• #31
@Berlinerin73 und @Amytan
Mit lieben Kolleginnen und Kollegen trifft man sich in der Mittagspause oder zum After Work oder tagsüber am Wochenende. Aber wohl eher selten nachts bis 23.00 Uhr. Und wenn, dann besteht auch kein Grund, einen "Elternabend" vorzutäuschen!
 
  • #32
Mal wieder eine Frau, die die totale Kontrolle über ihren Mann will und nun am Rad dreht wenn er sich ihrer Kontrolle entzieht
Ah Du bist also derjenige, der die Lösung des Rätsels kennt: Was war zu erst da, Huhn oder Ei.

Klar die kontrollsüchtige Freundin, bringt den Mann zum Lügen, weil er sonst locker sagen wollte: ey ich treffmich noch alleine mit einer Kollegin, von der noch niemand gehört hat.

Ich habe mich immer offen mit Leuten getroffen und auch der Kollege auf ein Bier war dabei.
Genau wie mein Exmann sich mit Freunden traf, auf Mönnertour war und später kam, weil er eine alte Freundin traf.
Keine Kontrolle
Nur die eine Kollegin, die dann Geliebte war wurde verheimlicht.
Und Nu @godot ...? Ei, Huhn oder eben doch Dreck an der Schale?

Es gibt allerdings ein Punkt, der gegen das Fremdgehen spricht: er hat es seiner Mutter gesagt.
Und da würde sich Mann glaube ich auch zurück halten, wenn er zu einem Date ginge.
Mütter finden Fremdgehen auch nicht toll, vorallem wenn sie die Partnerin mögen.

Diese würde ich wenn möglich auch raushalten
Aber das notorische Lügen auffliegen lassen.
Und ich Rede nicht von dem angeblichen Schnäppchen, was jemand gemacht hat.
 
  • #33
Und wenn, dann besteht auch kein Grund, einen "Elternabend" vorzutäuschen!
Soweit ich das verstanden habe, war der Elternabend nicht »vorgetäuscht«, er fand tatsächlich statt. Wo ist eigentlich das Problem, wenn ein Partner danach noch etwas vorhat und gegen 23 Uhr heimkommt? Nicht alle gehen mit den Hühnern ins Bett und glücklicherweise unterstellen auch nicht alle ihrem Partner - sobald seine Füße mal nicht unterm Abendbrottisch stehen - er müsse mit irgendwem in den Federn liegen.
Und wann der »Verdächtige« sich mit Kollegen oder Kolleginnen trifft (Mittagspause oder am Abend) ist immer noch seine freie Entscheidung - sie unterliegt nicht den Vorgaben einzelner Foristen.
 
  • #34
Stimmt, man/frau weiß es nicht ... und eben darum ist es doch auch etwas kurz [..]

In meiner fast 30jährigen Langzeitbeziehung (die aus anderen Gründen eines Tages beendet war) haben wir uns zugesagt, uns nur dann gegenseitig »Mitteilung« zu machen, wenn es sich um wirklich Weltbewegendes oder Beziehungsbewegendes handelt. Das hat gut funktioniert. Und in meiner neuen Beziehung läuft das auch so. Keine Vermutungen ... kein Misstrauen = das ist unsagbar erleichternd.
Genau. Ich habe auch gar nicht nach Trennung gerufen, ich würde es nur ansprechen.

Das ist genau das, was ich geschrieben habe: Es kommt auf die Absprachen an. Aber scheinbar ist es in der Beziehung der FS so, dass bisher so etwas erzählt wurde, oder jedenfalls von ihrer Seite aus die Annahme herrscht, der andere würde das sagen. Sonst würde sie sich ja nicht wundern.
In offenen Beziehungen ist Sex mit anderen erlaubt, da ist das natürlich auch kein Fremdgehen. Manche, wie du, erzählen sich eben nicht, wen sie so treffen. Das ist doch auch völlig legitim, wenn beide Partner das so sehen. Aber da sie hier schreibt, ist das eben NICHT der Fall. Ich verstehe nicht, warum es so schwer ist, hier die Perspektive der FS einzunehmen. Wenn er sonst immer alles erzählt hat, mit wem er sich trifft, dann ist es schon seltsam, wenn er es hier nicht tut.
 
  • #35
Aber was mich interessieren würde - die FS müsste doch das angekündigte Gespräch mit ihrem Partner schon gehabt haben. Was kam denn da heraus?
Tja, das ist es, was mich hier immer nervt, dass man nichts mehr hört. Sie fragt hier wahrscheinlich auf dem Weg zum Elternabend mit zitternden Händen auf ihrem Handy herumtippend, was sie tun soll und dann verläuft alles im Sande. Vielleicht auch wieder so ein "Zurückruderthread" und sie will sich diese ganze Schmach hier ersparen.
Nebenbei, ich hätte ihn selbstverständlich gefragt, wie sein Abend war. Die Mutter aber rausgehalten. Das hat auch rein gar nichts mit Kontrollzwang zu tun. Und dann hätte ich hier in die Tasten gehauen und berichtet...
 
  • #36
Ich finde nicht, dass man aus der Tageszeit etwas ableiten kann. Ich treffe mich auch spät abends mit Freunden, wenn ich am nächsten Tag nicht früh raus muss teilweise bis weit nach Mitternacht. Bin auch schon bei anderen aufm Sofa vorm Fernseher eingeschlafen. Also an irgendwelche Regeln was man wann mit Freunden machen darf und was nicht, glaube ich nicht.
 
