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  • #1

Wie wirkt Zurückgezogenheit auf Männer?

Ich habe beruflich dauernd mit Menschen zu tun und selten meine Ruhe. Von daher hat sich in den letzten Jahren ein erhebliches Rückzugs- und Ruhebedürfnis bei mir entwickelt. Ich lebe zurückgezogen, mag keine großen Gesellschaften. Vor allem größere Runden mit Fremden sind mir ein Gräuel, egal ob Partys, Volkfeste oder private Feierlichkeiten, auf denen ich niemanden kenne. Ich gehe eigentlich am liebsten immer dorthin, wo der Rest der Stadt eben genau nicht hingeht: Bei strahlendem Sonnenschein ins Hallenbad, ins Kino, in Ausstellungen, aber bei Regen zum Wandern und bei Kälte mache ich den Radlausflug.
Trotz allem bin ich "gut drauf" und wirke auch sonst ganz normal (hoffe ich doch ;-). Ich gehe mit dieser Haltung nicht unbedingt hausieren, aber früher oder später merken's die Männer ja doch. Und ich werde das Gefühl nicht los, die meisten finden das irgendwie befremdlich. Richtig?
w, 41
 
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  • #2
Sehr geehrte FS,
ich als Mann bin selbst der eher Ruhigere und kann das was du erzählst gut nachvollziehen. Wenn man gar niemanden kennt dann fühle ich mich oft (nicht immer) auch nicht sonderlich wohl aber kennt man nicht immer jemanden, und wenn es der Partner ist? Mit dem kann man gut anfangen und seine Bekanntschaften ausdehnen. Wenn du sowas generell ablehnst kann ich verstehen das die Männer sich damit nicht recht anfreunden können denn zumindest für mich gehört der Partner zu meinem gesellschaftlichem Leben, den möchte ich dabei haben.
Ich weiß ja nicht wie du in der Hinsicht bist aber oft sind Frauen die sowas nicht mögen auch schnell dabei die entsprechende Freiheit des Mannes zu beschneiden, nur mit unterschwelligen Vorwürfen zuzulassen oder bei "jedem" Streit als Argument hervorzuholen.

Herzlichst
M/30
 
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  • #3
Ja befremdlich, für Mäner die Kontakte oder eine Partnerin suchen. Aber wenn es dir dabei gut geht, du keine Bekanntschaften schließen möchtest, dann mach deine Radtour bei Minusgraden und fühl dich wohl im leeren Hallenbad. Jeder wie er es will, aber was ist deine Frage ?
 
  • #5
Google mal "Introvertiertheit", vielleicht findest du dich da wieder!

Introvertierte Menschen schöpfen Kraft, wenn sie sich zurückziehen können, und wollen deshalb nicht dauernd Menschen um sich, und wenn, dann lieber wenige. Sie fühlen sich auch alleine sehr wohl. Ganz im Gegensatz dazu brauchen Extrovertierte ständig den Kontakt zu Menschen, um sich vom Stress des Alltags zu erholen.

"Befremdlich" ist dein Verhalten nicht, sondern ganz normal.
 
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  • #6
Das kommt doch auf den Mann an.
Einige finden es befremdlich. Andere nicht. Ich bin äußerst introvertiert - so, wie es Angela beschreibt: ich ziehe mich zurück, es geht mir dabei SEHR gut, ich kenne nur ganz wenige Menschen, die ich (fast) immer um mich haben kann. Dazu zählen meine Eltern, Geschwister und mein Partner. Dieser ist nicht ganz so introvertiert wie ich, aber er ist es auch - und deshalb passt es.
Mal ehrlich, könntest du mit jemandem zusammen sein, der nachmittags in die Stadt düst um mit Freunden zu plaudern und abends noch tanzen geht? Du bräuchtest dann eher auch einen introvertierten Menschen als Partner. Dann klappt das wunderbar :)

w31
 
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  • #7
Wie #4 Angela schon sagte ist es das Los der Introvertierten und normal. Ein extrovertierter Mann versteht das nicht.

