• #31
Hallo s-moll,

darf ich mal blöd fragen, wenn Du nicht gerne Single bist, warum Du an diesem Zustand nichts änderst? Ist doch irgendwie schräg nach Glück und Zufriedenheit in einem Zustand zu fragen, den man gar nicht mag, statt diesen zu ändern bzw. ändern zu wollen.
Oder bist Du so ein hoffnungsloser Fall? Glaubst Du das zumindest? Willst Du Dich tatsächlich mit diesem Zustand auch noch anfreunden?

Aus meiner Sicht ist das nicht unbedingt die beste Strategie wieder glücklich zu sein. Ich bin seit 3 Jahren Single und habe in dieser Zeit einige Männer kennengelernt. Ich könnte schon längst wieder in einer Partnerschaft leben aber das wären alles halbherzige Geschichten geworden (Gute Partien aber nichts, wo mein Herz ja sagen würde). Ich kenne Frauen, die quasi nie Single sind. Die wechseln ständig warm von einer unglücklichen Beziehung in die nächste, nur um nicht allein zu sein. Man wird älter und hat auch gewisse Ansprüche. Das hat auch mit Reife zu tun, da man sich selbst kennt und Erwartungen an sein Leben hat. Natürlich sollte man die Augen offen halten und sein Herz nicht verschließen aber mit Zwang führt die Suche sicher überall hin nur nicht ins große Glück. Selbst wenn das Singledasein eine Übergangsphase sein soll, wissen wir alle, dass diese Monate oder Jahre dauern kann. Wer will schon über so einen Zeitraum unglücklich zuhause sitzen? Man muss erstmal lernen, es sich alleine schick zu machen.
 
  • #32
Ich denke, daß es einfach ein Frage des Nähe-Distanz-Bedürfnisses ist. Es gibt auch nicht den Single schlechthin, sondern verschiedene Typen davon. Ich hatte z. B. nie eine Beziehung angestrebt, weil ich einfach nichts vermisse. Ich benötige für mich sehr viel Freiraum und bin einfach nicht der klassische Beziehungsmensch. In meine Beziehungen bin ich irgendwie reingerutscht. Andere Singles waren schon verheiratet, aber haben für sich festgestellt, daß das doch nicht so ihr Ding ist, obwohl die Ehe unauffällig war. Ich bin auch keiner, der nach Frauen sucht. Dafür sind sie die meisten mir einfach zu uninteressant. Ich habe mir darüber schlicht nie ernsthafte Gedanken gemacht. Der mir überhaupt gefallende Frauentyp kommt auch viel zu selten vor.als daß es für mich überhaupt ein Dauerbeschallungsreizmuster gäbe. Selbst wenn es anders wäre, wüßte ich nicht, was mir eine klassische Beziehung bringen soll.

Man muß dafür schon irgendwie geboren sein.
 
A

Ars_Vivendi

Gast
  • #33
Ich meine das wirklich nicht herablassend, aber das Gerede über inneren Frieden und Glückseligkeit kann sich einem Menschen wohl nur erschließen, wenn er eine esoterische Ader aufweist. Für rationale Geister ist das nix.

Ich finde nicht, dass es unmöglich ist, ohne Partnerschaft für sich glücklich zu sein und ich bin ein ziemlich rationaler Geist. Das hat mit Esoterik nichts zu tun, aber wer von seinem Sexualtrieb innerhalb einer Beziehung so abhängig ist, dass er oder sie ohne nicht glücklich sein kann, tut mir leid.

Glück hat für mich zunächst mal damit zu tun, dass ich zufrieden bin damit, wie ich mein Leben selbst gestalte. Wenn ich mich dann daran auch noch erfreuen kann, dann bin ich glücklich. Für soziale Kontakte habe ich auch Freunde.
Ich bin auch überzeugt, dass eine Partnerschaft nicht gelingen kann, wenn nicht beide Partner für sich glücklich sind, um sich dann gegenseitig zu bereichern. Die Forderung "mach mich glücklich" finde ich völlig absurd. Wirklich glücklich machen kann ich nur mich selbst. Andere tragen bestenfalls dazu bei, dass ich mich gut fühle, aber treffen nicht die Entscheidungen, die dann mein Leben ausmachen.
 
