• #91
Deswegen erhalten "schwierige" Charaktere die man eigentlich gleich an der Seite liegen lassen kann immer wieder eine neue Chance, die nichts als Energie und Lebenszeit kostet.
Sei doch froh - so erhalten auch du und ich immer wieder neue Chancen. Und jeder Mensch, mit dem man auch nur ein Gespräch führt, kostet Energie und Lebenszeit. Aber er gibt auch - eine Lehre, andere Blickwinkel, neue Ideen ........
Wer das nicht sehen will, verschwendet seine Zeit. Und kann weiter träumen.
Insofern - ich toleriere auch Moralapostel, Prediger, Spiessbürger, Grüne etc ...... aber nicht in meinem direkten Umfeld.
 
  • #92
Sei doch froh - so erhalten auch du und ich immer wieder neue Chancen. Und jeder Mensch, mit dem man auch nur ein Gespräch führt, kostet Energie und Lebenszeit. Aber er gibt auch - eine Lehre, andere Blickwinkel, neue Ideen ........
Wer das nicht sehen will, verschwendet seine Zeit. Und kann weiter träumen.
Insofern - ich toleriere auch Moralapostel, Prediger, Spiessbürger, Grüne etc ...... aber nicht in meinem direkten Umfeld.

Klar. Fast jeder Mensch ist aus der spezifischen Sicht irgendeines anderen Menschen ein schwieriger Charakter.

Wir beide sind aus gegenseitiger Sicht extreme Gegenpole ein und der selben Sache. Wobei uns nicht jeder Mensch genauso sieht wie wir uns gegenseitig beurteilen.

Unpassend von dir finde ich in diesem Kommentar aber, dass du Grüne und wahrscheinlich Linke mit Spießern u.ä. in eine Reihe stellst. Denk an @godot. Definitiv aus deiner Sicht kein Spießer oder Moralapostel.
 
  • #93
Ist dieses intensive kostümierten in einem bestimmten Outfit nicht eine Art Flucht und das Gestalten eines eigenen Traumbilds abseits vom Alltag?

Verzeihung - mit "kostümieren" hat meine Art, mich zu kleiden nicht das Geringste zu tun.
So fühle ich mich einfach wohl, bei mir, absolut authentisch - ich käme mir eher "verkleidet" vor, würde ich derzeit (statt eines langen, schwarzen, wehenden Mantels) eine der - jetzt wohl voll angesagten - leuchtenden Steppjacken tragen.
Meinem Schönheitsideal entsprachen schon immer eher die vergangenen Zeiten - phantasievoll, detaillverliebt - etwas, in dem noch Seele steckt. Sei es in der Mode, der Architektur oder auch in der Art, sich poetisch auszudrücken.
Manche Menschen ticken einfach anders als der "Mainstream" ... Versuche doch einfach einmal beispielsweise in einer Rockerkneipe die Biker zu fragen, welche Mottoparty denn hier gerade läuft ... (Das könnte lustig werden ... )
Natürlich kenne ich fröhliche Bemerkungen wie : "Fasching" oder "Schon wieder Halloween?!) - dies entlockt mir allerdings nur ein Lächeln und niemals käme ich auf die Idee, Jemanden, der mir in seinen - ja, auch sehr beliebten - ausgebeulten Jogginghosen entgegenkommt, zu fragen, wie denn sein Trainig auf dem Sportplatz gelaufen ist ...
Vor dem Alltag fliehe ich absolut nicht. Alltag muss gelebt und bisweilen durchkämpft werden. Selbstverständlich schätze ich meine Rückzugsmöglichkeiten (Wer nicht ?!?). Genau genommen lebe ich ein absolut spiessbürgerliches, normales, geregeltes Leben.
Natürlich gestalte ich mir darüberhinaus auch meine Traumbilder - (Wer tut dies nicht ? - Vielleicht träumt der Herr in der Jogginghose vom nächsten Sieg beim Marathon ?).
Dennoch tue ich dies bewusst in Zeiten, die es mir gestatten, mich der realen Welt für diese Momente zu entziehen - ohne, dass dies meinen Alltag beeinflusst ... Zumeist für mich allein - bisweilen gemeinsam mit meiner grossen Tochter - da stimmt einfach absolut die Wellenlänge.
Bevor ich mir zu weit vom eigentlichen Thema " Toleranz" entferne ...
Eine Freundin pflegt einen völlig anderen Einrichtungsstil als ich.
Absolut konsequent gradlinig, schwarz-weiss, hochglanzpoliert gehalten.
Keine Frage - sehr genial alles aufeinander abgestimmt ... hochmodern. Die optimale Werbung für jeden Möbelkatalog.
Mir persönlich wäre es so viel zu kalt/steril ...
Dennoch - wir aktzeptieren einfach gegenseitig die unterschiedlichen Geschmäcker und Sichtweisen.
 
  • #94
Ja klar. Bei der Beziehungssuche wird aber z.T. viel zu viel an den Fakten vorbeigeträum

Dies trifft nicht nur auf die Beziehungssuche zu - sondern auch dann, wenn man - zufällig - auf Jemanden trifft, der endlich das passende Gegenstück zu sein scheint, obwohl man im Grunde gar keine Beziehung mehr eingehen wollte ...
Welcher Mensch lebt denn ohne Träume, ohne Hoffnungen, ohne Erwartungen, ohne Wünsche ?
Ist all dies denn nicht - dummerweise - zutiefst in unseren Genen verankert ?
Der "Spruch" bei Eheschliessungen heisst noch immer : " Bis das der Tod uns scheidet" - und nicht : "Lass doch mal sehen, ob ihr das nächste Jahr gemeinsam übersteht" ...
Ich glaube mich zu erinnern, dass in einer uralten Tradition (Kelten ? Wikinger ?) die eheliche Verbindung tatsächlich nur für ein Jahr Bestand hatte und danach - bei Wohlgefallen - erneuert werden musste ... (höchst realistisch und zugleich höchstromantisch ... )

Wirklich übel wird es allerdings dann, wenn man sich an einen unerfüllbaren Traum klammert, sich diesen - koste es, was es wolle, zu erfüllen versucht, sich immer mehr in diesen Fallstricken verheddert, relativiert, entschuldig, nach unmöglchen Möglichkeiten sucht, sämtliche "wenn/aber/hätte/könnte/wollte durchspielt ... Gehirn und die warnende Stimme des Bauchgefühls vollends ausschaltet ...