Lies mal das Buch von Sylvia Löhken, Leise Menschen - starke Wirkung: Wie Sie Präsenz zeigen und Gehör finden.

m/51
 
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  • #8
Ich persönlich finde es auch "befremdlich", kenne aber durchaus Männer und Frauen, die sich ebenso verhalten, die diese Distanz zur Selbstfindung und Entspannung brauchen. Ich denke, du solltest zielgerichtet nach Gleichgesinnten suchen ...
 
  • #9
Ich denke, du solltest zielgerichtet nach Gleichgesinnten suchen ...

Die Theorie ist aber, dass gerade eher Extrovertierte zu einem introvertierten Partner passen, und diese Theorie wurde von mir in der Praxis erprobt. Ein solches Paar waren mein Ex- Mann und ich mehr als 30 Jahre lang!
Natürlich hat es niemand in der Hand, in wen er sich verliebt, aber eventuell ziehen sich in diesem Fall Gegensätze an.
 
  • #10
Ich lebe zurückgezogen, mag keine großen Gesellschaften. Vor allem größere Runden mit Fremden sind mir ein Gräuel, egal ob Partys, Volkfeste oder private Feierlichkeiten, auf denen ich niemanden kenne. Ich gehe eigentlich am liebsten immer dorthin, wo der Rest der Stadt eben genau nicht hingeht: Bei strahlendem Sonnenschein ins Hallenbad, ins Kino, in Ausstellungen, aber bei Regen zum Wandern und bei Kälte mache ich den Radlausflug.
w, 41

Hallo FS

Mit den Gesellschaften, Volksfesten und den Fremden das geht mir auch so. Du bist also nicht allein. Was wäre denn, wenn du einen Partner hättest?
M42
 
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  • #11
Auf mich wirkt Dein Verhalten keineswegs befremdlich, sondern ich erkenne mich darin durchaus wieder, da ich selbst sehr introvertiert bin. Beispiel: Ist es am Badesee noch sehr leer genieße ich das in vollen Zügen - wird es voll, ergreife ich die "Flucht".

Die Theorie ist aber, dass gerade eher Extrovertierte zu einem introvertierten Partner passen, und diese Theorie wurde von mir in der Praxis erprobt.

Ich denke auch, dass jemand, der wie die FS sehr introvertiert ist, eher einen etwas extrovertierteren Gegenpol braucht, der den Introvertierten etwas anstößt. Der Introvertierte kann dafür z.B. Ruhe und Ausgeglichenheit bieten. Ich selbst suche jedenfalls jemand, der nicht ganz so introvertiert ist wie ich. Zu groß sollten die Unterschiede aber sicher auch nicht sein. Die FS muss aber auf jeden Fall jemanden finden, der mit einem introvertierten Partner umgehen kann und entsprechendes Verständnis für dessen Bedürfnisse aufbringt. Dieses Verständnis ist meiner Erfahrung nach aber leider nicht besonders weit verbreitet, wie man hier auch an einigen Antworten erkennen kann.

M
 
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  • #12
In der Regel wirkt das auf Männer besser, denn es signalisiert, dass Frau nicht wie wild auf Partys gehen muss, aus Angst was zu verpassen und sich in ihrer Freizeit alleine sinnvoll beschäftigen kann und ihren Lebensweg und ihre Ziele ohne die Gesellschaft gefunden hat.

Die meisten Frauen sind generell anders als du, werden aber zum Großteil auch schneller verlassen. Ich habe noch keine Frau kennen gelernt, die sich mal 5 Stunden alleine beschäftigen kann, oder so interessante Vorlieben haben.


Ich bin auch zurückgezogen. Veranstaltungen sind mir zu lustig und aufgedreht, tummeln tun sich dort vorwiegend Besoffene und Menschen die nur Spaß für eine Nacht suchen. Das macht mich dann wiederum aggressiv, wenn ich den ganzen Tag im Beruf Hektik erlebe.

