• #1

Wie wichtig sind Bedürfnisse in einer Beziehung?

Hallo liebe Forenmitglieder,

ich frage mich zurzeit sehr oft und grüble darüber nach, wie wichtig persönliche Bedürfnisse bei der Partnerwahl sind. Ist es eurer Meinung nach tatsächlich so, das für einen selbst wichtige Bedürfnisse wie beispielsweise Wohnumfeldgestaltung, gewisses Freizeitangebot etc. nicht verhandelbar sind in einer neuen Beziehung? Und das somit diese Beziehung früher oder später scheitert, weil man für den Partnerwunsch zu viel vernachlässigt?
Oder ist man nur zu egoistisch und möchte sich nicht für den Partner zurücknehmen?
Bin gespannt was Ihr meint.
 
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  • #2
Nein, man hat bestimmte Standards, ohne die man nicht glücklich ist. Oder nur sehr kurzzeitig.
Für ein paar Monate geht fast alles, aber auf lange Zeit angelegt?

Wer unbedingt in einer Stadt (also mitten drin, ab 500T E) leben möchte, wird sich mit dem Leben in der Kleinstadt nicht anfreunden können. Wer Platz um sich rum braucht, kann nicht zu zweit in einer 2 - Zimmer Wohnung hausen. Wer sein Leben lang seine Freunde um sich hatte, will nicht auf lange Zeit weit weg.
Da hilft kein Partner - das ist eben so. In jüngeren Jahren weniger - je älter du wirst, desto wichtiger wird dir dein Umfeld.
 
  • #3
Die Sache mit den Bedürfnissen ist m.E. DAS Ding überhaupt in Beziehungen. Die muss man auch erstmal rausfinden. Wer völlig unbewusst ist, wiederholt nur Verhaltensmuster aus der Kindheit, die die Beziehung prägten, egal, ob er nun wieder "Opfer" wird oder die Antagonistenrolle einnimmt, also sich ein "Opfer" sucht. Dann spielen Unreifen auch eine Rolle. Wer wunderschön auf die Welt gekommen ist und immer nur Bewunderung bekam, muss erstmal lernen, dass das nicht seine Persönlichkeit ist, wegen der man ihn lieben kann. Also wird er sich zunächst nur Bewunderer als Partner suchen, die ihm das Altbekannte geben, weswegen er meint, ein besonderer Mensch zu sein. Da es nun aber das Altern gibt und noch andere schöne Menschen, ist der Konflikt irgendwann auf dem Tisch. Was tun? Neuen Bewunderer suchen, der das Bedürfnis nach Anbetung stillt, oder sich damit auseinandersetzen, dass man nie der Allerschönste war und das irrelevant ist für Liebe?

Also angenommen, man ist alt und reif geworden und weiß, was man für Bedürfnisse hat. Welche davon kann man zurückstecken, also einen Kompromiss machen? Das ist unterschiedlich. Dem einen macht es nichts aus umzuziehen und sein Umfeld zu verlassen. Dem anderen total und er fühlt sich nirgendswo wohl, außer er hat diesen Ort für sich allein gesucht. Ist es nur einem Partner zuliebe, wird das nichts, weil er eben immer noch ein Problem damit hat, dorthin gezogen zu sein.

Angenommen, man wird immer älter, hat aber gelernt, seine Bedürfnisse zu verleugnen, immer nur die des Partners wichtig zu finden, sich gewünscht, dass er umgekehrt genauso die Bedürfnisse des anderen wichtig findet, was aber nie passiert. Das bedeutet, man lebt ein falsches Leben. Wer seine Bedürfnisse verleugnet, wird meiner Ansicht nach krank werden Depressionen usw.. Ein wichtiger Teil der Persönlichkeit wird ignoriert, das bedeutet, dass man sich nie glücklich fühlt.

Wenn einer zu seinem Partner sagt: Wenn du mich liebtest, würdest du Knoblauch essen (Watzlawick: "Anleitung zum Unglücklichsein"), immer rot tragen, umziehen, Bergwandern auch als Hobby haben, der versucht, den Partner zu verbiegen. Er will eigentlich mit einem ganz anderen Menschen zusammen sein, kann den, den er als Partner hat, nicht schätzen, und sollte sich trennen, wenn ihm das andere so wichtig ist. Das ist keine Kritik an seinem Bedürfnis, der Partner möge rot tragen usw., es ist Kritik daran, dass er den anderen dahingehend "verbessern" und bearbeiten will, dass der seine Bedürfnisse und seine Persönlichkeit verleugnen soll. Das ist keine Liebe.
 
  • #4
...Wohnumfeldgestaltung, gewisses Freizeitangebot etc. nicht verhandelbar sind in einer neuen Beziehung?

Kurzfristig nimmt man sich zurück für eine neue Beziehung. Mittel- bis langfristig ist das Umfeld wichtig. Man muss sich ja auch außerhalb der Beziehung wohlfühlen. Also sollte das Wohnumfeld passen, samt dem Angebot, was man da haben möchte. Ein Stadtmensch wird sich 100 km von der nächsten Stadt auf dem flachen Land nicht wohlfühlen und umgekehrt. Und Freizeitangebot für Hobbies wird auf Dauer auch wichtig sein. Natürlich kann man da mehr oder weniger Abstriche machen, aber ich denke für die meisten Menschen muss das passen.
 
