• #61
Mir gefällt nicht alles und muss es auch nicht.
Genauso gefalle ich auch nicht allen. Ganz normal.Toleranz heisst für mich ich lasse dem anderen seins, er lässt mir meins und wenn nicht passt geht man sich aus dem Weg.

perfekte Definition - absolut ...

die Fragestellung "Toleranz" war - im Nachhinein gesehen - doch wohl arg unglücklich gewählt ...
 
  • #62
die Fragestellung "Toleranz" war - im Nachhinein gesehen - doch wohl arg unglücklich gewählt ...

Liebe Malificent,

Meinst Du wirklich?
Es ist eine lebhafte Diskussion.
Und das Thema Toleranz hat viele Facetten.
Ob es der Kleidungsstil ist, ob ein Hobby, der Freundeskreis, Lebensweise, Er.

Es wird am Schluss egal bei was immer darum gehen, was akzeptiere ich, womit kann ich umgehen, wo werden meine Grenzen überschritten.
Liebe ich den anderen mit allen Facetten, die er hat, kann deswegen auch seine mir eher fremden Eigenheiten als zu ihm gehörend achten und wertschätzen oder kann ich es nicht.
Kurz, ich bin, er ist - lieben wir uns beide so wie wir sind.
Wenn ja, passt es , wenn nicht , wird es sich trennen.

Ich habe aber 2 Phänomene festgestellt, die sich etwas widersprechen.
Liebt man wirklich, kann man toleranter sein.
Das Problem ist , dass man evtl. anfänglich zu tolerant ist, es sich schön redet. Mit zunehmendem Alltag und verschwindenden Rosa Wolken senken sich Toleranzgrenzen, die Differenzen werden gewichtiger und zerstören langfristig die Liebe, Zuneigung.

Man sollte da sehr gut in sich hineinfühlen, und seine Grenzen gut kennen.
Man kann auf Dauer Dinge nicht passend machen, die nicht passen.

W,49
 
  • #63
Es wird am Schluss egal bei was immer darum gehen, was akzeptiere ich, womit kann ich umgehen, wo werden meine Grenzen überschritten.

So ist es ... Vor vielen Jahren hatte ich einen längeren, recht intensiven Flirtkontakt mit einem sehr symphatischen Mann. Eine Beziehung wäre wohl entstanden - nur leider stellte sich heraus, dass er dem Jagdsport-Hobby nachging. - Überhaupt nichts für mich, also beendete ich den Kontakt.

Je näher man einem Menschen kommt, desto mehr wird man immer wieder vor die Frage gestellt : "Kann ich damit um, passt das zu mir - inwieweit lässt es sich tolerieren oder beeinträchtigt es mich und die Verbindung ?"

Leider verstehe ich es meisterhaft meine Grenzen viel zu weit zu stecken oder ganz zu ignorieren.
Gegen das Gefühl des Unwohlseins setze ich dann Begründungen (warum er/sie sich so verhält), relativiere so lange, bis sich alles nicht mehr "so schlimm" anfühlt.

An diesem Punkt muss ich dringends arbeiten.
Liesse sich die Zeit zurückdrehen - ich würde so vieles anders machen ...

Alleine, wenn ich mir den letzten Urlaub vor Augen halte ...
14 Tage im Ausland/im Haus seiner Mutter ... Ich kannte die Dame schon aus den vergangenen Jahren - allerdings wohnten wir sonst immer in einem Hotel und verbrachten nur stundenweise Zeit mit ihr. Nett, lieb, freundlich.
Diesmal lernte ich sie wirklich kennen und ihr Umgang mit mir war einfach grauenvoll. Spätestens als sie zum 3. Mal morgens demonstrativ den Tisch verliess, weil ich mich mit meinem Kaffee dorthin setzte - hätte ich darauf bestehen müssen, in ein Hotel umzuziehen.
Stattdessen - "sie ist einfach älter und schrullig, sag nichts dazu - nimm Rücksicht, du willst ja keinen Streit provozieren ... es ist ja nur für eine begrenzte Zeit" usw.
Unglaublich, wie lang zwei Wochen sein können ...
Zumindest spürte ich dadurch endlich bewusst und überdeutlich, dass ich mich nicht mies behandeln lassen möchte/darf. Letztentlich brachte dieses Erlebnis wohl auch den Stein ins Rollen ...
Einen Monat später machte ich mich einer Freundin gegenüber das erste Mal gerade - woraufhin sie die Freundschaft abrupt beendete.
Am nächsten Tag fand ich auch die Kraft, nach dem heftigen Streit mit meinem Partner und seiner - mal wieder - ausgesprochenen Trennungsabsicht, konsequent zu bleiben und zu gehen.
 
  • #64
Ich glaube, der Stilbruch im modischen Outfit ist deswegen so wichtig, um dem ganzen noch was Eigenwilliges zu geben.

Liebe @void,

der Stilbruch, egal ob man nun Anhänger einer Subkultur ist, oder sich lieber nach dem Mainstream ausrichtet, macht doch den Menschen erst authentisch, nach meinem Verständnis.

Ich liebe z.B meine Fingernägel in Barbiepink, gerne auch mit etwas Glitzer, ein schönes Typgerechtes Make Up, überhaupt das ganze Thema um Kosmetik und Pflege, sowie schöne Spitzenwäsche unter der Lederkutte.

Ich würde niemals etwas auflegen oder tragen, was mir nicht steht oder mir an mir nicht gefällt, nur weil 'man es so macht'.

Genau das sind aber auch die Dinge, die mich (oder andere) erst so richtig echt machen.

Ich identifiziere mich mit meiner Musik und die breit gefächerten Philosophieen dazu, auch wenn ich nicht alle Ansichten, Meinungen und Strömungen teilen muss oder möchte.
Dennoch bleibe Ich Ich.

die Fragestellung "Toleranz" war - im Nachhinein gesehen - doch wohl arg unglücklich gewählt ...

Liebe @Malificent, Du hast den Ausdruck gewählt, der Dir zum Zeitpunkt der Themenerstellung angemessen schien.
Und völlig falsch ist es im weitläufigerem Sinne ja auch nicht.

Man sollte da sehr gut in sich hineinfühlen, und seine Grenzen gut kennen.
Man kann auf Dauer Dinge nicht passend machen, die nicht passen.

Liebe @Lionne69,

auch hier kann ich Dir wieder nur beipflichten.
Ich denke nämlich auch, dass Passung das A und das O in einer Partnerschaft ist und ihr dauerhaftes Gelingen fast zu 100% nur davon abhängt.
Und je mehr ich mich so unsehe, höre und lese, desto mehr bestätigt sich das auch.

Eine Partnerschaft hält schon ein paar Gegensätze aus, so lange es zumindest für einen der Beiden nicht als Partnerschaftsrelevant gesehen wird.

Es gibt Paare, die sind vielleicht schon 20 oder 30 Jahre zusammen, sind immer noch glücklich und zufrieden miteinander. Ihr Geheimnis ist meiner Meinung nach ganz viele Gemeinsamkeiten, ganz viel, was sie verbindet, ganz viel Passung.