[
 
  • #95
QUOTE="Ejscheff, post: 1160006, member: 20822"]Du hast es sicher schon einmal geschrieben aber trotzdem, wie lang wart ihr in Beziehung? Kein gemeinsamer Alltag erhält die Träume oder besser die Projektion.[/QUOTE]

Es waren etwas mehr als 10 Jahre Beziehung ...
Die letzten 2 in einer gemeinsamen Wohnung.
Seine Träume - von mir als der perfekten Frau/was auch immer - waren schon viel eher zusammengebrochen ...
Er sah in meinen Alltag - sah mich mit meinen Kindern/den daraus sich zwangsläufig ergebenden Schwierigkeiten - wollte damit nie etwas zu tun haben ... sah mich als die starke Frau, die keinen Helden braucht - okayyy ... vielleicht schaffte ich es nicht konsequent genug, ihm das Gefühl "wichtig zu sein" zu vermitteln - wobei - er ja auch andererseits eine taffe Frau wollte ... - nahm mich in wohl auch in einigen Belangen als "überlegen" wahr ...
Ja, er sah die reale Frau und Mutter ... (Dummerweise versuchte ich damals diese beiden Linien zu splitten - dafür leiste ich meinen Kindern noch heute zutieste Abbitte - und - soll ich mich dafür schämen, dass ich in organisatorischen oder allem "papiermässiegen" Belangen "besser" bin als er ? - dafür bekomme ich keinen Nagel gerade in die Wand ... so gesehen, wäre es die perfekte Ergänzung gewesen ).
Sein Empfinden für "Kinder" ist im Grunde ... "Ab auf eine weit entfernte Insel ... wenn sie funktionieren, dürfen sie evtl. zurückkommen !) - grausiger geht es wohl kaum ... dennoch - genau dies erregte mein Gefühl von : "Was muss er erfahren haben, um so zu denken ?!" ...(Was ich wusste - Sein Vater sagte ihm : "Meine über alles geliebte Frau wäre bei deiner Geburt beinah gestorben!) - Als ich seine Mutter intensiv kennenlernen durfte, wurde mir etliches noch viel klarer ... " ) ...
Meine Geschichte ist eine gänzlich Andere ... nicht unbedingt einfach ... dennoch - ich wurde immer aufgefangen, umsorgt, geschützt, zutiefst geliebt ...
Alles was ich jemals wollte war ... ihm zu zeigen, dass es auch anders geht ... das nicht alles und jedes gegen ihn gerichtet ist ...
die Wertschätzung der ganz "Kleinen ", dafür ganz besonderen Erlebnisse ...
Den Tag nicht damit abzuschliessen " der heutige Tag war voll ... Sch ... aber - bald ist Wochenende ... - Sofa - Schutzraum ... ""
In meinem Denken ist jede Stunde - jede Sekunde - lebenswert ...
Egal, ob im Positvem oder Negativem.
"Lass dich fallen - ich halte dich/ich fange dich auf" - "ich teile deinen Schmerz" ... hätte er es nur so für sich zulassen können ...
Mein - vergangener - Traum ...

 
  • #96
"kostümieren" hat meine Art, mich zu kleiden nicht das Geringste zu tun.

"Kostümieren" war sicher übergriffig. Ich entschuldige mich.

Mir kam im letzten Sommer eine Ü40 Gothic Dame, schwerst mit finsteren Motiven tätowiert, entgegen. Sie hatte Ausstrahlung, eine finstere Ausstrahlung. Ich denke sie hat sich so gestaltet wie sie gefühlt hat und ihr Outfit hat ihre Gefühle verstärkt. Sie hat sich also nicht kostümiert sondern ihre innere Gefühlswelt nach außen gekehrt.

Sich durch Styling o.ä. ab- bzw. auszugrenzen (das Maximum in dieser Hinsicht ist für Frauen die Burka) kann bzw. ist für die Betreffenen ggf. auch für deren Kinder oft mit diversen Nachteilen verbunden. Etwas was ich vermeiden würde.

Auch den Drang mich auf diesen Weg zu etwas Besonderen zu wandeln, welches besonders wahrgenommen wird, kann ich mir vorstellen ohne ihn zu teilen. Für andere Menschen kann man so aber besonders interessant sein. Sie wachsen quasi mit der Ausstrahlung ihres besonderen Partners.

Versuche doch einfach einmal beispielsweise in einer Rockerkneipe die Biker zu fragen, welche Mottoparty denn hier gerade läuft ... (Das könnte lustig werden ... ).

Diese Idee würde wahrscheinlich wie eine Szene in einem Film enden in dem der Held, ein schwuler Fussballer, eine schwule Fussballmannschaft zusammen stellen will und zu diesem Zweck in einer Schalke Kneipe laut alle fragt ob jemand der Anwesenden schwul ist.

Da ich Schmerz vermeide stelle ich keine vergleichbaren Fragen ;)


2 von 10 Jahren. Ich denke die 2 Jahre haben seinen Traum zerbrochen. Er wollte zurück in seinen Traum. Zurück zur perfekten Gothic Prinzessin. Diese Rückkehr hat er sich von deiner Freundin erhofft.

(Was ich wusste - Sein Vater sagte ihm : "Meine über alles geliebte Frau wäre bei deiner Geburt beinah gestorben!) - Als ich seine Mutter intensiv kennenlernen durfte, wurde mir etliches noch viel klarer ... " ) ...

Eventuell hat er in dir die liebevolle Mutter (die in gewisserweise gleichzeitig Finsternis ausstrahlt - seine Mutter (?)) gesucht und zeitweise gefunden die er real nicht hatte. Deine Kinder waren in dieser seiner Sicht Konkurrenten die verhindert haben, dass du ihm allein Mutterliebe schenkst. Das ist natürlich reine Spekulation.
 
  • #97
Sich durch Styling o.ä. ab- bzw. auszugrenzen (das Maximum in dieser Hinsicht ist für Frauen die Burka) kann bzw. ist für die Betreffenen ggf. auch für deren Kinder oft mit diversen Nachteilen verbunden. Etwas was ich vermeiden würde.

Natürlich will man für seine Kinder nur das Beste - aber sollte dies wirklich soweit gehen, sich selbst zu verbiegen/sein Innererstes zu verleugnen ?
Gebe ich meinen Kindern nicht durch meine eigene bewusst gelebte Authentizität mit auf den Weg : "Niemand kann euch verbieten, so zu sein, wie ihr eben seid und genauso seid ihr absolut richtig ?!"
Es gab auch niemals Situationen, in denen meine Kinder mir sagten : "Mama, so gehe ich mit dir nicht los - das ist mir peinlich".
Dazu stiess ich im Umfeld meiner Kinder auch kaum jemals auf Ablehnung oder Distanz. (Mein Style ist auch eher elegant als finster gelagert ... ) - "Unser" Kindergarten - evangelisch - meine grosse Tochter besuchte eine lange Zeit eine evangelische Privatschule ... - und niemand dort störte sich je an meinen Outfit. (Problematisch wurde es bei der Suche nach einem passenden Kindergarten nur bei einer katholischen Einrichtung ... da gingen die Meinungen über Homosexualität doch zu sehr auseinander ... )
Glücklicherweise begegnet ich wohl vielen toleranten, offenen Menschen ...

