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  • #1

Wie wieder zu sich selbst finden nach einer Beziehung?

Seit gut einem Monat ist meine 3-jährige Beziehung aus. Gegen Ende hat der Kopf Nein gesagt, aber das Herz wollte es gerne nochmals versuchen. Nicht so bei Ihr. Bereits nach wenigen Tagen war bei ihr nichts mehr da, nur noch Kälte und Distanz (auch während der Beziehung war die körperliche Nähe immer ein Problem). Manchmal hatte ich das Gefühl, sie wäre nur aus Abhängigkeit mit mir zusammen gewesen und nicht wirklich aus Liebe, auch wenn sie es oft gesagt hat.

Wie kann man damit umgehen, wenn man das Gefühl hatte, bzw. sehr sicher ist in der Beziehung immer mehr gegeben zu haben und mehr investiert zu haben (u.a. auch Liebe). Wie findet man wieder "zu sich selbst" und bekommt wieder mehr Selbstwert und -bewusstsein, wenn dieses in der Beziehung eher gesunken ist, anstatt dass es sich aufgebaut bzw. stabilisert hätte. Natürlich gibt es hierzu kein Patentrezept - aber jeder findet ja seine eigenen "Bewältigungs-Strategien". Wie erging es euch dabei, wenn in eurer Beziehung auch so ein "ungleiches Gefälle" bestand?
(Ich habe kürzlich den Vergleich gehört, dass manche Menschen in einer Beziehung zum Vampir werden und den anderen aussaugen - hört sich "böser" an, als es gemeint ist, da dies unterbewusst und ungewollt geschieht - meistens jedenfalls).
Heilt die Zeit wirklich alle Wunden, und wenn ja, wird man sich zwangsläufig bei der nächsten Beziehung nicht mehr so 100%ig auf den anderen einlassen, aus Angst wieder so verletzt werden zu können?
 
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  • #2
Ja, die Zeit heilt wirklich alle Wunden. Also gib sie dir - die Zeit.

Ich war vor einigen Jahren in einer Beziehung wo ER mich wie ein Vampir ausgesaugt hatte. Es war sehr, sehr schwer für mich den nackten Tatsachen ins Auge zu sehen und die Trennung herbei zu führen. Ausgerechnet heute dachte ich daran, weil mir ein Brief in die Hände fiel den ich damals an ihn schrieb - jedoch schickte ich ihn nicht ab. Es tat mir damals sehr gut meinen Kummer zu verschriftlichen, ihm mit Pathos Ausdruck zu verleihen. Heute las ich die Zeilen noch einmal, warf sie dann zum Altpapier und war sehr dankbar dafür dass ich es geschafft hatte, mich aus dieser destruktiven Partnerschaft zu lösen.
Du wirst sehen, je größer der Abstand zur Vergangenheit, desto besser wirst du dich fühlen und es für gut heißen, dass aus euch letztlich kein Paar von Dauer wurde. Das wünsche ich dir ganz herzlich.
 
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  • #3
Jede/r geht mit Trennung anders um
Wenn sich Deine Partnerin äusserlich kalt zeigt, so soll es Dich nicht davon abhalten, den Weg zu Dir zu gehen. Schau auf Dich.

Gerade nach Trennungen laufen viele Menschen Gefahr, alles im Aussen zu suchen. Jedoch ist es jetzt am wichtigsten dass Du Dich selbst lebst

Bewältigungsstrategien gibt es viele. Das Zauberwort ist aus meiner Erfahrung Geduld.

Nimm Dir die Zeit, alles bewusst zu durchleben und es wird dann der Tag kommen, wo Du Dich gut fühlst.
Alles andere Dir zu raten wäre falsch.

Und ich würde an Deiner Stelle nicht gleich daran denken wie es ist, wie/wann Du Dich auf einen neuen Menschen einlässt. Das macht nur Stress. Also der Gedanke daran

Schau mal, wie es Dir heute, morgen, übermorgen geht
Denke nur in kurzen Zeitabständen.

Und wenn der Zeitpunkt kommt, das Du froh bist, wie Alles gelaufen ist, dass Du da bist wo Du gerade bist, dann: gratuliere!