  • #34
Aus meiner Sicht ist das nicht unbedingt die beste Strategie wieder glücklich zu sein. Ich bin seit 3 Jahren Single und habe in dieser Zeit einige Männer kennengelernt. Ich könnte schon längst wieder in einer Partnerschaft leben aber das wären alles halbherzige Geschichten geworden (Gute Partien aber nichts, wo mein Herz ja sagen würde). Ich kenne Frauen, die quasi nie Single sind. Die wechseln ständig warm von einer unglücklichen Beziehung in die nächste, nur um nicht allein zu sein. Man wird älter und hat auch gewisse Ansprüche. Das hat auch mit Reife zu tun, da man sich selbst kennt und Erwartungen an sein Leben hat. Natürlich sollte man die Augen offen halten und sein Herz nicht verschließen aber mit Zwang führt die Suche sicher überall hin nur nicht ins große Glück. Selbst wenn das Singledasein eine Übergangsphase sein soll, wissen wir alle, dass diese Monate oder Jahre dauern kann. Wer will schon über so einen Zeitraum unglücklich zuhause sitzen? Man muss erstmal lernen, es sich alleine schick zu machen.

Hi Emma,

es geht nicht darum zwanghaft das Singledasein zu beenden oder in diesem zu versauern, sondern darum was ich (/man) will und darauf sein Augenmerk zu richten.

Ich hätte mir auch lange nicht gedacht, dass es eine wahre Feude sein kann die Vorzüge der Freiheit und Selbstbestimmung als Single zu geniessen. Im Gegenteil: Wenn ich heute viele Paare im Alltag sehe überkommt mich ein Grauen.

Trotzdem fühle ich mich in einer Partnerschaft und Familie wohler und darauf verwende ich mein Wirken und meine Energie. Der Singlestatus ist für mich nur eine vorübergehende Erscheinung aus der ich das Beste mache.

Davon abgesehen: Selbst als Single hatte ich meine Freundinnen für dies und jenes und dass es hier im Forum immer wieder nur um Sex geht, dafür kann ich nichts. :D

PS: Entgegen der hier weitverbreiteten Meinung bin ich immer wieder erstaunt wie groß ein vernünftiges "Angebot" in meiner Alterklasse für mich ist. ;)
 
G

Gast

Gast
  • #35
Allerdings steht die Behauptung für mich diametral der Tatsache gegenüber, dass der Mensch nun einmal ein soziales Wesen mit Sexualtrieb ist, das sich, und sei es auch nur zeitweise, an eine/n VertreterIn des anderen Geschlechts bindet.

Das Soziale kann man gut mir anderen Menschen auch erleben bzw. ich kenne Paare, da geht das soziale fast nur mit anderen. Eine Freundin von mir ist ein sehr kommunikativer Mensch und würde z.B. gern von ihrem langjährigen Freund gefragt werden, wie es so läuft auf Arbeit oder überhaupt, womit sie sich beschäftigt usw. Der Mann erzählt ihr weder, dass er viel über den Tod nachdenkt (hat sie zufällig von jemand anderem erfahren), noch dass er gern eine lange Südamerikareise machen würde, noch sagt er irgendwas, wenn sie irgendwas erzählen will.
Eine andere muss auch immer alles ansprechen, weil vom Mann nicht viel kommt.
Anderen beim Fernsehen zuzusehen oder dauernd mitzukriegen, wie eine Wand zwischen dem anderen und einem selbst ist, weil er sich nicht öffnen kann oder will, ist auch frustrierend. Das sieht alles immer so schön sozial aus, wenn beide zu einer Party als Paar erscheinen.

Den Sexualtrieb kann man auch anders ausleben, oder man verzichtet eben lieber, wenn man so gestrickt ist, dass man Sex nur mit einem Partner haben will.
Und auch hier: Langjährige Partnerschaften und noch aufregender Sex? Eine kleine Prozentzahl vielleicht.

