruftiekleidung, entsprechend geschminkt und "verziert", mit Sarg als Bett und Totenkopf auf dem Wohnzimmertisch (als Extrem) würde in mein Umfeld nicht hineinpassen. Natürlich toleriere ich sie als Nachbarin und wechsle ein paar übliche Worte im Hausflur. Aus meiner Sicht grenzt sich jemand, der vom "üblichen" stark abweicht, selbst mehr oder weniger aus.

Es gibt genügend Dinge, die ich generell ablehne. Politisch gelagerte Einstellungen,die in Richtung - "das dritte Reich wäre doch toll geworden" gehen, Rassismus, Drogen,Frauenfeindlichkeit, Gewalt etc. …

Da bin ich dann nun wieder toleranter. Für mich gehören etwas extremere Einstellungen auf dem rechten wie auf dem linken Flügel zum politischen Diskurs, natürlich gibt es auch da Grenzen. "Alle Ausländer raus" kann ich als Meinung genauso tolerieren wie "alle Ausländer rein", weil in der Realität sowieso meist ein vernünftiger Mittelweg raus kommt. Die eher linken Äußerungen auf den Demonstrationen zum 1. Mai sind teilweise genauso weltfremd wie die rechten bei den Pegida-Demonstrationen.
Toleranz bedeutet auch da nicht, dass ich "offen" dafür bin oder entsprechende Personen in meinem Umfeld haben muss.
Wenn Veganer keine tierischen Produkte nutzen, bin ich tolerant, wenn sie mir meinen Fleischkonsum verbieten wollen, wehre ich mich aus Prinzip dagegen.
 
  • #51
Ich würde da auch zwischen Beziehung und Bekanntschaft entscheiden. Wenn mein Nachbar sich in der BDSM Szene aufhält, kann ich mich mit ihm gut unterhalten. Eine Beziehung kommt aber wegen Inkompatibilität nicht in Frage.
Ich kann das alles tolerieren, aber wie nah ich jemand an mich heranlasse, entscheide immer noch immer noch ich.
Mir gefällt nicht alles und muss es auch nicht.
Genauso gefalle ich auch nicht allen. Ganz normal.Toleranz heisst für mich ich lasse dem anderen seins, er lässt mir meins und wenn nicht passt geht man sich aus dem Weg.
 
  • #52
Entweder kann ich mit dem was mein Partner gerne macht, gerne hört oder womit er sich identifiziert auch was anfangen, oder finde es zumindest "ok".
Also ich glaube nicht, dass es auf Dauer gut geht, wenn einer etwas was dem anderen total wichtig ist & womit er sich identifizieren kann, halt gerade mal so toleriert, weil er selbst nichts damit anfangen kann oder es sogar abturnend findet..

Mein Partner ist in einer Metalband. Finde ich toll, bin auf jedem Konzert mit dabei, wir fahren auch gerne auf Metalfestivals & hören auch zu Hause mal Metal.
Wäre er zB in einer Schlagerband, fände ich das grausam. Ich wäre nicht bei den Konzerten dabei, zu Hause will ich das nicht hören & auf ein Schlagerfest bringen mich auch keine 10 Pferde, weil ich das Ganze, die Musik, die Mode etc nicht mag. Das geht für mich höchstens betrunken beim Apres-ski.
Selbstverständlich wäre er die selbe Person & selbstverständlich könnte ich es "tolerieren", ist ja sein Ding, aber wenn er sich damit identifiziert, das evtl. gerne mit mir teilen möchte & ich mir jedes mal denke "er sieht in dem Schlageroutift aus wie ein Clown" & bei seiner Lieblingsmusik bekomme ich gefühlsmäßig Ohrenkrebs...blöd.
Ich denke er würde sich abgelehnt fühlen, das würde nicht lange gut gehen & er wäre mit einer Frau, die diese Musikleidenschaft mit ihm teilt, besser dran.

Schwarzromantik finde ich dagegen wieder total schick & ich würde mit dir auch auf ein entsprechendes Fest gehen.
Eine Freundin geht gerne auf Goregrind-feste, ne danke, aber ne gute Freundin bleibt sie ja trotzdem. Andere Freunde spielen Rollenspiele, verkleiden sich als Ritter & dreschen mit Holzschwertern aufeinander ein, wieder andere sind in Richtung Punk unterwegs & schimpfen den ganzen Tag auf das System.. Joa..
Tolerieren kann ich viel, gut finden & mitmachen ist aber wieder was anderes. & wenn ich was gar nicht leiden kann, dann will ich damit halt möglichst wenig zu tun haben..
 