  • #5
Kompromisse muss man sicher immer eingehen, aber wenn man kaum gemeinsame Interessen hat, passt es halt nicht. Sowas wie Gestaltung der Wohnung steht ja erst an, falls man mal zusammenzieht (oder geht es um Hygiene?). Finde es schwierig, bei so Äußerlichkeiten zwischen Interessen und Bedürfnissen zu unterscheiden. Wenn ich gerne radfahre, ist das ja ein Interesse, kein Bedürfnis. Wenn mein Partner daran kein Interesse hat, muss ich halt überlegen, ob wir genügend andere gemeinsame Interessen haben oder ob mit radfahren so wichtig ist und so viel Zeit einnimmt, dass mit ihm keine Beziehung möglich ist.
 
  • #6
Ich würde mir da immer Gedanken über meine eigene Prioritäten machen. Ich kann mir weder einen Menschen noch ein gemeinsames Umfeld genau so "backen", wie ich es gerne hätte. Aber ich muss mir im klaren darüber sein, was mir, für meine "großes Ziel" wichtig ist.

Ich kenne eine Frau, deren ganzes Wohnzimmer ist pink und rosa, trotzdem aber noch stilvoll. Wäre das meine Farbe? Nein! Würde ich mir ein Wohnzimmer so einrichten? Nein! Würde ich es akzeptieren wenn ich Sie liebe würde und weiß, das ist die Frau meines Lebens? Ja!

Eine Frau, die z.B. nicht mit Kindern kann, käme für mich dagegen nicht in Frage und wenn Sie noch so gut aussehen würde. Weil eigene Kinder/Familie in meinen Lebenszielen ganz weit oben stehen.

Mal ehrlich, wenn man frisch verliebt ist und schon Stress wegen der Einrichtung einer Wohnung bekommt, was ist denn das für eine Liebe sowie Wertschätzung und Respekt vor anderen Meinungen und Wünschen.

Ich sage mir, man muss nicht jede Schlacht gewinnen, aber die Entscheidende ;-)

Liebe Grüße
 
  • #7
Hallo, vielen Dank für eure Feedbacks und ich sehe mich tatsächlich bestätigt. Vorallem
Tom 26 und void aber auch Lebenslust sprechen die Dinge an.
Das man eben kurzfristig Dinge annehmen kann die einen auch "ein Stück weit" ausmachen, aber eben nicht dauerhaft. Und sicher ist es richtig, Kompromisse einzugehen wie Pflanze 123 sagt, ohne Kompromisse keine Beziehung. Aber wenn man halt dem Partner bzw. der Beziehung zuliebe sehr viel nicht so macht, wie man es vorher hatte, und nur die Beziehung " es richten soll" auf Dauer kann das nicht gehen. So sehe ich das auch. Und sehe mich etwas bestätigt um für meine aktuelle Situation, die Dinge klarer zu sehen. Ich danke euch. Und ich dachte schon, ich bin ein Unmensch. sicher geht es nicht nur um materielles bei beispielsweise Wohnumfeldgestaltung. Aber wenn halt so vieles was man vorher hatte hinterher nicht passen würde.... dann stimmt die Aussage einfach nicht, " ist das nichts - das wir einfach uns haben das ist doch viel Wert? Sicher ist das viel Wert - aber nicht das alleinige Kriterium für Jahre... ein interessantes Thema und ich bin gespannt, was noch kommt. Es scheint eben doch so zu sein, das Bedürfnisse in einer Beziehung ebensowenig komplett zu verleugnen sind wie Werte oder der Verzicht auf Freunde
 
  • #8
Pardon ich meinte - das man kurzfristig bis mittelfristig sich zurücknehmen kann bei Standards oder Dinge die einem wichtig sind. Aber nicht dauerhaft
 
  • #9
Meiner Meinung nach sind die Bedürfnisse, die man bei der Partnersuche hat MEIST nicht unberechtigt. Ich führe mit meinem Partne eine Fernbeziehung was auch nicht jedem gefällt... man sollte jedoch auch bei manchen "Vorzügen" zurückstecken können. Kein Partner ist perfekt, nicht alle teilen dein Hobby, was auch nicht schlimm ist, denn so bleibt man immer im Gespräch.
Was ich sagen möchte ist, achte darauf welche Bedürfnisse DU am wichtigsten findest! Denn wenn du bei etwas zurücksteckst, beu dem du das gar nicht möchtest wird die Beziehung wahrscheinlich schief gehen
Liebe Grüße
 
  • #10
Finde es schwierig, bei so Äußerlichkeiten zwischen Interessen und Bedürfnissen zu unterscheiden. Wenn ich gerne radfahre, ist das ja ein Interesse, kein

eben das ist es ja. Für den für den Wohnumfeldgestaltung beispielsweise nur "Äußerlichkeiten" darstellen, der wird sich daran auch nicht stören. Für den sind dann andere Dinge wichtig. Ich denke aber schon das, beispielsweise in meinem Fall, Wohnumfeld ein Bedürfnis ist. Nur äußerlich wäre meines Erachtens nach, wenn z.B. bei der Einrichtung man sich unbedingt durchsetzen müsste, ob jetzt das rot oder eine Nuance heller. Da sollte man schon Kompromissbereit sein und sich abstimmen sonst wäre man zu egoistisch. Aber wenn einem so fast gar nichts zusagt, dann ist das schon "gegen" das Bedürfnis. Und wieso ist Radfahren nur ein Interesse? Auch hier sind die Grenzen fließend. Es kann durchaus auch ein Bedürfnis sein, durch Radfahren fit und gesund zu sein und man braucht es vielleicht 2x wöchentlich...
 