Das einzige, was ein Single nicht haben könnte ist, dass er nicht in eine leere Wohnung kommt. Wenn Du das mit "soziales Miteinander" meinst, gut. Allerdings kenne ich auch hier Leute, die sagen, sie würden SEHR GERN zwei, drei Tage in der Woche für sich sein und sich nicht anpassen müssen. Die sagen, sie seien froh, wenn der Partner mal ein paar Tage außerhäusig ist wegen Dienstreisen.

Ein Single kann mit dem passenden Umfeld auch das alles haben. Das einzige, was er nicht hat, ist die Illusion der Gewissheit, nicht allein zu sein im Alter. Wenn aber die Beziehung so ist, wie die oben beschriebenen, dann klafft eine gewaltige Lücke zwischen der Vorstellung von "sozial eingebundenes Wesen mit befriedigtem Sexualtrieb" und dem, was wirklich in vielen Beziehungen abgeht.
 
G

Gast

Gast
  • #36
Glücklich als Single? Wohl kaum möglich. Zufrieden geht aber schon. Wenn ich mir die ehemals attraktiven Partnerinnen meiner alten Klassenkameraden betrachte, bin ich froh, dass von denen heute keine zu mir gehört. Unsportlich, verfettet, Cellulite u.s.w. Einfach nur furchtbar. Ich habe Kontakt zu zahlreichen attraktiven Damen, meinen Tanzpartnerinnen. Für die komme ich als Partner nicht in Betracht, weil ich dafür nicht gut genug aussehe. Aber ich habe so sehr nette Gesellschaft und lerne ständig neue Damen kennen. Problematisch sind Tage wie der eigene Geburtstag und Weihnachten. Dann kommt der Katzenjammer. Aber zum Glück ist nicht jeder Tag im Jahr Weihnachten! Wenn ich die Wahl hätte zwischen nur einer Partnerin und zahlreichen Tanzpartnerinnen, würde ich heute letztere wählen. Zusätzlich eine Freundschaft plus wäre aber wünschenswert. Mann Ü50
 
  • #37
Der Partner ist doch nicht dazu da, einem glücklich zu machen. Ich denke, die Partnerschaften werden von einigen doch sehr überbewertet. Nachdem die Verliebtheit vorbei ist, normalisiert sich vieles wieder. Für Leute, die sich innerhalb einer Partnerschaft wohlerfühlen, dürfte da wahrscheinlich der Geborgenheitsfaktor eine Rolle spielen, auf dem Alleinmenschen nicht so angewiesen sind. Sie würden sich im Laufe der Zeit vielmehr eingeengt fühlen.
 
G

Gast

Gast
  • #38
Ganz einfach. Entweder, wir werden uns bewusst, dass wir allein vollkommen sind, oder wir reden uns den Mangel jeden Tag aufs Neue ein. Jeder hat die Wahl.

Wer so sehr einen anderen Menschen braucht, macht sich abhängig. Und das sind dann solche, wo ein potenzieller neuer Partner schnell wieder das Weite sucht, weil er sich vereinahmt fühlt, er soll verantwortlich sein für das Glück des anderen. Das funktioniert so nicht.
 
  • #39
Ganz einfach. Entweder, wir werden uns bewusst, dass wir allein vollkommen sind, oder wir reden uns den Mangel jeden Tag aufs Neue ein. Jeder hat die Wahl.
Ich denke viel der Probleme die hier immer wieder (in unterschiedlicher Form) besprochen werden resultieren aus einem sehr stark ausgeprägten "entweder/oder" Denken.
Meiner Meinung nach irrt jemand der denk, dass er mit sich alleine vollkommen ist, genau wie jemand irrt, der sein Heil in der Gesellschaft anderer sucht und seine eigene Persönlichkeit aus der Gleichung nimmt.
Es ist doch ganz einfach: wer alleine sein und bleiben will hat heute alle Mittel und Rechte dazu es so zu handhaben, wer einen Partner will, der wird einen finden, wenn das eigene Ego dabei nicht zu sehr im Weg steht. Jeder der Wege die man einschlägt bringt gewisse Konsequenzen mit sich und derer sollte man sich bewusst sein oder werden.
Was mich stört sind die Menschen, die allen ernstes glauben, man kann alles haben (das Beste aus beiden Welten und hier gibt es für mich dann schon punktuelles entweder/oder). Das deutet für mich einfach nur auf extreme Weltfremdheit hin. Ich find zum Erwachensein gehört dazu, dass alles nicht nur Vorteile, sondern auch Nachteile hat. Das Geschäft ist die Kosten/Nutzen Analyse: bringt es mir mehr, als es mich kostet?
Zu sagen: ich will maximale Freiheit und gleichzeitig eine verbindliche Beziehung, der hat in meinen Augen nicht verstanden wie die Welt funktioniert. Erst die Aufgabe von Dingen, die uns wichtig sind ermöglichen es uns vielfach erst das Glück zu finden. Am Anfang dazu steht einfach eine gewisse Unbescheidenheit aufzugeben. Und damit meine ich nicht anspruchslos oder wahllos zu werden.
 
