• #1

Wie werde ich diese innerliche Skepsis los ?

Ich (w/25) hatte gestern ein aufrüttelndes und ehrliches Gespräch mit einem Mann (m/30), mit dem ich mich seit fast einem Jahr hauptsächlich für die *schönen Stunden* treffe.

Er begann davon zu reden, das er gerne mehr Zeit mit mir verbringen will, was leider momentan nur schwer machbar ist (beruflich/familiär, die Gründe sind real). Das er sich gut vorstellen kann, das es auch zwischen uns dreien (damit meint er meinen Sohn, die beiden sind sich schon ein paar mal begegnet) funktionieren kann. Er sich viele Gedanken macht, mich mehr als liebt hat und ich ihm viel bedeute. Ich stehe dem immer noch skeptisch gegenüber. Ich kann mich ihm gegenüber nicht ganz öffnen. Irgendetwas in mir blockiert, was er selber angesprochen hat und sehr schade findet. Ich hätte keinen Grund, so vorsichtig zu sein.

Ich habe in den letzten Wochen selber bemerkt, das er anhänglicher wird, sich viel meldet, er zwischendurch einfach so anruft, sich öfter treffen möchte, anfängt über private Dinge zu reden und sich einfach öffnet. Ich mag ihn wirklich sehr, mein Herz hüpft wenn wir uns sehen, wir sind uns sympathisch, können reden und sind sexuell durchaus kompatibel.

Wie schaffe ich es, diese innerliche Skepsis loszuwerden? In meinem Kopf hat sich einfach festgesetzt, das wir nur eine undefinierte Affäre unter Singels haben. Ich glaube gerade jetzt, wäre es Wert, es einfach drauf ankommen zu lassen.
 
  • #2
Wie schaffe ich es, diese innerliche Skepsis loszuwerden?
Liebe FS,
das Zauberwort heißt Vertrauen. Du musst Dir darüber klar sein, dass es Dir daran mangelt, dass es Gründe dafür gibt und Du wirst es nie wieder zurückbekommen, wenn Du nicht bereit bist zu riskieren, dass Dich wieder jemand enttäuscht und verletzt.
Wenn man was ändern will, mus man verstehen, worum es eigentlich geht, sonst ist jeder Veränderungsversuch nur Flickschusterei, die unter keiner Belastung hält.
Und nein, dafür braucht man keine jahrelange Therapie, sowas schafft ein erwachsener, selbstreflektierter Mensch allein.
Ich finde es übrigens für Dich besonders wichtig, weil Du Dein Missstrauen gegen andere und gegen Nähe direkt Deinem Kind implantierst. Das ist kein Weg in ein glückliches Leben.

In meinem Kopf hat sich einfach festgesetzt, das wir nur eine undefinierte Affäre unter Singels haben.
Da hilft dann nur umdenken, denn das Denken kann man verändern.. Komm' von diesem postmodernen Beziehungskrampf, mit dem alle sich ihre "freigeistigen" sozialen Katastrophen schönreden einfach ab - denk' was anderes, nämlich, dass Du eine Beziehung willst und es scheint, dass Du einen Mann dafür gefunden hast, der genau wie Du sich emotional gegen Nähe schützen wollte und genau wie Du feststellt, dass er garnicht der Typ dafür ist.
Die wenigsten Menschen sind für diese vermeintlich schöne neue Welt mit ihrem Überangebot an Möglichkeiten psychisch ausgerüstet, schon garnicht für flüchtige soziale Beziehungen. Es hat einen Grund, warum die psychischen Erkrankungen in Großstädten viel weiter verbreitet sind als im ländlichen Raum und dieser Grund liegt nicht in zu wenig Psychiatern auf dem Land, sondern in der Reizüberflutung und im Überangebot der Städte. Eben wegen der Vielfältigkeit der Möglichkeiten und rasanten Veränderungen wollen die meisten Menschen in den persönlichen Dingen und ihrem engesten Umfeld Beständigkeit und einen Ruhepunkt. Und viele von denen, die es nicht wollen, entscheiden garnicht eigenständig, es nicht zu wollen, sondern können es wegen Verkümmerung ihrer sozialen Fähigkeiten nicht mehr.
 
