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  • #1

Wie wichtig ist Autosuggestion für die Beziehungsfähigkeit?

Ich bin in einer Beziehung zu einer ziemlich tollen Frau, intelligent, heiß, leidenschaftlich, meine beste Freundin, wir sind unverheiratet, haben aber einen Sohn. Ich bin aber schon die Sorte Mann, der sich generell fragen muss, ob er beziehungsfähig ist: nach nicht allzu langer Zeit will ich immer was Neues. Neue Leidenschaft, neuen Sex, neues Entdecken. Zum Glück habe ich eine Frau, die mich einfach liebt wie ich bin und mich nicht wählte, weil ich so ne treue Seele wäre. Sie weiß wie ich bin, weiß aber nicht,was ich tat.

Und so könnte ihre Liebe auch ein Fluch für sie sein: ich hatte nach langer Zeit ohne Sex in unserer Beziehung eine ziemlich heftige, dreimonatige Affäre mit einer anderen, noch verheirateten Frau, die schnurstracks ihren schon sehr lange von ihr ungeliebten Mann verließ und von mir verlangte, auch meine Familie zu verlassen. Dazu war ich nicht bereit, nicht nach einer solch kurzen Zeit, nicht mit einem so jungen Sohn, wie ich ihn habe. Die Affäre sagte, sie hätte mich sofort geheiratet, hätte ich nur ja gesagt, jetzt sei es zu spät. War mir ja auch suspekt: ich ticke da anders. Ich will Geilheit im Bett und Gleichheit im Geiste, und das dauert, bis ich die Belastbarkeit von sowas herausgefunden habe. Ich hing der Leidenschaft dieser Affäre allerdings noch sehr nach und war lächerlicherweise in meinem Ego tief getroffen, als sie mir kurze Zeit später meinen Nachfolger präsentierte, der nun aber wirklich der Mann ihres Lebens sei und der sie mich vergessen lasse. Unsere Affäre sei auch für sie das romantischste gewesen, was sie gekannt hätte, aber dieser Mann gebe ihr Halt und sei dadurch eben ein echter Mann. Ich glaube übrigens nicht, dass das eine bloße Retourkutsche war. Ich glaube, sie tickt wirklich so. Ich glaube, sie kann so mit dem Neuen glücklich werden, was ich ihr auch gönne. An diesem Punkt ist sie eben ganz traditionell, könnte man sagen. Das ist ganz anders als ich bin, aber vielleicht ist diese Frau durch ihre Autosuggestionskraft, jeder Nächstbeste unter den Beständigen sei nun aber wirklich der Richtige, ja vielleicht die einzig tatsächlich Beziehungsfähige?

Vielleicht sollte ich mir eine Scheibe von ihr abschneiden? Obwohl ich dieses Streben nach dem reinen Partner Material, egal wie nahe man sich steht, eigentlich verachte? Wie wichtig ist Autosuggestion für die Beziehungsfähigkeit?

Ich durchlaufe gerade eine Zeit eines gewissen Selbstekels, habe das Gefühl, erst wieder Wahrhaftigkeit in meine feste Beziehung bringen zu müssen glaube aber nicht, sie durch totale Ehrlichkeit retten zu können. Am wichtigsten wird sein, dass ich glücklich bin, dann kann ich sie auch glücklich machen. Aber glücklich sein, was heißt das schon? Ist das nicht wieder primär eine Frage von Autosuggestion, von Disziplin?
 
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  • #2
*Glück ist allein der innere Friede, lerne ihn zu finden!*

(Buddha)
 
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  • #3
Stimmt wahrscheinlich. Therapeutische Hilfe ist für mich dabei aber wohl angesagt.
 