  • #11
Mal ehrlich, wenn man frisch verliebt ist und schon Stress wegen der Einrichtung einer Wohnung bekommt, was ist denn das für eine Liebe sowie Wertschätzung und Respekt vor anderen Meinungen und Wünschen.
das ist es ja. Ich bin nicht so kleinlich und meine "nur die Einrichtung" oder nur gar die Einrichtung eines Raumes wie beispielsweise das Wohnzimmer. Das sagte ich ja, das man hier selbstverständlich Kompromisse schließen muss, ansonsten ist man wahrscheinlich besser allein aufgehoben. Wohl aber, und da stimme ich Dir zu, die großen oder größeren "übergeordneten" Ziele. Das wäre bei einem Wohnumfeld beispielsweise die Ausstattung der kompletten Wohnung (nicht die Einrichtung) die Lage, die Nachbarn, die Erreichbarkeit von Einkaufs und Freizeitmoglichkeiten und vorallem - der Ort. Zu große Pampa oder zu große Stadt veuspielsweise. Und das wären dann die gesetzten Prioritäten und somit Bedürfnisse
die eben auf Dauer schwer zu unterdrücken sind. Selbstverständlich hat der Partner auch Wünsche denen es mit Respekt zu begegnen gilt und die nicht weniger wert sein sollten.

@Schnuffi interessant. Wie habt Ihr das mit dem Fortbestand der FB geregelt? Schon Thema wer und ob Umzug oder soll es so bleiben? Wären bei einem eventl. Umzug deinerseits alle wichtigen Bedürfnisse noch gewährt - oder eben nicht?
 
  • #12
@Emrix hat kürzlich gefragt, welche Kompromisse wir in einer Partnerschaft bereit wären, einzugehen. Das bezog sich auf Eigenschaften und Verhaltungsweisen. In dieser neuen Frage geht es um äußere Wichtigkeiten (Wohnumfeld) und um Tätigkeiten (Hobbys usw).

Ziehe ich mit meinem Partner zusammen und hat er einen völlig anderen Wohngeschmack als ich, können wir das für beide Seiten nur befriedigend regeln, indem wir vereinbaren, nur solche Möbel/Farben o.ä. in die gemeinsame Wohnung zu übernehmen, die beide zusammen aussuchen und die damit von beiden akzeptiert werden. Das hat in meiner längsten Beziehung gut funktioniert.
In einer weniger langen Beziehung hatten er und ich völlig unterschiedliche Vorstellungen unseren Wohnstil betreffend, so dass er weiterhin in seiner, ich in meiner Wohnung lebten (das war allerdings nicht unser Trennungsgrund!).

Ein Ortswechsel über eine größere Entfernung kann auch am Wohnstil scheitern, größer ist für mich allerdings die Hürde, meine Freunde nicht mehr erreichbar um mich zu haben.

Schwierig finde ich es, wenn beide sehr unterschiedliche Interessen haben. Radfahren oder nicht wäre noch ein zu bewältigender »Störfaktor«. Bildungsinteressen wären schon problematischer, dazu gehört der Musikgeschmack oder auch Lese(bzw. Nichtlese)verhalten; und politische Ansichten.

Natürlich bin ich immer wieder bereit, »mich zurückzunehmen«, lieber FS, und erwarte das auch von meinem Partner. Doch wenn diese Bereitschaft überstrapaziert wird ... bekommt die Beziehung irgendwann doch einen Knacks.
 
  • #13
Ich habe Jahrzehnte benötigt, um meine eigenen Bedürfnisse zu finden, und mir dann zu erlauben, dass diese wichtig sind.
Dass auch ich egoistisch sein darf.

Für diese Lektion bin ich durch eine harte Schule gegangen - meine mir wichtigen Bedürfnisse sind nicht verhandelbar.
Das hat mit Wohnumfeld zu tun, Wohnhungsgestaltung, mit meiner Begeisterung für Natur, für manche sehr tiefgründigen Gespräche, die ich mit einem Partner teilen möchte.
Aber manches ist in diesem ganzen Bereich verhandlungsfähig manches eher

Nicht verhandlungsfähig, mein Bedürfnis nach Nähe, Zärtlichkeit; mein Bedürfnis nach Freiraum; nach einem bestimmten Umgang miteinander und mein Bedürfnis, zumindest von einem Partner das Gefühl zu beginnen, geliebt zu werden.
 
  • #14
Also das mit dem Wohnumfeld kann schon sehr trennend sein. Ich hatte mal eine längere Beziehung mit einer Frau, die in einem der hippsten Bezirke von Berlin gelebt hat.

