• #31
Was soll der Unterschied zwischen gläubig und religiös sein? Das eine fließt doch aus dem anderen.

@Queequeg Auf Deine Polemik antworte ich nicht.
Religiös: Fromm, an Formalitäten gerichtet (Rituale, Kirche)
Gläubig: vertrauen, dass Gott/Höhere Macht da ist und sich dazu gehörig fühlen. Mit dem Herzen.

Das hat mir gut gefallen.
„Ein religiöser Mensch fragt: „Warum hast Du das nur zugelassen, Gott?“ Ein gläubiger Christ vertraut: „Mit Dir werde ich mein Leben bestehen, komme, was kommt.“
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
  • #32
Als religiös würde ich mich nie bezeichnen, selbst Jesus lehnte die religiösen Menschen um ihn herum ab.
Das ist dann ein sprachliches Problem. Im Sprachgebrauch ist ein gläubiger Mensch in der Regel „religiös“.
... andere religiöse Formen, die sich in den Blüten höchster Denkkunst (Novalis, Hegel, Fichte, Goethe) ausleben. Gerade von letzteren können wir heute einseitig-reduktionistisch auf äußere Naturwissenschaften und Technik fixierten Zeitgenossen viel lernen.
Religion ist für mich ein Teil der Philosophie und hat diese sicher mit beeinflusst, früher stärker als heute. Die genannten Herren haben aus meiner Sicht zur Philosophie beigetragen. Mit Kirche hatten mindestens Hegel und Goethe nicht vertieft was zu tun.

Ich für mich habe mich ein paar Semester mit Theologie beschäftigt. Meine persönliche Philosophie und meine Werte habe ich für mich auch darauf aufbauend zusammengestellt. Meine Moralvorstellungen auch. Eine logische Konsequenz war, dass ich aus der Kirche ausgetreten bin.

Mit Menschen, die sich kirchlich aktiv betätigen, kann ich als Partnerin nichts anfangen. Mit einer Partnerin, die auf dem kirchlich religiösen Niveau stehengeblieben ist auch nicht. Eine Partnerin aus dem islamischen Kulturkreis ist für mich nicht vorstellbar. Mein Denken ist heute säkular, also keinerlei Mitsprache der Kirchen in der Politik. Religion ist Privatsache und natürlich darf da jeder denken wie er möchte. Für mich ist das wie eine politische Sichtweise, die darf auch jeder von weit rechts bis eeit links haben, solange er tolerant ist.
Für ethische Aspekte gibt es ja beratende Kommissionen, in denen dürfen Kirchen aus meiner Sicht keine Mehrheit haben.
 
  • #33
Was soll der Unterschied zwischen gläubig und religiös sein? Das eine fließt doch aus dem anderen.

@Queequeg Auf Deine Polemik antworte ich nicht.
Du als ehrenamtlicher, christlicher Gutmensch, der es mit der Treue nicht wirklich genau nimmt, müsstest das eigentlich wissen. Da wären wir dann wieder bei "Wasser predigen, Wein saufen". Schon wieder. *hust* Traurig, dass du das nicht weißt. Aber ich erklär es dir als alte Atheistin gerne. :D
Glaube ist die Freiheit, aus einer Sache/einer Person/einer Situation Kraft und positives zu schöpfen. Sich ggf. moralisch an ihr zu orientieren.
Religion ist eine Vereinigung bzw. eine Gruppierung, die in einem einheitlichen Rahmen aus Gesetzen, Geboten, Vorschriften und Regeln einen Glauben praktiziert. Religion ist Stagnation, Intoleranz, festgelegte Rahmen (keine Entwicklung wie @Kirovets behauptet), die eigenen Prinzipien mit Gewalt durchsetzend.
Glaube ist Freiheit.
Doch die Kirche erlaubt den Glauben ohne Religiösität nicht. Daher kommt so eine Institution nicht in Frage für mich, denn ich entscheide gerne selbst, an WAS ich glaube und möchte mich aufgrunddessen auch nicht diffamieren lassen (was die Kirche leider sehr wohl tut, auch heutzutage noch). Deshalb Maria 2.0.

P.S.: Du verwechselst Polemik mit Realismus, auf den du keine für dich passende Antwort parat hast.
 
  • #34
Ich akzeptiere die Menschen so wie sie sind .
Aber einen religiösen Fanatiker würde ich sicher NICHT haben wollen.
Ich lasse mir doch nicht das Leben zur Hölle machen.
Die meisten vermischen ihren Glauben (egal was ich davon halte ) mit dem realen Leben, Politik und und und.
Ich möchte nicht, dass mir irgendeine Religion sagt was ich wann essen muss / darf , wie und wann und wo und wie oft ich beten muss..
Jedem das seine- aber für mich ist das nichts.
 
  • #36
Aber ich erklär es dir als alte Atheistin gerne. :D

Also auf jeden Fall würden wir beide nicht zusammen passen ;-).

Aber solch extreme Ablehnung wie jetzt bei Dir oder auch bei anderen hier ist nach meiner Erfahrung dann doch eher selten. Alle Frauen mit denen ich bisher in meinem Leben was hatte haben es zumindest akzeptiert. Die einen waren interessierter daran was ich da so mache (vor allem natürlich wenn sie selbst zumindest gelegentlich in die Kirche gingen), die anderen weniger. Aber komplette Ablehnung hab ich bisher nie erfahren (OK wie gesagt die überzeuge Atheistin würde wohl auch von vorneherein nicht mit mir zusammenkommen wollen).
 