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  • #4
Ich könnte mir so nicht mehr in den Spiegel sehen. Beende den Kontakt zu allen deinen Frauenkontakten und Beziehungen und fange irgendwo neu an, wenn Gras über die Sache gewachsen ist. Das wäre das einzig vernünftigte, damit man dich als potentiellen Mann und Partner ernst nehmen könnte, wenn du mal eine zeitlang abstinent gelebt hast und gebüßt hast. Wie kannst du deiner Freundin überhaupt noch ins Gesicht schauen und lächeln? Ja, Geilheit. Sicher ein netter Bestandteil beim Sex, aber nicht das Ultimatum. Das Leben ist nunmal keine Kirmes, wo man ständig Spaß haben kann. Schneide dir eine Scheibe aus der Sicht der Frauen ab: Frauen haben lieber nur mittelmäßigen Sex und dafür eine beständige Partnerschaft. Man muss es nicht immer bis zur absoluten Geilheit treiben und man muss auch nicht immer alles im Leben erlebt und ausprobiert haben. Lerne Bescheidenheit und lerne vor allem Demut und das zu akzeptieren, was du kriegst und was du nicht kriegst. Wir Frauen hätten auch gerne einen anderen Mann, der viel romantischer, leidenschaftlicher und besser im Bett wäre, aber so ein Mann findet sich nun mal mit höchster Wahrscheinlichkeit nirgendwo, also lernt man es zu akzeptieren.
 
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  • #5
Ich könnte mir so nicht mehr in den Spiegel sehen. Beende den Kontakt zu allen deinen Frauenkontakten und Beziehungen und fange irgendwo neu an, wenn Gras über die Sache gewachsen ist. Das wäre das einzig vernünftigte, damit man dich als potentiellen Mann und Partner ernst nehmen könnte, wenn du mal eine zeitlang abstinent gelebt hast und gebüßt hast. Wie kannst du deiner Freundin überhaupt noch ins Gesicht schauen und lächeln? Ja, Geilheit. Sicher ein netter Bestandteil beim Sex, aber nicht das Ultimatum. Das Leben ist nunmal keine Kirmes, wo man ständig Spaß haben kann. Schneide dir eine Scheibe aus der Sicht der Frauen ab: Frauen haben lieber nur mittelmäßigen Sex und dafür eine beständige Partnerschaft. Man muss es nicht immer bis zur absoluten Geilheit treiben und man muss auch nicht immer alles im Leben erlebt und ausprobiert haben. Lerne Bescheidenheit und lerne vor allem Demut und das zu akzeptieren, was du kriegst und was du nicht kriegst. Wir Frauen hätten auch gerne einen anderen Mann, der viel romantischer, leidenschaftlicher und besser im Bett wäre, aber so ein Mann findet sich nun mal mit höchster Wahrscheinlichkeit nirgendwo, also lernt man es zu akzeptieren.
Das kann ich aber nicht unterschreiben. WIe kommst du dazu, für alle Frauen zu sprechen?
Ich finde es völlig legitim, dass man nach einer gewissen Zeit etwas Neues haben will. Man sollte durchaus seinen Horizont ein wenig öffnen und dem Partner solche Freiheiten lassen und sie sich auch selbst geben.
Der Zwang zur totalen Monogamie entspringt doch eher einer überholten Moralvorstellung als den Bedürfnissen real existierender Menschen.

w 46
 
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  • #6
Stimmt wahrscheinlich. Therapeutische Hilfe ist für mich dabei aber wohl angesagt.
oder:

1) Jakobsweg begehen
2) Längeres (Suppen)Fasten
3) Längere (berufliche) Auszeit in der Natur verbringen
4) Die Frage nach den wirklichen Lebenszielen stellen
5) Meditation

...

Wieder *Zugang* zu sich finden :)

Meist wird dann materieller Erfolg wesentlich unbedeutsamer!

Alles Gute!
 
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  • #7
Der Aspekt mit der Demut bringt es auf den Punkt: die will ich lernen. Aber was kann das für mich bedeuten: ein domestizierter Ehemann, fernab seiner Bedürfnisse zu sein, nur um einfach Ehemann zu sein? Es gibt nicht nur diese Form des Lebens! Aber natürlich würde ich hier nicht schreiben, wenn das nicht doch ein Maßstab für mich wäre. Aber die ganz einfachen Antworten sind glaube ich nicht unbedingt die richtigen.

