• #1

Wie wichtig sind Väter-Tochter-Beziehungen für Frauen?

Töchter sind für viele Väter ja kleine Prinzessinnen, die sie bewundern, beschützen und betüdeln. Das war und ist bei mir anders. Jetzt hat mein Vater sogar versäumt, mich rechtzeitig zu seinem Geburtstag einzuladen . Obwohl ich angeblich "die Hauptperson" bin. Seine Taten sagen etwas anderes: Rückzug, wenn ich zu Besuch bin, keine Gespräche darüber, wie es mir geht oder was in meinem Leben so los ist. Kurzum: Mir fehlt das Krönchen, das stolze Väter ihren Töchtern verpassen. Zu seinem Geburtstag gehe ich nicht, weil ich nun schon andere Pläne habe und mein Stolz mir das verbietet. Reagiere ich über?

Ich überlege, ob diese Vater-Tochter-Beziehung negative Auswirkungen auf meine Beziehungen zu Männern haben könnte. Was meinen Sie?

Fräulein Wunder
 
  • #2
Sehr gut, Fräulein!

Langsam fangen Sie an zu denken! Es wird noch dauern, seien Sie ehrlich zu sich, hören Sie in sich hinein, reden Sie mir ehrlichen Freunden, denken Sie nach über Parallelen in Ihrem Leben, welches Ereignis löst welches Gefühl aus, warum wünschen Sie sich was.... etc etc...

Sie müssen sich selbst besser kennen lernen, dann finden Sie auch irgendwann den richtigen Partner. Das ist kein leichter Weg, aber er lohnt sich unbedingt.
 
G

Gast

  • #3
Es hat auf jeden Fall einen Einfluss auf deine Beziehungen zu Männern. Ich selbst habe meinen Vater nie kennengelernt und auch keine andere Vaterfigur gehabt. Bin jetzt anfang Vierzig und, obwohl äusserlich recht attraktiv und eigentlich fest im Leben stehend,immer noch sehr unsicher im Umgang mit Männern. Wohl auch wegen bevorstehender Trennung, bin ich seit einiger Zeit am aufarbeiten meiner Vaterbeziehung. Dir rate ich das Gespräch mit deinem Vater zu suchen, vielleicht ist ihm ja überhaupt nicht bewusst wie sein Verhalten bei dir ankommt. Ich selbst musste leider erfahren, dass mein Vater vor ein paar Jahren gestorben ist. Also versuche es zu klären, solange du die Gelegenheit hast. Wünsch dir alles Gute.
 
G

Gast

  • #4
Ich glaube, dass die Mutter eine noch größere Rolle spielt, weil sie eben das weibliche Vorbild für die Tochter ist. Wie sie sich (Männern gegenüber) verhält und was sie der Tochter an Richtlinien mit auf den Weg gibt, ist entscheidend.
In dieser Hinsicht hat meine Muttter z.B. versagt, weil sie mir sehr romantische Vorstellungen mitgegeben hat, die letztlich zu einer großen Naivität bei der Partnersuche geführt haben, die ich erst mühsam ablegen musste.
 
G

Gast

  • #5
Also Fräulein Wunder, Sie sind aber wirklich wunderlich.
Ich brauch keine Einladung zum Geburtstag meines Vaters. Da geh ich so hin, weil es für mich selbstverständlich ist.

Ich bin auch die Prinzessin für meinen Vater und trotzdem dreht sich die Erde weiter, auch wenn er mal nicht mit mir spricht oder sich nicht ständig nach meinen Befindlichkeiten erkundigt.

Ganz einfach: "Hinfallen, aufstehen, Krone richten - weitergehen". Überreaktion ist hier völlig fehl am Platz, weil es nicht zum überreagieren gibt.

Ich war auch nicht immer der Nabel der Welt bei meinem Vater und bei meiner Mutter erst recht nicht. Trotzdem hatte ich es nie negative Auswirkungen auf meine Beziehungen zu Männern. Die Männer, die ich kennengelernt habe, sollten nie Vaterersatz sein, denn einen Vater habe ich.

Meine jetzige Beziehung dauert nun schon 12 Jahre an.
 
G

Gast

  • #6
Also, dass man zum Geburtstag eines der Eltern extra eine förmliche und "rechtzeitige" Einladung erwartet, befremdet mich vollkommen.

m.
 
G

Gast

  • #7
Ich bin ein Vater einer Tochter und hoffe, dass solche Sachen wie "nicht rechtzeitig eingeladen" nie eine Rolle in unserer Beziehung spielen wird.

Man liebt sich so wie man ist mit allen Stärken und Schwächen für immer.