  • #53
Ich fang jetzt nicht von Berufskleidung an, nur eine Bemerkung dazu: Die Seriöswirkenwollenden kommen immer in Anzug.

"Seriöswirkenwollenden" - sehr schön ... !
Ich starte mal wieder einen "Umdreh-Versuch" - lach ...
Mir ist ein - sagen wir mal "Versicherungsvertreter" -, der mich real und fair berät (ohne auf seine Provision zu geiern), selbst wenn er in legerer Kleidung daherkommt, meinetwegen auch noch ein Tattoo offen trägt - um vieles lieber, als sein Kollege im Anzug, der mir nur etwas andrehen will.
"Kleider machen Leute" ... für mich mit einem - "leider" verbunden ...
Mein Augenmerk gilt eher dem Auftreten/Benehmen/Umgangsformen eines Menschen - daran mache ich fest, ob symphatisch oder halt nicht.

Da ist auch dann wirklich die Frage, ob ein anderer das tolerieren kann, wenn es eben ganz anders ist als er selbst so durch und durch ist

Tolerieren geht wahrscheinlich noch - aber, ob eine Beziehung infrage käme - mit jemandem, der durch und durch anders ist ... schwierig ...

Das passiert auch manchmal, dass Menschen, die sehr viel Zeit aufwenden, sich ihrer Gruppe zugehörig zu zeigen, denken, nur weil ein anderer - der öde Normalo-Aussehende - das nicht tut, hätte er nicht genauso viel Individualität und ausgeprägte Persönlichkeit.

Ja ... einfach nur absoluter Blödsinn, so zu denken ... ich mag den Begriff überhaupt nicht - aber "engstirnig" passt da wohl am besten ...
 
  • #54
Aber mir ging es darum, dass dieses Kleidungsstück oder der Stil, den man selbst wählt, um EINEN Aspekt der Persönlichkeit zu zeigen, manchmal nicht mal gut an einem aussieht, weil das Äußere was anderes ist, als das Innenleben in irgendeiner Phase.

Da stellt sich dann wieder die Frage, wer beurteilt, was gut aussieht und was nicht ...
Der "Betroffene" fühlt sich wahrscheinlich sehr wohl in seinem Look ...
Ich erlebte schon Damen in unserem Geschäft ... trotz massiver Korpulenz in hautenge Kleidchen gezwängt, Stöckelschuhe - Storch im Salat ... sie fühlten sich total toll - dies sei ihnen auch gegönnt .
Oder - Rollenspieler/Mittelalterfans ... alles topp - sieh nur nicht nach ganz unten und stelle fest, dass die Turnschuhe nicht - so wirklich - ggg - zum Gesamtbild passen ...

Irgendwer wird immer etwas finden, worüber er dem anderen gegenüber den Kopf schüttelt ...

Ich will auch nicht von allem und jedem "so" gemocht und akzepziert werden ... wie meine Umwelt auf mich reagiert, dies ist mir reichlich egal ... Menschen, die mich kennen (wenige, aber gute Freunde/Arbeitsumfeld überhaupt keine Probleme ... okay ... die Frau meines Chefs nahm mich zum ersten mal wirklich als Mensch wahr, als sie mich "aufgestylt" sah ... seitdem darf ich mit ihm keine Whatsapp mehr schreiben - lach)
Ein "Satanist- oder Halloween" - Ruf ... klar, damit muss man zurechtkommen ...

Der grundsätzliche Gedanke ist immer noch :
Wenn du mich "vorher" - sagen wir : du als Kunde/ich in normaler Arbeitskleidung - kennengelernt hast und symphatisch fandest ... wir öfter ins Gespräch kamen - unsere Anschauen/Interessen etc. sich deckten - du dir eine Freundschaft/Beziehung vorstellen konntest ...
Wird all dies in Frage gestellt - nur weil ich plötzlich in schwarzen Rüschen vor dir stehe ???
 
  • #55
Ich kann das alles tolerieren, aber wie nah ich jemand an mich heranlasse, entscheide immer noch immer noch ich.
Mir gefällt nicht alles und muss es auch nicht.
Genauso gefalle ich auch nicht allen. Ganz normal.Toleranz heisst für mich ich lasse dem anderen seins, er lässt mir meins und wenn nicht passt geht man sich aus dem Weg.