Was bringt es dir, wenn du in die Disko gehst, und dann einen zwar tollen Mann kennen lernst, der aber jedes Wochenende bis morgens um 7 Uhr in Clubs abhängt und dich dann alleine läßt? Zweifelsohne wird das früher oder später zu riesen Streitigkeiten führen.

Du wirst dann eben auch einen genausoso exzentrische Mann kennenlernen müssen, der genauso wie du am Sonntag bei Regen eine Radtour machen will. Ich bin mir sicher, davon gibt es genug. Man solle sich bloß nicht von der komischen Gesellschaft irritieren lassen, dass dies unnormal wäre!

Mache deinen Weg und bleib bitte so wie du bist. Es bringt nichts, dich zu verstellen. Du würdest dir nur den falschen Partner angeln und unglücklich werden.

Partymenschen wirst du mit einer Beziehung nicht plötzlich daheim halten können, die müssen permanent raus und was erleben! Ich kenne zahlreiche Männer, die noch mit über 40 regelmäßig in Diskos gehen, und die Frau mit frischgeborenen Baby daheim sitzen lassen. Der Drang, raus zu müssen, wird bei diesen Menschen immer da bleiben.
Was würde dir das persönlich bringen, wenn du aber lieber daheim sitzen will und einen unbändigen Partner hast, der genau das Gegenteil von dir will? - Nichts!

Mache so weiter wie bisher und sei geduldig. Die Radtouren oder deine anderen Aktionen sollten dann aber regelmäßig stattfinden, nicht nur einmal im halben Jahr. Nutze als Ergänzung diverse Singlebörsen um ebensolchen Mann mit gleichen Interessen zu finden.

Gast 2 beschreibt den Sarkasmus denn aufgedrehte Männer an den Tag legen, sobald sie sich überschwenglich in eine Frau verlieben. Sie möchten die Frau sofort zu ihren Gunsten formen, binden und verstehen nicht dass jeder Mensch eigene Interessen hat. Bloß weg von solchen Männern! Sie mausern sich zu regelrechten Kletten!

Die hier angesprochene Theorie von Extrovertierte und Introvertiere ist wiedermal von den Fingern gesaugter Quatsch! Kein Wunder sind die Leute hier noch Single! Ich habe eine 10 jährige Beziehung gehabt (meine weitaus Längste) und wir waren beide gleich extrovertiert, dadurch hat man sich wunderbar in den anderen einfühlen können.
 
  • #13
Die hier angesprochene Theorie von Extrovertierte und Introvertiere ist wiedermal von den Fingern gesaugter Quatsch! Kein Wunder sind die Leute hier noch Single! Ich habe eine 10 jährige Beziehung gehabt (meine weitaus Längste) und wir waren beide gleich extrovertiert, dadurch hat man sich wunderbar in den anderen einfühlen können.

Nein, natürlich ist das kein "Quatsch", sondern es sind Erfahrungswerte! Google einfach mal selbst!

Zwei Extrovertierte kommen durchaus bestens miteinander klar, wie an deinem persönlichen Beispiel zu sehen ist. Dauernd unter Leute zu gehen, viel zu unternehmen kann tatsächlich ein gemeinsames Hobby sein.
In meiner Ehe (30 Jahre!) harmonierten auf besondere, gute Weise die beiden unterschiedlichen Persönlichkeitsstrukturen. Vor allem der introvertierte Teil braucht liebevolle Anregung, sich etwas mehr nach "draußen" zu wagen.
Mein Beispiel ist absolut kein Einzelfall, sondern bestätigt lediglich das, was durch Untersuchungen heraus gekommen ist.
 
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  • #14
Als introvertierte Frau habe ich es mir so eingerichtet, dass ich bei der ARbeit nur mit wenigen Menschen Kontakt habe, weil ich es anders nicht ertragen würde.