Weisst du, wieviele Menschen daran zerbrechen, dass sie einer "Norm" entsprechen wollen ?
Zerfressen von Ehrgeiz, bemüht sich "anzupassen", etwas zu sein, dass sie eben nicht sind/sein können ... Funktionalität/Perfektion - "dazu gehören" (und wenn es nur -zig Facebookfreunde sind) über alles ... keinerlei echte Gefühle zulassen und erst recht nicht nach aussen hin offenbaren ... Und - wehe - mein Nachbar lebt - vermeintlich - "besser" als ich ...("Mein Haus, mein Boot - mein ... " Status über alles" ... )
So skeptisch ich auch den zunehmenden "Burnout" Diagnosen gegenüberstehe - so sicher bin ich mir aber auch, dass etliche davon durch gerade diesen innerlichen/selbst verursachten Druck entstehen.
 
  • #98

Möglicherweise - ich habe es nie ergründen können und mittlerweile interessieren mich seine Beweggründe auch nicht mehr.
Selbst, wenn "er" (und diese Zeit) leider noch immer viel zu oft durch meine Gedanken spukt.
"Sein" Erbe : "Wie konntest du nur so dermassen verblendet sein ... " - "Mit mir niemals und nie wieder" ... Letztendlich wurde ich dadurch stärker als je zuvor.
Vielleicht musste alles so kommen ... sonst hätten sich wohl nicht uralte Freundschaften widerbelebt, sonst würde ich jetzt nicht in einer äusserst entzückenden Wohnung im Dachgeschoss eines Hauses wohnen - quasie dörflich - viel entspannter, herzlicher, freundlicher - keine 10 km entfernt von der ehemaligen Grossstadt ... aber - der Unterschied ist dermassen deutlich spürbar.

Was mir verbleibt - mittlerweile bekämpfe ich vehement - jegliche Respektlosigkeit, mangelnden Umgangston, fehlende Höflichkeit etc. - darauf reagiere ich wesentlich allergischer als je zuvor.
(Mir wurde oft genug vorgeworfen, mit "ihm" nicht angemessen umzugehen - dies von Jemandem, der beim kleinsten Anlass völlig cholerisch aus der Haut fuhr, beleidigend und entwertend agierte, mit zweierlei Maß lebte - "was für mich gilt/gilt für dich noch lange nicht" .... )
Meine Stammkundschaft amüsiert sich mittlerweile immer köstlich, wenn ich auf den aggressiv vorgetragen Ruf "Zweite Kasse !!!" mit einem lautstarken "Bitte !!!" reagiere - oder mit der vor Ironie triefenden Bemerkung : " Sehr gerne doch - extra für den Herrn/die Dame, der/die gerade so nett fragte ... "
"Es tut mir leid - dass hier noch immer Menschen arbeiten - aber, demnächst stellen wir auf perfekte Roboter um ... " Es gibt so viele Möglichkeiten, Grenzen aufzuzeigen, ohne dass das Niveau unter der Teppichkante versinkt ...

"Kostümieren" war sicher übergriffig. Ich entschuldige mich.

Danke - Es ist wirklich keine Entschuldigung nötig ... Ich empfand es eher als Frage nach dem "Warum und Wieso" .
 
  • #99
Ich bin erzkonservativ, spießig obendrein und finde es gut so.
Meine Toleranzgrenze ist sehr niedrig, vor allem bei Tatoo und Piercing. Diese Leute haben für mich ein gestörtes Innenleben, warum tut man sich Schmerzen freiwillig an und Hautstechereien, welche ein Leben lang einfach schmutzig aussehen? Oder sich Haare orange färben? Wozu soll das gut sein? Diese Leute mögen nett sein, dennoch finde ich sie gestört.
Mittlerweile sind solche Menschen auch nicht mehr auffällig, sondern alltäglich, ebenso Lesben und Schwulen. Auffällig bin ich als spießige hetero sexuelle Frau, ups. ein Relikt aus der Vergangenheit.
Ich drehe mich nach niemanden um, der orangene Haare hat, tätowiert und womöglich bi-sexuell ist, es ist einfach langweilig......
 
  • #100
Mittlerweile sind solche Menschen auch nicht mehr auffällig, sondern alltäglich, ebenso Lesben und Schwulen

Ich bitte um Verzeihung - aber - meiner Meinung nach lassen sich die Gestaltung der eigenen äusserlichen Erscheinung und der sexuellen Ausrichtung eines Menschen nicht in "einen Topf" werfen ...
Es ist meine bewusste Entscheidung, wie ich mich kleide, ob ich mich tätowieren oder pierchen lasse - ich weiss, wenn ich dies tue, werde ich Konfrontationen ausgesetzt.
Wenn ich damit ich bin - werde ich dies - allem zum Trotz tun, somit meine Authentizität leben - egal, was andere darüber denken.
Jemand, mit einer nicht "gesellschaftskonformen" sexuellen Ausrichtung hat diese Wahl einfach nicht !

Homosexualität existiert schon seit Menschengedenken - niemand kann etwas dafür, wenn er mit dieser genetischen Veranlagung geboren wird ! (Wissenschaftlich mittlerweile mehrfach bewiesen !)
Niemand, der seine Liebe zum Gleichgeschlechtlichen offen auslebt, tut dies, um Aufmerksamkeit zu erregen ! Sämtliche öffentliche diesbezügliche Veranstaltungen, die zeigen sollen : "Wir haben genau dasselbe Recht zu Lieben, wie Ihr - erkennt dies endlich an !" wären nicht nötig, wenn es endlich eine gesellschaftliche Akzeptanz gäbe !

Würdest du deine Kinder nicht mehr lieben, wenn sie "aus der Art schlagen" ? Deinen "konservativen" Ansprüchen nicht genügen ?!? ...
Möchstest du tatsächlich, dass deine Kinder sich vor dir verstecken, dir nicht vollends vertrauen, Angst vor deiner möglichen Reaktion versprüren ? ...
 
  • #101
Ich bin erzkonservativ, spießig obendrein und finde es gut so.
Meine Toleranzgrenze ist sehr niedrig, vor allem bei Tatoo und Piercing. Diese Leute haben für mich ein gestörtes Innenleben, warum tut man sich Schmerzen freiwillig an und Hautstechereien, welche ein Leben lang einfach schmutzig aussehen? Oder sich Haare orange färben? Wozu soll das gut sein? Diese Leute mögen nett sein, dennoch finde ich sie gestört.
Mittlerweile sind solche Menschen auch nicht mehr auffällig, sondern alltäglich, ebenso Lesben und Schwulen. Auffällig bin ich als spießige hetero sexuelle Frau, ups. ein Relikt aus der Vergangenheit.
Ich drehe mich nach niemanden um, der orangene Haare hat, tätowiert und womöglich bi-sexuell ist, es ist einfach langweilig......

In einem Nachbarthread singst du ein Loblied auf das Single Leben als den alleinig zuverlässigen Weg ins Glück.

