• #1

Wieso denn verheiratet ohne Kinder?

Hallo EP Comunity! Ich bin neu hier und möchte eure Meinungen zum folgenden Thema lesen.. für viele Menschen scheint es sehr schwer zu verstehen wieso eine verheiratete Frau sich bewusst dafür entscheidet, keine Kinder zu bekommen. Das muss ich mittlerweile sehr oft erleben. Wenn jemand Small Talk mit mit anfängt, dann ist fast immer die erste Frage „bist du verheiratet“, dazu ich „ja, bin ich!“.. dann heisst es „und hast du Kinder?“, dazu ich „nein“. Dann kommt dieser Ausdruck der Unfassbarkeit ins Gesicht meines Gegenübers und noch eine Frage „aber wieso das denn?“. Tja, dann bin ich ehrlich „weil ich es nicht will. Ich brauche keine Kinder, um glücklich und zufrieden zu sein“. Nach ein paar Sekunden kommen eine Menge Kommentare bzw. weitere Fragen zu mir. Alles von „du weisst aber nicht was du dir entgehen lässt“, „mach dir keine Sorge, das kommt noch.. später wirst du Kinder wollen“, „und was sagt dein Mann dazu?“, „wer wird denn auf dich aufpassen, wenn du alt bist?“ bis „das wirst du irgendwann aber bereuen!!“ usw.. ehrlich gesagt das alles ist mir zu öde und sinnlos, denn mein Leben gehört mir und ich entscheide selbst was ich will und brauche. Mutter zu werden war nie mein Wunsch, ich muss mich nicht daher rechtfertigen. Wieso können viele Menschen es nicht verstehen und uns verheiratete Frauen ohne Kinderwunsch einfach in Ruhe lassen? Wieso müssen wir Frauen als Gebärmaschinen von Vielen betrachtet werden? Die Welt wäre sicherlich ein besserer Ort, wenn man einfach leben und leben lassen würde!


LG

Ibuki, 33
 
  • #2
Tja, @Ibuki. Willkommen in der Welt der Schubladen und der unifomiertheit. Bitte halte den Menschen nicht vor Augen, dass sie wie die Lemminge das tun, was Generationen vor ihnen für Lebenswert gehalten haben. Nicht Mutter sein zu wollen ist da wohl das geringste aller Übel. Was meinst du wie es Menschen geht, die z.B als Transmensch, mit dunkler Hautfarbe oder mit Übergewicht durch die Weltgeschichte laufen *ironieoff*. Da maßt sich die Welt auch eine Meinung an, die ihnen nicht zusteht. Da wird diskriminiert ohne sich für diskriminierend zu halten. Im Ernst, warum stellst du dir diese Frage? Antworten darauf sind müßig. Der Mensch ist so, schon immer gewesen. Wenn du dich zu einer bestimmten Gruppe zugehörig fühlen willst, musst du nach ihren Regeln funktionieren. Wir halten uns heute für unsagbar individuell, gebildet und Weltoffen. Dabei ist diese Denke völliger Nonsens. Wir denken immer noch beschränkt und in Schubladen. Die wirklichen Individualisten werden immer noch als Sonderlinge erfasst, die sich nicht anpassen wollen.
Dazu gehört Rassismus, Dicken Bashing genau so, wie das krankhafte streben nach Status und Geld um sich darüber aufwerten zu wollen. Steh einfach drüber, stelle dir die Fragen nicht. Du bist mit deinem Lebensentwurf zufrieden?! Also ignoriere es, lächele drüber. Es kann dir doch egal sein, was die anderen denken. Ich vermute du hast ebenfalls Vorurteile gegen eine bestimmte Gruppe von Menschen? Hinterfrage doch mal ehrlich und reflektiert deine Motive dafür. Dann findest du vielleicht die Antwort auf deine Frage.
Noch eine Möglichkeit:
Wenn ich zum Beispiel sage, dass mein (zu nächst) ungewolltes Kind mein größter Schatz ist und ich mir heute nicht mehr vorstellen kann, das ich je keine Kinder wollte, dann ist das meine Erfahrung und Meinung. Das muss für dich nicht gelten. Wenn ich das aber in einem Gespräch mit dir erzählen würde, würdest du das dann als Abwertung deines Lebensentwurfes auffassen? Dann solltest du an deiner Wahrnehmung arbeiten und dich fragen warum dich meine Aussage so triggert. Ansonsten gebe ich dir gerne Recht......was wäre es für eine traumhafte Welt, in der wir uns alle gegenseitig einfach alle vorurteilsfrei lassen könnten?!
 
  • #3
Für einen wirklich kultivierten Menschen stellen stinkende Windeln und penetrantes Geschrei keine Bereicherung seiner Existenz dar. Meine Standard-Antwort auf solche Fragen, die in der Regel dazu führt, dass der Nervtöter das Thema wechselt.
 
  • #4
Liebe Ibuki,

das ist blöd und ich kenne das. Auch als verheirateter Mann ohne Kinder musste ich mir das jahrelang anhören. Ich kam nicht so oft in ein neues Umfeld, von daher passierte es mir nicht oft. Und die Fragen der entfernten Bekanntschaften wurden immer weniger, weil Sie meine Entscheidung irgendwann akzeptierten. Aber es war jahrelang nervig.
Und lass Die bitte nicht einreden, dass du irgendwas verpassen würdest. Das mag sein. Aber eine solche Entscheidung kannst Du nicht rückgängig machen. Ich wollte nie welche und (Achtung liebes Forumsteilnehmer, die mich kennen) jetzt hab ich eines. Um alles in der Welt würde ich ihn nicht mehr hergeben. Ich bin glücklich, dass er da ist. Es gibt allerdings auch immer wieder ein großes ABER. Ich kann meine Freizeit nicht mehr einfach so gestalten. Bestimmte Traumziele kann ich mir vllt. abschminken etc. pp.
Und selbst wenn Du es mal später bereuen solltest keine gehabt zu haben, dann ist es eben so. Du kannst nur im hier und jetzt entscheiden und es ist o.k. so.
Damit es vllt weniger nervt, kannst du vllt. in Deinem direkten ( indirekten) Umfeld streuen, dass es Dich stört. So hab ich es damals auch gemacht.