Dein Ratschlag mit dem Rundumneuanfang nach langer Buße macht nämlich zwar auch Sinn. So ließe sich jedenfalls wieder Wahrhaftigkeit und Sinn in meine Art bringen, Beziehungen anzugehen. Aber vielleicht wäre das auch nur eine neue Form verantwortungsloser Egozentrik. Viele gute Väter und Ehemänner hatten Affären. Viele gute Mütter und Ehefrauen übrigens auch. Und die brutale Erlichkeit ist eben nicht immer der Weg zu Verantwortung und Wahrhaftigkeit. Viele hatten da etwas, was sie ihrem Partner ein Leben lang verheimlichten. Aber sie hatten damit abgeschlossen, und deswegen war es gut wie es ist.

Für mich wird es darauf ankommen, herauszufinden, ob ich jemals damit abschließen kann. Ob ich jemals beziehungsfähig sein kann. Nicht, um einfach treu zu sein um der Treue willen. Dann kann ich auch zur Fremdenlegion, dann wäre es ausschließlich eine Frage von Disziplin und Askese. Aber so wichtig das sein mag (Demut), es kann nicht ales sein. Es geht ja am Ende um beiderseitiges Glück, jemanden glücklich machen und so selber glücklich werden.

Danke für die Antworten! Weitere sind willkommen.
FS
 
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  • #8
Scheinbar hast du tief in dir auch das Bedürfnis nach einer beständigen, treuen Partnerschaft. Aber Du lebst doch deine Werte und Moral seit Jahren und du wirst deine Werte durch "Autosuggestion" kaum aufgeben können und v.a. wollen. Denn ein Egotrip, wie du ihn gehst, kann man kaum einfach durch guten Willen nach so langer Zeit abstellen.

Du siehst weiter nur dein EGo, du schaust nur was für DICH gut ist: moralischer werden oder nicht? Treu sein oder nicht? Du fragst dich nur, was für dich besser ist, denkst an dein eigenes Glück, deshalb lebst du ja die ganze Zeit nur zu deinem Vergnügen, das den Werten deiner Freundin widerspricht. Es ist dir schlichtweg egal, was sie damit empfindet, dir fehlt da die Empathie.

Es gibt aber einen guten Weg: es gibt doch auch Frauen, die offene Beziehungen wünschen. Such dir eine Frau, die deine Werte und Moral teilt, denn so verletzt du sie und ihr Glück nicht! Und du kannst weiter deine Geilheit und Egowünsche ausleben.
Warum hast du bisher diesen Weg nicht in Erwägung gezogen? Sondern verletzt lieber eine Frau, die eine andere Moral leben will als Du, um glücklich zu sein?
 
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  • #9
Du lebst doch deine Werte und Moral seit Jahren und du wirst deine Werte durch "Autosuggestion" kaum aufgeben können und v.a. wollen. Denn ein Egotrip, wie du ihn gehst, kann man kaum einfach durch guten Willen nach so langer Zeit abstellen.
Du siehst weiter nur dein EGo, du schaust nur was für DICH gut ist: moralischer werden oder nicht? Es ist dir schlichtweg egal, was sie damit empfindet, dir fehlt da die Empathie.
Es gibt aber einen guten Weg: es gibt doch auch Frauen, die offene Beziehungen wünschen. Such dir eine Frau, die deine Werte und Moral teilt, denn so verletzt du sie und ihr Glück nicht! Und du kannst weiter deine Geilheit und Egowünsche ausleben.
Warum hast du bisher diesen Weg nicht in Erwägung gezogen? Sondern verletzt lieber eine Frau, die eine andere Moral leben will als Du, um glücklich zu sein?
Nein, wär es so einfach, würde ich das tun. Wenn klar wäre, ich verlasse sie jetzt, und dann wird sie glücklich sein, würde ich es tun. Das wäre aber noch nicht so, familiär und beruflich braucht sie mich noch, und vor allem emotional. Irgendwas scheine ich ihr zu geben, was andere ihr nicht geben. Was, weiß ich auch nicht. Wegen unseres gemeinsamen Kindes wird sie ihr Leben lang mit mir zu tun haben. Ich weiß nicht, ob sie glücklicher sein wird, wenn sie von mir verlassen würde. Vor allem, wenn ich nichtmal versucht hätte, an meinem Problem zu arbeiten.