  • #37
Für mich käme kein religiöser Partner in Frage, egal welchem von diesen kriminellen Vereinen er angehört.
Punkt!
 
  • #38
Wenn man sich beim Uniklinikum in Schwarzach St. Veit bewerben würde und man ist Atheist, dann bekommt man gleich eine Absage.
Kann sein, solange sie genug genehme Bewerber haben. Allgemein gibt es aber in medizinischen Berufen verschärften Personalmangel und auch die Kirche versteht sich seit Jahrhunderten bestens aufs Geldverdienen. Bevor also Betten mangels Personal nicht belegt werden könenn und der maximal herausziehbare Rubel nicht rollt, stellen sie auch einen Atheisten ein - sei Dir sicher.

Und genau wegen dieser Haltung: niemals einen welche Religion auch immer praktizierenden Partner.

Das verhält sich ähnlich wie mit politischer Gesinnung. Manches geht gar nicht und möchte ich nicht als Partner.
Ja, sehe ich auch so.
 
  • #39
Wenn man einen Partner sucht, dann muss man dies nicht via Onlinedating machen und kann dies auch bei den Veranstaltungen der Kirche machen.

Das kommt drauf an von welchem Alter wir reden. Ich bin da halt mit meinen 40 in einem "ungünstigen" Alter. Die meisten die in die Kirche gehen oder sich dort engagieren sind entweder jünger (Konfirmanden, Jugendarbeit, Kinderkirche etc.) oder älter.

Die Logik hört sich natürlich auf den ersten Blick verlockend an: Es gibt sowieso nicht mehr so viele "kirchliche" Menschen -> unter diesen sind die Frauen in der Überzahl -> grosse Auswahl für einen Mann.
Aber so einfach ist es dann halt doch nicht. Sonst gäbe es auch keine Onlinedatingportale speziell für Christen.
 
  • #40
Du als ehrenamtlicher, christlicher Gutmensch, der es mit der Treue nicht wirklich genau nimmt, müsstest das eigentlich wissen.
Wenn man sich einer Religion zugehörig fühlt, erkennt man den Unterschied wohl nicht so deutlich.

Religionsität fleißt wohl tatsächlich fast immer aus dem Glauben heraus fließt, aber der Glaube nicht unbedingt aus der Religiosität
Kann aber auch passieren, ich würde meinen, bei den weitaus meisten Glaubenden spielet es eine große Rolle, welche Religion die Eltern bei Geburt hatten. Also spielt dieser Wrg auch eine Rolle.

Kann sein, solange sie genug genehme Bewerber haben. Allgemein gibt es aber in medizinischen Berufen verschärften Personalmangel und auch die Kirche versteht sich seit Jahrhunderten bestens aufs Geldverdienen. Bevor also Betten mangels Personal nicht belegt werden könenn und der maximal herausziehbare Rubel nicht rollt, stellen sie auch einen Atheisten ein - sei Dir sicher.
Ihr übertreibt alle maßlos.
Die schreckliche Kirche.

Sie war für unser Gesellschaft immer überwiegend hilfreich und ich empfinde es als reine Selbstvertsändlichkeit, dass Instistutionen in der Kirche auch versuchen Gewinne zu machen, oder zumindest nicht verlustreich zu wirtschaften. (Klöster, Kita und Schulen zum Bespiel)

Sonst könnte es sie nicht geben.

Und:
Im Gegensatz zum Staatswene insgesamt ist es nicht die Kirche, welche durch einen ineffizienten, überblähten, Behördenapparat auffällt.
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
  • #41
Das kommt drauf an von welchem Alter wir reden. Ich bin da halt mit meinen 40 in einem "ungünstigen" Alter. Die meisten die in die Kirche gehen oder sich dort engagieren sind entweder jünger (Konfirmanden, Jugendarbeit, Kinderkirche etc.) oder älte

Das mit dem Alter ist eher irrelevant. Meine Nichte ist 14 und engagiert sich gerne für die Kirche. Genauso wie meine Schwester(47). Vielleicht liegt dies auch an der Erziehung und nicht nur am Alter.

Ich finde es auch sehr interessant, wie viele Atheisten es in Deutschland gibt. Als ich vor 15 – 20 Jahren in Andalusien gelebt und gearbeitet habe, gab es nicht so viele Atheisten dort. Vom Gesetz muss jeder Spanier eine Sonderabgabe zahlen und man konnte sich nur entscheiden, ob das Geld in die Kirche, Caritas, Rotes Kreuz oder andere soziale Betriebe geht.

Es wäre auch interessant, ob es wenn es in Deutschland eine Sondersteuer gibt, ob dann es auch noch über 10 Millionen Atheisten es in D gibt. Für mich geht es beim Atheismus nicht alleine um dem Glauben, sondern darum, dass man keine Kirchensteuer bezahlen muss und Atheismus hört sich halt besser an, als wenn man sagt man will keine Kirchensteuer bezahlen.
 