Deswegen macht es auch wirklich keinen Sinn, sich etwas passend zu machen, was nicht passt und im schlimmsten Fall, völlig anzupassen, nur damit es irgendwie doch noch passt.

Das ist meiner Ansicht nach zum Scheitern verurteilt.
 
  • #65
Mit zunehmendem Alltag und verschwindenden Rosa Wolken senken sich Toleranzgrenzen, die Differenzen werden gewichtiger und zerstören langfristig die Liebe, Zuneigung.

Im Grunde ja ...
Jedoch - Es bedarf 8 bis 10 Jahre, bis der Partner plötzlich merkt, dass alles an dir ihn stört ?
Angefangen von meiner Ausdrucksweise (Auf einmal als "überheblich" empfunden - nur, weil ich einen gepflegteren Wortschatz betreibe - und er sich einbildete, ich würde ihn dadurch herabsetzen wollen).
Meine Kleidung - die ihm lange Zeit gefiel - "unpraktisch" (Während er einer gemeinsamen Freundin, die sich ähnlich stylt, immer noch herrliche Komplimente für ihr tolles Outfit machte).
Meine Unternehmungslust - "ständig unterwegs" - wenn ich einmal im Monat ausging.
Mein Schichtdienst - doch die gemeinsamen Stunden wurden dann meist schweigend vor dem Fernseher verbracht, meine Versuche ein Gespräch - mal nicht nur über das Wetter - zu beginnen, abgeblockt.
Ein mit mir befreundetes Pärchen lehnte er sofort rigoros ab, nur, weil sie in einem eigenen Haus wohnen.
etc. ...
Letztendlich machte mich sogar das Putzen der gemeinsamen Wohnung in seinen Augen unerotisch ...

Dahinter steckt mehr, als schlichtweg nicht zueinanderpassen.

Ich vermute, er ist generell mit sich - und wohl der ganzen Welt - äusserst unzufrieden ... Ich bot einfach nur das passende Ventil, um seinen, sich immer mehr steigernden, Frust abzulassen.
Würde ich jetzt wieder begründen/relativieren - könnte ich seinen neuen Job (sehr anstrengend, grosse Umstellung), seine Schwierigkeiten mit der Tätigkeit im Vorstand des Gartenvereins (zeitintensiv und oft wurden seine Vorschläge nicht wahr- und angenommen), den Papierkrieg um die Schenkungsurkunde bezüglich des Hauses seiner Mutter (bei allem nötigen Schriftverkehr und Terminen unterstützte ich ihn, wo immer es möglich war), seinen Freund, der oft keine Zeit mehr für ihn hatte ...
und vieles mehr ins Feld führen ...
All dies zu wissen ändert nichts an der Tatsache, dass ich niemals wieder als Fussabtreter herhalten will.
Ich versuchte immer für ihn da zu sein - doch, du kommst an keinen heran, der sich mehr und mehr verschliesst, lieber in seinem Selbstmitleid badet, anstatt, Wege für sich zu suchen, um aus dieser Schleife herauszukommen ... es ist ja so viel einfacher, den anderen mit wütenden Attacken zu überziehen ...
 
  • #66
die Fragestellung "Toleranz" war - im Nachhinein gesehen - doch wohl arg unglücklich gewählt ...
Ich finde die genau richtig und die Diskussion sehr interessant. Vor allem, wie man rausklamüsern kann, wie es im Detail eigentlich zu sehen ist, was Toleranz ist und dass es nicht bedeutet, dass was einem gefallen muss.
Leider verstehe ich es meisterhaft meine Grenzen viel zu weit zu stecken oder ganz zu ignorieren.
Ich kenne diese Gedanken auch, ich vermute mal, das geht vielen so, dass sie erst denken, sie kämen mit was klar und dann stellt sich mehr und mehr raus, dass es nicht geht. Das Blöde daran ist dann aber auch für den anderen, dass er das Gefühl hatte, endlich wen gefunden zu haben, der xyz nicht störend findet, und dann war es doch ein Irrtum. Oder dass er xyz nur hingenommen hat, weil er auf anderer Seite ein eigenes Interesse hat (z.B. wenn ein Mann eine AE als Partnerin hat und sie denkt, so nach und nach wird das wieder ne Familie und verdichtet sich, aber er wollte nur eine Frau, die oft mit was anderem zu tun hat und nicht die ganze Zeit mit ihm verbringen will und das soll so bleiben).

Stattdessen - "sie ist einfach älter und schrullig, sag nichts dazu - nimm Rücksicht, du willst ja keinen Streit provozieren ... es ist ja nur für eine begrenzte Zeit" usw.
Schrecklich, oder? Damit wird das Verhalten der Frau auch noch gutgeheißen, denn sie hat nie den Druck, sich ändern zu müssen.
Bei Deinem Partner klingt es nach passivem Wegekeln, statt selbst die Beziehung zu beenden. Das ist immer mein Eindruck, wenn am anderen plötzlich nur noch rumgenörgelt wird.

der Stilbruch, egal ob man nun Anhänger einer Subkultur ist, oder sich lieber nach dem Mainstream ausrichtet, macht doch den Menschen erst authentisch, nach meinem Verständnis.
Liebe Avida, das seh ich auch so, WENN der Stilbruch aus einem selbst kommt. Aber es gibt ja schon die modisch vorgegebenen, wie Lederjacke und feines Kleid z.B.. Ich kann mich erinnern, dass ich früher von meiner Mutter bei sowas immer hörte "so kannst du doch nicht rumlaufen, das passt doch nicht". Später wurde es so Mode. Ich hätte ein echt cooler Teenie sein können, wenn man mich gelassen hätte, ich war der Modewelt weit voraus.
Heute finde ich es schwierig, nicht schon wieder mit dem Stilbruch wie modisch mainstreammäßig beraten auszusehen. Ich finde das mit dem Stil an sich sowieso schwierig. Manchmal denke ich, nicht jeder kann einen haben, sich aber zu persönlich passend kleiden, auch wenn es mehr die 0815-Uniform ist.
 
  • #67
Heute finde ich es schwierig, nicht schon wieder mit dem Stilbruch wie modisch mainstreammäßig beraten auszusehen. Ich finde das mit dem Stil an sich sowieso schwierig. Manchmal denke ich, nicht jeder kann einen haben, sich aber zu persönlich passend kleiden, auch wenn es mehr die 0815-Uniform ist.

Liebe void,
Machst Du es Dir da nicht zu kompliziert?
Was ist 08/15, was Stilbruch , etc.?

Wir sind doch inzwischen alt genug, um zu wissen, was einem steht, was zu einem passt, worin man sich wohl fühlt.
Es gab einen Sommer, da habe ich kein einziges Kleidungsstück gekauft. Mit Pastellfarben insbesondere Rosa kann ich nichts anfangen, das bin ich nicht.
Man macht, man trägt...Nix man...Und auch nicht Frau muss...
Ich bin Frau, fühle mich so, und weiß, dass ich das ausstrahle, ich brauche keine Krücken, um mich mehr als Frau zu fühlen.
Ich bin Frau in meiner Jeans und Pfötchen T-Shirt, und Frau in meinem langen, schmalen Kleid und Highheels...