  • #40
Nach meinen Erfahrungen gibt es Menschen, die sich nunmal über einen Partner definieren und dann noch Ansprüche an ihn stellen. Ein selbstbewußter Mensch tut sich das nicht an. Ich habe zwar bestimmte Vorstellungen vom Partner, aber die erzwinge ich nicht. Ich brauche das einfach nicht. Ich definiere mich nicht über sowas.
 
  • #41
Liebe s-moll,
So richtig, richtig glücklich werde ich als Single wohl nicht sein.. wohl aber hab ich einige Tricks gefunden, mit denen ich glücklicher geworden bin.
1) Urlaube sind wichtig, aber verbringe sie nicht alleine. Schliess dich einer Reisegruppe an, mach einen Workshop, einen Sprachaufenthalt etc. oder finde eine (Single) Freundin und mache Frauen-Urlaub.
2) Veranstalte eine Geburtstagsparty, lade Freunde ein und auch flüchtigere Bekannte, sogar Nachbarn. Dreh die Musik auf, verteil Alkohol und bring die Leute dazu, ins Gespräch zu kommen.
3) Mach immer mal wieder Online Dating usw. auch wenn es dir vielleicht nicht sofort den Traumpartner bringt. Sieh es entspannt und als guten Grund, dir schöne Kleider zu kaufen und dich weiterhin zu rasieren.
4) Plan deine Woche im Voraus und füll die Zeiten, in denen du dich tendenziell einsam fühlst, mit etwas Besserem.
5) Lass dir von anderen ausführlich über ihre Beziehungsprobleme berichten. Hilft mir jedenfalls.
6) Lies das Buch "It's not you: 27 wrong reasons why you're single".
 
N

nachdenkliche

Gast
  • #42
Nach meinen Erfahrungen gibt es Menschen, die sich nunmal über einen Partner definieren und dann noch Ansprüche an ihn stellen. Ein selbstbewußter Mensch tut sich das nicht an. Ich habe zwar bestimmte Vorstellungen vom Partner, aber die erzwinge ich nicht. Ich brauche das einfach nicht. Ich definiere mich nicht über sowas.
Geht mir ebenso! es scheint so eine Art Urangst der Frauen und auch der Männer zu sein, ohne Partner bist Du unattraktiv, unweiblich, nicht begehrenswert..du hast einfach keinen abbekommen.Anders kann ich mir das nicht erklären. Partnerschaft und Kinder sind mitnichten das Glück im Leben.Kann sein, muss aber nicht.
Ich tue mir das im Augenblick auch nicht an und erzwinge nichts.Und...mir geht es gut! :)
 
G

Gast

Gast
  • #43
Nach meinen Erfahrungen gibt es Menschen, die sich nunmal über einen Partner definieren und dann noch Ansprüche an ihn stellen. Ein selbstbewußter Mensch tut sich das nicht an. Ich habe zwar bestimmte Vorstellungen vom Partner, aber die erzwinge ich nicht. Ich brauche das einfach nicht. Ich definiere mich nicht über sowas.
Das hat aber nichts damit zu tun, ob man nun als Single glücklich ist oder nicht.
Es gibt sehr viele Menschen, die sich auch nicht über einen Partner definieren, die aber trotzdem unglücklich sind.
Ebenso gibt es eben eigenständige Leute, die einfach glücklich sind, egal ob nun mit oder ohne Partner.
Ich bin immer noch überzeugt, dass glücklich sein eine Einstellungssache ist und absolut nichts mit dem Familienstand zu tun hat. Menschen, die wissen wollen, wie man als Single glücklich werden kann, sind dieselben Menschen, die dann fragen, wie man in einer Beziehung glücklich werden kann.
 