Du bist also auch nicht an Zweisamkeit mit Menschen, Beziehung, Sex und anderen Körperlichkeiten interessiert wenn ein potentieller Partner deinen Normen monogam, heterosexuell und kein extrovertierter Körperschmuck entspricht.

Warum pickst du jetzt hier Menschen die deinen Normen nicht entsprechen heraus und attackierst sie gesondert, wenn du grundsätzlich im engeren zwischenmenschlichen Kontakt ausschließlich Gefahren für dein Wohlbefinden unabhängig davon wie diese Menschen konkret sind, siehst?

Im Grunde wertest du jeden ab der nicht die gleiche misanthropische Einstellung hat wie du. Gibt es eigentlich auch Menschen die du liebst oder deren Freundschaft und Nähe du dir wünschst?
 
  • #102
Schon sehr interessant, wie Menschen sich gegenseitig sehen und "bewerten/einordnen" ...
Bei dem Einen liegt der Masstab auf Äusserlichkeiten, Status, etc. - bei dem Anderen, auf Charakter, Sozialkompetenz, emphatischem Miteinander ... (Um es einmal stark vereinfacht darzustellen.)
Letzendlich kann es aus beiderlei Blickwinkel zu einer Ablehnung der Spezies "Mensch" führen - zu der Überzeugung : "Alleine komme ich besser zurecht" ...

In diesem Punkt unterscheide ich mich vielleicht gar nicht so sehr von "Reality" .
Mögen meine Beweggründe gänzlich andere sind ... - so, wie ich den überwiegenden Teil der Menschen wahrnehme - Egomanisch, prollig, oberflächlich, rücksichtslos, lügend/betrügend, "alles ist austauschbar" ... etc. - in diesem Sinne "sortiere" ich mittlerweile auch akribisch genau passend aus ...

Im Umkehrschluss ist das Ergebnis dasselbe ... - "Du erfüllst meine Bedürfnisse nicht - warum sollte ich dich in mein Leben lassen ..."

Noch vor gut einem Jahr hätte ich jeden mit dieser Denkweise beschworen, dass für die Liebe jeder Kampf lohnt, ihn angefleht, dafür über all seine Schatten zu springen ... ausgeträumt ...

Dieses selbstlose Geben/Nehmen Verhältnis, dennoch, die Eigenständigkeit bewahren - selbstverständlichst in allen Dingen Kompromisse eingehen - aufeinander zu achten, Ehrlichkeit in allen Belangen, sich gebunden und dennoch frei zu fühlen ... existiert wohl tatsächlich nicht mehr ... (das ist, was meine Eltern leben - keine Ahnung - wie ... beneidenswert ... )

MIch derart vertrauensvoll auf Jemanden einlassen - könnte ich heutzutage - auch nicht mehr ...
 
  • #103
Schon sehr interessant, wie Menschen sich gegenseitig sehen und "bewerten/einordnen" ...
Bei dem Einen liegt der Masstab auf Äusserlichkeiten, Status, etc. - bei dem Anderen, auf Charakter, Sozialkompetenz, emphatischem Miteinander ... (Um es einmal stark vereinfacht darzustellen.)
Letzendlich kann es aus beiderlei Blickwinkel zu einer Ablehnung der Spezies "Mensch" führen - zu der Überzeugung : "Alleine komme ich besser zurecht" ...

In diesem Punkt unterscheide ich mich vielleicht gar nicht so sehr von "Reality" .
Mögen meine Beweggründe gänzlich andere sind ... - so, wie ich den überwiegenden Teil der Menschen wahrnehme - Egomanisch, prollig, oberflächlich, rücksichtslos, lügend/betrügend, "alles ist austauschbar" ... etc. - in diesem Sinne "sortiere" ich mittlerweile auch akribisch genau passend aus ...

Im Umkehrschluss ist das Ergebnis dasselbe ... - "Du erfüllst meine Bedürfnisse nicht - warum sollte ich dich in mein Leben lassen ..."

Noch vor gut einem Jahr hätte ich jeden mit dieser Denkweise beschworen, dass für die Liebe jeder Kampf lohnt, ihn angefleht, dafür über all seine Schatten zu springen ... ausgeträumt ...

Dieses selbstlose Geben/Nehmen Verhältnis, dennoch, die Eigenständigkeit bewahren - selbstverständlichst in allen Dingen Kompromisse eingehen - aufeinander zu achten, Ehrlichkeit in allen Belangen, sich gebunden und dennoch frei zu fühlen ... existiert wohl tatsächlich nicht mehr ... (das ist, was meine Eltern leben - keine Ahnung - wie ... beneidenswert ... )

MIch derart vertrauensvoll auf Jemanden einlassen - könnte ich heutzutage - auch nicht mehr ...

@Reality stellt wesentliche Teile des Beziehungkonzepts mit Menschen grundsätzlich in Frage. Sie unterstellt, dass eine partnerschaftliche Beziehung für jeden Menschen nur Nachteile bietet und nur das Singleleben Glück bietet.

Wäre das so wäre der Mensch schon längst ausgestorben. Tatsächlich sterben aber nur die chronischen Single ohne sich zu reproduzieren.

@Reality s Denke ist eine indifferente Schwarzweiß-Denke die du selbstverständlich übernehmen kannst weil du ggf. von der Mehrzahl deiner bisherigen Beziehungen jetzt endgültig bedient bist.

Bleibt zu hoffen, dass du deinem Kind nicht dieses Bild von Beziehung vermittelst. Dies wäre dann eine Erziehung zur Beziehungsangst. Enkel gebe es dann wahrscheinlich keine.
 
  • #104
Bleibt zu hoffen, dass du deinem Kind nicht dieses Bild von Beziehung vermittelst.

In keinerlei Beziehung - ob im Arbeitsbereich, im Freundschaflichen oder ob in den "Intensivsten" - zwischen Mann und Frau - Verbindungen gibt es/sollte es nicht geben - eine undifferenzierte Schwarz/Weiss Betrachtung. Würde ich dies so sehen, negiere ich mich selbst, denke reineweg egosistisch nur an mich und an meine Bedürfnisse - lasse ausser Augen, dass mein Gegenüber ein Wesen mit seiner gänzlich eigenen/ebenso berechtigten Gefühls- und Erlebniswelt ist.
Es geht mir reineweg darum zu vermitteln, dass man sich nicht selbst aufgeben/verbiegen darf - Kompromisse, die immer notwendig sind, auf beidseitigem Wohlbefinden beruhen müssen. Geben und Nehmen im Gleichgewicht ...
"Sieh genau hin, höre genau hin ... vertraue nicht blind ... - Sei kein naives Träumchen, so wie ich es war ... und ziehe die Reissleine, mach dich absolut gerade, wenn du merkst irgendetwas stimmt gerade so ganz und gar nicht !"
"Halte dich fern von Menschen, die dich für ihre ureigensten Probleme verantwortlich machen - übernimm Verantwortung - aber nimm auch Jeden in die Pflicht seine Eigenverantwortung selbst zu tragen und lass sie dir nicht - als deine "Schuld" aufbürden !"