Inzwischen kaufe ich gerade Kleidung nur noch dann, wenn ich etwas sehe, was mir gefällt.
Das hängt dann im Schrank, und mein Bauchgefühl sagt mir, wann ich was anziehe. Was ich wie kombiniere, welche Farbe ich gerade mag, auch wenn ich nicht sehr bunt unterwegs bin, schwarz ist eine tolle Farbe, und worin ich mich für diesen Anlass, an diesem Tag wohl fühle.

Stil hat jeder, der auf sich achtet.

Dies ein Exkurs jenseits des Themas Toleranz.

W,49
 
  • #68
Ich finde das mit dem Stil an sich sowieso schwierig. Manchmal denke ich, nicht jeder kann einen haben, sich aber zu persönlich passend kleiden, auch wenn es mehr die 0815-Uniform ist.

Liebe @void,

nicht jeder kann ein Paradiesvogel sein, nicht jeder kann sich mit den Mainstream identifizieren, zwischen beiden Extremen gibt es viele Facetten, wo jeder seinen Platz finden kann, dass, womit er sich wohl fühlt, sich identifizieren kann und auch seine Identität mit einbringt.

Denn genau das ist es, was auch Subkulturen lebendig hält, sie bleiben sonst stehen, ersticken an ihren eigenen Grenzen, sterben aus.

Ich hätte ein echt cooler Teenie sein können, wenn man mich gelassen hätte, ich war der Modewelt weit voraus

Dafür bist Du heute eine coole Frau mit klaren Statements, deren Beiträge ich nicht nur gerne lese, sondern ich auch schon viel für mich mitnehmen konnte.

Du bist mir an Jahren und Erfahrungen, sowie an Gedankengängen weit voraus und ich habe oft von Deinen Beiträgen profitiert.

Dafür mal ein herzliches Danke :)

Liebe @Malificent,

was Du beschrieben hast, diese Art der Beziehung, die Art der Anpassung, das Wegducken, obwohl man klare Linie hätte zeigen müssen, das kenne ich auch.

Kompromisse gehören in einer Partnerschaft dazu, aber sie dürfen nicht nur einseitig gemacht werden

Dein Partner hat nicht hinter Dir gestanden, sondern ist Dir noch in den Rücken gefallen und Du hast viel Zeit gebraucht, dass zu erkennen.

Es ist immer bitter, wenn man im Leben die Suppen derer auslöffeln darf, die zu feige für klare Linie sind, die immer nur die Wege des geringsten Widerstandes gehen.

Schweigen ist immer nur die Sicherheit der Feiglinge und nur Feiglinge verstecken sich hinter unüberwindbaren Mauern.

Es gibt bessere Männer!
 
  • #69
Machst Du es Dir da nicht zu kompliziert?
Was ist 08/15, was Stilbruch , etc.?
Ich würde sagen: 0815 ist das, was die Masse trägt (Jeans und Shirt z.B.). Stil mit Stilbruch ist, einen Widerspruch ins Outfit zu bringen. Nicht 0815-Stil, nicht, als würde man ein schickes Katalog-Outfit 1 zu 1 übernommen haben, also alles glatt (sowas ist schnell trutschig), sondern eine Note reinzubringen, wo der Betrachter hängenbleibt und sich fragt "passt das"? Und dann sagt "es passt", weil dieser Mensch es vermitteln kann.

Klar weiß man irgendwann, was einem steht. Aber trotzdem gab es z.B. bei mir auch schon mal Bemerkungen, ich könnte mehr aus mir machen.
Alle paar Jahre integriere ich mal ne andere Farbe. Die ist zwar meinem Hauttyp vielleicht schon zugeordnet, aber hatte mich bislang nicht überzeugt. Mir steht z.B. Pink und ich weiß das auch, hätte ich früher aber nicht gekauft.
Ich trage so gut wie keine Muster (Leopard, Nadelstreifen und Schottenkaro würde ich tragen je nach Kleidungsstück, aber z.B. nicht diese Tapetenmusterteile.) Mittlerweile habe ich 2 Shirts mit vereinzelten Blumen drauf. Hätte ich früher NIE angezogen. Dabei sind die total feminin, aber nicht "püppi". Wirken ganz anders als meine anderen Stücke.

Ich seh manchmal - selten - Menschen, die haben das Besondere, obwohl sie gar nichts Besonderes tragen. Jedes Kleidungsstück einzeln ist 0815, aber die sehen einfach so stimmig darin aus, dass ich denke, sie haben es wirklich drauf mit ihrem eigtl. 0815-Stil. Dann gibt es Leute, die noch seltener sind und die ich so gut wie gar nicht mehr sehe, seit ich nicht mehr Zug fahren muss, die wirklich was Besonderes tragen und Stilbruch können.
"Katalog-Trägerinnen", die einfach ein Outfit übernommen haben, gibt es zu Hauf. Aber was Besonderes kaufen und dann noch dem eine besondere, persönliche Note geben, ist für mich Stil-KÖNNEN. Ich denke, das ist ne Begabung.

Mein Stil sieht 0815 aus, auch wenn das nun in dem Zusammenhang "es steht mir auch" doof klingt. Mir würden schon einige Dinge einfallen, aber die müsste ich ausgefeilt einbringen. Ich steh auf Glamour, aber für den Alltag muss das "runtergebrochen" werden. Ich könnte da schon mehr Mühe reinstecken. Ob das nach zu mir passendem Stil aussieht, bleibt zu testen. Und ich mag auch nur noch echten Schmuck, also billige Bling-Bling-Klamotten oder billige Accessoires (Gürtel, Taschen) dazu getragen, können daher nicht den Glamourfaktor darstellen.
ich brauche keine Krücken, um mich mehr als Frau zu fühlen.
Den Typ unterstreichen heißt nicht, Krücken zu brauchen, um sich mehr als Frau zu fühlen.
Modetrends sind mir schon immer egal, also ich kaufe schon immer nur das, was mir gefällt. Aber ich check heute mehr ab, ob das auch typmäßig passt, denn nicht alles, was mir gefällt, steht mir auch oder wirkt allgemein gut (also nicht "oma", "ich lebe auf Hawaii", "ich bin Rockstar" ...)
 
  • #70
Mir wird das inzwischen viel zu negativ.
Dabei ist es eigentlich sooo einfach......
Stört mich irgendeine Kleinigkeit an meiner V - dann denke ich daran, was alles klasse an ihr ist. Ich werde nie fertig mit der Liste .....
Was mich gestört hat, weiss ich dann schon gar nicht mehr. Also muss ich nicht einmal tolerant sein .....
Hat doch was ... oder ?
 
  • #71
Stört mich irgendeine Kleinigkeit an meiner V - dann denke ich daran, was alles klasse an ihr ist. Ich werde nie fertig mit der Liste .....

Das ist einfach bezaubernd ! ... Du bist derselbe Mann, der sich in einem anderen Thread als "tollpatschigen Teddybär" bezeichnet ???

die zu feige für klare Linie sind, die immer nur die Wege des geringsten Widerstandes gehen.