  • #42
Es wäre auch interessant, ob es wenn es in Deutschland eine Sondersteuer gibt, ob dann es auch noch über 10 Millionen Atheisten es in D gibt. Für mich geht es beim Atheismus nicht alleine um dem Glauben, sondern darum, dass man keine Kirchensteuer bezahlen muss und Atheismus hört sich halt besser an, als wenn man sagt man will keine Kirchensteuer bezahlen.
Ich kenne keinen einzigen Religiösen, der aus der Kirche ausgetreten ist. Außerdem ist es eben ein Unterschied zwischen dem christlichen Glauben folgen und an etwas glauben. Wozu soll man Steuern zahlen, wenn man die Institution nicht unterstützen will? Sondern eher generell an eine Macht glaubt? Auch Muslime und Buddhisten zahlen nichts. In den meisten anderen Ländern gibt es das eh nicht, dass der Staat die Kirchensteuer einzieht; jeder gibt eben so viel er will. Dann gibt es noch Agnostiker und Atheisten. Wobei ich wirklich viele Atheisten kenne. Das geht einfach mit Bildung und Wissen Hand in Hand; Wissenschaftler sind viel häufiger nicht gläubig als ungebildete Menschen. Überzeugte Atheisten sind in Deutschland nach Statistik 15%.
Es gibt Länder, gerade in Skandinavien, die mit viel mehr Atheisten mindestens genauso gut funktionieren wie Deutschland. Wenn hier Religion immer als so wichtig genannt wird...
 
Zuletzt bearbeitet:
  • #43
Kann aber auch passieren, ich würde meinen, bei den weitaus meisten Glaubenden spielet es eine große Rolle, welche Religion die Eltern bei Geburt hatten. Also spielt dieser Wrg auch eine Rolle.
Kann so sein, muss aber nicht, meine Eltern waren sehr streng katholisch und die Generationen zuvor auch, ich bin auch katholisch getauft worden. Nachdem ich mich selbst gefunden habe, brauche ich den ganzen Führungs - Zirkus etc. nicht mehr für mich!
Ihr übertreibt alle maßlos.
Die schreckliche Kirche.
Sie war für unser Gesellschaft immer überwiegend hilfreich und ich empfinde es als reine Selbstvertsändlichkeit, dass Instistutionen in der Kirche auch versuchen Gewinne zu machen, oder zumindest nicht verlustreich zu wirtschaften. (Klöster, Kita und Schulen zum Bespiel)
Was für eine Gesellschaft hilfreich ist, muss für mich als Individuum noch lange nicht hilfreich sein und es geht nicht um Gewinne, es geht um Menschen zu versklaven und an denen sich zu bereichern, die katholische Kirche ist die größte und reichste Firma der ganzen Welt, noch Fragen?
Das mit dem Alter ist eher irrelevant. Meine Nichte ist 14 und engagiert sich gerne für die Kirche. Genauso wie meine Schwester(47). Vielleicht liegt dies auch an der Erziehung und nicht nur am Alter.
Hat mit dem Alter absolut nichts zu tun, hat lediglich mit der intensiven und haltbaren Programmierung zu tun!
Für mich geht es beim Atheismus nicht alleine um dem Glauben, sondern darum, dass man keine Kirchensteuer bezahlen muss und Atheismus hört sich halt besser an, als wenn man sagt man will keine Kirchensteuer bezahlen.
Warum sollte ich an Dinge glauben, die mir lediglich zugespielt werden, ohne nötige Beweise, z B. Leben nach dem Tod?
 
  • #44
Es wäre auch interessant, ob es wenn es in Deutschland eine Sondersteuer gibt, ob dann es auch noch über 10 Millionen Atheisten es in D gibt. Für mich geht es beim Atheismus nicht alleine um dem Glauben, sondern darum, dass man keine Kirchensteuer bezahlen muss und Atheismus hört sich halt besser an, als wenn man sagt man will keine Kirchensteuer bezahlen.
Mir ist das Geld egal, ich könnte auch die Steuer verkraften zumal ich ja meistens im Ausland lebe und es da anders gehandhabt wird.
Aber mir ist das ganze Denken und das verlogene Verhalten dazu zuwider.
Ich bin ganz bewusst ausgetreten!
Alleine wenn ich sehe was in Mittel- und Südamerika und in Afrika gemacht wurde, wird mir übel. Und aktuell die ganzen Missbrauchsskandale die verschleiert werden und alles.
Und dies für einen faulen Zauber, mehr ist es nicht.
Ich verstehe nicht wie jemand mit ein bisschen Hirn dem Mist glauben kann...
 
  • #45
Es wäre auch interessant, ob es wenn es in Deutschland eine Sondersteuer gibt, ob dann es auch noch über 10 Millionen Atheisten es in D gibt. Für mich geht es beim Atheismus nicht alleine um dem Glauben, sondern darum, dass man keine Kirchensteuer bezahlen muss und Atheismus hört sich halt besser an, als wenn man sagt man will keine Kirchensteuer bezahlen.
Die Frage ist, ob es noch eines Anachronismus wie die Kirchensteuer braucht, wenn eine Mehrheit sich entschieden hat, in keiner Kirche mehr sein zu wollen.
Sollen die Kirchen sich doch um den Beitragseinzug bei ihren Mitgliedern selber kümmern - wie jeder andere Verein auch und auch um die Verhandlung mit ihnen, was ein angemessener Vereinsbeitrag ist. Und die Kündigung sollte genauso vereinfacht werden.