Das war so hip, dass da nachts die Drogensüchtigen sich vor der Tür den Schuss gesetzt und die Alkoholiker in den Hauseingang gepisst haben. Aber eben direkt da, wo die alternative Szene aktiv war.

Da hatte man bei machen Straßen in jedem dritten Hauseingang einen Südeuropäer stehen, der gefragt hat, "Mann, willst Du was haben"...

Und ich muss sagen, dass ich mich bei jedem Besuch da unwohl gefühlt habe. Ich wäre nie freiwillig dahin gezogen, auch wenn es z.B. attraktive Kneipen, Restaurants und kulturelle Events gegeben hat.

Ich habe damals in einem spießigen Stadtteil nahe eines Schlosses mit noch halbwegs funktionierender sozialer Kontrolle gelebt. zwei Minuten zur Spree, fünf Minuten zum Schlosspark.

Umgekehrt war es aber auch unmöglich, die Dame von den Vorzügen eines bürgerlich spießigen Umfelds zu überzeugen, wo eben jemand der seine Frau auf der Straße verprügeln will noch von allen Nachbarn zurecht gewiesen wird oder Kindern, die den Müll auf den Boden werfen, gesagt wird, dass das nicht in Ordnung ist.

Und wo man nicht damit rechnen musste, dass bei so einem Hinweis auf allgemeine Gepflogenheiten dann das Messer gezogen wird und mit "was willst Du Alter" eine Ehrverletzung gesühnt würde.
 
  • #15
Also für mich persönlich gehört zu einer festen Beziehung dazu dass man zusammen wohnt und auch größtenteils die Freizeit zusammen teilt.
Ich finde es ziemlich unnötig einen Partner zu haben wenn man total unterschiedliche Interessen hat.
Wäre ich Single würde ich einen Mann suchen, der erstmal zumindest in der Nähe wohnt und halbwegs gleiche Interessen wie ich hat.
Aus meiner Erfahrung heraus passt, was eine Beziehung angeht, der Spruch "Gleich und gleich gesellt sich gern" - "Gegensätze ziehen sich an" passt hingegen mehr wenn man eine rein sexuelle Beziehung/Affäre sucht...
 
  • #16
So als alte Weise Frau kann ich sagen, dass ich viele Kompromisse ausprobieren musste, um meine Bedürfnisse kennenzulernen.
Sicher ein Umstand, warum heute Beziehungen nach wenigen Monaten auch schon mal von mir aus endeten. Jung hatte ich zwei sehr lange Beziehungen.
Woher denn seine Bedürfnisse kennen wenn man jung ist und zb noch nie eine Partnerschaft hatte. Verliebt reichte;-)
Mir fiel zb früher ein Bedürfnis nach gemeinsamen Hobbys nicht auf...
Es gab viele Freunde um einen herum und diese hatten viel Zeit und so war immer jemand da, der Schönes teilte. Der Partner kam hinzu und nicht umgekehrt.

Ich musste meine Bedürfnisse in den Partnerschaften erst kennenlernen und oh Überraschung, es ist mehr als Optik und Treue.
Ich bin jeden Kompromis zu Anfang gerne eingegangen: ich probiere es aus!
Manche klappten super aber einige raubten mir meine Freude und Energie.
Wenn ich immer trauriger wurde, dann habe ich ein neues Bedürfnis kennengelernt.
Sie zu kennen heisst, an der Stelle nicht mehr probieren zu müssen.
Der Stadtmensch und der Landmensch....
Keiner kann erwarten, dass das eigene Bedürfnis auch das Glück des anderen ist.
 
  • #17
Moin,

ein gemeinsames Leben lässt sich auch gestalten, wenn Vieles nicht übereinstimmt. Hat bei mir sehr lange gehalten.
War aber letztlich auch eine wichtige Ursache für die Trennung, als die Kinder aus dem Haus waren. Es fehlt dann - ganz jenseits von Sex usw - eine wichtige Quelle von Freude am gemeinsamen Leben, zumal man ja mit dem Alter nicht unbedingt toleranter wird.

manchmal
 
  • #18
Guten Morgen,

das Wort *Bedürfnisse*, erinnert mich an selbst errichtete Mauern. Viel zu viel werden die eigenen Bedürfnisse übermäßig ungesund thematisiert und grenzen sich selber und auch andere aus. Ich finde diese Einengung unspannend und wenig förderlich für eine *gemeinsame* und auch eigene Entwicklung.
Wer öfters genau komplett das Gegenteil in sein Leben zieht, sollte sich überlegen ob das eigene ICH nicht schon längst in einer Wachstarre verharrt. Unfähig, sich einen Zentimeter von sich weg, auf etwas anderes einzulassen, fest einbetoniert in der eigenen Bedürftigkeit.
Ich empfinde solche Menschen komisch und wenig frisch, eingemottet in ihrer eigenen Bedürftigkeit, die sie fest an Bedürfnisse jedweder Art klammern lassen. Besser wäre es, eigene Bedürfnisse mit sich selber auszuhandeln und sie zu leben, statt sie ständig zu thematisierten, dann erübrigt sich die zähneknirschende Kompromissbereitschaft und lässt entspannt aus ICH und DU ein WIR werden.