Das ist für mich die perfekte Antwort zu diesem Thema.

Jeder kau authentisch , jeder darf sein - und wenn es zuwenig WIR gibt, zuwenig Basis, dann passt es nicht.

Dann bedeutet zuviel Toleranz, dass man sich selbst und seine eigene Grenzen verleugnet.

Je enger eine Beziehung, desto mehr braucht es die Ähnlichkeit, bei einem Freund kann ich schon mehr akzeptieren, bei Bekannten noch mehr.

W,49
 
  • #57
Wird all dies in Frage gestellt - nur weil ich plötzlich in schwarzen Rüschen vor dir stehe ???
Du beantwortest es Dir doch selber:
Tolerieren geht wahrscheinlich noch - aber, ob eine Beziehung infrage käme - mit jemandem, der durch und durch anders ist ... schwierig ...
Ich bin tolerant, aber wenn mir jemand, dem ich im Berufsalltag begegne, dann als Gothic im Privatleben lebt (inklusive Festivals, entsprechender Musikstil und schwarzer Kleidung), dann kommt für mich eine Beziehung auf Grund der unterschiedlichen Lebenshaltungen nicht in Frage. Viele hier haben die Gründe dafür beschrieben. Es ist unter anderem eine Altersfrage. Deshalb sind wir ja nicht alle Sonntag´s beim Tanztee:)
Ich kann diesen Menschen tolerieren, trotzdem paßt er als Partner nicht zu mir.Ich zu ihm ja auch nicht.
W
 
  • #58
Da stellt sich dann wieder die Frage, wer beurteilt, was gut aussieht und was nicht ...
Die Leute, die einen sehen, wobei einem das herzlich egal sein kann, aber sie tun es und Du fragst Dich vielleicht auch, warum sich wer in zu enge Legging klemmt. (zumindest zählst Du solche Beobachtungen hier auf und Du hast die Optik bewertet)
Und man selbst natürlich vorm Spiegel.

Wenn ich überlege, in welchen Klamotten ich wohlproportioniert, "wahrnehmbar" und dem Anlass angemessen aussehe, muss sich das nicht damit decken, wie ich eigentlich gern rumlaufen würde, weil ich eine innere Einstellung, ein Fan-Sein von irgendwas zeigen will oder weil ich meine rosa Rüschenphase nachhole.
Mit "wahrnehmbar" meine ich, dass es Kleidung und sogar auch nur Farben gibt, die den Träger "erschlagen", alt machen, die Haut "verbrennen" oder ihn wie eine Wasserleiche aussehen lassen. OPTISCH nimmt "man" den Menschen nicht mehr wahr sondern nur diese Wirkung. Ja, wer ist "man", aber es gibt schon Leute, die es wahrnehmen, und das sind keine Modemacher, sondern welche, die ein bisschen Stilgefühl haben. Ich hab noch keine Frau kennengelernt, die dahingehend kein Urteil abgeben könnte. Ich glaube, Männern beurteilen auch, nur nach anderen Kriterien. (billig, nicht billig z.B. bei Frauen)

Der "Betroffene" fühlt sich wahrscheinlich sehr wohl in seinem Look ...
Das ist mE erstmal die Hauptsache. Die zweite Hauptsache ist, dass ihm bewusst ist, WIE er aussieht und dass andere nicht denken müssen, wie super das ist oder wirkt. Dann kann er sich sagen, dass er drauf pfeift (das wäre für mich Authentizität). Wenn er aber meint, mit seinem Statement würde er Bewunderung auslösen, wird das schon schwieriger, falls ihm die negativen Folgen irgendwann einen Nachteil bereiten.
Mir ist ein - sagen wir mal "Versicherungsvertreter" -, der mich real und fair berät (ohne auf seine Provision zu geiern), selbst wenn er in legerer Kleidung daherkommt, meinetwegen auch noch ein Tattoo offen trägt - um vieles lieber, als sein Kollege im Anzug, der mir nur etwas andrehen will.
Das ist nicht die Frage, der ist jedem lieber. Das steht aber keinem auf der Stirn, was er eigentlich will. Es geht um den ersten unterschwelligen optischen Eindruck, der extrem wichtig ist und wonach sich eine erste Meinung gebildet wird.
Wenn einer nicht aussieht wie die Erwartung, braucht er mehr Überzeugungsarbeit, also muss mehr beweisen, mehr arbeiten, um den ersten Eindruck in den Hintergrund zu bringen. Dazu muss er ne Chance bekommen, die der andere vielleicht nicht gibt.
Das ist leider auch bei Eigenschaften so, die man nicht mal ändern kann, z.B. eine Frau in einem "Männer"beruf zu sein oder als Mann einen Kinderbetreuungsberuf machen zu wollen.
 