Es braucht keine weiteren Sondersteuern für die Kirchen, es gibt genug Steuern in Deutschland.
Die Kirchen können sich wie jeder e.V. um öffentliche Mittel oder um Spenden bewerben.
Ich habe halt vor vielen Jahren entschieden, nicht an die Kirche zu zahlen sondern für ein Projekt des ASB das ich sinnvoller finde und vor allen Dingen frei von religöser Indoktrination - einfach nur was für schwerkranke Menschen tun, ganz ohne Hintergedanken.
 
  • #46
einfach mit Bildung und Wissen Hand in Hand; Wissenschaftler sind viel häufiger nicht gläubig als ungebildete Menschen. Überzeugte Atheisten sind in Deutschland nach Statistik 15%.
Das ist falsch.
Harald Lesch hat in seiner vorletzten Buch "die menschheit schafft sich ab" einmal klargestellt, dass die meisten ihm bekannten Wissenschaftlicher durchaus gläubig sind, auch er.

Dafür gibt es einen einfachen Grund:
Als Wissenschaftler sehen sie viel deutlicher, viel unfassbar zufällig und empfindlich die Entstehung von Leben (aber auch von Materie allgemein) überhaupt ist; was wir alles eben gerade an dem, was da ist, eben NICHT erklären können.

Und das wird mit zunehmernden Wissen leider immer mehr Fragen offen sind, als da derzeit noch Antworten gefunden werden.

Das bemerken wir nicht, weil wir uns nur für die uns wahrnehmenbare Wirklichkeit interessieren, aber kaum für Grundlagen.

Aber, woher kommt z.B. Gravitation ? Warum zieht mich die Erde an ?
Wir wissen, dass es sie gibt, und können die Wirkung (seit Newton, Einstein und Heisenberg) die wichtigsten aller pyhsikalischen Grundkräfte bis ins kleinste Detail beschrieben, aber den Grund dafür kennen wir nicht und werden es wohl auch niemals.
Das ist mit der Zeit vor 100 Jahren nicht vergleichbar.
Damals gab es quasi jählich neue bahnbrechende Erkenntnisse.
Damals hätte ich mich leichter getan, daran zu galuben, dass wir alles herausfinden. Heute nicht.

Wir haben die für uns soweit bekannte Welt in unserem Maßstab immer besser erforscht, aber wirklich viel "weiter" kommen wir irgendwie schon länger nicht mehr.

Forscher haben dies deutlich auf dem Schirm; wir Normalos aber eben kaum.
Für mich ist deshalb nachvollziehbar, dass Forscher eben nicht an Wissenschaft als "Religion" glauben, denn es ist ja auch keine.
Die Wissenschftler wissen das halt auch.
 
  • #47
Es braucht keine weiteren Sondersteuern für die Kirchen, es gibt genug Steuern in Deutschland.
Die Kirchensteuer ist die einzige Steuer die ich gerne zahle.
Ich habe halt vor vielen Jahren entschieden, nicht an die Kirche zu zahlen sondern für ein Projekt des ASB das ich sinnvoller finde und vor allen Dingen frei von religöser Indoktrination - einfach nur was für schwerkranke Menschen tun, ganz ohne Hintergedanken.
Da denke ich mal rüber nach. Also aus der Kirche austreten und dann den gleichen Betrag an eine soziale Einrichtung spenden. Das hat schon was. Bei mir würde es dann an sozialbenachteiligte Menschen (Obdachlose, Kinder, Jugendliche, Flüchtlinge) gehen.
Danke für die Anregung.
Allerdings würde ich gerne noch kirchlich heiraten. Ich mag dieses ganze Brimbarium. Aber mit dann über 60! (Smiley)
 
  • #48
Ich kenne keinen einzigen Religiösen, der aus der Kirche ausgetreten ist
Das kann ja für dich sein, aber ich habe in Spanien sehr viele Deutsche kennengelernt, die dann wieder Kirchensteuer zahlten, als sie dort wohnten und als sie wieder nach D zurückkehrten waren sie plötzlich wieder Atheist. Ich habe lieber die Caritas finanziell unterstützt und mach des heute noch genauso.

Die Kirchensteuer gibt es ja fast nur in deutschsprachige Länder wie Deutschland, Österreich und die Schweiz. Ich möchte nicht das Chaos sehen, wenn die Steuer in Polen eingeführt wird.

Apropos Wissenschaft: Die Menschen waren schon über 400.000 KM von der Erde weg und haben bis dahin noch keinen Gott gesehen. Vielleicht sehen sie ihn, wenn sie auf dem Mars waren oder noch weiter weg. Eventuell ist ja auch der Gott außerhalb der Milchstraße.

Apropos Steuer: Vielleicht gibt es ja auch 2022 eine Coronasteuer. Mals sieht was uns nach der Bundestagwahl noch kommt und Corona kann man nicht so leicht weg reden wie die Kirche.
 
  • #49
Das mit dem Alter ist eher irrelevant. Meine Nichte ist 14 und engagiert sich gerne für die Kirche. Genauso wie meine Schwester(47). Vielleicht liegt dies auch an der Erziehung und nicht nur am Alter.

Ich finde es auch sehr interessant, wie viele Atheisten es in Deutschland gibt. Als ich vor 15 – 20 Jahren in Andalusien gelebt und gearbeitet habe, gab es nicht so viele Atheisten dort. Vom Gesetz muss jeder Spanier eine Sonderabgabe zahlen und man konnte sich nur entscheiden, ob das Geld in die Kirche, Caritas, Rotes Kreuz oder andere soziale Betriebe geht.