Ich finde es herrlich, wenn sich aus zwei Welten eine neue Welt ergibt.
 
  • #19
@Emrix hat kürzlich gefragt, welche Kompromisse wir in einer Partnerschaft bereit wären, einzugehen. Das bezog sich auf Eigenschaften und Verhaltungsweisen. In dieser neuen Frage geht es um äußere Wichtigkeiten (Wohnumfeld) und um Tätigkeiten (Hobbys usw).

Ziehe ich mit meinem Partner zusammen und hat er einen völlig anderen Wohngeschmack als ich, können wir das für beide Seiten nur befriedigend regeln, indem wir vereinbaren, nur solche Möbel/Farben o.ä. in die gemeinsame Wohnung zu übernehmen, die beide zusammen aussuchen und die damit von beiden akzeptiert werden. Das hat in meiner längsten Beziehung gut funktioniert.
In einer weniger langen Beziehung hatten er und ich völlig unterschiedliche Vorstellungen unseren Wohnstil betreffend, so dass er weiterhin in seiner, ich in meiner Wohnung lebten (das war allerdings nicht unser Trennungsgrund!).

Ein Ortswechsel über eine größere Entfernung kann auch am Wohnstil scheitern, größer ist für mich allerdings die Hürde, meine Freunde nicht mehr erreichbar um mich zu haben.

Schwierig finde ich es, wenn beide sehr unterschiedliche Interessen haben. Radfahren oder nicht wäre noch ein zu bewältigender »Störfaktor«. Bildungsinteressen wären schon problematischer, dazu gehört der Musikgeschmack oder auch Lese(bzw. Nichtlese)verhalten; und politische Ansichten.

Natürlich bin ich immer wieder bereit, »mich zurückzunehmen«, lieber FS, und erwarte das auch von meinem Partner. Doch wenn diese Bereitschaft überstrapaziert wird ... bekommt die Beziehung irgendwann doch einen Knacks.
Ich denke, das ist es. Die Gesamtheit dessen, wo man sich zurücknehmen muss, macht es aus. Hierzu zählen auch Verhaltensweisen und, bei wichtigen Dingen, in die gleiche Richtung schauen....
 
  • #20
Das hat mit Wohnumfeld zu tun, Wohnhungsgestaltung, mit meiner Begeisterung für Natur, für manche sehr tiefgründigen Gespräche, die ich mit einem Partner teilen möchte.
Genau so fühle ich es auch. Ich denke, wir können nur dann partnerschaftlich und zufrieden auf Dauer eine reife Beziehung führen, die jenseits der Verliebtheitsphase in eine tiefe Zuneigung übergeht, wenn alle diese "wichtigen" Bedürfnisse passen. Dann hat man auch die Kraft, mal eine eventl. Durststrecke in der Beziehung zu überwinden. Fehlen diese Bedürfnisse aber, reicht nur die Partnerschaft allein nicht aus
 
  • #21
Moin,

ein gemeinsames Leben lässt sich auch gestalten, wenn Vieles nicht übereinstimmt. Hat bei mir sehr lange gehalten.
Hey, auch das ist ein interessanter Ansatz den ich so gleich unterschreibe, da es bei mir auch so war. Nur Frage ich mich heute "warum nur hat es so lange gehalten?" Doch wohl nur deshalb weil, leider, aufgrund von Gewohnheit und Pflichtbewusstsein die Partnerschaft von beiden aufrecht erhalten wurde. Bei Dir hat es so lange gedauert, bis wenigstens die Kinder aus dem Haus waren. Das war bei mir leider nicht der Fall. Und letzten Endes hält dann so eine Beziehung doch nicht bis "zur goldenen Hochzeit" da
dann wie Du richtig erkannt hast, die Missstände zu groß werden und einer geht.
 
  • #22
Liebe Pia,
schön wieder von Dir zu lesen - hoffe und wünsche Dir, dass als wieder gut läuft, (und entsprechend Deiner Bedürfnisse;-))

Ganz verstehe ich Deinen Post nicht.
Bei Hobbies, Interessen kann Unterschiedlichkeit spannend sein, den Horizont erweitern, auch bei anderen Denkweisen, etc. Wobei zuviel Unterschiedlichkeit wohl zu wenig Basis bedeutet.

Aber bei Bedürfnissen?
Bedürfnis und Bedürftigkeit gleich zu setzen, schwierig, das eine entsteht aus der unzureichenden Erfüllung bis Negieren des anderen.
Als Beispiel - Jeder Mensch braucht das Gefühl geliebt zu werden, wer sich dies nicht selbst gibt, wird da immer eine gewisse Bedürftigkeit zeigen.

Ich denke, es ist wichtig, seine eigenen Bedürfnisse zu kennen, was brauche ich, damit es mir gut geht. Wie gestalte ich mein Leben. Da gibt es Parameter, die sich wandeln können - Wohnumfeld evtl. bestimmte Wohlfühl- / Entspannungsbedürfnisse.
Manche Wertigkeit verschieben sich, verändern sich, mit den eigenen Erfahrungen, Erlebnissen, Einflüssen von außen.
Auch da darf man reflektieren, wie wichtg ist mir dieses oder jenes Bedürfnis.