Fassen wir also zusammen: Ich bin ich ein Arsch, oder tue zumindest Dinge, die eines Arschlochs würdig sind. Müsst ihr aber eure Zeit nicht mit verschwenden, euch deswegen zu echauffieren, schließlich will ich keine Partei gründen. Naja, die meisten von Euch sind ja auch intelligent und erfahren und zeigen viel Verständnis. Und ich will daran arbeiten, kein Arsch mehr zu sein, um derentwillen, um ihretwillen, um meinetwillen. Aber was heißt das: meiner Frau alles beichten, um der Wahrheit willen? Oder die Klappe halten, die andere noch schneller vergessen und wieder lernen, meine Frau zu lieben, weil nur das wirklich wahrhaftig ist? Oder muss ich erst herausfinden, ob meine Frau überhaupt diejenige ist, die ich jemals glücklich machen kann? Und was wenn nicht? Sie ziehen lassen, im Wissen dass sie mich dann zwar hassen und deswegen leiden wird, aber wenigstens einen anderen finden kann, solange sie noch so jung ist? Oder soll ich die Zähne zusammenbeißen und mit ihr alt werden, weil nur das verantwortlich ist, wenn man Kinder hat? Naja, ich kenne ein paar Menschen, die ihre Eltern genau dafür verachten, dass sie sich nicht oder nicht früh genug trennten. Andere verachten ihre Eltern dafür, dass sie sich trennten, dass sie leichtfertig alles umschmissen. Nein, wenn ich sie nicht mehr lieben könnte, müsste ich sie ziehen lassen. Das ist klar.

Nein, ich bin kein reiner Egozentriker. Ich würde nie in einer Bezehung sein wollen, in der ich merke, dass ich nicht gut für meine Partnerin bin. Bisher aber war ich es.

FS
 
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  • #10
FS, es hört sich so an als ob Du Deine Frau noch liebst. Du schreibst ihr einige Eigenschaften zu, die sich viele Männer an ihren Partnerinnen vergeblich wünschen.
Du scheinst jedoch den Eindruck zu haben dass Du etwas aufgibst wenn Du Dich änderst.
Ja stimmt, Du gibst einiges auf. Aber Du gewinnst in meinen Augen viel mehr.
Dieses gute Gefühl wenn Du Deiner Frau in die Augen schaust und Du weißt, dass Du sie nicht anlügst. In den Spiegel schauen zu können und zu sagen: Ich verzichte auf etwas - aber das macht mich reicher. Muss ich mich wirklich immer wieder bei jemand Neuem beweisen? Zeugt es nicht von viel mehr Charakterstärke, immer den gleichen Partner wieder neu zu überraschen?
Stell Dir vor Du bist angelangt an Deinem Lebensende und blickst zurück: Was möchtest Du, was Deine Nächsten von Dir denken? Was möchtest Du über Dich denken?
Manchmal macht uns erst Verzicht offen und bewusst für etwas Neues, das uns dann mehr gibt als wir es erwartet haben.
Auch Deine Partnerin wird spüren dass sich etwas in Dir geändert hat. Und womöglich ergibt sich daraus eine Interaktion die Du Dir jetzt noch nicht vorstellen kannst. Wer weiß was sich in Eurer Beziehung ergeben wird an Schönem, was Du jetzt noch nicht sehen kannst.
Aber bitte lege keine Beichte ab. Du wirst sie nur unnötig verletzen. Mache das mit Dir aus. Frau, 48
 
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  • #11
Vor allem, wenn ich nichtmal versucht hätte, an meinem Problem zu arbeiten.
FS
Richtig, du hast ein dickes Problem und wenn du wirklich an dem Problem anfangen willst zu arbeiten, gerade im Interesse deines Kindes, dem du irgendwann mit ehrlichen Blick in die Augen sehen willst und mit ruhigem Gewissen sagen kannst, dass du heraus gefunden hast, warum du diese ständige Geilheilt brauchst.