Dies trifft ebenso auf mich zu ...
Etwas, woran ich für mich arbeiten muss und werde.
Ich denke, vieles liegt in meiner Kindheit begründet - ich genoss ein wundervolles Elternhaus und sehr liebe Grosseltern ...
Allerdings erlebte ich nie bewusst Konfrontation oder Konflikte ... immer wurde alles, was für mich sichtbar war, harmonisch geregelt.
Als das Problem mit den Renovierungskosten aufkam und meine Eltern davon erfuhren, war ihre erste Reaktion :"Wir geben dir das Geld für ihn - damit kein weiterer Konflikt entsteht und du deine Ruhe hast" ...
Du verstehst, was ich meine ?

Bei Deinem Partner klingt es nach passivem Wegekeln, statt selbst die Beziehung zu beenden. Das ist immer mein Eindruck, wenn am anderen plötzlich nur noch rumgenörgelt wird.

Ein plötzliches Herumnörgeln war es nicht - eher etwas, dass sich schon viele Jahre zuvor immer wieder zeigte (verbunden mit regelmässigen Wiederholungen von On/Off) und mit der Zeit mehr und mehr steigerte.
(Er war in der Lage, mir das Gefühl zu geben, ich sei die tollste Frau der Welt ... drei Stunden später brüllte er mich genauso überzeugend an :"Mädel - merkst du eigentlich noch was ? Wie blöd bist du überhaupt ... "
Ich denke, sein Respekt vor mir sank - je mehr ich mir gefallen liess (irgendwie auch logisch) ... /gepaart mit seiner eigenen, steigenden Unzufriedenheit.
In den letzten Wochen die wir noch gemeinsam in der Wohung verweilten, mied er sogar jeglichen Kontakt mit unserer Katze (es war geklärt, dass ich sie mitnehmen werde ... ) - irgendwie merkwürdig ...
Verlustängste vielleicht - lieber wegstossen, als etwas/jemanden zu nahe an sich herankommen zu lassen ...
Mir Gedanken darum zu machen ... warum/wieso/weshalb ... er ist, wie er ist, bringt mich nicht weiter.
Das Einzige, was ich tun kann - mich selbst zu gründlichst zu hinterfragen.
Jeder, der mir dies dringendst nahelegt - auch viele Schreiber hier - hat absolut recht damit.
 
  • #72
Ich hätte ein echt cooler Teenie sein können, wenn man mich gelassen hätte, ich war der Modewelt weit voraus.

Das Gefühl kenne ich bestens ... (zumindest im Sinne von : "wäre ich doch bereits damals meinem Instinkt gefolgt" - der "Mode" voraus sein/mit der Mode gehen , war für mich nie von Interesse ...)

Damals liess ich mich genauso leiten und beeinflussen : "Schwarz steht dir nicht/macht dich zu blass" ... (latent gefühlt schon immer mein Ideal von "schön/gefällt mir/da finde ich mich
ala : "Morticia Addams" ... schmacht ... )

Es dauerte viel zu viele Jahre, bis ich anfing, dies nach aussen hin ausleben ...

So bin ich, dazu bekenne ich mich, so fühle ich mich bei mir ...

Etliches wurde im Laufe der Zeit auch aussortiert - passte nicht mehr zu mir - der Style wurde schlichter/genauso auch wesentlich eleganter/oder bewusst härter ... da driffte ich zwischen allen Möglichkeiten ...

Bin selbst gespannt, wann ich den Mut aufbringe, mich mit meinem Zylinder - alleine - in eine vollbesetzte U-Bahn zu quetschen ... smile ...

"wenn man mich gelassen hätte" - ist dies die Frage ?
oder : "warum macht man es nicht einfach" ...
 
  • #73
Mir Gedanken darum zu machen ... warum/wieso/weshalb ... er ist, wie er ist, bringt mich nicht weiter.
Mich hat sowas weitergebracht in der Hinsicht, dass ich die Unterschiedlichkeit von Menschen gesehen und akzeptiert habe, was bedeutete, irgendwelche Schuld oder Ursachen nicht nur bei mir zu suchen.
Ich finde seinen Wechsel von "auf den Sockel stellen" zu "total runtermachen" krass. Klingt nach Fertigwerden mit einer Projektion - einmal Prinzessin, das andere Mal die Enttäuschung, doch keine Prinzessin zu haben.
Damit kommt man auch dem Selbsthinterfragen näher, weil einem ja vielleicht gefallen hat, was der andere in einem sah im positiven Sinne.
der "Mode" voraus sein/mit der Mode gehen , war für mich nie von Interesse
Mir auch nicht, aber das war komischerweise öfter mal so.

Was ich wichtig finde, ist Selbstentdeckung. Wenn Du Dich nur immer als Morticia sehen solltest, geht Dir das ganze andere von Dir verloren, und sie ist nur irgendwas, auf das man eine, EINE, Seite von sich projizieren kann, und so, wie man niemals werden kann, eine Kunstfigur ist mit Eigenschaften in "Reinform", die ihr der Autor aufdrückte.
"wenn man mich gelassen hätte" - ist dies die Frage ?
oder : "warum macht man es nicht einfach" ...
Für mich ist das nicht mehr die Frage. Ich weiß, warum ich es nicht tat. Ich hab auch keine Probleme mehr damit, jedenfalls merke ich keine mehr. Ich muss nicht mehr durch mein Äußeres was Inneres demonstrieren.
Ich hatte in einem dafür hohen Alter einen Drang zum Nachholen. Aber wozu? Warum muss irgendwer anderes sehen, was mich als Person in Beschäftigung mit mir selbst beschäftigt? Muss ich in schwarz rumlaufen, weil ich depressiv bin? Muss ich in Tüllröcken gehen, weil ich mich das mit Ende 20 nicht traute, als Carrie Bradshaw gerade erst im dt TV erschienen war?
Das muss keiner wissen, ich hab die Freiheit, die Klamotte auszuwählen, in der ich umwerfend aussehe, nicht in der ich Depression, Abkehr von der Welt oder irgendwas anderes zeige. Ich kann die Kleidung dem Äußeren anpassen und brauche nicht, dass es dem Inneren angepasst ist. Das bedeutet nicht, dass das nicht einfließt in die Klamottenwahl. Aber so eine Kunstfigur, die das symbolisiert, was ich gerade empfinde, würde ich nicht imitieren, um mich zu verwirklichen. Sie ist sie, ich bin ich, und die Eigenschaften, die ein Autor seiner Figur gibt, hat ein realer Mensch sowieso nicht. Soll heißen, selbst wenn ich mich so kleide, bin ich es nicht und ich weiß das.
Dafür bist Du heute eine coole Frau mit klaren Statements, deren Beiträge ich nicht nur gerne lese, sondern ich auch schon viel für mich mitnehmen konnte.
Danke schön für das große Kompliment :) Das freut mich wirklich, wenn jemand was mitnehmen kann aus dem, was ich schreibe.
 
T

ThePinkLady

Gast
  • #74
Du liebst deinen Goth-Style und die Goth-Szene und forderst pausenlos von einem potentiellen Partner Toleranz. Wieso soll denn dein Partner überhaupt unbedingt von außerhalb der Szene, die du doch so liebst und in der du dich so zuhause fühlst, sein? Such dir deinen perfekten Wunschkandidaten doch hier, das wäre viel einfacher und würde doch alles viel mehr Sinn machen.
 