M 48
 
  • #5
Hallo Zwillingsschwester! ;-)

Mir geht es genau wie dir. Bin glücklich verheiratet aber Kinder brauche ich nicht.
Ich reagiere inzwischen relativ barsch wenn Leute dann so anfangen wie du es beschreibst.
Ich sage ihnen wie schön es ist unabhängig zu sein, wie toll die Zweisamkeit mit meinen Mann ist und dass man ja so viel Geld spart ohne Kids.
Familien verreisen vermutlich nicht jährlich 2x im Urlaub....
Dann schauen die meisten doof und halten ihre Klappe.
Außerdem gibt es so viele Mütter, die es bereuen Mutter geworden zu sein - das dürfen sie aber natürlich nicht öffentlich zugeben.
Mach dir nichts aus den Kommentaren und sei froh über dein schönes Leben.
Wenn andere unbedingt Kinder brauchen um glücklich zu sein - bitteschön, aber dann sollen sie andere Meinungen dazu auch respektieren.
w, ebenfalls 33
 
L

Lionne69

Gast
  • #6
Es gibt Menschen, die heiraten.
Menschen, die ohne Heirat zusammenleben,
Menschen, die Kinder bekommen, adoptieren,
Heterosexuell und Homosexuelle Konstellationen
... Und noch vieles denkbare.

Rechtfertigen muss sich keine*r.

Es ist bei einem jung verheirateten Paar oft einfach die Neugierde, dass man nach Kinderwunsch gefragt wird. Nicht wertend oder böse gemeint.
Ein einfaches klares höflicher Nein reicht.
Und ich kenne es nicht so oft, dass dann weiter insistiert wird.

Es gibt aber immer Menschen, die die Lebensweise anderer in Frage stellen, meine Entscheidung ist es, ob ich mich dann auf eine Diskussion einlasse oder nicht.

Übrigens eine genauso emotionsbeladene Frage ist, wenn es bei Kindern dann darum geht, ob und wer wie lange Zuhause bleibt.

Und es gibt noch viele andere Themen, wo sich schnell Gräben auftun.

Ich für mich erkläre nur noch selten, und rechtfertige mich nicht (mehr).
 
  • #7
Ich finde dieses Nachboren nach Kindern respektlos. Schließlich gibt es auch Paare, die keine Kinder bekommen können. Ich habe eine Nachbarin gehabt, die mich auch ständig damit genervt hat. Gruselig war das. Was nehmen sich fremde Menschen da raus? Warum müssen sie ihr Lebenskonzept anderen überstülpen?
 
  • #8
Guten Morgen,

ich bezweifel, dass es wirklich so viele so dumme Menschen gibt, die selber Kinder haben, ständig nur Kritik üben und fassungslos den Kopf schütteln. Wenn solche Aussagen kommen wie

Für einen wirklich kultivierten Menschen stellen stinkende Windeln und penetrantes Geschrei keine Bereicherung seiner Existenz dar.

wundert mich die Fassungslosigkeit nicht.

Nun, wie oft wurden Frauen mit fassungslosen Blicken und sonderbaren Fragen behämmert, weil sie Kinder in die Welt gesetzt haben und nicht nur das.

Wenn ihr nicht endlich mit euren Kleinkriegen aufhört, wird es fleißig dazu beitragen, Krieg zu manifestieren.

Ich landete auch in die Schublade ganz unten, weil ich es wagte, drei Kindern das Leben zu schenken. Na und, soll jeder wie er mag, mich juckt es nicht.

Ich verstehe nicht, dass man in einer Zeit, wo man eman(n)zipiert mit Stechschritt durch die Welt marschiert, sich darüber noch aufregen kann und mag. Was juckt euch das, oder gibt es tief in euren Innern doch ein leises Stimmchen, was euch infrage stellt?
Denn sonst könnte man doch ganz gelassen, mit dem kleinen, geringen Anteil, sind es vielleicht drei oder gar vier Menschen, die so reagieren, umgehen. Viele, alle Menschen, das ist doch relativ und ich lese oft, da gab es mal einen, der so reagierte und schon reagiert die ganze Welt so.
Nicht jede Frage beinhaltet Verständnislosigkeit, sondern vielleicht auch nur Interesse. Auch nicht jeder fassungslose Blick soll das ausdrücken, vielleicht weht gerade nur ein kleiner Windzug durchs Gesicht, der eine flüchtige Entgleisung der Gesichtszüge bewirkt und wahrnehmen lässt.

Ich denke, es wäre besser, mal zu überlegen, wie ihr, denen euch von euer Mutter (eine Frau), das Leben geschenkt wurde, zu euch selber steht. Als was begreift ihr euch und wo steht ihr? Ihr gehört mit zu denen, die Unfrieden auf der Welt schaffen, trotz Intellekt, Toleranz, Empathie und all das, was ihr gerne als schmückendes Beiwerk mit euch tragt. Wo bleibt euer Respekt den Müttern gegenüber? Das Leben besteht aus geben und nehmen und eure Erfahrungen und das, worüber ihr euch aufregt, ist die Resonanz eures desolaten Gedankengutes. Ihr solltet bei euch selbst anfangen.
 
  • #9
Mich beschleicht bei den Menschen die keine Kinder möchten, ob verheiratet oder nicht verheiratet, immer etwas das Gefühl, dass sie als etwas Besonderes gelten möchten. Auch bei Dir, liebe FS.
Kein Kind zu wollen ist keine Leistung und nichts Besonderes.

Mir persönlich ist das wurstzipfel egal ob du (oder jemand anderes) Kinder möchtest oder lieber nicht. Das ist so eine persönliche Entscheidung die kann auch nur jeder für sich treffen. Bei manchen Menschen finde ich eine Entscheidung gegen ein Kind sogar sehr beruhigend. Lieber kein Kind, als ein unglückliches vernachlässigstes Kind.
 