Am besten ist, du suchst dir einen Therapeuten und fängst an heraus zu finden, wo die wahren Probleme deines schädlichen Verhaltens liegen, oft in der Kindheit, im Vorbild des Vaters.

Erst wenn du weißt, wo die wahren Ursachen deines Verhaltens zu finden sind, kann man sich daran machen, dass im Kopf was neues anfängt zu denken.

Ich kann ein Auto auch nur reparieren, wenn ich es in die Werkstatt schicke, um genau heraus zu finden, wo der Fehler liegt, denn man so auf dem ersten Blick nicht finden/sehen kann.

Wie sagt man so schön? Alles fängt im Kopf an.

w
 
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  • #12
Danke. Gerade den letzten zwei Antworten.

FS
 
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  • #13
Du machst einen fatalen Fehler, wenn du Glück mit einer Beziehung zu einer Frau gleichsetzt bzw. dich dazu zwingen willst, diese in die sinngebende und glückschenkende Quelle deines Lebens zu verwandeln. Deine Frage stellt für mich einen Widerspruch in sich dar: Beziehungen werden gut, weil man sie bewusst lebt, nicht, weil man es sich einreden möchte, anders zu empfinden. Du tickst anders, wie du schon sagtest. Finde heraus, ob deine Frau mit dir tickt - ansonsten wirst du deinen Selbstekel nicht dadurch verlieren, dass du dich zu ein paar Jahren Monogamie zwingst und sie wiederholt fahren lässt.
Du stellst die Frage nach Wahrhaftigkeit, ob es die einzige moralisch vetretbare Form der Beziehung ist oder nur Kultur und anerzogene Werte. Wenn für dich die Antwort bereits nein ist, wieso ziehst du keine echten Konsequenzen sondern erwägst eine Art Selbstmanipulation, die dir nicht helfen wird?
Viel Erfolg
W 29
 
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  • #14
Du machst einen fatalen Fehler, wenn du Glück mit einer Beziehung zu einer Frau gleichsetzt bzw. dich dazu zwingen willst, diese in die sinngebende und glückschenkende Quelle deines Lebens zu verwandeln.Viel Erfolg W 29
Ja, das gälte es herauszufinden, ob mein Glück genau darin liegen kann. Viel spräche dafür, viel dagegen. Noch kann ich es nicht beantworten. Weder generell noch konkret: ich schaue auf meinen Sohn und bin glücklich, ich schaue auf meine Frau, und bin glücklich und gerührt. Aber dann denke ich an die Affäre und mir pocht das Herz. Aus Verliebtsein, Schwärmerei oder verletztem Stolz? Ich will meiner Frau wieder nahe kommen, denke dabei aber nur an die andere und fremdle sogar mit dem Körper meiner Frau. Der Anderen hingegen wünsche ich mit ihrem Neuen, dem "Richtigen", viel Glück. Bzw. würde ich tun, wenn nicht mein Stolz oder ... vielleicht sogar echtes Verliebtsein? ... dadurch verletzt wäre, dass er so schnell da war. Nach all der Intensität.

Mein unvermeindlicher Macho-Freund, mit dem ich das besprach, meinte: "Was willst Du eigentlich? Deine Frau ist toll, die hättest Du eh nicht verlassen, dein Sohn ist jung, deswegen zumindest noch nicht jetzt. Was hattest Du also unterm Strich? - Einen Bonus. Romantik, Erotik, Abenteuer, das alles mal eben nebenbei." - So würde ich vieleicht denken können, wäre ich ein cooler Franzose, der seiner Geliebten genau soviel Raum einräumt, dass die ihm heilige Familie nicht durch damit belästigt wird. Ich bin aber nicht cool. Stattdessen bin ich komplett kaputt.

Tja, ich schätze, man sollte irgendwann wissen, wer man ist. Dann trifft man auch die Entscheidungen, die einem entsprechen. Ich muss es zumindest in Sachen Liebe erst noch rausfinden. Und das mit bald Mitte Dreißig, Tja, die Freiheit.

So, eh ich jetzt noch ins Jammern komme, das mir echt nicht zusteht, danke ich Euch allen abschließend. Und nun sobald wie möglich auf die Couch.