Also: Geduld, Entspannung, auf sich selbst schauen, eigenes Leben gestalten

du machst das
w/46
 
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  • #4
Ich wäre mir vor allem nicht so sicher, dass ihre Kälte auf mangelnde Liebe zurückzuführen ist. Auch jemanden als Vampir zu bezeichnen halte ich für bedenklich. Damit kannst du völlig falsch liegen, denn jeder schützt sich anders vor Verletzungen. Um zu dir selbst zu finden sind Schuldzuweisungen und Verurteilungen jedenfalls kein gutes Mittel.
 
  • #5
Wie mit diesen Gefühlen umgehen? Zwischendurch - Nicht immer! - alle Gefühle einfach zulassen. Egal, ob Wut, Schmerz, Selbstmitleid ...
Das Wichtigste: Den Kontakt zum Ex-Partner abbrechen, konsequent. Um Selbstwert/-bewußtsein, Lebensfreude wiederfinden zu können, muß man sich dieser "Kleinmacherei" strikt entziehen.
Der Rest kommt mit der Zeit.
Die Frage nach dem "Warum hatte man so einen Partner" war für mich sehr interessant - ich würde sagen, ich habe meine Lektion gelernt.

Nach einer destruktiven Beziehung habe ich auch etwas gebraucht, aber es geht mir wieder gut.
 
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  • #6
Lieber FS

Mir geht es im Moment ähnlich wie Dir. Ich habe meine 2 1/2 jährige Beziehung vor 3 Monaten beendet. Auch für mich war es keine leichte emotionale Trennung, doch heute nach 3 Monaten bin ich sehr froh, diesen Schritt getan zu haben.
Mein Exfreund war auch ein Mensch, der nur nahm und nichts gab. Also wen man so nennen möchte ein "Vampir", der mich emotional wie auch finanziell total ausgesaugt hat.
Zudam kamen noch seine Lügen und seine Untreue, was er immer abstritt. Er ging 10 Tage nach der Trennung in einen neue Beziehung ein und ist im Moment mit ihr in Schweden in den Ferien.
Sein Verhalten hat mir nochmals betstätigt, dass meine Entscheidung richtig war. Wer so schnell eine neue Beziehung eingeht, ohne die Trennung zu verarbeiten, hat auch in der vergangenen Beziehung keine echten und tiefen Gefühle investiert.
Du wirst diese Zeit überstehen und ganz sicher zu Dir finden lieber FS. Und irgendwann wirst auch Du dankbar sein, dass es auseinander gegangen ist. Eine Beziehung ist ein Nehmen und ein Geben. Und wenn nur einer gibt und der eine nimmt ist das keine Beziehung wertlos und nichts als Zeitverschwendung inkl. Zermürbung der Emotionen.