  • #10
Alleine wie du das alles aufführst, was gesagt wird zeigt doch deutlich das du da überhaupt nicht mit dir im Reinen bist. Sowas hab ich nach 3 Minuten wenn ich mich zum Buffet weggedreht habe vergessen. Die Frage ist ein Klassiker, die gab es schon immer und wird auch nicht aussterben. Die wird gestellt wenn man um jeden Preis eine Unterhaltung erkrampfen will, aber nicht weiß wo man ansetzen soll. 33 ist wohl die Zeit wo man langsam Kinder haben sollte, wenn man denn welche haben möchte. Das ist so die Hochphase. Da gilt man schon als spätgebärend. Ich kenne einige Ehepaare die keine Kinder haben und nie welche wollten und nie in so eine Rechtfertigungsarie gerutscht sind. Solche Fragerei erstickt man mit der richtigen Antwort im Keim. Ein "Wir waren uns von vorneherein einig, das wir keine Kinder wollen." muss reichen. Danach Themawechsel. Oder ins Leere laufen lassen. Vielleicht sind das auch Verlegenheitsthemen wie "mein Haus, mein Boot", wenn man einfach nichts zu sagen hat und einen eh nicht so ernst gemeinten Smalltalk zusammenkrampfen will. Neben "Urlaub, mein Haus, mein Boot" geht da fast immer was. Danach kann man sich dann mit Geschwafel, welcher teuerste Kinderwagen der beste ist und wie viele man von den ganzen Schwiegereltern, Tanten und Omas schon geschenkt bekommen hat oder man den veganen Retrowagen aus den 60ern aufarbeitet, weiter durchhangeln. Neben "Ernährung" und Waldorfschule und Kindergeburtstag versteht sich. Da sind für manche einfach noch die Themen wo sie schnell anknüpfen können. Normale Freunde die einen länger kennen fragen sowas doch gar nicht? Die wissen sowas.Finde dieses übergriffige Gefrage auch ein Zeichen von mangelnder Empathie/Intelligenz. Ich würde nie jemanden sowas fragen. Viel zu groß ist die Gefahr, das jemand vielleicht sogar schon ein Kind verloren hat, unbedingt eins möchte aber einer von beiden ist unfruchtbar. Einfach taktlos. Es gibt andere Themen. Das schöne Kleid, Hobbies, Tätigkeiten die der Allgemeinheit nutzen.
 

Rosenblatt

Gesperrt
  • #11
Guten Morgen,

ich bezweifel, dass es wirklich so viele so dumme Menschen gibt,

Dein Kleinkrieg hast du gerade selbst angefangen, Pia. Mich juckts auch nicht wenn andere Frauen Kinder kriegen und dann rumjammern, dass sie weniger Zeit und Geld haben.
Mich juckt es, dass andere Lebensmodelle NICHT AKZEPTIERT werden. Ein gutes Beispiel dafür ist auch die Religion. Sollen alle oder keiner an Gott glauben. Mich juckts nicht. Man soll mich nur nicht versuchen zu missionieren sondern meinen Atheismus RESPEKTIEREN. Ich sag Christen auch nicht, dass sie aufhören sollen, an Fantasiefiguren zu glauben oder sich mal Darwin reinziehen sollen.

Aber genau das fehlt (auch bei dir). Der Respekt andere leben zu lassen wie sie es für richtig halten ohne sie zu verurteilen.

Ich möchte auch keine Kinder und sehe mich noch lange nicht dazu verpflichtet welche zu zeugen, bloß weil meine Mutter mir das Leben geschenkt hat. Schwachsinn sowas.
 
  • #12
Mich beschleicht bei den Menschen die keine Kinder möchten, ob verheiratet oder nicht verheiratet, immer etwas das Gefühl, dass sie als etwas Besonderes gelten möchten. Auch bei Dir, liebe FS.
Kein Kind zu wollen ist keine Leistung und nichts Besonderes.
Ernsthaft? Wenn ich etwas Besonderes möchte, dann kann ich das bei der Auswahl von Kleidung oder Schmuck, aber meinen persönlichen Lebensentwurf mache ich doch nicht davon abhängig, ob er Mainstream oder vielleicht ungewöhnlich ist.

Mir geht es wie der FS, ich habe einfach nicht den Wunsch nach Kindern, obwohl ich Mitte 30 bin. Ende 20 dachte ich immer, dass Kinder irgendwie dazu gehören, aber mir reicht es völlig, wenn ich die Kinder in meinem Freundeskreis mal ein paar Stunden um mich habe. Und ebenso wie kein Kind zu wollen, ist ein Kinderwunsch auch keine Leistung oder etwas Besonderes.

Abgesehen davon, dass eine Schwangerschaft und Geburt idR sehr anstrengend sind (die spätere Erziehung natürlich auch), ist das etwas, was völlig natürlich ist und seit mehreren tausend Jahren erfolgt. Insoweit finde ich eher das Theater, das darum gemacht sehr anstrengend und übertrieben. Und das Streben als "besonders" im Mittelpunkt zu stehen, geht wohl kaum besser, als wenn eine Frau von Schwangerschaft/Geburt/Kindern erzählt-denn da wird sich ja wahlweise mit Horror- oder Märchenstories selbst übertroffen. Und die Wahrheit gibt es da letztlich auch nicht, da jeder anders empfindet (von den üblichen Aufschneiderstories mal abgesehen).

Sicherlich gibt es auf beiden Seiten extreme Positionen und der Kommentar mit den Windeln ist zweifellos dämlich, aber den missionarischen Eifer legen schon primär die Leute mit Kindern an den Tag. Letztlich ist das insoweit logisch, weil die Kinderlosen theoretisch -wenn keine gesundheitlichen Gründe dagegen sprechen- noch zu Kindern "überzeugt" werden könnten. Umgekehrt geht das nicht, wenn die Kinder einmal da sind. Es nervt aber wirklich, wenn Eltern meinen, Kinderlosen das Urteilsvermögen absprechen wollen. Klar gibt es Fälle, in denen jemand später glücklich über das ungeplante Kind ist. Das ist aber zum einen nicht die Regel (und das jemand die Entscheidung bereut, wir eben nicht so oft kommuniziert), zum anderen ist es respektlos, wenn irgendjemand meint, mir vorschreiben zu können, was angeblich am Besten für mich ist.
 
  • #13
Wieso können viele Menschen es nicht verstehen und uns verheiratete Frauen ohne Kinderwunsch einfach in Ruhe lassen? Wieso müssen wir Frauen als Gebärmaschinen von Vielen betrachtet werden?