FS
 
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  • #15
Wenn man mit einer Frau zusammen ist,
die nicht nur der beste Freund ist, den man hat,
sondern außerdem einfach eine tolle Frau, nach allen Regeln der Kunst,
wenn man aber für sich weiß:
"Wenn ich jemals eines Morgens aufwachen sollte um festzustellen,
dass ich mein Leben lang mit meiner Partnerin nur zusammen war,
weil sie so nett zu mir war, mir Sicherheit gab,
mir aber nicht das geben konnte, was ich im Kern will,
was dazu führte, dass ich nie wirklich gut zu ihr war,
sondern nur mehr schlecht als recht loyal,
ihr bester Freund, der sie dennoch anlog,
dann würde ich mein Leben als verpfuscht ansehen!",
und wenn man just zu dieser Zeit Tag und Nacht an eine andere denkt,
abends vor Sehnscht nach ihr nicht schlafen kann
und morgens von Träumen an sie aufwacht
und bettelt und bettelt, diese andere,
die sich ihrerseits für die Sicherheit entschied,
für den "Richtigen", dessen erste Worte waren: "Warum sind wir eigentlich nicht verheiratet?",
die nach 12 Jahren junger, aber unglücklicher Ehe sich nun in die nächste stürzt,
um endlich glücklich sein zu können,
wenn man hofft und bettelt, diese andere möge niemals
mit solchen Zweifeln an sich und ihre Partnerschaft aufwachen,
nicht in dreißig Jahren,
denn man glaubt, sie und ich, das hätte das wahre Glück sein können,
noch nicht jetzt, aber nachdem man das Alte
so zu Ende gebracht hätte, wie es das verdienen würde,

... ist man dann wahrhaftig verliebt oder vollkommen wahnsinnig?

FS
 
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  • #16
Dann ist man narzisstisch - nicht verliebt. Die andere ist eine Projektionsfläche, die Glück gehabt hat, dass sie aus diesem perfiden Spiel rausgekommen ist, sonst wäre sie bald -nachdem wie immer im leben der erste Glanz verflogen ist- ebenso unglücklich von dir gemacht worden.
Meine Meinung über dich behalte ich als Dame mal für mich, hoffe aber, dass du deine Frau so sehr zumindest magst, dass du sie frei gibst für ein glückliches Leben. ohne dich.
Aber halt! Dann wärst du ja allein - ohne Frau A oder B. Und das geht ja nicht! So altruistisch du dich hier gern präsentierst - du bist die Krone der Egozentrik. Dir geht es nur um dich, dich und ach ja dich.
Die andere wollte dich nicht. Du willst die alte nicht: also sei ein mann und verlass die alte, trauere ruhig ewig dem Traumbild der anderen nach: aber die ist glücklich. so glücklich wie sie mit dir nie war.
 
  • #17
dieser Mann gebe ihr Halt und sei dadurch eben ein echter Mann. Ich glaube übrigens nicht, dass das eine bloße Retourkutsche war. Ich glaube, sie tickt wirklich so. Ich glaube, sie kann so mit dem Neuen glücklich werden, was ich ihr auch gönne. An diesem Punkt ist sie eben ganz traditionell, könnte man sagen. Das ist ganz anders als ich bin, aber vielleicht ist diese Frau durch ihre Autosuggestionskraft, jeder Nächstbeste unter den Beständigen sei nun aber wirklich der Richtige, ja vielleicht die einzig tatsächlich Beziehungsfähige?
Du bist offenbar der Ansicht, dass Du die einzig wahre tolle Liebe für sie bist und dass sie sich - nur aus Vernunft - für einen anderen entschieden hat, der niemals an Dich heranreichen kann aber dafür beständiger ist. Das ist, gelinde gesagt, ein äußerst egozentrischer, arroganter Denkansatz.