L

Lila Launebär

Gast
  • #44
Aufgrund meiner aktuellen Trennung habe ich mir auch diese Frage gestellt. Eine Freundin hat mir geraten, mich etwas mit der buddhistischen Lehre bzw. Weltanschauung auseinanderzusetzen. Ich bin ein relativ rationaler Mensch, bin auch eigentlich nicht religiös, aber nachdem ich mich etwas eingelesen habe, kann ich sagen, es hat mir sehr geholfen. Ich habe erkannt, dass man in sich selbst ruhen muss um mit sich selbst glücklich zu sein. Man kann lernen, zu akzeptieren, was ist (Single sein) und es annehmen. Man kann lernen loszulassen (Gefühle, Ängste, die Vergangenheit). Ich fand das sehr tröstlich und heilsam.
Ich bin auch der Ansicht, dass meine letzte Beziehung u.a. deshalb nicht funktioniert hat, weil wir beide uns gegenseitig brauchten. Weil anscheinend keiner von uns allein mit sich selbst im Reinen ist und mit sich selbst glücklich sein kann.
 
  • #45
Aufgrund meiner aktuellen Trennung habe ich mir auch diese Frage gestellt. Eine Freundin hat mir geraten, mich etwas mit der buddhistischen Lehre bzw. Weltanschauung auseinanderzusetzen. Ich bin ein relativ rationaler Mensch, bin auch eigentlich nicht religiös, aber nachdem ich mich etwas eingelesen habe, kann ich sagen, es hat mir sehr geholfen. Ich habe erkannt, dass man in sich selbst ruhen muss um mit sich selbst glücklich zu sein. Man kann lernen, zu akzeptieren, was ist (Single sein) und es annehmen. Man kann lernen loszulassen (Gefühle, Ängste, die Vergangenheit). Ich fand das sehr tröstlich und heilsam.
Ich bin auch der Ansicht, dass meine letzte Beziehung u.a. deshalb nicht funktioniert hat, weil wir beide uns gegenseitig brauchten. Weil anscheinend keiner von uns allein mit sich selbst im Reinen ist und mit sich selbst glücklich sein kann.
Finde ich spannend, was du da schreibst. Es ist schön, wenn jemand Heilung erfahren hat und das in diesem ja oft etwas zynischen Forum auch ausdrücken kann.
Mich beschäftigt dabei aber das Mit-Sich-Selbst-Glücklichsein.. ob mir das reicht. Aufgrund unserer gesellschaftlichen Gegebenheiten schrumpft das Gemeinschaftsgefühl immer mehr und eine Partnerschaft konnte das für mich ein Stück weit auffangen. Es stimmt schon, man sollte in sich selbst ruhen. Aber ich möchte trotzdem nicht nur alleine sein, selbst wenn ich Frieden mit mir habe. Hm. Ich muss wohl noch etwas darüber nachdenken.
 