Es gibt ein wunderschönes Lied von den Ärzten: "Lass die Leute reden..."

Richtig, Du musst Dich für Deine Entscheidungen nicht rechtfertigen. Bei lästigen Menschen kannst Du den Kontakt aufs Nötigste reduzieren - auch das ist Deine Entscheidung.

m, 39
 
  • #14
Ich denke, es wäre besser, mal zu überlegen, wie ihr, denen euch von euer Mutter (eine Frau), das Leben geschenkt wurde, zu euch selber steht. Als was begreift ihr euch und wo steht ihr? Ihr gehört mit zu denen, die Unfrieden auf der Welt schaffen, trotz Intellekt, Toleranz, Empathie und all das, was ihr gerne als schmückendes Beiwerk mit euch tragt. Wo bleibt euer Respekt den Müttern gegenüber? Das Leben besteht aus geben und nehmen und eure Erfahrungen und das, worüber ihr euch aufregt, ist die Resonanz eures desolaten Gedankengutes. Ihr solltet bei euch selbst anfangen.

Ich denke, du bist genauso unverschämt wie die Antwort mit den stinkenden Windeln. Die FS hat ja nur gesagt, dass es sie nervt, ständig gefragt zu werden. Ich mit 34 Jahren kann es bestätigen, dass Leute immer nachbohren und man dann irgendwann sauer wird, wenn solche Aussagen kommen wie "na das kommt schon noch" oder "lange hast du ja nicht mehr Zeit". Ich möchte betonen, dass ich schon noch Kinder will, es sich bisher nicht ergeben hat und meine Beziehung jetzt noch nicht lang genug hält, um ein Kind zu zeugen. Aber ich könnte auch ohne Kinder gut leben, wenns aufgrund des Alters eben dann nicht mehr klappt. Daher stehe ich auf keiner Seite. Ich finde aber, dass ich keinen Grundrespekt Müttern gegenüber haben muss (gibt auch genug, die sich nicht um ihre Kinder kümmern; Kinder kriegen kann halt jeder auch ohne drüber nachzudenken), vor allem nicht, wenn sie jemand anderem, der andere Lebensentscheidungen trifft, desolates Gedankengut vorwerfen. Ich kenne Leute, die wollen keine Kinder, weil sie meinen, sie wollen kein Kind in diese Welt setzen. Oder die Überbevölkerung der Erde (die ja wirklich ein Problem ist) nicht unterstützen. Oder sie trauen es sich nicht zu, dem Kind gerecht zu werden. Das ist ja wohl kein desolates Gedankengut. Ist nicht so, als ob jedes Kind die Welt verbessern würde. Bekommt man Kinder, dann auch aus egoistischen Gründen; warum sollte man davor Respekt haben, also vor dem Muttersein an sich. Das ist eben eine individuelle Entscheidung; eine biologisch natürlich "normale". Aber du klingt wirklich nicht, als ob du eben die Entscheidung gegen Kinder genauso achtest oder respektierst.
Ich kenne Menschen, die keine Kinder haben, aber die Kinder ihrer Freunde mögen, sie unterstützen, babysitten, und weder gemein noch respektlos sind. Und Mütter, die sagen, ich verstehe total, dass XY kein Kind möchte und respektiere ihre Gründe. So sollte das sein. Jeder wie er will ohne ständige Ermahnungen oder Wertungen. Soweit ich es mitbekomme, werden Kinderlose aber wesentlich häufiger angegangen, gern auch von ihren eigenen Eltern, ich habe das selbst oft erlebt. Dagegen hat noch keine Mutter in meinem Bekanntenkreis jemals was negatives gehört, weil sie zwei Kinder hat. In was für Kreisen bewegst du dich denn? Bestimmt gibt's das, aber sicher nicht genauso häufig.
 
  • #15
Ich führe keinen Small Talk dieser Art! ;-) Mein Privatleben geht niemanden was an. Mit Ignoranz bekommt man sein "leben und leben lassen". Bzw. als Frau Mitte 30 will ich einfach nur noch meine Ruhe haben und mich niemandem mehr erklären.

Wenn jemand fragt, sage ich, ich bin schwer beschäftigt und extrem hart arbeitend. So hart arbeitend, dass ich schaue, innerhalb 3 Minuten aus dem Gespräch raus zu sein, weil ich was anderes zu tun habe.

Wenn jemand nervt, weil er dumm ist (was deine Leute zu sein scheinen), dann sage ich, ich passe auf 2 Patenkinder auf oder mache eine Weltreise.
Wer beschäftigt ist, den belästigt man nicht. Wer Pläne hat, den pobelt man auch nicht weiter.

Für die meisten Leute bist du einfach zu hoch. Stereotyp ist nunmal: Frau will Kinder und ihre Zeit tickt. Glaub mir, was anderes verstehen dumme Menschen nicht. Ein Großteil sind dumme Menschen, also hör auf, dich zu erklären.
 
  • #16
Hallo FS,
keine Kinder zu wollen ist ungewöhnlich und deshalb fragt dein Gegenüber nach. Das ist halt menschlich und sollte dich nicht weiter triggern. Du fragst höchstwahrscheinlich auch nach, wenn dir jemand etwas Ungewöhnliches erzählt.
Ich finde allerdings auch deine Erklärung unglücklich. Das wirkt so, als wäre dein einziger Lebenssinn, dass du glücklich und zufrieden bist, was oberflächlich und egozentrisch bzw. unreif wirkt. Entsprechend fallen dann auch die Kommentare aus, die ja alle etwas Belehrendes haben. Willst du das nicht, dann liefere eine bessere Erklärung für deinen Nichtkinderwunsch, dann werden auch die Kommentare anders ausfallen.
Außerdem gibt es so viele Mütter, die es bereuen Mutter geworden zu sein - das dürfen sie aber natürlich nicht öffentlich zugeben.
Ich kenne keine einzige Mutter, die ihre Kinder bereut. Wie kommst du darauf? Kann es sein, dass du da etwas in die Aussagen von Müttern (zb dass sie wenig Schlaf/Zeit haben) hineininterpretierst, was nicht damit gemeint ist?