  • #75
Ich würde mich als sehr tolerant bezeichnen, mir ist schlicht und ergreifend das Meiste egal.
Solange er sich die 2 oder 3x im Jahr halbwegs an das Protokoll hält wenn es um offizielle Firmenanlässe geht, ist mir der Rest egal.
Hauptsache sauber und gepflegt - und kurze Haare!
Null Toleranz habe ich bei Rassismus, aktives ausleben einer Religion, Lügen, Geiz oder Verschwendung, rauchen oder kiffen und Dummheit.
Haustiere z.b. kommt darauf an: ich liebe Hunde aber nicht im Bett, nur als Beispiel.
Und er sollte etwas haben wofür er brennt. Ob das nun sein Beruf ist oder in Form eines Hobbies, ist mir auch egal.
Nur jeden Abend über Job, Freunde oder Familie meckern und nichts daran ändern, geht nicht.
Intolerant bin ich also definitiv bei Jammerlappen- und bei Couch potatoes....

Mir sind so viele Sachen egal und ich frage mich gerade ob es Toleranz oder Desinteresse am Gegenüber ist.
Mich über Mode zu unterhalten und über die Frage welcher rosaton gerade in ist, ist Zeitverschwendung.
Liegt vermutlich aber auch an meinem Leben, hatte ja schon öfters geschrieben dass ich im Ausland wohne und da braucht es nicht mehr ausser Shorts, Tops und Flip flops.....
Jemand der also nie umziehen will, käme bei aller Toleranz nicht in Frage. Ich möchte noch mehr kennen lernen und Deutschland ist keine Option.
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
  • #76
Da dieser Thread anscheinend noch lebt ...

Wieso soll denn dein Partner überhaupt unbedingt von außerhalb der Szene, die du doch so liebst und in der du dich so zuhause fühlst, sein?

Es ist nicht so, dass ich mir den Partner aufgrund der Zuordnung nach einer "Szene" aussuchen würde (bzw. ausgesucht habe).
"Er" tauchte damals in meinem "Wohnzimmer" - meiner Stammdiskothek (80iger Jahre/Rockmusik gelagert) auf.
Ein völlig "normaler" Typ, der mich vollends faszinierte.
(Genausogut hätte ich ihm beim Besuch einer Oper begegnen können - mein Spektrum ist äussert vielfälltig).
Was mich schlussendlich eben nur irritiertierte ... und mich bewog, diesen Thread zu starten :
Zunächst empfand er mich ... in meiner Art/meiner Kleidung etc. sehr ansprechend, "fuhr voll darauf ab", ging mit mir enthusiastisch zu Konzerten, empfahl mir von sich aus neue Kleidung oder Schmuck ...
Es war nicht so, dass ich von ihm Toleranz einfordern musste - im Gegenteil, eher bestärkte er mich, gab mir überhaupt erst den Mut, mich meinem Wesen entsprechend mehr zu entfalten.
Er war es, der mich überhaupt erst dazu animierte, zu meinem ersten Festival zu fahren ...
Und dann plötzlich erzählt er mir, dies sei ihm alles zu dunkel, zu düster ... zu viel "Tod und Teufel" ? (Depessiv sei ich ja sowieso ...)
Wenngleich er längst wusste, dass ich ein abolut lebensbejahender Mensch bin, mit beiden Beinen im realen, normalen Leben stehend.
An diesem Punkt hatte er ohnehin an allem etwas auszusetzen : war es nicht die "Szene" , waren es meine Kinder, meine Schichtarbeit, meine Art, die Wohnung zu putzen ... etc.
Und dies alles, während er eine "gemeinsame Freundin" immer noch hofierte ... (Er lernte sie erst durch mich kennen und sie der "Szene" wesentlich mehr verhaftet.)
Damals stellte ich mir die Frage : "Warum findet er dieses Spezielle an einer anderen Frau immer noch toll - während es ihn auf einmal massivst absstösst, dass seine eigene Frau nur einen Bruchteil davon lebt ..
 
  • #77
Mich über Mode zu unterhalten und über die Frage welcher rosaton gerade in ist, ist Zeitverschwendung.

Und er sollte etwas haben wofür er brennt. Ob das nun sein Beruf ist oder in Form eines Hobbies, ist mir auch egal.
Nur jeden Abend über Job, Freunde oder Familie meckern und nichts daran ändern, geht nicht.
Intolerant bin ich also definitiv bei Jammerlappen- und bei Couch potatoes....

Gänzlich bei dir !
Auf die inneren Werte kommt es auf, auf den Gleichklang zweier Seelen - letztendlich völlig unabhängig vom Outfit.
Von Jemandem - wenngleich er auch den für mich umwerfendsten Look trägt, aber sich als nicht kompatibel mit meinen Wünschen, Bedürfnissen und Vorstellungen erweist - bleibt doch nicht mehr als eine kurze Faszination für den äusseren Schein.
Im Gegenzug kann jemand im Jeans/T-Shirt Style - mir innerlich absolut entsprechen ...
"Man sieht nur mit dem Herzen gut" ... um mehr geht es doch nicht ...
Sämtliche meiner Freunde und Kollegen sind absolut "normal" und wir kommen wunderbar miteinander aus, weil wir einfach nur auf einer Wellenlänge ticken und jeder den anderen so akzeptiert/toleriert, wie er ist - innerlich wie äusserlich !
 
  • #78
Auf die inneren Werte kommt es auf, auf den Gleichklang zweier Seelen
...
"Man sieht nur mit dem Herzen gut" ... um mehr geht es doch nicht ...

Wenn das tatsächlich so wäre, wäre die (Beziehungs)Welt anders als das was wir hier im Forum lesen.

Am Wochenende "durfte" ich mir die DVD Die Prophezeiungen von Celestine ansehen. Im Grunde teile ich die Rezensionen zu diesem esoterischen Werk.

Insbesondere wenn der Held auf eine bestimmte Frau trifft umgeben beide animierte Auren die erst mit einander nicht harmonieren aber am Punkt der Erkenntnis harmonieren. Der diesbezügliche Dialog hat mich aus leichtem Schlummer erweckt. Er steht leider in keiner der Rezensionen.

Von Beiden wird ein jeweilige Vergangenheit als Beziehungsirrlichter und gemeinsame Seelenverwandtschaft angesprochen. Man einigt sich darauf, dass die Anziehungskraft aus Seelenverwandtschaft eine ganz andere Bedeutung hat, als dass man sich sexuell oder anders paart.

Dieser kurze Dialog war es mir dann doch wert diesen Film gesehen zu haben.

Bei @Frau43 lese ich nichts von ihren inneren Werten.

Ich würde mich als sehr tolerant bezeichnen
mir ist schlicht und ergreifend das Meiste egal.
Null Toleranz
er sollte etwas haben wofür er brennt
ist mir auch egal.
Jammerlappen- und bei Couch potatoes....
Zeitverschwendung.