  • #46
Mich beschäftigt dabei aber das Mit-Sich-Selbst-Glücklichsein.. ob mir das reicht. Aufgrund unserer gesellschaftlichen Gegebenheiten schrumpft das Gemeinschaftsgefühl immer mehr und eine Partnerschaft konnte das für mich ein Stück weit auffangen. Es stimmt schon, man sollte in sich selbst ruhen. Aber ich möchte trotzdem nicht nur alleine sein, selbst wenn ich Frieden mit mir habe. Hm. Ich muss wohl noch etwas darüber nachdenken.
Das Mit-Sich-Selbst-Glücklichsein bedeutet ja nicht, dass man mit sich selbst alleine bleiben soll. Aber wer auch ohne den anderen glücklich sein kann, der hat eine gute Grundlage, es auch MIT dem anderen zu sein. Denn dann hat man die Stabilität, seinen eigenen Zustand nicht vom Zustand / Verhalten des Partner total abhängig zu machen. Wer mit sich und aus sich heraus glücklich ist, der strahlt - eben aus sich. Das ist anziehend und eine tolle Grundlage für eine Partnerschaft. Wen zieht nicht auch ein Partner an, der aus sich strahlt? Wenn zwei Partner nur glücklich und zufrieden sind, wenn sie einander haben (und das heißt ja nicht, dass die Partnerschaft sozusagen Tüpfelchen auf dem i ist oder sein kann), dann setzen sie sich gegenseitig unter Druck, dass jeder quasi glücklich sein MUSS, um die "Laune" des anderen nicht zu gefährden. Das ist dann der Anfang vom Ende sozusagen.
 
  • #47
Hi Emma,

es geht nicht darum zwanghaft das Singledasein zu beenden oder in diesem zu versauern, sondern darum was ich (/man) will und darauf sein Augenmerk zu richten.
[...]

Davon abgesehen: Selbst als Single hatte ich meine Freundinnen für dies und jenes und dass es hier im Forum immer wieder nur um Sex geht, dafür kann ich nichts. :D [...]
Ich gebe Dir da vollkommen recht, keine Frage. Nur finden viele Menschen keine Balance zwischen "Augen offen halten und einer Partnerschaft nicht abgeneigt zu sein" und dem "Zwang jetzt irgendeinen Partner abzugreifen weil die inner Uhr tickt, man nicht alleine kann".
Ich merke es in letzter Zeit selbst. Die ersten zwei Jahre war ich richtig unter Strom, wollte unbedingt wieder einen Partner an meiner Seite. Seit einem Jahr ist es mir irgendwie egal, ich mache ganz viel alleine, mit lockeren Bekannten/Kollegen, suche nicht mehr. Und was passiert? Die Männer riechen scheinbar, dass ich grade nicht zwanghaft auf der Suche bin und das ich jetzt mein Glück an anderen Stellen suche. Plötzlich kommen so viele Männer auf mich zu, ich bräuchte nur zugreifen.

Und ja, natürlich könnte ich mir die Zwischenzeit mit diversen Kontakten vertreiben. Habe ich offen gesagt auch getan. Aber ich habe für mich entschieden, dass mich das nur blockiert und unglücklich macht. Ich kann einen Menschen nicht auf Sex reduzieren und daher lass ich das einfach. Jeder Mensch geht anders damit um und muss seinen Weg finden. Mir hat das Alleinsein grade im letzten Jahr ganz viel Power gegeben. Ich habe Dinge getan und Menschen getroffen, die ich in einer festen Partnerschaft nie getan hätte.
 
  • #48
Versuch dich darauf zu konzentrieren, was an deinem Leben schön ist und nicht, was dir fehlt.

Es hilft dir bestimmt, sich darüber klar zu werden, was an deinem Leben schön ist, denn da wird es sicher auch Einiges geben.
Leider haben Menschen es meistens an sich, nur die neagtiven Dinge zu sehen und werden dadurch noch tiefer runter gezogen.
Mach dir jeden Tag oder am Abend bewusst: Was war heute schön?
Es ist auch ein guter Rat, sich z.B. ehrenamtlich zu engagieren, falls dir alleine zu Hause die Decke auf den Kopf fällt oder einen Urlaub zu buchen, bei dem du am Zielort mit einer gleichgesinnten Gruppe zusammen bist, z.B. Malen oder Yoga in Griechenland oder Schreiben und Kochen auf Mallorca. Es gibt viele solche Angebote, so dass du bei Ankunft gleich nette Leute kennenlernst, mit denen sich über den Urlaub hinaus Freundschaften ergeben können. Über diese Freunde kannst du wiederum andere Leute kennenlernen. Das Leben geht weiter, ob du willst oder nicht - aber du kannst bestimmen, auf welche Art und Weise. Alles Gute und viel Glück!
 