W/44, zwei Kinder
 
  • #17
Sowas hab ich nach 3 Minuten wenn ich mich zum Buffet weggedreht habe vergessen.

Da gebe ich total Recht. Eigentlich sollte die Frage weder für die gefragte Fs noch für den Fragesteller ein Thema sein.

Das Kinderthema ist nicht für Small Talk geeignet und ich halte die weiteren Nachfragen nach den Gründen eigentlich für übergriffig. Die persönlichen Gründe gehen Fremde nichts an. Ich frage ja auch nicht, warum die Oma im Heim wohnt und nicht in der Familie gepflegt wird o.ä.
Es kommt ja noch dazu, dass viele Paare ein Kind wollen oder wollten, es aber aus gesundheitlichen und persönlichen Gründen nicht möglich war.
Scheinbar übertreibt die FS aber nicht, wenn sie die merkwürdigen Reaktionen der Fragesteller hier anspricht:

1.
Mich beschleicht bei den Menschen die keine Kinder möchten, ob verheiratet oder nicht verheiratet, immer etwas das Gefühl, dass sie als etwas Besonderes gelten möchten.
Kein Kind zu wollen ist keine Leistung und nichts Besonderes.

Mir persönlich ist das wurstzipfel (Anmerkung sic!) egal ob du (oder jemand anderes) Kinder möchtest oder lieber nicht. .

Die FS wird im RL gefragt und weiß nicht, wie sie auf die Frage reagieren soll. Darauf kommen in einem anonymen Formu ausfallende Antworten von Frauen, die sich angeblich aber garnicht dafür interessieren.

Scheinbar trifft die FS damit doch einen Wundenpunkt. Auch hier wird erst das Nichtinteresse bekundet, um dann richtig draufzulegen:

Na und, soll jeder wie er mag, mich juckt es nicht...

Ich denke, es wäre besser, mal zu überlegen, wie ihr, denen euch von euer Mutter (eine Frau), das Leben geschenkt wurde, zu euch selber steht. Als was begreift ihr euch und wo steht ihr? Ihr gehört mit zu denen, die Unfrieden auf der Welt schaffen, trotz Intellekt, Toleranz, Empathie und all das, was ihr gerne als schmückendes Beiwerk mit euch tragt. Wo bleibt euer Respekt den Müttern gegenüber? Das Leben besteht aus geben und nehmen und eure Erfahrungen und das, worüber ihr euch aufregt, ist die Resonanz eures desolaten Gedankengutes. Ihr solltet bei euch selbst anfangen.

Pia62 sieht die kinderlose Frau als undankbare, Unfrieden schürende Person, die nur nimmt und nicht gibt, krank ist in ihrer Gedankenwelt, keine vollwertige Frau ist. Spannend, dass eine Mutter die Mutterrolle als Opfer und Geben für die Gesellschaft versteht und nicht als Freude für die Frau als Individuum. Die Mutterrolle wird im Gegensatz zu Intellekt, Toleranz, Empathie der Kinderlosen gesehen, so als würde sich das ausschließen.

Dabei war es immer schon auch normal, dass nicht alle Frauen Kinder hatten. Wahrscheinlich werden auf beiden Seiten die Frauen getriggert, die mit ihrem Lebensweg nicht im Einklang stehen.

Letztlich geht es fremde Menschen nichts an, wie Du Dein Leben lebst. Du musst Dich dafür nicht vor Fremden rechtfertigen.
 
  • #18
Es wird zum einen Neugierde und Unverständnis sein, zum anderen ein Stempel, der der Frau aufgedrückt wird. Ich persönlich finde die Frage nach Kindern viel zu intim, als dass ich eine weitere Diskussion führen wollte, warum 5 oder kein Kind. Ich hab mal von einem Mann, mit dem ich 7 Jahre keinen Kontakt hatte und von dem ich auch nie wieder hätte hören müssen, die Frage gestellt bekommen, ob ich Kinder HABE, und als ich sagte, "nein", kam ein Vorwurf in der Art "ja, wenn du keine Kinder willst, du unsoziales Gewächs". Ohne zu wissen, ob ich nicht Fehlgeburten hatte (war nicht so, aber das wusste der ja nicht), mein Partner unfruchtbar ist usw. und ohne sich mal Gedanken zu machen, ob ich mit ihm überhaupt reden will über intime Dinge. Also ein Trampel ohne gleichen. Ich will damit sagen, dass diese Diskussion, die die Gesprächsteilnehmer dann führen wollen aus einer "erhobenen Position" raus, einfach total unverschämt ist, weil sie ja gar nicht erwarten können, irgendwas erzählt zu bekommen. Soll heißen, auch der Grund "ich will keine Kinder" sollte nicht angegeben werden als weitere Diskussionsgrundlage.
Wieso können viele Menschen es nicht verstehen und uns verheiratete Frauen ohne Kinderwunsch einfach in Ruhe lassen?
Wieso hacken Menschen auf anderen Randgruppen rum? Es gibt sogar Leute, die wildfremde Menschen mit starkem Übergewicht ansprechen, dass man das doch operieren könne und niemand müsse so aussehen. Die besagte Dame hatte eine Krankheit, von der sie sicher keine Lust hatte, der alten Frau zu erzählen, die sie da an der Bushaltestelle angequatscht hatte.
Ich finde viele der Reaktionen auf Deine Begründung, warum Du keine Kinder willst, auch nicht böse. Die kommen dann halt standardmäßig. Du selbst machst den Fehler, Dich einzulassen auf die Diskussion mit Deiner Begründung, statt zu sagen "geht dich nichts an".
Wieso müssen wir Frauen als Gebärmaschinen von Vielen betrachtet werden?
Die Frauen werden doch nicht als Gebärmaschine betrachtet. Fortpflanzung ist eben der natürliche Vorgang, deswegen klingt es eben nach was Besonderem, wenn eine Frau keine Kinder will, und das passt nicht ins "natürliche Weltbild".

Die Welt wäre sicherlich ein besserer Ort, wenn man einfach leben und leben lassen würde!
Fang an damit, wenn Du merkst, dass Du irgendwelche Vorurteile hast gegen besondere Menschen, und wenn Du ne Frau mit Kinderwagen siehst, frag, ob Du bei ner Treppe mit anfassen sollst. Hab ich gemacht, die Frau hat sich gefreut und mir gesagt, dass das niemand mehr macht heutzutage.
 