Es wäre auch interessant, ob es wenn es in Deutschland eine Sondersteuer gibt, ob dann es auch noch über 10 Millionen Atheisten es in D gibt. Für mich geht es beim Atheismus nicht alleine um dem Glauben, sondern darum, dass man keine Kirchensteuer bezahlen muss und Atheismus hört sich halt besser an, als wenn man sagt man will keine Kirchensteuer bezahlen.
Ich bin aus diesem Verein vor 40 Jahren mit Freude ausgetreten, nicht wegen der Kirchensteuer, sondern mit voller Überzeugung. Nur merkwürdig war, dass das Land Berlin wissen solle wann und wo - als ich herzog. Das fand ich unverschämt. Übrigens zahlt keiner meiner ausländischen Mitarbeiter hier Kirchensteuer, die müssen nämlich lediglich ankreuzen ob sie katholisch oder evangelisch sind. Sogar die angeblich katholischen Spanier sind plötzlich keiner Kirche angehörig -upps.
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
  • #50
Sie war für unser Gesellschaft immer überwiegend hilfreich ...
Würde ich mit Hexenverbrennungen und Kreuzzügen im Mittelalter, Einschüchterungen danach und den Skandalen der Neuzeit mal glattweg bestreiten. Der Einzelne kann sicher von seinem Glauben profitieren. Gesellschaftlich gesehen geht es nur um Macht und Einfluss auf Menschen, auch die, die eine andere Sicht haben. Und mit dem segensreichen Einfluss des Islam auf unsere Gesellschaft will ich gar nicht anfangen.
Sorry, aus meiner Sicht tolerant jedem seinen persönlichen Glauben, aber kein Einfluss auf die Gesellschaft mehr.
 
  • #51
Apropos Wissenschaft: Die Menschen waren schon über 400.000 KM von der Erde weg und haben bis dahin noch keinen Gott gesehen. Vielleicht sehen sie ihn, wenn sie auf dem Mars waren oder noch weiter weg. Eventuell ist ja auch der Gott außerhalb der Milchstraße.
Mein Weltbild kommt gut ohne Gott aus; deine Antwort versteh ich ehrlich gesagt nicht so recht. Kein Wissenschaftler denkt, man kann beweisen, dass Gott nicht existiert, indem man ihn irgendwo nicht findet. Eigentlich müssten auch immer die was beweisen, die behaupten, es ist was da. Sonst könnte ich ja sagen, es gibt unsichtbare rosa Einhörner und du musst beweisen, dass diese nicht existieren. Das ist genauso unlogisch. Beweislast liegt bei dem, was der was behauptet, nicht umgekehrt.
Ich bin auf jeden Fall sehr dafür, dass diese unsägliche Kirchensteuer endlich ganz abgeschafft wird, aber da wird die Kirchenlobby sich sicher quer stellen. Ich möchte eine absolute Trennung von Staat und Kirche, und diese ist hier nicht gegeben. Religion ist für mich Privatsache; jeder kann glauben, was er will, solange er damit andere nicht nervt oder seine Kinder zwingt, nach den Regeln seiner Glaubensgemeinschaft zu leben.
 
  • #52
Für mich geht es beim Atheismus nicht alleine um dem Glauben, sondern darum, dass man keine Kirchensteuer bezahlen muss und Atheismus hört sich halt besser an, als wenn man sagt man will keine Kirchensteuer bezahlen.
Das ist doch aber Unfug. In meiner Familie ist schon seit der Weltkriegsgeneration niemand gläubig und niemand getauft, ich kenne auch im näheren Umfeld nur sehr wenige, bei denen das anders war. Wir sind auch nicht scheinheilig in die Kirche gegangen zu Weihnachten, aber Glaube spielte bei uns absolut keine Rolle. Außer, dass wir eine rundherum ausgezeichnete Bildung über alle großen Weltreligionen genossen haben, die derer von wirklichen Gläubigen nur geringfügig nachsteht.

Man muss nicht gläubig sein, um ein guter Mensch zu sein, um Menschlichkeit, Mitgefühl und Empathie (was im Christentum unter "Nächstenliebe" zusammengefasst wird) zu entwickeln und zu leben. Man muss auch nicht Mitglied der Institution Kirche sein, um sich sozial zu engagieren. Alle diese Wohltaten kann man auch im Namen der Humanität ausüben, und nicht im Namen der Religion. Eine soziale Einrichtung kann auch auf religiöse Ideologie verzichten und trotzdem gute Arbeit leisten, im Jugend-, Kranken - oder Altenbereich. Es gibt genügend private und freie Träger der jeweiligen Hilfen, die Institution Kirche ist im Grunde, bei entsprechendem Willen, da völlig überflüssig.