Aber für mich ist das Bedürfnis nach Vertrauen, einem respektvollen, achtsamen Umgang nicht verhandelbar, ebenso wenig wie mein ganz individuelles Nähe - Distanz Bedürfnis. Gerade da gibt es entweder einen Mangel, mit dem ich mich nicht gut fühle oder es ist zuviel, was mich beengt, und genauso schwierig ist.
Das Gefühl von Freiheit, Selbstbestimmtheit ist mir grundlegend wichtig, aber auch das Gefühl von Bindung, Verlässlichkeit, alles Bedürfnisse, genau wie beim Wohnumfeld die eigene Haustüre.

Die eigenen Bedürfnisse zu kennen, zu akzeptieren und ernst zu nehmen empfinde ich nicht als Mauer und Last, sondern ganz im Gegenteil die Basis für ein zufriedenes Leben.

Bin ich sebst zufrieden, kann ich auch zur Zufriedenheit anderer beitragen, bin ich mit mir im Reinen, fühlt man sich mit mir vielleicht auch wohl.
Und solange mir bewusst ist, dass ich für die Erfüllung meiner Bedürfnisse selbst verantwortlich bin, stelle ich keine Erwartungen an andere, die diese sowieso nicht erfüllen können.
Wie eben:
Wenn ich mein Nähe- Distanz Bedürfnis kenne, suche ich mir einen Partner, der ähnlich tickt - dann ist er zumindest in diesen Bereich zufrieden und ich auch.
Das ist dann keine Erwartung an den anderen, sondern geschieht von selbst.
 
  • #23
Manche Wertigkeit verschieben sich, verändern sich, mit den eigenen Erfahrungen, Erlebnissen, Einflüssen von außen.
das stimmt. Und werden diese "Verschiebungen" wirklich durch eigene positive Erfahrungen herbeigeführt, dann hat man sich im positiven Sinne weiterentwickelt und dazugelernt. So soll es sein und es kann auch der nächsten Beziehung nur förderlich sein. Ist es aber so, das die "Wertigkeit" durch einschneidende, lebensverāndernde Umstände herbeigeführt wird, dann ist es natürlich schwierig, hier andere "Ersatzbedürfnisse" zu entwickeln. Beispielsweise wenn nach einer Scheidung man sein Wohnumfeld mit guter Anbindung Lage, eventl. Ausstattung der Wohnung etc. aufgeben muss weil es allein zu teuer wird etc. wenn man dann feststellt das das bisherige wirklich ein wichtiges Bedürfnis war und nun ist es weg - schwer.
 
  • #24
.. wir können nur dann partnerschaftlich und zufrieden auf Dauer eine reife Beziehung führen,.... wenn alle diese "wichtigen" Bedürfnisse passen. Dann hat man auch die Kraft, mal eine eventl. Durststrecke in der Beziehung zu überwinden.
Ich bezweifele das, gerade aus dem Grund, weil ich es im Moment anders erlebe. Welche Wertigkeit welche Bedürfnisse haben, hängt m.E. von der Wichtigkeit der Beziehung ab: was ist der emotionale Gewinn der Beziehung und welche Bedürfnisse sind daher nachrangig.

Meine wesentlichen Bedürfnisse sind:
- wirtschaftliche Unabhängigkeit
- eine interessante Berufstätigkeit die meinen Fähigkeiten und Interessen entspricht und mir ein hohes Einkommen sichert sowie sicherer Arbeitsplatz
Weil das in seiner Region nicht gegeben war, habe ich mich von dem Mann den ich sehr liebe vor Jahren getrennt.

Ich bin ein absoluter Grossstadtmensch und nutze die beruflichen und Freizeitoptionen voll aus (Austellungen, Vorträge, Lesungen, Programmkino, Restaurants, Konzerte, sonstige kulturelle Veranstaltungen). Darüber hinaus bin ich ein echtes Nordlicht.
Trotzdem werde ich in ein bayrisches 800-Seelendorf ziehen und die nächsten Städte mit entsprechendem Angebot sind weit entfernt. Wenn ich Kultur will, dann habe ich weite Wege und meistens braucht das eine Übernachtung. Tja, dann ist das so.
Ich schaue auf das, was ich dafür bekomme: eigener großer Garten mit Intimsphäre statt Weg in den Park und Öffentlichkeit. Statt 10 Minuten Fussweg zum Segelboot nun eine längere Autofahrt, aber auch ein interessanteres Segelrevier. Bergwandern statt Genussradeln - ist halt anders Outdoor, aber nicht schlechter.
Statt Haute Cuisine hochwertige regionale Bioprodukte - anders aber genauso gut.
Bedürfnisse können sich der neuen Umgebung anpassen. Ich kann ja in der Stadt auch nicht alle meine Facetten ausleben.