  • #19
Pia62 sieht die kinderlose Frau als undankbare, Unfrieden schürende Person, die nur nimmt und nicht gibt, krank ist in ihrer Gedankenwelt,

...lieber Tom, das hast du ganz verkehrt verstanden.
Keinesfalls sehe ich das so, dass eine kinderlose Frau.....
Jeder doch, wie er mag. Von Opferrolle und dergleichen, habe ich nichts geschrieben.
Ich finde dieses gegenseitige Gehetze, Mütter gegen Kinderlose und umgekehrt, als völlig nutzlos. Warum juckt es denn, wenn man mit sich und der Entscheidung zufrieden ist? In der Tat finde ich manche scharfen Aussagen als ein Affront auch gegen die eigene Mutter. Wer keine Kinder möchte, muss dann nicht im Gegenzug Mütter infrage stellen, umgekehrt genauso.
Ich nehme das so auch nicht wahr, dass man sich ständig gegenseitig infrage stellt. Letztendlich, wenn man in und mit seiner Rolle zufrieden ist, ist das der Welt mehr als dienlich.
 
  • #20
Ich kenne keine einzige Mutter, die ihre Kinder bereut. Wie kommst du darauf?
Doch diese Mütter gibt es durchaus. Google einfach mal "Regretting motherhood", hab heute erst in einem Forum einen Beitrag von einer Mutter gelesen, die es bereut ihre Kinder bekommen zu haben, lieber anders leben würde & ernsthaft um Rat & Hilfe fragt, weil sie nicht weis, wie sie mit der Situation (&ihren Kindern) umgehen soll..
Kinder kann man bekanntlich nicht umtauschen oder zurück geben.

Wo bleibt euer Respekt den Müttern gegenüber? Das Leben besteht aus geben und nehmen und eure Erfahrungen und das, worüber ihr euch aufregt, ist die Resonanz eures desolaten Gedankengutes. Ihr solltet bei euch selbst anfangen.
Was hat das eine mit dem anderen zu tun?
Ich habe Respekt vor allen Eltern, die sich Kinder "antun" & noch mehr Respekt vor meiner Mutter die sich damals mich als Kind angetan hat (Ich war ein Schreibaby). Danke meiner Mama dafür, deswegen muss ich das aber nicht genauso machen. Man kann der Gesellschaft oder eben der Mutter auch anders Dinge (zurück)geben.

Mich beschleicht bei den Menschen die keine Kinder möchten, ob verheiratet oder nicht verheiratet, immer etwas das Gefühl, dass sie als etwas Besonderes gelten möchten
Wieso das denn? Die meisten Leute die ich kenne, die keine Kinder wollen, wollen einfach nur ihr Geld ausgeben & dabei spontan sein, lange schlafen, reisen etc, wollen die Verantwortung einfach nicht, haben keinen Wunsch nach Kindern oder halten sich selbst für nicht geeignet Kinder zu erziehen & wollen damit nicht als etwas "Besonderes" gelten.. Wozu auch? Für wen?

Liebe FS, wenn mich jemand fragt, sage ich einfach, es war bis jetzt noch nicht soweit & es ist nichts in die Richtung geplant. Fertig. Themenwechsel. Geht einfach niemanden etwas an & du musst dich dafür nicht rechtfertigen.
 
  • #21
Mir kommt das Thema konstruiert vor.

Wenn jemand Small Talk mit mit anfängt, dann ist fast immer die erste Frage „bist du verheiratet“, dazu ich „ja, bin ich!“.. dann heisst es „und hast du Kinder?“, dazu ich „nein“.

Ja? Wirklich? Wer beginnt denn so einen Small Talk?
So eine Frage wie nach dem Verheiratetsein wird doch zumeist erst gestellt, wenn man vom Small Talk weg zu etwas persönlicheren Themen hin wechseln will. Und wenn man persönlicher werden will, sind wohl Beruf, Familienstand und eventuell vorhandene Kinder Themenbereiche, die völlig natürlich angesteuert werden. Nicht natürlich ist, dass dann gleich nachgebohrt und bewertet wird. Und ich glaube auch nicht, dass das so viele machen.
 
  • #22
Danke meiner Mama dafür, deswegen muss ich das aber nicht genauso machen. Man kann der Gesellschaft oder eben der Mutter auch anders Dinge (zurück)geben.

...es geht um Frauen, die über das Mutterdasein herziehen, da frage ich mich zu Recht, mit welchem Gedankengut und Respekt sie ihrer Mutter, die ja auch dusselig war, gegenüber treten.

Für einen wirklich kultivierten Menschen stellen stinkende Windeln und penetrantes Geschrei keine Bereicherung seiner Existenz dar

,,,,infolgedessen war die eigene Mutter dann wohl kein wirklich kultivierter Mensch. Sorry, solche Gedankengänge sind äußerst übel. Ein Kind besteht zudem auch aus mehr als aus diesen stinkenden Nebensächlichkeiten.
 
  • #23
Liebe FS,
ich war ebenfalls langjährig verheiratet und hatte keine Kinder. Obwohl ich aus einer ganz anderen Generation stammte, die viel weniger unterschiedliche Lebensmodelle für Frauen kannte, kann ich nicht von derart häufigen und massiven Interventionen berichten wie Du.
Ich denke, es hat was mit Dir selber zu tun, wie Du Gespräche führen kannst, welche Gesprächsthemen sich sonst noch mit Dir anbieten.

Wenn mich mal jemand fragte warum wir keine Kinder haben, dann war ich ruhig und sachlich: mein Exmann musste als Kind bis weit in seine Jugend seine 6 jüngeren Geschwister betreuen, hatte kein eigenes Leben und wuchs in Armut auf. Sein Bedarf an Kindererziehung und -betreuung war für sein Leben übererfüllt und er hatte keinerlei Interesse, sich nochmal durch Kinder einzuschränken, weder zeitlich (Freizeit noch finanziell).
Solcheunerquicklichen Geschichten will keiner hören und dann hast Du blitzartig Deine Ruhe. Da fragt keiner ein zweites Mal.