Die katholische Krankenpflegerin in dem kirchlichen Krankenhaus hier ums Eck wischt den Patienten den Hintern nicht schlechter ab, als die konfessionslose Schwester. Die Kinder werden in der Kita nicht besser oder schlechter umsorgt, wenn sie eine städtische Institution besuchen, statt einer religiösen. Im Gegenteil, in letzterer wird noch gebetet vorm Essen, statt eines Tischspruches, das ist doch lächerlich. Was soll sowas? Dankbar fürs Essen kann ich auch sein, ohne einem imaginären Gott zu danken. Da danke ich doch lieber dem Bauern oder dem Viehwirt, der mir mein Korn erntet und die Rinder schlachtet. Oder der Einzelhändler, der mir die Waren verkauft. Die haben nämlich dafür gesorgt, dass ich täglich was auf dem Tisch hab. Oder ich selbst, dass ich mit meiner Hände Arbeit das Geld erwirtschafte, damit ich mir Essen kaufen kann und nicht verhungern muss. Klingt bloß nicht so romantisch, als wenn da irgendeine höhere Macht für gesorgt hätte.

Ich glaube ich habe gerade genug Gründe aufgezählt, die beweisen, dass mir die Kirchensteuer so ziemlich wumpe ist.
 
  • #53
Ich musste erfreulicherweise nirgendwo austreten, weil ich weder evangelisch noch katholisch, sondern anders getauft und somit von Anfang an gar nicht "drin" war. Andere Glaubensgemeinschaften in Deutschland finanzieren sich über Spenden, da geht während jedes Gottesdienstes ein Körbchen rum und davon lebt der Priester (manche überweisen auch monatlich größere Summen). Das ist alles freiwillig und der jeweilige Priester etc. muss sich gut um seine Schäflein kümmern, denn wenn zu wenige kommen oder ihnen das Programm nicht gefällt, kriegt er kein Gehalt. Es herrscht also mehr das Prinzip von Angebot und Nachfrage. Kirchensteuer gibt es nur für unsere "Staatskirche", nicht für die ganzen anderen Gotteshäuser, was sich historisch-kulturell begründen lässt, aber in der heutigen pluralistischen, diversen Gesellschaft etwas fragwürdig ist.
w26
 
  • #54
Die Frage ist, ob es noch eines Anachronismus wie die Kirchensteuer braucht, wenn eine Mehrheit sich entschieden hat, in keiner Kirche mehr sein zu wollen.
Erstens: Nicht jede Religionsgemeinschaft die es könnte nimmt den staatlichen Kirchensteuereinzug auch tatsächlich in Anspruch, im übrigen lässt sich der Staat das ja auch was kosten. Und es gibt jede Menge Freikirchen die sich komplett aus Spenden finanzieren. Funktioniert bei denen weil die Mitglieder eine hohe Bindung an ihre jeweilige Kirche haben und deshalb auch entsprechend engagiert sind, auch finanziell.

Sollen die Kirchen sich doch um den Beitragseinzug bei ihren Mitgliedern selber kümmern - wie jeder andere Verein auch und auch um die Verhandlung mit ihnen, was ein angemessener Vereinsbeitrag ist.
Für mich ganz persönlich würde sich wahrscheinlich ohne Kirchensteuer nicht viel ändern. Ich denke ich würde auf freiwilliger Basis auch dasselbe zahlen wie ich jetzt Kirchensteuer zahle.
Aber insgesamt würde der Wegfall der Kirchensteuer für die Kirchen schon ganz erhebliche Einschnitte bedeuten, vor allem beim Personal, oder auch beim Unterhalt der unzähligen Gebäude. Ich verweise hier gerne auf Frankreich, wo die Pfarrer meines Wissens oft bettelarm sind.

Und das strahlt ja dann schon auch in die Gesellschaft. Komischerweise ist der Aufschrei wenn Kirchengebäude aufgegeben werden immer in der ganzen Gemeinde groß, auch bei denen die normalerweise dort nicht hineingehen. Ich sage dann immer gerne wäre jeder der das bedauert regelmäßig gekommen müsste man die Kirche nicht zumachen. Oder wenn dann z.B. die Stelle des Krankenhaus- oder Altenheimseelsorgers gestrichen wird wäre dann bestimmt auch wieder jeder am Meckern wie die böse Kirche das nur tun kann.

Es gibt ja durchaus auch innerhalb der Kirchen Stimmen die eine Abschaffung der Kirchensteuer fordern, weil sie sich davon den Abbau von Wasserköpfen und aufgeblähten Verwaltungen erhoffen, sozusagen eine heilsame Schrumpfung und Konzentration aufs Wesentliche. Das kann man schon so sehen, aber ich bin da skeptischer.
 
  • #55
Und das strahlt ja dann schon auch in die Gesellschaft. Komischerweise ist der Aufschrei wenn Kirchengebäude aufgegeben werden immer in der ganzen Gemeinde groß, auch bei denen die normalerweise dort nicht hineingehen. Ich sage dann immer gerne wäre jeder der das bedauert regelmäßig gekommen müsste man die Kirche nicht zumachen. Oder wenn dann z.B. die Stelle des Krankenhaus- oder Altenheimseelsorgers gestrichen wird wäre dann bestimmt auch wieder jeder am Meckern wie die böse Kirche das nur tun kann.
Also; ich als Atheist würde bei beidem nicht meckern, das ist mir total wurscht. Ich könnte mit einem christlichen Seelsorger eh nix anfangen und wär dann froh über einen Psychologen.
Wenn etwas aus der Mode gerät und immer weniger Leute es nutzen, dann verschwindet es eben, genauso wie manche Berufe, Spiele, Hobbys. So ist der Lauf der Dinge. Warum soll etwas künstlich aufrechterhalten werden, wenn es niemand nutzt? Wenn Kirchen z.B. für andere Dinge (Kultur) umgewidmet werden, hab ich nichts dagegen.
 