Von daher freue ich mich, wenn ich im Fitnesstudio mich unterhalten kann oder sonstwo.

Und ich brauche es regelrecht am WE auf Parties zu gehen. Allerdings- ohne Alk und ohne Drogen.

Genau so freue ich mich, wenn ich morgends nach einer Party wieder meine Ruhe habe.

Ich hatte 2x schon einen stark extrovertierten Freund....bei jedem der beiden war ich nur so am Staunen, wie sie ihr Leben gestalten....eben ganz anders als ich. Ja, manches hat mich genervt jeweils an dieser Extrovertiertheit....aber es gab auch einiges was mir unheimlich gut getan hat im Zusammenhang mit der Extrovertiertheit, das muss ich zugeben.
 
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  • #15
Dein Verhalten ist absolut nicht befremdlich. Du musst lediglich einen Mann finden (gleich und gleich gesellt sich gern) der so tickt wie du - dann passt doch alles.
 
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  • #16
Auf mich wirkt Dein Verhalten keineswegs befremdlich, sondern ich erkenne mich darin durchaus wieder, da ich selbst sehr introvertiert bin. Beispiel: Ist es am Badesee noch sehr leer genieße ich das in vollen Zügen - wird es voll, ergreife ich die "Flucht".

So bin ich auch, aber ich glaube nicht, daß ein extrovertierter Partner hier etwas zum Guten bewirken kann, im Gegenteil, er/sie macht sich damit ja gerade zum Vertreter der abgelehnten Umgebung, verstärkt das Genervtsein also noch. Was Menschen wie wir brauchen ist ein Partner, der in den Zeiten des stillen Genießens nicht herumnörgelt ("mir ist so laaangweilig hier"), sondern entweder mitgenießt oder sich anderweitig beschäftigt.
 
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  • #17
Das hängt doch sehr von den individuellen Bedürfnissen ab. Gleich zu gleich dürfte aber in Bezug auf Introversion / Extroversion besser passen. Jemand, der außengerichtet agiert und Spaß daran hat, u.U. auch aus beruflichen Gründen (Repräsentation etc.), wird mit einem Partner, der sehr zurückgezogen leben möchte, nicht glücklich werden. Schließlich muss er alle sozialen Events allein regeln, wird also geseschaftlichen Leben zumeist auftreten und handeln müssen wie ein Single. Das ist nicht sehr ideal.
 
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  • #18
So bin ich auch, aber ich glaube nicht, daß ein extrovertierter Partner hier etwas zum Guten bewirken kann, im Gegenteil, er/sie macht sich damit ja gerade zum Vertreter der abgelehnten Umgebung, verstärkt das Genervtsein also noch. Was Menschen wie wir brauchen ist ein Partner, der in den Zeiten des stillen Genießens nicht herumnörgelt ("mir ist so laaangweilig hier"), sondern entweder mitgenießt oder sich anderweitig beschäftigt.

Kleine Unterschiede können sich meiner Meinung aber durchaus sehr positiv auswirken. Und zwar für beide. Jemand, der extrem introvertiert ist, profitiert ganz sicher von einem Partner, der zwar prinzipiell auch eher introvertiert ist, aber vielleicht doch etwas "offener" als der Partner, und der somit vielleicht dafür sorgt, dass am Ende nicht beide Introvertierte nur "zusammen allein" leben. Ein sehr introvertierter Mann wird aber ganz sicher nicht mit einer Partymaus glücklich werden und umgekehrt.

Letztlich gibt es auch bei Introversion/Extroversion nicht nur Schwarz/Weiß.

Auf jeden Fall sollte die FS das ganz offen kommunizieren, damit Männer wie Gast #2, die so ein Verhalten befremdlich finden, von Anfang an Bescheid wissen. Und zwar in beiderseitigem Interesse.
 
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