  • #37
Genau das meine ich: ich schreibe davon, dass ich meinem Partner nicht immer erzähle, wann ich was mache und mit wem ich mich treffe. Und - schwupps! - ist hier von einer »offenen (Sex-)Beziehung« die Rede.
In offenen Beziehungen ist Sex mit anderen erlaubt, da ist das natürlich auch kein Fremdgehen. Manche, wie du, erzählen sich eben nicht, wen sie so treffen.
Kann ich mich - oder der Ehemann von @Takatukata - nicht einfach so zu einem harmlosen Gespräch mit jemandem Andersgeschlechtlichen treffen, ohne dass daraus gleich ein Sex-Anliegen gemacht wird? Wenn ich mit all den Menschen, mit denen mich irgendein Gedanke (beruflicher oder sonstiger Art) verbindet ins Bett hüpfen würde, wäre ich eine viel beschäftigte Frau.

Honi soit qui mal y pense!
 
  • #38
Subjektiv betrachtet kann ich dich total verstehen. Auch, dass man das nicht wahrhaben will und Gründe dafür sucht. Aber objektiv betrachtet würde ich mich trennen. Egal ob da es läuft oder nicht. Das ist für mich ein Hintergehen. Aus welchem Grund trifft man sich mit einer Kollegin nach Feierabend?
 
  • #39
Kann ich mich - oder der Ehemann von @Takatukata - nicht einfach so zu einem harmlosen Gespräch mit jemandem Andersgeschlechtlichen treffen, ohne dass daraus gleich ein Sex-Anliegen gemacht wird?
Naja, harmlos vielleicht oder meinetwegen sogar wahrscheinlich, wenn du den anderen Fall, also den nicht-harmlosen mit Sex gleichsetzt. Aber immerhin scheint dieses Treffen doch eine gewisse Wichtigkeit für den Mann zu haben.

Der ist nicht der Ehemann, sondern der Freund der FS und es gibt da noch ihr Kind.
SEINE Mutter hütet das Kind der FS.
Die Mutter ist wahrscheinlich schon etwas älter und liegt nachts gerne im Bett. Sie wäre sicher froh, wenn ihr Sohn nach dem Elternabend nach Hause käme, dann wäre sie um 22 Uhr zuhause. Der Mann mutet seiner Mutter zu, vielleicht erst um Mitternacht zuhause zu sein oder noch später. Das macht er doch nicht für eine Kollegin, die er nur so lala und ganz nett findet. Insbesondere, da es für ihn ja selbst auch komfortabler wäre, nicht im Anschluß an einen Elternabend, der nach einem normalen Arbeitstag stattfindet, dem ein weiterer Arbeitstag folgt, sich noch weitere Stunden um die Ohren zu schlagen.

Wir alle kennen diese Zustände: wenn man etwas dringend will, z.B. weil man verliebt ist oder weil's im Schritt juckt, macht man einfach alles. Hier: seine Mutter ausnutzen und Müdigkeit in Kauf nehmen.
Für harmlose Bekanntschaften aber wohl eher nicht.

Ich denke daher ebenfalls, dass da etwas ist, was dem Mann wirklich sehr wichtig ist, und da liegt es in der Tat nahe, dass er an einer Frau ein besonderes Interesse hat.
Ob ich das hinnehmen / ertragen / gutheißen / meinem Freund gönnen würde, weiß ich nicht. Jetzt denke ich, ich würde es, aber ich war noch nie in der Situation.

- Punkt eins, die andere Beziehung: der Mann hat eine Kollegin, die er richtig scharf findet, wahrscheinlich nur auf sexueller Ebene. Wenn's mies läuft, ist er sogar in sie verliebt. Wenn's ganz mies läuft, findet er sie menschlich oder intellektuell so anregend, dass er in ihrer Nähe sein will ( dann hat die FS keine Chancen mehr ). Die Frau findet ihn ebenfalls richtig toll, sonst würde sie nicht bis in die Nacht auf ihn warten.
- Punkt zwei, die Lüge: Der Mann sagt es der FS nicht, weil der denkt, sie merkt es ohnehin nicht. Entweder vermeidet er es, weil er null Lust auf Diskussionen hat oder weil er etwas zu verbergen hat. Das erste fände ich, wenn ich die Frau wäre, wenig schmeichelhaft. Ich würde an mir arbeiten. Beim zweiten würde ich...keine Ahnung, in der Situation war ich noch nicht.
Mich wahrscheinlich trennen...aber wer weiß, da hängt so viel dran, z.B. die tolle ältere Dame, die mein Kind gern hat und mich auch.
Sowas wirft man nicht ungeprüft weg.

w 51
 
  • #40
Aber immerhin scheint dieses Treffen doch eine gewisse Wichtigkeit für den Mann zu haben.
Ja warum auch nicht, sich mit Freunden zu treffen ist ja auch wichtig. Der Partner ist doch nicht die einzig relevante Person im Leben und alle anderen sind "egal". Und wann soll man sich sonst privat mit Freunden treffen, wenn nicht abends?

Die Mutter ist wahrscheinlich schon etwas älter und liegt nachts gerne im Bett. Sie wäre sicher froh, wenn ihr Sohn nach dem Elternabend nach Hause käme, dann wäre sie um 22 Uhr zuhause. Der Mann mutet seiner Mutter zu, vielleicht erst um Mitternacht zuhause zu sein oder noch später.
Das ist reine Spekulation. Es gibt auch alte Menschen, die gerne nachts wach bleiben. Meine Mutter (Rentnerin) schaut bis nachts um drei fern. Nicht alle Omis gehen gerne nach dem Sandmännchen schlafen.

findet er sie menschlich oder intellektuell so anregend, dass er in ihrer Nähe sein will ( dann hat die FS keine Chancen mehr ). Die Frau findet ihn ebenfalls richtig toll, sonst würde sie nicht bis in die Nacht auf ihn warten.
Dass man Menschen intellektuell und charakterlich anregend findet, ist doch Voraussetzung für Freundschaften oder will man mit "doofen" und charakterlich verdorbenen Menschen befreundet sein? Finde es schade, dass wirklich aus allem immer gleich was Sexuelles gemacht wird. Kann ein Mann nicht einfach mit seiner Kollegin befreundet sein? Muss da gleich das Ende der Beziehung heraufbeschworen werden?