@Frau43 bezeichnet sich als tolerant und zählt dann auf was sie alles Null toleriert und mischt kurz eine Anforderung ein. Ihr eigenes Fazit

"Mir sind so viele Sachen egal und ich frage mich gerade ob es Toleranz oder Desinteresse am Gegenüber ist."

Innere Werte oder Beziehung sind ihr unwichtig. Das ist ihr wichtig:

Sie hat den Wunsch räumlich umzuziehen. Es gibt keinen Wunschort. Die Reise ist das Ziel

"Ich möchte noch mehr kennen lernen und Deutschland ist keine Option."

Dies ist auch eine Flucht vor jeglicher Verbindlichkeit. Wem oder was gilt diese Flucht?
 
  • #79
Bei @Frau43 lese ich nichts von ihren inneren Werten.



@Frau43 bezeichnet sich als tolerant und zählt dann auf was sie alles Null toleriert und mischt kurz eine Anforderung ein. Ihr eigenes Fazit

"Mir sind so viele Sachen egal und ich frage mich gerade ob es Toleranz oder Desinteresse am Gegenüber ist."

Innere Werte oder Beziehung sind ihr unwichtig. Das ist ihr wichtig:

Sie hat den Wunsch räumlich umzuziehen. Es gibt keinen Wunschort. Die Reise ist das Ziel

"Ich möchte noch mehr kennen lernen und Deutschland ist keine Option."

Dies ist auch eine Flucht vor jeglicher Verbindlichkeit. Wem oder was gilt diese Flucht?

Das ist falsch interpretiert, ich habe die wenigste Zeit in D gelebt, daher keine Flucht. Ein Grossteil meiner Familie wohnt in D, daher bin ich da ab und zu.

Auch mein Beruf verlangt Reisen, in D geht es nicht.

Und ja, die Welt ist fantastisch und ich möchte mehr sehen und gerne auch verbunden mit Hilfe oder anderen, sinnvollen Projekten.
Die Reise ist das Ziel, das stimmt.
Irgendwo ein Reihenhaus 20 Jahre abzuzahlen und jeden 2. SAMSTAG Rasen mähen und Auto waschen, wird mir sicher nie passieren. Empfinde dies als lebendig begraben.

Was ich mich wirklich frage ist z.b.: Mir ist fast egal was er beruflich macht, hauptsache er brennt für etwas. Ist das jetzt tolerant oder Gleichgültigkeit?

Mir ist Körpergrösse egal, Herkunft und dergleichen, ob er ein Auto hat oder wie gross seine Wohnung ist.
Mir sind irgendwelche Marken egal, Qualität ist wichtig und dann darf es auch teurer sein.

Intolerant bin ich bei Rauchern, Religionsanhängern (egal welche), lügen, betrügen, Rassismus und dergleichen.
Ich würde niemals unnützen Wohlstamdsmüll anhäufen und steh dem meisten Konsum kritisch gegenüber.
Ich esse Fleisch (wenig und vom Bauer) und mir ist egal ob er es auch tut oder nicht.

Dies sind nur Beispiele aber eben: ich frage mich ob ich tolerant bin oder ob mir andre Menschen meistens schlicht und ergreifend egal sind.
Irgendwie wäre das furchtbar oder?
 
  • #81
Was ich mich wirklich frage ist z.b.: Mir ist fast egal was er beruflich macht, hauptsache er brennt für etwas. Ist das jetzt tolerant oder Gleichgültigkeit?
Erstmal noch Gleichgültigkeit. In Gleichgültigkeit ist ja auch ein gewisses Maß an Toleranz schon enthalten.

Wenn er allerdings für Rasenmäher-Traktoren "brennt", dann wird @Frau43 wohl eher weder gleichgültig noch tolerant sein, sondern ablehnend. Nichtwahr ?
 
  • #82
Zunächst empfand er mich ... in meiner Art/meiner Kleidung etc. sehr ansprechend, "fuhr voll darauf ab", ging mit mir enthusiastisch zu Konzerten, empfahl mir von sich aus neue Kleidung oder Schmuck ...
Es war nicht so, dass ich von ihm Toleranz einfordern musste - im Gegenteil, eher bestärkte er mich, gab mir überhaupt erst den Mut, mich meinem Wesen entsprechend mehr zu entfalten.
[...]
Und dann plötzlich erzählt er mir, dies sei ihm alles zu dunkel, zu düster ... zu viel "Tod und Teufel" ? (Depessiv sei ich ja sowieso ...)
[...]
An diesem Punkt hatte er ohnehin an allem etwas auszusetzen : war es nicht die "Szene" , waren es meine Kinder, meine Schichtarbeit, meine Art, die Wohnung zu putzen ... etc.
Und dies alles, während er eine "gemeinsame Freundin" immer noch hofierte ... (Er lernte sie erst durch mich kennen und sie der "Szene" wesentlich mehr verhaftet.)
Damals stellte ich mir die Frage : "Warum findet er dieses Spezielle an einer anderen Frau immer noch toll - während es ihn auf einmal massivst absstösst, dass seine eigene Frau nur einen Bruchteil davon lebt ..
Ich habe einen Lösungsansatz: Er hat ja aus Dir erst "was" gemacht. Er hat Dich nach seinem Traumbild geformt. Und dann warst Du zu real mit den Alltagsdingen. Keine Projektionsfläche mehr. Die andere Frau dagegen war noch mehr von selbst die Art Projektionsfläche, die er suchte, und er kannte von ihr keine Alltagsprobleme. Da lässt sich der Traum besser leben.
Ich würde sagen: Das war ein männliches Groupie für den Typ "Frau in schwarzen Rüschen" (denke ich mal, dass es um Goth in Mieder-Rüschen-Richtung geht oder um Steampunk).
 
  • #83
Erstmal noch Gleichgültigkeit. In Gleichgültigkeit ist ja auch ein gewisses Maß an Toleranz schon enthalten.

Wenn er allerdings für Rasenmäher-Traktoren "brennt", dann wird @Frau43 wohl eher weder gleichgültig noch tolerant sein, sondern ablehnend. Nichtwahr ?

Gelangweilt trifft es wohl eher
Aber solange er es nicht jeden 2. Samstag im eigenen Gärtchen macht, ist mir das auch egal.
Falls es grosse und technisch anspruchsvolle Maschinen sind, bin ich wieder dabei!
Aber ja, den Wunsch nach Ehe, Kindern, Reihenhaus und dergleichen hatte ich nie.
Aber nach etwas bewegen, etwas verändern, weltweit unterwegs zu sein und dergleichen, das hatte ich immer.
Ich habe früh einen damals neuen Beruf studiert und steh fest im Sattel, ich verdiene sehr gut und brauche wenig, fürs Alter also alles bestens.
Ich lebe völlig unabhängig und lerne dabei tolle Menschen kennen und völlig neue Ansätze für Probleme.
Da ich das bereits früh gemacht habe, versinke ich auch nicht in Esoterik weil ich mit über 40 den Sinn des Lebens nochmals suche weil die Kinder aus dem Haus sind und die Hütte abbezahlt ist.
Und ja, ich habe es probiert, Haus gebaut mit Garten und Hund, seriöser Job mit 2x Fitness Studio am Abend und festem Verein und dergleichen.
Jeder darf wie er will aber ich will nicht.