Wenn ich jetzt aus dem Fenster gucke, sehe ich chice Altbauten in einem baumbestandenen Strassenzug. Demnächst werde ich geblendet von grün und statt Stadtkulisse Berge satt - anders, nicht schlechter.
Meine Wohnung ist sehr modern eingerichtet, glatte Fronten, dunkles Leder, dunkle Schränke, alles schnörkellos. Ich ziehe in eine Landhauseinrichtung, helles Holz, Butzenscheiben an den Schränken, karierter Ohrensessel. Hmmm, naja - dann setze ich mich in den Sessel und seh' das Muster nicht, bequem ist er.
Meine Wohnunsgeinrichtung findet kommt in unserer Zweitwohnung und ich kann mich da optisch erholen.

Das ist alles eine Frage von " was ist mir wirklich wichtig" - das Ledersofa oder der Mann mit dem ich zusammenleben möchte.
 
  • #25
Anbindung Lage, eventl. Ausstattung der Wohnung etc. aufgeben muss weil es allein zu teuer wird etc. wenn man dann feststellt das das bisherige wirklich ein wichtiges Bedürfnis war und nun ist es weg - schwer.

...das genau sind die Herausforderungen des Lebens, die uns näher bringen zu uns selbst, als die rundum funktionierende Bedürfnisbefriedigung. Ein neue Herausforderung, die seelisch viel mehr befriedigt, wenn man sich von Bedürfnissen lösen kann. Jede Veränderung birgt einen Schatz und die Freiheit, sich von Bedürfnissen zu lösen und sich nicht von ihr einengen zu lassen. Das nenne ich Freiheit.
Das ist die Freiheit, die Vicky gerade in ihrem Post beschreibt. Etwas anderes bekommt Raum, um sich entfalten zu können, was für die eigene Entwicklung und Seele vielleicht ein viel größerer Gewinn ist.
 
  • #26
Liebe @Lionne69,

es ist der Wirbel, der um die eigene Bedürfnissbefriedigung gemacht wird, das ständige darüber nachsenieren und lamentieren. Es ist die Suche nach sich selber, die man in künstlich kreierten Bedürfnissen versucht, zu finden. Frag einen Menschen, der selbstverständlich in seinem Tun und Sein verwebt ist, was er für Bedürfnisse hat. Er wird dich fragend anschauen und nicht wissen, was du meinst.
Wir bedürfen grundsätzlich nur einer gesunden Ernährung, genug Wasser und Schlaf. Alls andere ergibt sich im Tun und Sein. Dieses Tun beinhaltet die Flexibilität der Sinne, die uns unsere Welt erschaffen lässt, so dass sich die Frage nach Bedürfnissen erübrigt. Es erübrigt sich auch, Bedürfnisse mit einem Partner abgleichen zu müssen, weil Bedürfnissucher andere Wege gehen.

In unserer Wachstarrengesellschaft sind moderne Mauern erschaffen worden. Man nennt sie Freiräume, Selbstverwirklichung, gesunder Egoismus, Bedürfnisse u.ä. Die oft schon fast zwanghafte Selbstreflexion hört sich toll an, schafft aber noch mehr das Gegenteil von dem, was wir brauchen und wollen. Seelenzugemüllt sind wir dann auf der Suche nach weiteren Bedürfnissen und sind happy, wenn wir welche finden, die uns kurzfristig,oder längerfristig wohlig grunzen lassen. Rüttelt uns das Schicksal, sind wir auf Entzug, weil wir verlernt haben, frei von bindenden Bedürfnissen zu sein und kreativ neue Lebensumstände bewältigen zu können.
 
  • #27
es ist der Wirbel, der um die eigene Bedürfnissbefriedigung gemacht wird
Ich hab das Gefühl, Du vermengst was. Mit Bedürfnis sind bei mir zumindest urtümliche "Dinge" gemeint, die der Mensch haben muss, oder er lebt ein falsches Leben. Es ist ja nun mal so, dass dem einen dies liegt und dem anderen das.
Wenn ich was schon als falsch für mich erkannt habe, probiere ich das nicht noch mal aus. Also habe ich rausgefunden, dass ich ein Bedürfnis habe, nämlich "das andere".

Echte Selbstreflexion dient nicht dazu, egoistischer zu werden, sondern im Gegenteil: Sich erkennen zu lernen, im Zuge dessen zu begreifen, dass andere Menschen anders sind, andere Bedürfnisse haben, und auch richtig sind, und sich zu fragen, wo man tolerant sein kann und wo nicht. Man sucht nicht mehr sein Seelenheil im anderen Menschen, der perfekt zu passen hat, und wenn nicht, wird an ihm rumgearbeitet, sondern man wird toleranter, weil man weiß, dass man selbst auch niemals das Paradies für den anderen sein könnte. Denn wenn man begriffen hat, wie schädlich es ist, gegen sich und seine Bedürfnisse zu arbeiten, damit man mit einem anderen zusammen sein darf, wird man auch vom anderen nicht verlangen, dass er seine Bedürfnisse verleugnet, ohne das als Liebesentzug oder Niedertracht zu sehen und zu denken, er könnte sich einfach anpassen für die Beziehung.