Punkt zwei, die Lüge: Der Mann sagt es der FS nicht, weil der denkt, sie merkt es ohnehin nicht. Entweder vermeidet er es, weil er null Lust auf Diskussionen hat oder weil er etwas zu verbergen hat.
Lügen ist, wenn man bewusst was Falsches erzählt. Eine Information wegzulassen ist keine Lüge und es ist nicht in allen Beziehungen so, dass man dem Partner immer sagen muss, mit wem man sich trifft, so als würde man sich bei Mutti abmelden.

Die FS sollte sich doch bitte nochmal zu Wort melden, was nun beim klärenden Gespräch heraus kam!
 
  • #41
Genau das meine ich: ich schreibe davon, dass ich meinem Partner nicht immer erzähle, wann ich was mache und mit wem ich mich treffe. Und - schwupps! - ist hier von einer »offenen (Sex-)Beziehung« die Rede.

Kann ich mich - oder der Ehemann von @Takatukata - nicht einfach so zu einem harmlosen Gespräch mit jemandem Andersgeschlechtlichen treffen, ohne dass daraus gleich ein Sex-Anliegen gemacht wird? Wenn ich mit all den Menschen, mit denen mich irgendein Gedanke (beruflicher oder sonstiger Art) verbindet ins Bett hüpfen würde, wäre ich eine viel beschäftigte Frau.

Honi soit qui mal y pense!
Du scheinst meine Beiträge nicht zu lesen, ebenso wie @Berlinerin73. Ich habe klar gesagt: Es geht darum, was zwischen zwei Partnern üblich ist und vereinbart. Wenn es üblich ist, dem anderen zu erzählen, mit wem (mit welchen Freunden) man sich trifft, dann ist es seltsam, wenn er das verschwiegen hat. Wenn es üblich wäre, dass sie das nicht so genau erzählen, würde sie hier wohl nicht fragen. Daher der Vergleich, der NUR EIN VERGLEICH ist: Wenn man sich darauf geeinigt hat, dass Fremdgehen erst beim Fremdverlieben anfängt, gibt es keinen Grund, sich darüber aufzuregen, wenn der andere mit jemandem Sex hat. Aber ist es anders vereinbart oder wird anders gelebt in der Partnerschaft, dann ist es ein Vertrauensbruch. Was ist an meinem Beitrag denn so schwer zu verstehen?
Und es geht nicht darum, dass er eine gute Freundin trifft, sondern eine Kollegin. Das ist wohl was anderes als "Ja warum auch nicht, sich mit Freunden zu treffen ist ja auch wichtig." Die FS würde wohl wissen, wenn er mit der Kollegin plötzlich so eng befreundet wäre, dass er sich nach einem Elternabend noch mit ihr alleine trifft. Er scheint die Kollegin ihres Wissens nach ja sonst nie alleine zu treffen. Ich mache sowas mit männlichen Freunden, aber von denen weiß mein Freund und weiß auch, dass ich mich mit denen noch treffe. Ich verheimliche das nicht, WEIL es so in unserer Partnerschaft vereinbart ist und scheinbar ebenso bei der FS, sonst würde sie nicht fragen. Das ist hier der Punkt. Die FS macht sich Sorgen, weil er ihr das nicht erzählt hat.
 
  • #42
sich mit Freunden zu treffen ist ja auch wichtig. Der Partner ist doch nicht die einzig relevante Person im Leben
Darum geht es ja nicht, es geht darum, dass der Mann bekannt ist als Flunkerer und Verschweiger und seit einiger Zeit der Hahn im Korb auf Arbeit zu sein scheint und anscheinend hier etwas verbergen könnte, das wichtig für die FS ist. Wer gern flunkert, macht andere eben misstrauisch, aus A folgt B.

es ist nicht in allen Beziehungen so, dass man dem Partner immer sagen muss, mit wem man sich trifft, so als würde man sich bei Mutti abmelden.
Es liegt doch aber eigentlich im Interesse aller Paarteilnehmer, dass der andere ihnen vertraut. Der Partner der FS stellt sich dahingehend selbst ein Bein, wenn ihm was an der Beziehung liegt, denn mit seinem Verhalten in der Vergangenheit hat er genau das Vertrauen zermürbt. Ergo, wenn er den Frieden erhalten will in der Beziehung, muss er sich schon wie "bei Mutti" abmelden, wenn er nicht wollte, dass bei solchen "seltsamen Abendausgängen" nicht noch mehr Misstrauen erzeugt wird, als ohnehin schon gesät ist mit den hoffentlich harmlosen Flunkerein und Verschweigungen der Vergangenheit.
Ich könnte mir aber auch vorstellen, dass er die FS manchmal ein bisschen quälen will mit Eifersucht. Will ich nicht unterstellen, halte ich aber für möglich, weil ich denke, dass Flunkerer nicht nur Stress vermeiden wollen können, sondern es auch unter ihnen Leute gibt, die Spaß dran haben, dass sie undurchschaubar sind. So als Machtspiel.
Tja, ich wüsste auch gern, was rausgekommen ist bei der Sache. Aber ich befürchte, das werden wir nicht erfahren.
 
  • #43
wenn er den Frieden erhalten will in der Beziehung, muss er sich schon wie "bei Mutti" abmelden, wenn er nicht wollte, dass bei solchen "seltsamen Abendausgängen" nicht noch mehr Misstrauen erzeugt wird
Nein, muß er nicht, im Gegenteil. Denn die Kontrolettis wittern hinter allem und jedem einen verheimlichten Sexkontakt. Und da niemand bei „Verdachtsfällen” (die natürlich keine sind, außer in der Phantasie des Partners) im Halbstundentakt zurückmelden will, wo er gerade ist und was er gerade tut, wird eben etwas erfunden, das den eifersüchtigen Partner ruhig bleiben läßt.
 