Und warum ich hier bin?
Ich hatte vor 6 Jahren in meinem Seriös-Versuch ein Profil bei EP und habe dabei das Forum entdeckt.
Ich kann selten Deutsch Schreiben und nutze es hier und da es Elite ist, hoffe ich auch drauf, richtige Grammatik zu lesen.....
 
  • #84
Aber solange er es nicht jeden 2. Samstag im eigenen Gärtchen macht, ist mir das auch egal.
Das glaube ich Dir nicht. Natürlich habe ich hierbei die Situation im Blick, dass Du mit dem "Rasenmähermann" zusammen wärest.
Und wenn der dann Samstag den Rasen mäht und eben nicht mit Dir Shopping oder Sport macht, jedenfalls nichts, was der Beziehung dient, dann wird es Dir nicht mehr egal sein.

Es könnte maximal sein, dass Du es tolerierst.
 
  • #85
ich frage mich ob ich tolerant bin oder ob mir andre Menschen meistens schlicht und ergreifend egal sind.
Irgendwie wäre das furchtbar oder?

Nein. Ich finde das nicht furchtbar.

Egal setzte ich mit gleichgültig gleich. Das bedeutet, dass du an anderen Menschen desinteressiert bist.

Toleranz ist dagegen eine Form von Großzügigkeit. Ich akzeptiere Dinge die nicht wirklich meins sind.

Im Beziehungskontext ist Gleichgültigkeit (egal sein) von besonderer Bedeutung, denn Gleichgültigkeit und nicht etwa Hass ist das Gegenteil von Liebe.

Wenn dir Menschen überwiegend egal sind liebst du sie nicht. Sind dir Menschen insgesamt egal? Dann wird es schwierig mit der Partnerschaft. Aber furchtbar wäre das nur wenn dies dich belastet oder wenn du deswegen mit diesen Menschen respektlos umgehst.

Schwieriger ist es mit deiner Reise als Ziel anstelle eines festen Hafens. Das macht dich für langfristige Partnerschaft uninteressant. Jemanden der dir unter diesem Umstand Treue bietet zu finden wird problematisch sein, denn Treue bieten Menschen die sich mit ihrem Partner etwas verbindlich aufbauen wollen.

Mit einem unsteten Reisevogel geht das schlecht. Insoweit ist es gut wenn dir die Menschen vollständig oder überwiegend egal sind. Du hast dadurch kein Problem damit ein lebenlang meist allein zu sein.
 
  • #86
Nein. Ich finde das nicht furchtbar.

Egal setzte ich mit gleichgültig gleich. Das bedeutet, dass du an anderen Menschen desinteressiert bist.

Toleranz ist dagegen eine Form von Großzügigkeit. Ich akzeptiere Dinge die nicht wirklich meins sind.

Im Beziehungskontext ist Gleichgültigkeit (egal sein) von besonderer Bedeutung, denn Gleichgültigkeit und nicht etwa Hass ist das Gegenteil von Liebe.

Wenn dir Menschen überwiegend egal sind liebst du sie nicht. Sind dir Menschen insgesamt egal? Dann wird es schwierig mit der Partnerschaft. Aber furchtbar wäre das nur wenn dies dich belastet oder wenn du deswegen mit diesen Menschen respektlos umgehst.

Schwieriger ist es mit deiner Reise als Ziel anstelle eines festen Hafens. Das macht dich für langfristige Partnerschaft uninteressant. Jemanden der dir unter diesem Umstand Treue bietet zu finden wird problematisch sein, denn Treue bieten Menschen die sich mit ihrem Partner etwas verbindlich aufbauen wollen.

Mit einem unsteten Reisevogel geht das schlecht. Insoweit ist es gut wenn dir die Menschen vollständig oder überwiegend egal sind. Du hast dadurch kein Problem damit ein lebenlang meist allein zu sein.

Ich habe Familie und Freunde die mir extrem wichtig sind. Ich muss halt immer einfliegen aber so ungewöhnlich ist das nicht bei uns, wir Kinder haben selten auf dem gleichen Kontinent gelebt.
Ich weiss nicht ob es einen Mann gibt für den ich das Reisen bzw. Arbeiten weltweit aufgeben würde, ich bezweifle es.
Ich habe meistens eines Art Gefährten, mein nächstes Projekt wird 12-18 Monate dauern und der Kollege ist derselbe vom letzten Mal, ich freu mich schon, mal sehen.
Und nein, mir sind glaube ich nicht Menschen an sich egal sondern ob dieser klein oder gross ist, welchen Job er hat oder ob und welches Auto.
Ich bin sehr hilfsbereit aber ich verplemper einfach keine Zeit mit shoppen weil man jetzt solche Schuhe trägt oder die Hose diese Saison einen anderen Schnitt haben muss.
Solange alles passt und gut ist, brauche ich nichts Neues. Und ja, ich habe auch schicke Sachen für die wenigen offiziellen Anlässe im Jahr, ich bin weit davon entfernt, ein Hippie zu sein.

Aber eben, dieser Post hat mich zum Nachdenken angeregt inwieweit ich tolerant oder gleichgültig bin - mir gefällt es nicht mich als gleichgültig zu bezeichnen aber leider muss ich das wohl manchmal.
 
  • #87
Ich habe Familie und Freunde die mir extrem wichtig sind. Ich muss halt immer einfliegen aber so ungewöhnlich ist das nicht bei uns, wir Kinder haben selten auf dem gleichen Kontinent

Wie haben das deine Eltern hinbekommen? Ist das ein Modell für dich? Passt dein Kollege in dieses Modell?

Reisen bzw. Arbeiten weltweit ... mein nächstes Projekt wird 12-18 Monate dauern

Geht das bis an dein Lebensende? Oder musst du altersbedingt irgendwann doch sesshaft werden?


Wenn du das bist, bist du doch nicht den Menschen ggü. gleichgültig. Gleichgültigkeit ggü. Mode und Konsum ist doch etwas ganz anderes. Besorgt es dich ggf., dass du nicht modisch genug für Männer, deinen Kollegen bist? Wenn nicht, dann bedeutet dies für dich Freiheit.
 
  • #88
Ich bin tolerant gegenüber kräftigen oder sogar sehr korpulenten Menschen. Daten werde ich jedoch sojemanden niemals.

So ist es doch auch völlig richtig - den Anderen so sein zu lassen, wie er ist und dennoch zu wissen, dies mag ich nicht/dies passt nicht zu m.
In der Betrachtung des Körperlichen - ebenso (evtl. noch ausschlaggebender) - in charakterlichen Belangen.

Wenn das tatsächlich so wäre, wäre die (Beziehungs)Welt anders als das was wir hier im Forum lesen.

Wenn dies so wäre - wäre die gesamte Welt eine Andere ... träumen darf man ja wohl noch ...

denke ich mal, dass es um Goth in Mieder-Rüschen-Richtung geht oder um Steampunk).