Tatsächlich funktionierende partnerschaftliche/absolut gleichberechtigte Beziehungen zwischen Menschen (in welcher Form auch immer) stellen für mich immer noch das erstrebenswerteste aller Ziele dar - jedoch belehrt einen das reale Leben jeden Tag darüber, dass dies leider wohl doch eine Illusion ist .... - dennoch - halte ich an diesem Traum fest ...

Sieh dir diese Gesellschaft an - ein bisschen mehr Höflichkeit/Rücksichtnahme/aufeinander achten - ... würde vieles so besser machen ... was bitte ist daran so verdammt schwer ?!?
Bisweilen kommt es mir so vor, als wäre ein Jeder nur noch in seinem eigenen, auf sich selbst fokkusierten, Tunnelblick gefangen ... dermassen gruselig ...

Dir ist schon klar, wohin sich die Menschheit ohne dieses elende "Hauptsache - Ich !" - denken entwickeln könnte ?!? - Wir verschenken damit grenzenloses Potenzial !!!
(Philosophisch gefragt : "Warum sollte sich eine Spezies, die im Endeffekt nicht nur ihren eigenen Untergang herbeiführt, sondern auch noch alles dafür tut, andere Lebewesen mit in den Abgrund zu reissen, reproduzieren ... ?)

Abgesehen von Ästhetik und Eleganz - einen Hauch von Trauer um "Was könnte sein - wenn ..." - kann ich bei meiner. bewusst gewählten, schwarzen Kleidung, nicht verleugnen ...
 
  • #105
Sämtliche öffentliche diesbezügliche Veranstaltungen, die zeigen sollen : "Wir haben genau dasselbe Recht zu Lieben, wie Ihr - erkennt dies endlich an !" wären nicht nötig, wenn es endlich eine gesellschaftliche Akzeptanz gäbe !
Genau hier endet meine Toleranz.
Jeder darf sexuell fast alles ausleben, was immer Er/ Sie will. Aber niemand muss es akzeptieren. Und mich persönlich nervt dieses schrille, ewig nervende Getue von wegen .... akzeptiert uns endlich. Muss niemand. So wenig wie offene "Beziehungen", Ehe ohne Trauschein, Polyamorie oder eine katholische Ehe ohne Verhütung. Jeder darf ablehnen, was ihm nicht gefällt. Niemand muss akzeptieren, dass es Punker gibt, Vollverschleierte, Turbanträger, Biker oder Raucher. Aber sie alle haben ein Recht auf Toleranz.

Noch geben uns unsere Gesetze viele freiheitliche Rechte. Die wir alle bewahren sollten. Denn Verbote schränken ein - im Endeffekt die Freiheit aller. Toleranz kann verordnet werden, Akzeptanz oder gar Respekt nicht. Die Entscheidung trifft jeder für sich.
Zu deutsch: du darfst gepierct und tätowiert sein. Ich darf auf beides verzichten. Weder muss ich dich toll finden noch du mich. Ich darf dir deine Piercings nicht rausreissen und du mich nicht zwangstätowieren. Wir dürfen miteinander sprechen - müssen aber nicht.
Ich finde das genau so gut.
 
  • #106
Sorry, Amytan, dass ich nicht zum Fanclub gehöre. Aber ich muss keinen Foristen überlesen, weil ich ihn ausblenden muss. Bei LuckyDuke fällt es mir manchmal schon schwer, und ich frage mich, welche gehaltvollen Botschaften ich da wohl in dem Geschrei übersehe. Ich muss auch nicht ständig gegen andere Foristen sticheltn, wie tom26 es zum Beispiel bei Elfe11 tut. Die Geschichte mit dem Ralf Kleid hat mittlerweile einen Bart, aber es kommt wieder und wieder. Das ist einfach billig, zusammen gegen andere zu hetzen, um sich zu erheben. -Auch der Herr neverever tut sich da immer wieder hervor, meint den IM auf Fäkalniveau angreifen zu müssen. Und dann das Gejammer über das Niveau hier.Der IM greift niemanden persönlich an, vertritt aber die unpopuläre Meinung, sich in Beziehungen nicht aufzugeben. Gebetsmühlenartig, und vielleicht zu schablonenartig, aber das Benehmen und die Angriffe, die hier vom Fanclub kommen, habe ich von ihm noch nicht gehört. Im Vergleich behält er die Contenance, während gerade aus euren Reihen ständig Angriffe gefahren werden. -Und zum Glück dürfen alle weiter mitschreiben, auch wenn ihr gerne die Deutungshoheit hättet.
 
  • #107
Jeder darf sexuell fast alles ausleben, was immer Er/ Sie will. Aber niemand muss es akzeptieren. Und mich persönlich nervt dieses schrille, ewig nervende Getue von wegen .... akzeptiert uns endlich. Muss niemand. So wenig wie offene "Beziehungen", Ehe ohne Trauschein, Polyamorie oder eine katholische Ehe ohne Verhütung. Jeder darf ablehnen, was ihm nicht gefällt. Niemand muss akzeptieren, dass es Punker gibt, Vollverschleierte, Turbanträger, Biker oder Raucher. Aber sie alle haben ein Recht auf Toleranz.

Dem stimme ich auch abolut zu ... Deshalb schrieb ich "Diese Veranstaltungen wären nicht nötig, wenn ... ".

Allerdings besteht das Grundproblem darin, dass Heterosexualität eben immer noch ein Tabu in dieser Gesellschaft darstellt, Paare, die dies offen ausleben, schief angesehen werden, die "männliche" Reaktion auf einen "Schwulen" in seinem Umkreis oftmals schon fast panisch ist : "Hoffentlich begrabbelt der mich nicht und wenn - dann gibbet aber rischtisch ... " (Als würde "Schwulsein" bedeuten, sich auf alles zu stürzen, was eine Hose anhat.)
Mir persönlich geht insbesondere dieses Thema nahe, da meine grosse Tochter auf Frauen fokussiert ist und sich scheut, ihrem Vater davon zu erzählen - aus Angst vor seiner Reaktion ... Dies finde ich absolut bedauernswert und schade ...

Im Gegenzug bekommt niemand ausserhalb des innersten Kreises etwas davon mit, wie z.b. eine Beziehung gelebt wird ...
Ich sehe meinem Gegenüber nicht an, ob er monogam lebt, Ehebruch begeht oder sich mit seiner Partnerin auf eine offene Beziehung geeinigt hat ... demzufolge wird niemand aufgrund seines Beziehungsmodells offen angegangen und "verurteilt" ...

So gesehen bestehen schon erhebliche Unterschiede, die dem einen Spektrum die Toleranz erleichertern und sie dem anderen erschweren ...

In Punkto "Äusserlichkeiten" (Punk, Schleier, Turban, Tatoo ... etc. ) kann ich mich nur wiederholen - diese sind - in welcher Form auch immer - frei und bewusst wählbar ... ergo : Muss ich auch damit leben können, in dieser "Form" bei meinen Mitmenschen auf Konfrontation zu stossen ...
 