  • #44
Nein, muß er nicht, im Gegenteil. Denn die Kontrolettis wittern hinter allem und jedem einen verheimlichten Sexkontakt. Und da niemand bei „Verdachtsfällen” (die natürlich keine sind, außer in der Phantasie des Partners) im Halbstundentakt zurückmelden will, wo er gerade ist und was er gerade tut, wird eben etwas erfunden, das den eifersüchtigen Partner ruhig bleiben läßt.
Kontrolettis wachsen aber nicht auf Bäumen, sondern werden gezüchtet von Menschen, die meinen, keiner darf ihnen in ihre geliebte Freiheit reinreden. Im Prinzip spürt der andere, dass man nicht hundertprozentig dabei ist, sondern steht mit einem Bein in der Hintertür. Machen wir uns nix vor- in neunzig Prozent der Fälle haben die Kontrolettis recht, wie die Erfahrung zeigt. Die angedichtete Paranoja ist nichts anderes, als gut funktionierendes Bauchgefühl - unabhängig davon, ob was läuft oder nicht, der Partner ist mit Gedanken woanders, ist aber zu feige oder zu egoistisch, um das zuzugeben, fühlt sich ertappt und macht aus anderem einen Idioten.
 
  • #45
Nein, muß er nicht, im Gegenteil. Denn die Kontrolettis wittern hinter allem und jedem einen verheimlichten Sexkontakt.
Kennst Du nicht das Sprichwort: Wer einmal lügt, dem glaubt man nicht, auch wenn er dann die Wahrheit spricht? Ersetze "lügt" durch "flunkert/verschweigt" - derselbe Effekt, egal, worum es geht. Man traut dem Flunkerer am Ende alles zu, ob er das nun getan hat oder nicht.

Man erzieht sich die Leute dazu, dass sie einem misstrauen, wenn man flunkert oder Dinge verschweigt. Manch einer findet es sogar schön, wenn die anderen anfangen, zu Kontrollettis zu werden, weil er sie dann in der Hand hat, denn sie denken ja nichts anderes mehr als "wo ist er, was macht er". Dann ist es ein Machtspiel.
Und da niemand bei „Verdachtsfällen” (die natürlich keine sind, außer in der Phantasie des Partners) im Halbstundentakt zurückmelden will, wo er gerade ist und was er gerade tut, wird eben etwas erfunden, das den eifersüchtigen Partner ruhig bleiben läßt.
Derjenige, der seinen Partner anlügt aus Angst vor Stress, handelt aber wie bei der übermächtigen Mutti, der man Lügen auftischen muss, damit sie keinen Ärger macht und einen nicht bestraft. Das ist die abhängige Kind-Position.
Ein Erwachsener sagt im Zweifelsfall dem Partner, wo er hingeht, damit der Partner sich nicht sonstwas denken muss. Wenn der Partner sich am Anfang der Beziehung schon als ein eifersüchtiger Kontrollfreak zeigt, so dass man sogar anfängt, sich in die Kind-Position zu begeben und Lügen zu erfinden, würde ich doch eher sagen, dass man die Beziehung beendet, bevor sie richtig anfängt. Wenn man das nicht tut, würde ich denken, dass demjenigen das gefällt, weil es für ihn ein Machtspiel ist.
 
  • #46
Nein, muß er nicht, im Gegenteil. Denn die Kontrolettis wittern hinter allem und jedem einen verheimlichten Sexkontakt. Und da niemand bei „Verdachtsfällen” (die natürlich keine sind, außer in der Phantasie des Partners) im Halbstundentakt zurückmelden will, wo er gerade ist und was er gerade tut, wird eben etwas erfunden, das den eifersüchtigen Partner ruhig bleiben läßt.
Der Ausdruck Kontrolletti verwirrt mich übrigens. Für mich wäre das jemand, der alles kontrolliert. Den Partner immer anruft. Sein Handy ausspioniert. Nicht jemand, der denkt, sein Partner geht zum Elternabend, weil dieser ihn in dem Glauben gelassen hat, und dann total durch Zufall erfährt - nicht, weil er was kontrolliert hätte! - dass der Partner sich mit einer Frau trifft und das verschweigt, was er sonst scheinbar nicht tut.
Mein Bauchgefühl hat mich nie getrogen. Dem ersten Freund hab ich total vertraut, aber im fünften Jahr hab ich gemerkt, dass irgendwas komisch war. Im Nachhinein hat er mich mehrfach betrogen. Der danach war so dumm, sich von der anderen eine Postkarte aus dem Urlaub schicken zu lassen mit zweideutigen Sachen. Ich hab ihm zuliebe seine Wohnung aufgeräumt und sie dabei offen im Regal gefunden. Hab es angesprochen, er hat mich zur Schnecke gemacht, was ich denken würde und ich hab mich geschämt und gedacht ich spinne. Er hat genauso geredet wie du. Im Nachhinein wars natürlich seine Affäre. Bin ich jetzt Kontrolletti?? Ich habe nie hinterherspioniert, auch jetzt nicht; ich vertraue immer neu. Aber würde mir was komisch vorkommen, würde ich heute aufs Bauchgefühl hören. Den es ist nun einmal so, dass Menschen lügen und betrügen können. Und sie sind oft dumm genug, sich erwischen zu lassen. Und man selbst muss nicht bis zum Gehtnichtmehr gutgläubig sein, wenn einem was komisch vorkommt, nur damit der Partner nicht die Augen verdreht.
Meine Eltern, seit 45 Jahren recht glücklich verheiratet, haben immer zwei Wohnsitze gehabt und verbringen Wochen getrennt, wegen der Arbeit. Sie telefonieren jeden Tag, früher haben sie Briefe geschrieben. Sie erzählen dem anderen, mit wem sie was gemacht haben (viele Freunde). Beide wären in der Situation der FS zumindest erstaunt, wahrscheinlich beunruhigt. Sind sie Kontrollettis...?
 