Frag einen Menschen, der selbstverständlich in seinem Tun und Sein verwebt ist, was er für Bedürfnisse hat...
Das ist doch klar. Er kennt ganz natürlich das, was er braucht, und würde sofort sehen, wenn jemand nicht zu ihm passt. Der probiert auch nichts aus, was nicht zu seinem Sein passt, weil er das schon weiß, dass es ihn nicht glücklich macht.
Leider dürfen nicht viele Menschen so aufwachsen, dass sie im Tun und Sein verwebt sind als Erwachsene. Sie dürsten nach Liebe, Anerkennung und Beziehung, weil das früher zu kurz gekommen ist, und deswegen ist dieses Urbedürfnis das, was über alles gestellt wird, Ich seh das wie einen Fluss, so als Bild für die Seele - wenn dieser Stein, dass man sich nicht geliebt fühlte als Kind, auf der Seele liegt, wird ewig nach einem Partner gesucht, der ihn wegräumt, also einen liebt und sich anpasst, als hätte er keine eigenen Bedürfnisse (Elternersatz), was der nie leisten kann. Wenn der Stein weg ist, man sich also selbst lieben kann, sucht der Fluss sich seinen Weg, und der kann dann nicht ohne Leid in ein Bett gelenkt werden, das ein anderer gegraben hat. Das muss man aber selber tun.
Dahin zu kommen, selbstverständlich im Sein verwebt zu sein, ist doch das Ziel mit dem Erkennen der eigenen Bedürfnisse. Man kann nicht selbstverständlich SEIN, wenn das Umfeld falsch gewählt ist, und man wählt es falsch, wenn man die Bedürfnisse nicht kennt.
 
  • #28
Ein neue Herausforderung, die seelisch viel mehr befriedigt, wenn man sich von Bedürfnissen lösen kann. Jede Veränderung birgt einen Schatz und die Freiheit, sich von Bedürfnissen zu lösen und sich nicht von ihr einengen zu lassen. Das nenne ich Freiheit.
Ich weiß nicht, liebe Pia, ob dieses "lösen von Dingen und Bedürfnissen" uns wirklich immer voranbringt und uns in die Freiheit bringt nicht eingeengt zu sein. Ich gebe Dir recht, das in vielen Dingen weniger manchmal bzw. oft wirklich "mehr" ist. Man muss sicher nicht jedem Trend hinterherrennen, sein Geld immer für den neuesten "Schrei" ausgeben und alles mitnehmen. Das ist wirklich einengend und unbefriedigend. Aber ich denke, wenn man etwas wie z.B ein gewisses Wohnumfeld wirklich lieb gewonnen hat und sich dort wirklich zufrieden gefühlt hat und man soll oder muss das sogar, aus welchen Gründen auch immer, aufgeben und das was folgt ist logischerweise nicht nur anders sondern einfach nicht vergleichbar, dann ist das schwer da einen Schritt hin zu Freiheit und Entwicklung zu sehen. Ich habe Respekt vor Leuten, die das leichter bewältigen wie die Merheit, aber einfach ist anders.
 
  • #29
Seine Bedürfnisse zu kennen heisst doch zwei Dinge: man wählt aus was man mag wenn es " eindeutig " ist.
Ich bin gerne spontan und unternehmungslustig.
Nach 6 Jahren fernbeziehung weiß ich: darin kann ich nicht atmen...festgetackerte Zeiten sind nicht meins und jede freie Minute mit Mann auf dem Motorrad sitzen oder Golfspielen auch nicht.
Ich akzeptiere aber das der andere es liebt so zu leben und lass ihm das.
Erst verliebt machen und mitmachen um später an ihm rumzuschrauben ist nicht fair.
Umgekehrt aber auch nicht...
Erstmal lernt man sich kennen und da strengt auch Mann sich an.
Hört das auf, fällt jeder ohne darauf zu achten instinktiv in seine Bedürfnisse zurück.
Jemand der nicht gerne küsst, Sex nicht braucht oder raus gehen, wird es nicht tun.
Einfach so ohne erstmal darüber nachzudenken, dass es ihm kein Bedürfnis ist.
Der andere wird automatisch merken ob er die Bedürfnisse hat oder nicht und zwar daran wie es ihm geht.
Sie zu kennen heisst nur: nicht lange überlegen zu müssen warum man sich nicht wohlfühlt.
 
  • #30
Nach 6 Jahren fernbeziehung weiß ich: darin kann ich nicht atmen...festgetackerte Zeiten sind nicht meins und jede freie Minute mit Mann auf
gut, das Du diese Erkenntnis nach 6 Jahren gewonnen hast. Da sieht man, wie lange es unter Umständen dauern kann bis wir wieder einen Schritt weiter, wieder einen Schritt reifer in unseren Beziehungen geworden sind. Wohl dem der schon früh gelernt hat, welche Bedürfnisse Ihm wirklich wichtig sind in Beziehungen und er entsprechend sich drauf einstellen kann. Da wir aber verschiedene Entwicklungsstufen im Leben durchlaufen ist es leider oft mit viel Schmerz verbunden eine einmal eingeschlagene Richtung zu korrigieren, wenn die Einsicht erfolgt, das es so nicht mehr weitergehen kann. Hier wird wieder ganz klar deutlich das die Beziehungen unserer Großeltern so glücklich gar nicht gewesen sein können die ja ach so dauerhaft waren. Denn diese Erkenntnis was einem nicht guttut hatten die vorigen Generationen bestimmt auch - aber es würde sich nicht getraut die Veränderung herbeizuführen.....
 
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