  • #108
Toleranz kann verordnet werden, Akzeptanz oder gar Respekt nicht.
Ich habe ein paar Begriffsprobleme bei Deinem Post. Akzeptieren hieß für mich immer "hinnehmen", wird allerdings durchaus auch mit "einwilligen" übersetzt laut Wiki, das ja was anderes ist.
Respekt - heißt für mich, ich greife den anderen nicht dafür an, dass er was hat, das ich ablehne, und behandele ihn gleichberechtigt, lasse ihm seine Grenzen und seine Würde. Aber könnte vermutlich auch wieder mit "Anerkennung" übersetzt werden, das ja schon wieder "Einverstanden" bedeutet. Allerdings kann man einen Menschen auch nicht auf irgendein störendes Merkmal reduzieren. Also ihm den Respekt nicht absprechen, ihm die Würde nicht absprechen, ihn als schlechter als mich selbst ansehen, nur weil er irgendwas ist oder hat oder gut findet, das ich ablehne.

Weder muss ich dich toll finden noch du mich.
Die Hauptsache ist mE, dass es den Menschen nicht auf die eine Sache reduziert und man ihn nur deswegen menschlich gesehen anders behandelt. Wenn man sagt "ich finde DICH nicht toll" (auch noch, ohne den anderen zu kennen und wirklich beurteilen zu können, ob man ihn toll findet oder nicht), ist es was ganz anderes als wenn man sagt "ich finde TÄTOWIERUNGEN nicht toll". Für mich wäre Toleranz, die Tätowierungen hinzunehmen und doch den Menschen immer noch wie einen Menschen OHNE Tattos zu behandeln.

Kommt nun auch drauf an, worum es geht. Innere Einstellungen, die durchscheinen, sind auch noch was anderes als Tattos.
 
  • #109
Ich sehe meinem Gegenüber nicht an, ob er monogam lebt, Ehebruch begeht oder sich mit seiner Partnerin auf eine offene Beziehung geeinigt hat ... demzufolge wird niemand aufgrund seines Beziehungsmodells offen angegangen und "verurteilt" ...
Man sieht auch niemandem Homosexualität an.
Ich persönlich habe einen langjährigen Geschäftspartner (kein Mandant) , dessen ruhige und kompetente Arbeitsweise ich über Jahre zu schätzen gelernt habe. Wie das so ist - man ist irgendwann beim Du, geht nach einem langen Arbeitstag was Essen .... spricht irgendwann auch mal persönlicher. Irgendwann sagte der mir dann, dass er homosexuell ist. Hatte ich zu keiner Sekunde vermutet. Ich habe zuerst einen Whiskey und eine Zigarette zur Verdauung gebraucht ..... das wars dann auch. Wir gehen nach wie vor nach der Arbeit was Essen oder was Trinken. Schätzen uns nach wie vor. Dieser Mann wird nicht nur von mir als Persönlichkeit geschätzt. Was der im Bett treibt .... privat.

Ganz anders erlebe ich die Leute, die ihre Homosexualität mit dem Unterton "Ich bin was besseres als ihr, darum mögt ihr mich nicht und ich will euch zwingen, mich zu respektieren" ausleben. Die gehen mir einfach nur auf den Sack und ich will nichts mit denen zu tun haben. Nicht weil sie homosexuell sind - sondern weil mir ihre Art nicht gefällt.

Du merkst den Unterschied ? Wer sich nur auf eine Facette seines Seins reduziert, damit alle nervt, muss sich nicht wundern, wenn er abgelehnt wird. Einfach weil er nervt. Das schiebt der dann auf seine Facette - und nicht darauf, dass er einfach ein Ar...loch ist.
 
  • #110
Ich stimme zu, wenn jemand Homosexualität o.ä. wie eine Monstranz vor mich herträgt, stößt mich das eher ab. Wem will er was beweisen? Genauo., wenn jemand sexueller Vorlieben wie BDSM vor sich herträgt, ständig erzählen muss mit einer Haltung, die alle anderen alles dumme Vanillas darstellt. Danke, ich kann mich selbst informieren und entscheiden, was ich machen möchte und benötige keine ungefragt Aufklärung mit der Haltung-schau mal was dir alles entgeht. Aber von einer offenen, toleranten Gesellschaft sind wir noch entfernt. Erst in einem Kurs erlebt, eine Frau sprach von ihrer Partnerin, in einem Nebensatz, wie andere von ihrem Freund erzählen. Das Gezischel und Geztuschel anschliessend-man könnte meinen wir Leben im Jahr 1950. Und es gibt immer noch Länder, in den Homosexualität bestraft wird. Von- einen selbstverständlichen Umgang mit dem Thema gibt es noch nicht.
 
  • #111
Ich habe ein paar Begriffsprobleme bei Deinem Post.
Hinnehmen ... ja genau. Das sehe ich als die Vorgabe der Gesetze, mehr würde wiederum in die Freiheit des so "Verpflichteten" eingreifen. Eben Toleranz
Akzeptanz reicht schon weiter. Ich müsste mir das genauer ansehen, mich damit befassen. Eine Gedankenwelt, die dahinter steht nicht komplett ablehnen. Das ist beim Piercing vielleicht etwas weit hergeholt. Bei Religion oder polit. Einstellungen dagegen nicht.
Respekt ist bei uns in Süddeutschland etwas, was ich aktiv einem Menschen zolle. Für tolle Arbeit, besonderes Wissen, Mut o.ä. Das ist relativ persönlich. Ein Beispiel: Ich kann jemanden dafür respektieren, dass er seine Ansicht von Ästhetik in einem Tattoo umsetzt, auch gegen die Meinung des Mainstreams. Das heisst aber nicht, dass ich jedem Tätowierten Respekt zolle.

Oder, etwas weniger theoretisch:
Toleranz bedeutet, dass jeder ein Piercing haben darf (oder viele)
Akzeptanz bedeutet, ich betrachte das nicht als dämliche Mode.
Respekt bedeutet, ich sehe es als Leistung an, gepierct zu sein.
 