Es mag ja sein, dass die Episode mit Dir romantisch war. Aber es war nicht das, was sie sich in einer Partnerschaft wünscht. Sie war vielleicht in Dich verliebt. Ob es zur Liebe reichte, weiß ich nicht. In meiner Welt braucht es dazu Vertrauen - das hatte sie vermutlich nicht zu Dir.
Jetzt hat sie bei einem anderen gefunden, was sie zur Liebe braucht. Ihm vertraut sie. Dass Du diese Beziehung im Vergleich zu der vergangenen Episode abwertest, lässt Dich in keinem guten Licht dastehen. Und Dein Selbstmitleid setzt dem noch die Krone auf.
 
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  • #18
Du bist offenbar der Ansicht, dass Du die einzig wahre tolle Liebe für sie bist und dass sie sich - nur aus Vernunft - für einen anderen entschieden hat, der niemals an Dich heranreichen kann aber dafür beständiger ist. Das ist, gelinde gesagt, ein äußerst egozentrischer, arroganter Denkansatz.

Es mag ja sein, dass die Episode mit Dir romantisch war. Aber es war nicht das, was sie sich in einer Partnerschaft wünscht. Sie war vielleicht in Dich verliebt. Ob es zur Liebe reichte, weiß ich nicht. In meiner Welt braucht es dazu Vertrauen - das hatte sie vermutlich nicht zu Dir.
Jetzt hat sie bei einem anderen gefunden, was sie zur Liebe braucht. Ihm vertraut sie. Dass Du diese Beziehung im Vergleich zu der vergangenen Episode abwertest, lässt Dich in keinem guten Licht dastehen. Und Dein Selbstmitleid setzt dem noch die Krone auf.
Yep, ihr habt schon Recht: Narzissmus, bzw. das bloße "Haben wollen" war und ist dabei. Könnte ja aber sein, dass es im Verliebtsein immer drin ist. Was mich knickte und mich dazu brachte, sowohl ihre Gefühle zu mir als auch die zu ihm in Frage zu stellen, war aber doch, das zwischen ihrer Heiratsaufforderung an mich und ihrer Feststellung, sie habe nun einen anderen, "den Richtigen" gefunden, nur mehr eine Woche lag. Es ist ja offensichtlich, dass da auf ihrer Seite irgendetwas eine Schieflage hatte. Und ich denke, das waren ihre Gefühle zu mir: wahrscheinlich ziemlich aufgeputscht dadurch, dass ich die Romanze war, die sie zum Anlass nahm, endlich ihren ungeliebten Noch-Mann zu verlassen. Es wirkte wohl so intensiv auf sie, weil es sie befreite, nicht weil es Potential gehabt hätte, sie zu halten. Ist verständlich, ist menschlich, ist vielleicht genau das, was mich berauschte: der Sturm. Auf jeden Fall war es aber für sie nicht rationaler oder ethisch aufrichtiger, zu handeln wie sie handelte; während mein Zögern unethisch gewesen wäre. Immerhin: sie handelte. Das muss reichen. Aber es ist nicht allzu egozentrisch, hinterher etwas enttäuscht zu sein, wenn man merkt, dass man nur der Trigger war, denke ich. Könnte uns wohl allen passieren.

Also nun: die genaue Zusammensetzung meiner Gefühle zur Affäre ist für mich selbst undurchschaubar. Egal: sie waren und sind intensiv, aber sie wurden irrelevant.

Was relevant ist, ist, ob ich für meine Frau noch zu irgendetwas gut bin. Sollte ich aus den durch diese Affäre ausgelösten Gefühlen nicht mehr zurückfinden, dann sicher nicht. Wenn doch, ... dann müsste ich meine Frau zumindest so lieben können, wie sie es als Frau verdient hat. Das ist klar. Und ich müsste Schluss machen, wenn nicht. Aber, wie einige der Mitdiskutanden schon sagten: eine komplette Beichte wäre dabei vielleicht eher gemein als hilfreich für sie.

Das Ganze ist beschissen. Machts mir nicht nach. Aber jetzt die richtigen Antworten zu finden wird dauern, denke ich. Danke an alle, die mir halfen.