Dir alles Gute
w, 39
 
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  • #7
FS:
Vielen Dank für die Ratschläge und eure Erfahrungen - das hilft mir sehr!
Ich werde für mich auch einfach mal alles aufschreiben, um meinen Gedanken freien Lauf zu lassen, vermutlich wird mir das auch sehr gut tun, da ich ein sehr empathischer Mensch bin und auf diese Weise vllt. noch besser damit abschließen kann, wenn ich alles aufliste, was mir nicht so gepasst hat, bzw. was bei uns nicht geklappt hat...
Sie war nunmal eher sehr zurückhaltend was Ihre Gefühle anging (ich vermute, dass das an Ihrer Familie/Erziehung lag - da war von Liebe und Wärme kaum etwas zu spüren, woher soll sie es also bekommen haben?) - und ich weiß für mich nun, dass ich mit so einem Menschen in Zukunft nicht gut harmonieren kann und etwas anderes brauche, da ich sehr viel Liebe zu geben habe, diese dann aber auch empfangen muss.
Ich muss es akzeptieren, dass Sie mit uns auf eine andere Weise abschließt wie ich und es ihr nicht so nahe geht. Der Vergleich mit dem Vampir war vllt. etwas unpassend, es sollte nur diese Tatsache beschreiben, dass es Beziehungen gibt in denen ein part mehr gibt als der andere, und derjenige der mehr gibt darunter leidet und sich "ausgesaugt" fühlt. Wenn ich mich zurück erinnere hatte ich vor 3 Jahren ein Selbstwert und -bewusstsein, mit dem ich Bäume hätte ausreißen können und im letzten Jahr fühle ich mich wie ein Häufchen Elend - und das überträgt sich nun mal auf das gesamte Leben (Arbeit, Familie, Hobbys usw.)... Ich hoffe, dass ich mich trotz meiner persönlichen Weiterentwicklung irgendwie wieder finde und diese Selbstwert wieder bekomme. Von Schuldzuweisungen, Verurteiltungen und sonstigem halte ich nichts, und Ihr Gegenüber werde ich weiterhin mit Wertschätzung begegnen. Man spielt nur im Kopf automatisch nochmal alles durch, woran es denn gehapert hat - meines Erachtens an der Kommunikation und der Inkompatibilität in bezug auf Sexualität+Wärme, Nähe, Liebe, Zärtlichkeit...
Aufgrund meiner neuen Lebenssituation fällt mir nun leider oftmals die Decke auf den Kopf und es fällt mir schwer mich auf Dinge zu freuen, die mir früher immer Spaß gemacht haben - ich hoffe dieser "Ausnahme-Zustand" in dem man sich nach einer Trennung befindet, der dauert nicht allzu lange an, dass ich meine Lebensfreude wieder für mich und NUR mich entdecken kann.
 
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  • #8
Lieber FS

Ich hatte auch mal so eine Beziehung, in der ich mir sicher war, dass ich um ein Vielfaches gegeben habe als genommen. Ich hatte immer das Gefühl, ausgesaugt zu werden.
Ich habe mich dann endlich getrennt und ca. 6 Monate gebraucht, um mich irgendwie wieder selbst zu finden. Solange habe ich einfach nur mal versucht, die neue Wohnung einzurichten, meinen Freundeskreis zu modifizieren und meine Freizeit neu gestaltet.
Mit jedem Monat ging es besser und heute, nach 2 Jahren bin ich ein sehr ausgeglichener und lebensfroher Mensch. Ich habe schon öfter mal mit meinem Ex über unsere Beziehung gesprochen und er ist auch ganz fest der Meinung, dass ER mehr gegeben hat. Komisch - oder?
Er hat mir dann das Buch "Warum Frauen immer Sex wollen und Männer immer Kopfschmerzen haben" empfohlen. Bei der Lektüre wurde mir dann völlig klar, was bei uns nicht geklappt hat.
Ein Punkt, den ich erkannt habe, ist der: Jeder hat das Gefühl, mehr zu geben, weil man viele Dinge, die man bekommt, nicht wirklich wahrimmt. Stimmt die Beziehung nicht mehr, dann nimmt man dieses Gefühl als Anlass, selbst auch nicht mehr so viel zu geben, was dann in einen Teufelskreis endet, denn der Partner sieht nur, dass er plötzlich weniger bekommt und schränkt sich selbst dann noch mehr ein, bis nichts mehr da ist.
Also warte ab, bevor du ein endgültiges Urteil über deine Ex abgibst. Es dauert Monate, bis man alles ohne Groll sieht.
Nimm diese Zeit und nutze sie für dich selbst. Mach das, was dir Freunde bereitet, mach Sport oder geh spazieren, geh ins Kino oder ins Museum, fahre Rad oder sitz vor dem PC. Mach es und genieße die Zeit, in der dir niemand sagt, was du zu tun hast.
 
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  • #9
Dem Spruch: die Zeit heilt die Wunden, stimme ich nicht zu! Es bleibt immer etwas hängen und die vielen Altlasten und was ist mit den Traumatas? Ich bleibe heute nicht zu lange in einer Beziehung wenn ich erkennen kann, dass sie nicht stimmig ist, schaue nach vorne und bin ausschließlich mit Menschen zusammen, die einen nicht runterziehen, nicht auslaugen oder/und einmalige, kostbare Zeit stehlen. (m)
 
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