L

Lila Launebär

Gast
  • #49
Mich beschäftigt dabei aber das Mit-Sich-Selbst-Glücklichsein.. ob mir das reicht. Aufgrund unserer gesellschaftlichen Gegebenheiten schrumpft das Gemeinschaftsgefühl immer mehr und eine Partnerschaft konnte das für mich ein Stück weit auffangen. Es stimmt schon, man sollte in sich selbst ruhen. Aber ich möchte trotzdem nicht nur alleine sein, selbst wenn ich Frieden mit mir habe. Hm. Ich muss wohl noch etwas darüber nachdenken.

Genau daran knabbere ich auch immer noch. Ich bin frisch getrennt und anscheinend noch im Gefühlschaos. Den einen Tag bin ich zuversichtlich, ein in sich ruhender und glücklicher Mensch zu werden, der auch ohne Partner glücklich sein kann. Am anderen Tag wünsche ich mir einfach nur meinen Ex zurück, obwohl er mich für eine andere verlassen hat. Nur um nicht allein zu sein.
Aber ich denke, so eine Entwicklung braucht einfach Zeit.
 
  • #50
Finde ich spannend, was du da schreibst. Es ist schön, wenn jemand Heilung erfahren hat und das in diesem ja oft etwas zynischen Forum auch ausdrücken kann.
Mich beschäftigt dabei aber das Mit-Sich-Selbst-Glücklichsein.. ob mir das reicht. Aufgrund unserer gesellschaftlichen Gegebenheiten schrumpft das Gemeinschaftsgefühl immer mehr und eine Partnerschaft konnte das für mich ein Stück weit auffangen. Es stimmt schon, man sollte in sich selbst ruhen. Aber ich möchte trotzdem nicht nur alleine sein, selbst wenn ich Frieden mit mir habe. Hm. Ich muss wohl noch etwas darüber nachdenken.

Hi Annie,
Ich kann deine Emotionen sehr gut nachvollziehen die du in deinen Posts beschrieben hast.
Das die buddhistische Lehre sehr hilfreich sein kann habe ich auch schon öfters aus vertraulichen Quellen gehört.
Ich hab mich noch nicht so damit beschäftigt, hänge aber mittlerweile ein wenig an der Spritualität. Die hat z.B. mir sehr geholfen. Ich erlebe häufig fantastische Momente im Alltag.
Les dich ein wenig in die buddhistischen/spirituellen Themen ein und du wirst sicher besser zu dir selbst finden.

Den eigenen Blickwinkel zu ändern, und die Dinge im Leben von einer anderen Seite aus zu betrachten ist unwahrscheinlich schwer, vollumfänglich denke ich unmöglich. Die Konditionierung seiner Persönlichkeit, die ein jeder hat verhindert dies vermutlich.
Aber man kann mit kleinen Schritten anfangen etwas so wichtiges wie seine eigenen Emotionen zu ändern.
In der Praxis bedeutet das z.B. für mich als Langzeitsingle, dass ich die Ruhe sowie Flexibilität die ich habe genieße. Dass ich die Möglichkeit hab mich intensiv mit meinen Gedanken und den daraus resultierenden Gefühlen zu beschäftigen, weil ich ja z.B. keine "Beziehungsarbeit" leisten muss.
Ich muss mich aber auch mit den weniger angenehmen Gefühlen der fehlenden Nähe/Sexualität auseinandersetzen.
Das habe ich gelernt und es klappt mittlerweile richtig gut.
Ich empfinde auch mittlerweile viel seltener Neid oder Eifersucht in Situationen in denen ich im Beisein von Paaren mit meiner Situation als Alleinstehender konfrontiert werde.

Nimm die Herausforderung an dich intensiv mit dir selbst und deinen Gefühlen auseinandersetzen und du kannst schon bald Glück spüren...