  • #56
Das ist alles freiwillig und der jeweilige Priester etc. muss sich gut um seine Schäflein kümmern, denn wenn zu wenige kommen oder ihnen das Programm nicht gefällt, kriegt er kein Gehalt.
Das birgt halt auch Gefahren: Heißt das nicht der jeweilige Geistliche muss aufpassen dass er bei seinen wichtigen Spendern nicht aneckt? Muss er ihnen nach dem Munde reden dass seine Geldquelle nicht versiegt nach dem Motto "Wes' Brot ich ess', des' Lied ich sing"?

Man muss auch nicht Mitglied der Institution Kirche sein, um sich sozial zu engagieren. Alle diese Wohltaten kann man auch im Namen der Humanität ausüben, und nicht im Namen der Religion. Eine soziale Einrichtung kann auch auf religiöse Ideologie verzichten und trotzdem gute Arbeit leisten, im Jugend-, Kranken - oder Altenbereich. Es gibt genügend private und freie Träger der jeweiligen Hilfen, die Institution Kirche ist im Grunde, bei entsprechendem Willen, da völlig überflüssig.
[...]
Im Gegenteil, in letzterer wird noch gebetet vorm Essen, statt eines Tischspruches, das ist doch lächerlich. Was soll sowas? Dankbar fürs Essen kann ich auch sein, ohne einem imaginären Gott zu danken.
Natürlich ist man kein besserer Mensch, nur weil man gläubig ist, das wäre ja nun auch ausgemachter Blödsinn.
Andererseits ist man aber auch kein besserer Mensch wenn man sich für ach so aufgeklärt und zeitgemäß hält dass man Glauben und Kirche für völlig überflüssig hält und alle denen das wichtig ist im Grunde für hirnlose Idioten hält?

Was ist dagegen zu sagen wenn sich jemand eben nicht aus "humanistischen" sondern eben aus religiösen Gründen sozial engagiert? Kannst Du Dir überhaupt nicht vorstellen dass jemand betet weil er es MÖCHTE und weil er es gern tut?

Harald Lesch hat in seiner vorletzten Buch "die menschheit schafft sich ab" einmal klargestellt, dass die meisten ihm bekannten Wissenschaftlicher durchaus gläubig sind, auch er.

Ein Wissenschaftler (ich weiß jetzt grad nicht mehr wer) hat sinngemäß mal gesagt je länger er forschte desto mehr war er von der Existenz Gottes überzeugt.
 
  • #57
Was ist dagegen zu sagen wenn sich jemand eben nicht aus "humanistischen" sondern eben aus religiösen Gründen sozial engagiert? Kannst Du Dir überhaupt nicht vorstellen dass jemand betet weil er es MÖCHTE und weil er es gern tut?
Doch, das kann ich mir vorstellen, das machen ja viele so. Aber das basiert eben auf dem Glauben an ein Märchenbuch. Und damit ist es eben für viele nicht mehr ernstzunehmen. Zumindest nicht als Partner. Alleine als Beispiel schon der Glaube an eine unbefleckte Empfängnis. Wer's glaubt wird selig. Wie gesagt, man kann auch an das heilige Spaghettimonster glauben, hat sozusagen für einen Nichtgläubigen die gleiche Wirkungskraft. Das kann jeder tun und handhaben wie man will. Aber viele wollen das eben in einer Partnerschaft nicht haben. Nachvollziehbar für mich.
 
  • #58
Das birgt halt auch Gefahren: Heißt das nicht der jeweilige Geistliche muss aufpassen dass er bei seinen wichtigen Spendern nicht aneckt?
Ja, das ist ein Argument.
Natürlich ist man kein besserer Mensch, nur weil man gläubig ist, das wäre ja nun auch ausgemachter Blödsinn.
Andererseits ist man aber auch kein besserer Mensch wenn man sich für ach so aufgeklärt und zeitgemäß hält dass man Glauben und Kirche für völlig überflüssig hält und alle denen das wichtig ist im Grunde für hirnlose Idioten hält?
Also ich selbst habe nichts gegen religiöse/gläubige Menschen, solange sie offen und tolerant sind. Ein Freund von mir ist gläubiger Moslem, aber versteht, da er gebildet ist, dass der Christengott rein logisch gesehen nicht schlechter als sein Gott sein kann, weil es nach dem monotheistischen Prinzip nur einen für die ganze Welt geben kann. Er glaubt zwar schon, dass der Islam ein paar Dinge "richtiger verstanden" hat, aber ist sehr tolerant. Eine meiner besten Freundinnen tritt bald ihr Vikariat an, um Pfarrerin zu werden. Ihr gefällt vor allem der soziale Aspekt bei der Kirche, Gesangsgruppen, Bibel-Kreise, Konfa-Fahrten. Während ihres Theologie-Studiums ist sie sonntags nie in die Kirche gegangen, weil sie um 10 Uhr noch schlafen wollte oder Fußballspiele hatte. Natürlich nimmt sie die Bibel auch nicht wörtlich, denn im Studium hat sie die ganze Quellentheorie und Hintergründe gelernt. Sie macht es vor allem, weil sie die Idee von Kirche und die Gemeinschaft gut findet, und für manche Menschen ist das ja auch sehr schön. Außerdem ist die Idee nicht verkehrt, gelegentlich (im Gottesdienst oder Gebet) innezuhalten und nachzudenken, sich Zeit für sich zu nehmen. Leider sind viele Kirchgänger aber sehr unreflektiert und plappern nur gewohnheitsmäßig irgendwas nach, was sie mal gelernt haben, ohne den tieferen Sinn zu erkennen oder zu hinterfragen. Das widerspricht meiner Meinung nach dem eigentlichen "Konzept" und hat mich immer gestört.