  • #47
Pixikontrolleti mag flunkern und extra Verheimlichen nicht.
Und bei einer Verabredung in der Woche um 23Uhr könnte ich auch bigsister werden. Aber eigentlich wäre es das dann für mich.

Man liebt wie man geliebt werden möchte.

So bin ich kein Handystöberer und fände es ziemlich befremdlich, wenn mein Partner sich regelmäßig meins nehmen würde.
Ich erzähle auch völlig von allein wo ich hingehe und wen ich treffe.
Beim Zusammenleben automatisch mehr, als beim getrennt leben.
Ich rufe also meinen Freund nicht jeden Abend an um einen kompletten Tagesbericht zu liefern.
Und umgekehrt erwarte ich das auch nicht.
Aber ich bin auch völlig offen wenn ich männliche Freunde treffe und wünsche mir das umgekehrt genau so.
Dafür flipp ich aber trotz ehemalige Betrogene zu sein, nicht eifersüchtig aus, wenn Mann sich mit Frau trifft.

Da vergisst man eher den, den man zufällig getroffen hat als den, mit dem man sich bewusst verabredet.

Wer mich regelmäßig anflunkert ist raus, so kann auch er sich nicht beschweren das ich ihn kontrollieren will.
Das ist mir nämlich lieber als ängstlich und misstrauisch durch mein Wissen, Taschen und Emails zu durchwühlen.
 
  • #48
Ein Erwachsener sagt im Zweifelsfall dem Partner, wo er hingeht, damit der Partner sich nicht sonstwas denken muss.
Richtig. Das setzt aber voraus, daß der Partner mit der Information auch umgehen kann. Ansonsten leiden unter der Offenheit nämlich beide: die Frau unter ihrem Kopfkino, das sich natürlich trotzdem einstellt (er könnte ja auch gelogen haben), und der Mann, weil er sich verkannt und als Wüstling wahrgenommen sieht, der er nicht ist. Sein Schweigen ist in diesem Fall nichts weiter als die passive Abwehr verletzender Unterstellungen.
 
  • #49
Richtig. Das setzt aber voraus, daß der Partner mit der Information auch umgehen kann. Ansonsten leiden unter der Offenheit nämlich beide: die Frau unter ihrem Kopfkino, das sich natürlich trotzdem einstellt (er könnte ja auch gelogen haben), und der Mann, weil er sich verkannt und als Wüstling wahrgenommen sieht, der er nicht ist. Sein Schweigen ist in diesem Fall nichts weiter als die passive Abwehr verletzender Unterstellungen.
Erstmal lässt die FS nichts erkennen, was darauf schließen lässt, dass sie vorher sehr eifersüchtig war. Sie hat nicht geschrieben "ich bin schon eh eifersüchtig auf seine neuen Kolleginnen" oder "normalerweis check ich sein Handy" und sie würde hier nicht erst fragen, wenn sie bei so einer Lüge ausflippen würde. Ein sehr eifersüchtiger Mensch wäre sofort explodiert. Es ist also nicht zulässig, anzunehmen, er lügt sie an, weil sie nicht damit umgehen kann.
Im Übrigen, wie hier schon erwähnt: Hat man einen eifersüchtigen Partner, dann ist es feige und absolut kindisch, dann Treffen mit anderen zu verschweigen. Sondern man sollte sich trennen, wenn man den anderen da zu krass findet (was ich auch durchaus in vielen Fällen verstehen kann; hier wird ja oft dazu geraten, keine andersgeschlechtlichen Freundschaften beim Partner zu akzeptieren - für mich ein absolutes No-Go, so ein Partner würde mir nie in die Tüte kommen). Mein Freund war am Anfang auch etwas eifersüchtig (aufgrund von Erfahrungen mit der Ex, die ihn mit ihren männlichen Freunden betrogen hat...). Ich habe nicht einfach verschwiegen, dass ich sie treffe. Ich habe es ihm gesagt, habe ihn beruhigt, habe ihm erzählt, wie das Treffen war, hab sie ihm vorgestellt und dafür gesorgt, dass sie sich anfreunden - damit er sich daran gewöhnt und merkt, ich verschweige ihm nichts. Hat super geklappt, heute gibt's keinerlei Probleme. Und das ist erwachsenes, ehrliches Verhalten. Wenn jemand den eifersüchtigen Partner anlügt, erreicht er, wenn es herauskommt, genau das Gegenteil - der wird ihm noch weniger vertrauen. Und sehr spät abends treffen mit einer ihr unbekannten Kollegin und dann lügen ist ganz sicher keine vertrauensbildende Maßnahme.
 
  • #50
Richtig. Das setzt aber voraus, daß der Partner mit der Information auch umgehen kann. Ansonsten leiden unter der Offenheit nämlich beide: die Frau unter ihrem Kopfkino, das sich natürlich trotzdem einstellt (er könnte ja auch gelogen haben), und der Mann, weil er sich verkannt und als Wüstling wahrgenommen sieht, der er nicht ist. Sein Schweigen ist in diesem Fall nichts weiter als die passive Abwehr verletzender Unterstellungen.
Wenn man trotz dauernder Eifersuchtsszenen weiter mit der Frau zusammen lebt, dann ist das nichts anderes, als Berechnung. Anscheinend ist eine "böse" Frau für solche Männer besser als gar keine. In diesem Fall soll mann dann nicht über/mit Frau meckern, sondern Klappe halten, Vorteile genießen und ihr Nölen als Kollaterallschaden mitnehmen. Ansonsten steht jedem absolut frei, normale adäquate Partnerin zu suchen. ODER das eigene Verhalten genau anzuschauen und prüfen, inwieweit man selber an entstandener Situation beteiligt ist.
 