Ich hatte keinen eigenständigen Kinderwunsch, wollte nicht AE sein, einen anderen Mann für Kinder gab es zur rechten Zeit auch nicht in meinem Leben, sodass kein Kind für mich ok war war, so wie für 25% aller Akademikerinnen meiner Generation.
Es gab damals nämlich keine bezahlbare Ganztagsbetreuung in der alten BRD. Frau (außer Lehrer) musste sich entscheiden: Kinder oder Beruf. Weder seiner noch meiner Mutter hätte ich meine Kinder anvertraut.

...es wäre besser, mal zu überlegen, wie ihr, denen euch von euer Mutter (eine Frau), das Leben geschenkt wurde, zu euch selber steht.... Wo bleibt euer Respekt den Müttern gegenüber? Das Leben besteht aus geben und nehmen.....
blablabla... Auf welcher Weide grast Du gerade?
Was haben die eigene Mutter und sonstige Weltuntergangshysterien mit diesem Thema zu tun?
Kinder haben nie darum gebeten, geboren zu werden und haben aus ihrer Geburt keine Pflichten - Respekt als Mutter muss frau sich verdienen.
Oft verdienen Mütter keinen Respekt für ihre Mutterschaft, wie ich oben am Beispiel neiner Exschwiegermutter beschrieb: ein Kind nach dem anderen in die Welt setzen und kümmern (füttern, Windeln wechseln, betreuen und ruhig halten) sollen sich die geringfügig älteren Kinder, ihre gesamte Kindheit und Jugend.

Fürs Geben hatten wir aufgrund unserer großen Familien reichlich Nichten und Neffen. Ich habe dazu immer die Sponsorenschaft für 2-3 Kinder aus sozial benachteiligten Familien.
Fürs Geben braucht man keine eigenen Kinder - da finden sich genug, die von anderen nehmen müssen, weil die eigenen Eltern versagen.
 
  • #24
Die persönlichen Gründe gehen Fremde nichts an. Ich frage ja auch nicht, warum die Oma im Heim wohnt und nicht in der Familie gepflegt wird
Andere aber leider doch...
Ok, seit mein Vater wirklich ein Vollpflegefall ist, nicht mehr, aber als wir ihn vor Jahren ins Heim abgeschoben haben, damit wir endlich wieder die Nächte durchtanzen und andere Gelage zuhause feiern konnten, wurden wir das oft gefragt.
Sehr gerne von seinen Betbrüdern aus der evangelischen Kirchengemeinde.
Unverschämtheit !
Meiner Mutter hat das sehr zusetzt.
Und die haben in ihrer bigotten Nächstenliebe meine arme Mutter und deren Bedürfnisse und Rechte auf ein schönes Leben komplett übersehen.

Noch heute traut sie sich kaum, mal ein paar Tage Urlaub zu machen und fragt mich immer indirekt um Erlaubnis, oder sagen wir, sie erbittet meinen Segen für ihr boshaftes und egoistisches Anliegen.

Ich werde immer sehr wütend, wenn sich Außenstehend anmaßen, über andere zu richten.
Und hier noch der Hinweis für den ein oder anderen, der mich gerne allzu wörtlich nimmt: das oben war Ironie.

Und zum eigentlichen Thema: niemals würde ich jemanden auf seine Kinderlosigkeit ansprechen, weil es mich nichts angeht und vor allem, weil ich befürchte, einen wunden Punkt zu treffen.
Ich habe eine Kollegin, etwa 35 Jahre alt, verheiratet, ein etwa 6-jähriges Kind.
Die hat mal eine Andeutung gemacht, die ich so verstanden habe, dass entweder sie oder auch beide gerne noch ein Kind hätten, es aber nicht dazu kommt.
Ich habe mich nicht getraut, zu fragen wie sie das meint.
Wer weiß, vielleicht geht es bei einem körperlich nicht oder die Ehe ist mies oder das Geld ist zu knapp. Jedenfalls habe ich nicht nachgehakt und das finde ich richtig.

Ich finde es auch nicht ok, Leute zu fragen, warum sie hier die Sekretärin sind und nicht studiert haben.
Auch das geht mich nichts an und auch das könnte jemanden verletzen.
Ahhh, jetzt springen hier wieder einige aus dem Kittel: jahaaa, es gibt sicher auch Leute, die sehr gerne Sekretärin sind.
Genauso wie es Leute gibt, die sehr gerne kinderlos sind.

w 50
 
  • #25
Ich finde dieses gegenseitige Gehetze, Mütter gegen Kinderlose und umgekehrt, als völlig nutzlos. Warum juckt es denn, wenn man mit sich und der Entscheidung zufrieden ist? In der Tat finde ich manche scharfen Aussagen als ein Affront auch gegen die eigene Mutter. Wer keine Kinder möchte, muss dann nicht im Gegenzug Mütter infrage stellen, umgekehrt genauso.
Natürlich gibt es auch Neid, das muss klar sein.
Der Familienvater neidet dem Junggesellen seine ONS und die Mutter neidet der Single ihre freien Abende, die Single neidet der Mutter das Kind (wenn sie lieb sind und süß aussehen) männliche Singles neiden dem Vater meistens nichts.

Das sind starke Emotionen und von daher ist nicht verwunderlich, dass dieses "Gehetze" eben stattfindet.
 
  • #26
Nicht jede ist zum Muttersein geschaffen, nur weil sie eine Gebärmutter hat; nicht jede/r ist zum Denken geschaffen, nur weil sie/er ein Gehirn hat.
Willkommen im Club, bin ebenfalls verheiratet (reine Liebesheirat, beide damals mittellos), wollte ebenfalls nie Mutter werden, nie den Wunsch verspürt.
Bin dazu übergegangen, solche Fragenden mit der Gegenfrage zu nerven, weshalb sie denn eigene Kinder haben wollten. Evtl noch, ob es denn geplant war oder einfach passiert ist.
 
  • #27
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Da gebe ich total Recht. Eigentlich sollte die Frage weder für die gefragte Fs noch für den Fragesteller ein Thema sein.


1.

Die FS wird im RL gefragt und weiß nicht, wie sie auf die Frage reagieren soll. Darauf kommen in einem anonymen Formu ausfallende Antworten von Frauen, die sich angeblich aber garnicht dafür interessieren.