  • #3
Verstehe ich nicht. Statt froh zu sein, dass dieser Mann Gefühle für dich hat, sie dir auch deutlich zeigt, auch deinen Sohn akzeptiert und er mehr Zeit mit dir verbringen will, blockierst du.
Möchtest du lieber das unverbindliche Sexpüppchen bleiben das der Mann nach Benutzung bis zum nächsten Mal in die Ecke stellt?
Glaube mir, das unverbindliche Sexpüppchen kannst du, wenn du jung und attraktiv bist, für jeden Mann auf der Welt sein, dafür braucht er nicht mal Gefühle für dich außer im Unterleib.

Freue dich doch einfach, dass er dich scheinbar liebt, und gib dem ganzen eine Chance :)
 
  • #4
Er begann davon zu reden, das er gerne mehr Zeit mit mir verbringen will, was leider momentan nur schwer machbar ist
Dann ist das zwar sehr nett, dass er darüber nachdenkt, aber letztendlich passiert ja nichts Greifbares. Ein Gedanke ist schnell mal gefasst und am nächsten Tag heißt es wieder "nee, geht ja doch nicht". Nachts kommen die Sehnsüchte und am Tag die Realität. Ich will damit sagen, dass ich vorsichtig wäre bei solchen Ideen. Sie können stimmen, aber wieviele Menschen wollen wirklich ihr Leben ändern, und vor allem: Warum?

Wenn der Mann durch seine Familie und seine Arbeit sehr eingespannt ist, sind es vielleicht nur Lebensfluchtgedanken, und Du, bei der es immer schön und harmonisch zugeht, bist die Insel in diesem Stress. Wenn ihr euch immer nur für ein paar Stunden seht, ist es einfach, sich hier auf das Schöne zu konzentrieren, aber auszublenden, dass es auch mit Deinem Sohn und Dir eine Realität geben wird.
Falls er ein Mensch ist, der Stress lieber vermeiden will und abwägt, so könnte er sich irgendwann auch vernunftsmäßig sagen, dass bei einer Änderung seines Lebens noch viel größerer Stress auftreten wird, und sich die aktuelle Situation wieder schönreden und annehmen. Dich hat er ja immer noch. Ich meine damit, dass viele Menschen mit Affären mal die Idee haben, auszubrechen, aber tun sie es, wenn sie es sich real überlegen?
Du hast nicht geschrieben, was mit "familiär" gemeint ist. Falls der Mann selber Kinder und eine Frau hat, ist das ja was anderes, als wenn er seine Eltern pflegt.
Wenn er also eine Frau hat, würde ich sehr vorsichtig sein mit dem Glauben seiner Äußerungen.

Die Frage ist auch: Was willst Du? Willst Du ein Leben mit diesem Menschen oder reichen Dir die schönen Stunden?

Für mich sehe ich da zwei Punkte, die mich auch skeptisch werden lassen. Einmal diese Unsicherheit, was seine Überlegungen betrifft - wie gesagt, romantische Ideen hat man schnell mal, aber wie verlässlich ist das? Du machst Dir am Ende Hoffnungen, und er überlegt noch ewig hin und her.
Und dann, ob Du ihn wirklich wolltest oder ob Dir Dein Leben nicht so gefällt, wie es ist. Vielleicht ist er als Partner für Dich gar nicht geeignet für den Alltag, und: Wenn er ne Frau hat, dann bist Du die irgendwann, während die heimlichen schönen Stunden woanders stattfinden (und irgendwann wieder von gemeinsamem Leben geträumt wird).
 
  • #5
Er begann davon zu reden, das er gerne mehr Zeit mit mir verbringen will, was leider momentan nur schwer machbar ist (beruflich/familiär, die Gründe sind real).
Sorry aber Du bist 25 und schreibst uns nicht was mit ihm und seinem Leben los ist. Andere Frau ? Verheiratet ? Eltern krank ? Oder ... ?