FS
 
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  • #19
AUTOSUGGESTION ist eine angeborene Kraft, die unser ganzues Leben lang unaufhörlich in uns wirkt bzw. mit der wir - je nach unserem Umgang damit - sehr gut oder auch sehr schlechte Wirkungen hervorbringen. So sagt es E.COUÉ, der durch seine enormen praktischen Erfolge die Autosuggestion in wenigen Jahren zur welktberühmten Selbsthilfe-Methode machte.
Damit ist die Aufgabe für alle klar: Die Frage, OB wir Autosuggestion machen, stellt sich gar nie.
Es geht allein um die Frage, wann wir - zu unserem Vorteil - BESSERE AUTOSUGGESTION lernen.
Sinnvollerweise schaut man sich dafür Erfolgsbeispiele wie das Coués genau an.
Guten Erfolg!
 
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Gast

  • #20
Ich bin in einer Beziehung zu einer ziemlich tollen Frau, intelligent, heiß, leidenschaftlich, meine beste Freundin, wir sind unverheiratet, haben aber einen Sohn. Ich bin aber schon die Sorte Mann, der sich generell fragen muss, ob er beziehungsfähig ist: nach nicht allzu langer Zeit will ich immer was Neues. Neue Leidenschaft, neuen Sex, neues Entdecken. Zum Glück habe ich eine Frau, die mich einfach liebt wie ich bin und mich nicht wählte, weil ich so ne treue Seele wäre. Sie weiß wie ich bin, weiß aber nicht,was ich tat.


Ich durchlaufe gerade eine Zeit eines gewissen Selbstekels, habe das Gefühl, erst wieder Wahrhaftigkeit in meine feste Beziehung bringen zu müssen glaube aber nicht, sie durch totale Ehrlichkeit retten zu können. Am wichtigsten wird sein, dass ich glücklich bin, dann kann ich sie auch glücklich machen. Aber glücklich sein, was heißt das schon? Ist das nicht wieder primär eine Frage von Autosuggestion, von Disziplin?
Du hast eine tolle Beziehung und eigentlich keinen Grund, fremdzugehen mit einer Frau, die letztlich wohl den aktuellen Mann immer ganz toll findet. Ich verstehe Dein Problem nicht und auch nicht, was Du da mit "Autosuggestion" anfangen möchtest. Halt einfach die Klappe zu dem, was passiert ist und benimm Dich künftig so, wie Deine tolle Frau das erwarten kann. Oder überlege bei der nächsten anstehenden Affäre vorher, was Du willst, beende ehrlich Deine Beziehung, falls Dir das sinnvoll erscheint und nimm halt eine, die Dich drei Monate später wieder verlässt, weil gerade was anderes kommt. Deine Partnerin tut mir leid. Ein "echter Mann", der ihr Halt gibt, den sie verdient, sieht anders aus. Vielleicht suchst Du auch einfach mal das Gespräch mit einem Paartherapeuten (für Dich alleine und ohne ihr die Gründe mitzuteilen, Du kannst ja sagen, Du würdest an Deiner Beziehungsfähigkeit arbeiten wollen).

m, 46
 
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  • #21
Autosuggestion, was willst du dir denn suggerieren, das scheinst du ohnehin die ganze Zeit zu machen, irgendwelche merkwürdigen geistigen Gebilde produzieren, und das Leben läuft an dir vorbei. Die Frau, mit der du eine Affäre hattest, hat dich doch sehr treffend charakterisiert und sehr folgerichtig für sich ihren Weg gewählt und dich aus ihrem Leben gestrichen. Das würde deine Freundin mit eurem Sohn mit Sicherheit auch tun, wenn sie denn wüsste, dass du die Affäre hattest, dann würde sie dich auch aus ihrem Leben streichen, für deinen Sohn könntest du ja da sein, aber das wäre für dich vielleicht schon zu viel Verantwortung. Dann wärst du alle Probleme los ohne die Frauen. Musst dir dann keine Gedanken mehr darüber machen, denn du hast ja sowieso keine Beziehung geführt, zumindest keine ehrliche, vielleicht nicht einmal eine ehrliche Beziehung zu dir selbst? Kennst Du die Geschichte von dem Jüngling, der in das Wasser blickt, sein eigenes Spiegelbild sieht und sich darin unsterblich verliebt? Kannst ja mal nachlesen.