  • #112
Toleranz bedeutet, dass jeder ein Piercing haben darf (oder viele)
Akzeptanz bedeutet, ich betrachte das nicht als dämliche Mode.
Respekt bedeutet, ich sehe es als Leistung an, gepierct zu sein.
Lol. Gut dargestellt.
Ich versuche es auch mal:
Toleranz bedeutet, dass mir die Piercings gleichgültig sind dafür, wie ich den Menschen ansehe. Ich sehe ihn, nicht das Metall, also betrachte ihn, Piercinghaben wird nicht gewertet als irgendwas, das man über die Person ableiten könnte an Eigenschaften.
Akzeptanz bedeutet, dass ... ich mir vorher Gedanken gemacht habe, ob ich damit leben könnte, dass einer, der mir viel bedeutet, den ich näher in meinem Leben haben will, ein Piercing hat. Schwere Frage. Also bei Freunden kann ich natürlich damit leben, aber bei einem Partner müsste ich rausfinden, ob ich mich dran gewöhnen kann, ohne irgendwelche Schmerzen beim Anblick zu empfinden. Dabei bin ich ja selbst gepierct (Aber nur jeweils ein Piercing in jedem Ohrläppchen).
Respekt bekommt von mir jeder. Ich respektiere seine Würde als Mensch, seine Grenzen, versuche nicht, ihn zu irgendwas zu überreden, was ich will, er aber nicht, oder ihm reinzuquatschen in seine persönlichen Belange, die mich gar nicht tangieren sollten, dränge meine Meinung nicht auf.

Lebensleistung ... ja, kriegt auch Respekt, eher Bewunderung. Das Wort hat hier ne andere Bedeutung. Ehrfurcht vielleicht.
Ganz anders erlebe ich die Leute, die ihre Homosexualität mit dem Unterton "Ich bin was besseres als ihr, darum mögt ihr mich nicht und ich will euch zwingen, mich zu respektieren" ausleben. Die gehen mir einfach nur auf den Sack und ich will nichts mit denen zu tun haben. Nicht weil sie homosexuell sind - sondern weil mir ihre Art nicht gefällt.
Das hat aber nichts mit der Homosexualität zu tun, sondern mit dieser übertriebenen Selbstdarstellung aufgrund mangelnden Selbstwertgefühls. Der Mensch braucht irgendwas, mit dem er sich profilieren, beweisen oder absondern und die anderen weiter unten einordnen kann. Das sind Unsympathen, egal, ob es Homosexualität ist oder Tussitum oder Ich-habe-so-viel-Geld, Mein-IQ-ist-wie-der-von-Einstein, Ich-hab-mehr-Karriere-gemacht-als-du, Ich-bin-schlanker-als-du.
Alle, die ihr Selbstwertgefühl aus so einer "Krücke" beziehen müssen, sind für andere unangenehm bis ätzend, denn die dienen ja immer nur dazu, dass sich der Ätzer vergleichen kann und besser abschneidet in seinen Augen. Dafür würde ich mich auch nicht hergeben wollen.
 
  • #113
Aber von einer offenen, toleranten Gesellschaft sind wir noch entfernt. Erst in einem Kurs erlebt, eine Frau sprach von ihrer Partnerin, in einem Nebensatz, wie andere von ihrem Freund erzählen. Das Gezischel und Geztuschel anschliessend-man könnte meinen wir Leben im Jahr 1950.

Genau dies meine ich !
Jemand geht in völlig selbstverständlicher Art und Weise - ohne seine Persönlichkeit in einen aufmerksamskeitsheischenden Fokus rücken zu wollen - mit sich und seinem Umfeld um und erntet daraufhin eine ablehnende Reaktionen. (Ob offen oder hinter seinem Rücken ausgetragen, ist dabei irrelevant.)
Auch wenn man Homosexualität kaum jemandem anmerkt - die "Gesellschaft" schaut doch bei einem Kuss zwischen zwei Männern/Frauen in der Öffentlichkeit genauer hin ... während es niemanden interessiert, wenn ein "normales" Paar seine Zuneigung bekundet.

Ich stimme zu, wenn jemand Homosexualität o.ä. wie eine Monstranz vor mich herträgt, stößt mich das eher ab. Wem will er was beweisen? Genauo., wenn jemand sexueller Vorlieben wie BDSM vor sich herträgt,

Sehe ich ebenso ... Ich muss mit mir nicht propagieren ... Ich bin nichts Besonderes, nur, weil ich "anders bin/ in welcher Form auch immer, nicht der Norm entspreche ..."
Nur - nehmt mich, wie ich bin - seht mich, wie ich bin - mit all meinen Facetten und reduziert mich nicht auf euren äusserlichen Eindruck/legt eure Vorurteile nicht über mich ...

Irgendwann sagte der mir dann, dass er homosexuell ist.

Für deine Umgangsweise mit dieser Situation zolle ich dir innigsten Respekt !
Genauso stelle ich mir das vor - du siehst den Menschen in seiner Komplexität und wertschätzt ihn weiterhin - es änderte sich nichts im Eurem Umgang miteinander. Er wurde kein "Anderer" für dich.

Die Hauptsache ist mE, dass es den Menschen nicht auf die eine Sache reduziert und man ihn nur deswegen menschlich gesehen anders behandelt

Definitiv unterstrichen ... dies gilt mittlerweile leider sogar für die älteren Geneartionen, die an der Kasse den Betrieb aufhalten - ... störend, null Verständnis und teilweise tatsächlich aggressive Reaktionen ...
 
  • #114
Respekt ist bei uns in Süddeutschland etwas, was ich aktiv einem Menschen zolle.

Respekt ist für mich als Süddeutscher nicht etwas, was sich jemand verdienen muss.
Ich respektiere andere Menschen in ihrem Sein. Grundsätzlich. Respekt drückt sich aus, dass ich höflich bin. Versuche, keine Grenzen zu verletzen.

Es gibt den zusätzlichen Respekt, den mit Leistung verbundenen. Leistung ist aber weit zu fassen.

M, 54
 
  • #115
Oder, etwas weniger theoretisch:
Toleranz bedeutet, dass jeder ein Piercing haben darf (oder viele)
Akzeptanz bedeutet, ich betrachte das nicht als dämliche Mode.
Respekt bedeutet, ich sehe es als Leistung an, gepierct zu sein.

Toleranz bedeutet, dass ich dem anderen das Recht zugestehe, so zu leben, wie er will. Diese Freiheit hat dort ihre Grenzen, wo sie die Freiheit der anderen soweit einschränkt, dass sie für sich nicht dieselbe Freiheit in Anspruch nehmen könnten.

Toleranz bedeutet niemals, dass ich alles toll finden muss, nur weil es jemand anders toll findet.

Eine Gruppe, die ich in der Hinsicht immer als extrem intolerant erleben, sind die Tattoo- und Piercing-Fans. Auf der einen Seite fordern sie sich Toleranz ein. Auf der anderen Seite werden aber gleich mal alle pauschal im freundlichsten Falle als spießig hingestellt, wenn sie äußern, dass sie mit übermäßigen Piercings und Tattoos oder überhaupt damit nichts anfangen können.

Die nächste Gruppe in der Hinsicht ist die der homosexuellen Männern. Ich kann absolut verstehen, dass die auch Partner suchen und es dann bei anderen Männern natürlich probieren. Aber man sollte auch akzeptieren, wenn diese kein Interesse haben. Das, was ich im meinem Leben schon an Diskussionversuchen der Art "Ach komm doch, jeder ist ein bisschen schwul" oder "Schwul sein ist ganz normal. Du bist das auch und kannst dazu stehen" bis zu den üblichen Homophobie-Vorwürfen erleben durfte, passt auch nicht auf alle Kuhhäute dieser Welt zusammen.
 