Ich kann mit allen Menschen reden, sofern sie gebildet und reflektiert sind. Wir würden so viele Probleme auf dieser Welt lösen, wenn die Menschen einfach gebildeter wären. Dann ist auch vernünftig praktizierte Religion kein Problem.
Ein Wissenschaftler (ich weiß jetzt grad nicht mehr wer) hat sinngemäß mal gesagt je länger er forschte desto mehr war er von der Existenz Gottes überzeugt.
Ja, kann ich gut verstehen. Mich selbst als alte Platonikerin hat immer der philosophische Hintergrund des Christentums interessiert. Und Religion ist eng mit unserer menschlichen Kulturgeschichte verknüpft und beschäftigt sich mit den universellen Menschheitsfragen.
Besonders interessant finde ich, dass die Bibel, die ja sozusagen alles enthalten soll, auch den Zweifel an Gott enthält. Meine Lieblingsbücher sind Ecclesiastes/Kohelet und Hiob.
w26
 
  • #59
Oh, noch ein Nachtrag: Ich verstehe, wenn Menschen ihren Kindern ihren Glauben vermitteln wollen, und Kirche baut ja eben sehr auf Tradition, nur widerspricht das nicht dem Gedanken, dass Menschen sich frei für Gott entscheiden sollen? Es ist ja nichts dagegen zu sagen, wenn ein erwachsener Mensch sich nach reiflicher Überlegung oder durch plötzliche Erleuchtung/Erkenntnis Gott zuwendet und ihm folgen will, und entsprechend bekräftigt er das dann auch mit einem willentlich und voller Überzeugung gesprochenen Glaubensbekenntnis. Wie erklärt man nun aber die Kindstaufe? Ein Kind kann zu jeder Religion hingeführt werden. Wäre unser Papst woanders geboren oder hätte er andere Eltern gehabt, wäre er vielleicht jetzt muslimischen Glaubens oder Protestant, und schon allein deswegen ist eine Religion nicht besser als die andere, weil es Willkür ist und davon abhängt, wie man erzogen wurde. Wie kann sich ein Mensch, der so erzogen wurde und einfach aus Gewohnheit unreflektiert mitmacht, frei zum Glauben bekennen? Und deswegen hinterfragen die Menschen auch vieles nicht.
w26
 
  • #60
Eine meiner besten Freundinnen tritt bald ihr Vikariat an, um Pfarrerin zu werden. Ihr gefällt vor allem der soziale Aspekt bei der Kirche, Gesangsgruppen, Bibel-Kreise, Konfa-Fahrten. Während ihres Theologie-Studiums ist sie sonntags nie in die Kirche gegangen, weil sie um 10 Uhr noch schlafen wollte oder Fußballspiele hatte.

Es ist ja toll, dass sie Pfarrerin wird (wie gerne würde ich das auch, aber dafür ist es leider zu spät), aber das finde ich als Motivation dafür trotzdem etwas dünn. Von einem Pfarrer/einer Pfarrerin erwarte ich als Motivation für seine/ihre Berufswahl zunächst einmal einen festen Glauben. Ansonsten könnte er/sie auch Sozialarbeiterin werden.

Natürlich nimmt sie die Bibel auch nicht wörtlich, denn im Studium hat sie die ganze Quellentheorie und Hintergründe gelernt.

Selbstverständlich ist nicht jeder Satz der Bibel wörtlich zu nehmen (so ist zum Beispiel der Schöpfungsbericht natürlich eine Symbolgeschichte).
Aber speziell wie es um das neue Testament und um die Evangelien geht gibt es da dann schon auch deutliche Grenzen. Ich finde es schon ziemlich überheblich wenn wir nach 2000 Jahren glauben besser zu wissen was denn historisch passiert ist als die Autoren die zeitlich ja viel näher dran waren. Die ältesten Schriften des neuen Testaments sind ja bekanntlich nicht die Evangelien, sondern die Paulusbriefe, und Paulus hat die Jünger Jesu ja noch persönlich gekannt, hatte also Infos "aus erster Hand".
Natürlich hat jeder Autor eines Evangeliums auch seine jeweilige Zielgruppe und hatte teilweise bestimmt auch andere Quellen, die Evangelien stimmen ja auch nicht in allem überein. Manches ist bestimmt auch etwas ausgeschmückt oder zurechtpoliert. Aber wir dürfen halt nicht so weit gehen Jesus die Göttlichkeit auszutreiben und ihn zu einem "vorbildlichen Menschen" zu degradieren (inklusive Aussagen wie die Auferstehung habe nicht stattgefunden oder ähnlichen Quatsch. Ja waren die ersten Christen denn dämlich?). Dann stürzt nämlich auch der ganze christliche Glaube zusammen wie ein Kartenhaus. Also da ist dann Schluss. Jemand der sich als Christ bezeichnet sollte schon jeden Satz des Glaubensbekenntnisses bejahen können.
 
Top