Ich überlege, ob diese Vater-Tochter-Beziehung negative Auswirkungen auf meine Beziehungen zu Männern haben könnte. Was meinen Sie?
Ich glaube, die größere Auswirkung hat der Umgang der Mutter mit dem Vater. Die Mutter lebt der Tochter vor, wie mit dem Vater bzw. den Männern umgeht.
Oder besser: die Eltern leben vor, wie Beziehungen funktionieren oder auch nicht.

m
 
G

Gast

  • #8
Liebes Fräulein Wunder,

laut Rainer Maria Koidl wirkt sich mangelnde Zuneigung und Anerkennung des Vaters der Tochter gegenüber fatal auf die Partnerwahl aus... Lies mal "Scheißkerle" und Du weißt Bescheid - der Titel ist reißerischer als das Buch selbst - ist wirklich gut geschrieben. Ich hatte es an einem Nachmittag durch...

w,40
 
  • #9
Das Buch von Gast 7 vorgeschlagen, kann ich nur empfehlen.

Also wenn das Krönchen fehlt, dann fehlt auch was ganz anderes. Liebe zu einem Mann. Der erste Mann, der dich eigentlich auf Händen tragen sollte, war eben nicht so.
Ich bin auch so eine Prinzessin, aber ich glaube, auch ich habe Probleme einen passenden Mann für mich u finden. So wie du Greta bereits zitiert hast: Töchterchen Prinzessin misst den Mann ihrer Träume an ihrem Vater. Da hat es auch nicht jeder Mann leicht.
 
M

Mooseba

  • #10
Also meine Schwester wurde von meinem Vater nie wie eine Prinzessin behandelt. Deshalb benimmt sie sich auch nie wie eine. Stattdessen ist sie rational, fleißig und irgendwann mal eine strenge Mutter.
 
G

Gast

  • #12
Liebes Fräulein Wunder,
1. Zum Thema Papas Prinzessen:
Seien Sie froh, dass ihr Vater keine Prinzessin aus Ihnen gemacht hat!!! Prinzessinnen sind oft auch noch als erwachsene Frau emotional nicht unabhängig von ihrem Vater. Da fehlt das rechtzeitige Entlassen in die Selbstständigkeit und Selbstverantwortung bei Frauen. Der Vater tut "alles" für seine kleine Prinzessin und tut ihr damit leider nichts Gutes. Ich vermute Väter, die sich so aufführen polieren damit auch ihr eigenes Ego. Sie haben die Macht, die Tochter über Verwöhnung und "Prinzessinendasein" an sich zu binden und sich selber eine unentbehrliche Rolle zuzuweisen. Für mich ist das kein wünschenswerter Zustand! Lassen Sie am besten diesen Gedanken los und freuen Sie sich, dass Sie offenbar ein selbständig geratener Mensch sind!

2. Sie fühlen sich nicht als seine "Hauptperson", obwohl sie es eigentlich seien sollten: Sie sind ganz sicher die Hauptperson für Ihren Vater. Zweifeln Sie nicht daran, weil er es nicht expressiv ausdrückt. Mit seinem Verhalten gibt er Ihnen eigentlich die Freiheit, von alleine, auf ihn zuzukommen. Er belagert Sie nicht mit seinen Bedürfnissen - er hat Sie zu einer freien Frau erzogen. Zeigen Sie ihm, dass Sie seine Nähe und Meinung schätzen. Kann es sein, dass Sie sich auch von ihm zurückgezogen haben und er es spürt und sich einfach nicht traut auf sie zuzugehen? Mit Sicherheit ist es kein Desinteresse. Es könnte sogar Rücksichtnahme sein. Trauen Sie sich und klönen eine Runde mit Ihrem Vater über ihr Leben. Zeigen Sie ihm, dass Sie ihn teilhaben lassen wollen und seien sie froh, dass er Ihnen nicht das Gefühl (Schuldgefühl) gibt, sie als "seine Prinzessin" müssten sich um ihn kümmern.

3. Die offene Geburtagseinladung:
Möchten Sie Ihren Vater wirklich nicht an seinem Geburtstag sehen? Wenn doch, dann springen Sie über Ihren Schatten bzw. Stolz. Mir ist immer klar, dass ich meinen Vater an seinem Geburtstag sehe und ihm auch. Von daher sprechen wir immer kurz was wir unternehmen bzw. ich frage rechtzeitig nach. Ich denke auch für Ihren Vater ist es selbstverständlich, dass Sie zu seinem Geburtstag dazugehören. Natürlich lädt er Sie nicht ein, wie einen Bekannten.

4. Beziehung zu anderen Männern:
Die Beziehung zwischen Vater und Tochter hat Auswirkungen auf die späteren Beziehungen. Aber: Sie können ja reflektieren und überarbeiten! Und das Sie sich nicht als Prinzessin behandelt fühlen und somit so nicht verhalten, das hat auch viel Gutes! Wollen Sie einen Partner, der Sie nicht auf Augenhöhe behandelt - eben weil Sie seine Prinzessin sind, der man alles Schwere und Problematische abzunehmen hat? An so einer Behandlung wächst doch nicht Ihre Persönlichkeit! Noch wird das eine gleichstarke Beziehung, in der Sie mit allen Ihren Facetten (nicht nur der Prinzessin) dasein dürfen!

Also, alles ist gut! Freuen Sie sich über Ihre Selbständigkeit und darüber, dass Sie keine Prinzessin sind! w 40 - geliebte Tochter, aber keine Prinzessin!