  • #51
Richtig. Das setzt aber voraus, daß der Partner mit der Information auch umgehen kann.
Aber was will man mit einem Partner, den man anlügen muss, weil er ein eifersüchtiger Kontrollfreak ist? Der macht einem doch das Leben zu Hölle. Und ich denke nicht, dass diese Lügen, die man "aus Not" auftischt, immer unentdeckt bleiben. Dh. man erzeugt ein noch schlimmeres Misstrauen und noch mehr Kontrollwunsch. Eigentlich müsste sich dieser Partner dann trennen, weil er belogen wurde.
Wenn er das nicht macht, ist die Dynamik in der Beziehung und der eine wird immer mehr Kontrolletti, der andere immer mehr "Not"-Lügner.

Sein Schweigen ist in diesem Fall nichts weiter als die passive Abwehr verletzender Unterstellungen.
Der Arme, er kann seine Interessen nicht verteidigen, weil seine Muttipartnerin so böse ist. Ist das nicht offensichtlich, dass dieser "Not"-Lügner genau ein Teil des Problems ist, weil er nicht hinkriegt, seine Interessen zu verteidigen, die z.B. sind, kein Lügner werden zu wollen? Ich fänd es ätzend, wenn ich, um mit jemandem zusammenbleiben zu können, anfangen müsste, mir Lügen auszudenken. Das erzeugt mir Stress, ich will so nicht sein und ich will auch, dass der Partner, der kontrollieren will, für unsere Beziehung lernt, dass ER ein Problem hat. Wenn ich nicht schon vorher sage "nee, danke, das halte ich nicht aus".
Außerdem bleibt bei solchen "Lösungen" für ein Problem jeder in seiner "Emotionalblase", es schafft einen Graben im Vertrauen. Auch beim Lügner, denn er vertraut dem anderen ja nicht, dass der gut umgeht mit der Info.

Ich schließ mich den Beiträgen von @realwoman und @mokuyobi komplett an.
 
  • #52
Und die ganze Geschichte hast du auf dem Weg zum Elternabend geschrieben. Das muss dich ja sehr geplagt haben. Andererseits ist der Weg zum Elternabend bestimmt sehr lang, zurück bist du ja auch noch nicht gekommen ..

Mich würde es schon irritieren, eine Partnerin zu haben, die "mal flunkert". Was für mich nicht passt, ist dass er das alles seiner Mutter erzählt. Er könnte ja auch andere Ausreden erfinden.

Ansonsten geht es hier ja ums Verheimlichen und ums Täuschen und nicht darum, ob man sich auch mal mit anderen Freunden oder Kollegen treffen kann.
 
  • #53
Der Arme, er kann seine Interessen nicht verteidigen, weil seine Muttipartnerin so böse ist. Ist das nicht offensichtlich, dass dieser "Not"-Lügner genau ein Teil des Problems ist, weil er nicht hinkriegt, seine Interessen zu verteidigen, die z.B. sind, kein Lügner werden zu wollen?
In der Theorie klingt das was du schreibst natürlich plausibel und da kann man dem eigentlich nur zustimmen. Aber in der Praxis läuft es eben oftmals nicht so. Sicherlich wird sich der Partner, der sich ab und zu kontrolliert fühlt, deswegen nicht gleich trennen weil das ja nur ein kleiner Teil des Verhaltens ist und auf der anderen Seite wird sich der andere Partner, der sich ab und zu nicht ausreichend informiert fühlt, deswegen auch nicht gleich trennen. Eine Partnerschaft hat ja noch viele weitere Aspekte.

Es ist für viele Menschen einfacher, Dinge zu verschweigen oder um etwas herum zu reden, was eine andere Person eventuell nicht gutheißen würde, als sich offen und in Konfrontation mit diesen Sachverhalten auseinanderzusetzen. Natürlich kann man das kritisieren und Anklagen, dass das aber nicht der Idealzustand einer Beziehung ist. Aber oftmals ist es der einfachere Weg und ich denke es ist menschlich, dass man es sich manchmal einfach nur leicht machen möchte.
 
  • #54
Es ist für viele Menschen einfacher, Dinge zu verschweigen oder um etwas herum zu reden, was eine andere Person eventuell nicht gutheißen würde, als sich offen und in Konfrontation mit diesen Sachverhalten auseinanderzusetzen.
Das stimmt natürlich, aber verheimlichen, dass man sich mit einer anderen Frau trifft? Das ist für mich keine "Notlüge" mehr, um keinen Stress zu haben, das ist wie z.B. "hast du die Blumen gegossen" zu hören, zu erschrecken, weil man es vergessen hat, und es nach dem Telefonat oder dem Nachrichtenaustausch schnell nachzuholen.
Zu behaupten, dass man nicht bei einer anderen Person war, weil der Partner sonst eifersüchtig wird, geht nicht. DEN Kampf, dass man diese Person treffen will und alles harmlos ist, muss man schon kämpfen.
 