Lg Habby m26
 
G

Gast

Gast
  • #51
Am anderen Tag wünsche ich mir einfach nur meinen Ex zurück, obwohl er mich für eine andere verlassen hat.
Ich finde, das ist noch was anderes, als wenn sich zwei auseinandergelebt haben. Wenn man meint, die Beziehung sei intakt, ist es viel schmerzhafter, getrennt zu werden, weil der andere sich richtig verliebt hat. Der ist ja jetzt glücklich und man bleibt allein zurück und muss sich klarmachen, dass der Partner sowieso nicht gepasst hat.

Aber wenn man die meisten Paare sieht, wäre man dusselig, darüber deprimiert zu sein, keinen Partner zu haben. Auf ein halbwegs gut wirkendes Paar kommen 10 "nein, danke"-Paare, wenn ich mich in meinem Umfeld umschaue. Da reicht es schon, die Reaktion des Mannes zu sehen auf einen Anruf seiner Frau oder sein Reden ansonsten zu hören, was Beziehungen und Mann-Frau-Zusammenleben angeht, dass man feststellen kann, sie leben das Übliche, was so langweilig und belastend wäre. Ich meine das klassische Modell: Mann schafft Geld ran, Frau meist nicht, Frau ist finanziell abhängig und muss Mann deswegen unter Kontrolle halten, Mann ist noch kleiner Junge und fügt sich seiner Zweitmutti, nach gegenseitigem Begehren, weil man den anderen immer noch heiß findet, sieht gar keiner aus, also wenn Sex, dann nur noch als Triebabfuhr oder weil man mal wieder "müsste". Och nee...
 
  • #52
Glücklich ist ein breites Wort. Sicher hat man Spaß als Single, wäre schlimm wenn nicht! Aber es gibt z.B. etliche Veranstaltungen, die gerade mit einem Partner noch viel schöner wären oder erst durch ihn/sie an Bedeutung gewinnen. Ob eindrucksvolles Orchester oder Spaziergang an der Strandpromenade - sicher kann man so etwas mit Freunden machen, aber gerade diese Dinge wären zumindest für mich eine unglaubliche Bereicherung mit einer Partnerin.
 
  • #53
Ich habe mir nach der Trennung und nachfolgenden Scheidung vom Vater meiner Kinder auch stets und ständig die Augen "verblitzt" - auf der Suche nach einem neuen Partner. Und zwar nicht deshalb, um ihn zu ersetzen, sondern um endlich das zu erfahren, was mir in meiner Ehe letztendlich nicht widerfahren ist - Vertrauen, Zuneigung, Interesse an mir als Mensch...
Hat bis jetzt nicht geklappt, ich bin nunmehr seit mehreren Jahren Single. Mal mehr oder mal weniger "glücklich".
Derzeit löse ich mich gerade aus einer unerwiderten Liebe, was auch nicht immer einfach ist, aber besser für mein Seelenleben.
Allerdings war ich in den ersten Jahren nach der Trennung und auch im vergangenen Jahr noch sehr aktiv unterwegs, "unter Leuten", wie es so schön heißt. Hier ein Konzert, da ein Volksfest, alleine an den Strand, ins Kino, ins Café...
In diesem Jahr habe ich meine Terrasse und meinen Garten am Haus wieder für mich entdeckt und habe auch keine Lust mehr, mich stets und ständig unters Volk zu mischen. Ich bin eh meistens alleine unterwegs gewesen, weil in meinem Freundes- und Bekanntenkreis alle verbandelt sind und keine Zeit hatten.
In diesem Jahr habe ich wieder die Muße, all die angelesenen und ungelesenen Bücher im Regal zu lesen, meine Wohnung zu streichen etc....
Es ist eine Form des "Loslassens".
Momentan kann ich mir nicht mehr vorstellen, dass ich jemals wieder eine feste Beziehung zu einem Mann habe. Es ist irgendwie unwirklich geworden. Mir fehlen zwar manchmal Nähe und Vertrautheit, aber ich war auch in meiner Ehe sehr einsam.
Ob ich ein glücklicher Single bin, vermag ich nicht zu sagen.
Ich bin in Laufe der Jahre auf alle Fälle etwas entspannter geworden.
Vielleicht hängt das auch mit meinem Alter und den nahenden Wechseljahren zusammen, wer weiß :)

w, Mitte 40
 
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