  • #117
Das, was ich im meinem Leben schon an Diskussionversuchen der Art "Ach komm doch, jeder ist ein bisschen schwul" oder "Schwul sein ist ganz normal. Du bist das auch und kannst dazu stehen" bis zu den üblichen Homophobie-Vorwürfen erleben durfte, passt auch nicht auf alle Kuhhäute dieser Welt zusammen.

Das geht dann schon recht eindeutig in Richtung sexueller Belästigung und genau dies würde ich jemanden sagen der dies mit mir macht. Ich würde ihm auch sagen welche Konsequenzen sein Verhalten für ihn haben kann.

Unabhängig davon nervt mich das öffentliche Ausleben u.a. religiöser oder sexueller Orientierung jeder Art. Die sexualisierten Paraden am Christopher Street Day sollen ja Selbstbewusstsein ausdrücken und Toleranz messen. Für mich handelt es sich aber um provokative Grenzüberschreitungen. Irgendwann wird es zwischen diesen und bestimmten religiösen Fraktionen zum Clash kommen. Im Moment sieht die LGBT Front ja in einigen religiösen Gruppen ja noch natürliche Verbündete.

Aus LGBT ist inzwischen LGBTQIA+ geworden. Mal sehen wie lang dieses Kürzel in zwei Jahren ist. Das aktuelle Konzept, dass unabhängig vom biologischen jeder sein soziales Geschlecht selbst definiert kann man tolerieren. Aber das wird ja überhaupt nicht gefordert. Gefordert wird, dass man das als Wahrheit akzeptiert.

Was die * in der geschlechterneutralen Schrift betrifft könnte ich mir vorstellen, dass Schulbuchverlage diesen Trend insgeheim sponsern. Solche Verlage betreiben gezielt Lobbyarbeit zur Veränderung von Lerninhalten und der deutschen Sprache um regelmäßig überarbeitete Ausgaben bzw. neue Varianten ihrer Produkte verkaufen zu können.

Alles Pseudoprobleme die den Profit weniger steigern aber nicht wertschöpfend sind oder wichtige Fragen unserer Zeit lösen.

So etwas muss man nicht tolerieren sondern sollte es als das bezeichnen was es ist.
 
  • #118
Diese Freiheit hat dort ihre Grenzen, wo sie die Freiheit der anderen soweit einschränkt, dass sie für sich nicht dieselbe Freiheit in Anspruch nehmen könnten.

Unterschrieben !
Leben und leben lassen, dem "Anderen" nicht sein Weltbild aufdrängen oder seine Masstäbe als das einzig Wahre betrachten ... den Menschen im Ganzen sehen und nicht nur auf seine "Facetten" beschränken oder gar vorverurteilen

Das, was ich im meinem Leben schon an Diskussionversuchen der Art "Ach komm doch, jeder ist ein bisschen schwul" oder "Schwul sein ist ganz normal. Du bist das auch und kannst dazu stehen"

Soetwas ist selbstverständlich absolut daneben - abgesehen davon, dass heterosexuelle Männer derart massivst belästigt werden, wirft es auch ein allgemein schlechtes Bild auf andere (sich nicht derart verhaltende homosexuelle Männer.)

Unabhängig davon nervt mich das öffentliche Ausleben u.a. religiöser oder sexueller Orientierung jeder Art

Gilt dies ebenfalls für heterosexuelle Pärchen, die sich einfach nur in der Öffentlichkeit küssen ?

Die sexualisierten Paraden am Christopher Street Day sollen ja Selbstbewusstsein ausdrücken und Toleranz messen.

Der CSD hat eine alte Tradtion, die in Zeiten weit grösserer Intoleranz entstand - mittlerweile ist es eher eine Veranstaltung, bei der "man" einfach einfach einmal unter sich sein kann, um viel Spass zu haben.
Nicht anders, als der Schlagermove, Loveparade oder jetzt wieder viele Faschingspartys - dabei geht es sexuell auch alles andere als "gesittet" zu ...
Ein schönes Beispiel wären auch noch die Autokorsos zu den EM/WM Fussballspielen - Wer nimmt dabei Rücksicht auf diejenigen, die sich davon belästigt fühlen ?

"Meine" Fraktion trifft sich bei Festivals oder ähnlichem ja auch nur unter dem Aspekt, einfach eine schöne Zeit mit Gleichgesinnten zu verbringen.
Allerdings zumeist in "geschlossenen" Arealen, ohne "Aussenstehende" "zwangsweise" zu involvieren ... das WGT stellt eine Ausnahme dar und die Leipziger nehmen es mit einem freundlichen Lächeln, da es keinerlei Probleme gibt, diese Zusammenkunft sehr gesittet von statten geht, sich keine Spur der Verwüstung durch die Stadt zieht und niemand gestört oder "bekehrt" werden soll.
 
  • #119
Gilt dies ebenfalls für heterosexuelle Pärchen, die sich einfach nur in der Öffentlichkeit küssen ?

Intensive Zungenküsse, Gefummel, Nackheit gehören nach meinem Geschmack unabhängig von der sexuellen Orientierung nicht in die Öffentlichkeit. Ein Küsschen oder Händchenhalten ist etwas ganz anderes.

Es kommt aber natürlich auf den Kontext an. Ein einschlägiges Festival oder ein Club sind für mich nicht Öffentlichkeit in diesem Sinne. Da gehe ich ja mit einer entsprechenden Erwartung hin. Ähnlich ist es wenn ich in der Karnevalszeit in eine Karnevalsregion fahre. Dann habe ich es mir selbst ausgesucht. Auch an einem FKK Strand kann ich mich nicht über Nacktheit beschweren. Ich bin ja aus eigenen Antrieb dort.

Negativer Kontext ist für mich aber auch die Kombination sexueller Provokationen in der Öffentlichkeit, es zur Wahrheit zu definieren, dass ich mein Geschlecht frei wählen kann, der L* Kürzelwahn oder die geschlechterneutrale Schrift. Warum hatte ich bereits erklärt.

Autokorsos, weder für Fussball noch für Hochzeiten, sind für mich gleichfalls wenig akzeptabel.
 
  • #120
Für deine Umgangsweise mit dieser Situation zolle ich dir innigsten Respekt !
Genauso stelle ich mir das vor - du siehst den Menschen in seiner Komplexität und wertschätzt ihn weiterhin - es änderte sich nichts im Eurem Umgang miteinander. Er wurde kein "Anderer" für dich.
Danke schön.
Mein persönlicher Respekt diesem Mann gegenüber steigerte sich sogar.
2 Punkte - das Vertrauen, das er mir durch seine Worte entgegengebracht hat, ehrt mich.
Der andere Punkt - er hat mir ohne mit der Wimper zu zucken meine Zigarettenlänge "Verdauungszeit" gewährt .
 
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