  • #55
Das ist für mich keine "Notlüge" mehr, um keinen Stress zu haben, das ist wie z.B. "hast du die Blumen gegossen" zu hören, zu erschrecken, weil man es vergessen hat, und es nach dem Telefonat oder dem Nachrichtenaustausch schnell nachzuholen.
Zu behaupten, dass man nicht bei einer anderen Person war, weil der Partner sonst eifersüchtig wird, geht nicht. DEN Kampf, dass man diese Person treffen will und alles harmlos ist, muss man schon kämpfen.
Das ist aber auch eine subjektive Einschätzung. Für manche wäre das noch eine Notlüge und für manche nicht. Außerdem hat der Mann ja gar nicht behauptet, dass er nicht bei einer anderen Person war. Sie hat ihn nicht direkt danach gefragt, er hat somit genau genommen gar nicht gelogen. Er hat nur nicht erwähnt, dass er nach dem Elternabend die Kollegin trifft. Das ist beispielsweise für mich auch nochmal etwas andere. Lügen bedeutet für mich, ich werde etwa gefragt und sage die Unwahrheit. Dinge einfach nicht erwähnen, ist für mich gar kein Lügen. Das kann man auch sehen wie man will: War das nun eine Lüge oder nicht? Darf man es verschweigen, wenn man sich mit einer anderen Frau (Freundin/ Kumpeline) trifft? Oder muss man das alles berichten? Das handhabt bestimmt jeder anders.
 
  • #56
Das ist aber auch eine subjektive Einschätzung.
Schon, aber Blumengießenvergessen ist ja nicht mit dem Eifersuchtsgefühl verbunden. Deswegen seh ich es in einer anderen Kategorie, z.B. Unaufmerksamkeit, Ignoranz oder aber, wenn derjenige selbst viel um die Ohren hat und es deswegen vergaß und ab da regelmäßig tun wird, weil er weiß, wie wichtig dem anderen die Blumen sind.
Dinge einfach nicht erwähnen, ist für mich gar kein Lügen.
Das stimmt. Aber kann man sich so doof stellen? Ich meine nicht Dich, ich meine denjenigen, der DAS nicht erzählt. Er sagt, er ginge zum Elternabend, aber den heiklen Punkt, wo er noch hingeht, sagt er nicht? Er weiß genau, dass sie das aufrühren würde und er es erklären sollte.

Mal ein theoretisches Beispiel: Wenn einer für Dich kocht und er hat eine Katze oder einen Hund, und das liebe Tier kommt, obwohl es das sonst nicht darf, in die Küche und leckt an einem Stück Fleisch auf einem fertigen Teller, den der Koch sich selbst aus Ekel nicht geben will, sondern Dir serviert, weißt Du auch nicht, was passiert ist. Du isst und fällst nicht tot um und musst es nie erfahren. Aber Du hättest doch auch gern, dass der Koch von sich aus drauf kommt, dass Du das nicht magst. Und wenn er dann sagt "na du hast ja nicht gefragt, ob der Hund dran geleckt hat. Angelogen hätte ich dich dann nicht", denkst Du doch auch, da läuft was krumm im Kopf.
Darf man es verschweigen, wenn man sich mit einer anderen Frau (Freundin/ Kumpeline) trifft? Oder muss man das alles berichten?
Wie Du schon schreibst - handhabt jeder anders. Es geht darum, ob man weiß, dass es den Partner stört. Wenn es nicht stört, erzählt man es nicht, weil es belanglos ist. Wenn man weiß, dass es ihn stört, ist es genau der andere Fall: Man VERSCHWEIGT, und sowas passt für mich nicht in eine Beziehung, genau wie Lügen. Es ist feiges Verhalten, weil man seine Grenzen gegen den Partner, der rumstresst, nicht verteidigen will, oder weil man Angst hat, dass der Partner einen verlässt.
Sie hat ihn nicht direkt danach gefragt, er hat somit genau genommen gar nicht gelogen.
Diese Begründung denkt sich bestimmt auch mancher wirkliche Fremdgeher: Wenn sie mich entdeckt und danach fragt, sage ich die Wahrheit. Ansonsten wasche ich meine Hände in Unschuld.

Für mich bleibt auch das Verschweigen ein Teil dieses Musters, dass man weder weiß, wie wichtig Vertrauen in einer Beziehung ist, noch in der Lage ist, Grenzen zu setzen oder zu gehen, wenn einem misstraut wird.
 
  • #57
Er weiß genau, dass sie das aufrühren würde und er es erklären sollte.
Genau, er stellt sich nicht doof, sondern er erwähnt etwas bewusst nicht. Er hat es nicht vergessen zu berichten, sondern er weiß, dass da Nachfragen oder eventuell gleich eine Szene kommen würden und um das zu vermeiden, verschweigt er es. Aber das ist für mich trotzdem kein Lügen.

Angelogen hätte ich dich dann nicht", denkst Du doch auch, da läuft was krumm im Kopf.
Da würde ich mir wünschen, dass ich es einfach nie erfahre und in Ruhe weiterlebe, denn genau genommen passiert ja wirklich nichts, man kann es höchstens eklig finden. Ich würde deswegen aber nicht denken, dass was im Kopf krumm läuft.

Ich meinte eigentlich auch genau das, was du als Verschweigen bezeichnest. Ich hätte auch nicht gedacht, dass der Mann versehentlich die Kollegin nicht erwähnt, sondern dass er das bewusst verschweigt, weil er weiß, dass es der Freundin nicht gefallen würde.

Es geht aber nicht um Fremdgehen. Es geht um ein Treffen. Wir können dem Mann nicht unterstellen, dass er fremdgeht. Ich kenne es von mir auch so, dass ich mich manchmal mit Kollegen angefreundet habe und bei mir ist es auch üblich, sich spät abends mit Freunden zu treffen. Und meine Wertvorstellung ist, dass man das dürfen sollte, also dass einem der Partner deswegen keine Vorwürfe machen sollte. Wenn ich nun aber einen Partner hätte, von dem ich wüsste, dass er da etwas dagegen hat und somit eine Sache, die für mich normal ist, als etwas Schlimmes sieht und mir deswegen vielleicht eine Szene machen würde, dann kann ich verstehen, dass man den einfachen Weg geht und das verschweigt.