  • #59
Wenn du mich "vorher" - sagen wir : du als Kunde/ich in normaler Arbeitskleidung - kennengelernt hast und symphatisch fandest ... wir öfter ins Gespräch kamen - unsere Anschauen/Interessen etc. sich deckten - du dir eine Freundschaft/Beziehung vorstellen konntest ...
Wird all dies in Frage gestellt - nur weil ich plötzlich in schwarzen Rüschen vor dir stehe ???
Das hat mE nicht unbedingt was mit Vorurteilen zu tun, wenn einer dann "komisch" reagiert. Er hat Dich ja erstmal optisch anders kennengelernt und muss nun ein Detail dazupacken und sich fragen, wie er das findet. Wärst Du weiter in Normalkleidung, müsste er sich damit nicht befassen und würde, so Du ein versteckter Goth wärst, erst nach und nach rausfinden, dass Du so tickst, eine solche Weltsicht hast usw..
Wenn einer wirklich Vorurteile hat, ist das Ding ja sowieso gegessen. Die Vorurteile können verschieden sein. Einmal gegen Goths und dem, was man damit verbindet, an sich, dann auch das Vorurteil, dass einer innerlich Teenie geblieben ist und dergleichen.

Ich persönlich sehe mir sowas total gern an, wenn Leute nicht null-acht-fuffzehn gekleidet sind. Auch wenn Menschen perfekt modisch gekleidet sind und alles schön passt. Aber der Mensch als Persönlichkeit tritt dahinter zurück, weil ich mich nichts über ihn frage beim Sehen, sondern mich mit seinem Outfit beschäftige. (Außer, ich kenne ihn schon gut, dann tritt seine Aufmachung ja zurück hinter seiner Persönlichkeit. Er könnte so oder so oder im Jogginganzug oder im Sackkleid kommen, meine Gefühle für ihn sind die gleichen.)

Es ist was anderes, wenn ich merke, dass der Mensch einen persönlichen Stil hat, der ihn als Mensch mit seinen natürlichen Gegebenheiten unterstreicht, also er nicht uniformiert ist wegen einer Gruppenzugehörigkeit oder wie ne Schaufensterpuppe perfekt stimmig gekleidet ist. Denn der Uniformierte und die Schaufensterpuppe über"streichen" ja den Eindruck, den man von ihnen hätte, wenn sie "naturbelassen" wären und das Naturgegebene betonen würden. Das wäre eine Verstärkung der Individualität. Ich glaube, der Stilbruch im modischen Outfit ist deswegen so wichtig, um dem ganzen noch was Eigenwilliges zu geben. (Wenn nicht auch DAS schon wieder Mode wurde, z.B. Tüllrock mit Lederjacke und Boots. Das WAR mal Punk. Dann wurde es übernommen. Ich glaube sowas erzeugt bei den Gruppen, die das für sich beanspruchen, durchaus auch Ärgernis, wenn die Modewelt ihnen was klaut. Die Totenköpfe sind ja auch fashion geworden durch McQueen.)
Dazu kann durchaus z.B. ein Goth-Kleidungsstück in ein normales Outfit integriert werden. Ich hab so ein Teil im Schrank. Aber ich werde nicht den Rest zu ihm passend stylen, wenn ich es doch mal tragen sollte, sondern es als Normalostil-Stilbruch benutzen, als besonderes Kleidungsstück mit anderen, die keine Fragen aufwerfen.
 
  • #60
Da stellt sich dann wieder die Frage, wer beurteilt, was gut aussieht und was nicht ...
Der "Betroffene" fühlt sich wahrscheinlich sehr wohl in seinem Look ...

Jeder beurteilt für sich. Für Dich ist der Anzug nichts, für mich der schlabbrige Versicherungsvertreter mit Punkfrisur kein Geschäftspartner. Faire Beratung ist weder bei dem einen noch bei dem anderen sicher und eine andere Kategorie.
@Pfauenauge hat das treffend beschrieben. Toleranz hat nichts damit zu tun, dass ich Dich gut finden müsste oder Du mich.
 
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