Ohne diese Infos wird man Dir keinen Rat geben können.
 
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  • #6
Für mich sehe ich da zwei Punkte, die mich auch skeptisch werden lassen. Einmal diese Unsicherheit, was seine Überlegungen betrifft - wie gesagt, romantische Ideen hat man schnell mal, aber wie verlässlich ist das? Du machst Dir am Ende Hoffnungen, und er überlegt noch ewig hin und her.
Und dann, ob Du ihn wirklich wolltest oder ob Dir Dein Leben nicht so gefällt, wie es ist. Vielleicht ist er als Partner für Dich gar nicht geeignet für den Alltag, und: Wenn er ne Frau hat, dann bist Du die irgendwann, während die heimlichen schönen Stunden woanders stattfinden (und irgendwann wieder von gemeinsamem Leben geträumt wird).
Da hast du auch meine Bedenken gut auf den Punkt gebracht. Eine Frau oder andere Kinder gibt es nicht. Es gibt krankheitsbedingte Situationen bei seinen Eltern. Und nein, nur schöne Stunden reichen mir nicht mehr. Ich schätze es hilft nur, diese Ideen in die Tat um zusetzt. Dann wird sich auch erst zeigen, ob wir für den Alltag geeignet sind. Wenn eines von beiden nie stattfindet oder nicht passt, sind wir da auch einen Schritt weiter. Und meine Skepsis war berechtigt.
 
  • #7
So, wie seine Verhältnisse sind, würde ich das auf jeden Fall probieren, wenn auch Dir die schönen Stunden nicht mehr reichen. Ich meine, der Anfang eurer Beziehung wäre doch dann toll. Ihr kennt euch schon, der Sex ist gut, ihr habt nach und nach entdeckt, wie schön es ist, zusammen zu sein. Normalerweise ist es doch umgekehrt: Man verknallt sich, kommt zusammen und dann stellt man nach einem halben Jahr oder noch viel später fest, dass sexuell immer was fehlt, es keine unverkrampften schönen Stunden gibt, der Respekt bei einem fehlt usw.

Außerdem könnt ihr besser drüber reden als andere, wenn der Alltag nicht läuft. Ich versuch mal zu beschreiben, wie ich das meine: Wenn man sich zusammenfindet und den anderen noch nicht gut kennt, gibt es hin und wieder emotionale Verletzungen wegen Falschverstehen oder vielleicht sogar mit Absicht, weil manche auch selber was zurückzahlen statt zu sagen "du hast mich gekränkt". Man redet aber nicht drüber, weil man das nicht gelernt hat oder kein Vertrauen hat, dass der andere damit umgehen kann und keinen Emotionalstress heraufbeschwören will. Ebenso gerade auch im Bett.
Bei Alltagskram ist es erstmal einfacher zu reden als bei sexuellen Themen (das braucht ihr ja nicht, wenn es nicht top wäre, hättet ihr ja keinen Sex) und vor allem schon mit schönen Stunden in der Vergangenheit, denn dann weiß man, dass der andere offen und liebevoll einem gegenüber ist und falls eine Verletzung passiert, die nicht gleich als absichtlich interpretiert wird. Vielleicht ist das Reden generell dann einfacher, meine ich, weil die ganz heiklen Themen gar nicht auftreten, da ihr euch schon "nackt gesehen habt".

Und nein, nur schöne Stunden reichen mir nicht mehr. Ich schätze es hilft nur, diese Ideen in die Tat um zusetzt. Dann wird sich auch erst zeigen, ob wir für den Alltag geeignet sind.
Genau. Vorsichtig und Schritt für Schritt mit gegenseitigem Respekt.
 