Ob das nun feige ist? Ich finde das Wort "feige" dafür zu hart. Es ist bequemer, ja; es ist einfacher. Aber anders herum: man kann nicht immer seine Grenzen verteidigen, man kann sich nicht immer dem Stress oder den Konflikten aussetzen, die dann vielleicht entstehen würden. Das muss auch nicht heißen, dass man Angst hat verlassen zu werden, aber nicht jeder kann solche Grabenkämpfe kämpfen und selbst wenn man es tut, endet das doch oft nur darin, dass es kracht, beide eine Weile beleidigt sind, keiner von seinem Standpunkt abrückt. Ich glaube, es gibt Konstellationen, da kann man solche Themen nicht klären und da muss man einen Weg finden, wie man es händelt, wenn der Partner Dinge, die man als harmlos ansieht, problematisch findet. Und man kann sich auch nicht immer trennen wegen sowas, weil nicht jeder an der Hand gleich 10 neue alternative Partner hat. Manche Menschen wollen nicht alleine sein oder wissen, dass die auf dem Partnermarkt schlechte Chancen haben. Und ich kenne viele Beziehungen, wo Unangenehmes verschwiegen wird. Das mag nicht der beste Weg sein, aber für manche ist das der einzig gangbare Weg.
 
  • #58
Aber oftmals ist es der einfachere Weg und ich denke es ist menschlich, dass man es sich manchmal einfach nur leicht machen möchte.
Man müßte die Vorgeschichte kennen, um zu wissen, wie denn der alternative Weg aussähe. So eine Diskussion um nichts kann nämlich ganz schön anstrengend sein, und warum soll ich mich in einer Beziehung immer wieder gegen denselben Verdacht verteidigen, obwohl ich dazu keinen Anlaß gegeben habe? Das ist ja letztlich auch immer wieder neu verletzend.

Sicher, auf längere Sicht bleibt einem nur die Lösung „wenn du mir nicht vertraust, hat das mit uns keinen Sinn.” Aber für diese Kanone braucht es schon mehr als nur eine Handvoll solcher Szenen.
 
  • #59
So eine Diskussion um nichts kann nämlich ganz schön anstrengend sein, und warum soll ich mich in einer Beziehung immer wieder gegen denselben Verdacht verteidigen, obwohl ich dazu keinen Anlaß gegeben habe? .
Doch, genau durch solche Geschichten gibt man eindeutigen Anlass: Lügen und Verschweigen zum eigenen Vorteil. Da braucht man sich nicht wundern, wenn Partner/in nicht vertraut, während sie regelmäßige ohne schlechtes Gewissen angelogen werden.
 
  • #60
Ich meinte das darauf bezogen, dass so einer dann sagt "hättest ja mal genauer nachfragen können, dann hätte ich dir das erzählt, was du anscheinend gar nicht für möglich gehalten hast".
Wir können dem Mann nicht unterstellen, dass er fremdgeht.
Das mach ich auch nicht. Ich bin mir nur sicher, dass er mit seinem Verhalten genau bewirken wird, dass es danach aussieht.
Und meine Wertvorstellung ist, dass man das dürfen sollte, also dass einem der Partner deswegen keine Vorwürfe machen sollte. Wenn ich nun aber einen Partner hätte, von dem ich wüsste, dass er da etwas dagegen hat und somit eine Sache, die für mich normal ist, als etwas Schlimmes sieht und mir deswegen vielleicht eine Szene machen würde, dann kann ich verstehen, dass man den einfachen Weg geht und das verschweigt.
Ich versteh das nicht. Denn ich denke, man ist mit dem falschen Partner zusammen, wenn sowas für einen selbst Elementares zu einem Beziehungsproblem wird. Du gibst auch diesem Menschen keine Möglichkeit, zu reifen und zu wachsen, wenn Du einfach nur heimlich weitermachst mit dem, wo er ein Problem hat. Du verschlimmerst Deine Beziehung nur, weil er irgendwann entdecken wird, dass Du dahingehend verschweigst oder vielleicht auch schon gelogen hast, wenn hinterher die Frage kam "wo warst du" (denn wenn einer VORHER den Stress scheut und verschweigt, wieso dann nicht auch hinterher) und sich bestätigt sehen wird in seinem Misstrauen.
Ob das nun feige ist? Ich finde das Wort "feige" dafür zu hart. Es ist bequemer, ja; es ist einfacher.
Es ist feige, weil man Angst vor dem Stress hat. Wenn es wirklich nur "bequemer" sein soll, dann ist das für mich so, als würde man den Partner für einen Deppen halten, der nicht in der Lage ist, sein eigenes Problem mit Misstrauen in der Beziehung (das ja aus der Vergangenheit kommen wird) mal zu lösen. Deswegen erzählt man Märchen, dass er in seiner rosa Blase beruhigt weiterleben kann.

aber nicht jeder kann solche Grabenkämpfe kämpfen
Aber es doch klar, dass DIESE Beziehung dann sowieso für den Eimer ist. Wenn es fiese Grabenkämpfe werden, wenn jemand seinen Interessen ohne Misstrauen nachgehen will, dann ist diese Beziehung nicht lebbar. Irgendwann wird ja doch rauskommen, dass man nicht passt. Eine Reifeentwicklung fand dann auch nicht statt, weil ja immer alles verschwiegen wurde.
Und man kann sich auch nicht immer trennen wegen sowas, weil nicht jeder an der Hand gleich 10 neue alternative Partner hat.
Okay, hier liegt der Knackpunkt. Ich hab lieber keine Beziehung als so eine Beziehungskiste ohne Passung. Wer eine Bez. unbedingt braucht, muss sich durch Verschweigen und ggf. Lügen dem Partner attraktiv darstellen und dieses Bild erhalten. Da stimme ich Dir zu.