Scheinbar trifft die FS damit doch einen Wundenpunkt. Auch hier wird erst das Nichtinteresse bekundet, um dann richtig draufzulegen:

Ausfallend? Ich finde meine Antwort nicht ausfallend. Ich denke eine ausfallende Antwort wäre nicht veröffentlicht worden.

Ich bin eher genervt. Immer wenn Menschen glauben im übertragenen Sinn große Schilder vor ihre Tür zu hängen mit ihren Mottos "Ich bin homosexuell!!!"; "Ich bin evangelisch!!"; "Ich bin Veganer!!!" "Ich will keine Kinder !!!" und mir das aufdrängen reagiere ich genervt.
Es interessiert mich wirklich nicht.

Mir ist das im privaten Umfeld passiert, dass Frauen mir ungefragt mitteilen mußten, dass sie keine Kinder möchten und ich mit den Schultern zucke, weil ich nicht weiß, was ich mit solch einer Information anfangen soll. Genauso geht es mir mit Informationen zu religösen Zugehörigkeiten, Ernährungsgewohnheiten oder sexueller Präferenz.
Das geschah immer mit dieser fast missionarischen Penetranz und die auf mich dann aufgesetzt und scheinheilig wirkt. Das, und nur das habe ich damit angesprochen, dass all diese Dinge keine Leistung sind und nichts besonderes. Es sind persönliche Entscheidungen und gut ist das.

Wenn ich etwas für mich möchte, dann tue ich das und fertig. Es geht dann außer mir auch niemanden etwas an.
 
  • #28
Was haben die eigene Mutter und sonstige Weltuntergangshysterien mit diesem Thema zu tun?

Guten Morgen,

deine Weide, auf der du grast, ist eine komplett andere, in der Tat.

Eine Frau, meine Mutter, hat mir das Leben geschenkt, davor habe ich Respekt, auch wenn sie als Mutter versagt hat. Es ist mein Respekt vor dem Leben. Was juckt dich das, du kannst es doch anders händeln. Diese Weltuntergangshysterie, wie du sie benennst, fängt bereits genau dort an, im kleinen, wo man sich nicht normal gegenseitig respektieren und sein lassen kann. Solange man mit seinen Entscheidungen nicht in das Leben anderer eingreift und sie damit behelligt und verletzt, ist es doch in Ordnung, was jeder denkt, macht und ausbrütet.

Ich bin dankbar, dass ich lebe und sein darf. Wenn du deinen Frust vielleicht damit rechtfertigst, dass du ungefragt geboren wurdest, nun dann, es ist deine Entscheidung und deine Einstellung zum Leben.
 
  • #29
Natürlich gibt es auch Neid, das muss klar sein.

...warum gibt es diesen Neid? Neid entsteht durch Mangel und da sollte man in sich gehen und fragen, was fehlt. Ansonsten, alles im Leben hat zwei Seiten und wer mit sich und seinen Entscheidungen im Einklang ist, verspürt auch keinen Neid und wenn, kann es dazu dienen, etwas zu verändern und wenn es nur die Sichtweise ist.
 
  • #30
Bin dazu übergegangen, solche Fragenden mit der Gegenfrage zu nerven, weshalb sie denn eigene Kinder haben wollten. Evtl noch, ob es denn geplant war oder einfach passiert ist.
Wow ! Klasse.

Ich versuche das gerade, auf 'meinen Fall' zu adaptieren, also dass Leute meiner ( Stief- ) Mutter den Vorwurf machten, meinen Vater ins Heim abgeschoben zu haben.
Ich überlege, ob das vorstellbar ist, also ob jemand, so passt die Analogie, der selbst die demente Oma zuhause pflegt, jemandem, der das alternative Modell gewählt hat, solche Fragen stellen würde.
Eher nicht, das tun wohl nur Leute, die null Ahnung haben, was es bedeutet, das allein als auch schon ziemlich alte Frau ( damals war sie etwa 75 ) zu stemmen.

Naja, ich überlege doch noch mal... Das Heim meines Vaters kostet richtig Schotter, seine Rente plus Pflegegeld reicht bei weitem nicht, da geht also jeden Monat ordentlich was vom Vermögen dazu.
Wenn sich das jetzt jemand nicht leisten könnte, was die Betbrüder aber alle ebenso locker könnten, und daher gezwungen wäre, die Pflege zuhause zu machen, könnte es schon zu Neidgefühlen und daher erst recht zu Vorwürfen kommen.

Zurück zum Thema: ich denke, dass IMMER und GRUNDSÄTZLICH die Ursache für wie auch immer geartetes ungehöriges Verhalten, hier: die Anmaßung, das Lebensmodell anderer zu bewerten, aus eigener Unzufriedenheit herrührt.
So wie Frauen, die ein Selbstwertproblem haben, anderen ihre Schönheit nicht gönnen.

Menschen, die ihr Leben rundum schön und zufriedenstellend finden, greifen andere Menschen nicht an, sondern freuen sich über deren Glück.
Und sie bohren nicht in wenn auch nur möglicherweise vorhandenen Wunden, indem sie sie fragen, warum sie keine Kinder haben oder warum sie welche haben oder verheiratet sind ja oder nein, arbeiten ja oder nein ( hier vorausgesetzt, der Nichtarbeitende schmarotzt weder bei einem anderen Menschen noch bei der Allgemeinheit, denn hier endet die Freiheit in der Gestaltung des Lebens ), auf dem Land oder in der Stadt wohnen....

Ich kann mir allerdings vorstellen, jemanden zu kritisieren, mindestens zu kommentieren, wenn es um dessen Lebensmodell geht, nämlich wenn mir das diesbezügliche Lamento auf den Geist geht.
Die kinderlose Frau also darüber klagt, z.B. wenn es zu spät ist.
Oder die Frau, die Kinder wollte und daher karrieremäßig abgehängt wurde und heute keinen Fuß mehr in die Tür kriegt.
Dafür habe ich kein Verständnis. Jeder soll sich sein Modell aussuchen und dann nicht mit den Konsequenzen hadern. Dann ist meine Welt in Ordnung.

w 50
 
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