  • #8
Ich kann mich ihm gegenüber nicht ganz öffnen. Irgendetwas in mir blockiert, was er selber angesprochen hat und sehr schade findet. Ich hätte keinen Grund, so vorsichtig zu sein.
Du musst zuerst herausfinden, was dich blockiert, bevor du dir "befiehlst", es drauf ankommen zu lassen.
Ich meine, du kennst ihn seit fast einem Jahr und hast ihn offensichtlich nicht als neuen Partner in Betracht gezogen. Du scheinst nicht das brennende Bedürfnis zu haben, die Sache zu vertiefen, und vielleicht hat das ja bessere Gründe, als einfach nur irrationales Unvertrauen.
Vielleicht liebst du ihn einfach nicht?
Vielleicht hat er so ein beschäftigtes Leben, dass er nicht als Vollzeitpartner taugt?
Vielleicht verbindet euch ausser dem Sex zu wenig?
 
G

Ga_ui

  • #9
Es gibt so ein gutes Buch für Frauen mit dem Titel: Vertraue deiner Wahrnehmung.
Höre auf deinen Instinkt, und versuche deinen natürlichen Instinkt nicht zu täuschen, denn der sagt dir, was richtig und was falsch ist! Woher kommt denn das Gefühl? Ich sags dir: Ihr habt eine Affäre, der Mann kann sich mit 30 immer noch nicht recht definieren, du stehst in der Warteposition und steckst in deinen besten Jahren.
Deine Bedenken sind berechtigt!

Räume ihm und dir (im Stillen) eine Zeit ein, in der er sich entscheiden muss. Z.B. 2 Monate. Wenn danach kein Fortschritt zu verzeichnen ist, dann hak ihn ab und sieh der Realität ins Auge!

Schön vor sich hinträumen, damit verschwendet man als Frau ganz schnell seine Zeit!

Mache ihm vor allem klar, dass du nicht ewig auf ihn warten wirst. Du bist eine begehrenswerte junge Frau, ich kann mir gut vorstellen, dass da noch andere Männer warten und dich sofort mit Handkuss und Kniefall nehmen würden.
 
  • #10
Naja, Skepsis ist durchaus angebracht, die FS kennt diesen Mann "bisher" nur für die "schönen Stunden" wie sie schreibt, alltagstauglich für die nicht so schönen Stunden hat sie nicht ausprobiert.

Sorry für das eine mögen viele tauglich sein, für das knallharte Leben, in dem es ganz schön drunter und drüber gehen kann und das meine ich mal negativ sind viele nicht tauglich.

Somit kann ich die Bedenken der FS verstehen, besagter Mann wird wohl eher glauben, wenn sie zusammenziehen würde alles so weitergehen wie bisher, ich meine die "schönen Stunden", aber mit Kind, Beruf, Alltagsstress sieht das wieder ganz anders aus und viele Männer verabschieden sich ganz fix, wenn die "schönen Stunden" weniger werden.

Männer labern einfach viel, halten dafür weniger, die meisten jedenfalls und ich denke die FS hat da schon Erfahrungen gemacht - als Alleinerziehende allemal.
 
  • #11
Liebe Threadstellerin - das erste was mir eingefallen ist als ich diese Frage - deine Frage - gelesen habe - deine Skepsis ist berechtigt. Der Mann dominiert / manipuliert dich vom feinsten.
Gut - kann sein die Skepsis löst sich irgendwann auf - vielleicht ist dafür Voraussetzung, dass er sich ändern - öffnet - nicht fordert sondern gibt. Mir scheint, er hat die Erziehrrolle - My fair Lady - verinnerlicht. Würde mich in die Flucht jagen. Aber - jede darf, wie sie will.
Warum gehst du nicht mal in dich - oder alleine spazieren- und überlegst, was alles für deine Skepsis / Blockade / langsames Angehenlassen spricht ? Du bist diejenige, die Verantwortung für dein Leben hat. Und dein Bauchgefühl sagt dir - oder sagte dir oder wird dir immer sagen- dass irgendwas zu schön ist um wahr zu sein. Du hast ein Recht auf deine Skepsis deine Blockade - und er hat kein Recht, dich deshalb abzuweten, zu pathalogisieren und und und.