Im Grunde passe ich in keine Schublade, die zutreffendste Definition wäre wohl "Schwarzromantikerin" ...
Ich denke, dein "Lösungsansatz" ist recht zutreffend - "aus mir etwas gemacht - mich nach seinem Idealbild geformt" (Was auch immer sein Ideal war ?) ... sich mit etwas "besonderem" aus der Masse herausstechendem zu umgeben - das passt mehr als gut ...
Bald schon reichte mein einfacher Modeschmuck nicht mehr aus und jedes Loch in meiner Leggins regte zur Kritik an (während seine Shirts und Strümpfe ... naja ... ) ...
Als ich ihn kennenlernte, fuhr er "nur" einen Golf - später konnte der BMW nicht gross genug sein ... Freunde für - zig Euro zum Essen einladen (trotz stetigem Minusstand auf seinem Konto) ... etc. ... Selbstdarstellung in Reinkultur.
Ob mit mir - oder meinen Vorgängerinnen (im übrigen war ich die erste Frau in seinem Alter, die "Anderen überschritten seine Alterklasse grosszügig ... ) - einen wirklichen Alltag leben, war ihm wohl nie möglich.
Sobald Probleme auftraten, setzte der Fluchtreflex ein : ob in der Beziehung, in Freundschaften oder der Arbeit ... Selbst eine kleine Dauerbaustelle (die ihn 15 Minuten Wartezeit kostete) und die Nachbarin, die nicht gerade einparken konnte, veranlassten ihn dazu, die Wohnung aufgeben zu wollen ...
Schon irgendwie schräg ...
 
  • #89
Intolerant bin ich bei Rauchern, Religionsanhängern (egal welche), lügen, betrügen, Rassismus und dergleichen.
Ich würde niemals unnützen Wohlstamdsmüll anhäufen und steh dem meisten Konsum kritisch gegenüber.
Ich möchte meine vollste Zustimmung noch einmal unterstreichen und sogar noch einen Schritt weiter gehen.
Fehlende Umgangsformen, Ignoranz, egomanisches Verhalten, Rücksichtslosigkeit, Respektlosigkeit etc. ... vermisse ich jeden Tag aufs Neue - was mich schon lange dazu veranlasst, der "Spezies Mensch" so fern wie möglich zu bleiben.
Es mag paradox anmuten, dass ich seit beinah 29 Jahren einen Job im Einzelhandel lebe (wirklich mit Begeisterung und gutem Kontakt mit den Kunden (viele behaupten : "Ich sei ja sooo nett und lieb") - meine Kollegen irgendwie auch Familie sind) - allerdings bietet diese Arbeit auch die perfekte Möglichkeit zu ungewollten Charkterstudien und jeden Tag aufs Neue frage ich mich : "Wie können Menschen nur so sein ?!? (Und wenn es nur das achtlos auf den Boden fallen gelassene Brötchen ist, auf das der Nächste einfach seine Füsse stellt ... ). Für mich so etwas von überhaupt nicht nachvollziehbar/etwas, dass mich fassungslos/lapidar ... lautstark - während ich es aufhebe - kommentieren lässt : "Kein Problem - es sind ja nur Lebensmittel" ...)
Bevor ich beginne, einen Roman zu verfassen, belasse ich es lieber bei diesem kleinen Beispiel ...
Ebensowenig möchte ich mich über die privaten Enttäuschungen auslassen - über Menschen, denen ich mich aus vollster Seele vertrauensvoll öffnete, für die ich meinen "Schutzschild" fallen liess ...
Letztendlich entpuppten sie sich als ebenso verlogen, selbstbezogen, auf ihre Ziele ausgrichtet, unecht - "nur der Schein zählt" und "sobald du nicht tickst, wie ich das will, versuche ich dir dies heimzuzahlen ... "
("Meine/Unsere" Freundin - die mir anbot, mir ein Alibi zu geben, wenn ich - nach Monaten ohne körperlichen Kontakt zu meinem Mann - ihrem Freund (!) vielleicht ja doch einmal ausserhäusig "Spass" haben möchte ... dies will immer noch nicht aus meinem Kopf ... - ebensowenig, dass sie nach der Trennung versuchte, mich gemeinsam mit ihm so richtig "in die Pfanne zu hauen", sie seine beste Freundin war. Irgendwie schade, dass er von ihrem "tollen" Angebot nie etwas erfuhr - noch bedauerlicher, dass ich sie damals nicht fragte, wie sie es fertigbrächte, ihren Freund dermassen zu hintergehen ) ...

Ja - danke - "die Menschen" sind mir wahrhaftig gleichgültig/egal -
Allerdings werde ich mich niemals auf diese anscheinend allgemeingängige Stufe stellen - noch immer behandele ich jeden so, wie ich gerne möchte, dass mit mir umgegangen wird ... respektvoll, achtsam, hilfsbereit,offen und ehrlich etc. ...
 
  • #90
Wenn dies so wäre - wäre die gesamte Welt eine Andere ... träumen darf man ja wohl noch ...

Ja klar. Bei der Beziehungssuche wird aber z.T. viel zu viel an den Fakten vorbeigeträumt. Deswegen erhalten "schwierige" Charaktere die man eigentlich gleich an der Seite liegen lassen kann immer wieder eine neue Chance, die nichts als Energie und Lebenszeit kostet.

Als ich ihn kennenlernte, fuhr er "nur" einen Golf - später konnte der BMW nicht gross genug sein ... Freunde für - zig Euro zum Essen einladen (trotz stetigem Minusstand auf seinem Konto) ... etc. ... Selbstdarstellung in Reinkultur.

Das sind ganz klare Indizien die man beiseite wischt wenn man träumt.

einen wirklichen Alltag leben, war ihm wohl nie möglich

Du hast es sicher schon einmal geschrieben aber trotzdem, wie lang wart ihr in Beziehung? Kein gemeinsamer Alltag erhält die Träume oder besser die Projektion.

Seelenverwandtschaft ist in allen mir bekannten Fällen auch nur eine Mischung zufälliger Übereinstimmung mit starker Projektion gewesen. Der Alltag mit einem Seelenverwandten kann dann sich als Horror herausstellen.

Sobald Probleme auftraten, setzte der Fluchtreflex ein

Dann ist doch klar warum er von dir zu deiner Freundin gewechselt ist (war das so oder bringe ich das jetzt durcheinander). Du als Projektionsfläche warst abgenutzt. Zu viele Risse durch die die Realität blitzte. Deine Freundin bot oder bietet dagegen noch ausreichend Potenzial für eine neue Idealisierung. Also ist er in ihre Richtung geflohen.

Ist dieses intensive kostümierten in einem bestimmten Outfit nicht eine Art Flucht und das Gestalten eines eigenen Traumbilds abseits vom Alltag?

Er vermittelte Seelenverwandtschaft weil er dieses Selbsttraumbild unterstützt, gefördert hat. Im ging es aber nicht um die Frau im Kostüm sondern um das Kostüm. Das Kostüm deiner Freundin hattest du geschrieben ist noch besser. Eine noch bessere Leinwand.

Seine Kritik an deinem Outfit war keine Ablehnung deines Outfits sondern eine Misbilligung des immer stärkeren Durchblitzen der echten Frau.
 
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